DZB - NACHRICHTEN


 

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)


 Nr. 2/2000 März/April  10. Jahrgang

Inhalt

 

Vorbemerkung

Unsere Postecke

Die DZB im Jahr 1999

Partnersuche

Einblicke

Produktionsvorhaben im Jahr 2000 (II)

Sehen und begreifen

Die Kramkiste

B. W. Ceram: »Götter, Gräber und Gelehrte«

Maurice Druon: »Die großen Familien«

Bücher des Jahrhunderts

LOUIS

Wie ist für Blinde der Zugang zum Internet möglich?

Info-Service

Jahreszusammenfassung DZBN auf Diskette

Ausleih-Hits 1999

Audiobroschüre  "Ratgeber  Euro"

Buchmesse Leipzig

Boltenhagen wartet auf Freunde der Literatur. Ein Verführungsversuch von Jürgen Trinkus

Neue Hörkassette

Lehrgänge des DBBW

 

Vorbemerkung

 

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der "DZB-Nachrichten"! Damit Sie sich noch mal einen Eindruck von dem verschaffen können, was wir so das ganze letzte Jahr über getrieben haben, liefern wir Ihnen heute gleich nach der Postecke den Jahresbericht unseres Direktors.

Dann folgt der zweite Teil des Ausblickes auf die Produktionsvorhaben dieses Jahres, das Hörbuch betreffend. Wir liefern einen Bericht über die Eröffnung der Ausstellung "sehen + begreifen" im Sächsischen Landtag (sie dauert vom 16. Februar bis zum 14. März 2000) und stellen unsere "Ausleih-Hitliste" des Jahres 1999 vor. Eine Überraschung dürfte für manchen in der Rubrik "Bücher des Jahrhunderts" enthalten sein. Mehr wird nun aber nicht verraten.

In der Hoffnung, dass auch diese Ausgabe der DZBN für Sie von Interesse sein wird, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Ihr Karsten Sachse.


Unsere Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht zwangsläufig identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

 

Einen langen Brief erhielten wir per E-Mail von Herrn Adrian Fussek aus Darmstadt:

 

"(...) Der neu eingeführte Punkt 6 vor scharfem S: Der Anspruch, den man an die Punktschrift und auch an die Kurzschrift stellen soll, muss lauten: Die Kurzschrift darf nicht ein obskurer Code, eine 'Militärchiffre' sein, sondern muss eine vollwertige Eins-zu-Eins-Abbildung der Schwarzschrift darstellen. Das heißt im Klartext, ein Blinder muss in der Lage sein, aus der Schreibweise in Blindenkurzschrift die orthographisch korrekte Schreibweise in Schwarzschrift abzuleiten. Da alle Bücher und Publikationen in Blindenkurzschrift veröffentlicht werden, ist es die einzige Möglichkeit für einen Blinden, beim Lesen die korrekte Orthographie zu lernen. Im Beruf und im Privatleben müssen immer mehr Blinde Briefe, Doktorarbeiten, Berichte und Sitzungsprotokolle in Schwarzschrift und nicht in Blindenkurzschrift schreiben. Wo sollen sie die Orthographie lernen, wenn nicht aus den gelesenen Büchern und Zeitschriften?

Aus diesen Gründen muss man die Einführung des sechsten Punktes zur eindeutigen Unterscheidung zwischen Doppel S und scharfem S begrüßen. Man kann nur bedauern, dass die Reform nicht konsequent genug war und es immer noch unmöglich ist, in Blindenkurzschrift kleingeschriebene Wörter von großgeschriebenen zu unterscheiden.

2. Lob Ihrer Produkte: Ich abonniere mehrere Ihrer Zeitschriften: DZB-Nachrichten mit den Bücherlisten, Ratgeber aktuell, Schachbrücke, Tiermagazin, Wissen und Fortschritt. Mit allen bin ich zufrieden, besonders hervorheben möchte ich aber die zwei ersten: Die DZB-Nachrichten entwickeln sich immer mehr von einer regionalen Zeitschrift zu einem Diskussionsforum über alle Probleme der Blindenverlage und des Informationszuganges für Blinde im deutschsprachigen Raum. Die Kompetenz der Diskussionsbeiträge sowie die Nähe zu den Lesern ist für mich beeindruckend.

Ratgeber Aktuell füllt eine schmerzliche Lücke im Informationsspektrum, das einem Blinden über die Massenmedien Radio und Fernsehen zugänglich ist: die Marktanalysen und Produktvergleiche. Die Beiträge in dieser Zeitschrift sind für mich höchst interessant, kurz und kompetent geschrieben.

Ich bin Leser der DZB-Punktschriftbibliothek, habe auch mehrere Ihrer Punktschriftbücher privat gekauft. Bei Ihren Büchern fallen vor allem die schöne Bindung, der schöne Einband und der im Vergleich zu anderen Blindenverlagen niedrige Preis auf. Die seit paar Jahren von anderen eingeführten Ordner mit Metallgestell als Einband für Punktschriftbücher finde ich schrecklich. Ihre Einbände mit goldenen Rücken sind das Schmuckstück meiner Bibliothek, allen Gästen fallen sie auf. (...) Mit der Auswahl Ihrer Neuerscheinungen bin ich zufrieden: ich finde immer wieder etwas Interessantes für mich.

3. Anregungen: Ich finde es sehr schade, dass Sie den Bereich Landkarten für Blinde vernachlässigt haben. Mit Ausnahme des Blindenatlasses  für die Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung sind bei Ihnen nach der Wende keine Landkarten erschienen. Dabei  habe ich noch als Kind und dann als interessierter Jungendlicher die Erdkunde aus Ihren  Landkarten gelernt (der alte große Leipziger Atlas für Blinde, die kleinen “Erdteile der Welt”. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Ihre Landkarten die besten in Deutschland sind, kein Vergleich mit den stümperhaft gefertigten, kleinen Landkarten anderer Anbieter. Dennoch ist es eine Schande, dass es 11 Jahre nach den Umwälzungen in Europa in Deutschland keinen aktuellen Europa-Atlas für Blinde gibt.

Als Beispiel zur Nachahmung kann  das Royal National Institute for the Blind aus England dienen. Mit einfachen Mitteln und relativ billig fertigen die Engländer auf Thermofolie brandaktuelle Kontinent-Karten sowie Karten einer kleinen Region z.B. einer Grafschaft oder eines touristisch attraktiven Gebietes.

Abschriften der Rechnungen in Punktschrift: Ein anderes, nachahmungswürdiges Beispiel aus England stellt die Praxis dar, für jede Bestellung die Rechnung bzw. den Lieferschein parallel in Schwarzschrift und in Punktschrift zu liefern. Der blinde Kunde hat dann sofort den Überblick. Bei dem jetzigen Stand der Technik (computerbasierte Datenverarbeitung bei der Rechnungserstellung, Punktschriftdrucker usw.) dürfte es kein großes Problem sein. Vielleicht übernehmen Sie die Vorreiterrolle in Deutschland? (...)"

 

Bemerkung der Redaktion

Vor 11 Jahren fingen die Umwälzungen in Europa ja erst an. Um den Grenzverlauf der europäischen Staaten korrekt darstellen zu können, mussten wir warten, bis die Grenzen einigermaßen dauerhaft feststanden. Seitdem das nun hoffentlich der Fall ist, sind wir gemeinsam mit dem Klett-Perthes-Verlag daran gegangen, einen neuen Europa-Atlas für Blinde herzustellen. Ein erstes Ergebnis hoffen wir noch dieses Jahr anbieten zu können.

Das Thermoverfahren mit dem Schwellpapier benutzen wir bislang nicht, aber das Landeshilfsmittelzentrum in Dresden bietet diese Variante an. Wir haben noch keine günstige Lösung für das Anfertigen von Rechnungsabschriften in Blindenschrift gefunden, sind aber darum bemüht.

       Aus Berlin meldete sich Herr Manfred Bayerl zu Wort:

"(...) Eine sehr gute Idee und ganz toll gemacht ist der neue Kalender, bei dem das ganze Jahr auf einer Folie abgedruckt ist. Einzige Schwachstelle ist die Aufhängung: weil die Folie sehr dünn ist, rutscht sie schnell aus der Halterung. Aber das lässt sich schnell lösen, ein Stück Papier drunter geklemmt und die Sache ist in Ordnung. Auf jeden Fall sollte dieser Kalender von jetzt an jedes Jahr angeboten werden.

Sehr zufrieden bin ich auch mit den Autobahnanschlüssen. Man hat jetzt endlich die Möglichkeit, seine ohnehin mageren geografischen Kenntnisse zu verbessern. Ist die Reihe mit der A9 abgeschlossen oder sind noch mehrere geplant und wenn ja, welche? (...)"

Bemerkung der Redaktion

Die Fortsetzung der Autobahnanschlüsse ist geplant, die Reihenfolge wird, wenn möglich, entsprechend der Nummerierung erfolgen.

Zur letzten Ausgabe eine Wortmeldung von Frau Ursula Steinbrich aus Chemnitz:

"(...) Zur Verpackung der Zeitschriften gebe ich Herrn Eiben insofern Recht, als die Deutschlandrevue in Folie verpackt ist, obwohl sie keine Beilage enthält. Oder wird diese auf dem Postweg immer gemopst?

