Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Literaturtipps

Entdecken Sie Bücher, die Sie vielleicht nie gelesen hätten, und lassen Sie sich inspirieren! Egal ob brandaktuell oder schon älter, ob Krimi, Kochbuch oder Roman - wir stellen Bücher vor, die in der DZB auszuleihen oder zu kaufen sind. Viel Spaß beim Stöbern!

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Abate, Carmine: Der Hügel des Windes (Braillebuch)

Es gibt Orte, die „absolute Treue fordern, ähnlich wie eifersüchtige Liebhaber.“ Solch ein Ort ist Rossarco, der Hügel des Windes, an der Küste Kalabriens. Ein Jahrhundert lang bewirtschaftet die Familie Acuri in fast vier Generationen den kargen Boden ihres Rossarco, pflanzt Rebstöcke, Oliven- und Obstbäume, erntet beste Oliven, Wein und viele Früchte. Dem Schwur Albertos und Sofias, diesen steinigen Hügel niemals aufzugeben, bleiben auch die nachfolgenden Generationen treu: gegen Hunger und Not, gegen die Drohungen der Faschisten und später auch der Mafia. Carmine Abate schildert aus der Perspektive seines Ich-Erzählers die Geschichte der Bauernfamilie Acuri. Diese ist eng verbunden mit der geheimnisvollen Aura des Berges, der neben den archäologischen Schätzen einer antiken Stadt vor allem aber ein altes Familiengeheimnis birgt.
 
Sehr feinfühliger, atmosphärisch dichter Roman mit kraftvoller Sprache, fesselnd geschrieben!
 
Abate, Carmine: Der Hügel des Windes
Berlin: Aufbau-Verlag, 2013
3 Bde., Kurzschrift, 36,00 €,
BNV 8342, BNA 17262

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Abraham, Peter: »Meine Hochzeit mit der Prinzessin« (Hörbuch)

Das Buch erschien 1972 im Verlag Neues Leben zu Berlin.
"In der Phantasie hatte ich mindestens hundertmal geheiratet …" - doch als Roland, der Kraftfahrer, sich in Christel, die Tochter seines Chefs, verliebt und sie sich in ihn, wird ihm "der Mund trocken."
Roland ist ein quirliger junger Mann, der mit Christel erstmals eine große Liebe trifft. Die anfänglichen Ressentiments des künftigen Schwiegervaters räumt er schnell aus. Das Zusammenleben des Liebespaares beginnt nicht ganz konventionell. Wegen der angespannten Wohnungslage bezieht das junge Paar eine Ladenwohnung, die mit Hilfe der Arbeitskollegen hergerichtet wird, und heiratet - fast überstürzt. Die unterschiedlichen Lebenspläne, die abweichenden Ordnungs- und Stilbegriffe beider, lassen sie jedoch ihren Alltag hart ankommen. Roland liebt alte Möbel und ein kreatives gemütliches Zuhause, Christel bevorzugt neue, sterile Möbel und ist von nachgerade mathematischem Ordnungssinn. Roland ist ein selbstbewusster und koboldhafter junger Mann, Christel muss sich erst mühsam erarbeiten, dass es unwichtig ist, wie etwas "aussieht" oder was "man" von anderen denkt. Roland, von einer hart arbeitenden Mutter allein aufgezogen, hat keine Ressentiments und unterstützt die lernbegierige Christel beim Studium und im Alltag, ja, er ordnet sich seiner Frau und deren ehrgeizigen beruflichen Zielen eine Zeitlang unter. Er selbst liebt seinen Beruf und ist mit diesem zufrieden. Doch der Alltag beider wartet mit Stolpersteinen auf: mitten in der Ausbildung wird Christel schwanger und bekommt ein Töchterchen, dessen Geschrei nun das Leben in der winzigen Ladenwohnung untermalt. Auf einer Studienfeier Christels trifft Roland die begehrenswerte Jana … Kurz: Den Leser beschleicht bald schon ein ungutes Gefühl, die Dauerhaftigkeit der Ehe betreffend.
Doch Roland lässt nur eine Freundschaft mit Jana zu. Als er bei einer Überlandfahrt einen jungen Tramper aufliest, der in einer Erziehungsanstalt lebt, beginnt er sich um diesen Jungen namens Ronny zu kümmern und kommt gegen Ende der Erzählung auf den Gedanken, eine Laufbahn als Erzieher oder Lehrer ins Auge zu fassen.
Der Roman ist in der Ich-Perspektive Rolands verfasst, so dass man dem allmählichen Reifen und den überraschend klaren Einsichten des Erzählers, der voll Neugier auch die Ehen seiner Mitmenschen betrachtet, folgen kann. Dadurch bleibt die weibliche Hauptfigur Christel leider etwas unergründlich.
Doch das Besondere, Faszinierende an dem Roman ist, dass eigentlich nichts passiert - nichts, was nicht die meisten nicht selbst erlebten, sei es am eigenen Leibe oder im Kreis der Mitmenschen - und man trotzdem gern weiterliest, vielleicht gerade weil es so unspektakulär zugeht. Der Roman ist eine "Es-war-einmal-Geschichte" aus dem realen Sozialismus, die uns mit einer zeitlichen Distanz von fast 40 Jahren längst vergessene Episoden und ein erstaunlich authentisches Lebensgefühl aus dem DDR-Alltag schildert und dabei ein seltsames Gefühl von Erinnerung und ein eigentümliches Lokalkolorit wachruft, jedoch frei von jeder unangebrachten oder peinlichen Nostalgie. Wie in fast jedem DDR-Buch, welches heute noch gelesen wird, steht die Kritik am planlosen Wirtschaften hier zwischen den Zeilen, doch eigentlich geht es nicht um Kritik oder Politik. Es wird erzählt, wie zwei junge Leute versuchen zurechtzukommen. Das Ende bleibt nahezu offen, alles ist möglich …
Dieses Buch wird Ihr Leben nicht verändern, aber es ist ein lohnenswerter und vergnüglicher Spaziergang in eine längst vergangene Zeit.
Sprecher ist Dieter Bellmann. Die Spieldauer beträgt 6:23 h, die Bestellnummer lautet H003845.

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Alexijewitsch, Swetlana : »Tschernobyl:eine Chronik der Zukunft« (Hörbuch)

26. April 1986, Tschernobyl Block 4. Fünfundzwanzig Jahre später, am 11. März 2011, Block 3 in Fukushima. Alles scheint gesagt. Doch Swetlana Alexijwitsch bewegt sich in ihrem Buch jenseits von Statistik und Geigerzähler, jenseits von Curie, Rem und Sievert. Viele Jahre hindurch hat sie Menschen befragt, deren Existenz durch diese unvorstellbare Katastrophe zum gelebten Desaster wurde. Qualvoll gestorbene geliebte Menschen, zerbrochene Ehen, mit extremen Fehlbildungen geborene Babys, die wider Erwarten heranwachsen und nach dem »Warum« fragen. Frauen und Männer, die sich vergebens Nachwuchs wünschen, die sich ihr Leben in einer Welt der Toten aufbauen müssen und vor allem bis heute Hilflosigkeit angesichts der Verheerungen an Mensch und Land.
Zu lesen sind eindringliche psychologische Porträts von Frauen und Männern jeglichen Alters, Kindern, Soldaten, Ärzten, Bauern – ein umfassender Querschnitt durch die weißrussische Gesellschaft. Swetlana Alexijewitsch gestaltet daraus literarisch bearbeitete Monologe. Sie lässt erholsamen Alltag nicht zu, was die Wucht der Erinnerungen verstärkt.
Erschreckend ist die Vergesslichkeit des Menschen. Erschreckend ist auch der Ausblick, den die Autorin gibt: »In Weißrussland, das am stärksten unter der atomaren Katastrophe gelitten hat, wurde mit dem Bau eines neuen Atomkraftwerkes begonnen, und zwar an einem Ort, wo es vor 100 Jahren ein Erdbeben der Stärke 7 gegeben hat. Davon zeugen noch heute metertiefe Gräben. Der Bau des weißrussischen Atomkraftwerks ist eine enorme Belastung für die Bevölkerung, die niemand um ihr Einverständnis gebeten hat«. So im Vorwort. Zum Ende des Buches: »Heute wissen wir: Wir werden reden, lachen, und währenddessen herrscht schon Krieg … Wir werden nicht einmal merken, wie wir verschwinden…«
[Alexijewitsch, Swetlana : Tschernobyl : eine Chronik der Zukunft. | Berlin : Berliner Taschenbuch-Verlag, 2011 | Sprecherin: Maja Chrenko (Leipzig). | 1 CD Daisy (10:36 h) H020048]

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Allende, Isabel: Amandas Suche (Hörbuch)

Dieser Krimi, übrigens der erste von Isabell Allende, lässt die Nacht zum Tag werden. Ein skrupelloser Serienmörder geht in San Francisco um und der Chef des Polizeidezernats tappt noch ziemlich im Dunkeln. Dessen siebzehnjährige Tochter Amanda, hochintelligent und eigensinnig, beginnt auf eigene Faust mithilfe ihrer Spielercommunity aus dem Internet und ihrem Großvater Nachforschungen anzustellen. Doch je näher sie dem Grauen kommt, desto bedrohlicher wird auch ihre Lage, denn plötzlich verschwindet Amandas Mutter, Indiana. Diese betreibt eine Massage-Praxis und beschäftigt sich mit esoterischen Behandlungsmethoden wie Reiki und Aromatherapie. Amanda und ihr Vater entdecken Mails in ihrem Postfach, die zur Aufklärung der Serienmorde führen.
Ein spannender Krimi mit skurrilen Typen und überraschendem Showdown!

Berlin : Suhrkamp, 2014,
1 CD DAISY (16:55 h) H031748,
Sprecher: Maja Chrenko (Leipzig).

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Andrews, Mary Kay: Die Sommerfrauen (Hörbuch)

Ein idyllisches Haus am Meer. Drei Freundinnen, die unbeschwert vier Wochen lang ihren Sommerurlaub gemeinsam verbringen möchten. Das kann doch nur schief gehen! Zumal alle drei so verschieden sind und jede natürlich ihre Sorgen und ihr Geheimnis hat: Ellis verlor ihren Job, Dorie ist nur zum Schein glücklich verheiratet. Und Julia ist sich nicht sicher, ob sie den Heiratsantrag ihres Freundes annehmen soll. Spannend wird es, als die seltsame Madison ins Ferienhaus kommt. Sie scheint erst recht etwas zu verbergen. Und was ist mit dem attraktiven Ty, der gleich nebenan eine Garagenwohnung hat?
Eine amüsante, unterhaltsame Sommergeschichte mit viel Humor und Spannung!
Andrews, Mary Kay: Die Sommerfrauen
Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 2012
1 CD DAISY (15:17 h) H030071,
Sprecher: Sylke-Kristin Deimig (Leipzig)

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Anzengruber, Ludwig: »Der Sternsteinhof« (Hörbuch)

Der österreichische Schriftsteller Ludwig Anzengruber wurde 1839 in Wien als Sohn eines Beamten geboren. Er war in jungen Jahren Schauspieler und schrieb erfolglos erste Stücke. Aus Geldnot wurde er Schreiber bei der Wiener Polizei, quittierte aber 1870 nach dem Erfolg seines ersten Schauspiels den Dienst und widmete sich ab da der Schriftstellerei. 1889 starb er nach kurzer Krankheit in Wien.
Die hier besprochene Buchausgabe des Romans „Der Sternsteinhof“ stammt vom Aufbau-Verlag Berlin, 1963.
Anzengruber schildert den Aufstieg der Helene Zinshofer, die darum kämpft, reiche Hofbesitzerin zu werden. Helene stammt aus ärmlichen und lieblosen Verhältnissen. Von frühester Kindheit an schielt sie neidvoll zum stolzen Sternsteinhof. Egoistisch und rücksichtslos verfolgt sie ihr Ziel, einmal Bäuerin auf dem Sternsteinhof zu werden. So lässt sie sich leichtsinnigerweise mit Toni, dem Sohn des Sternsteinhofbauern, ein. Doch der alte Bauer verbietet die Heirat. Helene heiratet daraufhin den Holzschnitzer Muckerl, um so Tonis Kind zu legitimieren. Toni heiratet standesgemäß die Tochter eines Großbauern.
Beide haben jedoch kein Glück mit ihren Ehepartnern. Muckerl stirbt bald, und Tonis Frau kommt nach der Geburt der Tochter nicht wieder zu Kräften und stirbt ebenfalls. Nun ist der Weg für beide frei.
Ludwig Anzengruber konzentriert sich in seinen Werken auf die Darstellung sozialer Beziehungen in einer überschaubaren Umwelt, so auch hier. Die Handlung spielt auf engem Raum - zwischen der ärmlichen Hütte Helenes und dem Sternsteinhof. Die Charaktere sind sehr genau gezeichnet, entweder sind die Personen schwach wie Muckerl, der in seinem Innersten weiß, dass Helene nur Toni will, oder stark wie Helene, die zielstrebig darauf hinarbeitet, eine geachtete Bäuerin zu werden.
Ausleihen können Sie dieses Hörbuch, das von Fred Alexander gelesen wurde, unter der Bestellnummer H001681. Die Spieldauer beträgt 9:52 Stunden.
Auch in Punktschrift ist der Roman erhältlich: 3 Bände Kurzschrift, BNA 257.

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Austen, Jane: "Emma" (Hörbuch)

Der Roman wurde 1815 veröffentlicht: Die schöne, reiche und verwöhnte Emma Woodhouse ist die ungekrönte Königin eines Dörfchens. Zusammenkünfte, Ausflüge, Tees und Bälle mit den Freunden des Hauses, wie Mr. Knightley oder den Damen Bates, wohltätige Besuche bei den ärmeren Bewohnern - Emmas Leben ist eine Aneinanderreihung von vergnüglichen, nicht ganz ernst gemeinten Unternehmungen. Ihr hypochondrisch-verzärtelter Vater wird ihrer schon lange nicht mehr Herr. Emmas Lieblingsbeschäftigung ist das Ehestiften - zumindest schreibt sie sich selbst das Zustandekommen der einen oder anderen Ehe zu. Ob's denn so ist? Nachdem ihre Gouvernante heiratete und in das Nachbarörtchen zog, ist Emma sich selbst überlassen und läuft zur Hochform auf.
So nimmt sie beispielsweise die hübsche Harriett unter ihre Fittiche, auch wenn Harriett aus unklaren Verhältnissen stammt - sie wuchs bei Pflegeeltern auf. Egal, Emma torpediert die Zuneigung zwischen Harriett und dem Farmer Robert Martin, dieser könne weder gesellschaftlich noch finanziell Harriett das Wasser reichen. Doch Emmas Unterfangen, Harriett mit dem Pfarrer Mr. Elton zu verheiraten, misslingt, zu standesbewusst ist dieser Mr. Elton, da hilft kein christlicher Glaube. Und obendrein wirft er, von Emmas Aufmerksamkeit verwirrt, selbst ein Auge auf Emma! Dem Verliebtheitstaumel macht Emma schnell ein Ende. So heiratet Mr. Elton eine unsägliche Frau, die reich, doch eingebildet und humorlos ist. Die neue Mrs. Elton und die Austenschen Schilderungen ihrer verbalen Entgleisungen sind ein Born der Heiterkeit für den Leser.
Eine weitere Liebesgeschichte, die zwischen der geheimnisvollen Jane Fairfax und dem, so scheint's, flatterhaft-lockeren Frank Churchill, würzt das Romantreiben, während Harriett und Robert Martin hinter Emmas Rücken erneut zusammenfinden - und während sich zwischen Emma und Mr. Knightley die vom Leser längst erahnten zarten Neigungen anbahnen.
Laut Jane Austen, ob nun ironisch gemeint oder nicht, ist Unehelichkeit - hier die illegitime Herkunft Harrietts - ein Makel, der nur von Adel oder Reichtum getilgt wurde. So ist die Standesungleichheit in "Emma" präsenter als in anderen Austen-Werken. Doch am Schluss begreift selbst Emma, dass Harriett zu gut für einen Mr. Elton ist und macht ihren Frieden mit der Liebesbeziehung zwischen Harriett und dem Farmer Robert Martin. Auch sie, die noch zu Romanbeginn nicht zu heiraten wünschte, tut dies zum Happy End.
Jane Austen schrieb nicht über Politik, Eroberungen und Entdeckungen. Sie schrieb über das ihr sehr Wohlbekannte, und das mit einer feinen Beobachtungsgabe, einem großen, gütigen Humor - obwohl "Emma" nun schon sehr, sehr altehrwürdig ist und vor fast 200 Jahren veröffentlicht wurde, macht die Lektüre großen Spaß, und das geschriebene Wort erscheint dem Leser ungeahnt frisch.
Wer sich dafür interessiert: Sprecherin: Gisela Seifert. 1088 Minuten. Bestellnummer: H004720.

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Azzeddine, Saphia: Mein Vater ist Putzfrau (Braillebuch)

Der 14-jährige Paul, genannt Polo, hat bei Mädchen wenig Erfolg, weil er nicht cool genug, eher klein und hässlich ist. Dass er in der von Tristesse und Hoffnungslosigkeit geprägten Pariser Vorstadt Banlieue lebt, macht das Erwachsenwerden nicht gerade leichter. Doch Paul ist ein aufgeweckter Junge, der von einem besseren Leben träumt. Diese verheißungsvolle Welt lernt er in den Büchern kennen, in denen er liest, wenn er seinem Vater beim Putzen in der Bibliothek hilft. Hier erfährt er von Wörtern, die er in seiner Umgebung noch nie gehört hat und die im starken Kontrast stehen zum Sprachgebrauch seiner Familie, deren Leben er satt hat. Zwar liebt Paul seinen Vater, zugleich aber schämt er sich insgeheim für dessen Job. Und weil er nicht in dessen Fußstapfen treten möchte, setzt er alles daran, aufs Lycée zu kommen und seinen Schulabschluss machen zu können.
 
Saphia Azzeddine erzählt im derben Ton, mit viel Situationskomik vom Erwachsenwerden eines Jugendlichen aus armen Verhältnissen, von dessen berührender Beziehung zu seinem Vater und seiner Liebe zu Büchern.
 
Saphia Azzeddine: Mein Vater ist Putzfrau
Berlin: Wagenbach, 2015
2 Bde., Kurzschrift, 24 Euro
BN-Verkauf 8704, BN-Ausleihe 17702

 

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Bannalec, Jean-Luc: Bretonische Verhältnisse (Hörbuch)

Das Buch soll schon viele Deutsche in die Bretagne gezogen haben. Egal ob der Autor, dessen Name ein Pseudonym ist, stimmungsvoll das raue Klima des Atlantiks oder die Landschaft am sturmgepeitschten Meer beschreibt, bei seinen Krimis verspürt der Leser immer wieder das Bedürfnis, in die Bretagne reisen zu müssen. Dorthin ist Bannalecs kauziger Kommissar Dupin von Paris aus zwangsversetzt worden. Er soll nun den Mord an einem Hotelbesitzer in dem Künstlerdorf Pont Aven aufklären. Wer hat den alten Mann so brutal getötet? Die Suche nach dem Täter und Motiv führt den Kommissar in die Vergangenheit des Hotels, in dem vor 100 Jahren auch der Maler Gauguin lebte. Sein Fall hat mit der Fälschung eines Gemäldes von Paul Gauguin zu tun.
 
Fesselnder Krimi mit authentischer und komplexer Story, überzeugenden Charakteren und bretonischem Flair!
 
Bannalec, Jean-Luc: Bretonische Verhältnisse
Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2012
1 CD DAISY (10:26 h), H024137,
Sprecher: Monika Steffens (Münster)

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Bargum, Johan: Septembernovelle (Braillebuch)

Zwei Männer und eine Frau – ein Dreiecksverhältnis? Jein, zumindest kein gewöhnliches. Harald und Olof waren zwar mit derselben Frau verheiratet. Doch Elin lebt nicht mehr. Beide Männer, die sich über 20 Jahre nicht gesehen haben, begeben sich auf eine Segeltour, doch nur Olof kommt zurück. Nach Haralds Verschwinden muss Olof sich den Fragen der Polizei stellen und reflektiert sein vergangenes Leben, seine Beziehung zu Harald und zu Elin. Doch Harald wirft in seinem Brief, den er während der Segeltour schreibt, einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Er porträtiert Elin als einen sehr sensiblen Menschen und hinterfragt ihren plötzlichen Unfalltod. Nur eine Geschichte kann wahr sein. Welche von beiden? Geschickt stellt der Autor beide Sichtweisen dar: Immer wieder vermischt er Vergangenes mit Gegenwärtigem. Wer die Wahrheit spricht und wer lügt, muss der Leser selbst herausfinden und deshalb beschäftigt ihn das Buch auch lange noch, nachdem die letzte Seite gelesen wurde.
 
Ein spannendes und nachdenkliches Buch über Liebe, Partnerschaft und Glück!
Bargum, Johan: Septembernovelle
Hamburg: Mare-Verlag, 2014
1 Bd., Kurzschrift, 12,00 €, BNV 8470, BNA 17263

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Behan, Brendan: »Der Spanner« (Braillebuch)

Brendan Behan (1923 - 1964) veröffentlichte unter einem Pseudonym 1953 eine Kriminalparodie in Fortsetzungen in einer irischen Tageszeitung. Erst nach seinem Tod wurde das entdeckt und der Text erstmals als Buch herausgegeben.
Der deutsche Titel ist etwas irreführend, denn der Spanner hat nichts mit einem Voyeur zu tun. Im Original heißt er "The Scarperer", das ist jemand, der andere verduften oder abhauen lässt. Und damit beschäftigt sich der Spanner: für gute Bezahlung Ausbrüche aus Gefängnissen organisieren. So auch hier. In einem Dubliner Gefängnis sitzt der englische Gangster Tommy, er soll demnächst nach England überstellt werden, wo ihn mindestens lebenslänglich, wenn nicht die Todesstrafe erwartet. Also beauftragt er den Spanner, ihn herauszuholen. Aus scheinbaren Kleinigkeiten entwickelt der einen weitgespannten Plan. Sehr eindrücklich wird hier das Obdachlosen- und Kneipenmilieu von Dublin geschildert, und auch der damalige Gefängnisalltag.
Der Ausbruch gelingt. Doch nun treten Komplikationen auf - von wegen Ganovenehre -, einer versucht den anderen hereinzulegen. Der Spanner hat einen Klienten in Frankreich, der von der französischen Polizei gehetzt wird. Und der besitzt zufällig eine große Ähnlichkeit mit Tommy. Weil dieser französische Gangster mehr Geld bietet, beschließt der Spanner, Tommy dafür zu verwenden, die französische Polizei auf eine falsche Fährte zu setzen. Alles scheint aufzugehen, doch der Zufall, in Gestalt einer älteren Dame von der "Gesellschaft zum Schutz des Pferdes", mischt sich auf groteske Weise dazwischen.
Übrigens wurde dieses Buch von keinem Geringeren als Heinrich Böll übersetzt.
Brendan Behan führte ein unstetes Leben. Schon mit 14 Jahren trat er in die I.R.A. (Irisch Republikanische Armee) ein und 1939 wurde er zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt, weil er sich an einem Sprengstoffattentat der I.R.A. in Liverpool beteiligte. Es folgten weitere Gefängnisaufenthalte. Diese Zeit hat er in seiner Autobiographie "Borstal Boy" beschrieben.
Ab 1951 war er freischaffender Schriftsteller, vor allem Dramatiker. In seinen Stücken setzte er sich gegen die Todesstrafe ein und distanzierte sich von der terroristischen Praxis der I.R.A. Er war ein ungebärdig-streitlustiger, respektloser Geist. Dabei pendelte er zwischen Irland und Frankreich hin und her, war in den Dubliner Kneipen ebenso zu Hause, wie in Pariser Absteigen.
Brendan Behan: "Der Spanner" (2 Bände, kh., BNA 4778). In der Hörbücherei kann man von Brendan Behan "Der Spanner" (H003298) und "Borstal Boy" (H006878) ausleihen.

Diese Hörbücher in unserem Online-Katalog: H003298, H006878. Sie können dieses Punktschriftbuch (BNA 4778) im Online-Katalog ausleihen.
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Benni, Stefano: Brot und Unwetter (Braillebuch)

Die Bewohner eines kleinen ─ nein, nicht gallischen, sondern italienischen Dorfes namens Montelfo leisten unbeirrt Widerstand. Nur im Gegensatz zu ihren gallischen Freunden haben sie sich - im Zeitalter der Globalisierung ─ ganz anderen Gegnern zur Wehr zu setzen: Schaufelbaggern und Baukränen, korrupten Beamten und Bauspekulanten. Ausgerechnet ihre Bar „Sport“ soll einem Einkaufszentrum, einem Centro Commerciale, weichen. Es gibt viele Gründe, warum die Dorfbewohner ihre Bar „Sport“ retten wollen: Hier treffen sie sich zum Frühstück oder kurz auf einen Kaffee. Hier spielen sie gemeinsam Karten, flirten und tauschen den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Hier wird getrunken, debattiert und gestritten. Und während sich die Schaufelbagger immer weiter einen Weg durch den angrenzenden Wald hin zum Dorf freischaufeln, überlegen die Bewohner von Montelfo auf ihre ganz eigene Art und Weise, wie sie diese stoppen können: Sie erzählen sich Geschichten.
Stefano Benni lässt in seiner Bar unverwechselbare, skurrile Gestalten zusammenkommen, schräge Vögel und verschrobene Existenzen, die er mit viel Witz porträtiert und überspitzt in Szene setzt. Allen voran Nonno Stregone, auch Opa Seher genannt, weil er spürt, was unter der Erde und über den Wolken geschieht, weil er wie ein Falke sehen und die leisesten Geräusche wahrnehmen kann. Der Alte erzählt heitere Geschichten aus vergangenen Zeiten, von den geschäftsuntüchtigen Besitzern der Bar, vom legendären Hundewettkampf im Dorf, vom Kochwettstreit zwischen Sofronia und Rasputin.
Eine Geschichte nach der anderen fügt sich zu einem Bild, das die vielfältige Art italienischen Alltags im Dorf widerspiegelt. Im Zentrum ─ die Bar „Sport“, die als Mittelpunkt sozialen Lebens eine wichtige Rolle spielt.

Eine rabenschwarze Vision
Aber Benni wäre nicht einer der großen Satiriker Italiens, wenn er dieses Stück italienischer Wirklichkeit nicht auch plastisch karikieren würde. Mit einem lachenden und weinenden Auge schildert er den Zerfall gemeinschaftlicher Strukturen, greift verlogene und korrupte Politiker an, zieht gegen Globalisierung, die Profitgier der Investoren und die Macht der Medien zu Felde. Zuweilen nehmen seine Geschichten märchenhafte, fantastische und surreale Züge an. Dann geistern Gnome durch den Wald, können Hunde Auto fahren, spielt der Teufel Pingpong, wird die Bar „Sport“ verhext.

Stefano Bennis eigenwillige Satire gipfelt in einer rabenschwarzen Vision, in der es zur Finanzkrise und noch schlimmer, zu einer Klima- und Umweltkatastrophe kommt. Makaberer geht’s nicht: Die Dorfbewohner haben Glück im Unglück, die Krise rettet ihre Bar „Sport“. Am Ende überwiegt der Melancholiker in Benni: Er beschwört eine Utopie herauf, in der seine Helden sich auf ein Leben im Einklang mit der Natur besinnen. Sie und ihre Vorfahren „haben schon immer Brot und Unwetter gegessen und können sich auch mit diesem messen“, lässt er Opa Seher erklären. Wirklich wichtig sind nur die Geschichten und der Ort, wo sie erzählt und gehört werden.

Benni, Stefano: Brot und Unwetter
Berlin: Wagenbach, 2012
3 Bde., Kurzschrift, 36 EURO
BNA 16862, BNV 8013

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Biolek, Alfred: »Meine Heimat Europa« (Hörbuch)

Der Sommer neigt sich dem Ende. Der Sommerurlaub ist Geschichte. Und wieder sind wir nicht in Rom gewesen. Wien steht immer noch auf der Reisewunschliste. Ach ja, und London ...
Jetzt nimmt uns ein älterer Herr an die Hand und führt uns durch die Städte, in denen er als Journalist und Moderator jeweils längere Zeit gelebt hat. Seinen befreundeten Reisebegleitern, dem Autor Nahuel Lopez und dem Fotografen Bodo Vitus, erzählt er von Erlebnissen, die er in Wien, Rom, Porto, Paris, London und Athen erfahren hat. Alle drei bewegen sich in Vierteln dieser Städte, in Straßen, die ein touristischer Kurzbesucher mit dem Reiseführer in der Hand wahrscheinlich nie betritt.
Der Leser lernt einen Alfred Biolek jenseits von Küchentricks und Fernsehauftritten kennen, wie er sich neugierig durch Zeit, fremde Sitten und Kulturen kämpft.
Ein bisschen wie gegen seinen Willen besucht er auch den Ort seiner Kindheit im heutigen Tschechien, aus dem er als Junge mit seiner Familie nach Ende des Zweiten Weltkrieges vertrieben wurde. Ein Abschnitt im Buch, in dem Biolek sich jegliche Emotionen verbietet und dadurch den Schmerz - 67 Jahre später - fast körperlich greifbar werden lässt.
Wenn wir also im nächsten Jahr eine dieser Städte besuchen, wird sie uns nicht mehr fremd sein. Wir kennen schon Geschichten, Orte und Erlebnisse, die mit diesem Ort verknüpft sind. Und - Restaurants und Köche gibt es natürlich in jeder Stadt.
[Alfred Biolek : Meine Heimat Europa, Reisen - Begegnen - Erinnern | Gütersloher Verlagshaus 2012 | Gütersloh | Sprecher: Alexander Gamnitzer (Leipzig) | 1 CD DAISY (5:36 h) H018436]

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Boling, Dave: »Der Tanz der Freiheit« (Hörbuch)

Spanien 1935: Nach einer Auseinandersetzung mit der Guardia Civil flieht der junge Baske Miguel nach Guernica. Hier findet er nicht nur ein neues Leben, er trifft auch die Liebe seines Lebens. Die junge Miren ist eine elegante, charismatische Tänzerin, die, obwohl von allen jungen Männern begehrt, bald nur noch Augen für den geheimnisvollen Miguel hat. Doch in Spanien tobt der Bürgerkrieg und beschwört eine Tragödie herauf, die das junge Glück bedroht.Den traurigen Hintergrund dieser Liebesge-schichte bildet die Bombardierung und Beset-zung der nordspanischen Stadt Guernica während des spanischen Bürgerkrieges. Der Leser erfährt sehr viel über die spanische Geschichte und das Leben und die Kultur der Basken. Berühmt geworden ist Pablo Picassos Gemälde „Guernica“, das den Bombenangriff 1937 thematisiert.
Bestellangaben
Dave Boling: Der Tanz der Freiheit. Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt. München : Droemer, 2009. Sprecher: Alexander Gamnitzer (Leipzig). 1 CD DAISY (17:04 h) H024756

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Boyle, T. C. : Wenn das Schlachten vorbei ist (Braillebuch)

Du sollst nicht töten! Auch keine Ratten, die als Plage das Ökosystem einer Insel zerstören? Der Frage, ob Mensch der Natur freien Lauf lassen soll oder korrigierend eingreifen darf, geht dieser großartige Roman zum Teil bitterböse nach. >>weiterlesen
Der Plot: Zwei Fraktionen von Umweltschützern kommen sich über die moralische Frage gehörig ins Gehege. Zum einen ist da die (staatlich angestellte) Biologin Alma – dargestellt als sensibler Charakter. Auf der anderen Seite der radikale Tierschützer und erfolgreiche Unternehmer (!) LaJoy, der recht unsympathisch rüberkommt. Alma plant, die Ratten auf den Channel Islands durch Vergiften auszurotten. So sollen sich Artenvielfalt und ökologisches Gleichgewicht auf dem Eiland wieder einstellen. Schließlich vermehrten sich die Nager dort durch menschliches Zutun (ein Schiffsunglück vor der Küste). LaJoy lehnt entschieden ab, dass der Mensch Gott spielt und will die Aktion mit allen Mitteln verhindern – die Ratten dürfen nicht getötet werden. Im Buch entwickelt sich eine furiose Geschichte mit tollen sprachlichen Bildern zur rauen Insellandschaft vor der Südküste Kaliforniens, vielschichtigen Charakteren und detailreichen Episoden zum schwierigen Thema Umwelt- und Artenschutz. Ein Balanceakt, bei dem sich der Leser auf die eine oder andere Seite stellen kann. Die katastrophalen Folgen menschlicher Zivilisation werden am Thema von T. C. Boyles Roman ernst und gnadenlos abgehandelt. Beeindruckende Lektüre!

