Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

 Nr. 6/2000 November/Dezember 10. Jahrgang

 

Inhalt

 

Vorbemerkung

Unsere Postecke

Lesenswertes aus der Gustav-Adolf-Straße

Wie war das damals?

Vor 175 Jahren- Sechs Richtige lösten das Problem

Einblicke

Hörbücher mit neuem Komfort

Festveranstaltung anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Erfindung der Brailleschrift

Vorschau auf "LITERATURTREFF" 2001

Die Kramkiste

E. L. Voynich: »Der Sohn des Kardinals«

Gustave Flaubert: »Madame Bovary«

Bücher des Jahrhunderts

Franz Kafka: "Der Prozeß", "Das Schloß"

LOUIS

Das Projekt Gutenberg - eine gute Literaturquelle

Im Internet Informationen zu fast jedem Thema finden

Telefonbuch im Internet auch mit LYNX zugänglich

Info-Service

Neue Sender in der Rundfunkzeitschrift „Braille-Radio“

Das Zeitschriftenangebot der DZB im Jahr 2001

1. Zeitschriften in Punktschrift

2. Hörzeitschriften auf Kassette

Mitteilungen der Hörbücherei

Lehrgänge des DBBW

Impressum...

 

Vorbemerkung

Ein ereignisreicher Herbst liegt nun hinter allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DZB: DAISY-Workshop, Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Punktschriftdruckereien, Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Hörbüchereien, Festveranstaltung zum 175-jährigen Jubiläum der Brailleschrift und nicht zuletzt unser Tag der offenen Tür, hielten die DZB in Atem.

Zu letzterem Ereignis möchte ich unter Abwandlung der Zeitform unsere Leserin Frau Dagmar Witzky aus Berlin zitieren, die uns dazu folgende Zeilen zukommen ließ:

 

"Der Tag der offenen Tür,

er fand in Leipzig statt,

die DZB zeigte allen Gästen,

was sie zu bieten hat."

Es war also insgesamt viel Trubel in der DZB und wir sind uns sicher, dass die Beteiligten an den einzelnen Veranstaltungen diese als Bereicherung empfunden haben.

Das Echo der vielfältig gewonnenen Informationen und Erkenntnisse wird natürlich seinen Niederschlag in unserer Arbeit finden, teilweise wollen wir auch etwas davon gleich direkt an Sie weitergeben - in den Berichten dieser Ausgabe.

Ich darf Ihnen schon jetzt im Namen aller Kolleginnen und Kollegen der DZB ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2001 – und damit ins neue Jahrtausend – wünschen.

Ihr Karsten Sachse.

Zurück

 

Unsere Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht zwangsläufig identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Per E-Mail erhielten wir Post von Herrn Heinz-Peter Engels:

 

"(...) Ich hätte einen Vorschlag für die Kramkiste. Sollten von einem vorgestellten Titel Punktschrift und Hörbuch vorhanden sein, wäre es möglich, beides aufzuführen? (...)"


Bemerkung der Redaktion

Machen wir ab sofort.

 

 Eine weitere E-Mail erreichte uns von Herrn Wolfgang Kruemmer:

 "(...) Als langjähriger Nutzer und Fan der DZB las ich kopfschüttelnd die Kritik in Heft 5 der DZBN von Herrn Gerd Spilker. Ich schließe mich voll und ganz der Redaktionsmeinung an.

Auch wenn ich mir die 'DZB-Nachrichten' auf der Homepage der DZB anschaue, bin und bleibe ich Abonnent der DZBN.

1.      Ist es ein ganz anderes Gefühl, die Punkte auf Papier statt auf einer Braille-Zeile zu spüren.

2.      Trainiere und vertiefe ich meine Punktschriftlesefähigkeiten.

3.      Trotz Computer und Digitalisierung ist es doch immer noch ein gutes Feeling, ab und an ein Buch oder eine Zeitschrift in den Händen bzw. unter den Fingern zu haben.

Summa summarum würde ich mir wünschen, dass noch mehr Zeitschriften wie z.B. 'Ratgeber aktuell', TV-Programm oder die Manuskripte von verschiedenen Hörzeitschriften auf der Homepage der DZB zu finden wären.(...)"

 

 

Von Herrn Karl-Otto Häßler aus Mühlhausen erhielten wir folgenden Brief zum Thema "Kooperation mit dem Blinden-Hilfswerk Berlin":

"(...) Die Mitteilung der DZB in Heft 38 der Radio/TV, dass ab dem nächsten Jahr von der DZB keine Fernsehprogramme mehr gedruckt werden, dürfte wohl unter den Abonnenten keine Begeisterung erzeugt haben.

Unter der Devise 'Abwarten und Tee trinken' bestellte ich mir beim Blinden-Hilfswerk Berlin ein Probeheft, welches ich auch sofort erhielt. Es ist die Ausgabe Nr. 39. Meine Eindrücke möchte ich wie folgt zusammenfassen:

1.        Ein über 100 Seiten starkes Heft, was demzufolge in der Handhabung sehr unpraktisch ist.

2.        Die Sendetermine sind in fortlaufendem Text geschrieben und nicht, wie in der DZB-Ausgabe, untereinander. Das ist unübersichtlich.

3.        Ausgerechnet die Sendetermine von MDR und ORB beginnen irgendwann am Abend. Wollen hier Deutschland Ost und West wieder einmal grüßen?

4.        Die Programme – öffentlich-rechtliche und private – erscheinen in einem Heft. Ich gehöre zu jenen, die von der getrennten Ausgabe der DZB gern Gebrauch machten, denn von den privaten Sendern halte ich persönlich nichts. Eine Begründung möge mir erspart bleiben. So darf ich mich, und sicher manch anderer auch, entscheiden, künftig eine Programmzeitschrift zu erhalten, deren Angebot ich zum Teil nicht nutze, natürlich für mehr Geld wie bisher, oder ich habe überhaupt kein Fernsehprogramm mehr.

Zwei Bemerkungen seien mir noch gestattet:

Weshalb muss eigentlich die Redakteurin, Frau Schulze, mit ihrer Unterschrift den Kopf herhalten für einen Beschluss, den sie bestimmt nicht verzapft hat?

Und zum Zweiten: Aus meiner Sicht erlebe ich, dass seit 1990 sich die DZB von der zweiten Zeitschrift verabschiedet. Damals war es die Fachzeitschrift für Masseure und Physiotherapeuten und jetzt sind es die Fernsehprogramme.

Ich darf Sie, sehr geehrter Herr Direktor der DZB fragen, wann wir Zeitschriftenbezieher mit der nächsten Überraschung rechnen dürfen? (...)"

Bemerkung der Redaktion

 Auf das von Ihnen angesprochene Thema bezieht sich der Direktor der DZB in seinem unten stehenden Beitrag "Lesenswertes aus der Gustav-Adolf-Straße".