Es stimmt auch, dass sich Artikel im A4-Format besser archivieren lassen. Ich mag das Großformat aber trotzdem lieber, weil sich darin Texte nach meinem Empfinden  durch die Zeilenlänge übersichtlicher gestalten lassen, besonders Tabellen. Im A4-Format müssen Tabellen aus Platzgründen meist in Text umgewandelt werden. (...)"

Bemerkung der Redaktion

Die Deutschlandrevue hat sozusagen eine Neuigkeit vorweggenommen. Bald werden alle Zeitschriften in Folie verpackt.

Aus Mainz schickte Herr Bernd Fertsch folgende Zeilen:

"(...) Ich habe mich sehr über die Beschreibung des Programms 'VIEW' gefreut. Seit langer Zeit benutze ich dieses Programm. Da ich nur mit DOS arbeite, ist mir dieses Programm eine sehr große Hilfe und macht mich in den meisten Fällen auch unabhängig von der Hilfe meiner Frau, die mir sonst die Texte mit ihrem Computer erst mal anders abspeichern müsste. Kürzlich hatte ich sogar einen Text, den sie mit Windows nicht lesbar machen konnte, aber mit VIEW ist mir dies gelungen. Ich möchte das Programm nicht mehr missen.

Beziehen kann ich es mit Hilfe meines Modems über eine Mailbox. Gerne sind meine Frau und ich bereit, das Programm oder die Mailboxnummer an Blinde weiterzugeben.

Zudem bin ich als DOS-Benutzer von den Programmen von Michael Lang (selbst blind) begeistert.

Da ist einmal das AUDIOS: DOS-Oberfläche mit akustischer Unterstützung. Damit kann ich sehr komfortabel z.B. Dateien kopieren, löschen, umbenennen, Verzeichnisse anlegen usw.

Das zweite Programm ist das TAB (Text als Buch): dies ist meiner Meinung nach ein hervorragendes Programm zum Lesen von Texten.

Vielleicht können auch diese Programme mal vorgestellt oder erwähnt werden. Sie dürfen kostenlos an Blinde weitergegeben werden.

Ich bin taubblind (mit Hörrest) und eine Umstellung auf WINDOWS wäre für mich doch eine sehr große Umstellung. Ich habe da Bedenken, ob ich dem gewachsen wäre. So hat es mich natürlich sehr gefreut, mal was für DOS-Anwender zu lesen. (...)"

 


Die DZB im Jahr 1999

von Dr. Thomas Kahlisch

(Direktor der DZB)

Das vergangene Jahr war ein wichtiges und vor allem wieder ein recht erfolgreiches Jahr für die DZB. Am 14. September wurden im Rahmen einer Feierstunde die rekonstruierten Häuser in der Gustav-Adolf-Straße 5, 7 und 9 an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übergeben. Herr Staatssekretär Eckhard Noack vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Herr Ministerialrat Jürgen Simon vom Sächsischen Staatsministerium für Finanzen, Dr. Alfred Preuße vom Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Sachsen e.V., und der Direktor der DZB würdigten die in der dreijährigen Umbauphase geleistete Arbeit der Planer und Bauausführer als auch der im Haus tätigen Kollegen.

Nach Fertigstellung des Hinterhofes, im Dezember des vergangenen Jahres, wurde damit die umfassende und dringend notwendige Rekonstruktion des Gebäudekomplexes abgeschlossen. Schöne helle und modern ausgerüstete Räume bieten jetzt hervorragende Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auch personell hat sich einiges im vergangenen Jahr in der DZB verändert. Am 31. Januar 1999 beendete Herr Prof. Dr. Siegfried Tschirner seine Tätigkeit als Direktor dieses Hauses.

Siegfried Tschirner zeichnete 23 Jahre verantwortlich für die älteste Blindenbücherei Deutschlands. Er führte das Haus und seine Mitarbeiter durch Zeiten des Mangels in der DDR und sicherte durch sein Engagement den Fortbestand der Einrichtung im wiedervereinigten Deutschland. Am 29. Januar 1999 verabschiedeten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB gemeinsam mit Gästen des SMWK, DBSV und BSVS den alten Direktor und würdigten sein umfangreiches Schaffen zum Wohle Blinder und Sehbehinderter. Im Rahmen dieser Festveranstaltung berief Herr Staatssekretär Noack Herrn Dr. Thomas Kahlisch zum neuen Direktor der DZB.

Mit Wolfgang Erndt, Anke Nordmann und Katrin Rappel arbeiten seit dem Frühjahr 1999 neue Kollegen in den Bereichen EDV, Reliefherstellung sowie an der Rezeption der DZB. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte hat Herr Ulrich Jander als wissenschaftlicher Dokumentar mit der Einrichtung des neuen Beratungs- und Unterstützungsdienstes für sehgeschädigte Computerbenutzer LOUIS begonnen.

Für die Nutzer der DZB waren zu keinem Zeitpunkt der Rekonstruktionsmaßnahme ernsthafte Einschränkungen in der Literaturausleihe und im Verkauf zu spüren. Dies ist vor allem dem engagierten und umsichtigen Tun der Kollegen zu verdanken. Denn Baulärm, provisorische Arbeitsplätze in den Magazinräumen und manch andere Widrigkeit wirkten sich in den letzten drei Jahren störend auf den Betriebsablauf aus.

Die Zahlen sprechen hier jedoch eine eindeutige Sprache. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir bei den Entleihungen einen Anstieg um 8% verzeichnen. Ein schönes Ergebnis, zeigt es doch wieder einmal, wie groß das Interesse Blinder und Sehbehinderter an Literatur ist.

Neben einem guten Bestell- und Belieferungsservice wird das Interesse der Leserinnen und Leser natürlich durch Vielfalt und Neuheit des Angebotes der Bibliothek geweckt. Über die Neuproduktionen der DZB hinaus gelang es 1999, Dank der vielen eingegangenen Spenden, wieder eine große Anzahl von Titeln anderer Blindenbüchereien in die Bestände von Punktschriftbibliothek und Hörbücherei zu übernehmen.

Erfreulich ist dabei auch, dass im Vergleich zum Jahr 1998 die Zahl der Punktschriftleser um 300 und die der Hörer um 200 gestiegen ist.

1999 wurden in den Studios der DZB 94 neue Hörbücher aufgesprochen. Das neue Aufnahmestudio führte hier zu einer Steigerung der Hörbuchproduktion um 11% gegenüber dem Vorjahr.

93 neue Titel für den Verkauf wurden 1999 in der DZB produziert. 36 belletristische Werke, 38 Sachtitel und 4 Kinderbücher sind als Blindenschrifttitel bereits Bestandteil des Verkaufskataloges. Dazu kommen 8 verschiedene Kataloge, 6 unterschiedliche Kalender zum Jahr 2000 und ein Schulbuch, welches für den Mathematikunterricht der vierten Klasse umgesetzt wurde. Nicht zu vergessen sind weitere Neuheiten aus der Reliefproduktion wie  der überarbeitete Cityplan Leipzig, ein Plan des Gebäudes der DZB, Glückwunschkarten und umfangreiche Arbeiten am Europa Atlas, dessen erste Kartensammlung nun im Frühjahr 2000 erscheinen wird.

Besonderen Anklang bei den sehbehinderten Lesern fand der neu gestaltete Großdruckkalender. Keiner hatte mit einer solch großen Nachfrage gerechnet und so traten zum Ende des Jahres Lieferschwierigkeiten auf, die wir zu entschuldigen bitten.

Eine neue Idee der Verlagsabteilung ist der einseitige Wandkalender für Blinde, auf dem das vollständige Kalendarium eines Jahres auf einer Folie zusammengefasst ist.

Den arbeitsintensivsten Bereich im Haus stellen die Produktion und der Vertrieb der 19 Zeitschriften dar. Die DZB gibt davon 16 in eigener Redaktion heraus. Frau Elke König zeichnet seit Beginn des vergangenen Jahres verantwortlich für die Hörzeitschriften. Wie viele lobende akustische Wortmeldungen und Leserbriefe zeigen, erfüllt sie diese Aufgabe mit großem Erfolg. Sicher ist es der hohen Qualität der Zeitschriften zu verdanken, dass die notwendigen Preiskorrekturen zu Beginn des Jahres 1999 auf erfreuliches Verständnis bei den Abonnenten stießen.

Für die immer noch sehr moderaten Preise wird den Zeitschriftenlesern der DZB eine große Vielfalt an Themen – Kinder- und Jugendmagazine, "Literaturtreff", "Deutschlandrevue", Ratgeber für den kritischen Verbraucher und zur gesunden Lebensweise, akustisches für den Tierfreund sowie bunt Gemixtes zu Kultur und Freizeit - geboten.

Auch im Bereich der Fremdaufträge gibt es große Veränderungen. Ab Januar 2000 werden in Leipzig die Zeitschriften "Die Gegenwart“ und "Der Taubblinde“ des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes DBSV in Blindenschrift gedruckt.

Über den normalen Produktions- und Ausleihalltag hinaus bemühten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB ihre Angebote weiter bekannt zu machen. Die Buchmesse in Leipzig, die Reha-Messe in Erfurt und zahlreiche Präsentationen auf Veranstaltungen der Blindenselbsthilfe und in den sächsischen Berufsbildungs- und Förderwerken sind Beispiele für eine breite Öffentlichkeitsarbeit.