Boyle, Tom Coraghessan: Wenn das Schlachten vorbei ist : Roman.
München: Hanser, 2012. Aus dem Amerikanischen.
5 Bde., Kurzschrift, BNA 16471, BNV 7409, 60 EUR

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Bugge Olsen, Johanna: »Das Mädchen Tine« (Hörbuch)

"Das Mädchen Tine" ist das erste Buch, was die Norwegerin Johanna Bugge Olsen (1900 - 1973) veröffentlichte, später schrieb sie dann Kinder- und Jugendbücher.
Norwegen, in den 1920er Jahren. Tine wächst als ältestes von acht Kindern auf einer norwegischen Fischerinsel auf. Die Familie hält eng zusammen und hat ein herzliches Verhältnis. Jeder hat seine Aufgabe. Als sie 15 Jahre alt ist, geht Tine in Stellung. Sie arbeitet in verschiedenen Haushalten als Dienstmädchen. Bei ihrer ersten Stelle, einem Bauernhof, wird sie mit einer Frömmigkeit konfrontiert, die ihr fremd ist. Sie fühlt sich nicht wohl, hält das Jahr aber durch, um dann wieder zu ihrer Familie zurückzukehren. Dort haben inzwischen jüngere Geschwister ihre Aufgaben übernommen und so kann sie nach kurzer Zeit auf Vermittlung einer Freundin eine neue Stelle, diesmal in der Hafenstadt Bergen, annehmen. Auch dort hat sie es nicht gut, wird ausgenutzt und muss den Geiz ihrer Herrin ertragen. Erst durch ihre Bekanntschaft mit dem Arbeiter Jan, in den sie sich verliebt, erlebt sie ein bescheidenes Glück. Der Tod ihres Vaters ruft sie jedoch nach Hause zurück. Er hat ihr, der Ältesten, die Verantwortung für die Familie übertragen. Doch Tine muss Geld verdienen, um ihre Mutter und die Geschwister zu unterstützen. So geht sie zurück in die Stadt. Aber das sind noch nicht alle Probleme: Jan ist plötzlich verschwunden, und Tine stellt fest, dass sie schwanger ist …
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Begleiten Sie Tine auf ihrem Weg.
Dieser Roman, der in einer einfachen Sprache Tines Entwicklung von der Fischertochter zur starken Frau erzählt, wurde 1968 von Käte Koch in der DZB aufgelesen. Er hat eine Spieldauer von 8:15 h und kann auf einer CD DAISY unter der BNA 3016 ausgeliehen werden.

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Capote, Truman: »Die Grasharfe« (Braillebuch)

Bücher haben ihre eigenen Geschichten. Und auch ihre Leser haben ihre eigenen Biographien. Manchmal begegnen sich beide und es entsteht eine ganz neue Geschichte um dieses Buch. So geschehen mit mir und dem 1951 von Truman Capote geschriebenen Roman "Die Grasharfe". Als ich dieses Buch vor ein paar Jahren für mich entdeckte, schrieb ich auch gleich eine Buchempfehlung, um andere an meiner Begeisterung teilhaben zu lassen. Diese Rezension verschwand aber auf geheimnisvolle Weise von meinem PC, um nun an dieser Stelle wieder aufzutauchen und Ihnen vorgestellt zu werden.
Es ist ein Reigen äußerst merkwürdiger, äußerst liebenswerter Personen, die uns in Truman Capotes frühem Roman "Die Grasharfe" begegnen. Doch halt, merkwürdig stimmt nicht ganz: Eigentlich sind der 16-jährige Collin Fenwick und seine 60-jährige Tante Dolly Talbo sehr normal und menschlich. Ziemlich verrückt und sogar hassenswert erscheinen sie nur den Spießbürgern ihres kleinen Städtchens im Süden der USA. Als die unterschwellig schon Jahrzehnte währenden Konflikte zwischen den Schwestern Dolly und Verena durch das Auftauchen des jüdischen Arztes Morris Ritz auf die Spitze getrieben werden, bleibt Dolly kein anderer Weg, als mit Collin und ihrer schwarzen Freundin Catherine in das Baumhaus des Paternosterbaumes vor den Toren der Stadt zu fliehen. Später gesellen sich noch andere dazu. Es kommt zum offenen Streit, und Catherine landet sogar im Gefängnis der Stadt.
Im Grunde ist es eine ziemlich banale Geschichte. Dolly versucht sich gegen die besitzergreifenden Aktionen ihrer Schwester mit eigenen Mitteln zur Wehr zu setzen. Der Hintergrund ist ernst: die Verachtung, welche die geschäftstüchtigen und scheinbar normalen Stadtbewohner gegenüber den weltfremden und in ihren Augen verrückten Außenseitern Dolly und Catherine demonstrieren.
Collin spürt mehr, als dass er es schon bewusst weiß, dass ihm die Liebe, Herzlichkeit und das Gefühl von Heimat, welches ihm die alten Damen vermitteln, mehr für sein ganzes Leben schenken als die trockene Ordnung und Nüchternheit der Stadtbewohner.
Mit viel Wärme, Witz und Scharfsinn zeichnet Capote die sehr vielschichtigen Beziehungen der Bewohner der kleinen Stadt, den Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, Jung und Alt, Verrückt und Normal. Das macht die Faszination des Romans aus. Sei es der Richter, der sich im Baumhaus einfindet und in Dolly verliebt ist, sei es das Bäckerehepaar, er ein "Niggerhasser", sie diejenige, die der schwarzen Catherine Mittagessen ins Gefängnis bringt. Dank des gekonnten Wechsels von liebevoll gezeichneten Naturschilderungen, Träumereien und der sehr direkten Darstellung der Wirklichkeit kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Für den halbstarken Collin ist es die erste Lebenslektion. Gut gewählt hat Capote auch den Schluss. Es gibt keine Sieger, keine Verlierer. Die "Guten" sind nicht nur stark und tapfer. Die Schwestern finden am Ende wieder zusammen, auf eine neue Weise. Und für Collin zeigt sich der Weg, den er für die Zukunft gehen muss, auch wenn er nicht ohne Steine ist.
Warum der Roman "Die Grasharfe" heißt, fragen Sie jetzt, liebe Leserinnen und Leser?
Es gibt am Rande der Stadt einen Flecken Präriegras, über den im späten Herbst die Winde streifen. "Das ist die Grasharfe, die immer eine Geschichte erzählt - sie weiß die Geschichten aller Leute dort vom Hügel, aller, die jemals lebten, und wenn wir tot sind, wird sie auch die unsere erzählen." So sagt es Dolly zu Collin am Beginn der Geschichte. Und am Ende des Romans treffen sich der nun erwachsene Collin und der Richter an diesem Ort wieder und sind froh, dass die Grasharfe eine Geschichte mehr für die Nachfahren bewahrt.
Eine leichte Sommerlektüre mit Tiefgang - so könnte man diesen Roman beschreiben. In unserer Punktschriftbibliothek können Sie den einen Band in reformierter Kurzschrift unter der BNA 5983 gern ausleihen. Auch der Kauf als Reiselektüre ist möglich. Eine Broschüre ist unter der BNV 2078 zu erwerben.

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Capus, Alex: »Eine Frage der Zeit« (Hörbuch)

Amüsant und authentisch: »Schiffe-Versenken in Schwarzafrika«. Anton Krüter, gestandener Schiffbauer der Meyer Werft in Papenburg, politisch uninteressiert, glaubt mehr an sich selbst als an Gott, Kaiser und Vaterland. Doch just er erhält den Auftrag, ein Schiff zu bauen, nach Afrika zu überführen und dort wieder zusammenzuschweißen. Das Schiff sollte auf dem Tanganjikasee, in der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, als Passagier- und Handelsschiff dienen. Dort angekommen, werden er und seine zwei Kollegen plötzlich vom Strudel der Zeitgeschichte erfasst: In Europa bricht der 1. Weltkrieg aus und die drei finden sich unfreiwillig als Soldaten inmitten der Kriegsgeschehnisse wieder. Die Charaktere des Buches, die Deutschen und die englischen Gegenspieler, sind äußerst lebendig beschrieben. Alle zusammen werden sie im zentralen Afrika in einen skurrilen Seekrieg, einem absurden »Schiffe-Versenken-Spiel« verwickelt, in dem es weder Sieger noch Gewinner geben kann. Der Schweizer Schriftsteller Alex Capus liefert hier einen spannenden, flott geschriebenen Abenteuerroman mit historischem Hintergrund. Wer zum Beispiel gern »Wassermusik« von T.C. Boyle gelesen hat, findet auch hier großen Lesegenuss.

Alex Capus: Eine Frage der Zeit : Roman. München : Knaus, 2007. Bestellnummer: H008816,
Sprecher: Klaus Zippel (Leipzig). 1 CD DAISY (9:20 h)

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Capus, Alex: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (Hörbuch)

Drei authentische Personen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich Capus in seinem neuen Roman herausgesucht: die Sängerin Laura d'Oriano, die später als Spionin hingerichtet wurde, den Pazifisten und Atomphysiker Felix Bloch, der an der Entwicklung der ersten Atombombe beteiligt war, und den Archäologen Emile Gilliéron, der Schliemann nach Troja folgte und die Schätze statt auszugraben lieber fälschte. Was sie verbindet? Alle drei wurden in ihrem Leben Helden wider Willen. Zufällig befanden sich alle drei im November 1924, ohne dass sie sich trafen, am Hauptbahnhof von Zürich. Damals hatten sie ihre Träume. Doch diese vermochte keiner von ihnen tatsächlich zu leben. Gekonnt verbindet Capus die wirklichen Biografien mit Fiktivem.
Biografischer Roman mit charmantem Erzählstil!

Capus, Alex: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
Carl Hanser Verlag, 2013
1 CD DAISY (7:00 h) H029119

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Constantine, Barbara: Und dann kam Paulette (Braille)

Amüsant und französisch: Eine WG auf dem Lande
Einsamkeit ist kein guter Lebensbegleiter. Ferdinand kennt das Gefühl. Seit Sohn Roland samt Frau und Kindern ausgezogen sind, lebt er allein mit Kater Lolli in seinem großen Haus mit Hof. Erst seine beiden Enkel, die ihm sehr fehlen, bringen ihn auf die Idee, aus seiner Einsamkeit ein Zweisamkeit werden zu lassen. Als das Dach seiner Nachbarin Marceline einstürzt, nimmt er die alte Dame mit ihrem Cello und ihren Viechern bei sich auf – zumindest vorübergehend. Aber Marceline bleibt länger und ist nicht die einzige, die zu Ferdinands Bauernhof zieht. Nach und nach kommen weitere Personen hinzu: Guy, Ferdinands Jugendfreund, dessen Frau gestorben ist, Simone und Hortense, zwei alte Damen, Muriel, eine Krankenschwester, die keine Arbeit findet, Kim, ein Student, und am Schluss Paulette … Barbara Constantine erzählt amüsant und mit französischem Charme, wie das Leben dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft auf dem Lande funktioniert, wie die kunterbunte Gemeinschaft zusammenwächst, wie sie ihre Sorgen und Freuden miteinander teilen und sich untereinander helfen. Die Autorin greift das Thema Älterwerden auf optimistische und vergnügliche Art und Weise auf und macht daraus ein Buch, das heiter stimmt. Eine leichte Lektüre, deren Geschichte allerdings zu schön ist, um wahr zu sein.
Reinbek : Kindler, 2013 3 Bde., Kurzschrift, Bestellnr. Verkauf: 8017 Bestellnr. Ausleihe: 16920

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Coster, Charles de : »Die Hochzeitsreise« (Hörbuch)

Der Titel erschien 1964 im Verlag Volk und Welt zu Berlin und umfasst 280 Seiten.
Charles de Coster, belgischer Schriftsteller, geboren 1827 in München, gestorben 1879 in Ixelles, wählte für seine Hauptwerke Stoffe aus flandrischen Volkserzählungen. Überwiegend in Brüssel lebend, wo er auch sein Jurastudium abschloss, zeigte Coster wenig Interesse am bürgerlichen Erwerbsleben und schlug sich als Journalist, Finanzbeamter, Deutschlehrer und freier Schriftsteller durch. Die unglückliche Liebe zu Eliza Spruyt verstärkte seinen Außenseiterkomplex.
In seinem Roman aus den Unabhängigkeitskämpfen der Niederlande gegen Spanien "Uilenspiegel und Lamme Goedzak" erhob er die Gestalt des derben Spötters Eulenspiegel zum Freiheitskämpfer gegen jede tyrannische Herrschaft. Dieser wird zum unsterblichen Symbol des "ewigen" Flanderns. Das Werk gewann eine wichtige ideologische Funktion für das Selbstverständnis des seit 1830 unabhängigen Königreiches Belgien.
Zum Buch "Die Hochzeitsreise":
Die alternde Schankwirtin Roosje ist von maßloser Habgier und Geiz besessen, sie liebt nur einen Menschen, ihre einzige Tochter Grietje. Als das Mädchen einen jungen Arzt, der sie aus einer todesähnlichen Bewusstlosigkeit wieder ins Leben zurückbringt, liebgewinnt und heiratet, schlägt die Freude und Dankbarkeit der Mutter über die wiedergeschenkte Tochter in wilden Hass und maßlose Eifersucht um. Mit übermenschlicher Geduld ertragen die beiden jungen Leute die Quälereien der Alten, die erst zur Besinnung kommt und endgültig Frieden schließt, als sie die Tochter mit ihren boshaften Intrigen fast in den Tod getrieben hat. Obwohl es de Coster vor allem um Charakterdarstellungen ging, ist es ihm demnach gelungen, in den vier Hauptpersonen, der Wirtin Roosje, ihrer Tochter Grietje, des Arztes und der Dienstmagd Siska, die typischen Gestalten des 19. Jahrhunderts realistisch darzustellen und mit ihnen ein Bild der Gesellschaft zu geben, wie Fontane in Deutschland. In dieser zarten Liebesgeschichte schildert der Dichter Menschen seiner Gegenwart, die bis in unsere Zeit lebendig geblieben, ja eigentlich erst uns Heutigen lebendig geworden sind. Roosjes tragikomischer Kampf zwischen Mutterliebe und Geiz, ihre teils grotesken, teils ausgeklügelt grausamen Bemühungen, das Glück des jungen Paares zu zerstören, und die tragischen Verwirrungen, die sich daraus ergeben, sind mit einer Meisterschaft dargestellt, die höchstes dichterisches Können verrät. Die Anerkennung seien Zeitgenossen blieb Coster versagt, aber die Worte, die der Dichter Camille Lemonnier an seinem Grabe sprach, sind Wahrheit geworden: Aus dem Verkannten von gestern wurde der Lebende von morgen.
Ein mit flämischer Farbigkeit und oft recht drastischem Humor geschriebener Roman.
Sprecher: Hanskarl Hoerning, 382 Minuten, Bestellnummer: H001436

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Der Traum der Roten Kammer (Braillebuch)

Dieser Roman ist eines der Hauptwerke der klassischen chinesischen Literatur. Entstanden ist er Anfang des 18. Jahrhunderts in der Mandschu-Periode. Er schildert das Leben in einer mächtigen, hochangesehenen und reichen Familie, der Kia-Sippe, in der Hauptstadt des chinesischen Reiches.
Es waren einst zwei Brüder, die dem Kaiser große Dienste erwiesen hatten. Aus Dank dafür hatte er sie zu Fürsten ernannt und von ihnen stammen die beiden Hauptzweige der Familie ab, der West-Palais und der Ost-Palais. Doch nach fünf Generationen ließ die Tüchtigkeit des Geschlechtes nach. Noch schien alles in Ordnung, die Familie sonnte sich in der Gunst des Kaisers, schien wie ehedem über Reichtum und Einfluss zu verfügen. Doch "der Tausendfüßler zappelt noch, auch wenn er schon tot ist".
Der Roman hat eine mythologische Einkleidung. Die Seelen der beiden Ahnherren bitten die "Fee des schreckhaften Erwachens" sich ihres Nachkommen Pao Yü anzunehmen, denn "nach hundert Jahren Ruhm und Glanz drohe ihren Familien Verfall, und unter all den vielen Urenkeln sei Pao Yü der einzige, der das Geschlecht in Ehren fortzusetzen imstande sei. Zwar sei er etwas absonderlich und leichtfertig veranlagt, aber sein Geist und seine Begabung berechtigten zu den schönsten Hoffnungen. Nur fehle es ihm an der rechten Führung."
Dass es mit Pao Yü etwas Besonderes auf sich haben musste, war von Anfang an klar, denn er war mit einem beschrifteten Jadestein auf der Zunge geboren worden.
Trotz dieses mythologischen Gewandes ist der Hauptteil der Romanhandlung durchaus realistisch. Er zeichnet die streng ritualisierte Lebensweise dieser weitverzweigten Familie mit ihren Dienern und Zofen in ihrer Palastanlage und dem "Park der Augenweide". Trotz dieser äußerlichen Riten und Regeln ist das Verhalten der Romanfiguren erstaunlich triebhaft, ob es nun um materielle Vorteile, sexuelles Verlangen oder pures Machtstreben geht. Die Beziehungen sind streng hierarchisch geordnet, die Niederen sind den Höheren unterstellt, die Frauen den Männern, die Jüngeren den Älteren, aber überall Verrat, Heuchelei, Hinterlist, das Streben nach eigenem Vorteil, keine einzige Figur bleibt unbefleckt.
Es sind etwa 400 Personen, die die Romanhandlung vorantreiben und an mehreren Stellen tauchen auch noch zwei Geister auf - ein taoistischer Priester und ein buddhistischer Mönch - die in das Geschehen eingreifen. Deshalb ist es schwierig den Überblick zu behalten, obwohl dem Buch eine Stammtafel der Kia-Sippe und die wichtigsten Namen und Schauplätze vorangestellt sind.
Pao Yü ist der erklärte Liebling seiner Großmutter Ahne, die als die Älteste und Mutter des regierenden Fürsten, das höchste Ansehen in der Familie genießt, aber er hält sich auch sonst am liebsten in den Mädchengemächern auf. Er will nichts von diesem schmutzigen, mürrischen Männergeschwätz wissen. "Ich will nichts hören von diesen langweiligen Worten Amt und Würde und Staat und Ruhm." Stattdessen nimmt ein Liebesdrama seinen Verlauf, dass ihn an seine Cousine Blaujuwel kettet.
Im Gegensatz zur Lyrik genoss der Roman in China bis zum 20. Jahrhundert nur geringes literarisches und gesellschaftliches Ansehen. Deshalb blieben die Verfasser auch meist anonym. Es bedurfte langwieriger Forschungen um etwas über den Autor herauszufinden. Der Verfasser dieses Romans, Tsau Hsüä-tjin (1715 - 1763) - für seinen Namen gibt es verschiedene Schreibweisen z. B. Xueqin Cao oder Ts'ao Hsüeh-ch'in - entstammte selbst einer hocharistokratischen Familie aus der Gegend von Nanking. Seine Vorfahren hatten sich seit Generationen den mandschurischen Kaisern unentbehrlich gemacht. Doch 1728 verlor sein Vater plötzlich alle Ämter und Adelstitel, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, die Familie verlor die Gunst des Kaisers und erlitt einen finanziellen und gesellschaftlichen Absturz. So war er zwar hochgebildet und begabt, aber nun dem Alltag und den Nöten der einfachen Menschen ausgesetzt. Drückende Armut, eine schwere Krankheit und weitere Schicksalsschläge setzten ihm zu. So konnte er auch nur zwei Drittel seines Romans vollenden, der Rest wurde aus nachgelassenen Aufzeichnungen ergänzt.
BNA 5433, rkh., 13 Bände

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Dickens, Charles: "David Copperfield" (Braillebuch)

Die hier verwendete Ausgabe für die Aufsprache stammt aus dem Verlag Neues Leben zu Berlin, 1961.
Ein anrührendes Buch, welches auf der ganzen Welt gelesen, verstanden und geliebt wird: Charles Dickens veröffentlichte 1849 den stark autobiografischen Roman namens "David Copperfield". Beim Lesen betreten wir die düstere Kindheit der ungeliebten kleinen Waise David, welcher sich durch das Ungemach seiner glücklosen Zeit kämpft. Auch der Leser von heute ist nach einigen Seiten Lektüre gefesselt und will den Ausgang der Geschichte unbedingt erfahren. Und Dickens wäre nicht Dickens, ginge die Geschichte ungut aus: wir können uns beim Lesen auf ein Happy End freuen!
David lebt mit seiner Mutter und deren Haushälterin, der großherzigen und wackeren Pegotty, in einem kleinen Paradies, bis seine schöne und vermögende Mutter den Ränken eines übel gesinnten Heiratskandidaten erliegt. Sie heiratet diesen Mr. Murdstone, der gemeinsam mit seiner Schwester das Zepter im Haushalt übernimmt und als erstes David in ein Internat schickt. Auf diesem Internat schließt David Freundschaften fürs Leben. Doch da seine Mutter von ihrem neuen Mann und dessen Anhang sämtlicher Lebensfreude beraubt wird und alsbald dahinsiecht, muss David nach dem frühen Tod seiner Mutter das Internat verlassen und in Mr. Murdstones Fabrik arbeiten. Die grausamen Lebensumstände, deren Schilderungen dem Leser sehr zu Herzen gehen und daran erinnern, wie einsam sich ein allein gelassenes Kind fühlt, verleihen David Flügel und geben ihm den Mut zur Flucht. Er erreicht nach einer beschwerlichen Reise seine Tante Betsy Trotwood, hinter deren spröden Habitus ein wahrlich großes Herz schlägt. Sie gibt David Liebe, ein Zuhause und kümmert sich um seine Aus- und Herzensbildung. Er beginnt eine Anwaltslehre und wird dereinst als Schriftsteller seine Berufung finden.
Zahlreiche Nebenhandlungen und -figuren geben uns einen Einblick in das England des 19. Jahrhunderts. Wir erleben die Verführung von Emily, einer guten Freundin Davids, durch seinen adeligen Freund Steerforth, wir erleben, wie Emily fällt und von der Gesellschaft ausgestoßen wird, bis ihr Adoptivvater sie ungeachtet aller moralischen Dünkel seiner Umwelt errettet und ihr ein neues Leben in Australien schenkt, wir freuen uns an der Hochzeit von Barkis mit Pegotty. Wir lernen den schlimmen Uriah Heep, der es auf Firma, Vermögen und Tochter seines Arbeitgebers abgesehen hat, kennen und freuen uns, dass all seine finsteren Vorhaben scheitern. Wir lachen über den windigen Lebenskünstler Mr. Micawber, dessen ewige pekuniäre Missgeschicke sehr erheitern, der jedoch bei der Enttarnung Uriah Heeps die Hauptrolle spielen wird. Und wir wünschen auch Mr. Micawber von Herzen viel Glück in Australien, wohin es überhaupt eine ganze Schar von Zeitgenossen David Copperfields verschlagen wird. Wir ahnen beim Lesen bereits, dass die Ehe von David mit der zarten, unreifen Dora nicht die glücklichste sein wird … - doch auch David findet nach Jahren seine wirkliche Liebe. Der Leser trennt sich frohen Mutes von David Copperfield, und freut sich am Happy End für die skurrilen, lieben Helden dieses großartigen Romans!
Und wer dieses Buch nun ausleihen möchte: Der Sprecher ist Günter Bormann, der Umfang rund 17 Stunden, die Ausleihnummer: H001057.

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Doerr, Anthony: Alles Licht, das wir nicht sehen (Hörbuch)

Es geht um zwei junge Menschen und ihr Leben vor und während des Zweiten Weltkriegs: Marie-Laure, ein blindes Mädchen in Paris. Gemeinsam mit ihrem Vater flüchtet sie nach Saint-Malo zu ihrem psychisch kranken Onkel, als die Deutschen Paris besetzen. Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, der Radios reparieren kann, kommt wegen seines technischen Talents auf die „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ in Schulpforta. Später als Soldat einer speziellen Wehrmachtseinheit, die Feindsender aufspürt, gelangt er ebenfalls nach Saint-Malo, wo er auf der Suche nach dem Sender ist, über den Marie-Laures Onkel wichtige Daten an die Widerstandsbewegung mitteilt. Hier entdeckt er das blinde Mädchen, das in größte Lebensgefahr gerät und das nicht nur, weil die besetzte Stadt am Meer bombardiert wird. Ihr Vater, der denunziert und von den Deutschen verschleppt wurde, hinterließ ihr einen kostbaren Gegenstand, nachdem die Nazis suchen …
 
 
Ein Roman voller Spannung und poetischer Kraft, der berührt, sehr gut recherchiert – muss man einfach hören bzw. lesen!
 
Doerr, Anthony: Alles Licht, das wir nicht sehen
München: Beck Verlag, 2014
1 CD DAISY (17:35 h),  H032784, Sprecher: Thorsten Schneider (Hamburg)

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Edigey, Jerzy: »Der Pfeil aus Elam« (Braillebuch)

Die Handlung in diesem Buch führt uns in biblische Zeiten zurück, in das Babylon Nebukadnezars II., der letzten großen Machtentfaltung des babylonischen Reiches.
Der Autor Jerzy Edigey (1912 - 1983) schrieb einfache Unterhaltungsliteratur, über 30 Kriminalromane und historische Abenteuererzählungen. Hier nun kombiniert er beides miteinander.
Der Hundertschaftsführer Ribat, ein alt gedienter Soldat, der sich als Befehlshaber in einer entlegenen Garnisonsstadt den Zorn korrupter Beamter zugezogen hatte, ist zurück nach Babylon versetzt worden. Bei seinem ersten nächtlichen Rundgang mit der Wache, bemerken sie eine verdächtige Gestalt, die sich aus einem Haus schleicht. Bei der anschließenden Verfolgung wird er von dem Flüchtenden mit einem Pfeil verwundet. In dem betreffenden Haus finden sie einen bewusstlosen Kaufmann, der um eine große Geldsumme beraubt worden war. Der Fall kommt an den Obersten Richter und dieser betraut Udanai, einen Fremden aus dem Norden, der bei einer anderen Gelegenheit schon außerordentlichen Scharfsinn bewiesen hatte, mit der Aufklärung des Verbrechens. Dazu erhält er die Befugnis alle Personen zu befragen, die ihm bei der Aufklärung wichtig erscheinen.
Durch diesen Kniff, dass ein Ortsfremder überall herumgeführt wird und Erläuterungen bekommt, erfährt man viele kulturhistorische Einzelheiten. Er besichtigt den Turm von Babel, etliche Tempel, die Festungswälle, eine Nachbarstadt; spricht mit Bauern, Kaufleuten, Priestern, Soldaten. Zuletzt gelingt es ihm den Verbrecher bei einer Löwenjagd zu überführen. Nebenbei lenkt er auch das Leben einiger Beteiligter in glücklichere Bahnen.
Jerzy Edigey studierte Jura an der Warschauer Universität und war als Jurist tätig. Während des 2. Weltkrieges war er im polnischen Widerstand aktiv, aber aus kommunistischer Sicht im falschen. Deshalb durfte er, aus politischen Gründen, nach dem Krieg seinen Beruf als Jurist nicht mehr ausüben. Er wurde Sportreporter, Trainer in einem Ruderklub und ab 1961 verlegte er sich ganz aufs Schreiben.
Für einen Polen ist Edigey ein ungewöhnlicher Name. Tatsächlich ist es ein Pseudonym, er hieß eigentlich Jerzy Korycki. Aber wiederum ist es auch kein richtiges Pseudonym, denn der Autor stammt von Tataren ab, die sich um 1400 im Großfürstentum Litauen angesiedelt hatten, später in den Adelsstand erhoben und polonisiert worden sind. Edigey sagte, dass alle seine männlichen Vorfahren diesen Namen als Vatersnamen geführt haben. Das hatte die Folge, dass Edigey in der ehemaligen Sowjetunion, vor allem in Kasachstan, ungemein populär war. Nicht wegen seiner Kriminalromane, in denen nebenbei die Arbeit der Miliz und der Staatsorgane in höchsten Tönen gelobt wird, sondern wegen seines Namens. Denn Edigey hieß auch ein Beherrscher der Goldenen Horde, der u.a. 1408 Moskau belagerte, der bei den Völkern Mittelasiens in die Volksüberlieferung eingegangen ist, als ein Nationalheld. Jerzy Edigey ist mit seinem Bruder bei einem Verkehrsunfall 1983 ums Leben gekommen und wurde auf dem muslimischen Friedhof "Tatarski" in Warschau beerdigt.Das Buch hat die BNA 5781 und umfasst 4 Bände, kh.

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Eggers, Dave : Der Circle (Hörbuch)

Es ist ein Roman über die Folgen des Vernetzungswahns einer Internet-Supermacht. Ein fiktives Internet-Unternehmen in Kalifornien, das seine Konkurrenten geschluckt hat, arbeitet als riesiger Datensammler an totaler Transparenz und Vernetzung. In dieser Firma arbeitet Mae Holland, 24 Jahre und Protagonistin des Romans. Blauäugig nimmt sie für ihre Karriere allgegenwärtige Überwachung und den Verlust ihrer Privatsphäre in Kauf. Der Konzern, der alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausgestattet hat, verlangt von seinen Angestellten unentwegt Leistungen, die bewertet werden müssen. Nach einer Gehirnwäsche willigt Mae in totale Transparenz ein und wird zum Vorzeigegesicht des Unternehmens. Dann begegnet sie auf dem „Circle“-Campus einem mysteriösen Kollegen und es ändert sich alles …
Dave Eggers hat einen beklemmenden und packenden Roman geschrieben über eine Zukunft, die zum Teil schon in der Gegenwart real ist. Er lässt den Leser darüber nachdenken, welche Bedeutung Privatsphäre, Demokratie und Öffentlichkeit haben. Unbedingt lesen!
 
Dave Eggers: Der Circle
Köln : Kiepenheuer und Witsch, 2014
1 CD DAISY (15:17 h) H032114

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Epperlein, Siegfried : Karl der Große. Eine Biographie

Unter den in diesem Jahr anstehenden Jubiläen befindet sich auch der Tod Karls des Großen vor 1200 Jahren.
Nach dem Ende des 2.Weltkrieges und mit dem Beginn der Ost-West-Teilung besann man sich in Westeuropa auf diese historische Gestalt, als einen Vorläufer der europäischen Einheit. Denn das Frankenreich unter Karl dem Großen umfasste ein Gebiet vom Baskenland bis zur Elbe, von Schleswig-Holstein bis nach Mittelitalien, vom Kanal bis nach Istrien und Österreich. Symbolhaft dafür ist der seit 1950 jährlich vergebene Karlspreis der Stadt Aachen, in deren Dom Karl der Große begraben liegt. Dieser Preis ist an Personen gerichtet, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.
In der Punktschriftbibliothek haben wir eine Biografie Karls des Großen von dem Historiker Siegfried Epperlein, die 1971 in Berlin (Ost) erschienen ist. Eine detaillierte, faktenreiche, keineswegs trockene Darstellung, die an vielen Stellen historische Quellen sprechen lässt - z.B. was der Langobardenkönig Desiderius dachte, als er von den Mauern der Stadt Pavia das Herannahen des fränkischen Heeres beobachtete. Oder die Schilderung der Awarenringe, das sind die gigantischen Wohn- und Befestigungsanlagen eines turktatarischen Nomadenstammes, der sich im 6. Jahrhundert in der Pusztaebene niedergelassen hatte. Oder die Persönlichkeit und das Familienleben Karls des Großen, geschildert von dem Augenzeugen Einhard.
Das Buch gliedert sich in vier Abschnitte. Zuerst als kurze Einleitung, die Geschichte des fränkischen Reiches bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts. Der zweite Abschnitt widmet sich Karls Weg zur Macht, mit solchen Etappen, wie dem Langobardenkrieg, dem Heereszug über die Pyrenäen nach Spanien, den Sachsenkriegen und dem Awarenkrieg.
Der dritte große Abschnitt behandelt die innere Organisation des Reiches nach der Kaiserkrönung Karls im Jahre 800 in Rom. Also Münzwesen, Schriftreform, Reichskirche, Bautätigkeit, Lehnswesen, das Leben am Hofe und die "karolingische Renaissance", die Förderung von Bildung und Kultur. Besonders die Bildung war ihm eine Herzenssache. Er legte sich auch eine große Büchersammlung zu, obwohl er weder lesen noch schreiben konnte. Er ließ sich vorlesen, besonders gern aus den Schriften des Augustinus. Der Chronist Einhard berichtet: "Auch zu schreiben versuchte er und pflegte deswegen Tafeln und Büchlein im Bett unter dem Kopfkissen bei sich zu führen, um in müßigen Stunden seine Hand an das Nachmachen von Buchstaben zu gewöhnen. Doch er hatte mit seinem verkehrten und zu spät angefangenen Bemühen wenig Erfolg."
Mit seinem Familienleben erregte Karl schon zu Lebzeiten großes Unbehagen in kirchlichen Kreisen. Nicht nur, dass er viermal verheiratet gewesen war, er hatte auch immer noch etliche Konkubinen um sich, dementsprechend groß war seine Nachkommenschaft. Der im Jahre 849 gestorbene Mönch Walahfrid Strabo verfasste eine Jenseitsvision, in der er Karl den Großen, wegen seines sündigen Lebenswandels, im Fegefeuer sah.
Im vierten Abschnitt widmet sich Epperlein kritisch dem Mythos und der Verklärung der Karlsgestalt als idealen Herrscher, der schon bald nach seinem Tod einsetzte. Ein erster Höhepunkt wurde erreicht, als Kaiser Otto III. im Jahre 1000 eine Wallfahrt zum Grab Karls des Großen unternahm und auch die Gruft öffnen ließ, um mit dem verehrten Toten in Berührung zu kommen. Der Staufer Friedrich I. Barbarossa ließ Karl den Großen 1165 heiligsprechen. Parallel dazu wurde Karl der Große, als "Charlemagne", auch in Frankreich zu einer nationalen Symbolgestalt. Im 19. Jahrhundert machten die deutschen Romantiker Karl den Großen zum "Erbauer des Abendlandes".

