Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

 


Nr. 3/2000 Mai/Juni  10. Jahrgang



 

Inhalt

 

 

Ein erfülltes Leben: Zum Tod von Kurt Gottschald  1

 

Unsere Postecke 2

 

Partnersuche. 3

 

3

 

Mit viel Liebe zu den Pünktchen. 3

 

Einblicke. 4

Zeitschriftenmontage Gestern und Heute. 4

Kino im Ohr 6

 

Die Kramkiste. 10

Sigrid Undset: »Kristin Lavranstochter«. 10

Irina Grekowa: »Der Witwendampfer«. 11

 

Bücher des Jahrhunderts. 11

 

Seegeflüster. 12

 

LOUIS.. 13

Die CD klickTel - Informationen über Telefonnummern und Adressen auch für blinde Computernutzer zugänglich  13

 

info-Service. 14

Behindertentoiletten in LeipzigBehindertentoiletten in Leipzig. 14

Europa-Tandem-Tour 2000. 14

Video-Information. 14

75. Deutscher Fürsorgetag. 15

Lehrgänge des DBBW... 15

 

Impressum.. 15

 

 

 

 

 

 

 

Ein erfülltes Leben: Zum Tod von Kurt Gottschald

 

Noch in den letzten DZB-Nachrichten des vergangenen Jahres haben wir ihn zum 93. Geburtstag gewürdigt - unseren Freund Kurt Gottschald. Nun erhielten wir die traurige Nachricht von seinem Tod am 17. März 2000.

Sein Lebenswerk wurde oft gewürdigt. Es lag schließlich vor allem in seiner Tätigkeit an der Blindenschule Königs Wusterhausen in den Fächern Metall- und Holzbearbeitung, keramisches Formen und Kunsterziehung. Sein Einfühlungsvermögen und Verständnis, sein Können und seine Ausdauer waren es, die dem Fachlehrer für Polytechnik ermöglichten, immer neue Blindenhilfsmittel zu entwickeln. Unentbehrlich sind z.B. die von Grete und Kurt Gottschald mit tastbaren Bildern, Übersichten und Grafiken ergänzten Lehrbücher, vielseitig auch seine Unterhaltungsspiele.

Für die DZB war der bewährte Lehrer der Blinden immer ein hilfreicher Partner, so steht sein Name neben dem von Paul Georgi mit für den Beginn unserer Reliefproduktion. Die Idee zu unseren inzwischen sehr beliebten Glückwunschkarten war seine Idee. Er war es, der sie für uns ins Relief prägte. Er machte mit uns das erste Relief-Kinderbuch 'Woher kommt denn das?' Besonders produktiv war seine Zusammenarbeit mit Professor Fromm bei der Gestaltung der Reliefs für Kinderbücher. Gottschald war einer, der jede Idee aufgriff und alles ausprobierte. Er vermittelte uns seine Ideen zu neuen Materialien bei der Matrizenherstellung: Kaltleim, Fäden, Pappe, einfache Dinge, die sich noch immer bewähren. Auch die Reliefs zur Berliner Ausstellung 'Kunst zum Begreifen' in unserem Bestand erinnern uns an ihn, wir machten damals mit ihm zusammen den Katalog zu dieser Ausstellung. Seine Bereitschaft und Fähigkeit, Blinden auch Kunst nahezubringen, sollte auch im neuen Jahrhundert im Blindenwesen weiterwirken und und zu neuen Ideen führen.

   Das Leben von Kurt Gottschald war ein ganzes, ein erfülltes Leben, ein Leben, bestimmt von eine und zu neuen Ideen führen.

   Das Leben von Kurt Gottschald war ein ganzes, ein erfülltes Leben, ein Leben, bestimmt von einer engen Partnerschaft mit den Blinden, von denen er lernte, wie er ihnen am nützlichsten sein konnte, wie er ihre Eigenständigkeit und Selbständigkeit fördern, sie auf das Berufsleben vorbereiten konnte. Lebensqualität und Erlebnisfähigkeit zu fördern, in diesem Sinne war er mehr als nur  Lehrer oder Handwerker.

 Für uns war er immer ein kompetenter, hilfreicher Mitstreiter. Die Nachricht erhielten wir von seinem Freund und Kollegen Erhard Kaden. Wir drücken ihm sowie den Hinterbliebenen unser Mitgefühl aus. Das Lebenswerk von Kurt Gottschald bleibt auch in der DZB unvergessen.

(Helmut Schiller)

  

Unsere Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht zwangsläufig identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

 

Beginnen wollen wir heute mit einem Brief von Professor Siegfried Tschirner aus Dölzig:

 

"(...) Ich beglückwünsche die DZBN-Redaktion zu der Idee, Bücher des 20. Jahrhunderts in Verbindung mit dem Angebot unserer Bücherei vorzustellen. Freud in Nr. 1 und Lenin in Nr. 2 lassen schon erkennen, dass sich hier eine sehr abwechslungsreiche Serie anbahnt. Wenn uns der Redakteur Karsten Sachse verrät, wie viele der 105 Titel in der Bibliothek ausleihbar sind, lassen sich interessante Schlussfolgerungen zur früheren und künftigen Bestandsplanung ziehen.

Der erfreuliche Rückblick des Direktors auf die DZB im Jahre 1999 bestätigt abermals ihren Ruf, Traditionen zu wahren und Neuerungen zu wagen. Damit hat sie sich ein würdiges Geschenk zum 105. Geburtstag gemacht, dem 12. November 1999, der in den DZBN des gleichen Monats leider keine Rolle spielte. Es ist zu hoffen, dass dieses Jahr ebenso erfolgreich verläuft, im 175. Jahr der Blindenschrift von Louis Braille (...)."

 

Bemerkung der Redaktion

Momentan können wir 36 Titel der 105 Jahrhundert-Bücher zur Ausleihe anbieten, teilweise in Punktschrift und auf Kassette.

Das Echo auf die neue Verpackung unserer Punktdruck-Zeitschriften fällt recht unterschiedlich aus:

 

"(...) Mit Bedauern habe ich festgestellt, dass Sie die Verpackung der Punktschrift-Zeitschriften verändert haben. Ich fand die Papierhüllen viel praktischer (...)."

[Herr André Rabe per E-Mail]

 

"(...) Bravo, bravo, bravo! Das ist eine tolle Verpackung, die kann man ja wiederverwenden. Wenn das so weiter geht, vermisse ich die papierne Verpackung nicht mehr (...)."

[Herr Günther Meier per E-Mail]

 

Zum Verpackungsthema äußerte sich u.a. auch Herr Stefan Singer aus Zwickau:

 

"(...) Seit kurzem fällt (wohl nicht nur mir) auf, dass Sie völlig unnötig die Zeitschriften in Folie verpacken! Dies ist nicht nur eine Verschwendung von Rohstoffen, sondern erschwert die Entpackung! Einziger 'Vorteil': Sollte die Postsendung einmal in den Regen kommen, wird der Inhalt geschont.

Bezüglich Ihrer neuen Vorhaben ... T. Stregel: 'Deutsche kulinarische Republik'. Ob damit eine 'Aufarbeitung' der 'Vergangenheit' möglich sein soll, darf mindestens bezweifelt werden! Ich bin mir sicher, es handelt sich um ein Buch, welches die DDR-Geschichte verunstaltet! Es ist bedauerlich, wenn in der DZB dafür Papier, Zeit und Arbeitskraft vergeudet wird! Wie wäre es denn einmal mit '2000 Jahre Christentum'? (...)

Um wen handelt es sich bei der Druckerei F. Steinmeier? Werden dort Punktschriftbücher hergestellt?

Etwas zu den Büchern aus der Schweiz: Wünschenswert ist, wenn diese über die DZB ausgeliehen werden könnten? Sonst sind diese Anzeigen überflüssig! Kaum jemtbücher hergestellt?

Etwas zu den Büchern aus der Schweiz: Wünschenswert ist, wenn diese über die DZB ausgeliehen werden könnten? Sonst sind diese Anzeigen überflüssig! Kaum jemand wird die teuren Bücher kaufen!

 

Bemerkung der Redaktion

Die Druckerei F. Steinmeier (Anzeige in den letzten DZBN) ist uns nicht als Hersteller von Punktschriftbüchern bekannt.

Um die Bücher aus Zürich lesen zu können, müssen Sie diese nicht kaufen, Zürich hat ebenfalls eine Leihbibliothek. In Einzelfällen ist die Ausleihe auch über die DZB per Fernausleihe möglich. Wir bitten lediglich darum, dass Sie bei Ihrem Ausleihwunsch eindeutig darauf hinweisen, dass es sich um einen Titel aus Zürich handelt.

 

Anerkennende Worte zur letzten LOUIS-Rubrik stammen von Herrn Andreas Beinert aus Cottbus:

 

"(...) Mit Begeisterung habe ich Ihren Artikel über die Internet-Zugangssoftware für das Betriebssystem DOS gelesen ... Ich finde es ganz toll, dass in der DZB ein derartiger Service angeboten wird (...)."

 

Einige Fragen erreichten uns von Herrn Piero Palmerini aus Bologna/Italien:

 

"(...) Zuerst möchte ich wissen, ob Sie einmal in Ihrer Zeitschrift einen Beitrag veröffentlichen können über das neue digitale Gerät, das bald den Kassettenrekorder ersetzen soll. Gerne möchte ich erfahren, wann dieses geschehen wird, ob das Gerät einfach zu bedienen ist, ob es sehr empfindlich ist, ob es tragbar ist und ob es nur mit Strom funktionieren kann.