Große Resonanz fand die Infokassette 1999, die allen Leserinnen und Lesern im Spätsommer übersandt wurde. Der Tag der offenen Tür am Sonnabend, den 18. September 1999, übertraf mit über 300 Besuchern alle Erwartungen und wurde zu einem gelungenen Höhepunkt unserer Arbeit.

Auch was den Bereich der Nutzung moderner Informationstechnologien betrifft, ist die DZB 1999 ein Stück vorangekommen. Zu nennen ist hier das erste in der DZB produzierte digitale Hörbuch. Auf einem ersten DAISY-Workshop tauschten wir dazu unsere Erfahrungen mit Kollegen anderer Hörbüchereien aus.

Das Internetangebot wurde im vergangenen Jahr ausgeweitet. Neben den "DZB-Nachrichten" und der "Leipziger Bücherliste" findet man unter der Adresse www.dzb.de den Hörbuchkatalog, Wissenswertes zur Entstehung von Braille- und Hörbüchern und allgemeine Informationen über das Angebot des Hauses.

Der Umgang mit neuer Technik will erlernt sein. Bei laufendem Produktionsbetrieb ist Qualifikation kein einfaches Unterfangen. Trotzdem gelang es, viele Kolleginnen und Kollegen zu Lehrgängen und anderen Schulungsmaßnahmen zu schicken.

Das vergangene Jahr ist für uns alle bereits Geschichte, und die Tagesaufgaben und neuen Pläne haben längst von uns Besitz ergriffen. Mit der Ausstellung im sächsischen Landtag „sehen + begreifen“, der Teilnahme an der Leipziger Buchmesse und dem 175. Geburtstag der Brailleschrift stehen neben dem normalen Produktionsablauf auch in 2000 wieder Höhepunkte ins Haus, die uns Gelegenheit geben, über unsere Arbeit zu berichten.

 

 

Partnersuche

 

Briefkontakt sucht

Herr Georgi Panteleew

Ul. Mir 22, Bl 1 W. 6

9010 Varna

Bulgarien

 

 

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Die sehbehindertenfreundliche "Gegenwart"

 

Wer sehbehindert oder blind ist und wer sich für die Belange von Menschen mit Sehproblemen interessiert, liest die Monatszeitschrift "Die Gegenwart". Mit der ersten Ausgabe des Jahres 2000 ist dieses Magazin noch sehbehindertenfreundlicher geworden als es bisher bereits war: Große Schrift und übersichtliche Gestaltung.

Ø       "Die Gegenwart" ist das Magazin für Blinde, Sehbehinderte und ihre Freunde und erscheint neben der    Großschriftversion auch in Blindenschrift, auf Kassette sowie auf Diskette.

Ø       Herausgeber: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) – Spitzenverband in der Bundesrepublik Deutschland.

Ø       Das Jahresabonnement für 11 Ausgaben (Juli/August ist eine Doppelnummer) beträgt 66 DM. Sonderregelung für Abonnenten der Schwarzdruck-Ausgabe in den neuen Bundesländern und im Ostteil Berlins: 55 DM. Abonnenten unter 21 Jahren zahlen für alle Ausgaben den halben Preis.

Ø       Zu den ständigen Rubriken gehören u.a. "Rechtsauskunft", "Aus aller Welt", "DBSV Nachrichten", "Sport", "Für junge Leute" ...

Ø       In jeder Ausgabe werden Veranstaltungstermine, Urlaubsangebote, Fortbildungsseminare und andere wissenschaftliche Kurzmeldungen veröffentlicht; regelmäßig kommen auch die Leserinnen und Leser zu Wort; außerdem gibt es Berufsporträts, Erfahrungsberichte aus dem Alltag, Beiträge zur Augenheilkunde und die Sendetermine von Fernsehfilmen mit zusätzlichen Erläuterungen für Blinde und Sehbehinderte. Einrichtungen und Persönlichkeiten werden vorgestellt. Kurzgeschichten, heitere und besinnliche Episoden aus dem Alltag, die "Schmunzelecke" und das Rätsel dürfen auch hier nicht fehlen.

Ø       Zwei besondere Serien gibt es im Jahr 2000: "Berliner Bauwerke" und "Bildbetrachtung".

Ø       Aktuelle Hilfsmitteltipps gibt es in der vierteljährlich erscheinenden Beilage "Das Schaufenster". In jeder Ausgabe präsentieren außerdem Hilfsmittelfirmen ihre Produkte im Anzeigenteil.

 
"Die Gegenwart" darf man nicht versäumen, denn: Die Zukunft beginnt

mit der "Gegenwart".

 

 

Einblicke

 

Produktionsvorhaben im Jahr 2000 (II)

 

Heute erhalten Sie einen Einblick in die nächsten Vorhaben unserer Hörbuchproduktion.

Damit es gleich richtig spannend wird, beginnen wir mit den Krimis. Der Höflichkeit gehorchend erhalten die Damen den Vortritt, allen voran die "Grand Old Lady" des Kriminalromans, Agatha Christie, mit "Ein Schritt ins Leere" (Goldmann, 1997), gefolgt von Carola Dunns Geschichte um einen Mord in der Oper: "Miss Daisy und die tote Sopranistin (Aufbau TB, 1998) und Uta-Maria Heim mit "Engelchens Ende" (Wunderlich, 1999). Einziger Herr in dieser illustren Runde ist Dick Francis mit "Verrechnet" (Diogenes, 1998).

Mit "Zwischenmenschliche Beziehungen" könnte man den Abschnitt mit den folgenden Büchern überschreiben, in der Regel geht's darin aber um die Liebe. Natürlich sind auch hier die Damen der schreibenden Zunft stärker vertreten. Freuen Sie sich auf "Die andere Eva" von Utta Danella (Heyne, 1998), "Nur dich allein" von Hedwig Courths-Mahler, "Schwesternliebe" von Anne Fine (Diogenes, 1998), "Betrogene Ehe" von Lesley Glaister (DVA, 1998), "Wie ein frischer Wind" von Erica James (Marion v. Schröder, 1998) und "Jahreszeiten der Liebe" von Rosamunde Pilcher (Rowohlt Tb.-Verl., 1999).

Dass zur Liebe auch Männer gehören, beweist überraschenderweise Johannes Mario Simmel. "Der Mann, der die Mandelbäumchen malte" (Droemer, 1998) ist eine ebenso bezaubernde wie bewegende Erzählung über die verschiedenen Arten der Liebe, über die Leidenschaft, die Treue und den Tod.

Ansonsten ist die Domäne der schreibenden Herren der Schöpfung wohl eher im Sektor der Spannungsliteratur (neudeutsch "Thriller") angesiedelt. Das belegen in wohlbekannter Manier Ken Follett mit "Die Kinder von Eden" (G. Lübbe, 1999), John Grisham mit "Der Partner" (Hoffmann u. Campe, 1998), der kürzlich erst verstorbene Heinz Konsalik mit "Der Hypnose-Arzt" (G. Lübbe, 1999) und "Die Frau des Zauberers" von Brian Moore (Diogenes, 1998) - ein Thriller mit politischem Zündstoff und eine Abrechnung mit dem Kolonialismus. Ein spannendes Seeabenteuer liefert Patrick O'Brian in "Geheimauftrag Mauritius" (Droemer, 1998).

Mit lange vergangenen oder erst kurz zurückliegenden Zeiten beschäftigen sich die folgenden Romane:

"Das Schatzhaus des Königs" von Wilhelm Walloth handelt zu Zeiten Ramses II. (Bastei-Lübbe TB, 1997), Alan Savages "Die Königin von Neapel" (Bastei-Lübbe TB, 1998) hat das Leben der Königin Johanna I. von Neapel (1326-1382) zum Gegenstand, "Der Abessinier" von Jean-Christophe Rufin (Claassen, 1998) erzählt von der Magie der alten Medizin des 17. Jahrhunderts - und die Geschichte einer großen Liebe. Paris zur Nachrevolutionszeit im Jahre 1872 bildet die Kulisse in "Die Geheimnisse von Sacré-Coeur" von Cathérine Guigon. In Frankfurt am Main im Jahre 1882 handelt "Die Detektivin" von Nikola Hahn (Marion v. Schröder, 1998).

Mit speziell der deutschen Vergangenheit beschäftigt sich Ingeburg Schäfer in "Mutter mochte Himmler nie : die Geschichte einer SS-Familie" (Rowohlt, 1998). Hier wird die private, eher unbekannte Seite des Nationalsozialismus in außergewöhnlicher Unmittelbarkeit nachvollziehbar. Mit der deutschen Geschichte setzt sich auch der Ihnen wohl bekannte Helmut Schiller auseinander. Sein neuester Roman "Petting" (Verl. am Park, 1999) beginnt, als der Sechsjährige 1944 dem Abschuss eines britischen Bombers zuschaut und endet tragikomisch 1962 in einer Kiesgrube. Ein neuer Blick auf eine ereignisreiche Zeit, auf diese Generation mit ihren Wurzeln, Hoffnungen und Verlusten. Das Leben einer DDR-Familie beschreibt Erich Loest in "Gute Genossen" (Linden-Verlag, 1999) und eine Gesamtschau des "deutschen" Jahrhunderts schließlich liefert Günter Grass in "Mein Jahrhundert" (Steidl, 1999).

