Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Datum: 10.01.2011

Liebe Leserinnen und Leser unseres Newsletters,
Anfang Januar 2011 - Europa versinkt unter einer dicken Schneedecke. Was f�r die Kinder ein Vergn�gen ist, bringt f�r blinde Menschen erhebliche Orientierungsschwierigkeiten. Wie mag der Winter in Paris vor knapp 185 Jahren gewesen sein, als Louis Braille die Blindenschrift entwickelte? Wie kam der blinde junge Franzose damals zurecht? Anl�sslich des 202. Geburtstags des Erfinders der Blindenschrift widmen wir den ersten Newsletter im neuen Jahr Louis Braille (* 4. Januar 1809; � 6. Januar 1852). Darin zeigen wir Ihnen attraktive Angebote der Deutschen Zentralb�cherei f�r Blinde zu Leipzig (DZB) rund um die Blindenschrift. Komplettiert wird der Newsletter durch die B�cher des Monats sowie Informationen zum DZB-Podcast.

Um auch k�nftig f�r blinde und sehbehinderte Menschen den Zugang zu Literatur und Alltagskultur zu sichern, sind wir auf F�rderer und Sponsoren angewiesen. Wir freuen uns daher �ber jede Spende an unseren F�rderverein �Freunde der DZB e. V.�, die unsere Arbeit im Sinne Brailles unterst�tzt. Mit Ihrer Hilfe k�nnen wir auch am 203. Geburtstag Louis Brailles im Jahr 2012 sagen: Die Brailleschrift lebt und die DZB Leipzig engagiert sich daf�r.

Susanne Siems
Wissenschaftliche Bibliothek/Projekt Buchpatenschaften

Artikelübersicht:


Weltkongress Braille21: Artikelserie »Brailleschrift - Relikt oder Chance?«

Ein Ereignis wird die DZB Leipzig in den kommenden neun Monaten Tag für Tag begleiten: der Weltkongress Braille21 - »Innovationen in Braille im 21. Jahrhundert«. Seit wenigen Tagen sind der Call for Papers, die Ausstellerbroschüre und die Ausschreibung für die Veranstaltung »Markt der Möglichkeiten« online. Schon jetzt führt der Kongress zu angeregten Diskussionen über die Brailleschrift in Gegenwart und Zukunft. So erscheint in Vorbereitung auf den Weltkongress »Braille21« zum Beispiel in der von uns herausgegebenen Zeitschrift »DZB-Nachrichten« die Artikelserie »Brailleschrift - Relikt oder Chance?«.

Den Auftakt machte in Heft 6-2010 der Beitrag: »Die Zukunft der Brailleschrift« von Pete Osborne, Leiter Internationale Entwicklungen und Partnerschaften am Royal National Institute of Blind People (RNIB) in London und von Geburt an blind. In seinem Artikel wird das Anliegen der Serie treffend beschrieben: Es ist »die Anregung einer Diskussion zu zukünftigen Entwicklungen in der Brailleschrift und ihrer Bedeutung in den kommenden Jahrzehnten.« Die aktuelle Sicht auf das System der Brailleschrift und deren Perspektiven in der modernen Mediengesellschaft ist durchaus differenziert. Durch die einzelnen Artikel der Serie werden die unterschiedlichen Standpunkte auf das Sechs-Punkte-System von Louis Braille verdeutlicht. Die Artikelserie bietet unzählige Anreize für eine lebhafte Diskussion zum Thema Braille in Gegenwart und Zukunft. Im Idealfall münden die aufgeworfenen Fragen und vorgeschlagenen Lösungsansätze in Schlussfolgerungen für die Arbeit jener Institutionen, die Medien für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich machen und bereitstellen.