Schließlich möchte  ich wissen, ob die Lesestücke, welche in Ihren Zeitschriften wie 'Kurzgeschichte international' oder '6 mal Sex' herausgegeben werden, aus Büchern stammen, die in Ihrem Hörbuch- oder Blindenschriftkatalog enthalten sind (...)".

 

Bemerkung der Redaktion

Die im Zusammenhang mit dem Projekt DAISY (DZBN 3/99, 4/99) erwähnten Geräte PLEXTALK und VICTOR werden wir in einer der nächsten Ausgaben ausführlicher vorstellen.

Die Lesestücke für unsere Zeitschriften werden in der Regel aus verschiedenen aktuellen Publikationen ausgewählt, die wir nicht in unserem Bestand haben.

Bei geeigneten belletristischen Texten kann es vorkommen, dass wir später das vollständige Buch übertragen bzw. aufsprechen. Natürlich ist auch nicht auszuschließen, dass ein bestimmter Text in mehreren Anthologien erschienen ist, von denen wir eine bereits im Bestand haben und eine andere für die Auswahl herangezogen wurde.

 

Partnersuche

75 Jahre blinde alleinstehende Frau sucht ehrliche Brieffreundschaften in Punktschrift und auf Kassette.

Zuschriften unter Nr. 57

an die DZB Leipzig

Mit viel Liebe zu den Pünktchen

Zur Verabschiedung von Ursula Hirschnitz

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><![if !supportEmptyParas]> <![endif]></span><span style='layout-grid-mode:line'><o:p></o:p></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>In einer kleinen Feier wurde am 29. März unsere geschätzte Kollegin Ursula Hirschnitz in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Frau Hirschnitz arbeitete über 45 Jahre in der Blindenschriftherstellung. <o:p></o:p></span></span>

<span style='font-size:11.0pt; layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Sie begann 1954 als Übertragerin. Die gelernte Getriebeschlosserin hatte eigentlich Interesse für Werkzeugmaschinen und bediente während ihrer Berufsausbildung diverse Pressen und Bohrmaschinen. Aus gesundheitlichen Gründen, so berichtet sie, habe sie diese körperlich schwere Arbeit jedoch abbrechen müssen und in der DZB begonnen. <span style='color:black'>Körperlich anstrengend war die Arbeit an den mechanischen Punktschriftmaschinen in der Blindenschriftherstellung damals auch. Dazu kam die Notwendigkeit, sich schnell Wissen über die Punktschrift anzueignen und dieses Wissen möglichst fehlerfrei und effektiv anzuwenden. Ursula Hirschnitz sagt, dieser Lernprozess ähnle einem Gang durch die Wüste. An dessen Ende für sie die Liebe zu den Pünktchen steht. 1961 macht sie ihr Abitur nach und beginnt 1963 mit einem neuen anspruchsvollen Aufgabenfeld, der Buchvorbereitung. 1968 wird sie stellvertretende Abteilungsleiterin in der Blindenschriftherstellung. In den 70er Jahren qualifiziert sich Frau Hirschnitz in einem Fernstudium an der Leipziger Universität zur Dipl. Kulturwissenschaftlerin. Sich zu mühen und mehr wissen zu wollen, hat ihr in dieser Zeit nicht nur Lob eingetragen. Sie spricht mit Hochachtung und Anerkennung von ihrem damaligen Abteilungsleiter Herrn Kohlmann, der mit fachlicher Kompetenz und harter Hand für die Qualität der Braillebücher "made in GDR" garantierte. Frau Hirschnitz wird, nach dem altersbedingten Ausscheiden Erich Kohlmanns,  1981 selbst Abteilungsleiterin und entwickelt sich zur anerkannten Punktschriftexpertin der DZB. Viele Schulbücher, Nachschlagewerke und Lexika sind nach ihrer maßgeblichen Bearbeitung in  hoher Qualität in Leipzig entstanden. <o:p></o:p></span></span></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Der Autor dieses Beitrages hatte während seiner Schulzeit selbst das Vergnügen, in vielen Schulbüchern die Exaktheit und Detailtreue der Punktschriftdrucke aus der Gustav-Adolf-Straße zu bewundern. <o:p></o:p></span></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Ein schönes Beispie

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Ein schönes Beispiel Leipziger Buchkunst in Blindenschrift sind zweifellos die zu Beginn der 90er Jahre erschienenen drei Bände "Stilelemente der Architektur", die von Ursula Hirschnitz vorbereitet und gestaltet wurden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB überreichten ihr in der oben  erwähnten Feier eine spezielle Ausgabe dieses Werkes. <o:p></o:p></span></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Frau Hirschnitz war und ist eine streitbare Verfechterin des Grundsatzes:  "Qualität ist untrennbar mit der Liebe zum Detail verbunden". Computertechnik und Internetnutzung ändern daran nichts. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es ein wichtiges und lohnendes Ziel, sich diesen Grundsatz zu bewahren und mittels moderner Produktionsverfahren umzusetzen.<o:p></o:p></span></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><![if !supportEmptyParas]> <![endif]></span><span style='layout-grid-mode:line'><o:p></o:p></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Neuer Abteilungsleiter der Blindenschriftherstellung ist nun seit dem 1. April 2000 Herr Wolfgang Erndt. Herr Erndt arbeitet seit einem Jahr in der DZB und war bislang im Bereich der Datenverarbeitung und Internetanbindung tätig. In der Zeit hat er sich bereits mit vielen technischen und organisatorischen Fragen der DZB und der Abteilung Blindenschriftherstellung befasst. <o:p></o:p></span></span>

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'>Durch die neu eingesetzte stellvertretende Abteilungsleiterin Tina Bäcker und die anderen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der Blindenschriftherstellung erhält er tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung seiner neuen Aufgaben. <o:p></o:p></span></span>

 

In besonders schwierigen Fällen <span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><![if !supportEmptyParas]><![endif]></span><span style='layout-grid-mode:line'><o:p></o:p></span>wissen die Kollegen natürlich wen sie fragen können. Frau Hirschnitz wird der neuen Abteilungsleitung auch weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Schließlich hat sie, so wie manch anderer,  „ihrer DZB“ ewige Treue geschworen.

Wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB,  wünschen ihr Gesundheit und viele anregende Erlebnisse in ihrem von Kultur so geprägten Leben.

(Dr. Thomas Kahlisch)

 

<span style='font-size:11.0pt;color:black;layout-grid-mode:line'><span style='mso-bidi-font-size:12.0pt'><span style="mso-spacerun: yes"></span><o:p></o:p></span></span><span style='font-size: 12.0pt'><![if !supportEmptyParas]><![endif]><o:p></o:p></span></div></x-html>Aus unserem Verlagsangebot:

 

Stilelemente der Architektur:

-          Säulen und Kapitelle.  25 Reliefs, Text wahlweise in Punktschrift oder auf MC; 51,00 DM.

-          Bogen und Ornamente. 18 Reliefs, Text wahlweise in Punktschrift oder auf MC; 44,00 DM.

-          Dächer, Kuppeln und Giebel. 25 Reliefs,  Text wahlweise in Punktschrift oder auf MC; 51,00 DM.

Alle drei Text-Teile sind in großer Schwarzschrift lieferbar, der Preis beträgt jeweils 5,- DM.

 

 

Einblicke

 

Zeitschriftenmontage Gestern und Heute

 

Wenn Sie zu Hause Ihre „Wissen und Fortschritt“ oder Ihre „Deutschlandrevue“ hören, dann interessiert Sie meist der Inhalt der Zeitschrift, weniger aber, wie das Magazin produziert wurde. Das ist selbstverständlich! Und trotzdem möchten wir Sie in diesem Artikel an der Produktion unserer Hörzeitschriften teilhaben lassen. Zum einen, weil die Montage der Zeitschriften keine uninteressante, eher eine spannende Sache ist und zum anderen, weil zur Zeit in unserem Studio einige gravierende technische Veränderungen im Gange sind, die unsere Produktion zunächst zweigleisig fahren lassen. Zweigleisig heißt: Die Aufnahme und Montage erfolgt sowohl noch analog, als auch schon digital. Das fertige Produkt, die Hörzeitschrift, wird jedoch weiterhin auf Kassette an die Abonnenten ausgeliefert.

 

Analoge Produktion

Verfolgen wir zunächst den analogen Weg der Zeitschriftenmontage. Analog bedeutet, dass die Schallschwingungen in der Luft gleichermaßen und stufenlos in elektrische Schwingungen umgewandelt werden. Über den Lautsprecher dringen dann die umgewandelten Schallwellen wieder an unser Ohr.

Ist der Redakteur soweit, dass er die Zeitschrift montieren kann, beginnt die letzte Phase der Produktion. In dieser zeigt sich, inwieweit es dem Redakteur gelungen ist, eine Auswahl von interessanten Beiträgen und passenden Musikstücken zu treffen. Wie bei einem Puzzle müssen sich Text und Musik zusammenfügen, wenn die Zeitschrift ein harmonisches Ganzes werden soll. Was der Redakteur bei der Zusammenstellung seines Laufplanes (inhaltliches Konzept der Zeitschrift) im Kopf hatte, vergegenständlicht er nun in der Montage.

Zur Grundausstattung der Zeitschriftenmontage gehören folgende Geräte: ein Mischpult, ein Aufnahme- und ein Abspielgerät, CD-Player, Kassettenrekorder und evtl. ein Minidisc-Player.