Angesichts solch geschichtlich schwerwiegender Gegenstände tut etwas Auflockerung gut, und die liefert der Humorist und Satiriker Ephraim Kishon. Sein Roman "Mein Kamm" (Langen Müller, 1997) ist die Geschichte eines kleinen Gauners und eines versoffenen, jedoch brillanten Journalisten, denen ein kindischer Racheakt außer Kontrolle gerät. Eine Großstadt-Odyssee zwischen Eifersucht, Obsession und Situationskomik beschreibt Donna Masini in "Alles über Yvonne" (Europaverlag, 1998) und in "Hotel Mama, vorübergehend geschlossen" von Evelyn Sanders (Schneekluth, 1998) werden augenzwinkernd die Freuden und Tücken des ganz alltäglichen Familienwahnsinns beschrieben.

Ein Familienleben kann schon ganz schön aufregend sein, so richtig abenteuerlich geht's aber erst in Werner Kopacka's "Everest" (Nymphenburger, 1998) zu. Der Weg zum höchsten Berg der Erde wird aber nicht nur zum fast übermenschlichen Wagnis, sondern auch zu einem Weg zu sich selbst.

Über sich selbst schreibt auch der wohl bekannteste Sportreporter im Osten Deutschlands, Heinz Florian Oertel. Seine Erinnerungen tragen den Titel "Höchste Zeit" (Das Neue Berlin, 1998).

Damit leiten wir über zum Bereich der Sachliteratur. Für alle Hobbykriminalisten, die die spektakuläre Erfolgsmethode des britischen Kriminalpsychologen Paul Britton kennen lernen wollen, empfiehlt sich sein Buch "Das Profil der Mörder" (Econ, 1998). Im Vordergrund der Darstellung des emeritierten Kriminalistikprofessors Hans Girod: "Das Ekel von Rahnsdorf" (Das Neue Berlin, 1997) stehen fünfzehn Mordfälle aus der DDR und in "Betrug und Schwindel" (Moewig, 1998) berichtet Wolfgang Elsner von üblen Betrügern, ironischen Schwindlern und erfolgreichen Fälschern. Hier sind leider auch einige Personen aus dem folgenden Titel anzusiedeln: "Die Treuhändler : wie Helden und Halunken die DDR verkauften" von Michael Jürgs (List, 1997) liefert ein Stück Geschichte von Abzockern und Aufrechten, Glücksrittern und Genies, Plattmachern und Patrioten.

Nicht weniger skandalträchtig dürfte die erotische Goethe-Biografie "Die Liebkosungen des Tigers" von Karl Hugo Pruys sein, zwingt sie doch zu neuer Auseinandersetzung mit Goethe und seinem Werk.

Mit der männlichen Sexualität beschäftigten sich Dieter Schnack und Rainer Neutzling. Der Titel ihres Buches: "Die

Prinzenrolle" (Rowohlt Tb, 1995).

Wie verlief das Leben der Frauen um Hitler und seine Helfer? Welche Rolle spielten sie offiziell, welche hinter den Kulissen? Diesen Fragen ging Anna Maria Sigmund unter dem Titel "Die Frauen der Nazis" nach (Ueberreuter, 1998).

Zum Abschluss noch ein letztes Buch zur Aufarbeitung der Vergangenheit: Tobias Stregel: "Deutsche Kulinarische Republik" (Eichborn, 1998). Genauso ernsthaft, wie sich die höchsten DDR-Staatsgremien in die große Weltpolitik verbissen, arrangierten sie die Zufuhr von "Frischer Landbutter" und "Apfelgetränk" für den Bürger. Der wiederum wusste genau, wann es was wo gab oder nicht gab. Doch welche Komödien und Tragödien sich derweil hinter den Kulissen abspielten, ist bis heute kaum bekannt.

Damit ist unsere Vorschau auf die nächsten Produktionsvorhaben beendet. Natürlich konnten wir nicht alle Titel berücksichtigen. Bleiben Sie also ruhig etwas neugierig, denn sicherlich gibt es noch manche Entdeckung in den kommenden Ausgaben der "Leipziger Bücherliste".

 

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Sehen und begreifen

Zur Eröffnung einer Ausstellung

von Helmut Schiller

Das Ergebnis der Arbeit aller Organisatoren und Ausführenden konnte sich am 15.02. sehen und begreifen lassen. Blinde und Sehbehinderte in Sachsen, so der Untertitel der Ausstellung, präsentieren sich und ihre Probleme, ihre Möglichkeiten, ihre Einrichtungen vor allem sehenden Bürgern und Politikern. Es ist schon ein gutes Zeichen, dass das Parlament des Freistaates für mehrere Wochen diese Ausstellung in seinen öffentlichen Räumen ermöglicht - auch dass die Blinden und Sehbehinderten Sachsens sich dort wie bei guten Bekannten 'einquartieren' konnten.

Und sie kamen auch, die Hausherren. Zur Eröffnung sprachen Sozialminister Geisler, der jenes Motto aus einem der Songs aufgriff, mit denen die blinden und sehbehinderten jungen Leute der Gruppe Kaleidoskop des Berufsbildungswerkes Chemnitz die Eröffnungsveranstaltung auf schöne und eindringliche Weise umrahmten: Meine Augen sehen mit dem Herzen. Dem Landtagspräsidenten, Herrn Iltgen, fiel dazu "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry ein, und es ist bekanntlich jener Grundgedanke auch von Helen Keller oder Jaques Lysseyran, jenen großen Blinden, die die Weltkultur bereicherten.

Nichts anderes will die Ausstellung auf ihre Weise der praktischen Selbstdarstellung vermitteln: Sehende sollen begreifen, dass Blinde sehen und begreifen, wenn sie nicht dabei behindert werden, denn es ist für sie um einiges schwieriger. Die Ausstellung geht auch auf diese Hindernisse ein, vor allem aber auf die Möglichkeiten, die Blinde und Sehbehinderte heute haben und sich auch selbst erkämpft bzw. entwickelt haben - auch auf die Innovation, die sie heute bewirken, um die Möglichkeiten für gleichberechtigte Teilnahme am öffentlichen Leben, Berufsleben, am Zugang zur Literatur und zu jeder Art von Informationen weiter zu verbessern.

Die Gäste aus Regierung und Parlament, so z.B. Staatssekretär Noack und Abgeordneter Kunckel, zeigten sich äußerst interessiert und informiert. Herr Noack wie auch Ministerialrätin Stimmel, beide seit Jahren schon eng verbunden mit dem Anliegen der DZB, sah man in langen Gesprächen mit dem DZB-Direktor Dr. Kahlisch, der als Informatiker in seiner Rede auf jene Schwierigkeiten hinwies, die Blinde haben, wenn Computersoftware zu ausschließlich auf die Informationsbedürfnisse Sehender zugeschnitten wird, der aber auch Möglichkeiten anbot, diese neuen Hindernisse zu überwinden, damit möglichst vielen Blinden z.B. der Zugang zum Internet gesichert ist. Noch steht das Verhältnis der Zugriffsmöglichkeit auf Bücher zwischen Sehenden und Blinden etwa bei 80 zu 1. Dr. Kahlisch sprach das Problem der Lebensqualität, aber auch der Meinungsbildung an, die ja von Vielfalt und Auswahlmöglichkeit abhängig sind. Das Problem der Gleichstellung ist also keineswegs erledigt. Das Problem der Wirtschaftlichkeit z.B. bei Büchern für Blinde und Sehbehinderte, so betonte der DZB-Direktor, kann kein Maßstab sein, es wäre unlösbar. In Dresden hat man das schon beherzigt, als die DZB 1991 vom Freistaat übernommen und ab 1996 mit großem finanziellen Aufwand grundsaniert wurde

Wie sie sich heute präsentiert, ist auf 10 Schautafeln zu sehen und zu lesen, daneben präsentiert sich ebenso bunt und informativ das Leben und vor allem das Anliegen des Blinden-und-Sehbehinderten-Verbandes Sachsen, die Arbeit des Landeshilfsmittelzentrums in Dresden, die des Berufsbildungswerkes Chemnitz und das Leben der Kreisorganisation des Muldentalkreises. Auch das Heim Rochsburg wird vorgestellt.

Dr. Alfred Preuße vom Landesvorstand des BSVS, der übrigens auch den Präsidenten des Oberlandesgerichtes begrüßte - erstmals auch ein Jurist bei uns! - freute sich besonders über den Besuch so vieler Politiker und anderer Mitstreiter, z.B. von Dr. Münzberg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte in Sachsen. Dr. Preuße wies auf jenes Problem hin, das auf den Tafeln der Ausstellung in nüchternen Zahlen gleichfalls genannt wird. Da ist zu lesen, dass nur 10% aller Blinden und Sehbehinderten der Selbsthilfeorganisation angehören. Auch in der DZB weiß man, dass nur ein Bruchteil der Betroffenen die Bücherei nutzt und davon die meisten zum Hörbuch greifen. Denn ein noch kleinerer Teil, bedingt vor allem durch die Altersstruktur, liest und schreibt die Blindenschrift. Ausgesprochen wurde auch, dass die unabdingbare Elementarrehabilitation im Alter Erblindeter noch immer nicht von den Kassen finanziert wird.