 

Nachruf

für Dietmar Wölfel

Im Alter von 64 Jahren verstarb am 27. September 2000 unser langjähriger Mitarbeiter Dietmar Wölfel. Sein plötzlicher Tod riss ihn nicht nur aus seinem Arbeitsleben, er nahm ihm auch das, worauf er sich gefreut hatte: seinen verdienten Ruhestand und einen schönen Lebensabend im Kreise seiner Familie. Seiner Ehefrau Hildegard Wölfel, die ihm immer zur Seite stand, und seinen drei Kindern gilt unsere tiefe Anteilnahme.

Dietmar Wölfel, in frühester Kindheit erblindet, kam als ausgebildeter Telefonist 1960 aus Zwickau zu uns, arbeitete hier als Korrektor und Übertrager. Die unmittelbar mit ihm arbeiteten sagen, dass diese Zusammenarbeit eine Freude war. Denn er war umfassend gebildet und brachte dies in seine Arbeit ein. Das betraf die Sprache, der er große Aufmerksamkeit schenkte, aber es betraf auch die Inhalte und sowohl die Gestaltung als auch die Typographie. Er war besonders sensibilisiert für die unterschiedlichen Bedürfnisse unter lesenden Blinden. Seine Kenntnisse der alten Sprachen Griechisch und Latein, seine Sachlichkeit und sein Wissen um die Bedürfnisse blinder Leser trugen in vier Jahrzehnten wesentlich zur Qualität unserer Bücher bei.

Sein Tod hinterlässt für uns eine schmerzliche Lücke. Wir trauern mit seiner Familie und wir werden sein Andenken stets bewahren.

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB

Zurück

 

Lesenswertes aus der Gustav-Adolf-Straße

von Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der DZB)

 Es beeindruckt mich immer wieder, mit wie viel Lob die Literaturangebote aus der DZB von den Leserinnen und Lesern bedacht werden. Welche große Wertschätzung unsere Nutzer der hier geleisteten Arbeit beimessen, zeigte sich auch in zahlreichen Bemerkungen, die von den 155 Besuchern am Tag der offenen Tür gemacht wurden. Besonders geschätzt werden die aufwändig gebundenen Punktschriftbände sowie die mit großer Sorgfalt aufgesprochenen Hörbücher. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über solches Lob sehr freuen und dies für uns zugleich eine Bestätigung ist, auf dem richtigen Weg zu sein.

So ist es auch weiterhin unser Ziel, Sie mit hochwertig umgesetzter Literatur in Blindenschrift und auf Hörkassette zu versorgen. Drei Mitarbeiter im redaktionellen Bereich sorgen dafür, dass das Zeitschriftenangebot umfangreich und auf die Interessen der Leser ausgerichtet bleibt. Die Aufnahmeleiter im Studio kümmern sich nicht nur um Fragen der Digitalisierung, sondern achten bei der Aufnahme von Hörbüchern auf korrekte Sprache und angemessene Betonung der engagierten Sprecher. Ein Blick in den Arbeitsraum der Kolleginnen der Relieftechnik zeigt, mit welcher Akribie und Detailkenntnis Karten für den Europaatlas, Kinderbücher oder Wandkalender entstehen. Es ist für die Leitung und Verwaltung einer solchen großen Einrichtung wie der DZB gut zu wissen, dass die Druckerei und Buchbinderei ihr Handwerk versteht und in Versand und Technik alles getan wird, um Zeitschriften und Bücher rechtzeitig zu den Nutzern zu bringen.

 Ein für uns wichtiges Ziel ist es dabei, einen hohen Qualitätsstandard der Produkte zu bewahren und Wege zur Verbesserung von Angeboten zu ermitteln.

Die Kooperation mit dem Blinden-Hilfswerk-Berlin im Bereich Fernseh- und Rundfunkprogramme ist ein solches Vorhaben. Alle Beteiligten stimmen darin überein, dass es bei dem großen Bedarf an Blindenschriftdrucken keinen Sinn macht, zwei Fernsehzeitschriften mit nahezu identischem Inhalt in Deutschland anzubieten. Die Konzentration des Drucks der Fernsehprogramme in Berlin gibt den Kollegen dort die Gelegenheit, durch Auflagensteigerung ihren Herstellungsprozess zu effektivieren.

Die Zeitschriftenredaktion der DZB, die mit der Herausgabe der Rundfunkprogrammzeitschrift "Braille-Radio“ betraut ist, kann, wie Frau Gabi Schulze im Infoservice dieser Zeitschrift aufzeigt, dieses Angebot künftig detaillierter und umfangreicher gestalten. Darüber hinaus denkt die Redaktion über neue Projekte im Bereich Zeitschriften nach, dies wäre ohne die Kooperation mit Berlin nicht vorstellbar.

Eine weitere Veränderung soll es im Bereich der von der DZB hergestellten Wandkalender geben. Ab dem Jahr 2002 werden wir keinen separaten Kinderwandkalender mehr anbieten. Keine Sorge, ein bebilderter Wandkalender bleibt. Er wird farbige tastbare Motive für jung und alt enthalten. Ergänzend dazu werden in der Relieftechnik mehr Bilderbücher für Kinder, Kartenmaterialien, Stadtpläne und Anschauungsmittel für den Schulunterricht hergestellt

Unser Bemühen wird es weiterhin sein, Literatur in hoher Qualität anzubieten. Dies fällt bei steigenden Material- und Personalkosten nicht immer leicht. Eine Platte Punzierblech, sie dient als Vorlage für die Fertigung eines Blattes Punktschriftpapier,  kostet im Einkauf   7 DM. Die mit großem handwerklichen Geschick ausgeführte Fadenheftung sowie das Einbringen zusätzlicher Falze in die Punktschriftbände verleihen den Büchern eine hohe Lebensdauer und sehr gute Gebrauchseigenschaften.

Ein Blick in die 6 mal im Jahr erscheinende Leipziger Bücherliste zeigt das Bemühen, den Lesern ein breites und hochwertiges Angebot zu unterbreiten.

Um diesem hohen Standard auch weiterhin entsprechen zu können, werden wir im kommenden Jahr gezwungen sein, die Preise im Verkauf der Punktschriftliteratur den aktuellen Entwicklungen anzupassen.

Die neuen Preise gelten für alle Bestellungen ab 01.01.2001. Beispielsweise kostet ein Festeinband der mittelschweren Literatur über Schnelldrucker im Format A4 26,00 DM, aber als Festeinband im Großformat mit Plattenausdruck 40,00 DM. Auch bei den Glückwunschkarten wird die farbige Karte künftig 4,00 DM und die mit CD 10,50 DM kosten. Im Katalog für 2001 werden ab Dezember alle neuen Preise enthalten sein.