Die verschiedenen Textbeiträge werden in unseren Studios auf Tonbänder, ca. 40 Minuten Spiellänge je Spur/ 38,1 cm/s, aufgenommen. Auf jedem Band findet der Redakteur ungefähr acht bis neun Beiträge. Montiert wird auf ein Band mit 9,52 cm Umdrehungen pro Sekunde. Das ist dann das eigentliche Mutterband, von dem aus eine unterschiedliche Anzahl von Kopien gezogen werden.

Wichtig für die Hörqualität einer Kassette ist, dass die Beiträge bei einer gleichmäßigen Lautstärke von annähernd +/- 0 dB aufgenommen werden. Bei der Montage können eventuelle Unregelmäßigkeiten mit Hilfe des Mischpultes ausgesteuert werden.

Deshalb hört der Redakteur zunächst in jeden zu montierenden Beitrag hinein und regelt die Lautstärke bei Unstimmigkeit nach.

Zu jeder Zeitschrift gehört ein Rahmen-Band, das den Vor- und Abspann und evtl. auch unterschiedliche Zwischenspänne (Texte, die die einzelnen Beiträge verbinden sollen) zum Inhalt hat. Jede Hörzeitschrift beginnt mit einem Vorspann, das ist ein mit Musik unterlegter Text, der den Namen, die Ausgabe und das Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift nennt.

Das Band mit dem darauf befindlichen Vorspann legt der Redakteur auf das Abspielgerät, das das Band entweder vor- oder nachspulen kann, d.h. beginnt der Beitrag bei Minute 11, dann wird das Band über einen Knopfdruck an diese Stelle gespielt. Ein Display zeigt die aktuelle Zeit an.

Soll in einem Beitrag etwas gekürzt werden, dann muss der genaue Anfang der zu kürzenden Textstelle gefunden werden. Der so genannte Shuttle-Betrieb ermöglicht dies. Die Textstelle wird bei geringerer Geschwindigkeit abgehört. Dadurch kann der Redakteur die Schnittstelle sehr gut finden. Da die Sprechpausen in der Regel sehr klein sind, ist ein Schnitt meist nur am Ende eines Abschnittes, wenn die Tonlage es ermöglicht, auch am Ende eines Satzes möglich. Ein gravierender Nachteil, den es bei der digitalen Montage nicht mehr gibt!

Sind Lautstärke und Bandstelle genau festgelegt, kann die Aufnahme des Beitrages auf das Mutterband beginnen. Eine weitere Abspielquelle kommt hinzu, wird der Beitrag mit Musik unterlegt. Die CD eignet sich sehr gut zur Montage, weil man einen direkten Zugriff auf die einzelnen Titel hat und im Schnelldurchlauf die geeignete Musikstelle gut finden und markieren kann. Mittels des Lautstärkereglers für den CD-Player am Mischpult kann die Musik langsam hochgefahren werden bzw. am Ende eines Beitrages langsam abklingen. Es liegt am Geschick des Redakteurs und seinem Empfinden, Musik und Text harmonisch zu verbinden.

(Gabi Schulze)

 

Digital montiert

Eine Hörzeitschrift ist eine besondere Editionsform speziell für Blinde. Auf einer Kassette von 90 Minuten sind Beiträge aus einem breiten Spektrum an Texten aus unterschiedlichen Quellen. Meistens sind dies mehrere Zeitschriften, Bücher, Aufsprachen auf der Kassette und  eingesandte Manuskripte. Die ausgewählten  Beiträge werden im Studio von den passenden Sprechern aufgesprochen. Nun kommt der nächste Schritt, den ich etwas genauer beschreiben möchte: die Montage.

Bisher hantierten wir mit großen Bändern, wie Gabi Schulze es bereits beschrieben hat. Nach Einzug der neuen Aufnahmetechnik erfolgt die Aufzeichnung zukünftig digital. Das bedeutet, der Sprecher spricht zwar immer noch ins Mikrofon, doch festgehalten wird seine Stimme nicht mehr auf einem Magnet-Tonband, sondern als Audio-Computer-Datei. Ein leistungsfähiger Rechner und ausgeklügelte Software sind dafür Grundvoraussetzung. Vom Rechner unserer "Digital Audio Workstation“ mit immens hoher Rechenleistung wird die aufgenommene Tonfrequenz in elektrische Impulse einer Datei umgewandelt. Sind die Stimmaufzeichnungen vollständig und als Dateien vorhanden, erfolgt die digitale Montage, der Arbeitsschritt des Aneinanderreihens.

 Nach den Vorstellungen, die ich in einem Laufplan festgelegt habe, nehme ich nunn vorhanden, erfolgt die digitale Montage, der Arbeitsschritt des Aneinanderreihens.

 Nach den Vorstellungen, die ich in einem Laufplan festgelegt habe, nehme ich nun Vorspann, Beiträge, Zwischenmusik und Moderationstext und stelle die zu hörenden Zeitschriftenbestandteile zusammen. Per Mausklick und Tastenkombination wird geladen, verschoben, angeordnet. Alles wird aufeinander abgestimmt. Wir arbeiten mit dem Studioprogramm "Samplitude“. Es enthält alle Funktionen um das Tonmaterial zu bearbeiten.  Eine Beschreibung des Arbeitens kann sich auch so anhören: Zuerst lege ich ein "virtuelles Projekt“ an, dann die "Hard Disk Projekte“ in die leere Spur  laden – "Hard Disk Projekte“ sind meine Text- und Musikbeiträge in Dateiform, die ich nun virtuell bearbeite, das heißt, ohne die ursprüngliche Aufnahme zu zerstören.

Will ich "reinhören“, ob der Text stimmt, heißt das heute: ich führe eine Wiedergabe an verschiedenen Positionen durch. Vorher muss ich erst sicherstellen, dass ich mich im aktiven Fenster befinde, durch Drücken der Leertaste wird die Wiedergabe gestartet, oder ich bringe den Mauszeiger an eine neue Position, um die Wiedergabe von diesem Punkt aus an einer zeitlich ganz anderen Stelle fortzuführen. Merke ich, dass hier noch etwas fehlt, kann ich ein Objekt mittels linkem gehaltenen Mausklick im unteren Bereich aktivieren, wenn nötig, mit rechtem Shift-Klick auch mehrere Objekte.

Über die Werkzeugleiste bilde ich aus den Objekten, die bereits o.k. sind, eine Gruppe und kann diese mit gehaltener linker Maustaste gemeinsam verschieben. Über einen bestimmten Button der Werkzeugleiste speichere ich das entstandene Projekt. Nun lade ich über die Tastenkombination Shift-L ein weiteres HDP-Projekt und füge es an der Cursorposition ein. Nach und nach füllt sich so die virtuelle Spur. Ich kann den Ausschnitt meiner Objekte auf- und zuziehen ohne die ursprüngliche Audio-Datei zu verändern und verändere damit den hörbaren Bereich, natürlich muss ich dazu genau die "Anfasser“ im aktivierten Objekt erwischen. Soweit zur einfachen Anwendung. Wie Sie merken, haben sich meine Computersprachkenntnisse um ein Vielfaches erweitert, was noch nicht heißen soll, dass ich immer weiß, was der Computer bei einem Dialog in Fachsprache mittels Fragenfenster von mir will. Die atemberaubenden Momente, wenn alles geklappt hat, sind großartig. Es gibt trotzdem noch viel zu lernen. Viele Lösungen für Problemfälle erforschen wir zusammen mit unserem Techniker Roland Müller. Und tatsächlich – es geht alles von Mal zu Mal schneller. Entscheidend ist, dass am Ende alle Bestandteile der Zeitschrift, die Sie später hören werden, in zeitlich richtiger Reihenfolge zusammengebracht sind, aus vielen einzelnen Dateien, die die Texte und die Musik enthalten. So entsteht eine neue Datei, die dem Inhalt der Hörzeitschrift, wie Sie sie kennen, entspricht. Manchmal ist es schon ein kleines Kunststück, dabei genau auf die Gesamtspielzeit von 90 Minuten zu kommen, doch das bewältigt man mit diesem Programm recht gut, da auch am Anfang oder mittendrin noch im Nachhinein eingefügt werden kann und sich bis zuletzt alle gewünschten Veränderungen einfügen lassen. Hat diese Datei so ihre endgültige Form erreicht, wird sie auf eine offene Spule überspielt. Von diesem sogenannten Mutterband kopiert Kollegin Schmidt anschließend so viele Kassetten, wie gebraucht werden. Hören Sie doch mal rein!

(Elke König)

 

 

Kino im Ohr

Beobachtungen zu aktuellen Hörbüchern

 

Raben krächzen, der Wind heult, das Volk flüstert und raunt. Im Morgengrauen wird ein Gefange­ner auf rumpelndem Ochsenkarren zum Richtplatz gefahren. Dazu Unheil verkün­dende Musik, Hundegebell, Glockenge­läut ... - dieser furiose Auftakt entstammt keinem Hollywoodfilm, sondern einem Hörbuch. Das Hörspiel nach Ken Folletts historischem Roman "Die Säulen der Erde" beweist, wie spannend und aufre­gend Kino im Ohr heute sein kann. Das war nicht immer so.