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Everett, Percival: God’s Country (Braillebuch)

"God’s Country" ist eine Parodie auf den Wilden Westen und lässt alle Klischees darüber verblassen. Schon allein, dass der Held der Erzählung ein schwarzer Cowboy ist, passt so gar nicht in das Bild vom rauen Westen, in dem indianische Einheimische gegen ihre weißen Eindringlinge kämpfen. Ihm gegenüber steht ─ eher als Antiheld ─ der Ich-Erzähler Curt Marder, ein geldgieriger, engstirniger und rassistischer, weißer Farmer. Er ist ausgerechnet auf die Hilfe des schwarzen Bubba angewiesen, weil eine Bande randalierender Männer, die sich als Indianer verkleideten, seine Frau entführte. Der schwarze Fährtenleser soll ihm bei der Suche nach ihr helfen. Es beginnt eine skurrile Odyssee zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein können. Ein weißer, unmoralischer Unterdrücker und ein gesellschaftlich geächteter Schwarzer, der für mehr Menschlichkeit eintritt, erleben ein schräges Abenteuer nach dem anderen. Everett setzt die tragikomische Geschichte so meisterhaft in Szene, dass diese Quentin Tarantino für seinen Film „Django Unchained“ inspiriert haben könnte. Unbedingt lesen!
 
Edition Büchergilde 2014
DZB 2015: 2 Bände, Kurzschrift, 24,00 €,
BN-Verkauf 8710, BN-Ausleihe 17538


 

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Fischer-Rizzi, Susanne: »Wilde Küche« (Braillebuch)

Ausgeschlafen aufwachen, aus dem Zelt krabbeln, ein Feuer entfachen, in der alten Emailkanne Kaffee kochen, den Geruch von Kaffee und Tannenwald einatmen, in den Morgen hineinhören, den Tag begrüßen, sich Zeit nehmen.
Nun, gibt es verschiedene Gründe, warum wir uns diesem Genuss nicht hingeben können. Weil wir nicht ahnen, dass es neben Grill-Schickimicki mit Fertigmarinaden noch anderes gibt. Weil wir eingespannt sind zwischen Häuserzeilen und Zeiterfassung.
Drei Frauen, die Autorin Susanne Fischer-Rizzi und die beiden Fotografinnen Sabine Mader und Ulrike Schmid, machen sich auf, jenseits von Lagerfeuerkaffee mit Wildwestromantik, die Kochtechniken immer entlang der Menschheitsgeschichte zu erfahren. Von der Steinzeit bis hin zu den ersten europäischen Siedlern Nordamerikas auf ihrem Treck im Planwagen durch den neuen Kontinent. Allein die 24 verschiedenen Arten sich eine Feuerstelle zu bauen und zu kochen, sind faszinierend. Zum Essenzubereiten unter freiem Himmel nach einer uralten Methode kommen natürlich noch die wilden Zutaten für die wilde Küche: Wildkräuter als Gemüse oder würzende Zutat, Nüsse, Beeren, Pilze. Und doch begegnen uns auch alte Bekannte: der Serviettenknödel, die Pizza oder auch die Feuerzangenbowle. Dieses Buch ist ein Muss für alle jene Menschen, die sich fürs Kochen und Essen auch im geschichtlichen Zusammenhang interessieren, deren Küche schon überquillt vor lauter Kochbüchern (das eine geht noch rein) und die, die auf der Suche sind, nach neuen Geschmacksrichtungen und Zutaten. Auch wenn man jetzt keine Zeit hat, sich in die Wildnis zu begeben, das Lesen der »Wilden Küche« ist wie ein Kurzurlaub mit großem Erholungs-, Bildungs- und Genussfaktor. Zum Abschluss noch ein Zitat aus dem Buch:
»Denken Sie daran, was wirklich zählt im Leben, denn am Ende sagt niemand: ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen. « (Eckart von Hirschhausen)
[Susanne Fischer-Rizzi : Wilde Küche – Das große Buch vom Kochen am offenen Feuer | Aarau : AT Verlag, 2010 | 2 Bde., SchG, kzp.98rR, 28,00 €, BNV 7121, BNA 16293]

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Foden, Giles: Die Geometrie der Wolken (Braillebuch)

Kann Wetter Geschichte schreiben? Bei der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 war es zumindest von entscheidender Bedeutung. Das Überleben der Zivilisation in Europa hing von einer präzisen Fünf-Tage-Wettervorhersage ab.
Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Giles Foden die Geschichte des jungen Mathematikers Henry Meadows. Dieser erhält Anfang 1944 vom Meteorological Institute in London die Aufgabe, den in Schottland lebenden Meteorologen Wallace Ryman aufzusuchen. Der Wissenschaftler erfand ein mathematisches System, mit dem man physikalische Massen, die in Bewegung sind, wie zum Beispiel Turbulenzen über dem Atlantik, berechnen kann. Meadows soll die berühmte „Ryman-Zahl“ ausspionieren. Ryman ist Pazifist und weigert sich, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse dem Militär preiszugeben. Doch wie das unberechenbare Wetter, verursacht auch Meadows turbulente Ereignisse, die er nicht mehr steuern kann. Nach dem Scheitern seiner Mission bekommt er eine zweite Chance. Er verpflichtet sich als meteorologischer Assistent bei der Landung der Alliierten in der Normandie dabei zu sein. Der Leser erfährt, wie ein internationales Team von Meteorologen unter Zeitdruck versucht, das Wetter für den D-Day zu berechnen. Leben und Tod der Soldaten, der Ausgang des Krieges steht auf dem Spiel. Wer wagt ein verlässliches Datum zu prognostizieren? Spannungen, Konkurrenzdenken und Rivalitäten untereinander lassen amerikanische, britische und norwegische Wissenschaftler nur langsam zu gemeinsamen Entscheidungen kommen.
Foden mischt historische Fakten mit Fiktion und schreibt aus der Sicht eines Mathematikers im knappen, aber durchaus metapherreichen Stil eine Geschichte, in der es um Politik, Geschichte, Wissenschaft und Wetter geht. Vor allem aber zeichnet er geschickt die Psyche eines Mathematikers, der nicht nur die Turbulenzen des Wetters präzise ermitteln, sondern sich denen in seinem Leben stellen muss. Und letzteres ist - wie wir wissen - mithilfe von Tabellen und Formeln schwer zu berechnen.
Ein dramaturgisch clever angelegter Roman, dessen Spannung auch aus der Frage erwächst, ob mathematisch-berechnete Systeme den Zufall überlisten können.

Giles Foden: Die Geometrie der Wolken
Berlin: Aufbau-Verlag, 2010
4 Bde., Kurzschrift, 48 €
Bestell-Nr.-Verkauf 7281, Bestell-Nr.-Ausleihe 16686

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Follath, Erich: Jenseits aller Grenzen (Hörbuch)

120.000 Kilometer und 40 Länder in 29 Jahren ─ Ibn Battuta gilt als „König aller Reisender“, als Marco Polo des Orients“, als Abenteurer und Forscher. Im Jahr 1325 begann er seine Pilgerfahrt nach Mekka, aus der dann eine Odyssee durch die islamische Welt von Marokko bis China wurde. Der „Spiegel“-Reporter Erich Follath begibt sich 700 Jahre später auf dessen Spuren und reist ein Jahr lang an zwölf verschiedene von Ibn Battuta besuchte Orte: darunter auch Kairo, Mekka, Istanbul, Dubai und Hangzhou. In einer Mischung aus historischem Abenteuerroman und aktueller Reisereportage zeichnet er dem Leser ein Bild von der vergangenen islamischen Welt  und den heutigen sich fundamental veränderten Ländern, in denen es viele Formen des Islamismus gibt. Der Reiseroute des mittelalterlichen Abenteurers folgend schreibt Follath über den Arabischen Frühling und die verlorene Revolution in Ägypten, über seine journalistischen Reisen nach Damaskus und die gegenwärtige Lage in Syrien, den radikalen Fundamentalismus in Saudi-Arabien, den amerikanisch geprägten Wallfahrtsort Mekka u.v.m.
 
Eine ausgezeichnet erzählte Reisereportage  gespickt mit interessantem historischen Hintergrundwissen! 
 
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2016,
1 CD DAISY (19:25 h) H035937,
Sprecher: Günter Schoßböck (Leipzig). 

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Fontane, Theodor: "Die Poggenpuhls" (Braille- und Hörbuch)

Der Apothekersohn und ausgebildete Apotheker Theodor Fontane lebte von 1819 bis 1898. Bekanntheit erlangte er unter anderem durch seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" und seine so genannten Berliner Frauenromane.
Ich möchte Ihnen heute einen von Fontanes letzten Romanen, der zugleich auch sein kürzester ist, vorstellen: "Die Poggenpuhls".
Der Roman spielt Ende der 1880er Jahre und handelt vom Leben der verwitweten Majorin von Poggenpuhl und ihrer drei Töchter Therese, Sophie und Manon. Sie wohnen zusammen mit ihrem treuen Dienstmädchen Friedericke in einer Berliner Mietwohnung in bescheidenen Verhältnissen, denn der Major hat ihnen außer seinem guten alten Namen nichts hinterlassen. Die drei Töchter sind sehr unterschiedlich - Therese, schon 30, aber ohne Aussicht auf eine Heirat, ist die Vernünftige und achtet trotz des ständigen Geldmangels sehr auf eine einigermaßen standesgemäße Lebensführung. Sophie besitzt als einzige der drei Schwestern verschiedene Talente: Sie ist musikalisch, zeichnet und verfasst zu verschiedenen Anlässen kleine Gedichte. Manon, die jüngste, ist völlig unbegabt, versteht es aber vorzüglich, sich bei allen beliebt zu machen. So verkehrt sie in den besten Kreisen.
Die beiden Söhne Wendelin und Leo dienen in einem Regiment. Wendelin ist korrekt, strebsam und Leo eher leichtsinnig und macht Schulden, die ihm seine Mutter hin und wieder unter großen Opfern bezahlt.
Im Mittelpunkt des Romans steht aber das Leben der Majorin und Ihrer Töchter, das von ständiger Geldnot geprägt ist.
Nach einem Besuch nimmt der begüterte Onkel Eberhard Poggenpuhl, Generalmajor a. D., Sophie als Gesellschafterin für seine Frau mit zu sich nach Hause.
Als er wenig später stirbt, setzt seine Witwe aus Dankbarkeit eine jährliche Summe für die Majorin und ihre Töchter aus, die ihnen ein besseres Auskommen ermöglicht.
Fontane gelingt es in seinem eher handlungsarmen Roman ausgezeichnet, durch seine bildhafte Sprache die Stimmung umzusetzen. Die unterschiedlichen Charaktere der Personen beschreibt er nicht, sondern bringt sie durch ihre Äußerungen im Roman zur Geltung. Gelesen wurde dieser Roman von Konrad Gericke. Sie können ihn unter der Bestellnummer H 1665 als DAISY-CD ausleihen.
Wenn Sie "Die Poggenpuhls" in Kurzschrift lesen möchten, können Sie dies ebenfalls tun. Der Roman ist unter der Bestellnummer BNA 1723 in unserer Punktschriftausleihe entleihbar.
Sowohl als DAISY als auch in Blindenschrift stehen zahlreiche weitere Romane von Theodor Fontane für Sie zur Ausleihe bereit. Wir beraten Sie gern.

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Friedman, Daniel: Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten (Hörbuch)

Buck ist ein knochiges Raubein, ein Zyniker, der gern mal derbe Worte von sich gibt. Der 87-jährige Ex-Cop, der am liebsten Zigaretten rauchend auf dem Sofa sitzt, doch seinen Revolver noch unter dem Kopfkissen aufbewahrt, wird durch den Anruf seines alten Kameraden Jim, der im Sterben liegt, aufgeschreckt. Dieser bittet ihn unter Tränen, den SS-Mann zu finden, der ihn in Kriegsgefangenschaft gequält hat und später mit einem Auto voller Raubgold verschwunden ist. Jim selbst hat ihm zur Flucht verholfen, wofür er einen Barren Gold erhielt. Eigentlich hat Buck keine Lust auf solch ein Abenteuer in seinem Alter. Doch dann macht er sich gemeinsam mit seinem Enkel auf den Weg, um den Verbrecher zu jagen und das Gold zu finden. Aber auch andere haben von dem Gold erfahren …
 
 
Eine turbulente Verbrecherjagd mit einem alten Haudegen, der dem Leser immer sympathischer wird, ein fesselnder Krimi, zynisch und urkomisch erzählt!
 
Friedman, Daniel: Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten
Berlin: Aufbau-Verlag, 2014
1 CD DAISY (11:37 h), H030025, Sprecher: Klaus Zippel (Leipzig)
 

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Gary, Romain: »Lady L.« (Hörbuch)

Die hier verwendete Buchausgabe stammt aus dem Jahr 1966 und erschien im Aufbau-Verlag Berlin.
Der französische Schriftsteller lässt in seinem Kurzroman eine hochgestellte Dame der englischen Aristokratie an Ihrem 80. Geburtstag einem langjährigen Verehrer das bis dahin sorgsam gehütete Geheimnis ihrer abenteuerlichen Lebensgeschichte erzählen.
Annette Boudin, Tochter eines anarchistischen Buchdruckers und einer Wäscherin, wächst in einem Pariser Elendsviertel auf. Als die Mutter stirbt, übernimmt Annette die Wäscherei. Schnell stellt sie fest, dass sie trotz Fleiß und größter Anstrengungen dem Elend niemals entkommen kann. Da sie sehr hübsch ist, wird sie ein Straßenmädchen und wenig später die Geliebte von Armand, einem Anarchisten gutbürgerlicher Herkunft. Diesem hilft sie bei verschiedenen Aktionen. Armand lässt sie von Hauslehrern in richtigen Umgangsformen unterrichten und macht sie mit dem Duke of Glendale, einem Mann in den Sechzigern, bekannt. Der fühlt sich zu Annette, die jetzt Marquise de Sudery heißt, gleich hingezogen. Beide verbringen viel Zeit miteinander. Annette genießt das unbeschwerte Leben an seiner Seite, liebt aber immer noch Armand und unterstützt ihn mit Geld, dass sie vom Duke erhält. Als dieser ihr schließlich einen Heiratsantrag macht, wird ihr klar, dass sie solch eine Chance nie wieder bekommt. Sie nimmt an, obwohl sie von Armand ein Kind erwartet. Um sich nun von Armand zu lösen, lässt sie ihn bei einem seiner Einbrüche in eine Falle tappen. Armand wird daraufhin verhaftet und kommt ins Gefängnis.
Jahre später treffen sich beide anlässlich eines Kostümballs, den Lady L. ausrichtet, wieder. Lady L. liebt Armand noch immer und trifft eine ungewöhnliche Entscheidung.
Die Geschichte des Aufstiegs der Annette Boudin vom armen Pariser Straßenmädchen zur Grand Dame der englischen Aristokratie ist eine köstliche Satire, amüsant erzählt. Die Lesung von Günter Bormann ist ein Genuss. Die Spieldauer beträgt 5:16 Stunden; die Bestellnummer lautet: H003136.
Dieser Roman ist auch in Kurzschrift (2 Bände) unter BNA 4305 und in Vollschrift (4 Bände) unter BNA 4554 ausleihbar.

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Griffiths, Elly: »Totenpfad« (Braillebuch)

Eine Moorlandschaft bei Norfolk, mystische Briefe, sehr alte Knochen oder doch ein Mordopfer aus jüngerer Zeit – das sind die Sujets, mit denen die Autorin Elly Griffiths spielt und langsam Spannung in ihrem Krimi aufbaut. Als Hauptfigur entwickelt sie Ruth Galloway, eine forensische Archäologin, die nicht nur beruflich in den Fall verwickelt wird, sondern auch privat.
Zur Story: Vor zehn Jahren verschwand ein Kind. Seitdem erhält die Polizei verstörende Briefe. Dann werden in den Salzwiesen bei herrlichstem englischen Küstennebel Knochen eines Mädchens gefunden. Galloway, von der Polizei als Expertin hinzugezogen, erkennt einen Fund aus vorgeschichtlicher Zeit. Ein Menschenopfer nach uralten Ritualen? »Sieh nach dem Himmel, den Sternen, den Übergängen. Du findest sie dort, wo die Erde auf den Himmel trifft«, schreibt der unbekannte Briefeschreiber. Das macht die Polizei einigermaßen ratlos, hilft aber unserer detektivisch veranlagten Wissenschaftlerin langsam auf die Spur. Diese Figur mit ihren Schwächen (Essen) kommt sympathisch rüber, andere Charaktere weniger, wenn auch diese sehr lebensnah geschildert sind, etwa der frühere Mentor Eric, Cathbad, der Hobbydruide und Detective Chief Inspector Harry Nelson, zu dem Galloway bald eine besondere Beziehung unterhält. Die verschwundenen Mädchen aus verschiedenen Epochen tragen den Krimi inhaltlich und die tückische Moorlandschaft gibt ihm den Charme. Das Ganze ist in dieser Atmosphäre unaufgeregt als Schmöker gut gestrickt.
Griffiths, Elly: Totenpfad : Roman. Aus dem Englischen. Reinbek : Wunderlich, 2009. Fortsetzung: Knochenhaus. 4 Bde., kzp.98rR, BNA 16406

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Haratischwili, Nino: Das achte Leben (für Brilka) ─ (Hörbuch)

Der Roman erzählt die hundertjährige Geschichte der Familie Jaschi über sechs Generationen hinweg vor dem historischen Hintergrund Georgiens und der damaligen Sowjetunion. Niza beginnt ihre Chronik, die sie für ihre Nichte Brilka schreibt, mit der Geburt ihrer Uroma Stasia im Jahr 1900. Diese ist die Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten, dessen magisches Geheimrezept für heiße Schokolade wie ein Fluch über der Familie liegt. Ihr Sohn Kostja, ein Familiendespot und zentrale Figur im Roman, versucht, die vielen tragischen Schicksale seiner Familie zu lenken. Als machtbesessener Mensch mit hohen Parteiämtern kann er so manche Katastrophe abwenden, bringt aber auch unendliches Leid über die Familie. Erst Brilkas „achte Leben“ könnte der Tragödie ein Ende setzen …
Eine Familiengeschichte, die von Liebe, Hass, Anpassung und Verrat geprägt ist! So plastisch, lebendig und emotional erzählt, dass der Leser gebannt jedem einzelnen Schicksal folgen muss.
 
 
 
Frankfurt am Main: Frankfurter Verlags-Anstalt, 2014
1 CD DAISY (52:36 h) H032915
Sprecherin: Steffi Böttger (Leipzig)

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Hauff, Wilhelm: »Die Bettlerin vom Pont des Arts« (Hör- und Braillebuch)

Wer kennt nicht "Das kalte Herz" oder "Zwerg Nase"? Geschrieben hat diese und andere Märchen der 1802 geborene Wilhelm Hauff. Bereits mit 23 Jahren war er ein bekannter Schriftsteller - wenige Tage vor seinem 25. Geburtstag starb er an den Folgen einer Typhus-Erkrankung.
Doch Wilhelm Hauff hat außer Märchen auch einen Roman - "Lichtenstein" - sowie einige Novellen geschrieben. Eine davon, die während einer Frankreichreise entstandene Novelle "Die Bettlerin vom Pont des Arts" stelle ich Ihnen heute vor.
In einer Stuttgarter Galerie treffen sich 1824 zwei völlig unterschiedliche Männer. Beide verweilen stundenlang vor ein und demselben Gemälde, auf dem eine unbekannte junge Frau dargestellt ist.
Der ältere der Männer, ein Spanier namens Don Pedro, glaubt die Frau zu kennen. Er hatte sich als junger Mann in sie verliebt, doch sie heiratete einen anderen. Fröben, der jüngere der beiden Männer, kannte ebenfalls einmal ein Mädchen, das dem auf dem Gemälde sehr ähnlich sieht. Im Laufe der Zeit verband beide Männer eine Art Freundschaft, man traf sich auch außerhalb der Galerie. Irgendwann verließen beide mit unterschiedlichen Zielen die Stadt.
Fröben, dem die Galeristen eine Kopie des Gemäldes anfertigen ließen, reist weiter zu Baron von Faldner, einem eher groben und unsympathischen Mann. Obwohl Fröben das ganze Gegenteil von ihm ist - höflich und gebildet - sind sie so etwas wie Freunde. Von Falden ist erst seit kurzer Zeit verheiratet und stellt Fröben nun stolz seine Frau Josephe vor. Nach wenigen Tagen merkt er, dass Josephe, obwohl sie nichts sagt, in ihrer Ehe sehr unglücklich ist, sich aber mit ihrem Schicksal abgefunden hat.
Eines Abends sind Gäste im Haus, man trinkt, ist vergnügt und die Männer machen Pfänderspiele. Auch Fröben muss sein Pfand mit einer Strafe auslösen. Der Baron drängt ihn, eine Geschichte zu erzählen - die Geschichte vom Pont des Arts. Fröben lernte damals in Paris, wo er sich mit dem Baron aufhielt, ein junges armes Mädchen kennen. Sie musste Geld für sich und ihre kranke Mutter verdienen und tat Fröben leid. Er gab ihr Geld und sie besserte als Gegenleistung seine Kleidung aus. Da sie immer einen Hut mit Schleier trug, konnte er nur ein einziges Mal kurz ihr Gesicht sehen und verliebte sich sofort in sie. Eines Tages jedoch, war sie dann plötzlich verschwunden. Fröben hat nie aufgehört, an sie zu denken. Der Baron belächelte ihn damals wie heute, und unterstellte ihm süffisant, ein Freudenmädchen unterhalten zu haben.
Unter den zuhörenden Gästen war auch Josephe. Sie lauschte Fröbens Erzählung aufmerksam und wurde plötzlich ganz bleich …
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Wenn Sie wissen möchten, wie es weitergeht und welche Rolle der Spanier Don Pedro noch spielt, müssen sie das Buch zu Ende hören oder lesen.
Gelesen hat diese Novelle Renate Cyll. Sie können sie unter H003056 bestellen.
Auch in Vollschrift können Sie dieses Buch ausleihen - hier unter der BNA 225.

Sie können dieses Hörbuch (H003056) im Online-Katalog ausleihen. Sie können dieses Punktschriftbuch (BNA 225) im Online-Katalog ausleihen.
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Heidenreich, Elke : »Nero Corleone kehrt zurück – es ist immer genug Liebe da « (Braillebuch)

Der erste Katzenroman Elke Heidenreichs erschien 1995 und war sofort ein Bestseller. Eigentlich ein Kinderbuch, das aber auch die Erwachsenen liebten. Sechzehn Jahre später erscheint die Fortsetzung, weil ein Leben ohne den Kater Nero Corleone, ein Leben ohne Italien schon bitter ist. Für die Leser, wie auch für Elke Heidenreich.
Isolde kehrt zurück nach Italien. Zwischen einer beendeten Beziehung und einem Mann, bei dem sie noch nicht weiß, ob sie eine Beziehung zu ihm möchte. Es gab schon damals eine andere große Liebe in ihrem Leben: »Nero war Isoldes große Liebe gewesen, aber er war schließlich kein Ehemann, sondern nur ein Kater.
Nur? Als ob das wenig wäre – grüne Augen, die im Dunkeln leuchten, schwarzer Pelz, der knistert, wenn man darüberstreicht, die eine weiße Pfote, die so beharrlich vom Tisch zog, was immer sie wollte: Schinken, Würste, Nudeln. Und erst das Schnurren – ein Geräusch wie etwas zwischen einem fernen, leisen Gewittergrummeln, einem kleinen Güterzug, der weit weg in der Nacht über eine Holzbrücke fährt, und einem Wasserkessel, der gerade zu summen anfängt, kurz bevor das Wasser kocht. Es ist eins der schönsten Geräusche…«.
Elke Heidenreich erzählt vom Loslassen und Wiederfinden und von der Rückkehr des wohl berühmtesten Katers, seit es Katzengeschichten gibt. [Elke Heidenreich : Nero Corleone kehrt zurück – es ist immer genug Liebe da | München : Hanser, 2011 | 1 Bd., SchA4, kzp.98rR, 12,00 Euro, BNV 7191, BNA 16140 | 1 Bd., SchA4, vzp.98rR, 12,00 Euro, BNV 7192, BNA 16139]

Diese Punktschriftbücher in unserem Online-Katalog: BNA 16140, BNA 16139.
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Heidenreich, Elke: Erika: oder der verborgene Sinn des Lebens (Braillebuch)

Wenn Sie noch ein Geschenk für einen guten Freund brauchen, dann sollten Sie dieses Buch wählen. Elke Heidenreich erzählt herzlich komisch und erfrischend, wie ein Plüschschwein namens Erika das Leben der Karrierefrau Betty bereichert. Diese stellt ausgerechnet in der Weihnachtszeit fest, dass sie ganz schön leer und ausgebrannt ist und dass Beruf und Karriere nicht das Einzige im Leben sein können. Das Leben muss auch noch einen anderen Sinn haben. Das Plüschschwein Erika öffnet ihr die Augen für ganz andere Dinge und Begebenheiten, die ihrem Leben letztendlich eine unvorhergesehene Wendung geben.
 
Eine herzerfrischende Geschichte, für alle, die sich in der Hektik des Alltags verloren fühlen und über Alternativen nachdenken.
Heidenreich, Elke:  Erika: oder der verborgene Sinn des Lebens 
Reinbek: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 2014
1 Band, Kurzschrift, 12,00 €, BNV 8752, BNA 17416
1 Band, Vollschrift, 12,00 €, BNV 8767, BNA 17415
 

Diese Punktschriftbücher in unserem Online-Katalog: BNA 17416, BNA 17415.
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Heinrich, Sabine: Sehnsucht ist ein Notfall (Braillebuch)

Zwei Frauen, Oma und Enkelin, beide in einer guten Beziehung, die eine seit 60 Jahren, die andere erst seit ein paar Jahren, beschließen Knall und Fall ihre Partner zu verlassen und nach Italien ans Meer zu reisen. Mit dem Kleinwagen machen sich beide auf den Weg nach Elba. Eva, die Enkelin und Mitte Dreißig, liebt ihren Johannes eigentlich. Doch ist sie auch glücklich mit ihm und ohne Kinder? Sie beginnt eine Affäre mit Tobias. Über die Entschlossenheit ihrer Oma staunt Eva. Für wen und zu welchem Zeitpunkt soll sie sich entscheiden? Kann eine andere Beziehung besser sein? Wie viele Kompromisse verträgt eine Beziehung? Der WDR-Moderatorin Sabine Heinrich erzählt offen, manchmal auch melancholisch.
Eine amüsante Road Novel, die sich wunderbar leicht und unterhaltsam liest.
   
Heinrich, Sabine: Sehnsucht ist ein Notfall
Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2014
3 Bde., Kurzschrift, 36,00 €, BNV 8360, BNA 17404

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Hesse, Hermann: »Kinderseele« (Braillebuch)

"… und er liest ein Buch von Hermann Hesse, und dann macht er Meditation..." - so singt Udo Lindenberg in seinem Song "Er wollte nach London". In London war ich dieses Jahr nicht, war mir zu voll im Sommer während der Olympischen Spiele. In Paris war ich vor zwei Jahren. Aber genau wie der Junge in Lindenbergs Song dachte ich mir, vielleicht kommt es nicht so sehr auf die Umgebung, sondern doch eher auf einen selber an. So folgte ich der literarischen Anregung, blieb im Urlaub im Lande und beschäftigte mich u. a. mit den Büchern von Hermann Hesse. In diesem August erinnerten wir uns an seinen 50. Todestag. Der Schriftsteller wurde 1877 in Calw in Baden-Württemberg geboren. All seine Bücher sind autobiographisch. Hesse war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei vielen Jugendlichen Kultautor und wird auch heute noch von jungen Menschen in der Selbstfindungsphase gern gelesen. Mit seiner Anti-Kriegshaltung und der ständigen Suche nach der inneren Mitte erkoren ihn die Flower-Power-Bewegung und die Popkultur zu ihrer zentralen Figur. Seine literarischen Helden, also auch er selbst, zeichnen sich aus durch hohe Sensibilität, Einfühlungsvermögen und gleichzeitig Stärke und Festigkeit im Charakter. Von vielen Kritikern wurde er angegriffen oder belächelt - wie kann die Selbstfindung der eigenen Persönlichkeit ein Thema sein für Literatur mit Nobelpreischarakter? Von vielen Lesern wurde und wird er aber gerade dafür gemocht. Den Nobelpreis erhielt er 1946 für sein literarisches Gesamtwerk.
Die DZB-Punktschriftbibliothek hat einige Titel von Hermann Hesse im Bestand. Mir ist am liebsten ein kleines Bändchen mit dem Titel "Kinderseele".
Der elfjährige Ich-Erzähler hat seinem Vater heimlich eine Süßigkeit gestohlen. Nun plagt ihn das schlechte Gewissen und die Sehnsucht nach gerechter Strafe für diese Tat. Wie ein Spiegel des Erwachsenenlebens sind die Gedanken und Gefühle des Jungen. Die selbstquälerischen Gewissensbisse, das Wohlwollen der Menschen, die ihn lieben und nichts von seiner "Bösartigkeit" wissen, all das erscheint gleichnishaft für viele Menschen in ähnlicher Lage. Was aus der Sicht des Erwachsenen als eine Lappalie erscheint, ist für das Kind kaum zu bewältigen. Seine Seelenqualen stehen in Nichts denen eines wirklichen Verbrechers nach.
Doch die Tat bleibt am gleichen Tag unentdeckt, erst am kommenden Morgen stellt ihn der Vater zur Rede. Und da hat sich das Seelenleben des Jungen schon wieder verändert, die Reue ist nicht mehr so stark, an ihre Stelle tritt jetzt sogar Zorn auf den Vater, der ihn hat so lange warten lassen auf die Strafe.
Gedanken und Gefühle eines elfjährigen Jungen versteht Hesse so zu beschreiben, dass man das spannende Buch gar nicht aus der Hand legen mag. Kennen wir nicht alle dieses Gefühl, etwas zu tun, von dem wir wissen, dass es falsch ist? Aber nichts kann diesen Drang in uns bezwingen, es dennoch zu tun. Dann die Hoffnung, dass wenigstens die Menschen um uns erkennen, dass wir falsch handeln und die Enttäuschung darüber, dass niemand etwas bemerkt. Und wenn jemand etwas bemerkt, dann ist es meist zu spät, sind wir in unserer Gedanken- und Erlebniswelt schon wieder weitergewandert.
In unserer Punktschriftbibliothek finden Sie diese Erzählung unter der BNA 7401 in einem Band reformierter Kurzschrift. Auch viele andere Erzählungen Hesses sind als Einzelausgaben ausleihbar. Viel Spaß beim Lesen!

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Heym, Stefan : »Ahasver« (Hörbuch)

Stefan Heym nähert sich aus drei Richtungen der Legende vom Ewigen Juden:
Ein Schauplatz ist das Deutschland des Martin Luther, ein weiterer Handlungsstrang entspinnt sich in einem mythologischen Raum zwischen Erschaffung und Untergang der Welt, der dritte Handlungsstrang entspinnt sich im Briefwechsel zweier Wissenschaftler - einem ostdeutschen Atheisten und einem in Israel lebenden Religionsforscher.
Die lebendigste und prallste der drei Handlungsebenen ist die um den Theologen Paul von Eitzen, der sowohl Lucifer als auch den ewigen Juden mehrmals trifft. Lucifer unterstützt Eitzen bei seiner theologischen Karriere.
Die mythologische Handlung erschließt sich schwerer. Ahasver ist hier nicht der dem leidenden Jesus die Hilfe versagende Jude, sondern ein Engel, der mit Lucifer gemeinsame Sache macht und von Gott verbannt wird. Lucifer hält die Welt für mangelhaft und tut alles, dass diese an ihrer Unzulänglichkeit zugrunde geht. Daher macht Lucifer stets und über die Zeitenwandel hinweg gemeinsame Sache mit den Herrschenden, denn diese, meint er, und wer will ihm widersprechen? tragen durch die Durchsetzung ihrer Interessen zur Beschleunigung des Untergangs der Welt bei.
Ahasver hingegen sieht im Menschen, hier durch Adam verkörpert, nur seine Potenziale, und hilft, wo sich Menschen ihren Obrigkeiten entgegensetzen. So versucht er Jesus zu überreden, das Volk in die Freiheit zu führen. Doch Jesus will nicht, und Ahasver scheucht ihn zornig, nicht böswillig oder gar Hilfe verweigernd, davon. Hierfür verflucht ihn Jesus, bis ans Ende aller Zeiten zu wandeln (eigentlich ein verpuffender Fluch, denn Ahasver ward schon von Gott zum gefallenen Engel und somit einem ewigen Geschöpf gemacht.)
Später beweist Ahasver Jesus, dass dessen stummes Leiden nichts änderte - die Menschen sind immer noch schlecht. Jesus erhebt sich gegen Gott, womit er die Apokalypse auslöst. Ahasver vereint sich mit Jesus, und da dieser mit Gott identisch ist, ist Ahasver endlich heimgekehrt.
Die dritte Handlung ist der Briefwechsel zwischen einem Professor Leuchtentrager (das bedeutet Lucifer) und Siegfried Beifuß vom Institut für wissenschaftlichen Atheismus in Ostberlin. Die beiden besprechen in ihren Briefen die Legende vom Ahasver. Leuchtentrager beweist Ahasvers Existenz, doch Beifuß wird von seinen realsozialistischen Direktoren zum ideologisch erforderlichen Abstreiten gezwungen. Für das Befolgen dieser Instruktionen wird er wie Eitzen am Ende vom Teufel geholt, was von der DDR-Obrigkeit als Republikflucht dargestellt wird.
Erstaunlich ist die unterschiedliche Sprache jeder dieser Handlungen, biblisch-mythisch, prall-eulenspiegelhaft und trocken-bürokratisch. Und herausfordernd ist das Interpretieren: vom Sinnen über Motive aus Gold- und Pechmarie der Brüder Grimm bis zu Reminiszenzen an Bulgakows "Meister und Margarita" ist vieles herauszulesen.
Wer nun Lust auf Nachdenken und philosophische Experimente hat, hier die Hörbuchnummer: H0067921, der Sprecher Hans Lanzke, Umfang ca. 10 Stunden.