"Sehen und begreifen - Blinde und Sehbehinderte in Sachsen" soll einer möglichst breiten Öffentlichkeit die Augen öffnen, auch Relationen und Erfordernisse verdeutlichen, die Erfolge aber sichtbar machen. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. März geöffnet. 

 
 

Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt

 

Wir stellen Ihnen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen". Vorgestellt werden die Titel von unseren Bibliothekaren.

 

B. W. Ceram: »Götter, Gräber und Gelehrte«

empfohlen von Susanne Siems

(Punktschriftbibliothek)

Wir haben das Gerede von Millennium, Jahrtausendproblem und ähnlichem gerade hinter uns, mindestens bis zum nächsten Silvester. In einer Zeit, wo Optimisten und Pessimisten fast ausschließlich in die Zukunft blicken, finde ich es ausgesprochen reizvoll, einmal mehr zurückzuschauen. Wie war es kurz vor der letzten Jahrtausendwende, oder am Beginn der christlichen Zeitrechnung, wie fing es an, wo liegen unsere Ursprünge? Unter anderem ist für solche Art Selbstfindung die Archäologie zuständig. Nun mag der eine oder andere von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sagen: 'nein, ein Sachbuch und dann noch zum Thema Archäologie, das ist mir zu trocken, da staubt’s ja und das im wahrsten Sinne des Wortes’.

Genau darum, weil dieses Buch anders ist, auf eine populäre und trotzdem nicht minder stichhaltige Weise Wissen vermittelt, habe ich in unserer Kiste so weit unten gekramt und hoffe mit Ihrer Hilfe, indem Sie nämlich den Titel mal ausleihen, die Staubschicht davon zu entfernen.

Cerams Buch “Götter, Gräber und Gelehrte” versteht sich nach Aussage des Autors als “Roman der Archäologie”. In akribischer Kleinarbeit recherchierte der deutsche Schriftsteller und Journalist zur Entdeckung und Erforschung untergegangener Kulturen. Er folgt in diesem Buch den Spuren Schliemanns nach Troja, Carters an den Nil und führt den Leser mit Thompson nach Mexiko. Neben den Ausgrabungen werden auch die Schicksale dieser Helden der archäologischen Wissenschaft beleuchtet. Anhand der Entdeckungen werden Mythen zur Realität und die Entschlüsselung alter Dokumente lässt so manchen neuen Mythos entstehen. Vielleicht kann man es so sagen: Götter, das sind die Mythen und  Legenden, die wir aus vielen Überlieferungen alter Kulturen kennen, die oft der Auslöser und Wegbegleiter für archäologische Forschungen sind. Gräber, das sind die Tatsachen, auf die man trifft, die Kultstätten, Gegenstände, Wohnorte, die wir dank großer Ausgrabungen heute kennen. Die Gelehrten, sie sind die Verbindung zwischen der steinernen Vergangenheit und dem Heute.

Dem völkerkundlich interessierten Leser sind sicherlich eine ganze Reihe der angeführten Fakten bekannt. Die Rolle Napoleons für die Ägyptologie ist zum Beispiel schon an vielen anderen Stellen erwähnt worden. Das wichtige an diesem Sachbuchklassiker ist die Emotionalität und Spannung, mit der Tatsachen nahegebracht werden. Deshalb ist der Zusatz "Roman der Archäologie" so wichtig.

Lassen Sie sich also von mir anstiften zu einer abenteuerlichen Reise in unsere Vergangenheit. Begleiten Sie Schliemann und entdecken Sie mit ihm den Schatz des Priamos, stehen Sie mit Carter im "Tal der Könige". Lernen Sie mit Thompson die Halbinsel Yucatan, ein Zentrum der alten indianischen Hochkulturen, kennen und erfahren Sie etwas über den weisen Gott Quetzalcouatl, dessen weißem Gewand und Bart die Spanier ihre friedliche Begrüßung in Amerika verdankten.

Es ist schön und bequem, dies alles am Computer aufschreiben zu können, mit Hilfe der modernen Technik über alte Geschichte zu schreiben. Auch die Archäologie ist dank modernster Präzisionsgeräte schon ein ganzes Stück weiter als zu Cerams Zeiten, der dieses Buch 1949 schrieb. Um Begeisterung für wissenschaftliche Forschung und Spaß an Erkenntnissen zu wecken und gute geschichtliche Kenntnisse zu vermitteln, ist dieses Buch unverzichtbar. Es könnte so manches trockene Schulbuch ersetzen.

Falls Sie meiner Empfehlung folgen möchten, der Titel steht in fünf Bänden unter der BNA 1065 in alter Kurzschrift zur Ausleihe bereit.

 

Maurice Druon: »Die großen Familien«

empfohlen von Jana Waldt

(Hörbücherei)

Die Trilogie "Die großen Familien" besteht aus den Einzelbänden "Die großen Familien“, "Der Sturz der Leiber“ und "Rendezvous in der Hölle“.

Maurice Druon, am 23.4.1918 in Paris geboren, wurde bekannt als Verfasser naturalistischer, satirischer und breit angelegter Sittenromane über die Dekadenz der Pariser Hautevolee zwischen den beiden Weltkriegen mit gesellschaftskritischer Darstellung.

Für seine hier vorgestellte Romantrilogie erhielt er den Prix Goncourt.

Die Roman-Trilogie umfasst die Jahre 1916 – 1939 und stellt den Verfall zweier großbürgerlich-adliger Familiendynastien dar. Im ersten Band geben die drei „großen“ Familien La Monnerie, Schoudler und Leroy noch den Ton in den Pariser Regierungs-, Finanz- und Adelskreisen an. Ihnen gehören Banken und Handelskontore, Zuckerfabriken und eine große Tageszeitung. Sie sind Mitglieder der Ehrenlegion, besitzen Vermögen, Schlösser und Ländereien. Ihr Auftreten ist sicher, ihr Einfluss groß. Jedoch sind ihr unmoralischer Lebenswandel, ihre perfiden Spekulationen untrügliche Zeichen von Degeneriertheit und fortschreitendem menschlichen und gesellschaftlichen Verfall.

Im Mittelpunkt der Handlung des zweiten Bandes steht der größenwahnsinnige Bankier Noel Schoudler, der Millionen in unrentable und fragwürdige Unternehmen investiert hat und nun versucht, sein Bankdefizit mit fremden Geldern zu decken. Dabei fällt er auf einen Hochstapler herein und muss durch eine Intrige seines "Freundes“ Simon Lachaume Konkurs anmelden. Seine Schwiegertochter wird aus Eifersucht von ihrem zweiten Mann, der sie nur wegen des Geldes heiratete, in einer Anwandlung von Wahnsinn erschlagen.

Der letzte Band beinhaltet die Jahre 1935 – 1939. Durch prunkvolle Feste wollen französische Politiker über die Gefahr, die Europa droht, hinwegtäuschen. Der Karrierist Lachaume hat den Höhepunkt seiner Laufbahn erreicht, dagegen ist der Verfall der "großen Familien“ La Monnerie und Schoudler, die ihm in den Sattel geholfen haben, besiegelt. In welchem Sumpf die illustre bourgeoise Gesellschaft steckt, versinnbildlicht Druon in einem "Ball der Tiere“, auf dem sich seine Hauptfiguren in phantastischen Tiermasken, die ihren Charaktereigenschaften entsprechen, ein höllisches Rendezvous geben.

Diese Trilogie zählt zur anspruchsvolleren Literatur. Sie zeichnet sich durch einen hohen Spannungsgehalt und sprachliche Ausdruckskraft aus und übt vernichtende Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft.

Aufgrund der drei Erzählstränge, die sich durch dieses Hörbuch ziehen, ist dies kein Hörbuch, was man „nebenbei“ hören sollte. Durch die sprachliche Gestaltung des Sprechers Hans Teuscher wird dieser Roman jedoch ein ganz besonderer Hörgenuss.

Die Bestellnummern lauten 1739, 1821 und 1838. Die einzelnen Teile umfassen zwischen 8 und 9 Kassetten.

 

Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage im Auftrag der britischen Fachzeitschrift "Logos" nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: "Meilensteine". "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels" Nr. 81 vom 12.10.99). Da es sicherlich zu ermüdend wäre, 105 Autorennamen und Buchtitel hintereinander aufzuzählen, setzen wir die Aufzählung nur so weit fort, bis wir zu einem Titel gelangen, den Sie auch in der DZB ausleihen können (in Punktschrift oder als Hörbuch). Diese Titel stellen wir Ihnen dann ausführlicher vor. Mit der Zeit haben Sie dann die vollständige Liste. Die Aufzählung beginnt mit dem Namen des Autors, gefolgt vom Buchtitel und erstem Erscheinungsjahr. In der letzten Ausgabe waren wir schon an der zweiten Stelle der Aufzählung fündig geworden (Freuds "Traumdeutung" aus dem Jahr 1900).