In Deutschland sprach Literatur auf Tonträgern - abgesehen von zahlreichen Benjamin-Blümchen- und Bibi-Blocksberg-Fans im Kleinkindalter - lange Zeit nur einen eng begrenzten Personenkreis an. Zu den Käufern gehörten vor allem Blinde, Sehbehinderte und andere Men­schen, denen das Lesen von Büchern Schwierigkeiten bereitet. Doch seit etwa fünf Jahren ist der Hörbuchmarkt gewal­tig in Bewegung geraten. Zahlreiche neu gegründete Hörbuchverlage, aber auch arrivierte Buchverlage konkurrieren in­zwischen mit den wenigen älteren Pro­duzenten. 1999 schätzte das Börsenblatt die Zahl der angebotenen Titel auf 5000 und die der Anbieter auf 150.

Für den Boom gibt es sicher verschie­dene Gründe. Zum einen wird mit auf­wendigen Werbestrategien versucht, das angestaubte Image des Hörbuchs aufzu­polieren. Jährliche Umsatzsteigerungen von bis zu 50% deuten aber auch darauf hin, dass solche Aktionen mit tat­sächlich vorhandenen Bedürf­nissen korrespondieren. Zum Erfolg haben ferner technische Innovationen wie Walk- und Discman beigetragen, die CDs und MCs zu idealen Begleitern langweiliger Bahn- und Autoreisen machten. Das Hörbuch gilt gemeinhin als "Sekundärmedium", das eine optimale Nutzung der Zeit verspricht, weil zum Beispiel Routinetätigkeiten leicht mit der Rezeption von Literatur verbunden werden können.

Die Verlage befinden sich offensicht­lich in einer Experimentierphase. The­men- und Gattungsschwerpunkte ihrer Programme wechseln halbjährlich, und nur selten lässt sich ein klares Profil er­kennen. Geboten wird das gesamte Spek­trum der Belletristik: deutsche Klassiker, Weltliteratur, anspruchsvolle Gegenwartsliteratur, die typischen Unterhaltungsgenres wie Krimi, Thriller, Horror, Fantasy, Science fiction und Frauenro­man, außerdem erotische Literatur, Ka­barett und Lyrik in medienspezifischen Gestaltungsformen wie Lesung, Hörspiel, Feature und Dokumentation. In dieser bunten Vielfalt kann auch der überzeug­teste Bücherleser anregende und aufre­gende literarische Entdeckungen machen oder Altbekanntem neue Facetten abge­winnen.

 

Klassiker

Der Beginn der Produktion von Hör­büchern in Deutschland ist eng mit dem Namen der "Deutschen Grammophon" verbunden, die seit 1954 Literatur auf Tonträgern vertreibt. Schwerpunkte des Angebots liegen bis heute auf Werken der Weltliteratur und Klassikern der deut­schen Literaturgeschichte, vor allem von den Autoren Johann Wolfgang von Goe­the, Theodor Fontane, Thomas Mann und Erich Kästner.

Wer noch den weihevollen, Ehrfurcht vor Autor und Werk ver­ratenden Ton dieser Lesungen im Ohr hat, während er Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjah­re" in der Version des Münche­ner Hörverlags vom Herbst 1999 in den Kassettenrekorder schiebt, erlebt eine ziemliche Überraschung. Angela Gerrit hat den ersten deutschen Bil­dungsroman gründlich ent­staubt und forsch zusammengestrichen. Dabei ist ein temporeiches, quickleben­diges Hörspiel herausgekommen. "Mich selbst, ganz wie ich da bin, auszubilden, das war von Jugend auf mein Wunsch und meine Absicht" gesteht Wilhelm seinem Freund. Und so zeigen Buch und Hör­stück den schwärmerischen Kaufmanns­sohn, der sein Elternhaus verlässt, um sich dem Theater und der Dichtkunst zu widmen. Im Zick-Zack-Kurs treibt er durchs Leben, lernt Menschen aus den verschiedensten Schichten und Berufen kennen, täuscht sich und wird enttäuscht, erlebt Niederlagen und Erfolge. Schließ­lich gelingt es ihm mit Hilfe der geheim­nisvollen Turmgesellschaft, Kopf und Herz zusammenzubringen und zum nütz­lichen Mitglied der bürgerlichen Gesell­schaft zu werden. Gerrit hat den optimi­stischen Grundton der literarischen Vor­lage beibehalten, aber auch die dunklen, rätselhaften Zwischentöne einbezogen.

Neben der Regieleistung ist die der Sprecher hervorzuheben. Peter Simonischek ist ein wunderbarer Erzähler, der - ganz im Goetheschen Sinne - die Zuhö­rer zu Komplizen macht. Gemeinsam mit ihm begleitet man das sprunghafte Trei­ben des Helden aus ironischer Distanz mit nachsichtigem Kopfschütteln, aber ohne sein Verhalten jemals als lächerlich zu empfinden. Bastian Trost gestaltet den naiven, zaudernden Jüngling absolut glaubwürdig: ein wenig selbstverliebt, ein wenig weltfremd und oberflächlich wirkt er, aber doch auch mitleidsvoll und gut­willig. Dieser Wilhelm Meister ist ein sympathischer Held, der den Abstand der gut zweihundert Jahre, die zwischen sei­ner Erfindung und der Gegenwart liegen, mit Leichtigkeit überwindet.

"Wilhelm Meister" ist in der Reihe "Klassiker-Welten" des 1995 gegründeten Hörverlags erschienen. Hier lassen sich noch weitere aufregende Entdeckungen machen. Hoch gelobt und ausgezeichnet wurden "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow und "Lolita" von Vladimir Nabokov. Man darf also auf die Neuerscheinungen des Frühjahrs ge­spannt sein, zu denen das Hörspiel "Ge­fährliche Liebschaften" nach dem Brief­roman von Choderlos de Laclos gehören wird, an dem unter anderem Christoph Bantzer und Sunnyi Melles mitwirken. Übrigens ist neben dem Inhalt auch die Form der Reihe zu rühmen. Der edle Ein­band aus schwarzer Hartpappe und farb­intensiven Gemäldereproduktionen zeigt, dass es für Hörbücher ansprechendere Präsentationsformen gibt als klemmen­de Plastikschachteln.

 

Klassische Moderne

Anspruchsvolle Literatur der klassi­schen Moderne und Gegenwart bietet das kleine, ambitionierte Programm der "Voices Editionen", das inzwischen vom Verlag "Steinbach sprechende Bücher" mitbetreut wird. 1998 erschien dort die Anthologie "Autorinnen des 20. Jahrhunderts". Sie enthält dreizehn Erzählungen und Gedichte von elf Autorinnen aus drei Generationen. Wolfgang Stock­mann hat eine eigenwillige Aus­wahl spröder, vielschichtiger Texte zusammengestellt, deren innere Verwandtschaft sich beim ersten Zuhö­ren nicht völlig erschließt. Eine Ge­meinsamkeit liegt darin, dass die Au­torinnen (unter anderem Djuna Bar­nes, Mascha Kaléko, Else Lasker-Schüler, Anne Sexton) ebenso unkonventio­nell sind wie die Sprecherinnen. Jede findet ihren eigenen Ton: Mit groß­artiger Beiläufigkeit erzählt Susan­ne Lothar, zärtlich und behutsam nä­hert sich Hannelore Elsner den Ge­schichten, und Hanna Schygulla be­rührt durch die Schlichtheit ihrer stimmlichen Modulation. Einen be­sonderen Ohrenschmaus bietet die grandiose Interpretation der sarka­stischen Erzählung "Der Walzer" von Dorothy Parker durch Susanne Lo­thar. Die Situation ist denkbar ein­fach: Eine Frau wird in einem Lokal von einem ihr unbekannten Mann zum Tanzen aufgefordert. Sie ist froh, ihrem Mauerblümchen-Dasein ent­kommen zu sein und zugleich erbost darüber, dass sie an einen steifen Langweiler mit unzulänglichen tän­zerischen Fähigkeiten geraten ist. Den Widerstreit zwischen ihren ket­zerischen Gedanken und ihren freundlichen Äußerungen gestaltet Lothar meisterhaft. Sie spielt alle emotionalen Nuancen zwischen Lakonie, Gereiztheit, Selbstmitleid, Wut, Liebenswürdigkeit, Verständ­nis und Koketterie souverän aus, und wirkt dabei so unangestrengt und na­türlich, als erlebe sie selbst gerade genau diese Situation. Insgesamt ist die Anthologie ein zeitloses Hörbuch zum wiederholten Genuss, das zu un­gewöhnlichen Entdeckungsreisen auf einem Seitenpfad der Literatur ein­lädt.

 

Gegenwartsliteratur

Den größten Anteil an der Hör­buchproduktion haben Lesungen von Romanen und Erzählungen der Ge­genwartsliteratur in gekürzter oder ungekürzter Fassung. Die Qualität dieser Produktionen hängt aus­schließlich vom Können des Sprechers ab. Allerdings ge­lingt es nur sehr wenigen, al­lein durch das Hörmedium berühmt zu werden. In die Fußstapfen von Gert Westphal, dem "König der Vorle­ser" seit den Fünfzigern, ist in den letzten Jahren Christian Brückner getreten. Der viel be­schäftigte Star der Hörbuch-Szene stellt seine dunkeltimbrierte, leicht angeraute Stimme ganz und gar in den Dienst des literarischen Werkes. Ihm gelingt es wie kaum jemandem sonst, den unverwechselbaren Rhythmus ei­nes jeden Textes genau zu erspüren. Neben den weni­gen Profisprechern werden sehr gerne aus Film und Fernsehen bekannte Schau­spieler als Vorleser ver­pflichtet. Von besonderem Reiz jedoch ist seit jeher die Lesung durch den Autor selbst, der am befugtesten ist, sein Werk durch die Art seines Vertrags selbst zu in­terpretieren. Einigen gelingt das vortrefflich. Begnadete Vorleser sind zum Beispiel Martin Wal­ser ("Ein springender Brunnen" beim Hör-verlag) oder Günter Grass, der mit seinem kraftvol­len Bass alle hundert Geschich­ten seines Millenniumskaleidoskops "Mein Jahrhundert" in öf­fentlichen Lesungen auf zwölf Kassetten gesprochen hat (Deut­sche Grammophon).