Wir sind der Auffassung, dass auch nach diesen notwendigen Anhebungen die Buchpreise aus der DZB moderat zu nennen sind und Lesenswertes aus der Gustav-Adolf-Straße für jedermann bezahlbar bleibt.

Zurück

 

Wie war das damals?

 

Vor 175 Jahren  - Sechs Richtige lösten das Problem

von Dr. Werner Uhlig

Wenn einer nicht sehen kann, kann er dann etwas lernen? Kann er dann einen Beruf ergreifen, ein normales Leben führen? Noch zu Lebzeiten von Goethe und Beethoven ist das durchweg für unmöglich gehalten worden. Ungeachtet dieses hartnäckigen Vorurteils hatten damals einige wenige aber den Mut, die Bildungsfähigkeit Blinder auszuprobieren. Zu ihnen gehörten der Organist an der hiesigen Nikolaikirche, August Eberhard Müller, und der mit Goethe befreundete Leipziger Schriftsteller und Musikkritiker, Friedrich Rochlitz. Vom 12.2.1769 bis 16.12.1842 hat Rochlitz gelebt, redigierte von 1798 bis 1819 in Leipzig die "Allgemeine Musikalische Zeitung", hatte gute Kontakte zur Familie Bach sowie zu Carl Maria von Weber und interessierte sich u.a. für blinde Musiker. Diese waren beim Einstudieren ihrer Konzerte ja ausschließlich auf das Gehör und das Gedächtnis angewiesen. Aber spielten sie dann auch wirklich richtig? Rochlitz wollte das wissen. Als der damals berühmte blinde Flötist Friedrich Ludwig Dülong für einige Zeit nach Leipzig kam, um hier Konzerte zu geben, machte sich Rochlitz persönlich mit ihm bekannt. Dülong stammte aus Oranienburg. Er wurde dort am 14. August 1769 geboren und ist am 7.7.1826 in Würzburg gestorben. Dank seines virtuosen Flötenspiels hatte er vier Jahre lang eine feste Anstellung am Zarenhof in Petersburg, trat erfolgreich in Zentren des deutschen Musiklebens auf und kam so auch in unsere Stadt.

Rochlitz berichtet: "Ich war oft um Dülong aus Anteil an dem guten heiteren Menschen, und auch, um ihn zu beobachten." Dülong spielte, weil er dem Organisten Müller eine Freude machen wollte, hier dessen Flötenkonzert, "dann das von Hoffmeister mit den schweren Variationen", und Dülong spielte werkgetreu. Dennoch fragte man sich in Fachkreisen: aber kann das denn immer und überall so sein? Man erfuhr, dass Dülong in Hamburg konzertieren sollte, und da wandte man sich an keinen geringeren als Philipp Emanuel Bach mit der Bitte, Dülong doch auch in Hamburg auf die Probe zu stellen. Der Hamburger Bach war wohl auch ein bisschen neugierig und jedenfalls einverstanden. Danach war zu lesen:

"Selbst unser großer Bach, der befügteste und zuverlässigste Richter der Tonkunst und ihrer Meister, beehrte ihn (Dülong) mit lautem und wiederholtem Beifall, nahm sich die Mühe, die Flötenstimme während der Ausführung nachzusehen und gestand hernach, dass er keine Note verfehlt habe, die vom Komponisten vorgeschrieben wurde."

 

So aufschlussreich die Abhandlung über blinde Musiker von Friedrich Rochlitz im ersten Band seiner Essay-Sammlung "Für Freunde der Tonkunst" auch ist, das alles konnte noch nicht zu Konsequenzen für eine allgemeine Blindenbildung führen. (Die Gestalt des blinden Flötenspielers taucht übrigens auch in Romanen von Jean Paul auf und Christoph Martin Wieland veranlasste 1807/1808 den Druck der Selbstbiographie Dülongs unter dem Titel "Dülongs, des blinden Flötenspielers, Leben und Meinungen, von ihm selbst bearbeitet".) Nur wenigen Genies konnten Gehör und Gedächtnis zu außergewöhnlichen Leistungen genügen. Wie für alle anderen setzt natürlich auch für Blinde eine systematische Schulbildung Schreiben und Lesen voraus, Mathematik, Geographie, Geschichte usw. Doch dazu fehlte es am allerwichtigsten - an der Schrift.

Es ist der verdienstvolle Franzose Valentin Haüy gewesen, der als erster in der Welt 1784 in Paris eine Blindenschule gründete. Jahrzehntelang lernten seine Schüler auf der Grundlage tastbar gemachter normaler Buchstaben. Das ermöglichte zwar mühsames Buchstabieren, mit entsprechenden Hilfsmitteln auch langsames Schreiben, aber kein fließendes Lesen. Die Vielgestaltigkeit von Linien und Strichen in der Schrift der Sehenden ist zwar komplex und somit sehr schnell vom Auge, unvergleichlich langsamer jedoch von tastenden Fingern zu erfassen.

Man schrieb das Jahr 1821. Da glaubte Charles Barbier, ein abgedankter Hauptmann der französischen Artillerie, eine auf fühlbaren Punkten beruhende "Nachtschrift" zur Übermittlung von Befehlen ohne verräterischen Lichtschein erfunden zu haben. In Militärkreisen wurde jedoch sein kompliziertes Projekt unter viel Spott und Gelächter begraben.

Auch einige Schüler des "Königlichen Instituts für junge Blinde" zu Paris, denen Barbier seine Nachtschrift zur Probe überlassen hatte, konnten nichts damit beginnen. Hätte nicht ein unauffälliger Zwölfjähriger namens Louis Braille danach die Schreibgeräte an sich genommen und jahrelang versucht, sinnvoll Punkte in Karton zu stechen, - Barbiers gescheiterte Erfindung wäre wohl längst in Vergessenheit geraten.

Genie kennt kein Alter. Louis Braille hatte begriffen, dass der Tastsinn der Finger Punkte weitaus schneller und sicherer aufnimmt als Linien. Eine effektive Blindenschrift musste daher nicht aus Linien, sondern aus Punkten geschaffen werden. Das war das Schlüsselproblem. Es vergingen vier Jahre. Louis Braille war 16, als er der Öffentlichkeit seine 6-Punkte-Schrift, die nach ihm benannte Brailleschrift, vorlegte. Die Logik des Systems ist bestechend. Sechs vom Tastfeld der Fingerspitze erfassbare Punkte in der Anordnung der 6 des Würfels, drei in der Höhe, zwei in der Breite, bilden die Grundform. 63 Variationsmöglichkeiten innerhalb dieser Punkteanordnung sind möglich - genug für Buchstaben, Satzzeichen, Mathematik-, Chemie- und Notenschrift.