Heute setzen wir die Reihe der Jahrhundertbücher fort mit Position drei:

 

Die Jahrhundertbücher

3.      T. Veblen: Theorie der feinen Leute (1900)

4.      A. Tschechow: Drei Schwestern (1901)

5.      Vladimir I. Lenin: Was tun? (1902)

         ausleihbar als Hörbuch (BN 3739) und in Punktschrift (BN 952)

 

Die politische Abhandlung "Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung" von Vladimir I. Lenin erschien im Jahre 1902. In dieser Schrift und in der Zeitschrift "Iskra" (so erfahren wir aus der Brockhaus-Enzyklopädie) entwarf Lenin "erstmals die Grundzüge dessen, was später als Leninismus bezeichnet werden sollte: die Organisation einer Partei von Berufsrevolutionären als Vorhut der Arbeiterklasse, die das revolutionäre Bewusstsein von außen in diese hineinzutragen hat". Mit weitreichenden Folgen, wie wir inzwischen wissen, kein Wunder also, dass diese politische Abhandlung zu den Jahrhundertbüchern gezählt wird und auch in Kindlers Literaturlexikon mehrere Seiten belegt. Dort heißt es u.a. über "Was tun?":

"(...) Lenin insistiert auf der Notwendigkeit einer Revolution für Russland und fordert deshalb eine revolutionäre Theorie, die von einer straff organisierten Partei von Berufsrevolutionären in die Wirklichkeit umgesetzt werden soll. ... Den Kampf um Reformen zum Kampf um die Überwindung der herrschenden Gesellschaftsordnung zu entwickeln, bedarf es der bewussten und organisierten Vermittlung der außerhalb der Arbeiterklasse von fortschrittlichen Teilen der Intelligenz erarbeiteten Theorie des Sozialismus. ... Lenin zieht einen scharfen Trennungsstrich zwischen trade-unionistischer und sozialrevolutionärer Politik. Trade-unionistischer Kampf ist der kollektive Kampf der Arbeiter gegen die Unternehmer für die Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen. Die sozialrevolutionäre Partei dagegen 'leitet nicht nur den Kampf der Arbeiterklasse für günstige Bedingungen des Verkaufs ihrer Arbeitskraft, sondern auch den Kampf für die Aufhebung der Gesellschaftsordnung, die die Besitzlosen zwingt, sich an die Reichen zu verkaufen'.

Der trade-unionistische Kampf, dessen Notwendigkeit der Autor unterstreicht, ist weder Ersatz noch vorbereitendes Stadium, sondern Bestandteil des politischen Kampfes der Arbeiterklasse. Die ökonomischen Interessen des Proletariats selbst können 'nur durch eine politische Revolution befriedigt werden, die die Diktatur der Bourgeoisie durch die Diktatur des Proletariats ersetzt'. ... Der demokratische Kampf vermittelt der Arbeiterklasse die Schulung, die sie befähigt, die sozialistische Umwälzung zu vollziehen. Es ist die Aufgabe einer in Lenins Sinne revolutionären Partei, die Führung des demokratischen Kampfes durch die Vereinigung aller oppositionellen Kräfte zum Sturz der Autokratie zu übernehmen. Ausdrücklich macht Lenin die gewerkschaftliche Organisation und den Kampf um ihre Legalisierung zur Aufgabe der russischen Sozialdemokratie.

Die gewerkschaftliche Organisation vermag jedoch die für die Leitung des gesamtgesellschaftlichen Befreiungskampfes erforderliche Organisation der Revolutionäre nicht zu ersetzen. 'Der spontane Kampf des Proletariats wird nicht zu einem wirklichen Klassenkampf werden, solange dieser Kampf nicht von einer starken Organisation der Revolutionäre geleitet wird.'

Nachdrücklich tritt Lenin dafür ein, die politische Arbeit zur ausschließlichen Tätigkeit des Revolutionärs zu machen. Nur der von der Partei unterhaltene Berufsrevolutionär ist imstande, die für die Leitung des revolutionären Kampfes erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Das Ideal des russischen Sozialdemokraten ist 'der Volkstribun . . ., der es versteht, jede Kleinigkeit zu benutzen, um vor aller Welt seine sozialistischen Überzeugungen und seine demokratischen Forderungen darzulegen, um allen und jedermann die welthistorische Bedeutung des Befreiungskampfes des Proletariats klarzumachen'.

Das letzte Kapitel der Abhandlung verteidigt Lenins Plan des Aufbaus der revolutionären Organisation mit Hilfe einer von allen Gliederungen der Bewegung getragenen gesamtrussischen sozialdemokratischen Zeitung. 'Die Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator.' Lenin vergleicht sie mit dem Gerüst eines Neubaus, das die Umrisse des entstehenden Gebäudes anzeigt, den Verkehr zwischen den Bauarbeitern erleichtert und ihnen hilft, die Arbeit zu verteilen und die erzielten Resultate zu überblicken.

Die Abhandlung schließt mit einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung der russischen Sozialdemokratie, der in den eindringlichen Appell zur Überwindung ihres aktuellen Niedergangs mündet.

Lenins Konzeption führte auf dem zweiten Kongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands in Brüssel und London (1903) zu einer scharfen Kontroverse zwischen ihm und L. Martov, der hinsichtlich der Organisation der Partei einen liberalen Standpunkt vertrat. Die daraus hervorgehende Spaltung der Partei in die Mehrheit (Bolševiki) – die in diesem Falle Lenin erhielt und die Minderheit (Menševiki) bedeutete zugleich den Bruch Lenins mit der reformistischen und pluralistischen Tradition der westeuropäischen, insbesondere der deutschen Sozialdemokratie. Lenins Argumente, die er in der 1903 erschienenen Schrift 'Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück' wiederholte, wurden kurz darauf von Rosa Luxemburg in der deutschen sozialdemokratischen Zeitschrift ›Die Neue Zeit‹ heftig attackiert. Sie sah darin die Allmacht des Zentralkomitees, dessen Monopolismus, das Jakobinertum zur Marschroute der Partei erhoben. (...)"

 

Quelle:

Dr. Christoph Koch/Prof. Dr. Karl-Heinz Nusser in Kindlers neues Literaturlexikon © CD-ROM 1999 Systhema Verlag GmbH, Buchausgabe Kindler Verlag GmbH.


LOUIS

(Leipziger Online Unterstützungs- und Informationssystem für Sehgeschädigte)

 

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

 

Wieist für Blinde der Zugang zum Internet möglich?

- von Ulrich Jander -

Heutzutage wird immer öfter vom Internet und seinen Möglichkeiten gesprochen. Dabei stellt sich immer häufiger die Frage: Ist für Blinde der Zugang zum Internet möglich und, wenn ja, wie kann das geschehen?

Den ersten Teil der Frage kann man eindeutig mit Ja beantworten. Wie das geschieht, ist nicht in einem Satz zu sagen, denn es gibt mehrere Möglichkeiten.

Die Voraussetzung für einen Internetzugang sind ein Computer ab Generation 486 mit  blindenspezifischer Zusatztechnik und ein Modem. Letzteres wird an die Telefondose angeschlossen und stellt die Verbindung zwischen Telefonleitung und Computer her. Außerdem ist ein Programm für den Internetzugang erforderlich, damit das Ganze funktioniert. Es sind mehrere Programme erhältlich, aus denen man auswählen kann. Zuerst seien als Beispiel genannt: Microsoft Internet Explorer und Netscape Navigator. Beide Programme arbeiten unter Windows, was bedeutet, dass ein Hilfsprogramm als Übersetzungssoftware von Windows nötig ist, damit der blinde Nutzer seine Sprachausgabe bzw. Braillezeile einsetzen kann. Diese Arbeitsmöglichkeit ist nicht problemfrei, bringt zusätzliche Kosten mit sich und erfordert eine Einarbeitungszeit. Positive Seiten sind jedoch auch festzustellen, auf welche ich aus Platzgründen nicht eingehen möchte. Vielmehr wende ich mich jetzt einem Programm zu, welches für blinde Computeranwender besonders geeignet ist und den Zugang zum Internet in einfacher Weise ermöglicht.

Dieses Programm heißt Lynx und arbeitet unter dem Betriebssystem DOS. Es ist ein textorientierter Browser, d.h. ein Programm, welches Internetseiten in Textform anzeigt. Bilder und Grafiken kann diese Software nicht darstellen. Das Lynx-Programm enthält jedoch neben dem Internetzugriff noch weitere Möglichkeiten, wie z. B. das Suchen von Artikeln aus bestimmten Zeitschriften und Abspeichern dieser Beiträge im Computer, um sie dann in Ruhe lesen zu können. Die Bedienung des Programms ist nicht kompliziert. Die wichtigsten Funktionen werden mit Hilfe der vier Cursortasten ausgeführt. Eine Statuszeile am unteren Bildschirmrand steht zur Verfügung, die weitere Möglichkeiten anbietet. Ein Erläuterungstext mit Namen Liesmich.txt ist im Programmpaket vorhanden.

Das Programm Lynx ist frei verfügbar und kann in der aktuellen Version 2.8.2 ggf. mit Hilfe von Freunden oder Bekannten aus dem Internet heruntergeladen werden. Die Adresse lautet: http://www.rene4u.com/intool.htm.

Es besteht auch die Möglichkeit, nach Zusendung einer Diskette in einer Versandtasche mit Wendeadresse an die DZB das Programm, auf diese Diskette kopiert, kostenlos zu erhalten.