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Heym, Stefan: »Der Fall Glasenapp« (Braillebuch)

»Der Fall Glasenapp«, 1942 in den USA geschrieben und Heyms erster Roman, führt den Leser in das Tschechien von 1939. Die deutschen Offiziere herrschen über die tschechische Bevölkerung mit Hass, Verachtung und Gewalt. Brutalität und Dummheit der deutschen Besetzer werden umso deutlicher, da es sich um die Feigsten und Engstirnigsten in der Machthierarchie Hitlers handelt, die, welche Angst haben an der Front zu kämpfen, die, welche es genießen, Macht über scheinbar Schwächere und Hilflose auszuüben. Doch nicht nur der Leser erkennt das sehr schnell, auch die Tschechen haben längst den Widerstand aufgebaut. Der historische Hintergrund ist dem Leser aus dem Geschichtsunterricht und aus vielen historischen Schriften bekannt. Die Einzelschicksale, die Heym beschreibt, sind das spannende und anrührende an diesem Roman. Warum starb der deutsche Offizier Glasenapp? Warum wurde daraus ein politischer Fall? Was denkt Gestapochef Reinhardt wirklich? Nach seiner Ansicht ist Hitler ein Mann, der kaum eine mittlere Schuhfabrik leiten kann, geschweige denn halb Europa. Aber warum initiiert er am »Fall Glasenapp« eine brutale Geiselnahme mit anschließendem Mord an Unschuldigen? Und wer ist der Tscheche Janoschik? Nur ein Toilettenwart? Und Breda, Milena? Heym gelingt es meisterhaft, die verschiedenen Charaktere zu zeichnen, ihre unterschiedlichen Motive darzustellen und sie miteinander zu verweben. Sieger und Verlierer 1939 sind klar, das lehrt die Geschichte. Aber wer sind die wirklichen Sieger, wie viel Kraft können Menschen aus Zusammenhalt, Liebe und Moral schöpfen? Das Buch ist eine Mischung aus spannendem Krimi, Liebesroman und antifaschistischem Zeitdokument.
Auch für den Schurken Reinhardt geht es am Ende nicht gut aus, aber der Preis ist hoch, sehr hoch, zu hoch. Zu viele müssen sterben.
Es ist ein unheimlich spannendes Buch, das Heym da geschrieben hat, aber kein Happy End erwartet den Leser und manchmal schmerzt es sehr, weiter lesen zu müssen, wie das Böse regiert. Aber was hätte er anderes schreiben sollen, zu jener Zeit? Und es ist ein Buch, das auch wieder den Menschen Heym zeigt, ehrlich, der Wahrheit ins Auge sehend und die Unbequemlichkeiten dafür in Kauf nehmend.
»Der Fall Glasenapp«, 5 Bde., rkzp., BNA 3284, BNV 899

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Highsmith, Patricia: »Der Geschichtenerzähler« (Braille- und Hörbuch)

Kann ein normaler, seinen Alltag lebender Mensch, zum Mörder werden? Was braucht es dazu? Wie müssen die Umstände aussehen, welche Charakterzüge muss solch ein Mensch haben? Fragen, denen die US-amerikanische Schriftstellerin Patricia Highsmith in vielen ihrer Krimis nachgeht. "Mich haben immer nur die kriminellen Möglichkeiten des Normalmenschen beschäftigt, dabei ist mir die Aufklärung des Mordfalles gleichgültig. Gibt es etwas Langweiligeres und Gekünstelteres als Gerechtigkeit? Das Leben schert sich einen Deut darum, ob einem Gerechtigkeit widerfährt. Ich erzähle Geschichten, mein Ziel ist nicht, den Leser moralisch aufzurüsten, ich will ihn unterhalten. Leute ohne Moral, wenn sie nicht sture brutale Typen sind, amüsieren mich, sie sind phantasievoll, geistig beweglich und nicht bereit, sich der Gesellschaft zu beugen, und sie sind dramatisch nahrhaft."
Diese tiefsinnigen Betrachtungen finden sich in allen Werken der 1921 in Texas geborenen Schriftstellerin. Berühmt ist sie mit dem Roman "Zwei Fremde im Zug" geworden, den einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, vielleicht als spannenden Hitchcock-Film kennen. Bis zu ihrem Tod 1995 entstanden ca. 50 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten und Erzählungen. Patricia Highsmith gilt als eine der Meisterinnen des psychologischen Kriminalromans.
Der Roman "Der Geschichtenerzähler" erschien im amerikanischen Original 1965, deutsch erstmals unter dem Titel "Mord mit zwei Durchschlägen" 1967, später dann mit dem Titel "Der Geschichtenerzähler“.
Die Geschichte fängt, wie so oft bei Highsmith, gemächlich und harmlos an. Sydney und Alicia Bartleby leben in Suffolk, zurückgezogen von der Welt in einer scheinbaren Idylle. Aber ihre Ehe ist nicht glücklich, Alicia ist eine Malerin ohne Inspiration und Sydney ein erfolgloser Schriftsteller. Ab und an verschwindet Alicia für ein paar Tage, Sydney feilt an seinen Geschichten und Drehbüchern. Inhalt dieser Geschichten sind Morde, Morde an seiner Frau Alicia. Oft hat er sie aufgeschrieben und eines Tages holt ihn die Realität ein - Alicia kehrt nicht wieder nach Hause zurück. Zur gleichen Zeit stirbt die alte Nachbarin, deren Tod man längst schon befürchtet hat, auf mysteriöse Weise und die Polizei sucht im Wald nach einer vergrabenen Leiche. Sydney ist immer wieder der Hauptverdächtige. Ist er ein Mörder nicht nur in der Phantasie? Dass er Aggressionen gegenüber seiner Frau schon lange hegte, das bleibt dem Leser nicht lange ein Geheimnis. Hat er diese mordlüsternen Gedanken wirklich nur in seinen Geschichten verarbeitet? Man hegt als Leser viel Sympathie für Sydney, denn die Gefühle, die er in Geschichten verarbeitet, sind ehrlich und real. Zum Ende des Romans sei nur so viel verraten: es gibt Tote und es gibt auch einen Mörder. Aber wie so oft bei dieser lesenswerten Schriftstellerin kommt es vollkommen anders, als der Leser vielleicht vermutet hat.
Selten habe ich bei einem Krimi, in dem es kaum Blut und wenige Tote gibt, so viel Spannung empfunden. Der Leser erkennt: gerade unsere Alltäglichkeit, die kleinen, scheinbar nebensächlichen Dinge im Leben, machen das Besondere, Einzigartige aus. Dadurch wird jeder Tag zum Erlebnis und jede menschliche Begegnung spannend.
Ich lege Ihnen diesen Roman von Patricia Highsmith ans Herz, lesenswert ist er für den Krimi- und jeden anderen Bücherfreund, der Spaß an tiefgründiger Unterhaltung hat.
In der Punktschriftbibliothek können Sie das Buch in 3 Bänden Kurzschrift unter der BNA 13587 ausleihen. Das DAISY-Hörbuch hat folgende Ausleihnummer: H14398 . Es umfasst knapp 10 Stunden.

Sie können dieses Punktschriftbuch (BNA 13587) im Online-Katalog ausleihen.
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Houellebecq, Michel: Unterwerfung (Hörbuch)

Der Roman "Unterwerfung" erschien zur Zeit der islamistischen Anschläge von Paris im Januar 2015 und handelt just vom politischen Aufschwung des Islam. Der provokant auftretende französische Schriftsteller Michel Houellebecq war schnell das Enfant terrible in den Medien. Ein Skandalbuch? Nein. Ein gutes und schnell gelesenes Werk, das durchaus zum Nachdenken anregt. In einer nahen Zukunft wird die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François erzählt, der zum dekadenten Schriftsteller Huysmans forscht. Zugleich verfolgt er die französische Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen zu gewinnen, kommt es zu Tumulten. François verlässt Paris ohne Ziel und beginnt eine Reise in sein Inneres. "Unterwerfung" handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum - Fragen, die heute so relevant sind wie nie.

1 CD DAISY (8:30 h): H032091: Sprecher: Günter Schoßböck (Leipzig)

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John, Kirsten: Ich, Kater Schewi und der jüngste Opa der Welt

Kinderbuch ab 10 Jahre
Das passiert, wenn ein 11-jähriger Junge dazu verdonnert wird, acht Wochen lang jeden Sonntag seinen Opa im Seniorenheim zu besuchen: Als Paul eines Tages in das Zimmer seines Opas Arnold kommt, steht statt eines alten Mannes ein etwa gleichaltriger, ihm ähnlich aussehender Junge in einem viel zu großem Bademantel, mit altmodischen Sprüchen, der von nichts eine Ahnung hat. Und daran ist auch Paul schuld, denn er hat die geheimnisvollen Röhrchen der Versuchsanordnung seines Opas vertauscht. Der Verjüngungstrank kommt dem Opa ganz recht, sorgt aber auch für einige verrückte Situationen und Komplikationen. Als der alte Kater Schewi zum angriffslustigen, zähnefletschenden Kater wird, ist klar: Hier muss ein neuer Saft gemixt werden, der alles zurückverwandelt!
Ein munterer Lesespaß mit witzigen Dialogen und Situationskomik, der viele Kinder ab 10 Jahre begeistern wird!
Würzburg : Arena-Verlag, 2015
2 Bände, Vollschrift, BN-Ausleihe 17699, BNV 8958, 12 €,
2 Bände, Kurzschrift, BN-Ausleihe 17698, BN-Verkauf 8957, 12 €

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Jokl, Anna Maria: "Die Perlmutterfarbe. Ein Kinderroman für fast alle Leute" (Braillebuch)

Die Handlung spielt in einer Schule irgendwo in Deutschland, vielleicht im Berlin oder München der 20er Jahre. Dort besucht Alexander die 3. Klasse, genauer gesagt die 3a, denn es gibt daneben noch die Parallelklasse b. In der Klasse sind 26 Jungs und 2 Mädchen, man lernt sie bald gut kennen, mit ihren Eigenheiten und Spitznamen - Lotte, Mausi, Maulwurf, Heihei, Knockout, Karli, der lange Gruber usw. Zwischen beiden Klassen gibt es kleine Rivalitäten, aber bisher nichts Ernstes.
In einer Pause beobachtet Alexander auf dem Gang, wie der Karli aus der b sehr gefesselt in einem Buch liest. Neugierig geworden, schleicht er heran, und entdeckt darin etwas, was auch ihn brennend interessiert. Von Verlangen getrieben, reißt er es dem Karli aus den Händen, und leiht es sich, gegen dessen Protest, bis zum nächsten Tag aus. Zufällig stand der lange Gruber daneben, ein neuer Mitschüler in der a, der aber von niemanden so recht gemocht wurde. Als nun Alexander abends in dem Buch blätterte und ein Bild daraus abzeichnen wollte, entdeckte er in seinem Malkasten ein Fläschchen mit Perlmutterfarbe, das war die neueste Erfindung eines Mitschülers, der sie eben erst an diesem Tag in der Klasse vorgeführt hatte. Es war unverständlich, wie diese Farbe in seinen Malkasten gekommen war. Da sie aber nun da war, wollte er sie auch gleich ausprobieren. Dabei geschah ihm ein Missgeschick, die Flasche fiel um und ergoss ihren Inhalt auf das Buch. Wie sollte er das jetzt alles erklären? Dass er die Farbe besaß, mit der er auch noch das teure Buch, das er sich mit Gewalt ausgeliehen hatte, verdorben hatte? Um alle Spuren zu beseitigen, verbrannte er einfach das Buch im Ofen.
Am nächsten Tag, als der Karli sein Buch zurückforderte, leugnete Alexander dreist, jemals ein Buch von ihm ausgeliehen zu haben, und der lange Gruber, der wieder wie durch einen Zufall dabei stand, und vom Karli zum Zeugen aufgerufen wurde, leugnete es ebenfalls. Nun war Alexander, ohne es eigentlich zu wollen, einer Lüge schuldig geworden, und gegen seinen Willen, durch dessen Mitwisserschaft, dem unsympathischen Gruber ausgeliefert.
In der letzten Zeit waren auch einige Diebstähle in der Klasse vorgekommen und der Gruber verstand es geschickt den Verdacht auf die b zu lenken. Außerdem verbreitete er in der Klasse die Überzeugung, dass sie überhaupt etwas Besseres wären, als die Schüler der b. Und bei alldem musste Alexander mittun. Nur eine kleine Gruppe in der Klasse widersetzt sich diesem Treiben.
Anna Maria Jokl zeigt in ihrem Buch an einem einfachen Beispiel die Mechanismen, wie Verblendung und Hetze entsteht, aus welchen Motiven sie sich speist, wie ihr so viele erliegen, und wie man ihr widerstehen kann.
Anna Maria Jokl sagte von sich selber, dass sie sechs Leben gehabt habe. Geboren 1911 in Wien, kam sie Ende der 20er Jahre nach Berlin, wo sie sich in Johannes R. Becher verliebte. Dann kam 1933 das Exil in Prag und 1939 die Flucht nach London, von 1950 bis 1965 lebte sie wieder in Westberlin, bis sie nach Israel auswanderte, wo sie 2001 in Jerusalem gestorben ist. Auf jeder ihrer Stationen musste sie neu anfangen, mit neuen Berufen, sich in drei Sprachen einleben. Ab 1950 arbeitete sie auch als Psychoanalytikerin. Das Buch "Die Perlmutterfarbe" hat sie 1937 in Prag geschrieben. Es ist 1948 im Dietz Verlag in der DDR herausgekommen und war ein großer Erfolg. Damals ist auch unsere Punktschriftausgabe entstanden. Deshalb kam Anna Maria Jokl 1950 nach Berlin, wo sie im Auftrag der DEFA ein Drehbuch dazu verfassen sollte. Doch schon nach zwei Monaten, wurde Jokl ohne Angabe von Gründen aus der DDR ausgewiesen und die Filmpläne zerschlugen sich.
1992 gab es eine Neuausgabe des Buches beim Suhrkamp Verlag und 2008 wurde "Die Perlmutterfarbe" in Deutschland verfilmt und kam auch in die Kinos.
Anna Maria Jokl verstand sich nicht als Kinderautorin, sondern sie wollte so, durch das Medium des Kinderbuches, mit Erwachsenen sprechen.
Das Braillebuch hat die BNA 872.

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Kazantzakis, Nikos: »Alexis Sorbas« (Braillebuch)

Auf welche Weise findet man das Glück im Leben? Möglichst nahe an den Pulsadern der Natur, bei täglicher praktischer Arbeit und abends beim Wein im Kreis einfacher, aber lebenslustiger Menschen? Oder als bildungshungriger Bürger, "papierverschlingende Maus", wie es im vorliegenden Roman heißt? In der Literatur ist er nicht unbekannt, dieser Konflikt zwischen Schreibtischmenschen und praktischen Arbeitern, man denke nur an die Geschichte vom "Seewolf". Letztendlich gibt es keine Antwort auf diese Frage nach dem Glück, weil jeder Mensch etwas Besonderes, ganz Eigenes ist und selbst finden muss, was ihn glücklich macht. Nikos Kazant-zakis beschreibt es in seinem großen Roman "Alexis Sorbas" wie folgt:
"Konfuzius sagt: 'Viele suchen das Glück über Menschenmaß, andere darunter. Aber das Glück entspricht der Größe des Menschen.' Danach gibt es so viele Arten von Glück, wie es menschliche Größen gibt. … Ich messe und messe es [mein Glück] wieder, um zu sehen, welche Größe ich jetzt habe. Denn Du weißt ja, dass die Größe des Menschen nicht immer die gleiche ist."
Alexis Sorbas ist ein kretischer Arbeiter, der seine Lebensweisheit aus der Begegnung mit den Menschen und mit der Arbeit gewonnen hat. Er ist ein sinnlicher, wacher und poetischer Mensch, der seiner Hände Arbeit, die Frauen und sein Santuri, ein ursprünglich indisches Musikinstrument, liebt. Seine tiefsten Gefühle drückt er tanzend aus.
Diesem Menschen begegnet der Ich-Erzähler des Romans, die eingangs zitierte "papiervernichtende Maus", ein Schriftsteller in tiefer Schaffenskrise. Er möchte weg von seinem "Büchergefängnis" in das praktische Leben eintauchen und versucht sich als Bergwerksunternehmer auf der Insel Kreta.
Alexis Sorbas ist sein Vorarbeiter, der, der die wirklich praktische Arbeit des ganzen Unternehmens leistet. Und gleichzeitig sein Lehrer im Bezug auf Lebensfreude.
Abends, nach getaner Arbeit in der Kohlenmine, kommt Sorbas zum "Chef", kocht für ihn und erzählt aus seinem Leben. Manchmal packt er das Santuri aus und spielt und manchmal, in ganz besonders intensiv erlebten Momenten, tanzt er.
Von dieser einfachen und sehr klaren Lebensphilosophie der kretischen Menschen wird die "papiervernichtende Maus" immer mehr angesteckt. "Wir haben die Pflicht, dem ewigen Rhythmus der Natur mit Vertrauen zu folgen." - diesen Gedanken lebt ihm Sorbas vor und er wird dem Schriftsteller auch immer klarer. Bis hin zu der Erkenntnis, dass auch die Arbeit am Schreibtisch ihren Platz in der Welt hat und den Menschen Erfüllung bringen kann, jedem eben auf seine Weise.
Kazantzakis schrieb diesen Roman erst am Ende seines Lebens. Und so liest sich das Buch auch als die Lebenserfahrung und Erkenntnis eines weise gewordenen Mannes. Ohne dabei langweilig zu werden.
Kazantzakis versteht es, Menschen vor unserem inneren Auge lebendig werden zu lassen, sei es Sorbas selbst oder sei es die alte Sirene Bubulina.
Alexis Sorbas ist eine authentische Figur und Kazantzakis war selbst auf Kreta sein "Schüler". Unbedingt wollte er diesem besonderen Menschen ein Denkmal setzen und seine lebensnahe Philosophie so fortleben lassen. Das Buch gehört heute zur Weltliteratur. Wegen seiner antiklerikalen Haltung im Roman wurde Kazantzakis übrigens von der griechischen Kirche exkommuniziert.
Meiner Ansicht nach bedauerlich ist, dass die Lektüre des Buches oft in den Hintergrund rückt angesichts des Filmes. Dieser ist mit der Besetzung des Sorbas durch Anthony Quinn und der Filmmusik von Mikis Theodorakis zwar durchaus beachtenswert, kann aber keinesfalls das Leseerlebnis ersetzen.
Möchten Sie den Roman in unserer Punktschriftbibliothek ausleihen? Das Werk steht unter der BNA 5283 in 4 Bänden Kurzschrift zu Ihrer Verfügung.

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Kehlmann, Daniel: »Die Vermessung der Welt« (Braillebuch)

1828 zur 17.Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte begegnen sich in Berlin zwei der zur damaligen Zeit bedeutendsten Männer aus der sich gerade erst entwickelnden modernen Wissenschaft Deutschlands. Der eine, Alexander von Humboldt, von übergroßer wissenschaftlicher Nüchternheit, weiß um die Bedeutung des Aufeinandertreffens der beiden genialen wissenschaftlichen Schwergewichte. Er will diese erste Begegnung in einer Daguerreotypie festhalten - von Herrn Daguerre höchstpersönlich. Das geht erstens schief und zweitens liegt dieser Meilenstein in der Erfindung der Fotographie durch Herrn Daguerre ein paar Jahre später. Und trotzdem stimmt die Szene.
Dem anderen, Carl Friedrich Gauß, von cholerischer, verletzender Direktheit, ist diese ganze Begegnung herzlich wurscht. Er will nach Hause.
Kehlmann baut imaginäre Situationen auf, deren Fiktion der Leser gar nicht glauben mag. Eingeflochten in die Reise des Herrn Gauß zur Tagung und die Begegnung mit Alexander von Humboldt sind immer wieder biographische Einblicke in den Werdegang der beiden Männer und Refexionen über ihr Verhältnis zu anderen Zeitgenossen, wie Kant und Goethe.
Das ist ein Buch für Biografieliebhaber, für Geschichtsinteressierte, für Leser und Leserinnen, die hinter jeder genialen Entdeckung auch den Menschen sehen. Auch wenn man sicher nicht jede Szene auf die Goldwaage der Geschichte oder Mathematik legen sollte, ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art ist es doch. 2007 war Kehlmanns Buch an zweiter Stelle der weltweit meistgekauften Bücher. Geschrieben wurde es von einem damals Dreißigjährigen.
[Daniel Kehlmann : Die Vermessung der Welt | Rowohlt 2005 | 3 Bde., reformierte Kurzschrift (KR.) , 33.75 €, BNV 4727]

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Kelly, Jacqueline: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen (Braillebuch)

Über ein Mädchen, das Regenwürmer aus der Erde lockt
Es ist die Geschichte der wissbegierigen zwölf Jahre alten Calpurnia. Als einziges Mädchen mit sechs Brüdern wächst sie Ende des 19. Jahrhunderts auf einer Farm in Texas auf. Sie hat ganz andere Träume vom Leben, als die die ihr vorgeschrieben sind. Das Mädchen liebt die Natur, möchte Naturforscherin werden und - statt Handarbeiten und Kochen zu lernen - studieren. In ihrem Großvater findet sie einen Verbündeten. Er leiht ihr Darwins „Entstehung der Arten“ aus, geht mit ihr auf Entdeckungstour in die Natur und bestimmt mit ihr Pflanzen, Insekten und Vögel. Immer wieder kommt es zu Konflikten in der Familie, denn Calpurnia wehrt sich gegen die Zwänge und Erwartungen ihrer Mutter - nicht ohne Zweifel und Gewissensbisse.
Ein wunderbarer Jugendroman, anschaulich erzählt, witzig und ernst zugleich, mit einem sympathisch cleveren Mädchen als Hauptfigur und einer vielschichtig dargestellten historischen Epoche. Ein tolles Lesevergnügen!

4 Bände mit Ringbindung, Format DIN A4
Kurzschrift, BNA 17015, BNV 8311, 24,00 EUR
1 CD eBraille, Kurzschrift, 24,00 EUR, BNV 8312

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Keyserling, Eduard von: »Abendliche Häuser« (Hörbuch)

Eduard von Keyserling stammte aus einer baltischen Adelsfamilie, wurde 1855 im heutigen Lettland geboren und starb 1918 in München. Er galt als Schilderer des baltischen Landadels, dem er auch selbst entstammt. Obwohl die deutsche Oberschicht langsam ihre Vorherrschaft einbüßte, ging Keyserling in seinen Werken nicht darauf ein.
Die DZB wählte seinerzeit aus dem Erzählband »Abendliche Häuser« folgende Erzählungen und einen Kurzroman aus:
»Schwüle Tage« - hier verbringt der junge Bill von Fernow seine Sommerferien auf dem väterlichen Gut Fernow, um für Nachprüfungen zu lernen. Abwechslung hat er nur durch gelegentliche Verwandtenbesuche auf dem Nachbargut Warnow, einziger Lichtblick ist Cousine Gerda, in die er schon lange verliebt ist. Sein Vater, Graf von Fernow, ist gefühlskalt und fordert von ihm immer wieder »Haltung bewahren!«, interessiert sich im Grunde aber kaum für seinen Sohn.
In »Dumala« ist Pastor Werner häufiger Gast bei Baron Werland auf Schloss Dumala. Der Baron kann nicht mehr laufen und wird von seiner jungen Frau Karola mit Hingabe gepflegt. Sie jedoch hat ein Verhältnis mit dem jungen Baron von Rast, trifft sich heimlich mit ihm. Eines Tages brennen beide durch. Der alte Baron liebt seine Frau abgöttisch und will ihr verzeihen, wenn sie nur zu ihm zurückkehrt.
Während »Dumala« eine Wintergeschichte ist, erzählt »Wellen« die Geschichte eines Badesommers. Die Gräfin von Palikow verbringt wie jedes Jahr mit Ihrer Tochter, Baronin von Buttlär, deren Mann und den Kindern Wedig, Nini und Lolo sowie Lolos Verlobtem Leutnant Hilmar den Sommer an der Ostsee. Nachbarn sind diesmal auch ein junger Maler mit seiner Frau Doralies, einer geschiedenen Gräfin, die von den adeligen Nachbarn geschnitten wird. Doch Lolo sucht immer wieder heimlich Kontakt zu dieser schönen geheimnisvollen Frau. Nachdem Doralies' Mann bei einem Unwetter ums Leben kommt, ist der verwachsene Geheimrat Knosperius der einzige, der zu ihr hält.
In »Abendliche Häuser« dreht sich alles um die Söhne und Töchter von vier benachbarten Adelsfamilien, ihre Lebens- und Liebeskonflikte.
Die Stimmung der um die Jahrhundertwende spielenden Erzählungen ist eher melancholisch. Keyserling beschreibt die Gestalten, deren Stimmungen und die Landschaften des Baltikums sehr genau.
Will Partisch, der Sprecher des Hörbuches, trifft die Stimmungen hervorragend. Es ist ein Genuss, ihm zuzuhören. Ausleihen können Sie dieses Hörbuch unter der Bestellnummer H003694. Die Spieldauer beträgt 16:46 Stunden.

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Kinkel, Tanja: Manduchai, die letzte Kriegerkönigin

Asien im 15. Jahrhundert: Die zwei mächtigsten Frauen Asiens stehen sich gegenüber. Sie prägten die Geschichte der Mongolei und Chinas: Manduchai, die Königin der Mongolen, der es gegen alle Widerstände gelingt, sich an die Spitze des Mongolenheeres zu stellen. Und Wan, die als kaiserliche Konkubine im Kampf gegen ihre Rivalen zur wahren Herrscherin Chinas aufsteigt. In der Mongolenkönigin sieht Wan eine ebenbürtige Gegnerin, die ihre Herrschaft gefährden könnte. Die Autorin lässt eine Zeit lebendig werden, die vielen unbekannt ist. Sie beschreibt die unterschiedliche Lebensweise der beiden Völker, deren Tradition und Politik.
Ein ausgezeichneter historischer Roman über zwei ferne Länder und zwei außergewöhnliche Frauen.
Berlin : Argon-Verlag, 2014
Sprecherin: Tanja Fornaro (1080 Min.)
1 CD DAISY, BN-Verkauf 8419, 29,95 €

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Kleist, Heinrich von: »Die Marquise von O.« und »Das Erdbeben in Chili« (Braillebuch)

Sie finden Außenseiter sympathisch? Dann sind Sie bei der heutigen Punktschriftkramkiste genau richtig. Denn Heinrich von Kleist, eigentlich Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, gehörte zu den Außenseitern seiner Zeit. Die Literaturgeschichte will ihn weder der Klassik noch der Romantik zuordnen. Zeit seines kurzen Lebens, von 1777 bis 1811, blieb ihm auch nur mäßige Anerkennung beschieden. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts zeigte man mehr Interesse insbesondere an seinem dramaturgischen Schaffen, wie zum Beispiel "Dem zerbrochenen Krug" und dem "Käthchen von Heilbronn". Seinen Zeitgenossen, den Menschen im preußischen Deutschland um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, war Kleist zu radikal. Vielleicht ist es gerade diese Radikalität, die ihn auch im 21. Jahrhundert noch lesenswert macht. Manche seiner Kurzgeschichten lesen sich spannend wie moderne Kriminalromane. Zwei seiner bekannteren Novellen möchte ich in dieser Kramkiste kurz vorstellen.
"Die Marquise von O." gehört zu Kleists frühen Werken. Ein absurdes Ereignis steht am Beginn der Geschichte: über eine Zeitungsannonce sucht die Marquise den Vater ihres ungeborenen Kindes. Sie ist schwanger und weiß nicht, wann und von wem sie in diesen Zustand gebracht wurde.
Es meldet sich ein junger Adliger, den die Marquise bisher als ihren Retter angesehen hat. Bei einer kriegerischen Auseinandersetzung schützte sie Graf F. vor der Vergewaltigung durch die russischen Soldaten. Nun, da er ihr gesteht, dass er ihr während ihrer Ohnmacht dieses Kind gemacht hat, wird für die Marquise der bisherige Engel zum Teufel. Trotzdem heiratet sie den Grafen, um dem Ungeborenen eine sichere Zukunft zu geben. Ein jahrzehntelanges Ehemartyrium ist vorprogrammiert. Wie löst Kleist diesen Konflikt? Das sollen Sie, liebe Leserinnen und Leser, selbst herausfinden.
Die Novelle ist spannend und temporeich geschrieben. Die nichtlineare Handlung erhöht den Reiz beim Lesen, erst im letzten Satz gibt es wirklich eine Lösung für den Konflikt.
Die zweite Novelle, "Das Erdbeben von Chili", liest sich nicht weniger interessant und gegenwärtig. Kleist verwendet ein äußeres Ereignis, um menschliche Gefühle und Handlungsweisen in Extremsituationen darzustellen. Josephe und Jeronimo verbindet eine unglückliche, weil nicht standesgemäße Liebe. Das Erdbeben ist für das Liebespaar die Erlösung, sie können ein neues Leben beginnen - scheinbar. Wären da nicht die religiös eifernden Bewohner der Stadt. Nicht einmal das durch das Erdbeben ausgelöste persönliche Leid lässt die Städter ihre überholten Konventionen und falschen Wertmaßstäbe vergessen. Das Ende ist tragisch, realistisch und hart und würde jedem modernen Thriller zur Ehre gereichen.
Gern können Sie die beiden Novellen in unserer Punktschriftbibliothek ausleihen: 1 Bd., rkzp., BNA 3312.

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Klüssendorf, Angelika: April (Braillebuch)

April ist 18, rebellisch, zerstörerisch und einsam. In der DDR Ende der 70er Jahre arbeitet das Mädchen als Bürohilfskraft, nachdem sie das Heim verlassen und die Jugendhilfe ihr ein Zimmer zur Untermiete zugewiesen hat. Jetzt versucht sie, sich allein zurechtzufinden, träumt von einem Leben als Schauspielerin oder Studentin, erfindet Geschichten, um interessant zu wirken und Aufmerksamkeit zu erzielen. Sie zeigt offen ihren Protest, der eher eine Form von Trotz ist, engagiert sich systemkritisch, ohne dabei wirklich gegen das System zu sein. Sie leidet an ihren traurigen Kindheitserinnerungen und sucht nach Personen, die ihrem Leben einen Halt geben können.
 
Souverän und nüchtern erzählter Roman, der bewegt.
 
Klüssendorf, Angelika: April
Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2014
2 Bde., Kurzschrift, 24,00 €, BNV 8482, BNA 17268

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Kopetzky, Steffen : Risiko (Hörbuch)


In diesem historischen Abenteuerroman geht es einmal quer über das Mittelmeer, von Konstantinopel weiter durch die Wüsten und Gebirge Persiens bis nach Kabul in Afghanistan. Wir schreiben das Jahr 1915. Eine von Freiherr Max von Oppenheim gegründete deutsche Afghanistan-Expedition soll die Völker am Hindukusch im Heiligen Krieg gegen das Britische Empire vereinen und damit den deutschen Kriegsgegner in die Knie zwingen. Mittendrin in den Wirren der Geschichte und der Expedition ist der Marinefunker Sebastian Stichnote, ein hochbegabter Techniker, der über einen Funktelegrafen mit der Außenwelt in Kontakt bleiben soll. Der Leser weiß, dass die Expedition im Ersten Weltkrieg scheiterte, nun ist er auf das Ende dieser Geschichte gespannt und fiebert mit, ob der smarte junge Mann die Expedition überlebt. Er ist dabei, wenn sich ein indischer Spion im Dienst der Briten in die Truppe schmuggelt und die Pläne der Deutschen zu durchkreuzen sucht, wenn Stichnote wegen seines Zahnschmerzes heroin- und opiumsüchtig wird, wenn er in den Gassen persischer Städte Agenten verfolgt, wenn immer mehr Männer vor Auszehrung den Strapazen der Expedition erliegen. Kopetzky lässt seinen Helden harte Prüfungen bestehen, am Ende muss sein Marinefunker sogar über den Erfolg der Expedition entscheiden.
Der Roman beeindruckt durch seine brillante Komposition, spannende Inszenierung, wunderbaren Bilder und die vielen akribisch recherchierten Fakten. Unbedingt hören!
 
