Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Datum: 30.04.2013

Liebe Leserinnen und Leser der DZB-News,

Lesungen machen Bibliotheken lebendiger. Sie bringen Autor und Leser zusammen, geben dem Autor ein Gesicht und verschaffen ihm und seinem Buch Gehör. So geschehen am vergangenen Freitag, als Sabriye Tenberken auf Einladung der DZB in Leipzig las.
Eine Lesung ganz anderer Art steht in der DZB zur Museumsnacht an. Hier kommen alle Krimifreunde - aber nicht nur diese - auf ihre Kosten, denn die Jungs der Thomasschule, die ihren ersten Kriminalroman vorstellen, spielen auch zum Boogie-Woogie auf.
Was sonst noch bei uns zur Museumsnacht los ist, lesen Sie hier!

Artikelübersicht:


Sabriye Tenberken: Von einer, die auszog, ihre Träume zu leben

Sie hat ihren Traum verwirklicht und sich nicht abschrecken lassen von Hindernissen und der Befangenheit anderer. Sabriye Tenberken, blind, gründete gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Paul Kronenberg vor 15 Jahren ein Blindenzentrum in Lhasa. Von diesem Abenteuer und anderen Herausforderungen erzählte Tenberken am Freitagabend. Sie folgte einer Einladung der DZB nach Leipzig und las vor reichlich 150 Besuchern aus ihren beiden Büchern »Mein Weg führt nach Tibet« und »Das siebte Jahr – Von Tibet nach Indien«.

Die selbstbewusste Frau nahm das Publikum erzählerisch mit auf ihre Reise nach Tibet. Anschaulich und mit Humor stellte sie ihr außergewöhnliches Vorhaben dar, blinden Kindern, die von der Gesellschaft ausgeschlossen und diskriminiert wurden, ein Zuhause zu geben, sie zu unterrichten und ihnen dadurch eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Da es in Tibet keine Schriftzeichen für Blinde gab, entwickelte Sabriye Tenberken selbst eine tibetische Brailleschrift.
Begeistert und nicht ohne Stolz berichtete sie, dass ihre Schützlinge lesen und schreiben, drei Sprachen beherrschen, per Internet kommunizieren können und so sehr glücklich sind. Das Publikum erfuhr vom Schicksal einzelner Kinder und wie sie in der Gemeinschaft lernen, Selbstbewusstsein und ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Filmsequenzen und eine Dia-Show ergänzten die Lesung und zeigten, wie die Jungen und Mädchen miteinander leben, spielen und in der Schule lernen.

Im zweiten Teil ihrer Lesung berichteten Tenberken und Kronenberg von ihrer Organisation »Braille ohne Grenzen« und ihrem neuen Projekt im südindischen Kerala, einem Trainingszentrum für Menschen, die soziale Projekte initiieren und realisieren möchten www.kanthari.org.
Tenberken und Kronenberg überzeugten: Es gelang ihnen an diesem Abend, ihre Begeisterung für die Verwirklichung einer Idee, eines eigenen Traums auch auf die Zuhörer zu übertragen.

Die DZB hat die Bücher Sabriye Tenberkens und Paul Kronenbergs sowohl in Brailleschrift als auch als DAISY-Buch im Bestand.

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Museumsnacht 2013: Jagdfieber in der DZB

Auch in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) bricht zur Museumsnacht am 4. Mai 2013 das Jagdfieber aus. Zum einen sind die Thomaner Sebastian Heindl und Paul Bernewitz mit der Lösung eines verzwickten Kriminalfalls beschäftigt. Sie lesen aus ihrem Kurzkrimi »Leichen lieben nicht« und jagen anschließend mordsmäßig über die Tasten.
Zum anderen können große und kleine Nachtschwärmer in der DZB ganz besondere Schätze aufspüren. Hier werden Bücher in Brailleschrift übertragen und Hörbücher produziert – auch Kriminalromane sind im Bestand der Bibliothek.
Während eines Rundgangs erfahren die Besucher mehr über Bücher zum Tasten und Hören. Sie sind historischen Schätzen auf der Spur, wie z. B. alten geografischen Reliefkarten, Globen zum Tasten, alten Braillebüchern, Spielen für Blinde etc.
Und sie können bei einem Rätselspaß ihr Wissen über die Brailleschrift testen und Punkte sammeln.
Also unbedingt vormerken:
Museumsnacht in Leipzig/Halle: 4. Mai 2013, 17.30 Uhr, Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, Gustav-Adolf-Straße 7.

Einen schönen 1. Mai wünscht Ihnen
Ihre Redaktion
Ronald Krause und Gabi Schulze

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Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig

Telefon 0341/7113-239
Telefax 0341/7113-125
E-Mail:
Internet: www.dzb.de

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