Die DZB-Nachrichten - mit Informationen aus der DZB, zum Blindenwesen und zu Literatur - erscheinen alle zwei Monate. Das Abonnement wird in Blindenkurzschrift (7,68 �), als CD DAISY (7,68 �) und in Schwarzschrift (12,30 �) angeboten. Es beinhaltet jeweils die kostenlose Beilage »Leipziger Bücherliste«.
Die Texte der bereits erschienen Ausgaben finden Sie auch online: http://www.dzb.de/index.php?site_id=3.5.1.1

Der Weltkongress Braille21 findet vom 27. bis 30. September 2011 in der Universität Leipzig statt. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.braille21.net und natürlich über unseren Braille21-Newsletter.

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»Louis Braille - fühlbare Genialität« als DAISY-Hörbuch

Anlässlich des 202. Geburtstags von Louis Braille freuen wir uns sehr darüber, eine Hörbuch-Ausgabe der Biografie »Louis Braille - fühlbare Genialität« anbieten zu können. Der Historiker und ehemalige Chefredakteur des »Matilda Ziegler Magazine For The Blind« C. Michael Mellor zeichnet dabei in sieben Kapiteln den Lebensweg und die außergewöhnliche Persönlichkeit von Louis Braille nach. Seine umfassende Darstellung enthält zahlreiche bislang nicht veröffentlichte Dokumente und Briefe. Neben der Entwicklung der Brailleschrift beschreibt der Autor auch die Hürden, die das Schriftsystem nehmen musste, bis es zum universellen Kommunikationsmittel für Blinde wurde. Die in der DZB Leipzig realisierte Hörbuchausgabe wurde durch mehrere Buchpatenschaften ermöglicht. [C. Michael Mellor - Louis Braille : fühlbare Genialität. | Paderborn : Blindenschrift-Verlag und -Druckerei, 2009. | Sprecher: Sylke-Kristin Deimig (Leipzig) | 1 CD DAISY - 7:02 h, H010733]

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Neuproduktion und Digitalisierung der Blindenschriftausgabe des Buches »Sämtliche Romane und Erzählungen« von Voltaire

Die sächsische Landtagsabgeordnete Anja Jonas unterstützt die Neuproduktion und Digitalisierung des Buches »Sämtliche Romane und Erzählungen« von Voltaire mit einer großzügigen Spende: »Ich weiß um das Engagement der DZB und ich möchte es unterstützen - nicht nur mit Worten. Ich habe mich für ein Buch von Voltaire entschieden, weil ich seine Vielseitigkeit und seine Fähigkeiten als Parodist und Kritiker sehr schätze«, so die FDP-Politikerin. In der Punktschriftbibliothek der DZB Leipzig stehen für die Nutzer aktuell 22.200 Titel bereit. Davon sind 8.500 Titel momentan allerdings nur als Unikat verfügbar. Ein Anliegen des Projektes »Buchpatenschaften« ist es, diese inhaltlich wertvollen Blindenschriftbücher durch Digitalisierung vor dem Verschwinden zu bewahren. Die ursprünglich manuell mit einer Blindenschriftschreibmaschine hergestellten Bücher werden dabei digital neu erfasst, um sie dann blinden Menschen in einem geeigneten Format wieder zugänglich zu machen.

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Blindenschriftkurse in der DZB Leipzig

Wie soll ein blinder Mensch das vielfältige Angebot an gedruckter Literatur nutzen, wenn er vorher keine Gelegenheit hatte, die Punktschrift zu erlernen? Da die Lernmöglichkeiten in den letzten Jahren stark eingeschränkt wurden, hat sich die DZB entschlossen, die wenigen existierenden Angebote durch einen zusätzlichen Kurs zu erweitern. Frau Sabine Seiffert, selbst blind, unterrichtet Interessenten sowohl in der Blindenvoll- als auch in der -kurzschrift. So treffen sich die ersten Lernbegierigen seit Herbst 2010 jeden Donnerstag in der DZB. Die Wiederaufnahme der Blindenschriftkurse an der DZB Leipzig wird durch den Förderverein »Freunde der DZB e. V.« unterstützt.