1825 ist für die Blinden der Welt ein denkwürdiges Jahr. Seit 175 Jahren hat die Blindenbildung ihre international gültige und seither bewährte und unübertroffene Schrift. Auch die Computer haben die Brailleschrift "gelernt".

Louis Braille lebte vom 4.1.1809 bis zum 6.1.1852. Als Ritter der französischen Ehrenlegion hat er im Pantheon in Paris seine letzte Ruhestätte gefunden.

Heute und in der überschaubaren Zukunft ist die Punktschrift wichtige Grundlage für Rehabilitation, schulische und berufliche Bildung Blinder. Neben dem gehörten und gesprochenen Wort ist Teilhaben an der Schriftsprache, sind Lesen und Schreiben für jeden Menschen unverzichtbare Informations- und Kommunikationsbereiche auf entsprechendem geistigen Niveau - natürlich auch für Blinde. Der Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Sachsen - seine Beratungsstelle Leipzig befindet sich im Gelände des Amtes für Familie und Soziales in der Berliner Straße 13 - ist Betroffenen beim Erlernen der Brailleschrift gern behilflich.

Zurück

 

Einblicke 

Hörbücher mit neuem Komfort

Bericht über den II. DAISY-Workshop in Leipzig

von Ulrich Jander

 Wer Hörbücher ausleiht, weiß, was er an ihnen hat und was er vielleicht auch vermisst - das Hörbuch ist einfach zu bedienen, man kann beim Zuhören in der Lektüre des Buches versinken oder das Hörbuch kann an jeder Stelle auf der Kassette gestoppt werden; aber das Suchen einer bestimmten Stelle im Buch, oder von einem eventuell vorhandenen Inhaltsverzeichnis direkt in ein Unterkapitel oder in einen Abschnitt zu gehen, ist schwierig und umständlich. Mehrmaliger Kassettenwechsel und oft längeres Spulen ist nötig.

Mit Hilfe eines digitalen Verfahrens - DAISY (digitales Audio-Informationssystem) - ist es möglich, im Prozess der Vorbereitung und Produktion von Hörbüchern diese so zu strukturieren, dass im Buch "geblättert“, also eine konkrete Stelle direkt aufgesucht werden kann. Insbesondere bei Sachbüchern, wie z.B. Kochbüchern, Nachschlagewerken oder Zeitschriften ist eine solche Art und Weise der Nutzung sehr sinnvoll und zweckmäßig. Jedoch gibt es heute noch nicht diese Hörbücher in der Ausleihe.

Um auf dem Weg zu digitalen Hörbüchern weiter voran zu kommen, veranstalteten die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB), die Norddeutsche Blindenhörbücherei (NBH) und die Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS) am 21. und 22. September 2000 den II. DAISY-Workshop in Leipzig. Vor über einem Jahr, dem 24. Juni 1999, fand das erste Forum dieser Art statt.

In diesem Jahr waren Vertreter der Blindenhörbüchereien aus den verschiedenen Bundesländern und aus Österreich sowie der Schweiz erschienen.

In Vorträgen der Veranstalter wurden

-           Vergleiche zwischen bisherigem analogen und dem neuen digitalen Produktionsverfahren gezogen,

-           an einem Hörbuchbeispiel demonstriert, wie man sich in der hierarchisch aufgebauten Struktur schnell bewegen kann,

-           eine Computersoftware der Firma Labyrinten (Schweden) zur Produktion von digitalen Hörbüchern vorgestellt,

-           Probleme und Möglichkeiten bei der Archivierung und bei einer künftigen Ausleihe der neuen digitalen Hörbücher an die Nutzer betrachtet.

An die Vorträge schlossen sich Diskussionen und Fragen an. Auf einer Mini-Messe zeigten die Firma Labyrinten ihre Aufnahmesoftware und die Firma Storage-Tek, wie ein modernes Archivsystem funktioniert.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass kein Weg an diesen neuen Hörbüchern vorbeiführt, jedoch die jetzige Kassette als analoges Speicher- und Ausleihemedium noch weiter besteht. Die Blindenhörbüchereien als Produzenten sind gut beraten, den digitalen Weg bei der Entstehung eines Hörbuches einzuschlagen, da die bisherige Gerätetechnik heute auf dem Markt nicht mehr ersetzbar ist. Damit ist jedoch die Archivierung und Ausleihe der analogen Kassetten nicht vorbei. Die komfortableren Möglichkeiten bei der Nutzung eines digitalen Hörbuchs - ob es als CD, DVD, MP3 oder wie auch immer daherkommt - könnten den Nutzer dazu führen, dass er dieses neue Medium einsetzen möchte. Denn es ist ein Unterschied, ob der blinde Hörer der Zeitschrift "Der Spiegel“, wie ein sehender Leser, einzelne Artikel schnell heraussuchen kann oder ob er jede Woche die Zeitschrift auf acht Kassetten bekommt und, wenn er nicht alles hören möchte, hin- und herspulen muss.

Um ein digitales Hörbuch einsetzen zu können, gibt es bereits die nötige Computersoftware für die Wiedergabe und Abspielgeräte, einem CD-Player ähnlich. Wir beabsichtigen, Ihnen in der nächsten Ausgabe der DZB-Nachrichten die zwei auf dem Markt befindlichen Geräte vorzustellen.

Für die Blindenhörbüchereien bleibt noch viel zu tun, bis die Hörer neben den jetzigen Kassetten auch digitale Hörbücher ausleihen können bzw. nur noch digitale Hörbücher ausgeliehen werden. Der nächste DAISY-Workshop ist bereits geplant und wird im kommenden Jahr in Marburg stattfinden.

Unter der Internetadresse

http://www.dzb.de/daisy

hat die DZB das Programm und die Broschüre der Veranstaltung (insbesondere die einzelnen Vorträge als gepackte Word-Datei) eingestellt, welche angeschaut bzw. in den Computer heruntergeladen werden können. Die Broschüre kann auch als gedruckter Text im Sekretariat oder als ASCII- bzw. Word-Datei von mir bezogen werden. Für den Versand als Datei bitte ich um Zusendung einer Diskette in einer Versandtasche mit Wendeadresse. Per E-Mail - über jander@dzb.de - ist ein Dateienversand ebenfalls möglich. Die Dokumente des I. DAISY-Workshops sind auch im Internet unter http://www.dzb.de bei dem Punkt Veranstaltungen zu finden.

