Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Projekte und Tagungen

Die Projekte der DZB helfen die gesellschaftliche Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen in Beruf und Studium zu verbessern. Sie haben die Entwicklung barrierefreier Bildungsangebote, vor allem in digitaler Form, zum Ziel, unterstützen aber auch Unternehmen bei der barrierefreien Aufbereitung ihrer Produkte.

Projekte

InclusiveOCW

Inklusive kollaborative Erstellung und Nutzung von OpenCourseWare in der Berufsförderung von Menschen mit Seheinschränkung

Basis des Projektes

Ausgangspunkt des Projektes ist die vom Fraunhofer IAIS entwickelten Lernplattform SlideWiki. Damit steht dem Projekt eine Plattform zur Verfügung, die mit der Nutzung von OpenCourseWare einen ähnlichen Grundgedanken wie Wikipedia verfolgt – OpenCourseWare als offenes Wissen zur gemeinschaftlichen Nutzung, Teilung und Weiterverarbeitung.

InclusiveOCW wird die vorhandene Lernplattform SlideWiki zu einem barrierefreien Bildungswerkzeug ausbauen und dabei bedarfsorientiert, nachhaltig und gebündelt Ausbildungsmaterialien zur Verfügung stellen. Dadurch können Menschen mit und ohne Seheinschränkungen exakt gleiche Dokumente, Methoden und Arbeitsmittel nutzen. Die im Rahmen des Vorhabens erstellten OpenCourseWare-Inhalte sind unter der offenen CC-BY-SA-Lizenz frei verfügbar.

Zentrale Aufgabe und Ziel des Projektes

Die Erstellung barrierefreier Lehr- und Lernmaterialien sowie der Zugang zu barrierefreiem Wissen ist eine zentrale Aufgabe des Projektes und hilft dabei die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Zugeschnitten auf Barrierefreiheitsstandards kann SlideWiki die Zusammenarbeit, den Wissensaustausch und den Bildungsfortschritt erheblich verbessern. Durch mehr Vielfalt an barrierefrei aufbereiteten Lehr- und Lernmaterialien können die beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten blinder und seheingeschränkter Menschen gesteigert werden. Somit kann die nachhaltig Förderung in der beruflichen Bildung und am Arbeitsplatz gelingen.

Aufgaben der Verbundpartner

Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) übernimmt im Verbundprojekt den Teilbereich Accessibility und Usability für Blinde und Sehbehinderte. Sie entwickelt eine rechtssichere Lösung, um zusätzlich zu offenen Lehrmaterialien auch geschützte Lerninhalte, speziell für die Zielgruppe, bereitstellen zu können.
Das Berufsförderungswerk Halle (BFW) wird SlideWiki und die generierten Inhalten in der Aus- und Weiterbildung blinder und seheingeschränkter Menschen einsetzen, testen und bewerten.

Um nicht ausschließlich eine browserbasierte Lösung anbieten zu können, werden native Apps für die gängigen Systeme IOS, Android und Windows entwickelt (Forschungszentrum L3S Hannover).

Mit Hilfe intelligenter Informationsextraktion aus visuellen Daten sollen Bildbeschreibungen (teil-)automatisiert generiert und barrierefrei zugänglich gemacht werden (Technische Informationsbibliothek Hannover).

Ebenso wird die Funktionalität der automatischen Übersetzung ausgebaut, um die barrierefreien Inhalte weltweit nutzbar zu machen (Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) Sankt Augustin).

Die Zugänglichkeit des SlideWiki-Portals sowie der Apps wird von der DZB nach WCAG-Standard geprüft und die Funktionalitäten unter zu Hilfenahme von assistiven Technologien (u.a. Braillezeile und Sprachausgabe) getestet.

Laufzeit

Dezember 2017 – November 2020

Kooperationspartner

Berufsförderungswerk Halle (BFW)(Projektkoordination)
Deutsche Zentralbücherei für Blinde
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) Sankt Augustin
Forschungszentrum L3S Hannover
Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover

Kontakt
Antje Graf (Projektkoordination)
E-Mail:

Förderung

Das Projekt IOCW (Förderkennzeichen: 01PE17004F) wird im Rahmen des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischen Sozialfonds gefördert.

BACC Born Accessible Content Checker

Im Projekt BACC wird ein Werkzeug zum einfachen und automatisierten Testen der Barrierefreiheit von EPUB-Publikationen entwickelt. Die Software soll Prüfergebnisse sowie Optimierungsempfehlungen zur barrierefreien Aufbereitung leicht verständlich vermitteln.
Ziel des Born Accessible Content Checker ist es, inklusives Publizieren zu vereinfachen, d. h. Verlage bei der Produktion barrierefreier elektronischer Publikationen zu unterstützen, so dass diese schon von Beginn an auf einen barrierefreien Zugang achten können.
Durch dieses inklusive Publizieren werden mehr digitale Inhalte für blinde und sehbehinderte Menschen zur Verfügung stehen.

Mehr Infos: BACC | Flyer BACC (PDF) | Flyer BACC (PDF, englisch)

BADI (Barrierefreie Aufbereitung Digitaler Inhalte) 2014-2017

Im Projekt BADI sollen Download-Angebote an barrierefreien E-Books im EPUB3-Format für blinde und sehbehinderte Menschen in Ausbildung und Beruf geschaffen werden. Damit ist es möglich, dringend benötigte Bildungsangebote im Fach- und Sachbuchbereich barrierefrei in digitaler Form über die DZB zur Verfügung zu stellen. Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre (2014-2017). Folgende Aufgabenfelder werden in diesem Zeitraum bearbeitet:

  • Erarbeitung eines Anforderungskataloges und barrierefreie Aufbereitung konkreter Buchinhalte,
  • Adaption und Erweiterung der DZB-internen Produktionsabläufe für die barrierefreie Aufbereitung von EPUB3 Inhalten,
  • Realisierung einer Downloadplattform von E-Book-Inhalten für autorisierte Nutzer,
  • Entwicklung und Test einer Lesesoftware für barrierefreie E-Book-Inhalte.