Wenig genussvoll ist es aller­dings, einem Autor zu lauschen, der wenig Begabung zum Vorle­sen hat, zumal wenn die litera­rische Vorlage selbst nicht über­zeugt. Die Aufnahme einer öf­fentlichen Lesung Benjamin Leberts aus seinem Internatsroman "Crazy" macht deutlich, dass uninspirierte Texte in der akustischen Umsetzung nicht gewinnen, sondern verlieren. Konnte man die banalen und langatmigen Beschreibun­gen von Interieurs und Personen im Buch schnell überblättern, so wirken sie in der gesprochenen Versi­on sehr viel gewichtiger und dadurch ausgespro­chen peinlich. Lebert ver­fügt nur über geringe Fä­higkeiten zur stimmlichen Differenzierung und liest so unbeteiligt, als sesprochenen Versi­on sehr viel gewichtiger und dadurch ausgespro­chen peinlich. Lebert ver­fügt nur über geringe Fä­higkeiten zur stimmlichen Differenzierung und liest so unbeteiligt, als sei ihm sein eigener Text fremd. So liegt der Gewinn, den man aus diesem "Lifec-Act" ziehen kann, weniger im literarischen als vielmehr im personellen Erleben. Man kann dem inzwischen 17-jährigen Kult-Autor beim bewusst unpro­fessionellen Kokettieren mit seiner Ner­vosität zuhören und erfährt, dass er offenbar verschnupft ist und Spezi trinkt. Die Live-Atmosphäre wird an Tassen- und Gläsergeklapper, Husten und Ge­lächter kenntlich. Dem Zielpublikum mag es gefallen.

Wesentlich häufiger als früher wer­den inzwischen Titel der Gegenwartsli­teratur in Hörspielform präsentiert. Als amüsanteste Produktion des letzten Win­ters kann "Helden wie wir" nach dem 1995 erschienenen Roman von Thomas Brussig gelten. Allerdings handelt es sich eher um eine inszenierte Lesung als um ein wirkliches Hörspiel, denn die Schil­derungen des Ich-Erzählers werden nur selten durch knappe Dialogszenen, Einspielungen schriller Musiksequenzen und Überblendeffekte unterbrochen. Ulrich Mühe hat die Rolle des Klaus Uhltzscht übernommen, der aus der ironischen Di­stanz des abgeklärten Erwachsenen auf seine Jugend in der DDR zu­rückblickt. Mit einer unglaublich wandlungsfähigen Stimme schil­dert er das pubertäre Lebensgefühl des Helden zwischen Versagen und Genialität. Die gemäßigte Komik der literarischen Vorlage steigert Mühe durch seine Interpretation zu einer atemlosen, überdrehten Gro­teske. Das nur 76 Minuten kurze Hörspiel überzeugt auch, weil in der Bearbeitung die Längen der Romanvorlage gekappt, die Pointen aber erhalten blieben. Hörvergnü­gen pur wird garantiert.

 

Unterhaltungsliteratur

Der Beliebtheit von Unterhaltungsliteratur entsprechend lassen Hörbearbeitungen von Werken po­pulärer Genres den meisten Ge­winn erwarten. Wo hohe Verkaufs­zahlen vorhersagbar sind, rentiert sich auch ein größerer Aufwand bei der Herstellung. Die wohl opulen­teste der aktuellen Produktionen ist das Hörspiel zu Ken Follets monu­mentalem Mittelalterroman "Die Säulen der Erde", das "Lübbe Audio" Ende 1999 in Zusammenar­beit mit dem Westdeutschen Rund­funk aufgenommen hat. Daran be­teiligt waren unter anderem mehr als sechzig Sprecher, zumeist erfah­rene Theater- und Filmschauspieler, ein Sinfonieorchester und mehrere Chöre.

Mit sicherem Gespür für die Erfordernisse des Mediums sorgte Regisseur Leonhard Koppelmann dafür, dass der Hörer den Überblick behält über die komplexe, vielsträngige Erzählhandlung, die zahlrei­chen Haupt- und Nebenfiguren, die häufigen Rückblenden und Voraus­deutungen. Geschickt platzierte Er­innerungen und Rückverweise auf Namen und Funktionen der Figu­ren sowie bereits Erwähntes si­chern den roten Faden in dieser mo­tivüberladenen Geschichte um Lie­be, Verrat, politische und klerikale Intrigen zur Zeit des englischen Thronstreits im 12. Jahrhundert. Der Zuhörer wird förmlich ins Mittelalter hineingesogen. Auf fulminante Szenen, in denen elemen­tare Ereignisse wie Hinrichtung, Vergewaltigung, Hochzeit, Ge­burt, Kampf und Tod mit großer akustischer Geste dramatisiert und emotionalisiert werden, fol­gen ruhige, verhaltene Dialoge und Erzählpassagen, die von den großartigen Sprechern Gisela Trowe und Ernst Jacobi ganz un­aufdringlich gestaltet werden. Durch den permanenten Wechsel in Tempo, Rhythmus und Tonfall gelingt es, die Spannung über die Gesamtlänge von 510 Minuten aufrecht zu erhalten. Die von Henrik Albrecht komponierte Musik trägt zur Strukturierung und zur atmosphäri­schen Dichte des Hörspiels wesentlich mit bei. Hier wurden die Möglichkeiten des Mediums voll ausgereizt.

 

Autobiographisches

Wer hat sich bei der Lektüre eines Tagebuchs nicht schon einmal gewünscht, diejenigen, über die dort geschrieben wird, selbst zu hören und ihre Sicht der Dinge kennen zu lernen. Die Regisseurin Sabi­ne Ranzinger hat dieser Neugier nachge­geben und ein Experiment gewagt. Der Stimme der Tagebuchschreiberin Brigit­te Reimann (gesprochen von Susanne Bard) hat sie eine zweite hinzugesellt: die ihres Kollegen und zweiten Ehemanns Siegfried Pitschmann. Ranzingers Text­montage "Und trotzdem haben wir immerzu geträumt davon" spürt ei­ner hoch komplexen Beziehung nach. Als Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann sich im März 1958 begegnen, glaubt sie sofort, den Menschen getroffen zu ha­ben, der ihr "ganz entspricht". Im Februar 1959 findet die Hochzeit statt. Doch die Sehnsucht, das unstillbare und zer­störerische Verlangen, anderen zu ge­fallen, lässt die Schriftstellerin nicht los. Als sie im Januar 1961 ein festes Ver­hältnis mit einem anderen beginnt, ent­spinnt sich eine zermürbende Dreiecksgeschichte. Zusätzlich wird ihre Ehe an­fangs durch permanenten Geldmangel belastet, später durch eine zunehmen­de berufliche Konkurrenzsituation. Während Reimann erste literarische Er­folge verzeichnen kann, gerät der refle­xive, zaudernde Pitschmann immer tiefer in eine Schreibkrise. 1964 wird die Ehe geschieden. In ihrem Tagebuch hat Bri­gitte Reimann diese Beziehung mit der­selben schonungslosen Offenheit analy­siert wie die anderen auch. Offen und selbstkritisch äußert sich auch Siegfried Pitschmann im Interview. Obwohl deut­lich zu merken ist, dass ihm die "Jahre voll ungeheurer Beschädigung" auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Tod Reimanns emotional noch sehr prä­sent sind, ist das Feature weder ein Do­kument des Selbstmitleids noch der An­klage. Verhalten bis lakonisch klingen ei­nige Antworten Pitschmanns, andere for­muliert er eher nachdenklich und zö­gernd. Es scheint, als versuche er noch immer, das Wesen dieser komplizierten Frau zu ergründen, und als gelinge es ihm noch immer nicht. Sabine Ranzinger hat ein stilles, sehr persönliches Porträt zwei­er faszinierender Menschen und ihrer schwierigen Liebe entworfen, das insbe­sondere wegen der Wahrhaftigkeit der beiden Beteiligten so stark berührt.

 

Titelliste:

-          Johann Wolfgang von Goethe: "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Hörspiel. Der Hörverlag, München 1999, 2 MCs, 35 DM.

-          "Autorinnen des 20. Jahrhunderts". Ein literarisch-musikalisches Hörstück.           "Autorinnen des 20. Jahrhunderts". Ein literarisch-musikalisches Hörstück. Voices editionen, Hamburg 1998, 3 CDs, 62 DM.

-          Benjamin Lebert: "Crazy". Autorenlesung. Der Hörverlag, München 1999, 1 CD, 29,90 DM.

-          Thomas Brussig: "Helden wie wir". Hörspiel. Der Audio Verlag, Berlin 1999, 1 CD, 29,95 DM.

-          Ken Follett: "Die Säulen der Erde". Hörspiel. Lübbe Audio, Bergisch Gladbach 1999, 7 CDs/MCs, 89,90 DM.

-          "Und trotzdem haben wir immerzu geträumt davon". Siegfried Pitschmann über Leben, Lieben und Arbeiten mit Brigitte Reimann. Feature. Der Audio Verlag, Berlin 1999, 1 CD, 32,95 DM.