Steffen Kopetzky: Risiko
Stuttgart : Klett-Cotta, 2015
Sprecher: Günter Schoßböck (Leipzig)
1 CD DAISY (25:44 h) H033092

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Krohn, Tim: Aus dem Leben einer Matratze bester Machart (Braillebuch)

Sie ist ein sehr intimer, persönlicher Gegenstand, über den man kaum Worte verliert - die Matratze. Dabei passiert auf ihr so vieles im Leben eines Menschen: Er wird auf ihr geboren, er schläft und liebt auf ihr und schließlich stirbt er auf der Matratze. Ein kurioser Ort, den der Autor Tim Krohn in unterschiedlichen Episoden lebendig werden lässt. Er schickt die Matratze durch wechselnde Zeiten an verschiedene Orte, erzählt die Schicksale ihrer Besitzer und beleuchtet damit sechs Jahrzehnte europäischer Geschichte. Alles beginnt 1935, als ein junger jüdischer Mann die Matratze für sich und seine schöne sizilianische Braut erwirbt und endet nach einem halben Jahrhundert, als er sie als Strandgut im Mittelmeer wiederfindet. Dazwischen wütet in Europa ein schrecklicher Krieg. Die Matratze dient Kindern im Keller als Versteck, während draußen Bombenhagel niedergeht. Sie wird zum Krankenbett und Ruhelager. Jahrzehnte später transportiert man sie über die Alpen und schließlich landet die Matratze in Rom. Im Mittelmeer treibend schenkt sie einem Ertrinkenden sogar noch glückliche Momente.
Famos erzählte Episoden, in denen Tragisches und Komisches mitschwingen. Sehr empfehlenswert!
Krohn, Tim: Aus dem Leben einer Matratze bester Machart
Köln : Galiani Berlin, 2014
1 Bd., Kurzschrift, 12,00 €, BNV 8363, BNA 17231

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Kunze, Thomas:»Von der Sowjetunion in die Unabhängigkeit: eine Reise durch die 15 früheren Sowjetrepubliken« (Hörbuch)

Ein höchst aufschlussreiches Buch, das als historischer Rückblick auf die wechselvolle Umbruchsituation der ehemaligen UdSSR betrachtet werden kann. Viele der hierbei geschilderten Kontraste und Widersprüche sind auch die der Europäischen Union - nur viel drastischer!
Das Buch gibt dem Leser einen gut nachvollziehbaren Einblick in die heutige Lage der früheren Länder der Sowjetunion, denn diese sind übersichtlich mit tabellarischen Überblicken aufbereitet. Wer auch die aktuelle Entwicklung von Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken verfolgt und verstehen will, dem ist das Buch sehr zu empfehlen.
Wen interessiert es nicht, wie es nach dem Zerfall der Sowjetunion weiterging? Früher wurde die Sowjetunion als Ganzes behandelt, aus den Einzelrepubliken erfuhr man wenig. Doch nun sieht es anders aus: Nach dem Putsch gegen Michail Gorbatschow wurde Ende 1991 die Sowjetunion aufgelöst. Die 15 Teilrepubliken konstituierten sich zu eigenständigen Staaten. Russland wird seitdem mit starker Hand regiert. Die baltischen Länder wurden Mitglied der Europäischen Union. Im Kaukasus und in Mittelasien erstarkte der Islamismus, mancherorts etablierten sich autoritäre Herrscher und gewannen dubiose Oligarchen an Macht. Zugleich gibt es viel Verbindendes.
Der ostdeutsche Historiker Thomas Kunze und der Schweizer Journalist Thomas Vogel zeichnen die dramatischen Veränderungen der letzten 20 Jahre nach. Sie beschreiben erhalten gebliebene Gemeinsamkeiten und markante Unterschiede. Ihr Buch ist eine Verbindung aus zeitgeschichtlicher Analyse und lebendigem Reisebericht durch alle 15 früheren Sowjetrepubliken. Persönliche Eindrücke, die die Autoren auf Reisen und in Gesprächen sammeln, werden mit Fakten und Beispielen unterlegt.
Hier nun die Bestellangaben:
Kunze, Thomas: Von der Sowjetunion in die Unabhängigkeit: eine Reise durch die 15 früheren Sowjetrepubliken. Berlin : Links, 2011. Sprecher: Uwe Schröder (Leipzig). 1 CD DAISY (11:33 h), (H023352)

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Lehane, Dennis: The Drop ─ Bargeld

Kurz nach dem Bob einen Hundewelpen in der Mülltonne findet und Nadia kennenlernt, überlebt er in der Bar, in der er als Barkeeper arbeitet, einen Raubüberfall. Mit einem Mal gerät sein geordnetes Leben aus den Fugen. Zum einen muss sich Bob gegen den Druck der Mafia wehren, der die Bar inzwischen gehört und in der Mafia-Geld getauscht wird. Zum anderen stehen er und sein Cousin Marv auf der Liste polizeilicher Ermittlungen. Detective Torre konfrontiert Bob mit einem zurückliegenden Ereignis, das er gern ungeschehen machen würde. Lehane lässt den Leser tief in ein soziales Milieu eintauchen, in dem die Mafia nach undurchsichtigen Regeln agiert. In diese brutale, vom Geld regierte Welt setzt er Bob, einen kontaktscheuen Lebenskünstler, dem nichts richtig gelingt, der aber ein Gespür für feine Dinge hat. Er wird dem Leser immer sympathischer, weil  er sich in diesem gewalttätigen Umfeld menschlich zeigt und einen Hauch von Hoffnung vermittelt.
 
Spannend und authentisch erzählt, vielschichtige Charaktere, lebendige Dialoge, ein überraschendes Finale.
 
Zürich : Diogenes Verlag, 2014
Kurzschrift, 3 Bände, 36,00 €
BN-Verkauf  8725, BN-Ausleihe  17878

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Leuthold, Ruedi: Brasilien: der Traum vom Aufstieg (Braillebuch)

Hier ein Reiseführer, der sich lohnt zu lesen, auch wenn man nicht unbedingt nach Brasilien reisen möchte oder kann. Der Schweizer Journalist und Wahlbrasilianer sammelt in diesem Buch ungewöhnliche Geschichten, die unterhaltsam zu lesen sind. Lebendig berichtet er von den unzähligen Widersprüchen in diesem Land, von den Menschen, den armen und reichen, die ihr Land lieben und eine Lebensfreude ausstrahlen, die man in Europa selten findet. Leuthold liefert aber auch politische und historische Hintergrundinformationen und zeigt die Probleme auf, wie beispielsweise Korruption, soziale Ungleichheit, schlechtes Bildungswesen, Verbrechen  und Rassismus.
Ein interessanter Reisebericht über ein aufregendes und rätselhaftes Land und seine Leute.
 
Leuthold, Ruedi: Brasilien: der Traum vom Aufstieg
München: Nagel und Kimche, 2013
3 Bde., Kurzschrift, 36,00 €, BNV 8291, BNA 17286

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Lilin, Nicolai: »Sibirische Erziehung« Hörbuch

Nicolai Lilin, Abkömmling der sibirischen Urki, eines Kriminellenclans, erzählt vom Aufwachsen in Transnistrien, wohin die Urki 1938 auf Stalins Befehl umgesiedelt wurden, und von der Urki-Erziehung, die aus ihm den lebenden Widerspruch eines "ehrbaren Kriminellen" machen sollte.
Ihr Ziel allerdings, die auf Gedeih und Verderb zusammenhaltende Gemeinschaft der unbequemen Sibirer durch deren Verfrachtung in einen anderen Teil des Landes zu zerstören, erreichten die Kreml-Herrscher nicht. Eher das Gegenteil trat ein - in Not und Bedrückung schloss man sich noch fester zusammen und lebte eisern nach den überkommenen Prinzipien.
Nicolai Lilins autobiografischer Bericht über seine Kindheit ist hart, realistisch und spart kaum eine Brutalität aus. Von Anfang an nennt man den Jungen "Kolima" - ein Spitzname, wie ihn jeder in seiner Umgebung hat. Großvater und Vater des Helden sind Kriminelle. Deren Verhaltensregeln geben auch dem Jungen von Klein auf seine Handlungsspielräume vor. Mit 6 Jahren bekommt er sein erstes Messer. Wenig später findet er sich schon inmitten von blutigen Kämpfen zwischen Kinder- und Jugendbanden, während ihm in hohem Ansehen stehende alte Männer, die sich aus dem Banditengewerbe zurückgezogen haben, die "sibirische Erziehung" angedeihen lassen. Schließlich, im Alter von gerade einmal 13 Jahren, landet er zum ersten Mal im Jugendgefängnis und lernt dort das Überleben unter den unmenschlichsten Bedingungen. Er muss auf russischer Seite an den Kämpfen in Tschetschenien teilnehmen - bis ihm der Absprung gelingt, nach Italien.
Hier nun die Bestellangaben:
Nicolai Lilin: Sibirische Erziehung. Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Berlin : Suhrkamp, 2010. Sprecher: Enrico Petters (Leipzig). 1 CD DAISY (13:50 h) H020813

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Mann, Klaus: »Mephisto« (Braille- und Hörbuch)

Die nachfolgend besprochene Ausgabe stammt aus dem Jahr 1956 und erschien im Aufbau-Verlag zu Berlin.
Alles beginnt mit einem schwelgerisch geschilderten Fest, der Geburtstagsfeier des deutschen Ministerpräsidenten, hier "der Dicke" genannt, namenlos bleibend im gesamten Roman (außer in gelegentlichen Einlassungen seiner ihn "Männe" nennenden Geliebten). Dem geschichtsbewanderten Leser ist dieser "Dicke" sehr wohl als Fliegergeneral Herrmann Göring bekannt. Gastgeber des Fests ist der Protagonist des Romans, Hendrik Höfgen, Intendant der Deutschen Staatstheater.
Nach dem Feuerwerk von Romanbeginn liest man die Geschichte des begabten, noch wenig bekannten Schauspielers, der sich vom Hamburger Theater über ein Gastspiel in Wien den Erfolg im Berlin der späten zwanziger Jahre erarbeitet, um sein anfängliches Kokettieren mit der neuen Macht im Staate zu zementieren und am Ende des Romans, nach dem Über-Bord-Werfen vieler Ideale - an deren Echtheit uns Klaus Mann jedoch stets zweifeln lässt! - ebenjener Intendant der Deutschen Staatstheater zu sein. Auf seinem Weg nach oben verliebt, verlobt, verheiratet er sich mit einer Intellektuellentochter, die wir unschwer als Abbild Erika Manns identifizieren, tändelt herum mit linken Kulturkreisen und wird am Ende doch eine wichtige Stütze, eines der Aushängeschilder des Dritten Reiches sein.
Klaus Mann brachte das Buch 1936, er selbst damals bereits im Exil, auf das Ansinnen eines Kollegen heraus. Interessanter- und verwirrenderweise bezeichnete er es selbst keineswegs als Schlüsselroman, was jedoch schwer vermittelbar ist. Zu eindeutig sind die Ähnlichkeiten zwischen Hendrik Höfgen und Gustaf Gründgens, zwischen Barbara Bruckner und Erika Mann, zwischen Nicoletta von Niebuhr und Pamela Wedekind; selbst die Dunkle Venus, mit der Höfgen seine ungewöhnlichen Sexpraktiken ausübt, ist eine reale Künstlerin jener Tage.
Klaus Mann untertitelt sein Werk "Roman einer Karriere", und wahrlich, ein solcher ist es! Sehr genau, präzise bis zur Erbarmungslosigkeit beobachtete Klaus Mann die ihn inspirierenden Persönlichkeiten und schrieb diese Beobachtungen unglaublich packend nieder. Abgesehen vom riesigen Lesevergnügen und dem Philosophieren über die Flexibilität des menschlichen Charakters, der Freude am Erforschen der Abgründe in den großen Rollen von Höfgen-Gründgens, ob Mephisto oder Hamlet, macht es gewaltigen Spaß, nach der Lektüre Querverweisen zu folgen und die Lebensgeschichten der einzelnen Romanvorbilder - und natürlich die von Klaus Mann - zu studieren. Und doch: das allerwichtigste ist hier das Lesevergnügen! Den Mephisto kann man immer wieder genießen, und stets aufs Neue wird man sich an den grünen Stiefeln von Nicoletta von Niebuhr ergötzen. Doch mögen auch schon Dutzende Kritiker über "Mephisto" geschrieben haben: die beste PR für "Mephisto" war wohl doch das von Gründgens' Adoptivsohn erwirkte Erscheinungsverbot des Romans in der Bundesrepublik. Das Buch wurde als Schulstoff im Literaturunterricht der DDR von ostdeutschen Abiturienten Jahre eher gelesen als von der westdeutschen Leserschaft (die sich das Buch selbstverständlich aus der DDR beschaffte). Offiziell erschien der "Mephisto" in der Bundesrepublik erst 1981 bei Rowohlt. Was würde Klaus Mann dazu geschrieben haben?
Und nun: genug geschrieben, jetzt heißt es ZUHÖREN!
Und wer nun das Buch hören möchte: Ausleihnummer: H000137. Die Sprecherin ist Christine Nitsche-Geithner. Umfang gut 12 Stunden. Wer das Buch sofort haben möchte, bitte vermerken. Wir werden dann eine Sofortbrennung auslösen, wenn der Titel nicht am Lager ist. In Punktschrift ist der Roman ebenfalls erhältlich: 3 Bde., kzp.98, BNA 1611

Sie können dieses Hörbuch (H000137) im Online-Katalog ausleihen. Sie können dieses Punktschriftbuch (BNA 1611) im Online-Katalog ausleihen.
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Martin, George R. R.: Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer (Hörbuch)

Es scheint kein Zufall, dass der Autor in seinem Namen mit „R. R.“ die gleichen Kürzel trägt wie der Fantasy-Meister John R. R. Tolkien. Entwirft er doch ebenso wie dieser eine fiktive mittelalterliche Welt, wie sie realer nicht scheinen kann, obwohl sie mit fantastischen Elementen angereichert ist. Doch diese – ohnehin sparsamer eingesetzt als bei Tolkien – treten angesichts der spannenden und bewegenden Geschichte voller Liebe und Hass, Edelmut und Verrat nahezu in den Hintergrund! Kontinente, Kulturen, politische Machtkämpfe und Intrigen, persönliche Schicksale und die ganzer Dynastien werden in einem einzigartigen Teppich verwoben und mit solcher Intensität erzählt, dass man einfach nicht aufhören kann, der Geschichte zu folgen, fast schon süchtig danach, zu erfahren wie die Handlung weitergeht! Deshalb sei die Warnung ausgesprochen: Versinken Sie nicht zu sehr im „Game of Thrones“, opfern Sie etwas von der freien Zeit auch Ihren Lieben ... ein wenig zumindest ...

Fünf Teile der bisher 10-teiligen Saga liegen bereits als DAISY-Hörbuch vor:
Die Herren von Winterfell. H024775
Das Erbe von Winterfell. H024776
Der Thron der sieben Königreiche. H024777
Die Saat des goldenen Löwen. H024778
Sturm der Schwerter. H024779

Diese Hörbücher in unserem Online-Katalog: H024775, H024776, H024777, H024778, H024779.
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Mauriac, François: »Natterngezücht« (Braille- und Hörbuch)

Der 1885 geborene französische Schriftsteller gilt als einer der wichtigsten Romanciers der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. 1952 erhielt er für seine Romane den Literaturnobelpreis. François Mauriac starb 1970 in Paris.
Der hier nun näher vorgestellte Roman "Natterngezücht" erschien 1936 erstmals in deutscher Sprache:
Ein schwerkranker, reicher, verbitterter Rechtsanwalt schreibt Anfang der 1930er Jahre kurz vor seinem Tod seinen Lebensbericht, der voller Hass und Verachtung gegenüber seiner Familie ist. Ihn will er statt des ersehnten Erbes seiner Familie überlassen. Er lässt sein ganzes Leben noch einmal an sich vorüberziehen: Seine Frau hat ihn nie wirklich geliebt, sie genoss vielmehr das sorglose Leben an seiner Seite. Zu seinen beiden Kindern Geneviève und Hubert hatte er nie eine enge Beziehung, und auch deren spätere Ehegatten und Kinder suchten seine Nähe nur, wenn sie Geld brauchten. Sie sahen in ihm lediglich den zu beerbenden Großverdiener. Kurz, er war von "Nattern" umgeben.
In jungen Jahren suchte und fand er Liebe bei einer anderen Frau, die ihm ebenfalls einen Sohn schenkte. Zu beiden hatte er jedoch keinen Kontakt und auch später, kurz vor seinem Tod, wurde er von beiden bitter enttäuscht.
Ein kurzer Lichtblick war für ihn sein Neffe Luc, Sohn der Schwester seiner Frau, der ihm sehr ähnlich war. Beide lebten eine Zeit bei ihm und seiner Familie. Leider kehrte Luc aus dem I. Weltkrieg nicht zurück.
Mitten in die Planungen, sein Vermögen beiseite zu schaffen, trifft ihn der unerwartete Tod seiner Frau. Durch dieses Ereignis, das ihn bis ins Tiefste erschüttert, durchlebt der fast siebzigjährige Mann eine Wandlung und sieht viele Geschehnisse plötzlich mit anderen Augen. Er schafft es, sich mit seinen beiden Kindern auszusöhnen, und in seinen letzten Monaten kehrt tatsächlich so etwas wie ein normales Familienleben ein. Sein Vermögen hinterlässt er schließlich doch seinen Kindern.
Der Sprecher Konrad Gericke bringt durch seine sprachliche Gestaltung sowohl die Verbitterung als auch gegen Ende des Buches die Wandlung zu einem mit seiner Familie versöhnten Mann hervorragend zur Geltung.
Obwohl dieses Hörbuch bereits 1971 aufgelesen wurde, lässt die Hörqualität nichts zu wünschen übrig. Die Spieldauer beträgt 8 Stunden und 26 Minuten.
Bestellen können Sie dieses Hörbuch auf einer CD DAISY unter der Bestellnummer H3462. Auch in Kurzschrift ist dieser Roman ausleihbar. Sie können 4 Bände Kurzschrift unter der BNA 5174 anfordern.

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McCarten, Anthony: Liebe am Ende der Welt

Außerirdische, die ein 16-jähriges Mädchen schwängern? Das ist eine Sensation in der neuseeländischen Provinzstadt Opunake irgendwo am Ende der Welt. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Zunächst glaubt niemand Delia. Dann finden sich immer mehr Indizien für die Wahrhaftigkeit ihres Erlebnisses, beispielsweise ein Abdruck auf dem Feld und eine platt gedrückte Kuh. Als zwei weitere Mädchen behaupten, ebenfalls von Außerirdischen schwanger zu sein, gerät das beschauliche Kleinstadtleben ganz aus den Fugen. Aus Missgunst und Unwissenheit erwachsen teuflische Gerüchte, die sich verselbstständigen. Was steckt hinter dem wahrscheinlich ganz irdischen Geheimnis?
Meisterhaft und mit Humor porträtiert Anthony McCarten die Provinzstadt und deren Einwohner. Er lässt den Leser glauben, die Charaktere seiner Figuren wunderbar durchschauen zu können, um ihm kurzerhand später das Gegenteil zu beweisen. Aus einer skurrilen Idee heraus entwickelt der Autor eine gesellschaftskritische Geschichte ─ Krimi, Komödie und Drama zugleich.
Zürich: Diogenes-Verlag, 2011
3 Bde., Kurzschrift,
BN-Ausleihe 17684, BN-Verkauf 8729, 36 €

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Melo, Patricia : Leichendieb (Braillebuch)

Der Sommer ist hierzulande passé. Doch Lesefreunde können sich mit dem Thriller „Leichendieb“ jederzeit in schwülwarme Gefilde entführen lassen. Und wie passend das Stichwort: entführen! Es ist wahrlich eine heiße Geschichte, die die anerkannte lateinamerikanische Schriftstellerin Patricia Melo erzählt. Irgendwo in Brasilien, in einem Provinznest strandet ein junger Mann. Arbeitslos, lustlos. Bei einer Angeltour beobachtet der Ich-Erzähler den Absturz eines Kleinflugzeugs. Der junge Pilot ist tot. In seinem Rucksack findet sich ein Paket Kokain. Zu verlockend, wenn man blank ist. Die Moral des Tunichtguts bleibt so schnell auf der Strecke. Durch Verkauf des Stoffes landet er im Sumpf der Drogenmafia, macht Schulden und schmiedet mit seiner Freundin einen teuflischen Plan. Sie gaukeln den reichen Eltern des Toten eine Entführung der Leiche vor, denn diese ist auf verwunderliche Weise tatsächlich aus dem Flugzeug verschwunden, und verlangen Lösegeld für eine „würdige Bestattung“. Pikant, die Freundin arbeitet bei der Polizei – im Leichenschauhaus … Übrigens ist sie auch nicht die einzige Frau. Geradezu lakonisch manövriert die Autorin durch so einige Merkwürdigkeiten der Erzählung. Das gelingt mit Spannung, mit Ironie (oder ist das Zynismus?) und macht das Buch recht flockig lesenswert.

Melo, Patrícia : Leichendieb : Thriller. Stuttgart : Tropen-Verlag, 2013.
Braillebuch: 2 Bde., Kurzschrift, BNA 17001,
Hörbuch: H029043, 1 CD DAISY (5:47 h)

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Merle, Robert: »Madrapour« (Hörbuch)

Ein literarisches Kammerspiel, geschrieben von Robert Merle 1976. Die hier verwendete Buchausgabe stammt aus dem Aufbau-Verlag Berlin aus dem Jahre 1979.
In Paris verlässt ein Passagierflugzeug mit 15 Gästen an Bord den menschenleeren Flughafen. Ziel ist der unerforschte indische Staat Madrapour. Einige der Gäste suchen dort Luxus und Erholung, einer ist in zwielichtigen Geschäften unterwegs, jeder auf der Suche und in Erwartung seines eigenen persönlichen Abenteuers. Doch kurz nach dem Start bereits wird klar, dass einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint: die Passagiere werden ihrer Pässe und ihres Geldes beraubt, das Cockpit scheint leer, die Maschine ferngesteuert und ohne Verbindung zur Erde zu sein, und auch das geheimnisvolle Madrapour wird mehr und mehr zur Fiktion. Haben Luftpiraten das Flugzeug gekapert? Wohin fliegt man? Was erwartet einen? Ist man in Sicherheit? Man weiß, dass man nichts weiß, und in all der Unsicherheit fängt man an, zu plaudern, zu flirten, zu scherzen, zu streiten. Und so entspinnt sich im geheimnisvollen Nichts, wo nur das Woher klar ist, nicht jedoch das Wohin und schon gar nicht das Warum, doch ein scheinbar alltäglicher Dialog unter Zufallsbekannten. Es gibt Ohnmachten und scheinbare Tode, Diebstahl und Entführungen, doch da hier nichts ist, wie es sein könnte, überrascht uns der Autor mit neuen Wendungen und Entwicklungen. Und am Ende ist dann alles offen … oder doch nicht? Der Ich-Erzähler erlebt auf dem Flug die große Liebe seines Lebens, oder nicht?
Die Passagiere werden detailliert beschrieben, respektvoll charakterisiert - Archetypen sind an Bord!
Und bei all diesen Rätseln läuft das Buch nicht Gefahr, den Leser zurückzulassen, langweilt ihn nicht; und schon gar nicht landet der Leser in einem kafkaesken Dickicht, welches er durch energisches Zuklappen des Buchs verlässt. Nein, man amüsiert sich, man liest Gleichnisse und Philosophisches und denkt den Plaudereien der Passagiere hinterher. Die packende Geschichte entpuppt sich als ein Gleichnis des Lebens, auch, weil das offene Ende der eigenen Phantasie Raum lässt.
Der Roman fasziniert durch die genauen, gelegentlich etwas gnadenlos beobachteten Charaktere der Protagonisten, die schöne Sprache und die Ernsthaftigkeit in den Auseinandersetzungen und Gesprächen aller Anwesenden und ist kurzweilig und eine lohnenswerte Lektüre.
Sprecher Hans Lanzke, 12:24 Stunden, Bestellnummer: H004979.

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Miller, A.D.: Die eiskalte Jahreszeit der Liebe (Braillebuch)

Der Roman ist von allem etwas: eine geheimnisvolle Liebesgeschichte, ein Wirtschaftskrimi, vor allem aber ein Porträt eines Mannes, der in eine tiefe Identitätskrise stürzt. Der junge Londoner Anwalt Nick Platt betreut in seiner Moskauer Anwaltskanzlei große Wirtschaftsdeals . Er hat mit zwielichtigen Geschäftsleuten zu tun, mit Betrügern, Spekulanten und Anwälten, die die lachenden Dritten sind. In seiner Scheinwelt zieht es ihn in Nachtclubs und Striplokale, trifft er auf eine korrupte Eliteschicht, feiert Wodkaorgien und lässt sich feiern. In der U-Bahn lernt er die verführerische Mascha kennen und verliebt sich in sie. Diese verstrickt ihn in einen Immobiliendeal. Nebenbei ist Nicks Kanzlei mit einer großen Finanztransaktion beschäftigt. Doch dann verschwinden ein Geschäftspartner, Nicks Nachbar und auch Mascha…
Miller zeichnet das Porträt einer dekadenten Gesellschaft, eines korrupten Moskaus der ersten Putin-Ära, lässt seine Hauptfigur in einer frostigen, erbarmungslosen Welt agieren und russische Auftragskiller Morde verüben. Der Leser erahnt den nahen Abgrund, denn die unterschwellige Gefahr schwingt stets in der Handlung, selbst in den poetischen Beobachtungen, mit.
Krimi, der alle Klischees der russischen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bedient - fesselnd geschrieben!

A.D. Miller: Die eiskalte Jahreszeit der Liebe
Frankfurt am Main: S. Fischer, 2012
3 Bde., Kurzschrift, 36 Euro
Bestellnummer Verkauf: 8255
Bestellnummer Ausleihe: 16919

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Morell, Leon: Der sixtinische Himmel (Hörbuch)

Italien, Anfang des 16. Jahrhunderts. Der junge Aurelio kommt nach Rom, um dort beim größten Bildhauer seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Michelangelo Buonarotti. Gerade hat der Papst diesen gegen seinen Willen mit einem Deckenfresko für die Sixtinische Kapelle beauftragt. Missmutig macht sich der Künstler ans Werk. Nachts jedoch erschafft er aus weißem Marmor das Bildnis der Frau, die keiner jemals sehen darf: die Kurtisane des Papstes. Aurelio verliebt sich unsterblich in die geheimnisvolle Schöne. Doch seine Liebe wird nicht nur ihm zum Verhängnis.
Leon Morell entführt die Leser ins Rom der Renaissance und zu einem der berühmtesten Künstler der Zeit. Geschickt wechselt Morell die Perspektive von einem kleinen Landgut hin zur Metropole Rom und dem Vatikan. Hier trifft der Protagonist Aurelio auf Michelangelo, der ihn sofort in seinen Bann zieht und der ihn in seine Künstlergruppe mit aufnimmt. Aurelio lernt durch seine geschickten Hände schnell das Handwerk, allerdings beansprucht der Meister den Löwenanteil der Arbeiten für sich.
So werden die Leser in die Techniken der Freskenmalerei und der Farbmischung eingeführt. Natürlich gelingen diese Dinge nicht auf Anhieb, und so wird man auch in die auftauchenden Problematiken eingeführt. Dies wird vom Autor geschickt erzählt, und plötzlich fühlt man sich als Leser, als liege man neben Michelangelo auf den Gerüsten unter der Decke und male mit ihm die Fresken. Auch die Entwicklung des Gesamtgemäldes in seiner Entstehung mit der Veränderung einzelner Motive und auch der Grundstruktur, wie sie in Michelangelos Kopf Gestalt annehmen, ist beeindruckend und nachvollziehbar dargestellt.
Der Höhepunkt des Romans ist zweifellos der Moment, in dem die erste Hälfte der Fresken für Papst und Obrigkeit enthüllt werden und der noch beeindruckender beschrieben wird als der der Gesamtenthüllung.
Leon Morell ist ein eindrucksvoller Roman gelangen, der den Leser nicht nur in die Renaissance führt, sondern auch in die Welt der Kunst entführt.
Sprecher: Enrico Petters (Leipzig).
1 CD DAISY (20:02 h) H024786

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Munro, Alice: Zu viel Glück (Braillebuch)

Vom Glück des einen und Unglück des anderen, von entgangenem Glück, unglücklichen Beziehungen und glücklichen Momenten – davon erzählt Alice Munro in „Zu viel Glück“. Die Geschichten ihres Erzählbandes kreisen meist um Frauen, die ihren ganz normalen Alltag leben, der jedoch durch ein ungewöhnliches Ereignis aus den Fugen gerät. Sie beleuchten die Beziehungen zwischen Frauen und Männern, die sich oft als Macht- und Abhängigkeitsverhältnis offenbaren, und zeigen die Abgründe menschlichen Zusammenlebens.
Eine Frau muss damit fertig werden, dass ihr Mann sie wegen einer anderen Frau verlässt. Eine krebskranke Frau, die um ihren kürzlich verstorbenen Mann trauert, wird in ihrem Haus von einem dreifachen Mörder bedroht. Eine Frau erinnert sich nach Jahrzehnten an ihre alte Liebe und merkt, dass sie diesem Menschen noch immer sehr nahe ist.
Schicksal, Zu- und Unfälle spielen dabei eine bedeutende Rolle. Sie zwingen ihre Figuren zu Entscheidungen und Handlungen, vor deren Folgen sie sich zunächst scheuten. In „Dimensionen“ schafft es eine junge Frau, sich aus der psychischen Abhängigkeit ihres Mannes, der der Mörder ihrer Kinder ist, zu befreien. Ein Unfall hilft ihr, sich von ihm zu trennen. Während eines Brands in „Tieflöcher“ entdeckt die Mutter ihren Sohn, der seit Jahren keine Verbindung zur Familie hat, und wird mit seiner ihr fremden Lebensweise konfrontiert.
Knapp und scheinbar emotionslos erzählt Munro ihre Geschichten. Diese reduziert sie auf das Wesentliche - keine Ausschweifungen, keine Beschreibungen.
Munro beleuchtet nur einen Ausschnitt aus dem Leben ihrer Figuren, doch dieser scheint deren ganzes Leben zu offenbaren. Die Handlung entwickelt sie oft rückblickend, erzeugt so auf wenigen Seiten sehr viel Spannung und nimmt den Leser bis zum plötzlich unerwarteten Finale gefangen.
Zu viel Glück? Alles ist relativ – meint Munro und lässt ihre Protagonisten erzählen, was für sie Glück bedeutet.
Starke Geschichten, die man einfach lesen muss!

Munro, Alice: Zu viel Glück : zehn Erzählungen.
Frankfurt am Main: S. Fischer, 2011.
4 Bde., SchG, kzp.98rR, 48,00 €, BNV 7295, BNA 16467

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Nemcová, Božena: "Die Großmutter" (Hörbuch)

Božena Némcová gilt als bedeutendste Vertreterin der tschechischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Das nun von mir näher vorgestellte Buch ist ihr bekanntestes "Babicka", dt. "Die Großmutter". Es erschien erstmals 1855. In ihm verarbeitete sie u. a. ihre Kindheitserlebnisse.
Im Mittelpunkt des Romans, der im Riesengebirge spielt, steht die Großmutter. Sie ist gütig, warmherzig - genau das, was man sich als Kind wünscht. Als ihr Schwiegersohn eine neue Arbeit antritt, durch die er nur in den Sommermonaten bei seiner Familie sein kann, bittet ihre Tochter darum, zu ihnen zu ziehen, damit sie ihr im Haus und bei den Kindern helfen kann. Schweren Herzens gibt sie ihre geliebte kleine Hütte auf, verabschiedete sich von ihren Nachbarn, die sie nicht gern gehen ließen, und fährt zur Tochter. Dort wird sie voller Freude von ihren Enkeln empfangen. Božena Némcová schildert nun das tägliche, doch recht einfache Leben mit der Tochter und den Enkeln. Sie tut dies in einer klaren deutlichen Sprache, schmückt nichts aus. Die Großmutter ist das Zentrum der Familie. Egal, mit welchem Anliegen die Enkel kommen, Großmutter weiß immer Rat. Durch ihre liebenswürdige Art sucht sogar die Fürstin, in deren Diensten ihr Schwiegersohn steht, ihre Nähe.
Eigentlich geschieht im ganzen Buch nichts Aufregendes - die Menschen leben harmonisch miteinander - und trotzdem ist das Buch nicht langweilig.
Ich kann es jedem empfehlen, der in unserer doch recht schnelllebigen und hektischen Zeit entspannen möchte. Es macht Freude, es zu lesen und erinnert - wenn man Glück hat - an die eigene Großmutter. Mir ging es jedenfalls so.
Sie können diesen Roman auf einer CD DAISY unter der Bestellnummer H001910 hören. Die Spieldauer beträgt 11:43 h. Gelesen wurde er von Renate Cyll.
Auch in Kurzschrift ist er ausleihbar - hier unter der Bestellnummer 2380. Er umfasst 6 Bände.
Zudem befindet sich im Bestand der Hörbücherei von Božena Némcová das Hörbuch "Das goldene Spinnrad und andere tschechische und slowakische Märchen", welches das bekannte Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" enthält - BNA: H003102.

