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Reliefs - tastbare Bilder

Unsere Umwelt ist bei etwas Übung auch mit dem Tastsinn zu erfahren. Blinde Menschen erkunden Gegenstände mit den Händen. Bei Bildern ist das schon schwieriger. Eindrücke von Bildinhalten können über ein Reliefbild vermittelt werden. Diese müssen, sollen sie mit den Händen erfahrbar sein, stark generalisieren. In jahrzehntelanger Arbeit sind in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) viele Erfahrungen bei der Anfertigung solcher Reliefbilder gesammelt worden. Das Spektrum reicht heute von Atlanten über verschiedenste Anschauungsmaterialien für den Schulunterricht bis zur genauen Darstellung von Baudenkmälern. Farbige Reliefwandkalender und Glückwunschkarten runden das [intern] Angebot ab.

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Wie entsteht ein Reliefbild?

Als erstes gibt es eine Zeichnung von dem, was in ein Bild für blinde Betrachter übertragen werden soll, vielleicht ein Blumenmotiv oder ein Tier, eine Figur oder ein Gebäude. Dieser Entwurf sieht für Sehende etwas grob aus, weil doch auf viele winzige Details verzichtet werden muss. Um ein Bild ertasten zu können, müssen charakteristische Linien und Konturen hervorgehoben werden. Bevor ein Gegenstand übertragen wird, muss geklärt werden, welche Umrisse wesentlich sind und wie die Oberfläche gestaltet werden kann. Für die Umsetzung werden ganz verschiedene Materialien benutzt: Der Blütenstand einer Margerite lässt sich wunderbar mit Sandpapier darstellen, feine Fäden und Gaze werden zu Fenstern eines Gebäudes, und eine Perle ergibt vielleicht ein Kullerauge für eine Märchenfigur oder eine Stadt auf einer Landkarte.

Nun wird geschnitten, geklebt und geschliffen, dann die Figur geformt und gestaltet und auf einem Zinkblech befestigt, das auch schon einen Text in Brailleschrift erhalten hat, zum Beispiel bei einem Kalenderblatt. Von dieser Matrize können in größerer Menge strapazierfähige Abdrucke durch ein spezielles Tiefziehverfahren hergestellt werden. Auf die Matrize wird eine PVC-Folie gelegt, erwärmt, eine Vakuumpumpe entzieht die Luft, die erwärmte Folie schmiegt sich den Formen der Vorlage an und man erhält ein stabiles Reliefbild.