Kontakt: Susanne Siems (Tel. 0341/7113-115 oder susanne.siems@dzb.de)

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Bücher des Monats - Januar 2011

Selbstverständlich haben wir auch zum Jahresbeginn zwei besondere Empfehlungen aus unserem Bibliothekssortiment parat. So empfehlen wir in Punktschrift »Am Rand der Welt« von Raymond Kennedy. Eine abgelegene Hütte in den verschneiten Wäldern Nordamerikas. Der alte Jack hat sich hierher zurückgezogen, mit seinem Hund. Ein Ofen, eine Pfeife, ein abgegriffenes Magazin mit seiner Lieblingsgeschichte - das ist das Inventar von Jacks Existenz. Bis er eines Nachts einen nackten, blutig geprügelten Mann vor seiner Tür findet. Dick, der bald wieder auf die Beine kommt, erweist sich als ein wenig angenehmer Zeitgenosse: ein Großmaul, gewohnt zu befehlen - und faszinierend. So entwickelt sich ein Machtspiel, dem wir mit angehaltenem Atem folgen. [Raymond Kennedy - Am Rand der Welt: Novelle. | Stuttgart, Klett-Cotta, 2006 | Festeinband, Kurzschrift | 18,00 Euro | BNV 6787, BNA 15914]

Aus unserem DAISY-Sortiment schlagen wir Ihnen »Das Familientreffen« von Anne Enright vor. Der Roman handelt von Veronica, die alles hat: wunderbare Töchter, ein Haus, einen »wartungsaufwändigen Mann«, einen toten Bruder und ein Geheimnis. Veronica ist 39, aber immer noch eines der vielen Kinder ihrer konturlosen irischen Mutter. Der Tod ihres Bruders Liam reißt sie in einen Strudel aus echten und falschen Erinnerungen, aus Dichtung, Wunsch, Alptraum und Wahrheit. Mit Hilfe von Familiengeschichte und -geschichten fängt Veronica die Mischung aus Liebe, Hass und Gleichgültigkeit ein, die in ihr brodelt. [Anne Enright - Das Familientreffen: Roman. | München : Deutsche Verlags-Anstalt, 2008. | Steffi Böttger (Leipzig) | 1 CD DAISY - 11:06 h, H016786]

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Neu im DZB-Podcast

Auch der DZB-Podcast hatte letzte Woche einen Grund zum Feiern. Am 5. Januar ist die 100. Episode erschienen, Grund genug für einen kleinen Rückblick auf die vorangegangenen 99 Folgen. Susanne Siems erzählt in einem unterhaltsamen Interview, wie alles vor mehr als vier Jahren mit einem nicht ganz unverbindlichen Anruf vom DZB-Direktor Dr. Thomas Kahlisch begann.

Wer die DZB-Podcast-Episoden regelmäßig hören möchte, kann diese mit Hilfe spezieller Software (zum Beispiel der Podcatcher-Software Juice oder iTunes) abonnieren. Dann lädt Ihr Computer neue Episoden automatisch, sobald diese verfügbar sind. Auf unserer Internetseite finden Sie weitere Informationen. Dort können Sie die einzelnen Episoden auch individuell laden. Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Ulrich Jander (ulrich.jander@dzb.de oder 0341/7113-145). Inhaltliche Fragen zum Thema DZB-Podcast beantwortet Ihnen gern Frau Susanne Siems (susanne.siems@dzb.de oder 0341/7113-115). Unseren Podcast finden Sie unter: www.dzb.de/podcast.

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Spendenkonto
Förderverein »Freunde der DZB e. V.«
Sparkasse Leipzig | Bankleitzahl: 860 555 92 | Kontonummer: 1100830010

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Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig

Telefon 0341/7113-131
Telefax 0341/7113-125
E-Mail:
Internet: www.dzb.de

V.i.S.d.P.: Katja Lucke | Redaktion: Michael Wallies

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