Diese Hörbücher in unserem Online-Katalog: H001910, H003102.
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Nichols, Peter: Die Sommer mit Lulu (Hörbuch)

Sommer, Sonne, Strand und Insel-Idyll? Der Roman ist mehr als eine leichte Sommerlektüre ─ er ist eine raffiniert erzählte Geschichte mit überraschenden Wendungen, spannenden Episoden und natürlich einer Liebesgeschichte, die sich um Gerald und Lulu dreht. Mit 80 Jahren und schon längst nicht mehr zusammen treffen sich beide gleich zu Beginn der Geschichte zufällig auf Mallorca. Die einstigen Liebenden geraten in Streit und stürzen im Handgemenge von den Klippen in den Tod. Luc und Aegina, ihre Kinder aus zweiter Ehe, versuchen nun hinter das Geheimnis ihrer Eltern zu kommen. Was war vor 60 Jahren auf Lucs und Geralds Hochzeitsreise passiert, so dass sich beide kurz danach trennten. Nichols nimmt den Leser mit in die Vergangenheit, erzählt aber gleichzeitig auch die Geschichte von Luc und Aegina. Eine Geschichte reiht sich an die andere. In allen geht es um Freundschaft, Erotik, Affären, Schicksalsschläge und Hoffnungen.
 
Ein intelligent geschriebener Roman vor der sommerlichen Kulisse Mallorcas. Eine passende Urlaubslektüre!
 
Klett-Cotta, 20161 CD DAISY (18:16 h) H037834

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Norfolk, Lawrence: Das Festmahl des John Saturnall (Hörbuch)

Ein historischer Roman mit kulinarischen Empfehlungen aus der englischen Küche im märchenhaften Gewand – so kann man Norfolks Buch beschreiben.
Es geht um die Geschichte von John Saturnall, der im England des 17. Jahrhunderts vom Küchenjungen zum Meisterkoch seiner Epoche aufsteigt. Er besitzt das außergewöhnliche Gespür, über den Geruch der Speisen, deren Zutaten zu erraten. Von seiner Mutter, die der Hexerei bezichtigt wird und gemeinsam mit ihm in den Wald fliehen muss, erfährt er zum ersten Mal vom Mythos des Festmahls des Saturnus. Bevor sie stirbt, gibt sie ihr Wissen über die Pflanzen der Welt ihrem Sohn weiter. John gelingt es, nach ihrem Tod das Landgut Sir Williams im Tal von Buckland zu erreichen. Dort bereitet er für den Landgrafen und seine adligen Freunde, zu denen auch König Charles I. gehört, die köstlichsten Speisen zu. Mit seinen Kochkünsten betört er auch Lady Lucy, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll, sich aber trotz aller Standesunterschiede viel mehr zu John hingezogen fühlt. Beider Liebesgeschichte beschreibt Norfolk vor dem historischen Hintergrund des englischen Bürgerkriegs zu Oliver Cromwells Zeiten. Er lässt John und seine Küchenbrigade in den Krieg ziehen, die Schlacht von Naseby erleben, die Charles I. gegen Cromwell verliert. Nach der Heimkehr beschützt er das Landgut gegen die wütenden republikanischen Milizen und religiösen Fanatiker. Allmählich kommt er hinter den Mythos des Festmahls und errät, auf welche Weise er als Nachfahre damit verwoben ist.
Viel wichtiger als die historische Kulisse ist dem Autor jedoch die englische Küche dieser Zeit, die nicht nur aus Fisch und Chips besteht – so wie man sie heute kennt. Norfolk lässt den Leser in die Töpfe des Meisterkochs schauen, beschreibt akribisch Küchen und Vorratskammern des Landguts, tischt dem Leser aufwändig zubereitete Speisen auf, so dass ihm das Wasser im Munde zusammenläuft. Das ganze gipfelt in einem Festmahl aus heidnischer Urzeit, zu dem Menschen unterschiedlichen Standes gemeinsam am Tisch speisen und das John, den Meisterkoch, mit Lucretia, der Lady von Buckland, entgegen aller Standesunterschiede zusammen kommen lässt.
Ein unterhaltsamer historischer Roman auf hohem Niveau, den man nicht verschlingen, sondern wie ein Festmahl genießen sollte!

Norfolk, Lawrence: Das Festmahl des John Saturnall: Roman
München: Knaus 2012,
Aus dem Englischen von Melanie Walz
1 CD DAISY (15:25 h) H026561

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Ondaatje, Michael: Katzentisch (Braillebuch)

Der kanadische Autor Michael Ondaatje, der mit seinem Roman „Der englische Patient“ berühmt wurde, lässt im Jahr 1954 den 11-jährigen Michael auf eine abenteuerliche Schiffsreise von Sri Lanka nach England gehen. An Bord der „Oronsay“ lernt der Ich-Erzähler zwei gleichaltrige Jungen kennen, die ebenso wie er für die Oberschicht der Schiffsgesellschaft kaum sichtbar sind. Im Verborgenen und ohne Aufsicht erkunden sie die Ober- und Unterwelt des Schiffes, machen Bekanntschaften mit schrulligen Leuten, wie einem Botaniker, einem Bar-Pianisten und einem Schiffsabwracker im Ruhestand. Sie verstecken sich in einem Rettungsboot und im Turbinenraum des Schiffes. Sie stehlen, rauchen, trinken Alkohol. Jeden Tag beschließen die Jungs, ein Verbot zu übertreten.
Es ist ein wirklich zauberhafter Roman mit skurrilen Episoden, ein faszinierendes Porträt einer Schiffsgesellschaft mit ihrer Ober- und Unterschicht, kein bloßes Seefahrerabenteuer mit Piraten und Ungeheuern.
 
Michael Ondaatje: Katzentisch
München: Hanser, 2012
4 Bde., Kurzschrift, BNA 16922

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Paull, Laline : Die Bienen

Eine Biene als Hauptfigur in einem Roman für Erwachsene? Schnell begreift der Leser, dass das Leben im Bienenstock als Metapher für eine autoritäre Gesellschaft zu verstehen ist, in der es keine Individualität gibt. Honigbiene Flora, die als "Säuberungsbiene" in der untersten Kaste lebt, ist keine gewöhnliche Biene. Sie kann sprechen, sie ist größer, stärker, intelligenter als ihre Schwestern und sie übernimmt Aufgaben, die sie gar nicht ausführen darf: Sie wird Sammlerin und erschließt neue Nahrungsquellen. Sie kann aber auch Eier legen, was eigentlich nur die Bienenkönigin darf und schwer bestraft wird. Trotzdem gebiert sie ein Ei und erfährt, was Mutterliebe bedeutet. Ein gefährliches Unterfangen! Die Autorin inszeniert einen totalitären Überwachungsstaat, in dem Flora ihr Leben und das ihres Kindes zu bewahren versucht.
Eine aufregende, abenteuerliche Geschichte mit Fantasy-Elementen, die auf alle Fälle Lesevergnügen bereitet!
Stuttgart : Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta, 2014
4 Bände, Kurzschrift,
BN-Ausleihe 17857, BN-Verkauf 8734, 48 €

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Pozzo di Borgo, Philippe : »Ziemlich beste Freunde« (Hörbuch)

Zum Glück gibt es das Buch, nicht nur den Film. Der Film hat nur den letzten Teil des Buches zum Thema. Wir lesen alles.
Es gibt Lebensläufe, die sind unglaublich. Der Ich-Erzähler Philippe, also der Autor selber und deshalb über jeden Zweifel erhaben, berichtet über seine 42 Lebensjahre. Seine Kindheit im adligen, wohlhabenden Elternhaus, sein Studium, seine Eheschließung, die frühe Krebsdiagnose bei seiner Ehefrau und schließlich in ihr Sterben hinein sein Genickbruch durch einen Unfall beim Gleitschirmfliegen.
Und doch kein Versinken im Elend. Sein Leben - fest einbetoniert in einen ab Hals unbeweglichen Körper, einen durchorganisierten Tagesablauf, Arztbesuche, Pflege, Medikamente, Nachgrübeln über Verlorenes - öffnet sich durch seinen neuen Pfleger hin zu Lebensfreude, Humor, Spontaneität, sogar Berührungen werden wieder möglich.
Der Pfleger aus dem Maghreb, dunkelhäutig, arbeitslos und kriminell, der cool und fluffig in seinen Tag hinein lebt, hat plötzlich Verantwortung für das Leben seines »Arbeitgebers«, ist schockierenden Situationen ausgesetzt, denkt über Menschsein, Ansprüche ans Leben und Glück und Unglück nach, kann und will aber nicht aus seiner Haut. Und beide Menschen, die man sich konträrer in ihren Lebenswelten gar nicht vorstellen kann – Aristokrat/Asylant, reich/arm, weiß/schwarz, gebildet/ nur vom Leben geschult, unbeweglich/ äußerst agil - sind bereit, sich jeweils auf den anderen einzulassen, dem anderen abzugeben. Und beider Leben wird reicher. Reicher an Wissen um andere, Lachen, skurrilen und auch ernsten Situationen, Spannung. So kann man also auch leben. Und wir können es lesen.
[Pozzo di Borgo; Philippe : Ziemlich beste Freunde : ein zweites Leben | München : Hanser 2012 | Sprecher Enrico Petters (Leipzig) | 1 CD Daisy (6:38 h) | H022846]

Sie können dieses Hörbuch (H022846) im Online-Katalog ausleihen.
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Prokop, Gert: Der Samenbankraub (Hörbuch)

Wer klärt den schier unmöglichen Raub in einer Samenbank auf? Wer enthüllt das Geheimnis der »Queen of Queens« und bringt Licht in das Dunkel mysteriöser Todesfälle? Wer dringt zum Kern eines teuflischen Puzzles vor? – Sie wissen es nicht? Dann nehmen Sie sich die Zeit, Timothy Truckle, den zwergenwüchsigen Stardetektiv der Upper Ten des 21. Jahrhunderts und seinen unverwüstlichen Computer Napoleon kennen zu lernen.
Timothy Truckle, der kleinwüchsige Detektiv aus Chicago, ist nach der Hatz auf Leben und Tod, mit der das erste Buch "Wer stiehlt schon Unterschenkel" (Nr. H002916) endet, im Untergrund abgetaucht. Von dort aus lässt er seinem als Erzähler fungierenden europäischem Bekannten auf originellem Weg Speicherkristalle zukommen, die aus der Zeit vor seinem Verschwinden stammen. Wie auch der Vorgänger beschreibt "Der Samenbankraub" eine beunruhigende Zukunft in den USA des 21. Jahrhunderts. Dieses Buch ist eine ganz allgemein sehr interessante Gesellschaftskritik. Und die eine oder andere Utopie, die Prokop vor Jahrzehnten niederschrieb, scheint heute gar nicht mehr so abwegig.
Von all diesen Dingen einmal abgesehen sind die Detektivgeschichten um "Tiny" Truckle und seinen Computer "Napoleon" einfach spannend und amüsant zu lesen.
Sprecher: Alexander Gamnitzer (Leipzig).
1 CD DAISY (20:43 h) H021068

Diese Hörbücher in unserem Online-Katalog: H002916, H021068.
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Reichlin, Linus: Das Leuchten in der Ferne (Hörbuch)

Ein Kriegsreporter, der schon in vielen Krisengebieten der Welt war, eine Geiselbefreiung in Afghanistan, eine tragische Familiengeschichte und die archaische Gesetzeskultur der Paschtunen – daraus lässt Linus Reichlin einen abenteuerlichen, spannend erzählten Roman entstehen. Moritz Martens, einst gefragter Kriegsreporter und professioneller Abenteurer, bekommt von einer Frau namens Miriam Khalili, die er zufällig auf dem Bürgeramt trifft, eine sensationelle Geschichte. Sie überredet ihn, über eine junge Afghanin, die als Junge verkleidet unter den Taliban lebt, eine Reportage zu schreiben. Obwohl er an der Echtheit der Geschichte zweifelt, fliegt er mit ihr nach Afghanistan. Er ahnt jedoch nicht, dass diese Reise sein Leben verändern wird. Miriam Khalili verwickelt ihn in ihre Familiengeschichte und eine geplante Geiselbefreiung ihres Ex-Manns. Dieser wurde von den Taliban verschleppt und soll nun mit Martens Hilfe befreit werden. Am Ende bleibt letzterer unglücklicherweise als angeblicher Verräter zurück und wird von den Taliban monatelang durch die Berge getrieben.
 
 
Eine fesselnde Geschichte basierend auf sorgfältig recherchiertem Material, stimmig und überzeugend erzählt.
 
Reichlin, Linus: Das Leuchten in der Ferne
Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2013
1 CD DAISY (9:19 h), H028337, Sprecher: Roland Friedel (Leipzig)

Sie können dieses Hörbuch (H028337) im Online-Katalog ausleihen.
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Reimann, Brigitte: »Die Geschwister« (Hörbuch)

Es ist Ostern 1961. Die junge Elisabeth, welche in einem Braunkohlewerk arbeitet und dort einen Zirkel malender Arbeiter leitet, und ihr Bruder Ulrich, ein Schiffbauingenieur, besuchen ihre Eltern in einer ostdeutschen Kleinstadt. Wie bisher nutzen sie diese kleine Flucht aus ihrem Fabrikalltag zum Erholen, gehen tanzen, treffen Freunde und genießen die Gespräche miteinander. So erfährt Elisabeth von den Fluchtplänen ihres Bruders. Beide Geschwister haben es nicht leicht in ihrem Arbeitsleben - die konstruktiv-kritische Elisabeth hat einen großen politischen Streit hinter sich, Ulrich bekam einen Traumjob nicht, da er den Kaderleitern im Werk nicht politisch zuverlässig genug war. Doch Elisabeth, die ihren politischen Streit gewinnen konnte, ist bei all ihrem kritischen Geist fest entschlossen, in der Republik zu leben und ist sicher, dass die grundlegende Idee hinter dem Staat eine gute ist. Ihr Bruder ist desillusionierter und entschlossen, das Land zu verlassen. Nur wenige Tage hat Elisabeth Zeit, ihren Bruder umzustimmen. Ihr anderer Bruder, Konrad, ist bereits vor Jahren in den Westen gegangen und Elisabeth fremd geworden.
Ob es gelingt, Ulrich zu überzeugen, und wie Elisabeth es versucht, erzählt uns Brigitte Reimann in ihrer dichten, packenden Sprache und unterhält dabei großartig. Es macht Spaß, mit Elisabeth und Ulrich zusammen zu sein und Elisabeths Kampf um den Bruder zu erleben.
Auch Brigitte Reimann ging damals den "Bitterfelder Weg", der Arbeiterklasse und Kulturschaffende verbinden sollte, und verbrachte einige Jahre im Gaskombinat "Schwarze Pumpe". Auch deshalb ist dieses Buch so lebendig geworden und das Lesevergnügen groß.
Für die Erzählung um Elisabeth und Ulrich bekam Brigitte Reimann 1965 den Heinrich-Mann-Preis, einen hochangesehenen Literaturpreis der Akademie der Künste.
Die hier verwendete Buchausgabe stammt vom Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1963. Sprecher: Margot Ziegenrücker, 5:32 h, Bestellnummer: H001154

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Rosoff, Meg: Davon, frei zu sein (Braillebuch)

Für Leser ab 14 Jahren
Am Morgen ihrer Hochzeit bricht Pell Ridley, 17 Jahre, gemeinsam mit ihrem Halbbruder Bean von zu Hause auf. Sie reitet gen Norden, in „die Richtung, in der im Augenblick für sie der Rest der Welt lag“. Obwohl es ihr schwer fällt, steht für Pell fest: Sie möchte kein Haus voller Kinder, denen sie als Mutter mühevoll die Mäuler stopfen muss, und keine tagtägliche Schufterei in einem armseligen Haushalt. Deshalb zieht sie in die ungewisse Fremde. Sie entschließt sich für ein selbstbestimmtes Leben ohne zu wissen, welche Konsequenzen ihre Entscheidung im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts nach sich zieht.
Auf der Suche nach Arbeit fährt sie mit Zigeunern durch den südenglischen New Forest, verliert auf dem Pferdemarkt in Salisbury nicht nur ihr hart erarbeitetes Geld an einen Betrüger, sondern auch Bean und ihr Pferd. In ihrer Not gelangt sie zu Dogman, einem Wilderer, bei dem sie Zuflucht und so „etwas Ähnliches wie Liebe“ findet. Aber bei ihm kann sie nicht bleiben. Ihre Schuldgefühle drängen sie fort, zurück nach Nomandsland, ihren Heimatort. Doch auch dort trifft sie Bean nicht. Stattdessen muss sie Schreckliches entdecken Eine Zeit lang arbeitet sie als Stallknecht in einem Gutshaus und sorgt so für ihre Schwestern, die sie aus dem Armenhaus gerettet hat. Schließlich findet sie Bean bei Leuten, die sie gut kennt. Am Ende ihrer Odyssee kehrt Pell als junge Frau zu Dogman zurück, an dessen Seite sie sich gleichberechtigt und geborgen fühlt.

Meg Rosoff, greift auch in diesem Roman die Thematik des Erwachsenwerdens und Andersseins auf. Kunstfertig gelingt es ihr, diese frei von Raum und Zeit darzustellen, obwohl sie ihren Stoff in ein historisches Zeitalter legt. Die unendlichen Weiten der Heidelandschaft Südenglands mit ihren Hügeln und Kreuzungen, an denen sich die fahrenden Zigeuner Nachrichten übermitteln, das geschäftige Treiben auf dem Pferdemarkt in Salisbury, die herrschaftlichen Pferdeställe der Gutshöfe, das armselige und harte Leben der Bauern, Schmiede und Viehzüchter – all diese stimmungsvollen Bilder malt die Autorin in schillernden Farben und bringt dem Leser damit das Flair und die Stimmung dieser Landschaft und Zeit nahe. Mit ihrer alle Sinne beanspruchenden Sprache vermag es die Autorin, ihre Figuren plastisch und unverwechselbar darzustellen und tief in die innere Welt ihrer Protagonistin einzudringen.

Meg Rosoff: Davon, frei zu sein
Frankfurt am Main : S. Fischer, 2010.
Aus dem Engl.
2 Bde., Kurzschrift, 24,00 EUR
BNV 7427, BNA 16500

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Rowling, J.K. : Harry Potter und das verwunschene Kind

Das nunmehr achte Buch der Hogwarts-Abenteuer ist gar kein Roman, sondern ein Skriptbuch zum Theaterstück, in dem die Dialoge mit Regieanweisungen für die Schauspieler stehen. Inhaltlich setzt die Geschichte 19 Jahre nach den letzten Ereignissen um Harry Potter ein. Harry ist nun Angestellter des Zaubereiministeriums, mit Rons Schwester Ginny verheiratet und dreifacher Vater. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis der Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Er hat sich stattdessen mit dem Sohn von Harrys Erzfeind Draco Malfoy angefreundet. Gemeinsam unternehmen sie eine Zeitreise in die Vergangenheit, mit ungeahnten Folgen …
Lassen Sie sich aufs Neue von der Pottermania anstecken und urteilen Sie selbst, ob der Hype gerechtfertigt ist.
3 Bände Kurzschrift, BN-Ausleihe 17875, BN-Verkauf 9142, 36 €,
3 Bände Vollschrift, BN-Ausleihe 17876, BN-Verkauf 9143, 36 €,
DAISY-Format, H037040

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Rowling, J.K. : Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Es geht hier um eines der Lehrbücher Harry Potters. Den Hauptteil des Buches bildet ein Verzeichnis fast aller Tier- und Zauberwesen aus der magischen Welt mit Beschreibungen zu Aussehen, Verhalten und Lebensraum - von der Acromantula bis zum Zentaur. Außerdem wird auf ihre Verwertbarkeit für magische Zwecke eingegangen. Diesem Hauptteil geht ein Vorwort von Albus Dumbledore voraus. Das Buch ist für alle Harry Potter-Fans eine informative Ergänzung.
Nun auch als Kinofilm! 2011 verfasste die Autorin J.K. Rowling das Drehbuch zum Film. Am 17.11. 2016 startete der erste von fünf Teilen in den Kinos.
1 Band, Kurzschrift, BN-Ausleihe 9431, BN-Verkauf 3422, 17,90 €,
2 Bände, Vollschrift, BN-Ausleihe 17707, BN-Verkauf 8963, 12,00 €

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Rumjanzewa, Marina: »Auf der Datscha« (Braillebuch)

Was für ein paradiesischer Ort wird uns vorgestellt! Raum und Zeit für etwas Ruhiges, für etwas Intellektuelles, für Spaziergänge, für Gespräche. Zeit für intensives Zusammensein, für Gartenfeste. Auch für Exzesse – aber das nur ganz nebenbei.
Das Motto der Datschenentwicklung war: „ungezwungen und leger“ und das war wohl in der steifen, überritualisierten Hofwelt Petersburgs Mitte des 19. Jahrhunderts bitter nötig. Bis der Datschenbesitz seinerseits wieder zum MUSS wurde, was jede Petersburger Familie verpflichtete, raus zu fahren. Die Datsche, das Leben im Grünen, war Teil des großstädtischen Lebenskonzeptes. Bald schwappte die Datsche an sich von Petersburg nach Moskau, um bei der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert seine Blütezeit zu erleben. Und wer hatte nicht alles eine Datsche! Wir kennen sie alle: Turgenjew, Tolstoi, Dostojewski, Tschechow, Gorki, auch Stalin. Selbst während des Bürgerkriegs, auch während der Oktoberrevolution besuchte man seine Datsche. In Rahmen der Kollektivierung oder Zwangsenteignung brach wirklich eine Leidenszeit für die Datsche an. Der Maler Ilja Repin befand sich gerade auf seiner Datsche, als die Grenzziehung zwischen Russland und Finnland vollzogen wurde. Seine Datsche kam auf finnischem Gebiet zu stehen. Repin zog es vor, in Finnland zu bleiben. Quasi ein Datschen-Emigrant.
Aber die Kollektivierungsversuche auf russischer Seite schlugen letztlich fehl. Schon in den 20er Jahren wurden wieder neue Datschen gebaut. Letztlich diente „Datscha-Land“ auch dazu, wirtschaftliche Fehlentwicklungen in Ernährungsfragen auszugleichen.Die Perestrojka und der zurückgekehrte Kapitalismus lösten den größten Datschenbauboom der Geschichte aus. Das alles wird mit sehr viel Liebe zur Natur und auch zum jeweiligen „Datschnik“ kenntnisreich beschrieben. Soweit die erste Hälfte des Buches.
Die zweite Hälfte ist das Lesebuch „Auf der Datsche“. Es enthält die schönsten Datscha-Texte aus zwei Jahrhunderten von Puschkin, Tschechow, Sostschenko und Tatjana Tolstaja und vielen anderen mehr. Und uns wird klar, welch hohen Stellenwert die Datsche als Dreh- und Angelpunkt der russischen Literatur, des russischen Lebens, ja der russischen Seele hat.
Ach, keinen Neid! Es ist ja nicht so, dass wir in Deutschland in den Ferien oder am Wochenende keinen Hang zur Natur haben. Nur heißt es bei uns eben Wochenendgrundstück oder Schrebergarten.
Rumjanzewa, Marina: Auf der Datscha – eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch. Zürich, Dörlemann 2009. 3 Bde., SchA4, kzp.98 und rR, 36 Euro, BNV 7142, BNA 16417

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Schätzing, Frank : Breaking News (Hörbuch)

Spionagethriller, politischer Krimi, Familiensaga – das alles ist Schätzings aktueller Roman zugleich. Vor allem aber geht es in dem Buch um die Geschichte des Nahost-Konflikts. Tom Hagen, Kriegsreporter und Handlanger des Geheimdienstes, lernt in Israel die Ärztin Yael Kahn kennen, die Arik Scheinermann, einen alten Freund ihrer Familie, betreut. Er wurde Opfer eines Anschlags und liegt seitdem im Koma. Seine Lebensgeschichte ist eng mit der Geschichte Israels, dessen Gründung und den Konflikten zwischen Juden und Palästinensern verknüpft.
Schätzing hat genauestens recherchiert und schreibt basierend auf einem realen geschichtlichen Hintergrund einen packenden, tiefgründigen Roman, der die Geschichte zweier unterschiedlicher Einwandererfamilien erzählt.
Ein spannendes Hörbuch, fast 40 Stunden lang, die aber wie im Fluge vergehen!

Frank Schätzing : Breaking News
Köln, Kiepenheuer und Witsch, 2014
2 CD DAISY (21:27 h)/ (17:51 h) H029304

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Schneider, Rolf: »Das Mittelalter« (Braillebuch)

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt in Leipzig. Hinter dem alten Rathaus auf dem Naschmarkt verkaufen Budenbetreiber in grob gewebten Umhängen, egal ob grün oder rot alles irgendwie erdfarben und gern auch mehrfach übereinander geschichtet, aus kleinen nachempfundenen Fachwerkbuden heraus Fladenbrot, Fleischspieße und heißen Met. Eine für uns heute hübsche Kulisse im sonstigen Industrie-Einerlei. Aber was ist wirklich Mittelalter? Welchen Zeitraum der Entwicklung umfasst der Begriff genau? Gab es bedeutende Köpfe und leuchtende Ereignisse im als dunkel und finster bezeichneten Zeitalter?
Für den Leser leicht verständlich betrachtet Rolf Schneider die Zeit zwischen dem Zerfall des Römischen Reiches und der Völkerwanderung bis kurz vor dem Auftauchen Martin Luthers in der Geschichte. Der Betrachtung werden Kriege, Religionen, künstlerische Leistungen, das Leben der Herrschenden, aber auch der gelebte Alltag - vor allem in Mitteleuropa - unterzogen. Ost- und Südeuropa werden nur beiläufig erwähnt. Asien, Afrika oder Lateinamerika, die zeitgleich eine ganz andere Entwicklung nehmen, bleiben außen vor.
Neben dem offiziellen Mittelalter erfährt der Leser aber auch etwas über die Weltsicht, das »Ich – Bewusstsein«, über Ängste, Träume und Hoffnungen der europäischen Einwohner verschiedenster Stände und Stellungen. Welches Lebensgefühl hatten die Zeitgenossen Karls des Großen oder Störtebeker oder die der Medicis? Nach dieser Lektüre steht der Leser ganz anders auf dem Mittelaltermarkt und lässt sich sein Fladenbrot mit Schmand schmecken.
[Rolf Schneider : Das Mittelalter | Berlin : Rowohlt Berlin, 2009 | 3 Bde., SchA4, kzp.98rR, 36,00 €, BNV 7146, BNA 16377]

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Schnierle-Lutz, Herbert : »Alles ginge besser, wenn man mehr ginge«: Lob des Gehens und des Wanderns (Braillebuch)

Der Titel klingt wie der witzige Slogan einer witzigen Werbeagentur. Dem ist aber nicht so. Der Satz stammt von Johann Gottfried Seume. Vielleicht geprägt auf seinem heute noch oft gelesenen »Spaziergang nach Syrakus«. Aber der Spätaufklärer aus Sachsen und Goethe-Zeitgenosse spazierte mal eben auch von Leipzig nach Sizilien, Rom, Paris oder auch Moskau. Na gut, könnte man sagen, damals gab es noch keine Fahrräder, Autos oder flächendeckenden Schienenverkehr. Seume musste laufen. Es blieb ihm nichts anderes übrig.
Bedenke ich aber unsere autoverstopfte, luftverpestete Welt, bedenke ich weiter die Zunahme von Fettleibigkeit, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Depressionen, ist es vielleicht heute noch dringender als damals angeraten zu gehen, zu laufen, zu wandern, zu spazieren. Heutzutage werden wir bewegt von Flugzeug, Auto und Fahrstuhl. Und wir lassen uns auf der Couch vorm Fernseher bewegen. Alles nicht sehr aktiv. Also raus an die frische Herbstluft! Freuen wir uns auf unerwartete Begegnungen in goldener Oktobersonne. Freuen wir uns an der zunehmenden Leichtgängigkeit unseres Körpers, der doch tatsächlich für diese Fortbewegungsart wie geschaffen scheint.
Und wenn wir nach Hause kommen, lesen wir, dass alles, was in der Weltliteratur Rang und Namen hat, läuft bzw. gelaufen ist – Goethe, Büchner, Dickens, Frisch, Handke. Um nur einige der dreißig Wanderer zu nennen. »Wer gut geht, dem geht’s gut«. Ja, na klar, auch Seume!
[Herausgeber: Herbert Schnierle-Lutz: »Alles ginge besser, wenn man mehr ginge«: Lob des Gehens und des Wanderns | Stuttgart: Hohenheim-Verlag, 2010 | 1 Bd., SchA4, kzp.98, 12,00 €, BNV 7100, BNA 16316 oder 1 Bd., SchA4, vzp.98, 12,00 € BNV 7101, BNA 16315]

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Schuder, Rosemarie: »Paracelsus und der Garten der Lüste« (Braillebuch)

Im Mittelpunkt dieses Buches steht eine faszinierende historische Gestalt - der Arzt und Naturphilosoph Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, der von 1494 bis 1541 lebte.
Rosemarie Schuder hatte auch in anderen Romanen herausragende Personen ins Zentrum gestellt, etwa Michelangelo, Johannes Kepler oder den Meister des Naumburger Domes. Was war nun das Besondere an Paracelsus?
Geboren wurde er in Einsiedeln in der Schweiz, sein Vater stammt aus einem verarmten schwäbischen Adelsgeschlecht und war Arzt und Alchemist. Von seiner Mutter weiß man nicht einmal den Namen, nur dass sie früh starb und Leibeigene des Klosters in Einsiedeln war. Er wuchs in bitterer Armut auf, die ihn auch sein Leben lang begleiten sollte. Vom Vater erhielt er den ersten Unterricht, in Medizin und Alchemie, und von ihm sagte er später, dass er der einzige Mensch gewesen wäre, der ihn nie verlassen hätte.
Die Ärzte jener Zeit hielten immer noch an der antiken Lehre des Hippokrates fest. Die Gesundheit beruhte demnach auf der richtigen Mischung der vier Körpersäfte Blut, Schleim, gelber und schwarzer Galle. Paracelsus hatte zwar auch seinen Doktor gemacht, an der Universität von Ferrara, aber er sah, dass die Schulmedizin, so wie sie gelehrt wurde, für die Behandlung der Menschen nicht taugte.
"Nicht Titel und Beredsamkeit, nicht Sprachkenntnisse, nicht das Lesen zahlreicher Bücher sind Erfordernisse eines Arztes, sondern die tiefste Kenntnis der Naturdinge und Naturgeheimnisse …"
So zog er nach dem Studium durch viele Länder Europas, von Spanien bis Litauen, von England über Kroatien bis in die Walachei. Überall sammelte er Erfahrungen und Wissen, sprach mit heilkundigen Menschen, Kräuterweibern, Badern, Alchemisten, Scharfrichtern. Dazu entwickelte er eigene Gedanken und Verfahren zur Gewinnung von wirksamen Arzneimitteln. Wie er das bewältigte, ist schon erstaunlich, denn er hatte durch einen angeborenen Zungenfehler einen Sprechdefekt, weshalb er auch später in öffentlichen Disputationen häufig unterlag. Seine Gedanken waren schneller, als die Fertigkeit der Zunge sie zu formen. Trotzdem hielt er 1527 in Basel Vorlesungen, die großen Zuspruch fanden. Ein Ausweg war die Gedanken aufzuschreiben, "befehle also dem pappir, was mein maul nit vollenden mag". Er hinterließ zahlreiche Schriften, meist zu medizinischen Themen, aber auch über Religion, Natur, Gesellschaft. Es war die Zeit des Bauernkrieges und Paracelsus wurde verdächtigt mit den Aufständischen verbunden zu sein. Von diesen Schriften wurden nur ganz wenige zu seinen Lebzeiten gedruckt, die Veröffentlichung der anderen wurde verhindert. Er hatte viele Feinde, vor allem die Zunft der Ärzte und Apotheker, die seinen Ruhm bei den Patienten fürchteten. Denn Paracelsus war ein genialer Arzt, ein unübertrefflicher Meister der inneren Medizin und Chirurgie. Es gab auch noch andere mächtige Gegner. So grassierte damals in Europa die Syphilis. Ein eifrig propagiertes Mittel dagegen war das Holz des Gujakbaumes, das extra aus Südamerika eingeführt wurde. Das Handelshaus der Fugger hatte große Bestände davon angelegt und machte viel Geld mit dem Verkauf dieses Holzes. Paracelsus, der sich gerade in Nürnberg aufhielt, wies jedoch nach, dass es als Heilmittel völlig wirkungslos war. Doch auf Betreiben des Dekans der ärztlichen Fakultät Leipzig, der eng mit den Fuggern verbunden war, wurde es ihm verboten, Schriften darüber zu veröffentlichen. Wieder musste er weiterziehen, er blieb heimatlos, obwohl selbst die Großen, wie Fürsten und Kaiser, ihn als Arzt konsultierten.
Rosemarie Schuder wählt für ihren Roman die Episode, als Paracelsus nach Basel gerufen wird, um den berühmten Buchdrucker Johannes Froben zu heilen. Als Dank für die Genesung verschafft ihm Froben die Stellung als Stadtarzt, was mit einem Lehrauftrag an der Universität verbunden ist. Für eine kurze Zeit bekommt Paracelsus die Möglichkeit öffentlicher Wirksamkeit.
Der im Titel des Romans genannte Garten der Lüste bezieht sich auf ein Gemälde des Hieronymus Bosch, über welches ein Freund des Paracelsus in Briefen berichtet.
Bestelldaten: BNA 5517, 6 Bände, Kurzschrift