(Isa Schikorsky)

 

(Aus: Lesart. Unabhängiges Journal für Literatur/hrsg. von Dr. Karsten Schröder, 7. Jahrgang Heft 1/2000.)

 

 

Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt

 

Wir stellen Ihnen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen". Vorgestellt werden die Titel von unseren Bibliothekaren.

 

Sigrid Undset: »Kristin Lavranstochter«

empfohlen von Susanne Siems

(Punktschriftbibliothek)

 

Literarisch gesehen hat wohl jede Nation ihre Familiensaga, ob sie nun eher melancholisch gefühlvoll daherkommt wie die "Dornenvögel" oder "Vom Winde verweht", oder mit eher großen Ansprüchen und viel Zeitcolorit wie die "Buddenbrocks" oder "Krieg und Frieden". Ich will keinesfalls die einen verdammen, die anderen in den Himmel loben. Jedes dieser Werke hat seinen Rang in der Literatur und zeigt das Können seiner Autoren.

Einen wohlverdienten Platz in dieser Sammlung von "Generationsdramen" nimmt das Buch "Kristin Lavranstochter" ein, für das die norwegische Autorin Sigrid Undset 1928 den Nobelpreis erhielt.

Die Romantrilogie versetzt uns ins norwegische Mittelalter der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ich gestehe es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ich habe die ersten fünfzig Seiten gekämpft mit den ungewohnten Orts- und Familiennamen. Eine unheimliche Fülle an noch fremden Personen stürzte auf mich ein, dazu die tiefe Religiosität der mittelalterlichen Menschen, deren Handeln scheinbar gänzlich durch den Glauben an Gott bestimmt wurde. Aber, einmal in diese Welt eingetaucht, kam ich nicht mehr davon los. Kristin ist die Tochter des wohlhabenden Lavran vom Jørundhof. Schon in frühester Kindheit wurde sie Simon Darre, Sohn eines befreundeten Ritters, versprochen. Hingezogen fühlt sich Kristin aber zu ihrem Jugendfreund Arne. Als dieser hinterhältig umgebracht wird, geht die junge Frau als Laienschwester in ein Kloster. Dies ist ein Schicksal, wie es sicher Tausende Frauen zu dieser Zeit traf und es kann wohl als Normalität betrachtet werden. Dass daraus eine wirklich erzählenswerte Geschichte wird, liegt an der herausragenden Figur der Kristin. Sie ist jung, intelligent und lebenslustig. Für sie verträgt sich Gottesfürchtigkeit durchaus mit Freude-am-Leben-haben, aber bei ihrer Umgebung stößt sie bald auf Widerstände. Als sie sich in den Ritter Erlend Nikulaussøn verliebt, nimmt sie den Kampf für ihr eigenes, glückliches Leben auf. Sie bewirkt nach vielen Diskussionen mit ihren Eltern, dass das Verlöbnis mit Simon Darre gelöst wird. Nachdem Kristin Erlend auf seinen Hof nach Husaby gefolgt ist, beginnt für sie ein neues Leben. Sie bringt sieben Söhne zur Welt und bewirtschaftet Haus und Hof so gut, dass der Herrenhof großen Gewinn abwirft. Aber trotz ehrlicher Zuneigung können Kristin und ihr Mann scheinbar nicht glücklich werden, da Erlends Streben nach Macht und Anerkelt und bewirtschaftet Haus und Hof so gut, dass der Herrenhof großen Gewinn abwirft. Aber trotz ehrlicher Zuneigung können Kristin und ihr Mann scheinbar nicht glücklich werden, da Erlends Streben nach Macht und Anerkennung ihn immer wieder in politische Schwierigkeiten bringen. Je mehr Kristin an den Problemen zu wachsen scheint, um so schwächer und haltloser wird Erlend.

Ob es die beiden im Norwegen des 14. Jahrhunderts schaffen werden, möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nicht verraten. Die Literaturverfilmung, die vor einigen Monaten im 3Sat lief, endete, für meine Begriffe bedauerlicherweise, nach dem ersten Teil der Trilogie, also mit der Heirat Kristins und Erlends. Die Stärke des Buches zeigt sich aber gerade in der Fortsetzung dieser Geschichte und natürlich darin, uns eine völlig neue Welt zu eröffnen mit historischem Faktenwissen und erdachten Personen. Den Roman unvergesslich machen die scheinbaren Nebensächlichkeiten, aus denen ja zum großen Teil Leben besteht, also die Darstellung des Alltags auf Husaby, des mittelalterlichen Lebens in Städten wie dem heutigen Trondheim und Oslo, des täglichen Kampfes ums Überleben, des Durchhaltens im harten nordischen Winter

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich von den umfangreichen 26 Bänden nicht abschrecken lassen. Wenn Sie momentan keine Zeit für so umfangreiche Lektüre haben, merken Sie sich's doch in ihrem literarischen Kalender vor. Ich denke, es lohnt sich.

 

Undset, Sigrid: Kristin Lavranstochter,

26 Bde., kh. BNA 748

 

 

Irina Grekowa: »Der Witwendampfer«

empfohlen von Jörg Klemm (Hörbücherei)

 

Heute gibt es eine nicht ganz so leicht verdauliche Kost, auch wenn der Titel doch eher nach Humor klingt: „Der Witwendampfer“ von Irina Grekowa, erschienen 1983 im Verlag Volk und Welt zu Berlin.

Rückblickend erzählt die Protagonistin Olga Fleuriwa die Geschehnisse um den "Witwendampfer“, einer Moskauer Wohnung, wo in jedem Zimmer eine Witwe lebt. Fünf Frauen unterschiedlichen Charakters und Temperaments leben zusammen und bilden eine "eigenartige Verwandtschaft, die alles andere als liebenswürdig ist“. Die Erzählerin verliert im Zweiten Weltkrieg ihre Familie und findet nach langem Krankenhausaufenthalt als Musiklehrerin einen neuen Anfang. Eine freundschaftliche Bindung entsteht zu Anfissa Gromowa, deren tragisches Leben ausführlich dargestellt wird. Ihre glückliche Ehe hat nach dem Krieg keinen Bestand mehr, da sie durch die Geburt ihres unehelichen Sohnes ihrem Mann schuldbewusst entgegentritt und ihm keine Partnerin und Hilfe für die Rückkehr ins Leben ist. Ihre Hoffnung und Kraft widmet sie dem Sohn, der, verwöhnt und faul, die Mutter verachtet und erst nach ihrem Tod sein Leben ändern wird. Irina Grekowa zeichnet überzeugend und beeindruckend die tiefgreifenden Veränderungen durch den Krieg im Leben der Frauen. Ihr geht es um mehr als die detaillierte Alltagsbeschreibung namenloser kleiner Leute. Indem sie die Ursachen der Verhaltensweisen aufzudecken sucht und jedem seine „Wahrheit“ zugesteht, wirbt sie um ein tolerantes Miteinander, aber auch um Verantwortung für die Nächsten. Ihr ausgesprochen mütterlich-humaner Blick auf die Welt und die Menschen verbindet sich mit einer gewissen Schonungslosigkeit der Menschen- und Milieudarstellung.

 

Hier noch die Bestell-Nr.: 6065. Gesprochen wurde der Titel von Marlies Reusche und hat einen Umfang von 5 Kassetten.

 

Bücher des Jahrhunderts

 

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.

 

Wir setzen heute fort mit Position Nr. 6:

 

 6. K. Grahame: Der Wind in den Weiden (1908)

 7. M. Curie: Untersuchung über die radioaktiven

     Substanzen (1910)

 8. F. W. Taylor: Die Grundsätze wissenschaftli-

     cher Betriebsführung (1911)

 9. A. N. Whitehead, B. Russel: Principia Mathe-

     matica (1913)

10. D. H. Lawrence: Söhne und Liebhaber

     (1913)

11. A. Einstein: Das Relativitätsprinzip (1918)

12. M. Stopes: Das Liebesleben in der Ehe

     (1918)

13. Jaroslav Hasek: Die Abenteuer des

     (1918)

13. Jaroslav Hasek: Die Abenteuer des

      braven Soldaten Schwejk (1920)

 In der DZB ausleihbar

 als Hörbuch BNA 87, BNA 120

 und in Punktschrift BNA 6784

 

Der tschechische Schriftsteller Jaroslav Hasek wurde am 24.April 1883 in Prag geboren. Der Sohn eines Mittelschullehrers führte nach einer Ausbildung an der Handelsakademie Prag ein unstetes Leben als freier Schriftsteller in Prag mit Wanderungen durch Mittel- und Südosteuropa. Im 1. Weltkrieg desertierte Hasek in Russland von der österreichischen Landwehr zur tschechischen Legion. Nach der Oktoberrevolution landete er als politischer Kommissar bei den russischen Bolschewiken. 1920 kehrte er in die Tschechoslowakei zurück, enthielt sich nunmehr aber der politischen Tätigkeit. Hasek starb am 03. Januar 1923 in Lipnice/Böhmen an den Folgen seiner Trunksucht.

Der Roman "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" erschien 1921-23. Diese burleske Geschichte, in der Josef Schwejk (bereits eine Hauptfigur in früheren Erzählungen des Autors) den Krieg als Soldat der k. k. Monarchie erlebt, gehört zu den bedeutendsten Satiren der Weltliteratur.