Das Lynx-Programm ist eine Datei mit Namen Lynx_kit.exe (ca. 1,1 MB groß). Diese sollte man in ein eigenes Verzeichnis kopieren und darin mit ihrem Namen aufrufen. Das Programm entpackt sich selbst und legt mehr als 60 Dateien und Unterverzeichnisse an. Der freie Platz auf der Festplatte sollte ca. 5 MB umfassen. Vor dem ersten Internetzugriff muss man ein paar Einstellungen im Programm vornehmen. Dazu wird die Datei Setup.bat aufgerufen. Hier sind Angaben zum Modem, zur eigenen Telefonnummer und zum Provider, dem Anbieter der Dienstleistung Zugang zum Internet, zu machen. Einen Provider benötigt man auf jeden Fall, da über diesen der Zugang zum Internet erfolgt. Man kann einen Vertrag dazu abschließen, z.B. mit der Telekom, oder anmeldefrei einen Anbieter nutzen. Wer nicht stundenlang im Internet tätig ist, liegt mit den anmeldefreien Anbietern meist günstiger. Informationen dazu können aus dem Internet unter der Adresse http://www.rene4u.com bezogen werden oder sind in der DZB, wie oben bereits angeführt, erhältlich. Sind die Einstellungen erfolgreich abgeschlossen, dann kann Lynx mit Aufruf von WEB gestartet werden. Man gelangt in das Hauptmenü, in welchem Websurfen oder andere Möglichkeiten als Auswahl bestehen.

Mit Hilfe des Computers und der Software Lynx im Internet die verschiedensten Seiten anschauen zu können, bedeutet für Blinde, aus einem großen Angebot Informationen zu erhalten, die ohne technische Hilfsmittel nicht oder nur mit größerem Aufwand verfügbar wären. Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Surfen.

Für Hinweise oder Fragen stehe ich gern zur Verfügung unter

Tel.: (03 41) 71 13-142 oder

E-Mail: jander@dzb.l.shuttle.de.

 

 

 

i

 

nfo-Service

 

Jahreszusammenfassung DZBN 1999 auf Diskette

 

Die Diskette (3,5 Zoll) enthält alle sechs Ausgaben des Jahrgangs 1999 der "DZB-Nachrichten". Die Dateien jeder einzelnen Ausgabe wurden im Textformat für DOS bzw. Windows gespeichert. Pro Datei benötigen Sie ca. 80 KB freie Kapazität.

Zusätzlich wurde ein Rubrikenverzeichnis angefertigt, das einen alphabetischen Überblick über den Inhalt der einzelnen Rubriken des gesamten Jahrgangs liefert. Sie finden dieses Verzeichnis in der Liesmich-Datei.

Der Preis für diese Zusammenfassung des Jahrganges 1999 auf Diskette beträgt 15 DM.

 

 

Ausleih-Hits 1999

 

Analog der Bestseller-Liste im SPIEGEL haben wir die 1999 in der Bibliothek am häufigsten ausgeliehenen Titel zusammengestellt:

 

Im Bereich Hörbuch/Belletristik waren das:

Ø      an erster Stelle der historische Roman "Die Päpstin" von Donna W. Cross (übrigens auch im SPIEGEL auf dem ersten Platz der Jahres-Bestseller 1999 im Taschenbuch/Belletristik);

Ø      an zweiter Stelle folgen die erotischen Geschichten von Anne-Marie Villefranche mit dem Titel "Die Purpurrose" (ein Ankauf aus der Hörbücherei in München);

Ø      und auf dem dritten Platz folgt der Roman "Die Blechtrommel" von Günter Grass, dem Literatur-Nobelpreisträger.

Ergänzend lässt sich noch bemerken, dass im Goethe-Jahr natürlich sehr viel von und über Goethe ausgeliehen wurde. Damit leiten wir über zum Bereich Sachliteratur in unserer Hörbücherei. Zu den Hits qualifizierten sich hier:

Ø      auf dem ersten Platz die Erinnerungen des blinden Hochschullehrers Willi Finck unter dem Titel "Leben jenseits des Lichts";

Ø      auf dem zweiten Platz ein Klassiker: Theodor Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg";

Ø      auf dem dritten Platz schließlich der in München eingekaufte Titel "Die Welt, in der die Tiere leben" von Vitus B. Dröscher.

Wenden wir uns der Punktschriftbibliothek zu. Hier trennen wir mal nicht so streng zwischen Belletristik und Sachliteratur, sondern stellen Ihnen die fünf "Gesamtfavoriten" vor – womit auch schon das Stichwort für den Spitzenreiter gefallen wäre:

Ø      an erster Stelle steht nämlich der (ebenfalls historische) Roman "Die Favoritin" von Colette Davenat;

Ø      gefolgt von dem Sachbuch über exotische Früchte "Von Acerola bis Zimt";

Ø      den dritten Platz belegen die erotischen Abenteuer vier junger Frauen mit dem Titel "Mit Haut und Haar";

Ø      es schließen sich an die Sachbücher über Windows 95

Ø      sowie das "Handbuch Shiatsu" von Gerry Thompson.

 

 

Audiobroschüre  "Ratgeber  Euro"

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung hat im Zuge seiner Öffentlichkeitsarbeit für den Kreis der sehgeschädigten Personen die Broschüre "Ratgeber Euro. Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Geld" in akustischer Fassung herausgebracht.

Die Broschüre bietet detaillierte Verbraucher-Informationen rund um den Euro, mit Stichworten wie "Umrechnungsschlüssel", "Einkaufen", "Verbraucherschutz" und vielen Informationen zu den neuen Münzen und Scheinen. Außerdem geht es um Informationen zu den Themen wie "Bauen und Wohnen", "Geldanlagen", "Steuern", "Reisen" u.v.m. Ein kleines "Euro-ABC" erklärt abschließend in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit der neuen Währung.

Die Publikation ist unentgeltlich zu bestellen beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 53105 Bonn, Service-Telefon: (01 80) 5 22 19 96, Fax: (0 18 88) 2 72 – 23 58.

Vorgesehen ist für das erste Quartal auch eine PC-Diskettenversion der Broschüre.

Buchmesse Leipzig

Vom 23. bis 26. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Der Stand der DZB mit der Standnummer D304 befindet sich in Halle 2 des neuen Messegeländes.

Neu auf der Messe ist in diesem Jahr das Hörbuch-Forum in Halle 2. Neben einem vom Verleger-Ausschuss  koordinierten Gemeinschaftsstand mit 40 Anbietern wird das Thema Hörbuch in einer weiteren Präsentation nach Genres geordnet dargestellt. Teil dieser Hörbuch-Ausstellung ist ein vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) betriebenes "Gläsernes Studio", in dem aktuelle Produktionen von einzelnen Rundfunkanstalten vorgestellt werden. Neben Live-Präsentationen von Hörfunk-Bearbeitungen sollen in einem "Raum der Stille" die Möglichkeiten des Mediums demonstriert werden.

Mit der Präsentation der bulgarischen Literatur im Vorjahr wurde die Reihe der Länderschwerpunkte abgeschlossen. Ab diesem Jahr will man der Leitlinie "Europa in der Zeitenwende" folgen und mit dem Thema "Wahrnehmungen zu Deutschland" den Blick auf das wiedervereinigte Deutschland zehn Jahre nach dem Mauerfall lenken.

 

Boltenhagen wartet auf Freunde der Literatur. Ein Verführungsversuch von Jürgen Trinkus

 

Der erste Frühling der Bücher im Ostseebad Boltenhagen hat Maßstäbe gesetzt und damit An­sprüche geweckt, an denen sich der zweite Frühling beweisen muss. Beginnen wir die Vorschau mit einem heiteren Personenraten. Wer ist dieser Mann? -

Er lockt Kinder auf seine Wortspielwiese und präsentiert Erwachsenen seinen "Großen Stengel". In Anspielung auf sein kaum glaubliches Alter wird er in Boltenhagen zum "Spiel 77" rufen, oder nennen wir es besser "Stenglischer Abend"?

Der Autor, der sich so trefflich aufs Jonglieren mit des Wortes Bedeutungen versteht und dabei nicht vorm eigenen Namen halt macht, heißt Hansgeorg Stengel. Dieser Eulenspiegel-Autor wird am 9. Mai im Haus „Seeschlößchen“ lesen. Sicher ist dann auch schon seine CD "Hansgeorg Stengel liest Breitmaulfrösche" erschienen.

Es soll Brauch sein, während des Bücherfrühlings jeweils einen Verlag zu porträtieren. Im vori­gen Jahr war das der Rostocker Hinstorff Verlag. Dort erscheint im Frühjahr auch ein neues Buch, herausgegeben von Jürgen Borchert: "In'n Duurnbusch fläut't de Nachtigall". Es enthält Texte aus den "Mecklenburgischen Heften" der Jahre 1925-30.

