Projekt »Leibniz«
Sach- und Fachbuchaufbereitung für blinde und sehbehinderte Menschen
Durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wird seit Ende 2009 in der DZB Leipzig am Projekt »Leibniz« gearbeitet. Im Fokus steht die Umsetzung der gesellschaftlichen Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen im beruflichen und akademischen Umfeld.
Im Rahmen dieses Projektes werden Werkzeuge entwickelt, um später jedem Nutzer der DZB dringend benötigte Fachinformationen so zur Verfügung stellen zu können, wie es seinen individuellen Bedürfnissen und Wünschen entspricht.
Bislang übertragen die zehn deutschen Anbieter von Informationen für blinde und sehbehinderte Menschen lediglich 2.000 der über 100.000 jährlichen Neuerscheinungen auf aufwändige und kostenintensive Weise. Der Hauptanteil der zugänglichen Werke besteht zudem aus belletristischer Literatur.
Publikationen, vor allem das in ihnen enthaltene Fachwissen, sind die Basis, um selbst-ständig und bewusst in der Gesellschaft zu agieren. Bildung, sei es in der Schule, der Lehre, während des Studiums oder auch in der Berufsausbildung, setzt vor allem Zugang zu den entsprechenden Informationen voraus. Um diesen zu ermöglichen und zu erweitern, wurde das Projekt »Leibniz« in der DZB Leipzig initiiert.
Im Vordergrund steht die Entwicklung von IT-Verfahren für individuelle Übertragungsdienstleistungen von Sach- und Fachbüchern für blinde und sehbehinderte Menschen. Ziel ist eine Software, die in der Lage ist, komplexe Dokumente mit Tabellen, Listen oder Abbildungen automatisiert und effektiv zu übertragen.
Parallel dazu wird der Ausbau von Kooperationen mit Verlagen und Dienstleistungsfirmen aktiv verfolgt. Verschiedene Partner aus der kommerziellen Verlagsbranche unterstützen die DZB bei Testverfahren oder tauschen Erfahrungen auf dem Gebiet Barrierefreiheit aus. Die Zusammenarbeit mit der Branchenplattform »Libreka« war eine der ersten Ideen, um den Transfer bereits digitalisierter Publikationen zu erleichtern und zeitnah sicherzustellen. Dadurch können effektive Arbeitsabläufe zur Aufbereitung gedruckter Publikationen in sehgeschädigtengerechte Formate gestaltet und ein Bewusstsein für universelles Design geschaffen werden.
Ziel ist der Zugang zu Bibliotheksausleihangeboten und -dienstleistungen für blinde und sehbehinderte Nutzer in den geeigneten Formaten Braille, DAISY und Großdruck. Die Einbindung der Projektergebnisse von Leibniz in bestehende nationale und internationale Aktivitäten zielt schließlich auf die Realisierung der Vision einer globalen Bibliothek für Menschen, die gedruckte Informationen nicht lesen können.