Schwejk, ein Sprössling der untersten Volksschicht, von Beruf Hundehändler, laut amtlicher Bescheinigung schwachsinnig, gerät in die Militärmaschinerie und kämpft den unheroischen Kampf des ›kleinen Mannes‹ gegen Bürokratie und staatliche Willkür mit entwaffnender Naivität und unbesiegbarer Blödheit. Er kommt als Bursche des Oberleutnant Lukasch an die Front, zuvor versehentlich in österreichische Gefangenschaft und immer wieder in verwickelte Situationen. Als wahrhaft braver Soldat bekundet er stets überschwänglich seine Loyalität, führt jeden Befehl buchstabengetreu aus, übt Gehorsam ad absurdum und enthüllt damit die ganze Lächerlichkeit des Militärapparates einschließlich der patriotischen Parolen und zugleich die Fragwürdigkeit jeglicher unbestrittenen Autorität. Er spricht in derbem Prager Vorstadtjargon und hat für jede Gelegenheit ein bisweilen recht ungewöhnliches Geschichtchen (insgesamt 180) auf Lager, worin er - immer betont einfältig - die Stützen des Regimes verspottet. Schwejk ist in seinem ausgeprägten Individualismus ein Pazifist, Antimilitarist, beinahe Anarchist und wurde zum Sinnbild der individuellen Auflehnung gegen jede Art von Diktatur. Die tschechischen akademischen Literaturkritiker begegneten dem unkonventionellen Werk, das weder ästhetische Maßstäbe noch nationale Tabus berücksichtigte, Jahre hindurch mit Nichtachtung und Ablehnung, bis der internationale Erfolg des in 18 Sprachen übersetzten Romans nicht mehr zu übersehen war. Nach Haseks Tod schrieb der Feuilletonist Karel Vanek eine Fortsetzungsfolge "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk in russischer Gefangenschaft", 1923-24, die jedoch das Niveau des Originalwerks bei weitem nicht erreicht.

 

[gekürzt aus: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur, S. 15026. (c) Alfred Kröner Verlag]

 

 

Seegeflüster

Klatsch und Tratsch von Büchern,

Schreibern und Verlegern

 

Bislang genießt Boltenhagen wohl kaum den Ruf, dass an diesem Ort das literarische Leben Schlagzeilen schreibt. Das Seebad im Klützer Winkel wird auch künftig den Buchmessen und Literaturhochburgen nicht den Rang ablaufen. Aber ein klein wenig Geschichte wird an der be­schaulichen Strandpromenade schon geschrieben, in einem Falle sogar mit einer Premiere, die tatsächlich in Leipzig stattfinden sollte.

Wer nämlich gehofft hatte, auf der Leipziger Buchmesse sich mit der gewiss exotischen Tradition des Weinbaus in Mecklenburg und Ostbrandenburg vertraut zu machen, muss zu diesem Behufe am 6. Mai im „Haus Seeschlößchen“ zu Boltenhagen sein, denn nun wird die Auftaktveranstal­tung des Boltenhagener Bücherfrühlings die Buchpremiere des renommierten Hinstorff Verlages sein.

Freude und Schmerz wohnen aber auch hier dicht beieinander. Schockierend war wohl nicht nur für die Veranstalter des Boltenhagener Bücherfrühlings die Nachricht vom Tod des Schweriner Schriftstellers Jürgen Borchert. Am 1. März hat er seinem Leben selbst das Ende gesetzt. Am 20. März nahmen mehr als 250 Kollegen und Freunde Abschied von dem gerade 58-Jährigen auf dem Schweriner Waldfriedhof. Noch im Februar gingen Briefe hin und her, um alles zu klären, was den geplanten Boltenhagener Leseabend betrifft. Es wird trotzdem einen Jürgen-Borchert-Abend geben. Menschen, die ihm nahe standen, werden aus Werken Borcherts lesen, von denen einige erst noch erscheinen werden. Vorgesehen ist auch, aus punktschriftlich erhältlichen Bän­den vorzulesen. Es handelt sich dabei um die in der DZB erschienenen "Spaziergänge in Meck­lenburg“ (Demmler Verlag, Schwerin 1993; 1 Bd., rkzp., BNA 8710; 2 Bde., vzp. BNA 8719). Zu empfehlen ist auch das in der DZB gedruckte, von Jürgen Borchert heraus­gegebene "Mecklenburg : ein Anekdotenbuch" (Hinstorff, Rostock 1984; 3 Bde., rkh. BNA 7064). Nennen wir gleich noch die beiden erhältlichen Hör­bücher: "Die Mühle vom Roten Strumpf: Nachforschungen über ein Handwerk“ (Verl. der Nation, Berlin 1985; 4 Kass.) und "Reuter in Eisenach: die Briefe des Physikus Schwabe"; Roman (Hinstorff, Rostock 1982., 7 Kass.).

Beim Durchblättern der "Leipziger Bücherliste“ 2/2000 wird, wer dabei war, gleich mehrmals an den vorjährigen Boltenhagener Bücherfrühling erinnert. Nicht genug damit, dass in Boltenhagen Helmut Schiller aus "Petting“, seinem Roman über eine sinnlich-rebellische Jugend der 50er und 60er Jahre las. Das damals gerade im "Verlag am Park“ erschienene Buch ist nun also auch als Hörbuch zu haben.

Karl-Heinz Maddauß hat eine niederdeutsche Trilogie geschrieben, die im dörflichen Leben der Zwischenkriegszeit angesiedelt ist. Bevor der dritte Band einen Verleger fand, wurde dem ein­stigen Lehrer durch seine Lesungen in FortsetzHeinz Maddauß hat eine niederdeutsche Trilogie geschrieben, die im dörflichen Leben der Zwischenkriegszeit angesiedelt ist. Bevor der dritte Band einen Verleger fand, wurde dem ein­stigen Lehrer durch seine Lesungen in Fortsetzungen bewusst, dass sich die niederdeutsche Lite­ratur kommenden Generationen wohl eher als gesprochenes denn als gedrucktes Wort vererben wird. Und so hat er seine Texte und ein kleines Vermögen in ein Tonstudio getragen. Das Er­gebnis ist kulturhistorisch sehr bemerkenswert, denn vor allem diese authentische Sprache der Schauplätze ist praktisch schon verschwunden.

Den Anstoß für einen Verkaufstitel, den die DZB in ihrer Bücherliste 2/2000 gleichfalls Kund getan hat, gaben die I. Boltenhagener Liedertage: Reinhold Anderts bissig-ironische Sammlung von 100 Biografien wichtiger Persönlichkeiten des Ostens, erschienen unter dem Titel "Unsere Besten“. Mitglieder der gleichfalls in Boltenhagen entstandenen "Interessengemeinschaft Lie­derleute“ haben im Februar 2000 am Rande einer Veranstaltung, in der Andert als Liedermacher auftrat, ihm das Belegexemplar der Brailleausgabe überreicht. Stolz stellte er es zu Hause neben die japanische Ausgabe seiner Erich-Honecker-Buches "Der Sturz“.

Die Liederleute haben noch einen weiteren Anstoß gegeben, der sich im Angebot der DZB nie­derschlagen wird. Es handelt sich dabei um eine CD, deren informatives Booklett in Braille­schrift gedruckt  und mit der CD zum üblichen Ladenpreis zum Verkauf angeboten wird. Wer die CD von Scarlett O´ & THE LITTLE BIG BAND hört, begegnet den Liedern eines Komponi­sten, dessen Filmschlager wie "Ein Freund, ein guter Freund“, "Das ist die Liebe der Matrosen“ oder "Das gibt´s nur einmal“ in aller Ohren sind. Nach einem dieser Schlager heißt die CD "Das muss ein Stück vom Himmel sein“. Aber wer weiß schon, dass alle diese leichtfüßigen Melodien von einem Manne stammen, der Werner Richard Heymann heißt? Sein Leben, über das das Bei­heft zur CD in Selbstzeugnissen und Dokumenten spannend und unterhaltsam informiert, ist eine dieser bizarren Geschichten, wie sie nur das 20. Jh. hervorbringen konnte.

Mag sein, dass diese Edition ein wegweisender Anfang ist für eine blindengerechte Präsentation von interessanten CDs; mag auch sein, dass noch mancher Anstoß und manche Reflexion aus dem Hause „Seeschlößchen“ in Boltenhagen kommt.

(Dr. Jürgen Trinkus)

 

LOUIS

(Leipziger Online Unterstützungs- und Informationssystem für Sehgeschädigte)

 

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

 

Die CD klickTel - Informationen über Telefonnummern und Adressen auch für blinde Computernutzer zugänglich

- von Ulrich Jander -

 

Telefonnummern und Adressen kann man heute nicht nur in gedruckten Nachschlagewerken finden, sondern mit Hilfe des Computers auch im Internet oder auf einer CD-ROM. Die Möglichkeiten, die der Computer bietet, bedeuten vor allem für den blinden Personenkreis, dass man eine größere Vielfalt an Informationen weitgehendst ohne fremde Hilfe erlangen kann. In der traditionellen Art und Weise sind oft Informationen für Blinde dann zugänglich, wenn eine zweite Person dabei hilft.

 

Genauso verhält es sich auch im Falle des Suchens von Telefonnummern oder Adressen. Hat man mit Hilfe des Computers, eines Modems und der erforderlichen Software die Möglichkeit, im Internet zu stöbern, so findet man unter der Adresse http://www.telefonbuch.de Angaben für das gesamte Deutschland. Leider klappt dies nicht mit dem Browser "Lynx", der im vorangegangenen Beitrag behandelt wurde. Mit dem Browser "Internet Explorer" von Microsoft funktioniert es unter dem Betriebssystem "Windows". Als Alternative bietet sich jedoch gerade für blinde Computerbenutzer der Einsatz einer CD-ROM an.

