Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Datum: 24.08.2011

Liebe Leserinnen und Leser der DZB-News,

noch etwas mehr als vier Wochen werden bis zum Weltkongress Braille21 - »Innovationen in Braille im 21. Jahrhundert« vergehen. Die DZB Leipzig fiebert diesem Ereignis entgegen. Nicht nur die fast 400 gemeldeten Teilnehmer zeigen, wie wichtig sie es finden, welche Richtung die Brailleschrift in den kommenden Jahren und Jahrzehnten einschlagen wird. Auch die enorme Unterstützung von neun Sponsoren, über 30 Ausstellern und 27 Partnern aus Deutschland und vielen anderen Ländern zeigt: Die Brailleschrift ist wichtig, sie hat Potential und Zukunft. So ist es auch gelungen, das Projekt Braille21 vollkommen über Drittmittel zu finanzieren.

Das Programm für den Weltkongress steht nun fest - und Sie können in diesem Newsletter erfahren, wie vielfältig es ist.

Ich freue mich darauf, Sie beim Weltkongress Braille21 oder beim Braille-Tag in Deutschland - oder gleich an allen vier Veranstaltungstagen - in Leipzig zu treffen.

Jenni Schwan
Braille21-Konferenzmanagement

Artikelübersicht:


Thema 1 - Bildung und Lesekompetenz

Der Themenbereich »Bildung und Lesekompetenz« unterstreicht mit seinen 25 Programmpunkten die Vielfalt und Relevanz von Braille21. So kommen die Referenten und Workshopleiter des ersten Themenfeldes aus 18 Ländern von sechs Kontinenten nach Leipzig. Dabei werden zum Beispiel neue interaktive Lernmethoden vorgestellt. Weiterhin wird thematisiert, wie digitale Ressourcen zur Entwicklung der Lesekompetenz beitragen. Außerdem kann man auch erfahren, wie Kinder in Kenia die Punktschrift erlernen, wie in Norwegen taubblinde Schüler in einer Gruppe in Braille unterrichtet werden oder wie in Peru ein Braillealphabet für die indigenen Sprachen, also die Ursprachen, entwickelt wird.

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Thema 2 - Berufsausbildung und lebenslanges Lernen

Auch das zweite Themenfeld von Braille21 »Berufsausbildung und lebenslanges Lernen« überzeugt durch sein breit gefächertes Themenspektrum. So berichtet Uwe Boysen anschaulich, wie Braille im Berufsalltag eingesetzt werden kann. Boysen hat über 30 Jahre als blinder Richter gearbeitet. Neben solch imposanten persönlichen Beispielen gibt es Vorträge zu neuen technologischen Entwicklungen wie dem RFID-Chip oder das taktile Hyperbraille-Display, das ein Ertasten von Diagrammen, mathematischen Formeln und anderen Visualisierungen erlaubt. Hervorzuheben ist ferner der Workshop »Strengthening Participation through Braille Music Notes«, der sich der inklusiven Musikausbildung widmet.

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Thema 3 - Forschung und Entwicklung

Im Bereich »Forschung und Entwicklung« werden zahlreiche interessante wie wichtige Neuentwicklungen vorgestellt. So können die Teilnehmer erfahren, wie sich der Text des Buches als Kurzschrift in einem DAISY-Buch hinterlegen lässt oder auf welche Weise sich Verlagsdaten nahezu automatisiert in barrierefreie Formate umwandeln lassen. Weiterhin spielen Austauschformate wie PEF (Portable Embosser Format), offene Schnittstellen wie Open-Braille oder Open-Office-Anwendungen zur übertragung in Braille eine wichtige Rolle. Dazu werden spannende Entwicklungsprojekte vorgestellt, wie zum Beispiel das NOMS-Projekt aus der Slowakei: Hier werden taktile Displays entwickelt, die einen hochauflösenden Zugriff auf Grafiken erlauben.

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Thema 4 - Verbesserter Zugang zu Informationen

»Wird Braille überleben?« lautet die provokante Frage von Kevin Carey aus Großbritannien, der auch gleich die Bedingungen für eine positive Beantwortung der Frage formuliert. Das Themenfeld »Verbesserter Zugang zu Informationen« widmet sich in seinen Referaten auch den Fragen, wie die Verbreitung von Braille gefördert werden kann oder wie die Zusammenarbeit zwischen den Blindenbibliotheken und Verlagen durch den Einsatz gemeinsam entwickelter Datenformate optimiert werden kann. Ziel dabei ist es, Literatur für jedermann schneller und im größeren Umfang erfahrbar zu machen. Berichtet wird auch über den aktuellen Stand der Verhandlung eines Weltvertrages mit den Urheberrechteinhabern, um den internationalen Austausch barrierefreier Literatur entscheidend zu verbessern.