Zurück

 

Festveranstaltung anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Erfindung der Brailleschrift

von Susanne Siems

Wer da abergläubig ist und denkt, Freitag der 13. wäre ein Unglückstag, sah sich diesmal zumindest hinsichtlich der oben erwähnten Festveranstaltung getäuscht. Eingeladen hatte die DZB, gemeinsam mit dem Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Sachsen e.V. und der Stadt Leipzig. Die Erfindung Louis Brailles zu ehren und in der Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Blindenschrift aufmerksam zu machen, war Ziel der Veranstaltung. Sie sollte eng in Verbindung stehen mit dem  jährlich stattfindenden "Tag des Weißen Stockes“, dem 15. Oktober. Daraus ergab sich auch das Motto – "6 Richtige“. Passend dazu die einleitenden Worte des Direktors der DZB, Herrn Dr. Kahlisch: "Mancher von den hier Anwesenden wünscht sich sicher 6 Richtige im Lotto. Für die sechs Redner heute Abend war die Entdeckung und Entschlüsselung der sechs Punkte der Brailleschrift schon einmal ein großer Gewinn.“

Welche Aufmerksamkeit das Land Sachsen den blinden und sehbehinderten Menschen und ihren Belangen zukommen lässt, bewiesen die Anwesenheit des Staatssekretärs Noack des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Stadtbeigeordneten für Jugend, Schule und Sport, Burkhard Jung. Auch stellte die Stadt die Räume in der Alten Handelsbörse am Naschmarkt dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung.

6 blinde Redner, genauer gesagt 5 Männer und leider nur eine Frau, referierten in zehnminütigen Vorträgen über ihre ersten Berührungen und späteren Erfahrungen mit der Blindenschrift. Die 17-jährige Yvonne Hardrath sprach vom großen Nutzen der Blindennotenschrift, vom Glück, Braillenoten auch ausleihen zu können, aber auch von den oft nicht mehr ganz „frischen“ Ausgaben – "sie sind alt, das heißt bestimmt sehr wertvoll“, schlussfolgerte sie. Für die Zukunft wünschte sie sich bessere Kooperation der Bibliotheken untereinander.

Ein Hohelied auf die Blindenschrift sang, und das ist wörtlich zu nehmen, auch Norbert Müller, Leiter des Deutschen Blindenbildungswerkes und Generalsekretär der Europäischen Blindenunion. Ihm hat die Brailleschrift viel beim Erlernen von Fremdsprachen geholfen und er denkt, dass die Blindenschrift im Zusammenspiel mit dem PC weitere Verbreitung finden wird. Seine Erfahrungen in den USA würzte er abschließend mit dem Vortrag einer Strophe der Braillehymne auf die Melodie eines bekannten englischen Weihnachtsliedes – "Braille is here to stay“.

Der ehemalige Direktor der DZB, Prof. Siegfried Tschirner, verstand es, diese euphorische Stimmung ein klein wenig zu dämpfen. Es darf nicht vergessen werden, dass 70 Prozent der Neuerblindeten über sechzig Jahre und oft nicht mehr in der Lage sind, die Blindenschrift zu erlernen. Auch diesen Menschen ein Stück Unabhängigkeit zu erhalten bzw. wiederzugeben ist Ziel der Arbeit der vielen Hörbüchereien. Gleichzeitig betonte er, welche Bedeutung Blindenschrift für diejenigen hat, die sie erlernt haben. Anschaulich im wahrsten Sinne des Wortes wurde von ihm das Schreiben mit der Wagner-Tafel demonstriert.

Auch der Vertreter des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen, Günther Heil, wies auf die eher geringe Verbreitung der Blindenschrift hin. 20 Prozent aller Blinden sind in der Lage, Punktschrift zu lesen. Da sind Maßnahmen zur Verbreitung, gezielte Öffentlichkeitsarbeit auch und gerade von Seiten der Selbsthilfe notwendig. Als Beispiel führte er einen Punktschriftlesewettbewerb in Hoyerswerda an, der auf reges Interesse stieß und regelrecht nach Wiederholung und Nachahmung schreit.

Welchen Stellenwert Blindenschrift gerade in der Ausbildung hat, erklärte den Gästen des Abends der Dresdener Student Jan Seiffert. Ihn traf die Erblindung während seines Physikstudiums. Von heute auf morgen musste er die sechs Punkte begreifen lernen. Dabei half ihm ein ehrenamtlicher Punktschriftlehrer, so dass er heute wieder - zwar nicht Physik, aber Informatik - studieren kann.

Stellvertretend für  die erwähnten Punktschriftlehrer trat Manfred Vogel aus Limbach-Oberfrohna ans Rednerpult. Auf kompetente und für alle, die ihn kennen, unvergleichlich humorvolle Weise, beendete er die Berichte mit einer Anekdote, die den Lesern dieses Artikels nicht vorenthalten werden soll. "Sagte ein Alleinunterhalter zum Turnverein: 'Mit Euren zwei Punkten bei der Endwertung seid ihr noch schlechter dran als die Blinden. Die haben wenigstens drei. Ruft einer wütend aus dem Publikum: 'Nein, die haben sechs Punkte.'"

Eigentlich hatten die sachlichen, aber durchaus unterhaltenden Vorträge kaum eine kulturelle Umrahmung nötig. Aber hörenswert fanden die Gäste die musikalischen Stücke von Yvonne Hardrath, Bernadette Schmidt und Christa Kratzmann allemal. Und auch die souveräne und lockere Moderation durch Herrn Dr. Kahlisch war ein Gewinn. So fand dann auch der Stadtbeigeordnete Jung lobende Worte für den Charakter dieser Veranstaltung. Bereits in seinem Grußwort am Beginn der Festveranstaltung hatte er den Wert der Blindenschrift als "Befreiung zur Teilhabe“ an der Gesellschaft gewürdigt. Dass die Betroffenen nicht als Bittsteller auftreten, sondern als Persönlichkeiten, die selbstbewusst auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen, das sah er als eine wichtige Erkenntnis dieses Abends. Abschließend fand der Direktor der DZB Dankesworte für alle an der Organisation dieser Festveranstaltung Beteiligten. Ein ganz besonderer Dank ging an Helmut Schiller, der sich als Leiter der Wissenschaftlichen Bibliothek der DZB, als Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses und als Autor der Chronik "Hundert Jahre DZB“ sowie zahlreicher Beiträge in verschiedenen Zeitschriften einen Namen im Blinden- und Sehbehindertenwesen Deutschlands gemacht hat. Zum Jahresende wird er seine Tätigkeit in der DZB beenden. Als Anerkennung überreichte ihm Herr Dr. Kahlisch die im Studio der DZB aufgesprochene Hörbuchfassung seines aktuellen Romans "Petting“.

Beim anschließenden Empfang konnte man hören, dass die meisten der Gäste den Abend als gelungen empfanden. Die Mitgestalter der Veranstaltung hoffen, dass sie der Brailleschrift ein paar neue Türen geöffnet haben bzw. die bereits offenen noch lange vorhanden bleiben. Bleibt nur noch zu sagen: „Braille is here to stay“.

Anmerkung: Ein Mitschnitt der Veranstaltung ist in der Hörbücherei der DZB unter der Bestellnummer 5799 ausleihbar.