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Schukschin, Wassili: »Gespräche bei hellem Mondschein« (Braillebuch)

Wassili Schukschin war ein Multitalent - Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Geboren wurde er 1929 in einem Dorf in Sibirien, im Altai, gestorben ist er mit 45 Jahren in Moskau. Da er aus einer Bauernfamilie stammt, arbeitete er auch zunächst in der Landwirtschaft, dann auf dem Bau und einige Jahre lang fuhr er zur See. Von 1954 bis 1960 studierte er an der Moskauer Filmhochschule. Ab da entstanden seine Filme, bei denen er nicht nur Regie führte, sondern auch die Szenarien schrieb und als Schauspieler auftrat. Vor allem war es 1973 sein letzter Film "Kalina krasnaja" (Schöner Schneeballstrauch), der auch international große Beachtung fand. Daneben schrieb er Prosa: Romane und besonders Erzählungen. Gegen Ende seines Lebens wurde ihm das Schreiben immer wichtiger.
In dieser Ausgabe "Gespräche bei hellem Mondschein" (Teil 1 BNA 6473, 10 Bände, rkh. und Teil 2 BNA 6474, 12 Bände, rkh.) sind seine Erzählungen nahezu vollständig versammelt. Es handelt sich um meist kurze Texte, fast stets mit einem überraschenden Moment, die in immer neuen Variationen Szenen aus dem Alltag schildern. Sie umfassen alles - Tragik, Komik und manchmal beides zusammen. Natürlich könnte man meinen, auf uns wirkt das fast exotisch - Sibirien, der sowjetische Alltag im Dorf in lang zurückliegender Zeit, wo den Protagonisten der 2.Weltkrieg zeitlich näher ist, als uns die Wende.Aber diese scheinbare Ferne hat auch ihren Reiz. Viele der Gestalten in den Geschichten plagen sich mit einem "Seelenwurm" herum, einer quälenden Schwermut. Z.B. sagt der alte Sattler in "Allein":
"Mein Lebtag hab ich dagesessen und gegrübelt, aber eingebracht hat's mir nichts als Hämorrhoiden! Und wie hab ich gerackert! Nun frag mich, was ich Gutes gesehn hab? Reinweg nichts … hab mich mit dreizehn Jahren an die Arbeit gesetzt, und da sitz ich noch heute - mit bald siebzig. Jetzt wüsste ich gern - wofür habe ich mich eigentlich geschunden? Auf Geld war ich nie aus, ich pfeif drauf. Ein großes Tier bin ich nicht geworden. Sogar mein Handwerk stirbt bald aus - keiner braucht dann noch Sattler. Wozu, fragt sich, war ich auf der Welt?"
Es gibt Erzählungen darunter, so voller Tragik, dass es einem das Herz abdrückt. Wenn etwa in "Stjopka", ein Bursche in sein Heimatdorf kommt, ganz unerwartet für seine Verwandten, denn er saß im Gefängnis und sollte erst im Herbst freikommen. Vater, Mutter freuen sich, und seine stumme Schwester ganz besonders, sie hatte die Tage bis zur seiner Entlassung sogar abgestrichen. Die Nachbarn versammeln sich, ein fröhliches, spontanes Fest beginnt. Bis der Dorfpolizist erscheint und den Burschen mit nach draußen nimmt. Es stellt sich raus, er war nicht entlassen worden, er war geflohen.
"… 'Aber es waren doch nur noch drei Monate!' Der Milizionär brüllte fast. ‚Jetzt brummen sie dir noch ein paar Jahre auf.'
‚Macht nichts. Bin jetzt gestärkt … Die vielen Träume hätten mich sonst fertiggemacht - andauernd hab ich vom Dorf geträumt, jede Nacht.'
Dann kam die Stumme hinzu, und als sie begriffen hatte, warum ihr Bruder abgeführt worden war‚ … brannte in ihren Augen, den blauen, erschrockenen, ein so unmenschliches Leid auf, ein solcher Schmerz, dass der Milizionär stockte. Die Stumme sah den Bruder an. Der war bleich geworden, stand wie versteinert, sah die Schwester ebenfalls an. …"
In diesen Erzählungen ist vom Sozialismus kaum die Rede. Für die Leute gibt es einfach nur die Obrigkeit. Viel wichtiger ist der Gegensatz zwischen Dorf und Stadt, zwischen Jung und Alt. Die Jungen wollen nicht mehr so rackern und leben wie die Alten, die sich uneigennützig aufopfern. Die Jungen sind egoistischer, denken mehr an sich, an ihre eigenen Interessen, wie in der Erzählung "Von der Seite und von vorn".
Im Vordergrund steht die ethische Bewährung von Menschen ("Wölfe") und die Frage wie man richtig leben soll ("Wie der Hase an Luftballons hing und flog").
Es gibt da auch immer noch die Armut. Da ist z. B. der alte Pelztierjäger, dem bei einer Begegnung in der Taiga das Gewehr gestohlen wird, und der dann den Dieb verfolgt, weil ihm sonst mit dem Gewehr die Lebensgrundlage genommen worden wäre, da er sich kein neues leisten kann ("Die Lust zu leben"). Oder da ist der Junge, der bei einem Rentner zur Untermiete wohnen muss, weil es in seinem eigenen Heimatdorf keine Schule gibt. Dieser Junge ist Halbwaise, seine Mutter ist fern und muss auch noch irgendwie seine kleineren Geschwister versorgen, deshalb fehlt es ihm an Unterstützung und er muss öfters mit leerem Magen lernen ("Der Kosmos, das Nervensystem und ein Stück Speck").
Aber bei Schukschin gibt es auch solche humorvollen Erzählungen wie "Mille Pardon, Madame!" oder "Die Starken gehen weiter".

Diese Punktschriftbücher in unserem Online-Katalog: BNA 6473, BNA 6474.
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Schwarzbuch [verkannte] Genies: verkannt, vergessen, abgezockt (Braillebuch)

Dieses Buch sollten alle gelesen haben, die bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“ mitraten, denn des Öfteren werden dort Fragen nach Menschen gestellt, die verkannt und vergessen sind, eigentlich aber Großes geleistet haben. Geniale Erfinder, Entdecker und Künstler, insgesamt 85 Frauen und Männer sind in dem Buch aufgeführt, deren dramatische, absurde und tragikomische Schicksale erzählt werden. Künstler wie Paul Gauguin, Edgar Allan Poe und Rembrandt van Rijn starben verarmt. Ruhm und Ehre blieben ihnen zu Lebzeiten verwehrt. Ihre Leistung wurde erst posthum geehrt. Oder aber clevere Abzocker brachten die Erfinder um ihr Geld, wie zum Beispiel John Pemberton, den Erfinder der Coca-Cola oder Louis Chevrolet, den Autorennfahrer.
Vergnügliche Lektüre, unterhaltsam und informativ!
Schwarzbuch [verkannte] Genies: verkannt, vergessen, abgezockt
Gütersloh : Wissenmedia, 2011
2 Bände, Kurzschrift, 24,00 €, BNV 8449, BNA 17428

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Seiler, Lutz: Kruso (Braillebuch)

Zwei „Schiffbrüchige“, gestrandete Aussteiger, und die Ostseeinsel Hiddensee in den letzten Jahren der DDR stehen im Mittelpunkt Lutz Seilers Debütroman „Kruso“. Edgar Bendler hat seine Freundin verloren, sein Studium abgebrochen und versucht nun seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Er findet als Tellerwäscher auf Hiddensee eine Arbeit. In der Gaststätte „Zum Klausner“ trifft er auf Saisonkräfte, die wie er das Leben neu ordnen müssen. Mit Kruso, eigentlich Alexander Krusowitsch, verbindet „Ed“ eine ganz besondere Freundschaft. Kruso, der Inselguru, der Chef der Abwäscher, der Gründer der „Freien Republik Hiddensee“, führt Ed in die Rituale der Saisonkräfte ein, die neben ihrer täglichen Arbeit am Tag ein ganz anderes nächtliches Leben führen. Ed bewundert Kruso, der auch sein Beschützer ist. Er unterstützt ihn in seinen Aktionen und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.
Eindrucksvoller Roman über eine große Freundschaft in Umbruchszeiten deutsch-deutscher Geschichte, poetisch erzählt, meisterhafte Sprache!

Lutz Seiler: Kruso
Berlin : Suhrkamp, 2014.
5 Bde., Kurzschrift, 60,00 €
BN-Verkauf 8415, BN-Ausleihe 17222

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Soboczynski, Adam : »Glänzende Zeiten« (Hörbuch)

Der Ich-Erzähler dieses Fastromans neigt zu einem schadhaften Sich-Hineinbohren in die Dinge. 29 menschliche Eigenschaften, Tätigkeiten oder auch Lebensumstände, die jeden Menschen ganz selbstverständlich umgeben, unterzieht Soboczynski einer neuen Betrachtung und mit ihm auch der Leser. Kann es wirklich sein, dass durch die ständig gebrauchte Servicesprache aus freien Bürgern bloße Kunden werden? Lässt Sprache uns schrumpfen?
»Ich begriff mich als höflichen, eher zurückgenommenen Menschen, doch es schlug mir nicht selbstverständliche Höflichkeit entgegen, sondern allerorts jene berüchtigte Service-Sprache, das laute, jeden empfindsamen Menschen erschreckende »Aber gerne!«, wenn man sich einen Kaffee bestellte, das beständige, jedes gesunde Maß überschreitende Wünschen eines schönen Tages sogar an der Frittenbude, in der neuerdings auch noch gelächelt wird, usw.«
Da fällt mir ein Stein vom Herzen. Es gibt also noch andere, die diese komische Sprache am Telefon, in Ämtern, hinter Verkaufstresen merkwürdig finden und nicht als »eben so üblich« abtun, sondern genau beobachten, was dieser Umgang mit uns macht, außer, dass man ständig zusammenzuckt. So durchlebt der Ich-Erzähler und sein feststehender, wunderbar beschriebener Bekanntenkreis unseren merkwürdigen Alltag. Er flaniert, feiert, macht sich Gedanken über Disziplin, Sex, das Rauchen, Kleinkinder in Trendbars und der Leser kommt aus dem Schmunzeln und Staunen nicht heraus.
Für alle die süchtig sind nach Texten von Axel Hacke und Stefan Schwarz wäre das jetzt der Dritte im Bunde des uneingeschränkt klugen und sprachlich feinsinnigen Humors.
[Adam Soboczynski : Glänzende Zeiten. | Berlin : Aufbau Verlag, 2010 | Sprecher: Thomas Becker (Leipzig). | 1 CD DAISY 5:08 h | H020830]

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Sonntag, Jennifer: Liebe mit Laufmaschen (Braillebuch)

Jennifer Sonntag interessiert sich für die Laufmaschen in den Lebensgeschichten der Menschen. Sie spinnt erotische Fäden, nicht um die Laufmasche zu stoppen, sondern auf diesen unerwarteten Riss aufmerksam zu machen. Die Autorin erzählt von obskuren Begebenheiten, skurrilen Situationen, vor allem aber von Menschen, die anders sind – in ihrer Lebensart, in ihren Anschauungen und Sichtweisen. Ihre frivolen Geschichten haben oft einen doppelten Boden und irritieren zum Teil auch durch plötzliche Wendungen. Da verliert eine Frau immer wieder ganz subtil ihren Slip auf der Straße – aus Leidenschaft. Oder eine Sehende lebt ihre erotischen Träume als Blinde aus. Am Ende überrascht den Leser oft eine unvermutete, originelle Pointe.
Die Ich-Erzählerinnen leben ihre extravaganten Vorlieben im realen Leben selbstbewusst aus, andere wiederum sehnen sich in ihren erotischen Träumen nach Leidenschaft und Lust: Eine Frau befreit sich mit ihrer Lust von inneren Zwängen, eine andere wiederum hat endlich den Mut, sich ihrer Begierde hinzugeben. Eine Lehrerin träumt vom Sex mit dem Mann ihrer unsympathischen Direktorin und eine andere Frau wird Zeugin einer exzessiven, bizarren Backstage-Party eines alternden Rockstars.
 
Jennifer Sonntag: Liebe mit Laufmaschen
Edition periplaneta, Berlin 2015
2 Bde., Kurzschrift, 24,00 €, BNV 8896
1 Bd. mit CD Audio, Normalschrift, 13,90 €

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Töppel, Roman: »Die Sachsen und Napoleon: ein Stimmungsbild 1806-1813« (Hörbuch)

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Immer ziehen große Ereignisse Jahrhunderte später Schatten nach sich. Zurück ins Jahr 1806. Auf den Schlachtfeldern von Jena/ Auerstedt erleben die verbündeten preußischen und sächsischen Armeen durch Napoleon Bonaparte eine vernichtende Niederlage. Kursachsen wird noch im Oktober von französischen Truppen und Truppen der Rheinbundstaaten besetzt. Aus dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. wird von Napoleons Gnaden König Friedrich August I. von Sachsen und Sachsen damit ein Königreich. 1813, Sie ahnen den späten Schatten, jagen preußische und russische Armeen die Besatzer samt ihrem Kaiser aus Sachsen und Thüringen hinaus.
Unser Buchtipp von Roman Töppel untersucht diesen Zeitraum von sieben Jahren. Er stellt nicht die diversen Heldentaten der jeweils wechselnden Kriegshelden dar. Er betreibt keine Hofberichterstattung. Er fragt nach der tatsächlichen Stimmung in der sächsischen Bevölkerung. Welche Kriegsereignisse, welche Kriegslasten haben diese Menschen besonders stark beeinflusst? Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass erstmals in der Publikation Roman Töppels 200 Jahre nach diesem Krieg, die tatsächlichen Lebensumstände der Bevölkerung überhaupt in der Geschichtsschreibung Gehör finden.
Töppel bezieht sein Wissen nicht aus den damaligen offiziellen Verlautbarungen oder schon erschienenen Geschichtsbüchern. Er gräbt sich ein in Originaldokumente der Zeit: Tagebücher, Kirchenbücher, Briefe, Memoiren (schon damals eine beliebte Gattung), öffentliche Bekanntmachungen, zeitgenössische Literatur, Reisebeschreibungen und – wie sich die Zeiten gleichen – Stimmungsberichte der geheimen Polizei. Er gibt ein nahezu vollständiges Abbild der katastrophalen Lebensumstände der sogenannten »kleinen Leute«, verursacht durch brutale Einquartierung und Verelendung im Alltag.
Der Leser erlebt Weltgeschichte in kleinen sächsischen Nestern wie Metropolen. Er erfährt die Wucht der Ereignisse bis zur Völkerschlacht nicht als theoretische Abhandlung, sondern als Kette von nacherlebbaren Einzelschicksalen. Wir sind gewappnet für das Jubiläum 2013.
[Töppel, Roman: Die Sachsen und Napoleon : ein Stimmungsbild 1806-1813 | Köln . Böhlau, 2008 | Sprecher: Bernhard Scheller (Leipzig) | 1 CD DAISY – 14:32 h | H018464]

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Tartt, Donna : Die geheime Geschichte

Das Buch ist kein rasant geschriebener Krimi und trotzdem liest man Seite für Seite und kann das Buch nur schwer weglegen. Es geht um Richard Papen, der aus einfachen Verhältnissen kommend mithilfe eines Stipendiums an einem College in Vermont Altgriechisch studieren kann. Dort wird er in den elitären Kreis von fünf Studenten aufgenommen und erlebt deren skurrile und exzessive Lebensweise zwischen Alkohol, Drogen und griechischer Philosophie. Ein unaufgeklärter Mord schürt Misstrauen und Angst, lässt die Freundschaft zerbrechen. Die Freunde schmieden immer perfidere Pläne und verlieren letztendlich die Kontrolle über ihre Situation. Das führt unweigerlich zur Katastrophe.
Roman über Schuld und Sühne, über die menschliche Psyche generell – so spannend geschrieben wie ein Krimi!

Donna Tartt: Die geheime Geschichte
München : Goldmann, 1995.
1 DAISY-CD, (22:45 h)
Bestell-Nr.: 29695

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Thiele, Carla : »Guter Sex ohne Stress« (Hörbuch)

Das Buch ist kein Aufklärungsbuch für vollkommen Ahnungslose, sprich Anfänger. Dem Leser muss klar sein, was wohin gehört.
Es ist ein Buch für Menschen, die schon ein Weilchen in Beziehungen leben und denen die erotische Flamme irgendwie abhanden kam. Es ist ein Buch für alle, bei denen es nach einem nervenden, stressigen Alltag zu Hause nur noch für Müdigkeit reicht, aber keinesfalls für irgendwelche Aktivitäten. Es ist aber auch ein Buch für Menschen, die gern über die eigene Bettkante schauen. Die sich dafür interessieren, was andere so treiben, wie es anderen in der Zweisamkeit ergeht.
Natürlich wurden die Namen alle geändert und trotzdem kann sich der Leser Appetit und Anregung holen, um sich die Lust am Lieben zu erhalten.
Und der zweite Teil des Titels „ohne Stress“ stimmt wirklich. Der Autorin Carla Thiel gelingt es tatsächlich, ohne jeden Druck, technisch-medizinische Anweisung oder verschämte Witzigkeit über körperliche Sensationen zu sprechen, als das Selbstverständlichste und Beste, was sich Frau und Mann geben können. Noch einige Zitate aus dem Buch zum Thema, die im Alltag und in der medialen Welt oft untergehen: »Sex ist nicht nur Geschlechtsverkehr!«
Jeden Leistungsgedanken und vor allem den Schönheitswahn aus dem Bett schmeißen und »Üben, Uben und nochmals Uben – am besten entspannt zu zweit! «
Zum Schluss der schönste Gedanke: Wie kann ich denn nun mein Liebesleben aus der Grauzone des Alltags herausholen?
»Mit Wünschen!... Das Wunschen ist die beste Möglichkeit, das zu bekommen, was man will«.
[Thiele, Carla : Guter Sex ohne Stress | Berlin : Schröder, 2012 | Sprecher: Steffi Böttger (Leipzig). | 1 CD Daisy – 8:03 h | H023322]

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Thorn, Ines: »Das Mädchen mit den Teufelsaugen« (Hörbuch)

Ein wahrer Historienschmöker: Der Roman spielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und versetzt uns nach Deutschland in die Umgebung von Frankfurt. Es ist die Zeit der religiösen Neuorientierung der Reformation im Übergang vom Mittelalter zur Renaissance. Geschildert wird die Geschichte eines jungen Mädchens – Rosamund. Es fällt durch seine Augenfarbe auf, einer blauen und einer braunen.
Durch ihre besonderen hellseherischen Fähigkeiten wird Rosamund von ihren Mitmenschen in einer wechselvollen Geschichte erst zur Teufelin und dann zur Göttin erhoben. Sie versucht sich mit allen Mitteln gegen diesen Irrglauben zu wehren und findet schlussendlich ihr Glück (als Ehefrau eines Malers, der sie liebt und respektiert).
Der Roman reiht sich nahtlos in die zahlreichen Mittelalter-Romane der aus Leipzig stammenden Autorin ein. Die gängigen Vorstellungen vom Mittelalter werden trefflich bedient: Dreckige Marktweiber, dunkle Handwerksbuden, Zigeunerinnen, die auf dem Scheiterhaufen enden. Die Protagonisten mit ihrem abergläubischen Gedankengut und der Unsicherheit im Glaubensbekenntnis sind demnach konsequent in Szene gesetzt.
Durch den einfachen, eingängigen Schreibstil der Autorin wird das Buch zum Lesestoff für entspannte Stunden. Manch eine Leserin verspürt nach der Lektüre vielleicht auch Lust, sich mit dem Handlesen näher zu beschäftigen…

Ines Thorn: Das Mädchen mit den Teufelsaugen. Roman, Reinbek b. Hamburg, Rowohlt Verlag 2010. Sprecherin: Sylke-Kristin Deimig (Leipzig). 1CD DAISY (10.30 h), H023432

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Tietz, Michael: »Apfeldiebe« (Hörbuch)

»Apfeldiebe« ist ein Schwarzwaldthriller über ein Ferienabenteuer von fünf Jungen, das im Desaster endet. Entdeckerlust führt sie in unterirdische Gänge einer alten Burg. Als der Zugang verschüttet wird, sind sie im Gewölbe gefangen und müssen auf Rettung warten. Doch nur einer ahnt, wo sie stecken. Und der hält sich aus Frust zurück, hat selbst mit dem Leben abgeschlossen – »…diese Apfeldiebe«. Klar, dass es höchst unterschiedlicher Charaktere bedarf, um die klaustrophobische Lage der Jungs spannend zu erzählen. Der Autor scheut sich dabei nicht, einem Kind sadistische Züge zu geben und zieht ein klassisches Täter-Opfer-Schema auf.
Die belegten Brote der Verschütteten sind schnell aufgegessen, die Limo ausgetrunken. Tage vergehen. In ihrem jungen Leben werden die Kinder mit dem Tod konfrontiert. Es geht also dramatisch zu im Inneren, ein Kampf. Im Werk werden bei den Kindern psychologische Tiefen aufgedeckt, die sonst wohl eher Erwachsenen zugeschrieben werden. Das gelingt dem Autor typengerecht. So entstehen sehr anschauliche Figuren, mit denen sich der Hörer gut identifizieren kann. Draußen suchen verzweifelte Eltern und die Polizei. Und der alte Mann schweigt und schwelgt in kargen Erinnerungen und Todessehnsucht – ein ruhiger Erzählstrang im Buch. So bleibt das Buch bis zum Ende spannend: Findet sich Hilfe, wird sich die Tragödie der Kinder noch auflösen? Ein spannendes, ein tragisches Buch.
Tietz, Michael: Apfeldiebe. Roman, München, Bookspot-Verlag 2011. Sprecher: Uwe Schröder (Leipzig). 1CD DAISY (16:29 h), H023433

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Trolle, Schnee und Saunakult : skandinavische Lebensarten (Braillebuch)

Die Lesereise führt uns in Europas hohen Norden und macht uns mit skandinavischen Lebensarten, Lebensgewohnheiten und Traditionen bekannt. Hier debattieren erwachsene Männer mit Hingabe darüber, wo genau der Weihnachtsmann herkommt. Hier brutzeln in der Sauna die Würstchen am heißen Stein vor sich hin und wird gern mal ein kühles Bier getrunken. So sind die Skandinavier eben ─  der Finne, die Schwedin, der Däne und die Norwegerin. Die Reise zeigt uns aber auch die Naturschönheiten der skandinavischen Länder: einsame Hütten in den tiefen Wäldern, den Zauber der nordischen Nächte, Abenteuer unter freiem Himmel in Lappland. Der Leser erfährt mehr von der norwegischen Königsfamilie, von den Besonderheiten der Finnen und ihrem Saunakult und von dem einzigartigen Genuss eines dänischen Hotdog.
 
Interessante Lesereise, die den facettenreichen Norden Europas widerspiegelt.
Wien : Picus-Verlag, 2009
2 Bände, Kurzschrift, 24,00 €, BNV 6983, BNA 16161

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Twain, Mark: »Das Tagebuch von Adam und Eva« (Braillebuch)

Beziehungsratgeber sind nach wie vor „in“, liebe Leserinnen und Leser. „Männer sind anders, Frauen auch“, „Wie ruiniere ich meine Beziehung, aber richtig“ oder „Die Angst vor dem Glück“, so heißen die Titel, die man gut sichtbar in den Buchläden zu kaufen bekommt. Ob es ums Einparken geht oder Caveman, den Höhlenmann, irgendwie ist ein unerschöpfliches Thema, was sich da im Alltag zwischen Frau und Mann abspielt; warum sie immer alles benennen muss, erörtern und bereden, warum er lieber schweigend den Problemen aus dem Weg geht. Wer nun aber denkt, das wäre eine Krankheit unseres modernen Zeitalters, eine Folge von zu viel Freizeit im Ehealltag, der irrt gewaltig. Das Thema ist so alt wie die Menschheit an sich.
Einen unschlagbaren Beweis dafür liefert der amerikanische Schriftsteller Mark Twain, der mit seinem „Tagebuch von Adam und Eva“ eine köstlich-heitere Erzählung schrieb, die genau dieses Spannungsverhältnis zwischen Mann und Frau zum Thema hat. Da ist Adam, der darüber klagt, dass er von diesem anderen, ähnlichen Wesen permanent in seiner Ruhe gestört wird: „Meinetwegen kann sie sein, was sie will, wenn sie nur für sich bleiben und nicht reden wollte.“ Eva wiederum beklagt sich über die geistige Schwerfälligkeit des Gefährten, den sie doch nur vom Glück der Zweisamkeit zu überzeugen versucht. „Er redet sehr wenig, vielleicht deshalb, weil er nicht geistreich ist, was er empfindet und daher verbergen möchte.“ Beide begegnen sich, missverstehen sich total und können einander doch nicht entbehren. Das ist humorvolle Unterhaltung erster Klasse für den Leser dieser Erzählung.
Mark Twain ist den meisten von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sicherlich als der literarische Vater von Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt. Der 1835 im US-Bundesstaat Missouri geborene Samuel Langhorne Clemens war aber weit mehr als ein hervorragender Kinderbuchautor. Seine satirische Feder war gleichermaßen beliebt und gefürchtet bei der Leserschaft. In seinen zahlreichen Romanen, Reisebeschreibungen und Erzählungen beschreibt er kritisch mit humoristisch-liebevollem Unterton Menschen und Landschaft des amerikanischen Mittelwestens. Aber auch das Ausland ist vor seiner spitzen Feder nicht sicher, seine Reiseerlebnisse im Mittelmeerraum sind zum Beispiel im Roman „Die Arglosen im Ausland“ nachzulesen. Das Pseudonym Mark Twain ist auf seine Zeit als Lotse auf einem Mississippi-Dampfer zurückzuführen - „Mark Twain“ oder „Zwei Faden“, so der Ruf der Lotsen, wenn die Wassertiefe des Flusses für die Dampfer ausreichend war.
Der Erzählungsband „Das Tagebuch von Adam und Eva“ umfasst sieben Geschichten. Die wunderbare Erzählkraft Mark Twains wird deutlich, seine scharfe und kritische Beobachtungsgabe, verbunden mit einer tiefen Zuneigung zu seinen Figuren. Seine Helden verstehen es, ein oft sehr schwieriges Leben mit unermüdlichem Humor und steter Hoffnung zu leben, stellvertretend dafür die Erzählung „Eine wahre Geschichte“.
Vielleicht das erfolgversprechendste Rezept für schwierige Lebenszeiten: Lachen, wo man eigentlich weinen möchte und denen, die unsere Hilfe brauchen, die Hand reichen. Lassen Sie sich aufheitern und beflügeln von den Geschichten dieses großen amerikanischen Schriftstellers!
2 Bde., rkzp., BNA 4042 (auch als Hörbuch ausleihbar, H001609)

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Twain, Mark: »Leben auf dem Mississippi« (Braillebuch)

In diesem Jahr gab es in den USA einen überraschenden Spitzenreiter in der Liste der meistverkauften neuen Bücher. Es war der 1. Teil der Autobiografie des Schriftstellers Mark Twain. Er hatte in seinem Testament verfügt, dass seine Erinnerungen erst 100 Jahre nach seinem Tod erscheinen durften. So konnte er aus der Sicherheit des Grabes heraus sprechen, ohne irgendwelche Rücksichten nehmen zu müssen. Man kann es kaum glauben, aber so viele Werke wie Mark Twain in seinem Leben auch veröffentlicht hat, genauso viele Werke ließ er auch bis heute unter Verschluss liegen. Davon ist diese Autobiografie das erste, was an die Öffentlichkeit gelangt ist. Und im vorigen Jahr war im Deutschen eine hervorragende Neuübersetzung des "Huckleberry Finn" durch Andreas Nohl erschienen, die auch die Grundlage für eine gelungene Hörspielfassung des Romans im Radio abgab. Das alles lenkte auch mein Interesse wieder auf Mark Twain. Als ein Beispiel für sein Schaffen habe ich sein Buch "Leben auf dem Mississippi" herausgegriffen.
Es umfasst vieles, wie ein richtiges Sammelsurium. Auf den ersten Seiten gibt er einen Abriss der geologischen Geschichte und Zukunft dieses Stromes, seine Erkundung durch europäische Reisende, wie sich die Neuankömmlinge an seinen Ufern ansiedelten. Er erzählt auf dem Fluss kursierende Gruselgeschichten, einen spannenden Kriminalfall mit anschließender Schatzsuche, er gibt die Nacherzählung eines indianischen Märchens wieder, er schreibt über Begräbnisrituale in New Orleans und dortige Bausünden sowie Modetorheiten und manches andere mehr. Es sind humoristische Geschichten eingeflochten, wie die von dem einfältigen Hufschmied, der vom Schauspielfieber gepackt wird. Etwas ermüdend wirken die Zeitungsberichte über vorangegangene große Überschwemmungen des Mississippi, vor allem, wenn einem die geografischen Angaben und amerikanischen Längeneinheiten nicht allzu geläufig sind.
Besonders interessant waren für mich jene Passagen, wo er von seiner eigenen Zeit als Lotse auf dem Mississippi erzählt. Am Anfang stand die Lehrzeit, für Twain waren es siebzehn Monate, bevor er sein Patent als Lotse erhielt. Mit sarkastischem Humor schildert er, wie es ihm bei seiner anfänglichen Naivität langsam aufging, auf was er sich da eigentlich eingelassen hatte. Er sollte das Lotsenhandwerk auf der Strecke St. Louis - New Orleans erlernen, das sind etwa 2000 km. Und das hieß nichts anderes, als den Fluss auf diesem Abschnitt auswendig zu lernen - jede Sandbank, jeden ins Wasser gefallenen Baum, dessen Äste eine Gefahr für das Schiff sein könnten, jede Besonderheit des Ufers und die Verhältnisse bei unterschiedlichem Wasserstand. Auch ändert der Fluss häufig seinen Verlauf, so dass man alles, was man sich schon eingeprägt hatte, ständig aktualisieren musste. Deshalb fuhren auch meist auf jedem Schiff etliche Lotsen mit, die gerade keine Arbeit hatten, nur um sich den Fluss anzuschauen, um so auf dem Laufenden zu bleiben und jederzeit ein Schiff übernehmen zu können. Auch waren die Bedingungen, wenn man flussaufwärts fuhr, andere, als wenn man flussabwärts fuhr, also musste man nicht nur 2000 km Flusslauf auswendig lernen, sondern den doppelten Umfang. Und das alles auch noch so, dass man buchstäblich mit geschlossenen Augen, auch nachts, wissen musste, wo man sich gerade auf dem Fluss befand.
In diesen Jahren als Lotse auf dem Mississippi lernte Mark Twain alle nur möglichen menschlichen Charaktere und Typen kennen. Eine reiche Erfahrung, aus der er später, als Schriftsteller, schöpfen konnte. In der ersten Hälfte des Buches entsteht ein farbiges Bild von dem Leben im Mississippi-Tal in der Frühzeit der USA, noch vor dem Bürgerkrieg. Den Kontrast dazu bilden die Eindrücke, die Twain zwanzig Jahre später gewann, als er, ein schon erfolgreicher Schriftsteller, die gleichen Gegenden noch einmal bereiste.
"Leben auf dem Mississippi", BNA 4844, 10 Bände, rkh.

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Voigt, Lene: Lene Voigt im Ohr (Hörbuch)

Am 16. Juli dieses Jahres jährte sich zum 50. Mal der Todestag der Schriftstellerin und heute wohl bekanntesten Dichterin sächsischer Mundart – Lene Voigt. Ihre wahrhaft köstlichen Humoresken und Gedichte widerspiegeln treffsicher sächsische Lebensart und sächs´sches Gemied. Mit viel Witz, Beobachtungsgabe und einem offenen Ohr für den sächsischen Dialekt nimmt sie den Alltag ihrer Landsleute liebevoll auf die Schippe. Sie »übersetzte« mit erfrischend sächsischem Humor und Sprachwitz berühmte Balladen der klassischen Literatur ins Sächsische ohne diese zu verzerren.
Eines ist sicher: Ihre Balladen- und Klassikerparodien lassen gee Ooge droggn. Wer »Odello«, »Gabale und Liewe« oder »Erlgeenich« hört, muss sich vor Lachen schütteln! Möchten Sie Ihr Zwerchfell einmal so richtig strapazieren und die der sächsischen Mundart eigene Melodie im Ohr haben? Dann bestellen Sie Lene Voigts »Säk’sche Balladen« online über unseren Hörbuchkatalog.
Folgende Titel hat unsere Hörbücherei im Bestand: Säk’sche Balladen (1 CD DAISY, 2:08 h, Bestellnummer: H005192) Säk'sche Glassiger. (1 CD DAISY, 1:07 h, Bestellnummer:H008374) Wo die Bleisse bläddscherd (1 CD DAISY, 0:34 h, Bestellnummer:H005521)
»Was Sachsen sin von echtem Schlaach, die sin nich dod zu griechn.« Lene Voigt – zum Glück - auch nicht!