Die im Rahmen des Projektes entwickelten Werkzeuge und Methoden werden nachhaltig in der DZB zur Aufbereitung und Distribution von barrierefrei gestaltete E-Books eingesetzt.
Präsentationen zum BADI-Symposium (englisch)

»Leibniz« (Sach- und Fachbuchaufbereitung) 2009-2012

Von 2009 bis 2012 wurde in der DZB mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) das Projekt »Leibniz« durchgeführt. Im Fokus des Projektes stand die Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen im beruflichen und akademischen Umfeld.

Aufgabe des Projektes war es, leistungsstarke IT-Verfahren für individuelle Übertragungsdienstleistungen von Sach- und Fachbüchern für blinde und sehbehinderte Menschen zu entwickeln. Es wurde eine Software hergestellt, die in der Lage ist, Text, Bilder, Diagramme, Tabellen - also auch graphische Details - automatisiert und effektiv zu übertragen. So können effektive Arbeitsabläufe zur Aufbereitung gedruckter Publikationen in sehbehindertengerechten Formaten gestaltet werden. Überdies wird der Zugang zu Bibliotheksausleihangeboten und -dienstleistungen für blinde und sehbehinderte Nutzer in den geeigneten Formaten Braille, DAISY und Großdruck forciert. Verschiedene Partner aus der kommerziellen Verlagsbranche unterstützten die DZB bei Testverfahren oder tauschten Erfahrungen auf dem Gebiet Barrierefreiheit aus. Die Zusammenarbeit mit der Branchenplattform »Libreka« war eine der ersten Ideen, um den Transfer bereits digitalisierter Publikationen zu erleichtern und zeitnah sicherzustellen. Die Einbindung der Projektergebnisse von Leibniz in bestehende nationale und internationale Aktivitäten zielt schließlich auf die Realisierung der Vision einer globalen Bibliothek für Menschen, die gedruckte Informationen nicht lesen können.

»DaCapo« (Notenübertragung) 2003-2009

Innerhalb von sechs Jahren (2003-2009) wurde dank der Förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in der DZB ein leistungsfähiger und computergestützter Notenübertragungsservice eingerichtet, der anforderungsorientiert und effizient Schwarzschrift-Noten in Braille-Noten übersetzt.

Im Rahmen der Projekte DaCapo I und DaCapo II entwickelte man eine spezielle Software, die es Notenübertragern und -korrektoren ermöglicht, Musikwerke computergestützt zu verarbeiten.

Mit BrailleVis ist seit 2005 aber auch umgekehrt die Übertragung von Braille-Noten in Schwarzschrift-Noten möglich. Beim Schnellübertragungsservice MakeBraille, einem weiteren Angebot des Notenübertragungsservice in der DZB, erfolgt die Übertragung in Braille ohne das zeitintensive Korrekturlesen. Die Arbeit wurde ermöglicht durch ein gesondertes Abkommen mit der Verwertungsgesellschaft Musikedition und profitiert von engen Kooperationen mit internationalen Blindenbibliotheken sowie Musikverlagen.

Tagungen

BADI-Symposium in Leipzig

Vom 9. bis zum 11. Februar 2015 organisierte die DZB in Leipzig ein internationales Treffen der LPD-Arbeitsgruppe der IFLA zum Thema »Barrierefreier Zugang zu digitalen Informationen«. Zum Symposium am 11. Februar 2015 kamen Experten aus Südafrika, Israel, der Schweiz, den USA, den Niederlanden und Norwegen nach Leipzig. Sie beschäftigten sich mit Themen zum barrierefreien Zugang zu Informationen für blinde, sehbehinderte und lesebehinderte Menschen, stellten laufende Projekte vor und tauschten Erfahrungen aus.

Präsentationen zum BADI-Symposium (englisch)

Weltkongress Braille21

Die Zukunft der Brailleschrift war Thema des Weltkongresses Braille21, der vom 27. bis 30. September 2011 in der Universität Leipzig stattfand. Über 400 Teilnehmer aus 49 Ländern ließen den Kongress zu einem Ort des konstruktiven Austauschs über Innovationen in Braille im 21. Jahrhundert werden. In über 70 Vorträgen und Workshops, dem Markt der Möglichkeiten und der Hilfsmittelausstellung wurde deutlich, wie vielfältig die Anwendung der Brailleschrift in der ganzen Welt und wie wichtig der internationale Dialog über die Blindenschrift ist.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: braille21.dzb.de.

DAISY2009

Vom 21. bis zum 27. September 2009 lud die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) alle Interessierten und Anwender, Entwickler und Experten des multifunktionalen Informationsmediums DAISY (Digital Accessible Information System) zur Veranstaltungswoche »DAISY2009« in die Buch- und Medienstadt Leipzig ein.
Ziel war es, den Erfahrungsaustausch sowohl von technischer als auch von anwenderorientierter Seite anzuregen. Dabei sollten langfristig Kooperationen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit forciert werden. Dabei ergänzten sich eine überregionale Fachtagung mit dem Titel »Barrierefreie Aufbereitung von Dokumenten« und ein Anwenderforum einschließlich einer Hilfsmittelausstellung. Anschließend fand eine internationale technische Konferenz statt, bei der rund 400 Gäste aus aller Welt durch direkten Erfahrungsaustausch ihre Zusammenarbeit in Workshops, Arbeitstreffen und Diskussionen verdichteten.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: daisy2009.dzb.de.