Zurück

 

Vorschau auf "LITERATURTREFF" 2001 

Die Brailledruck-Zeitschrift "Literaturtreff" erscheint wöchentlich im Abonnement und beinhaltet Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen.

Für Freundinnen und Freunde guter Literatur bietet "Literaturtreff" eine für nur 2,- DM wöchentlich sehr preiswerte und mit den Informationen zu Autor und Werk auch interessante Quelle ständig neuen Lesevergnügens.

An dieser Stelle möchten wir Ihr Interesse für  den nächsten Jahrgang unserer Zeitschrift wecken und Ihnen kurz die Titel vorstellen, die bisher für das kommende Programm ausgewählt worden sind.

Die neuen Bücher machen Sie mit den Schwierigkeiten eines Finanzbeamten auf Sizilien bekannt, entführen Sie ins alte Rom, verfolgen die Erlebnisse eines molligen Frauchens mit rundem Hund, begleiten eine junge Frau aus der Provence auf ihrem nicht immer einfachen Weg, bringen Ihnen indianische Weisheiten näher und verschönern die Weihnachtszeit mit ausgezeichneten Märchen.

Beginnen wollen wir den 14. Jahrgang mit einem Roman von Verena C. Harksen. "Das Glück ist mollig" erschien 1999 im Argon-Verlag. Die etwas pfundige, lebenslustige Versicherungsangestellte Dodo verliebt sich in die freundliche Bassethündin Wilhelmina, die sie aus dem Tierheim holt und ihr ein neues Zuhause gibt. Von ihrem Lebensgefährten wegen ihrer Rundlichkeit verlassen, findet Dodo nach etlichen Irrwegen ein neues Liebesglück, bei dem nicht zuletzt ihr Hund eine große Rolle spielt. Die Geschichte ist hinreißend komisch und unaufdringlich lebensklug erzählt und zeigt, dass man auch als Mollige glücklich sein und ein erfülltes Liebesleben haben kann.

Auch der nächste Roman kommt nicht ganz ohne Augenzwinkern aus. "Die Mühlen des Herrn" wurde von dem Italiener Andrea Camilleri geschrieben (Verlag Klaus Wagenbach, 1999). Ende des 19. Jahrhunderts kommt Giovanni Bovara, ein Genueser sizilianischer Abstammung, im Auftrag des römischen Finanzministeriums in das sizilianische Dörfchen Vigàta, um die Mühlen der Gegend zu überprüfen und Steuern einzutreiben. Dabei stellt er seltsame Dinge fest: zum Beispiel verschwindet eine florierende Mühle über Nacht spurlos. Und bald muss Signor Bovara lernen, wie hart das Leben sein kann, wenn man Wahrheiten auf der Spur ist, die den Mitbürgern nicht in den Kram passen. Ein eifriger Inspekteur, eine schöne Witwe, ein sündiger Pfarrer und natürlich ein gerissener Mafioso: eine Kriminalgeschichte voll theatralischer Komik.

Ins antike Rom entführt Sie der Roman "Die Gefährtin des Kaisers" aus der Feder der englischen Bestseller-Autorin Lindsey Davis (Eichborn Verlag, 1998). Darin wird die zunächst aussichtslos erscheinende Liebe beschrieben, die den jungen Tribun und späteren Kaiser Vespasian und Caenis, eine Sklavin der einflussreichen Antonia, verbindet. Dennoch findet das Paar vierzig dramatische Jahre lang immer wieder zueinander. In dieser bezaubernden und anrührenden Liebesgeschichte erweckt Lindsey Davis zwei historisch überlieferte Gestalten in einer der faszinierendsten Epochen der Geschichte zum Leben.

Dass die indianische und die "weiße" Weltsicht oft grundverschieden sind, ist sicher kein Geheimnis. Doch wenn wir anfangen, die Überlegenheit unserer Kultur infrage zu stellen, können wir viel lernen über Spiritualität, die Rhythmen des Lebens und die Möglichkeiten des Menschen, in Einklang mit der Natur zu leben. Das ist die Botschaft in dem Buch "Die letzten heiligen Dinge : auf den Spuren indianischer Weisheit" von dem Amerikaner Kent Nerburn, erschienen 1997 im Verlag Hoffmann und Campe. Ein Buch, das man als Anregung zum Nachdenken ebenso lesen kann, wie als interessanten Reisebericht.

Aus dem Französischen stammt der 1999 bei Herbig erschienene Roman "Bis die Mandelbäume wieder blühen" von Dominique Marny. Hier werden Sie in die Provence entführt: Olivenhaine, Weinberge, Mandelbäume und der Duft des Sommers. Eine idyllische Welt voller Lebensfreude und sinnlicher Genüsse. Doch der Schein trügt: Inmitten dieser hinreißenden Landschaft muss die junge Jeanne um das Überleben des elterlichen Gutes kämpfen. Ein bewegender Roman über eine junge Frau, die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts lernen muss, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wenn dann Weihnachten naht, ist wieder Märchenzeit. Wir stellen Ihnen die mit dem Deutschen Märchenpreis ausgezeichneten "Mondstein Märchen" von Roland Kübler vor (Verlag Stendel, 1995). Darin kehrt der alte Märchenerzähler Oyano mit seiner Schülerin Gwen heim in die Stadt am Meer. Es hat sich viel verändert. Trotz des Reichtums der Bewohner leiden die Menschen unter dem neuen König. Oyano erzählt den Menschen Märchen und versucht mit ihnen die Stadt und die Menschen zu befreien.

Soweit unser kleiner Ausblick. Für nähere Auskünfte stehen wir gern zu Ihrer Verfügung unter Tel. (03 41) 71 13-120.

Zurück

 

Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt

 

Wir stellen Ihnen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen". Vorgestellt werden die Titel von unseren Bibliothekaren.

 

E. L. Voynich: »Der Sohn des Kardinals«

empfohlen von Susanne Siems

(Punktschriftbibliothek)

 Manchmal ist Erinnerung sehr konkret, meist aber wohl eher verschwommen und nebelhaft. Letzteres empfand ich, als ich das heute vorzustellende Buch zufällig wieder in die Hand bekam. Dieser Titel "Der Sohn des Kardinals", irgendwie war da viel mit Spannung und ein bisschen Traurigkeit. Ich fing an zu suchen, nach Inhaltsangaben, nach Informationen zum Autor. Ich fand so gut wie nichts. Meine antiquarische Ausgabe zu Hause konnte nicht mal einen Klappentext vorweisen. Nun ist das mit Klappentexten ja eh so eine Sache. Sind sie nicht da, erfährt man vorher nichts über das Buch, sind sie da, weiß man nach dem Lesen des Klappentextes meist auch nicht mehr, zumindest nichts über den wirklichen Inhalt. Also noch einmal das ganze Buch lesen und sehen, ob es immer noch die gleiche Faszination hat.