Borchert, von dem auch zwei Bücher als Hör- und eines als Punktschriftausgabe in der DZB Leipzig ausleihbar sind, hat noch einen Stammverlag in Schwerin. Der Demmler Verlag stellt sich in diesem Jahr mit seinen hervorragenden Editionen über Land und Leute Mecklenburgs und Vorpommerns vor. Blicke hinter die Kulissen zeigen uns, was ein kleiner feiner Verlag heute alles tun kann und muss, um an seine Leser heranzukommen. Und Jürgen Borchert wird lesen, vornehmlich aus seinem Buch "Heinrich Seidels Lebenswelten oder Die Nachtigall singt keine Klage".

"Vom Weine wird ewig gesungen", heißt es, doch wer käme schon auf die Idee, es gäbe eine 800-jährige Weinbautradition in Mecklenburg und Ostbrandenburg. Zwei zugereiste Kenner, ein Bremer Rechtsanwalt und ein Landwirtschaftsprofessor aus der Pfalz werden zur Leipziger Buchmesse eine Textsammlung vorlegen, die das Erstaunliche belegt, auch bei uns im "Haus Seeschlößchen".

Bernd Melzer, der Autor der unernsten Geschichte Mecklenburgs und des deutschen Benimm­buches, wird im Herbst eine aktionsreiche Satire auf Esoterik herausbringen. Eine Vorablesung erleben wir in Boltenhagen. Und das im letzten Jahr erschienene Buch "Erinnerungen für die Zukunft" zum gleichnamigen NDR-Hörfunkprojekt wird von Ernst-Jürgen Walberg vorgestellt.

Als Blindenbücherei stellt sich die Stiftung Centralbibliothek Hamburg vor. Zwei blinde Auto­rinnen aus Berlin kommen gleichfalls zu Wort.

"Wanderungen durch Mecklenburg" heißt ein 1993 im Demmler-Verlag erschienenes Buch von Jürgen Borchert, das es in Leipzig auch in einer Punktschriftausgabe gibt. Eine Wanderung durch den Park von Schloss Bothmer rundet das Programm des II. Boltenhage­ner Bücherfrüh­lings ebenso ab wie so manche kleine Überraschung, die wir uns vorbehalten.

Wer bei alledem dabei sein möchte, sollte zwischen dem 6. und 10. Mai in den wunderschön gelegenen und gut ausgestatteten Häusern des Blinden- und Sehbehindertenvereins Mecklen­burg-Vorpommern Quartier nehmen. Zwar wird die nahe Ostsee unseren Atem und unseren Geist auch während der Veranstaltungen wohltuend beeinflussen, aber wer die Reize der mariti­men Natur pur genießen möchte, sollte sich vielleicht für ein paar mehr Tage anmelden. Das geschieht am zweckmäßigsten über die Landesgeschäftsstelle des BSVMV, und diese ist so zu erreichen: Henrik–Ibsen-Straße 20, 18106 Rostock; telefonisch: 0381 / 799 8550, per Fax: 0381 / 799 8558 und

per E-mail: BSVMVEV@t-online.de.

 

Neue Hörkassette

 

Reinhold Winter: "Der steinige Weg"

Lebensbeschreibung eines Mehrfachbehinderten im VzFB Hannover erschienen.

"Fast unglaublich, was dieser vom Schicksal so hart getroffene Mensch zu leisten gewillt und zu leisten in der Lage war", schreibt Helmut Kahler, Vorsitzender des Blindenbundes in Hessen, in seinem Vorwort zu diesen Lebenserinnerungen. Reinhold Winter, 1931 in Hanau geboren, erblindete mit 15 Jahren und verlor als Spätfolge einer Masernerkrankung auch das Gehör. Der Doppelbehinderung zum Trotz meisterte er sein Leben, arbeitete über 40 Jahre in einer Hanauer Druckerei, heiratete und wurde Vater von zwei Töchtern. Viele schätzen ihn hoch für seinen Einsatz als Schwerbehindertenvertrauensmann und in der Blindenselbsthilfe. Aus dem Vorwort von Barbara Stolberfoht, hessische Ministerin für Frauen, Arbeit und Sozialordnung: "Die Lebensgeschichte Reinhold Winters flößt Respekt ein und macht Mut. Sie zeigt, dass Behindertsein nicht mit dem Ausschluss aus dem sozialen, gesellschaftlichen oder beruflichen Leben einhergehen muss." Noch einmal Helmut Kahler: "Reinhold Winter zeigt in seinem Buch, was auch ein taubblinder Mensch zu leisten vermag, wenn ihm Vertrauen von Angehörigen und Freunden, von Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kollegen entgegen gebracht wird, wenn taubblinde Menschen von Staat und Gesellschaft Hilfe zur Selbsthilfe erfahren." Wir finden, dass diese Erinnerungen möglichst vielen Menschen zugänglich sein sollten, weil sie ein großartiges Beispiel von nie erlahmendem Lebensmut geben.

Heinz-Jürgen Schween sprach den Text mit viel Einfühlungsvermögen auf Kassette. 5 Kassetten C-90. DM 45,00. Zu bestellen über den VzFB Hannover, Bestell-Nr. 705 0001.

 


Lehrgänge des DBBW

 

"Mit Yoga durch die Chakren – Ein Kundalini-Yoga-Wochenende“ vom 12.-14.05.00 in Bad Liebenzell (520,00 DM). Anmeldeschluss: 14.04.00.

"Reparaturen im Haushalt und kleine Werkzeugkunde, 80WERK2" vom 15.-21.05.00 in Gallspach / Oberösterreich (999,00 DM). Anmeldeschluss: 31.3.00.

"Zeitmanagement, 80ZM2“ vom 19.-21.05.00 in Osterode am Harz (700,00 DM). Anmeldeschluss: 07.04.00.

"Wie motiviere ich eine Gruppe“ vom 04.-09.06.00 in Kirkel (1.049,00 DM). Anmeldeschluss: 25.04.00.

"Internet für Fortgeschrittene" – Maßnahme nach § 24 SchwbAV sowie nach § 13 der VO zu § 47 BSHG Förderung beantragt - vom 22.-25.06.00 in Osterode am Harz (780,00 DM). Anmeldeschluss: 12.05.00.

"Einführung in das Internet" – Maßnahme nach § 24 SchwbAV sowie nach § 13 der VO zu § 47 BSHG - vom 25.-30.06.00 in Osterode am Harz (1.079,00 DM). VP. Anmeldeschluss: 12.05.00.

 

Kontaktadresse für alle Veranstaltungen:

DBBW - Deutsches

Blindenbildungswerk gGmbH

Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein

Tel.: (0 76 21) 79 92 30; Fax: (0 76 21) 79 92 31

e-mail: dbbw@stepnet.de


Impressum 

 
»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich in Blindenkurzschrift, auf Kassette (Jahresabo. je 15,- DM) und in Schwarzschrift (Jahresabo. 24,- DM).  Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.

Herausgeber, Verlag und Druck: Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB),

Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig,

Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig

Telefon: (03 41) 71 13 – 0,

Telefax: (03 41) 71 13 – 1 25

Internet: www.dzb.de, E-Mail: info@dzb.de

Redaktion: Karsten Sachse,

Telefon (03 41)  71 13 – 1 35

Abonnements, Anzeigen: Ilona Portleroy, Telefon (03 41)  71 13 – 1 20. Sie können kostenlos inserieren, wenn Sie etwas verschenken wollen. Für alle anderen Anzeigen gilt unsere Anzeigenpreisliste: pro Wort 0,80 DM zzgl. Kennziffergebühr in Höhe von 2,00 DM bei Veröffentlichung ohne Adresse. Dieser Preis gilt nur für eine Ausgabe der DZBN (Kassette oder Punktschrift).

Copyright: DZB 2000

- Alle Rechte vorbehalten –


Anzeige

 

Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) sucht – zunächst im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme –

zum nächstmöglichen Zeitpunkt

einen behinderten Mitarbeiter/eine behinderte Mitarbeiterin

im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Mittelbeschaffung.

Aufgabenfelder sind:

-         Zentrale, regionale sowie berufsbezogene Medienarbeit,

-         Aufbau vereinsinterner Strukturen zur Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit,

-         Neugestaltung von Informationsmaterialien,

-         Aufbau eines Fotoarchivs

-         Mitgliederwerbung und Mitgliederinformation,

-         Mittelbeschaffung für die eigene Tätigkeit und den Gesamtverein,

-         Übernahme zentraler Kommunikationsaufgaben beim Aufbau einer Stiftung.

 

Wir setzen voraus:

-         hohe Kompetenz und Initiative im Umgang mit Menschen,

-         Souveränität im Umgang mit Schrift und Sprache,

-         Kreativität und Teamfähigkeit,

-         Fähigkeit zu ziel- und zielgruppenorientiertem Handeln,

-         Organisations- und Verhandlungsgeschick,

-         Gute Kenntnisse im Umgang mit Standard-Software.

 

Erfahrungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind wünschenswert.

Unser Team ist klein und persönlich. Unsere Mitarbeiter/innen sind aufgeschlossen, flexibel und zuverlässig. Unsere Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung wird gebraucht. Wir bezahlen in Anlehnung an den Vergütungstarifvertrag zum BAT.

Ihre vollständige Bewerbung richten Sie bitte umgehend an den

DVBS e.V., Geschäftsführung, Frauenbergstraße 8, 35037 Marburg.

Telefon: (0 64 21) 9 48 88 – 0

Telefax: (0 64 21) 9 48 88 – 10

E-Mail: info@dvbs-online.de