Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Reliefherstellung

Tiefziehen eines Reliefs Matrize für geografische Karte

Bilder und grafische Darstellungen nehmen blinde Menschen über Reliefs wahr. Diese sind stark generalisiert: Viele Details eines Bildes, die schwer zu ertasten wären, fallen weg.
Vorab wird festgelegt, welche charakteristischen Linien und relevanten Umrisse für das Relief wesentlich sind, wie viele Ebenen das Reliefbild haben und wie die Oberfläche gestaltet werden soll.
Für die Umsetzung benutzt man verschiedene Materialien: Der Blütenstand einer Margerite lässt sich wunderbar mit Sandpapier darstellen, feine Fäden und Gaze werden zu Fenstern eines Gebäudes, und eine Perle ergibt vielleicht ein Kullerauge für eine Märchenfigur oder eine Stadt auf einer Landkarte.
Matrize für ein Kalenderblatt Mit entsprechender Computersoftware und moderner Schneideplott-Technik entsteht in künstlerischer Feinarbeit eine Reliefvorlage, die auf Zinkblech befestigt ist. Die so genannte Matrize dient als Grundlage für die Vervielfältigung. Auf diese wird die Folie gelegt und im Tiefziehverfahren erhitzt. Weil eine Vakuumpumpe die Luft entzieht, schmiegt sich die erwärmte Folie den Formen der Matrize an.
Wird Pressluft hinzugeführt, kühlt die Folie schnell ab und es entsteht ein transparentes Relief, dem ein homogener Farbdruck unterlegt wird. In Kombination mit Blindenschrift und Großdruck werden auf diese Weise Reliefkinderbücher, Atlanten und Kalender produziert.

120 Jahre DZB

Am 12. November 1894 wurde die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) gegründet. Damals wie heute versorgt sie blinde und sehbehinderte Menschen mit Braille- und Hörbüchern, Reliefs, Logo Lesende Hände Zeitschriften und Musikalien.
Erfahren Sie mehr über die Geschichte unseres Hauses.