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Thema 5 - Braille als Bestandteil des Universellen Designs

Die Beschriftung von Verpackungen und die Verbreitung von Braille-Kennzeichnungen im öffentlichen Raum stehen im Vordergrund des Themenfeldes »Braille als Bestandteil des Universelles Design«, wobei die Vorträge insbesondere die praktischen Erfahrungen im Bereich der medizinischen Verpackung thematisieren und dabei auch mögliche Perspektiven für weitere Produktbeschriftungen aufzeigen. In den Vorträgen »Braille can Still Do Much More« und »Revisiting Braille: Expanding the Horizon of Braille« geht es um den Mehrwert inklusiver Designideen, die selbstverständlich Braille einbeziehen.

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Thema 6 - Die Rolle von Braille für ein unabhängiges Leben

Das Themenfeld »Die Rolle von Braille für ein unabhängiges Leben« rundet das vielseitige Programm von Braille21 ab. Aus verschiedenen Perspektiven beleuchten die Referenten die Rolle der Brailleschrift im Alltag blinder Menschen. So befassen sich verschiedene Beiträge mit der wichtigen Aufgabe, wie die Vermittlung von Punktschrift organisiert und durchgeführt werden kann. Diese sollen den Erfordernissen des Einzelfalls entsprechen und zukünftige Anwender motivieren, sich der tastbaren Schrift zu nähern. Interessante Eindrücke aus ihrer Arbeit vermitteln zum Beispiel Fachleute aus Sri Lanka, die für die dort gebräuchliche Sprache »Sinhala« eine Blindenkurzschrift entwickeln, um die Verbreitung der Brailleschrift zu fördern.

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Begleitprogramm - Markt der Möglichkeiten

Eine ganz besondere Veranstaltung im Rahmen des Weltkongresses Braille21 ist der »Markt der Möglichkeiten«: Hier stellen Einzelpersonen an insgesamt 21 Ständen individuelle und innovative Ideen rund um die Brailleschrift vor. Der Markt der Möglichkeiten ist am Braille-Tag in Deutschland (27. September 2011, von 10 bis 15 Uhr) und im Rahmen des Weltkongresses Braille21 (28. und 29. September 2011, jeweils von 12 bis 14 Uhr) geöffnet. Auch hier werden die Vielgestaltigkeit der Brailleschrift sowie der ideenreiche Umgang deutlich. So zeigt beispielsweise die blinde und stark schwerhörige Studentin Katrin Dinges, wie es ihr durch die Kombination von Schriftdolmetschern, Spracherkennung und Computerbraille gelingt, Vorlesungen und Seminaren zu folgen. Das ausführliche Programm zum Markt der Möglichkeiten finden Sie unter: www.braille21.net/de/programm/call-for-papers

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Anmeldung und allgemeine Informationen zu Braille21

Die Teilnahme am Braille-Tag in Deutschland am 27. September 2011 ist kostenfrei. Die Kongressgebühren für den Fachkongress vom 28. bis 30. September 2011 betragen 280 Euro und enthalten die Teilnahme an sämtlichen Veranstaltungen des Weltkongresses Braille21 sowie die Verpflegung während der Kongresszeiten (Mittagessen, Kaffeepausen). Reduzierte Kongressgebühren in Höhe von 170 Euro werden für Studenten gewährt. Eintagestickets sind ebenfalls zum Preis von 170 Euro erhältlich. Der Preis für Begleitpersonen beträgt 150 Euro. Das detaillierte Kongress-Programm finden Sie unter: www.braille21.net/de/programm

Die digitalen Anmeldeformulare zum Braille-Tag in Deutschland und für den Weltkongress sind noch bis zum 31. August 2011 unter www.braille21.net/de/anmeldung


Braille21 - organisiert von der DZB - findet vom 27. bis 30. September 2011 in der Universität Leipzig statt. Ausführliche Informationen finden Sie unter www.braille21.net.

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Helfen auch Sie, blinden und sehbehinderten Menschen durch den barrierefreien Zugang zu Literatur ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen.

Spendenkonto: Förderverein »Freunde der DZB e. V.«
Sparkasse Leipzig | Bankleitzahl: 860 555 92 | Kontonummer: 1 100 830 010

Oder senden Sie eine SMS mit dem Wort LESEN an die 81190.
Jede SMS kostet 5 Euro zzgl. der normalen Transportgebühr. Davon erhalten wir 4,83 Euro.

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Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig

Telefon 0341/7113-131
Telefax 0341/7113-125
E-Mail:
Internet: www.dzb.de

V.i.S.d.P.: Katja Lucke | Redaktion: Michael Wallies

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