Diese Hörbücher in unserem Online-Katalog: H005192, H008374, H005521.
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Waggerl, Karl Heinrich: »Fröhliche Armut« (Braillebuch)

Erst war ich doch einigermaßen überrascht gewesen dieses Buch in unserem Bestand zu finden, und dass es bereits 1983 - also in tiefster sozialistischer Zeit - bei uns übertragen worden ist. Die Schwarzdruckvorlage dazu war im St. Benno-Verlag Leipzig herausgekommen. Denn der Autor - Karl Heinrich Waggerl (1897-1973) - war aufgrund seiner politischen Haltung und Publikationen immer umstritten gewesen.
Und doch, dieses Buch kann sehr viel Zustimmung finden, weil es, trotz all der geschilderten Lebensnöte auch Trost vermitteln kann.
Waggerl schrieb mal: "Was ich darstelle bewegt mich nicht selber, mir liegt nur daran, dass es andere bewege. Aus eingeborenem Instinkt und langzeitiger Erfahrung weiß ich um die Mittel, diese Wirkung zu erreichen, und ich wende sie bewusst an."
Seine Beliebtheit bei den Lesern ist schon phänomenal, erst im Dritten Reich, dann in den Jahrzehnten nach dem Krieg, ohne Bruch.
Hier handelt es sich um Kindheitserinnerungen, humorvoll erzählt. Angefangen bei der Geburt, bis er von zu Hause in die Welt hinauszog, alles noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Der Vater war ein schwerhöriger Zimmermann, und die Mutter führte neben dem Haushalt Näharbeiten für die Nachbarn aus. Und arm waren sie, wie es im ländlichen Österreich damals verbreitet war. Der kleine Karl, der mit einer schlechten Gesundheit geschlagen war, hockte zu Füßen der schneidernden Mutter. Stoffreste, Bänder und Knöpfe rieselten auf ihn herunter, während er sich mit seiner Mutter unterhielt.
"Die Mutter war wohlbeschlagen mit Kenntnissen aus der Geschichte zwischen Pilatus und Napoleon. Etliches musste ich mir ja später anders erzählen lassen, aber ich kann nicht sagen, dass ich viel dabei gewonnen hätte."
Später hat er seine Mutter begleitet, wenn sie irgendwohin gerufen wurde, um für eine Hochzeit zu nähen. Dafür wurde dann die Nähmaschine, das Werkzeug und die Kleiderpuppe auf einen Schubkarren geladen und während die Mutter schob, musste er für das Gleichgewicht sorgen. Das gehört zu seinen schönsten Erinnerungen, wie sie so übers Land zogen.
Doch die Familie geriet immer tiefer in die Not. Bis sie schließlich in seinem fünften Lebensjahr auf Wanderschaft gehen musste. Das Glück wendete sich erst wieder, als der Vater eine Stelle als Briefträger annahm. Ganz aus kindlicher Sicht beschreibt er, wie es war, als er noch eine Schwester bekam. Genauso amüsant sind seine Erinnerungen an die erste Schulzeit. Ein Original war auch der Pfarrer des Ortes, mit seinem Bemühen jeglichen Streit zu schlichten und seiner selbstlosen Freigiebigkeit. Mit ihm zog Karl manchmal stundenlang durch die Wälder.
"Ihm verdanke ich es, wenn ich noch heute jeden Pilz und jedes Kraut beim Namen nennen kann, obgleich mir vieles, was ich damals sah, später nie wieder vor Augen kam."
Es ist vor allem auch dies, was Waggerl angekreidet wurde, sein Lob des einfachen, ländlichen Lebens, im Gegensatz zur Stadt und seine Ablehnung jeglichen Fortschrittsglaubens. Nachdem er z.B. wieder einmal lange krank gewesen war - auch der Doktor ist so eine schrullig-liebenswürdige Gestalt - kam er zur Erholung auf eine Sennerei in den Bergen. Dort war auch ein alter Knecht, der schon mal draußen, in der Welt jenseits der Berge, gewesen war, als man ihn einst zu den Soldaten holte. Er hatte es aber vor Heimweh nicht aushalten können und war einfach davon gelaufen, bis er wieder in seiner heimatlichen Bauernhütte lag. Da haben sie ihn erneut geholt, er bewährte sich, hätte auch beim Militär bleiben können - doch die Stadt behagte ihm nicht.
"Diese himmelhohen Häuser, und nicht so viel Land dazwischen, das nur einer aus dem ganzen Leutehaufen seinen Laib Brot davon haben könnte. Alles unnütz.
Das sagte die leibhaftige Armut neben mir, in ihrem geflickten Rock, dieser alte Knecht, der mühselig sein Gnadenbrot kaute."
("Fröhliche Armut", BNA 6704, 2 Bde., rkh.)

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Walker, Martin: Schwarze Diamanten (Braillebuch)

Der dritte Fall für Bruno, Chef de police
Bruno Courrèges’ dritter Fall beginnt ganz harmlos und hat mit der kulinarischen Spezialität des Périgord zu tun – den schwarzen Trüffeln. Wie schwarze Diamanten liegen sie tief vergraben unter alten Eichen und sind, so erfährt man im Buch, eher mit Hunden als mit Trüffelschweinen zu finden. Als Bruno von seinem alten Jagdfreund und Trüffelfachmann Hercule erfährt, dass die heimischen Trüffel mit billigen chinesischen Trüffeln verschnitten werden, und sein Freund wenig später bestialisch ermordet wird, muss der Chef de police tief in der Vergangenheit und Geschichte Frankreichs graben. Bei seinen Recherchen entdeckt er, dass Hercule in Indochina und Algerien als Geheimagent für die Franzosen tätig war. Dort kämpfte er an der Seite der Vietnamesen. Doch Hercule hatte auch nach dem Krieg viele Verbindungen zur vietnamesischen Mafia und zu kriminellen Chinesen. Bei seinen Ermittlungen gerät Bruno immer mehr zwischen die Fronten eines brutalen Machtkampfes um Drogenhandel, Menschenschmuggel und Schutzgelderpressung.
Ein packender politischer Krimi, rasant und fesselnd geschrieben!
Walker, Martin: Schwarze Diamanten der dritte Fall für Bruno, Chef de police
4 Bde., Kurzschrift, 48,00 €,
BN-Verkauf 8382, BN-Ausleihe 17239

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Wassermann, Jakob: "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens" (Braillebuch)

Ist es nicht so, liebe Leserinnen und Leser, was wir nicht kennen, was uns fremd ist, macht uns Angst? Unsere Unsicherheit mögen wir nicht zeigen, lieber demonstrieren wir Überlegenheit. Je vermeintlich schwächer das Gegenüber, um so selbstsicherer werden wir. Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich vor einiger Zeit wieder einmal die Geschichte von Caspar Hauser in die Hand nahm. Wie misstrauisch sind wir doch, wenn jemand anders ist, gleich wittern wir Betrug und Täuschung dahinter, weil doch nicht sein kann, das etwas anders ist, als wir es kennen. Beispiele für die Tragik menschlicher Schicksale gibt es viele. Wolfskinder, Kinder die isoliert von menschlicher Gesellschaft aufgewachsen sind, finden sich im realen Leben wie im Roman. Berühmteste Beispiele aus der Literatur sind wohl Mowgli aus dem Dschungelbuch von Kipling und Tarzan; oder eben Caspar Hauser.
Jakob Wassermann schrieb die Geschichte des Caspar Hauser nach authentischen Vorlagen nieder. Der Roman hält sich beeindruckend genau an die geschichtlichen Fakten, die zur Entstehungszeit des Romans - 1908 - bekannt waren. Danach wurde Hauser als Erbprinz um 1812 in Baden geboren, kurz nach der Geburt vertauscht und dann mehr als anderthalb Jahrzehnte in einem Verlies gefangen gehalten. 1828 tauchte er mit ca. 17 Jahren in Nürnberg auf, kaum der Sprache mächtig, als Nahrung Wasser und Brot liebend und angstvoll vor jedem Geräusch, dem Schein des Lichts und jeder Berührung. Er wurde, von den Amtsleuten der Stadt aufgegriffen und eingesperrt, vom Nürnberger Volk begafft und angepöbelt. Das Unwahrscheinliche nicht begreifend, bezichtigten ihn viele der Täuschung. Wassermanns Roman verfolgt die Lebensgeschichte Hausers bis zu seiner Ermordung im Jahr 1833. Er zeigt Hauser als ein sanftes, gutmütiges und intelligentes Wesen, dass den Interessen und Intrigen derer, die sich um ihn kümmern, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Schmerzlich deutlich wird beim Lesen des Romans, dass es den Personen um Caspar Hauser nur sehr selten um den Menschen Caspar und seine Entwicklung ging. Jene, die sich seiner annahmen, ihn bildeten und förderten, verfolgten nur allzu oft ihre eigennützigen Ziele. Der Lehrer Daumer ist so lange für Caspar da, bis der beginnt, einen eigenen Willen zu zeigen. Freiherr von Tucher unterwirft den jungen Mann einem in seiner Strenge militärisch anmutenden Erziehungsplan. Dann taucht ein englischer Lord auf, dem es mit Geschenken und Schmeicheleien gelingt, Caspars Herz zu erobern. In Wirklichkeit ist der Lord ein gedungener Mörder mit dem Auftrag, Caspar Hauser umzubringen. Aber auch offener Hass ist nicht selten, ein erster Anschlag auf das Leben des Findlings misslingt. Der einzig wirkliche Freund, den Caspar besitzt, der Präsident Feuerbach, wird 1932 ermordet. Schließlich gelingt der 2. Anschlag auf Caspar und er stirbt 1833.
Wassermann glaubte fest an die Geschichte vom gefangen gehaltenen Erbprinzen. Von Beginn an bis heute gab es aber immer wieder bedeutende Zweifel an dieser Theorie. Wer Caspar Hauser wirklich war und was an seiner Biographie Wahrheit und was Dichtung ist bleibt bis in die Gegenwart ungeklärt. In Bezug auf den Roman von Wassermann ist das allerdings zweitrangig. Lesenswert ist die Geschichte, wie sie von Wassermann aufgeschrieben wurde, die Zeichnung der Figur Hauser und der Menschen um ihn herum. Da sind sie wieder, die Fragen und Gedanken, die ich am Anfang der Kramkiste aufgeworden habe. Welche Motive bewegen unser Handeln, unsere Gedanken? Wenn wir anderen helfen, sie unterstützen, tun wir das um ihretwillen oder weil es für unser Leben von Bedeutung ist? Ist das eine gut und das andere schlecht? Gibt es wie meist im Leben, kein Entweder-Oder sondern nur ein "Beides hat seinen Platz"?
Jakob Wassermann (1873-1934), befreundet u. a. mit Arthur Schnitzler und Thomas Mann, war zu seiner Zeit bekannt für seine biographischen Romane, die von einem hohen Gerechtigkeitsempfinden sprachen. Der bekannteste "Der Fall Maurizius", wurde bereits in einer früheren Kramkiste vorgestellt. Ich lege Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz besonders die Geschichte um Caspar Hauser, aber auch die anderen Romane und Erzählungen Wassermanns sehr ans Herz.
Der Roman "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens" kann in der Punktschriftbibliothek unter der BNA 14396 in 5 Bänden Kurzschrift ausgeliehen werden.

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Weigand, Sabine: Das Buch der Königin

Erzählt wird die Geschichte von Konstanze, Frau des deutschen Kaisers Heinrich VI., ihre Kindheit in Sizilien, ihre Heirat mit dem Staufen Heinrich, ihre Jahre als Kaiserin und die berühmte Geburtsszene, in der sie vierzigjährig ihren Sohn öffentlich auf dem Marktplatz von Jesi zur Welt bringt, um die Legitimität ihres Kindes sicherzustellen. Ihr Sohn ist kein geringerer als der spätere Stauferkaiser Friedrich II. Zu lesen ist aber auch von Gottfried von Streitberg, der gemeinsam mit Konstanze von der Burg fliehen muss und bald zum Schreiber ausgebildet wird. Er hält Konstanzes Geschichte in einem prachtvollen Codex fest. Der Leser begegnet so manchen historischen Größen wie Richard Löwenherz und Barbarossa. Die Autorin erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, gewährt so verschiedene Sichtweisen auf die Geschichte und verliert trotz des häufigen Szenenwechsels und der vielen Personen nicht den roten Faden.
Ein spannender, sachlich fundiert recherchierter und überzeugender historischer Roman.
Frankfurt am Main : Fischer Krüger, 2014
Sprecher: Steffi Böttger (Leipzig)
1 CD DAISY (21:38 h), H031796

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Wells, Benedict: Becks letzter Sommer (Braillebuch)

Der Autor erzählt die Geschichte des Gymnasiallehrers Robert Beck, der einen Sommer lang seinem Lehreralltag entflieht. Schuld daran ist sein 17-jähriger Schüler, der zwielichtige Rauli aus Litauen, dessen außergewöhnliches Musiktalent er entdeckt und weder Geld noch Zeit scheut, den Jungen zu fördern. Beck, der statt Lehrer eigentlich ein Rockmusiker werden wollte,  träumt von einer Karriere als Manager und Songwriter. Doch weder das Musikgeschäft, noch seine Beziehung zu Laura, gestalten sich so, wie er es möchte. In dieser Situation meldet sich sein einziger Freund, der arbeitslose Deutschafrikaner Charlie. Der drogenabhängige Hypochonder drängt ihn dazu, mit ihm nach Istanbul zu reisen. So rettet sich Beck aus seiner Midlife-Crisis in ein verrücktes Abenteuer. In einem schrottreifen Auto fahren er, Rauli und Charlie mit einer Menge Drogen im Gepäck auf südosteuropäischem Highway fast gen Himmel.
 
Eine packende Geschichte mit authentischen Figuren sowie witzigen Dialogen, zugleich aber tiefsinnig erzählt und ohne flaches Happy End.
 
Zürich : Diogenes-Verlag, 2008,4 Bde., Kurzschrift,  48 Euro,BN-Verkauf 6768, BN-Ausleihe 15964

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Welt-Reise-Geschichten: die besten Reisereportagen der Süddeutschen Zeitung (Hörbuch)

Begeben Sie sich auf eine unterhaltsame Reise zu faszinierenden Orten der Welt. Die Reisereportagen, geschrieben von verschiedenen Journalisten der Süddeutschen Zeitung, führen um die ganze Welt: von Alaska nach Japan, von Mosambik nach Patagonien und Australien. Die Geschichten erzählen von Walhaien in Westaustralien, von Braunbären in Alaska, vom Surfen vor der Küste Portugals, von unvergesslichen Erlebnissen auf den Inseln Patagoniens. Sie beschreiben bekannte und unbekannte wunderbare Landschaften und deren Flora und Fauna. Der Leser erfährt aber auch von den Menschen in den verschiedenen Regionen, deren Traditionen und Kultur.
Für alle, die Fernweh aber nicht genug Zeit und Geld für eine Weltreise haben.
 
Welt-Reise-Geschichten: die besten Reisereportagen der Süddeutschen Zeitung
München: Süddeutsche Zeitung, 2013
1 CD DAISY (6:41 h) H032064

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Wendeberg, Annelie: Teufelsgrinsen: ein Fall für Anna Kronberg (Braillebuch)

Das Buch ist definitiv keine weitere Adaption der vielen Sherlock Holmes-Kriminalromane. Die Autorin hat sich an den originalen Sherlock Holmes gehalten und lässt die Handlung auch in seinem Umfeld spielen, dem viktorianischen England Ende des 19. Jahrhundert. Hauptsächlich geht es aber um Dr. Anton Kronberg, alias Anna Kronberg, der  in London als Bakteriologe im Guys Hospital arbeitet. Als er zur Aufklärung eines Mordfalls hinzugezogen wird, begegnet er zum ersten Mal Sherlock Holmes.  Kronberg findet heraus, dass der Tote absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Gemeinsam kommen sie einem scheußlichen Verbrechen auf die Spur.
 
Spannender historischer Krimi, auf dessen Fortsetzung man sich freuen kann! 
 
Wendeberg, Annelie:Teufelsgrinsen: ein Fall für Anna Kronberg
Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2014
2 Bände, Kurzschrift, 24,00 €, BNV 8383, BNA 17271

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Werfel, Franz: »Cella oder Die Überwinder« (Hörbuch)

In der heutigen Kramkiste möchte ich Ihnen "Cella oder die Überwinder" von Franz Werfel vorstellen. Obwohl schon 1938/39 geschrieben, ist dieses Roman-Fragment erst 1952 (7 Jahre nach seinem Tod) erschienen.
Franz Werfel wurde 1890 als Sohn eines jüdischen Fabrikanten in Prag geboren. Schon in seiner Schulzeit veröffentlichte er Gedichte. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt u. a. "Die vierzig Tage des Musa Dagh", in dem er das Schicksal von etwa 5000 Armeniern schildert , die sich vor den Jungtürken auf den Berg Musa Dagh geflüchtet hatten. 1945 starb Franz Werfel im Alter von 54 Jahren in den USA, wohin er emigriert war, an einem Herzinfarkt.
Nun zum Roman: Wien 1938. Der jüdische Rechtsanwalt Hans Bodenheim, der bisher nur für seine musikalisch hoch begabte Tochter Cella lebt, überhört die Warnungen seiner Freunde, mit seiner Frau Gretel und Cella das Land zu verlassen. Er lebt in bescheidenen Verhältnissen im burgenländischen Eisenstadt. Als k.u.k.-Offizier im Ersten Weltkrieg für Österreich sein Leben aufs Spiel gesetzt, empfände er es jetzt als Verrat, zu gehen. Als die Nazis im Freudentaumel über den Anschluss Österreichs durch Wiens Straßen ziehen, wird er, der sich gerade dort aufhält, verhaftet und ins Polizeigefängnis gebracht. Hier verbringt er einige Wochen mit Bekannten aus seiner Heimat. Er fragt nun, angesichts der Ungewissheit, ob seine Entscheidung, zu bleiben, richtig war. Wenig später sitzt er im Zug nach Dachau, die Hoffnung bereits aufgegeben. Doch ein früherer Freund, der zu den Nazis übergelaufen war, verhilft ihm unverhofft auf Bitten Gretels und Cellas hin zur Flucht in die Schweiz. Gretel und Cella werden folgen. Offen ist, ob sich alle drei wiedersehen werden.Dieser Roman wurde Anfang der 1970er Jahre in der DZB aufgelesen. Der Sprecher ist Peter Pichler - sein österreichischer Akzent passt hervorragend zum Buch. Es ist ein Genuss, ihm zuzuhören.
Sie können "Cella oder Die Überwinder" auf einer CD DAISY, HB-Nr. H003473 ausleihen.

Sie können dieses Hörbuch (H003473) im Online-Katalog ausleihen.
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Wilder, Thornton: "Der achte Schöpfungstag" (Braillebuch)

Der 1897 in Madison geborene und 1975 in Hamden verstorbene Autor erzählt in seinem Alterswerk die Geschichte des in einem kleinen Bergwerksstädtchen 1902 unschuldig zum Tode verurteilten John Ashley.
Dieser Roman stellt Wilders letztes bedeutendes Werk dar. 1967 erhielt das Werk den National Book Award für den besten amerikanischen Roman. Das Buch ist spannend wie ein Kriminalroman und auch anrührend wie eine große Familien-Saga zu lesen.
Auf den ersten Seiten wird dem Leser klar, dass John Ashley nicht der Mörder sein kann. Er wird beschuldigt, Breckenridge Lansing, seinen Vorgesetzten, Freund und Bergwerksvorsteher, erschossen zu haben. In der Urteilssprechung wird er für schuldig befunden und wenige Tage danach soll er mit dem Zug zu seiner Hinrichtungsstätte gebracht werden. Doch dieser Transport wird von einer mysteriösen Bande Maskierter befreit, die keine Waffen bei sich führten. Nach gelungener Befreiung erhält er Instruktionen für die Flucht. Bereitgestellt wurden ihm Kleidungsstücke, ein Pferd und die Fluchtrichtung wurde beschrieben.
In Rückblenden in die Vergangenheit, durch mehrere Generationen zweier amerikanischer Familien, nämlich der betroffenen Familien, wird die mögliche Zukunft aufgezeigt. Die Familie Ashley und die Familie Lansing werden ausführlich beschrieben, wie sie nach der Verurteilung des Mannes und Vaters weiterleben und wie sich die Familie des Ermordeten nach dem gewaltsamen Tod des Mannes und Vaters das Leben einrichtet. So schützt zum Beispiel Frau Ashley ihre Kinder vor dem Volkszorn und lässt sie nicht mehr die Schule besuchen. Alle Familienmitglieder der Ashleys und der Lansings werden sehr genau auf Charakter und Bildung beleuchtet und über einige Jahre wird über ihr Leben ausführlich berichtet.
Die Fluchtstationen des John Ashley bis nach Chile werden dem Leser geschildert. Immer kurz vor der Entdeckung der Identität Ashleys helfen mutige Menschen weiter. Überall wo er sich aufhält, hilft auch er, um sich nützlich zu machen und stellt seine praktischen Fähigkeiten zur Verfügung.
Breckenridge Lansing wird als unzufriedener, jähzorniger und beruflich unbegabter Vater dargestellt. Seinem Sohn bringt er wenig Vaterliebe entgegen und nutzt die Schwächen des Sohnes, um ihn bei jeder Gelegenheit zu denunzieren. So wird aus dieser Erkenntnis der Charaktereigenschaften des B. Lansing am Ende des Werkes deutlich, dass es sich hier um einen Vatermord handeln muss. Ebenfalls im letzten Teil des Buches erfährt der Sohn von John Ashley, dass sein Vater selbstlos einer Religionsgemeinschaft mit finanziellen Mitteln und seinen praktischen, handwerklichen Fähigkeiten geholfen hat. Diese Gläubigen waren sich sicher, dass John Ashley kein Mörder sein kann und man ihm helfen muss. Sie organisierten seine Befreiung und retteten ihn so vor der Hinrichtung.
Nachdem feststeht, dass der eigentliche Mörder von B. Lansing dessen Sohn ist, gibt die Familie Ashley die Hoffung nie auf, dass der auf der Flucht befindliche und verschollene Vater und Ehemann eines Tages zurückkommen wird.
BNA 5535

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Wnuk, Oliver: Luftholen (Braillebuch)

Im Leben des Bademeisters Josch ist so einiges schiefgelaufen: Seine Frau und sein Sohn haben ihn verlassen, er ist hoch verschuldet. Im Leben richtig Halt gefunden hat der Mittdreißiger nur am Beckenrand. Auch wenn er tagaus tagein den gleichen Trott als Bademeister erlebt, hier weiß er, was zu tun ist. Als er sich für den Tod eines 14-jährigen Mädchens im Schwimmbecken verantwortlich fühlt, flieht er aus der Stadt, um Luft zu holen und sein Leben neu zu ordnen. Er begegnet der lebensfrohen, blinden Maria …
Eine spannende und zugleich berührende Geschichte mit Tiefgang, authentisch geschrieben, mit lebendigen Dialogen. Regt zum Nachdenken an!
 
Wnuk, Oliver: Luftholen
Frankfurt am Main: Krüger, 2013
7 Hefte, Kurzschrift, BN-Verkauf 8511, 16,10 €
 

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Wolf, Christa: »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud« (Hörbuch)

Unser Hörbuch-Tipp erscheint in Gedenken an Christa Wolf, die am 1. Dezember 2011 in Berlin verstarb. »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud« ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Auf Einladung des Getty-Center kann sich Christa Wolf einige Monate in Los Angeles aufhalten, ein ihr am Herzen liegendes literarisches Projekt verfolgen und sich damit zumindest körperlich der Schlammschlacht zwischen Ost und West, die im wiedervereinigten Deutschland der 90er Jahre tobt, entziehen. Dieses »Sichherausnehmen« aus dem Konflikt ermöglicht ihr, sich zu erinnern, an Kindheit, an den Neuanfang, die Kämpfe um die Bedeutung von Literatur für den neuen Menschen. Mit dem Wissen um das Ende der DDR betrachtet sie politische Entscheidungen und persönliche Zwänge ihres Lebens neu. Und oft sieht sie kurz aus dem Augenwinkel Freuds Mantel durch ihr Leben wehen.
Christa Wolf trifft Menschen, Stipendiaten wie sie, die ihr ganz eigene Sichtweisen auf die DDR, BRD und die Wiedervereinigung bieten. Durch die örtliche als auch zeitliche Entfernung zum Thema Deutschland, die Akribie des Nachfühlens wie –denkens entsteht ein ungeheuer reizvolles Zeitzeugnis. [Wolf, Christa: Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud. | Berlin: Suhrkamp, 2010 | Sprecherin: Sylke-Kristin Deimig (Leipzig). | 1 CD Daisy – 17:18h | H018515]

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Zafon, Carlos Ruiz: Marina (Hörbuch)

Es gibt Orte, von denen man magisch angezogen wird. Sie faszinieren, weil sie so unwirklich erscheinen. Sind sie wahr oder existieren sie nur in unseren Vorstellungen? Das Stadtviertel Sarriá von Barcelona mit seinen alten Jugendstilvillen und -palästen, verwilderten Gärten und Straßen ist so ein Ort. Hierher kommt Oscar Drai, der in der nahe gelegenen Internatsschule „dahinschmachtet“, und trifft eines Tages Marina, ein geheimnisvolles Mädchen, das ihn schon vom ersten Tag an in ihren Bann zieht und ihn mit Spannung erfüllt. Gemeinsam gehen sie den Geheimnissen eines ehemals reichsten Mannes Barcelonas nach, stellen kriminalistische Erforschungen an, die zu einem ungeklärten, rätselhaften Fall in der Polizeigeschichte Barcelonas führen. Sie fliehen vor gespenstischen, zum Leben erweckten Geistermarionetten und albtraumhaften Kreaturen, kämpfen mit übernatürlichen Monstern in der Unterwelt. Aber auch Marina hat ein Geheimnis …
Fesselnder Gruselroman mit zarter Liebesgeschichte! Schaurig-schön!

1 DAISY-CD, 7,5 h, Bestell-Nr.: 21444

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Zeh, Juli: Unterleuten

Unterleuten ─ ein Dorf in Brandenburg, hier ist man unter Leuten: unter Alteingesessenen und aus der Großstadt Hinzugezogenen. Nichts mit Landidylle ─ hier schwellen Konflikte, die ausbrechen, als nahe des Dorfes ein Windpark errichtet werden soll. Es geht um viel Geld, um Land und Macht. Jeder in Unterleuten versucht, seine eigenen Ziele und Lebenswahrheiten durchzusetzen: allen voran Bauer Gombrowksi, der die ehemalige LPG in seine GmbH umwandelte, sein Widersacher und ehemalige Kommunist Kron, der Soziologieprofessor Fleiß, der als Vogelschützer mit seiner Frau aufs Land zieht, die gewiefte Pferdenärrin Franzen, die eine Pferdezucht aufbauen möchte, der bayerische Investor. Der Streit um altes und neues Unrecht und der Versuch jedes Dorfbewohners, seinen Vorteil aus der neuen Situation zu ziehen, macht das Leben im Dorf unerträglich. Alles läuft auf ein Unheil, Gewalt und Verbrechen hinaus.
 
Ein Roman aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, der das soziale Geflecht eines Dorfes skizziert und der sich wie ein Krimi liest.
 
München: Luchterhand, 2016
1 CD DAISY (19:30 h) H036626

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Zschokke, Matthias: »Auf Reisen« (Braillebuch)

Für Leser, die es weiter in die Ferne hinauszieht, empfehle ich das Reisebuch von Matthias Zschokke. Neben europäischen Metropolen und ein paar verführerischen Landschaften besuchen wir mehrfach New York und machen auch einen Abstecher in die arabische Welt. Bemerkenswert ist an diesem Buch aber die vermittelte Reisephilosophie.
Jeder kennt die Situation: Als Tourist mit begrenztem zeitlichen wie finanziellen Budget in einer völlig unbekannten Stadt, von der man aber theoretisch alles weiß, ist man immer am falschen Ort. Die schönste Stelle in der Stadt ist immer dort, wo die anderen gerade sind: die Eingeborenen, die die sich auskennen, die die sich alles leisten können. Stress stellt sich ein.
Erster Rat des Autors: Nirgends in dieser Stadt ist es besser, als da, wo ich jetzt gerade bin. Und sofort macht sich Entspannung breit, die man braucht, um eine neue Umgebung in sich aufnehmen zu können. »Dann fängt die Stadt an, sich zu entfalten.«
Und auch von der Abarbeitung eines Tagespensums, das unbedingt bewältigt werden muß, sollte der Reisende Abstand nehmen. Das führt nur zu Enttäuschung und Frustration. Auf diese Weise erschließt sich einem klugen Menschen kein fremdes Terrain. Tja, auch Reisen im Urlaub will gelernt sein.
Eine Verführung, aber auch Anleitung zum Reisen, damit nicht nur von Orten, Köstlichkeiten und unerwarteten Ereignissen einer Reise geredet wird!
[Matthias Zschokke : Auf Reisen | Ammann Verlag & Co. | Zürich | 3 Bde., SchA4, kzp.98, 36,00 €, BNV 7042, BNA 16328]

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Zweig, Arnold : Junge Frau von 1914 (Hörbuch)

Arnold Zweig wurde 1887 als Sohn eines jüdischen Sattlers in Schlesien geboren. Ab 1907 studierte er u. a. Germanistik und Philosophie. Sein literarisches Debüt hatte er 1912. 1915 wurde Arnold Zweig zum Militärdienst eingezogen. Zu Beginn war er eher preußisch-national gesinnt, wandelte sich aber durch seine Erlebnisse in Serbien, Belgien und bei Verdun zum Pazifisten. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden seine Bücher im Rahmen von Bücherverbrennungen öffentlich verbrannt. Er emigrierte über Frankreich nach Palästina. 1948 kehrte Arnold Zweig aus dem Exil nach Ost-Berlin zurück, wo sich ihm durch die ebenfalls zurückgekehrten Bertolt Brecht und Anna Seghers ein besseres Arbeitsfeld bot. Als bekennender Sozialist fand er in der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR Ehre und Anerkennung. Er starb 1968 in Berlin.Die hier verwendete Buchausgabe des Romans "Junge Frau von 1914" ist der 2. Band aus seinem bekannten Romanzyklus "Der große Krieg der weißen Männer" und erschien 1949 im Aufbau-Verlag Berlin.
Zweig schildert in seinem Roman die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland während der ersten Kriegsjahre am Schicksal von Werner Bertin, studierender Referendar, und seiner Freundin Leonore Wahl, behütete Tochter eines reichen jüdischen Bankiers. Beide verbringen eine unbeschwerte Zeit miteinander bis der Krieg sie überrascht.
Anfang 1915 wird Werner als Armierungssoldat eingezogen. Während einer der Wochenendbesuche Leonores in Küstrin, wo er stationiert ist, wird sie ungewollt schwanger. Da ihre Eltern einer Ehe niemals zustimmen würden und sie andererseits Angst hat, als ledige Mutter von der Gesellschaft verstoßen zu werden, entscheidet sie sich schweren Herzens für eine Unterbrechung der Schwangerschaft. Werner ist mit der Situation überfordert, und statt ihr beizustehen schreibt er ausführlich über seine Eindrücke als Soldat und meldet sich freiwillig zum Einsatz in Frankreich. Beim Abschied versöhnen sie sich jedoch.
Leonore beginnt als Lehrerin zu arbeiten. Dem Krieg steht sie immer kritischer gegenüber. Dazu tragen vor allem Berichte über Soldatenschicksale bei, die ihr zu Ohren kommen.
Auch das Leben von Leonores Familie verändert sich. Der für sie auserkorene Bräutigam ist an der Front gefallen, und ihrer Mutter ist das Verhältnis zu Werner Bertin, der mittlerweile als Schriftsteller Bekanntheit erlangt, nicht verborgen geblieben. Sie überredet ihren Mann, einer Hochzeit zwischen Leonore und dem momentan noch mittellosen Werner zuzustimmen. Zumal die Familie aufgrund der Zurückstellung von Leonores jüngerem Bruder vom Militärdienst unter Druck steht - man braucht einen Kriegshelden in der Familie.
Leonore setzt alles daran, ihren Verlobten, dessen Bataillon nach Verdun verlegt werden soll, vom Militärdienst zu befreien, leider aussichtslos. Nun setzt sie bei ihren Eltern eine baldige Hochzeit durch, um für Werner wenigstens Urlaub zu erwirken. Diesen erhält er auch. Allerdings bleiben beiden nur vier Tage für die Hochzeit und etwas Zweisamkeit bevor Werner wieder an die Front muss.
Die Presse reagierte auf dieses Buch verunsichert, als es 1931 erschien. Es galt als befremdlich privat. Arnold Zweig hätte zu viel Aufmerksamkeit auf die Gefühlsbewegungen und den Zorn einer Frau verwandt, in einer Zeit, in der die Männer ihr Leben an der Front opferten.
Arnold Zweig selbst bezeichnete dieses Buch als den "Roman der Liebe" innerhalb seines Zyklus.Tatsächlich erzählt der Roman hauptsächlich von Leonores Schicksal und ihrer Wandlung von einem unbeschwerten jungen Mädchen zu einer Frau, die ihr Leben aktiv selbst gestaltet.

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Braillebuch

1 Ludwig Ganghofer: Das brennende Tal 017533 2 Jennifer Sonntag: Liebe mit Laufmaschen 017536 3 Jojo Moyes: Über uns der Himmel, unter uns das Meer 018116 4 Håkan Nesser: Die Lebenden und Toten von Winsford 018054 5 Chris Womersley: Beraubt 017874

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