Voynich wählte einen interessanten historischen Hintergrund für die Handlung seiner Figuren. Diesen will ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, hier versuchen zu erklären, sozusagen anstelle eines Klappentextes und als Grundlage für Ihre Romanlektüre.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts gehörten die oberitalienischen Gebiete um Venedig mit kurzen Unterbrechungen zu Österreich. Die Menschen in Oberitalien litten sehr unter der Fremdherrschaft, benutzte Österreich unter Metternich doch seine "Kolonien" lediglich als Rohstofflieferant. Um die so genannte Personalsteuer einzutreiben, wurde aus den Italienern das letzte herausgepresst. Immer wieder flackerten kleinere Revolutionen auf. Anfang der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts gründete der italienische Patriot Mazzini seine Bewegung "Junges Italien". Diese Bewegung hatte ihre Ursprünge bei den heute vielleicht eher bekannten Carbonari. Und genau hier setzt der Roman ein.

Arthur Burton ist ein junger Student an der Universität von Pisa. Obwohl eigentlich Engländer, begeistert er sich sehr für die Idee einer freien, geeinten Republik Italien. Er wird Mitglied der Bewegung "Junges Italien". Dies steht auch nicht im Widerspruch zum tiefen katholischen Glauben, den er empfindet und zur Verehrung für seinen über alles geliebten Lehrer Pater Montanelli. Durch Verrat kommt Burton ins Gefängnis. Nach quälenden Erlebnissen dort wird er schließlich überraschend freigelassen. Scheinbar kann das Leben und der Kampf für seine Ideen nun weitergehen. Aber er wird mit einer schrecklichen Wahrheit konfrontiert, die ihn an Selbstmord denken lässt.

Hier schließt der erste Teil des Romans. Im  zweiten Teil begegnen wir dreizehn Jahre später einem Teil der Personen aus dem ersten Teil wieder. Nach Rückschlägen konnte sich die Bewegung "Junges Italien" konsolidieren. Wir haben Teil an ihren Versammlungen und strategischen Plänen. Kernpunkt dieser Handlungsebene ist ein Mann mit dem Spitznamen "Stechfliege".  Aus Argentinien kommend, unterstützt er bereits seit Jahren als Satiriker die Rebellen. Vor seiner spitzen Feder ist keiner sicher. Oft wird er selbst von den "eigenen Leuten" deshalb gefürchtet und gemieden. Sein Zynismus und sein Hass insbesondere auf den Klerus scheinen nur schwer zu ertragen. Als ihn die Polizei schließlich bei einer Aktion zu greifen bekommt, treibt er bis zum Ende die Peiniger und Freunde mit seinem Hohn zur Verzweiflung.

Wer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wissen will, wie das Buch zu seinem Titel kam und wer außerdem Romane á la Alexandre Dumas liebt, für den sind die sechs Bände bestimmt eine spannende Lektüre. Zudem, so etwas darf ja nicht fehlen, ist der Roman noch mit einer gleichermaßen schönen und tragischen Liebesgeschichte gewürzt. Um bei Dumas zu bleiben: mir hat das Buch auch beim zweiten Lesen "zwanzig Jahre später" gut gefallen.

Voynich, E. L.: Der Sohn des Kardinals,

6 Bde., kh., BNA 4815 oder 9 Kass. BN 1275

Zurück

 

Gustave Flaubert: »Madame Bovary«

empfohlen von Jana Waldt

(Hörbücherei)

 Gustave Flauberts Roman liegt ein authentischer Vorfall zugrunde: Der Selbstmord einer jungen Frau, die einer Zeitungsnotiz zufolge mit einem unbedeutenden Landarzt verheiratet war, aus Langeweile die Ehe brach, Schulden machte und sich 1848 vergiftete.

 Fast fünf Jahre lang - von 1851 bis 1856 - arbeitet Flaubert Tag für Tag an der literarischen Formung dieses Stoffes:

Charles Bovary (der mit einer grotesken Kopfbedeckung, einer hässlichen Troddelmütze, als Neuer schüchtern in die Klasse eines Provinzgymnasiums kommt) erträgt den Hohn seiner Mitschüler mit derselben stummen und stumpfen Geduld, mit der er später eine mittelmäßige Laufbahn als Landarzt verfolgen und dem Plan seiner Mutter zustimmen wird, eine 45-jährige Witwe ihrer Rente wegen zu heiraten. Die Begegnung mit der jungen Emma Rouault, die er bei einer Visite im Nachbardorf kennen lernt, erscheint ihm als die Wende zu einem glücklicheren Leben, zumal ihm der Tod seiner Frau bald eine zweite Heirat ermöglicht. Emma, die wohlbehütete Tochter eines reichen Bauern, wurde in einem Kloster erzogen, und die Abgeschiedenheit einer äußerlich ereignislosen Jugend hat das empfindsame Mädchen für romantische Träumereien empfänglich gemacht.

Schon in den ersten Wochen ihrer Ehe spürt Emma ein unerklärliches Missbehagen; die Monotonie des Alltags bedrückt und beunruhigt sie um so mehr, als Charles seinen Dienst als Landarzt mit gelassener Selbstverständlichkeit und dumpfer Betriebsamkeit versieht. Eine Einladung des Marquis d'Andervilliers zu einem festlichen Diner, die das Einerlei der Tage unterbricht, wirkt sich eher verhängnisvoll aus, da sie Emmas Glauben an die Existenz der von ihr erträumten schöneren Welt bestärkt und eine Nervenkrise auslöst. Charles, der die Krankheit seiner Frau nicht begreift, glaubt, dass ein Klimawechsel ihr helfen könnte.

Der neue Ort, an dem der Apotheker Homais mit seinen fortschrittlichen Ideen eine gewichtige Rolle spielt, scheint ein wenig Abwechslung zu bringen, zumal der Notariatsangestellte Léon sich in aller gebotenen Höflichkeit um Emmas Gunst bemüht. Emma gefällt sich einige Zeit in der Pose der tugendhaften Frau. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der ihr Mann annimmt, dass er seine Frau glücklich macht, empfindet sie bald als Schwachköpfigkeit und Kränkung. Sie wird Léons Geliebte und besucht ihn jeden Donnerstag in der Stadt unter dem Vorwand, Klavierstunden zu nehmen. Doch auch dieses Vergnügen weicht allmählich dem Überdruss an der faden Gewöhnlichkeit solcher Rendezvous. Als der Wucherer L'heureux die Bezahlung der Luxusartikel, die Emma bei ihm in verschwenderischer Laune gekauft hat, gerichtlich einfordert, erkennt sie die Ausweglosigkeit ihrer Lage. Sie vergiftet sich mit einem Fläschchen Arsen, das sie aus Homais' Apotheke entwendet hat.