Seit einigen Jahren ist von der Firma klickTel GmbH eine CD-ROM auf dem Markt, die Telefonnummern und Adressen für das gesamte Deutschland enthält. Die CD-ROM erscheint aktualisiert zweimal im Jahr. Die derzeitige Ausgabe stammt vom November 1999. Sie ist sowohl unter DOS als auch unter Windows nutzbar.

Die DOS-Version wird direkt von der CD gestartet. Eine Programminstallation ist also nicht erforderlich. Die CD muss bei Ihrer Benutzung immer im CD-ROM-Laufwerk liegen. Mit Aufruf der Datei "DOSINST.BAT" aus dem Hauptverzeichnis Ihres CD-ROM-Laufwerkes wird das Programm gestartet. Sie gelangen in der Regel in die Liste der Ortsnamen, wobei dies von der Einstellung abhängig ist. Mit F2 bzw. F3 kann man zwischen den verschiedenen Listen zurück- oder vorblättern. Man wählt dadurch die Suche nach Ortsnamen, Postleitzahlen, Namenseinträgen u.a. aus. Der Hardcursor wird bei der Auswahl innerhalb einer Liste immer mitgeführt. Man bedient dazu die Cursortasten hoch bzw. runter oder Bild auf bzw. ab. Die Suche ist auch möglich, indem man direkt den Suchbegriff eingibt (z.B. in der Liste Ortsnamen das Wort Leipzig). Nach Eingabe dieses Wortes steht man bereits auf der entsprechenden Zeile, da die Suche mit der Zeicheneingabe beginnt. Ist der Ort richtig ausgewählt, wird mit "ENTER" bestätigt. Das Programm wechselt in die Namensliste des betreffenden Ortes. Hier kann man wieder direkt den Suchbegriff eingeben (z. B. Deutsche Zentralbücherei). Mit der Eingabe wandern der Cursor und damit die Zeile zu diesem Eintrag, der mindestens die Telefonnummer mit Vorwahl enthält. Betätigt man "ENTER", gelangt man in eine Vollanzeige, in der auch die vollständige Adresse entnommen werden kann. Die Stat die Zeile zu diesem Eintrag, der mindestens die Telefonnummer mit Vorwahl enthält. Betätigt man "ENTER", gelangt man in eine Vollanzeige, in der auch die vollständige Adresse entnommen werden kann. Die Statuszeile am unteren Bildschirmrand enthält immer eine Übersicht zu den möglichen Funktionstasten.

Die Windows-Version kann gegenüber DOS einiges mehr, z.B. sind ein Straßen- und Branchenverzeichnis vorhanden, und es besteht die Möglichkeit, auch eine Wahrscheinlichkeitssuche vorzunehmen, wenn man die Schreibweise des Suchbegriffes nicht genau kennt. Zu diesem Zweck liegt in der CD-Schachtel eine zweite Scheibe. Unter Windows wird eine Programminstallation vorgenommen. Sowohl diese als auch die Programmanwendung sind für einen Blinden mit Hilfe der Brückensoftware realisierbar.

Die technischen Voraussetzungen sind mindestens ein 486er Rechner mit 66 MHz (besser ein Pentium-Prozessor), ein vierfach CD-ROM-Laufwerk, unter DOS 8 MB RAM, unter Windows 16 oder 64 MB RAM.

Da die klickTel eine handelsübliche Software ist, kann man sie in jedem Computergeschäft finden. Der Preis bewegt sich bei ca. 30 DM.

Auskünfte sind möglich bei:

klickTel GmbH, Kundendienst

Postfach 110264, 46261 Dorsten

Tel.: 0190-599 009

Fax: 02369-9167199

Internet: http://www.klicktel.de/

 

Die neue, aktualisierte Ausgabe von klickTel erscheint im Mai 2000, die, auf meine Anfrage durch den Anbieter bestätigt, auch künftig eine DOS-Version enthalten wird. Um Telefonnummern bzw. Adressen auf der CD-ROM zu finden, ist es natürlich Voraussetzung, dass der Nutzer eines Telefonanschlusses der Eintragung im öffentlichen Telefonbuch zugestimmt hat. Ich wünsche Ihnen Erfolg beim selbständigen Suchen mit Hilfe von klickTel.

Für Hinweise oder Fragen stehe ich gern zur Verfügung unter

Tel.: (03 41) 71 13-142 oder

E-Mail: jander@dzb.l.shuttle.de.

 

 

i

 

nfo-Service

 

 

Behindertentoiletten in Leipzig

 

Der Behindertenverband Leipzig e.V. hat eine Liste der Behindertentoiletten in Leipzig erstellt. Es sind sowohl die öffentlichen Toiletten ausgewiesen, als auch die Behindertentoiletten in öffentlichen Einrichtungen, wenn die Bedingungen der DI7110'>Der Behindertenverband Leipzig e.V. hat eine Liste der Behindertentoiletten in Leipzig erstellt. Es sind sowohl die öffentlichen Toiletten ausgewiesen, als auch die Behindertentoiletten in öffentlichen Einrichtungen, wenn die Bedingungen der DIN 18 024 eingehalten wurden.

Eine Diskette mit dieser Liste im .doc- und .rtf-Format kann in der DZB angefordert werden.

 

Europa-Tandem-Tour 2000

 

Unter dem Motto "Gemeinsam schaffen wir's" veranstalten PRO RETINA DEUTSCHLAND e.V. Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegeneration und ihr Partner Retina Europe vom 03. bis 14. Juni 2000 die Europa-Tandem-Tour 2000 von Berlin via Brüssel nach Paris. Die Veranstalter wollen demonstrieren, wie sie sich das soziale Zusammenspiel zwischen Sehbehinderten bzw. Blinden und unserer Gesellschaft vorstellen.

Am Start sind 40 Tandems und 8 Einzelfahrer. Die Streckenlänge der Tour durch Deutschland beträgt 740 km, durch Belgien 244 km und durch Frankreich 236 km. Jedes Tandem fährt unter der Patenschaft einer prominenten Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Für die Präsentation in der Öffentlichkeit wird eine mobile Internet-Station eingerichtet (www.Tandem-Pro-Retina.de). Dieses "Internet-Café" dient zum täglichen Eingeben und Abfragen von Statements, Interviews, Highlights und Tourberichten. Die Station wird von einem blinden Journalisten mittels home-page-reader sowie Handy-Technik bedient.

 

Video-Information

 

Insgesamt 26 Videofilme mit Zusatztexten für Blinde und Sehbehinderte (Videos mit Audiodeskription) bietet die Berliner Hörbücherei für Zivil- und Kriegsblinde e.V. zur Ausleihe an (Tel.: 030 – 826 31 11). Der Bestand soll weiter ausgebaut werden.

Aktuelle Videoinformationen erhalten Sie auch über das Telefoninfosystem für Blinde, Sehbehinderte und ihre Freunde (Tel.: 96 25 13 50).

 

75. Deutscher Fürsorgetag

 

Vom 14. bis 16. November 2000 wird der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge den 75. Deutschen Fürsorgetag "Europa sozial gestalten" in Hamburg durchführen. Hier soll ein Forum geboten werden, die breite Palette sozialer Arbeit in Europa kennen zu lernen, einen Blick über die Grenzen zu wagen und voneinander zu lernen. In zehn Themenbereichen finden daher grundsätzliche Fragestellungen zur Zukunft der sozialen Arbeit und der sozialen Sicherung in Europa ebenso ihren Raum wie die Präsentation von Praxismodellen, Projekten und Initiativen der sozialen Arbeit sowie Informationen über die Fördermöglichkeiten der EU.

Das endgültige Programmheft mit dem detaillierten Programmablauf, den Anmeldehinweisen und allgemeinen Informationen zum Fürsorgetag wird im Spätsommer vorliegen.

 

Lehrgänge des DBBW

 

"Gedächtnistraining für den beruflichen und privaten Alltag“ vom 22.-24.09.00

für 560,00 DM pro Person inkl. VP.

=Zeitschrifttext style='text-indent:0cm'>für 560,00 DM pro Person inkl. VP.

Anmeldeschluss: 11.08.00

 

"Beratung will gelernt sein – Einführung in die Gesprächsführung – Teil 2"

Aufbauseminar vom 06.-08.10.00

für 630,00 DM pro Person inkl. VP.

Anmeldeschluss: 18.08.00

 

Ort für beide Lehrgänge:

Mobilitätszentrum für Blinde und Sehbehinderte, 12561 Berlin-Hirschgarten

 

Kontaktadresse für alle Veranstaltungen:

DBBW - Deutsches

Blindenbildungswerk gGmbH

Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein

Tel.: (0 76 21) 79 92 30; Fax: (0 76 21) 79 92 31

e-mail: dbbw@stepnet.de

 

 

Impressum

 

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich in Blindenkurzschrift, auf Kassette (Jahresabo. je 15,- DM) und in Schwarzschrift (Jahresabo. 24,- DM). 

Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.

 

Herausgeber, Verlag und Druck:

Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig,

Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig

Telefon: (03 41) 71 13 – 0, Fax: (03 41) 71 13 – 1 25

Internet: Internet: www.dzb.de, E-Mail: info@dzb.de

 

Redaktion:

Karsten Sachse

Telefon (03 41)  71 13 – 1 35

 

Abonnements, Anzeigen:

Ilona Portleroy

Telefon (03 41)  71 13 – 1 20

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