Dieser Roman wurde von Christine Nitsche-Geithner gelesen und umfasst 10 Kassetten. Er ist unter der Bestell-Nr. 430 als Hörbuch ausleihbar und ebenfalls in Punktschrift unter der Bestell-Nr. 1712 erhältlich (7 Bde., kh.).

Zurück

 

Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.

Wir setzen heute fort mit Position Nr. 21:

Franz Kafka: Der Prozeß (1925), Das Schloß (1926)

(beide ausleihbar in Punktschrift unter BN 4330 sowie "Der Prozeß" als Hörbuch BN 4553)

 

Franz Kafka: "Der Prozeß", "Das Schloß"

Franz Kafka wurde als ältestes von sechs Kindern am 3. Juli 1883 als Sohn des jüdischen Galanteriewarenhändlers Hermann Kafka und seiner Frau Julie in Prag geboren. Der Vater war aus ärmlichen Verhältnissen aufgestiegen, um ökonomische und nationale Assimilierung bemüht, ohne Verständnis für die Begabung des Kindes Franz, dessen Schreibversuche bis in die Knabenjahre zurückreichen. Die Mutter, dem Vater ergeben, entstammte einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Kafkas Selbstgefühl war ein Leben lang bestimmt durch den Gegensatz zu dem als übermächtig erfahrenen Vater.

Franz war ein guter Schüler; nach dem Abitur im Sommer 1901 begann er das Studium der Jurisprudenz an der Prager Universität. Er hörte auch germanistische Vorlesungen, wurde mit der Prager Literaturszene bekannt, besuchte philosophische Zirkel und literarische Salons. 1902 lernte er Max Brod kennen, und es entstand eine lebenslange Freundschaft. Brod ermutigte Kafka zum Schreiben, drängte ihn gegen seine Selbstzweifel zur Veröffentlichung und vernichtete später Kafkas Nachlass nicht, wie der testamentarische Wille lautete, sondern rettete ihn vor den Nationalsozialisten nach Jerusalem.

1906 wurde Kafka zum Dr. jur. promoviert. Zunächst trat er als Versicherungsjurist in die Assicurazioni Generali, dann in die Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt (1908) ein. Er bewährte sich als Beamter und stieg zum Obersekretär auf. Kafkas berufliche Aufgabe bestand darin, Ersatzforderungen der durch Arbeitsunfälle Geschädigten möglichst gering zu halten. Er hat zeitlebens unter seinem Beruf gelitten: der Fron der Tagesarbeit, die ihm Zeit und Kraft für das nächtliche Schreiben nahm. Leben und Schreiben waren für Kafka auf verhängnisvolle Weise miteinander verknüpft. Es ist bedeutsam, dass er gerade in dem Augenblick, als ihm (nach seinem eigenen Wort) der "Durchbruch" zur Literatur gelang, jene Frau kennen lernte, um die er einen fünf Jahre währenden Kampf - Verlobung, Entlobung und erneute Verlobung, Bruch - führen sollte: in dem verzweifelten Bewusstsein, ohne sie nicht leben und in ihrer Nähe nicht schreiben zu können. Die vielen hundert Briefe, die er zwischen 1912 und 1917 an die Berlinerin Felice Bauer richtete, sind Versuche, aus der schreibenden Distanz zu ihr jene Literatur zu erzeugen, die von der Einsamkeit, der Verlorenheit des Ich in einer von Schuld und Bürokratie geprägten Welt zeugt.

Kafka machte (meist mit Brod) Vergnügungs- und Bildungsreisen, soweit es der Zwang des Berufs erlaubte: nach Helgoland, Berlin, Venedig und Verona, nach Lugano, Mailand und Paris, nach Lübeck, Wien und Meran. Nur zögernd löste er sich aus dem Bannkreis der Familie: erst 1914 (31-jährig) bezog er ein Zimmer außerhalb der elterlichen Wohnung.

In der Nacht zum 13.8.1917 erlitt Kafka einen Blutsturz, der die zum Tod führende Krankheit einleitete. Bei einem Erholungsurlaub lernte er Julie Wohryzek kennen, die Tochter eines Schusters und Gemeindedieners an einer Prager Synagoge. Heiratspläne zerschlugen sich; im Frühjahr 1920 begegnete er der Tschechin Milena Jesenská, Frau des Literaten Ernst Polak. Die Briefe an sie, die Übersetzerin seiner Texte ins Tschechische, sind Zeugnis einer leidenschaftlichen, Konflikte erzeugenden Liebe.

Die beiden wichtigsten Menschen während Kafkas  letzter Lebensjahre waren der Medizinstudent Robert Klopstock und die aus Polen stammende Ostjüdin Dora Diamant, der er im Ostseebad Müritz begegnete. Mit ihr lebte er wenige glückliche Monate (September 1923 bis März 1924) in Berlin, zum ersten Mal sich entschlossen von Prag lösend und ein Konvolut von Texten, die er für überholt hielt, vernichtend. Um die Jahreswende verschlechterte sich Kafkas Zustand; er wurde in das Sanatorium Wiener Wald in Niederösterreich, dann, nach der Diagnostizierung der Kehlkopftuberkulose, in das Sanatorium Dr. Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg gebracht, wo er am 3. Juni 1924 starb.

Kafkas Schreiben ist auf doppelte Weise geprägt: auf der einen Seite durch das Bewusstsein, in einer langen kulturellen Tradition zu stehen und deren Werten und großen Namen verpflichtet zu sein; er fühlt sich gedrängt, im literarischen Schaffen das "Reine, Wahre, Unveränderliche" herauszuheben, ein "idealistisches Erbe" in sich wiederzufinden. Andererseits aber dominiert die Aufmerksamkeit auf das Dunkle, Körperstumme, das Schmutzige und Tierische, das Unkanonische, das sich in Kafkas Neigung zum Varieté, zur Menagerie, dem Zirkus niederschlägt. Dieser Widerspruch zeigt sich zum einen in Kafkas "Gier", gedruckt zu werden, gleichzeitig aber dem Wunsch, alles Geschriebene zu vernichten; zum anderen aber in jenen Themen, die er immer wieder aufgreift. Sein Werk hat vor allem durch ein Thema Weltgeltung erlangt: die Darstellung der bürgerlichen Familie in ihren Widersprüchen, der Gefühlsambivalenz von Hass und Liebe, der möglichen Auswege aus ihren Zwängen, die sich in Beziehungen zu Freundesgestalten und geschwisterlichen Figuren (wie in der Verwandlung) andeuten - freilich immer wieder bezogen auf die Vereinzelung des Subjekts in einer gefühllosen Welt, die im Zeichen des Unglücks des Junggesellen und seiner verschiedenen Spielarten steht. Kafkas Bild von der Familie, wie es seine Werke, vom "Urteil" über den "Verschollenen" bis zum "Brief an den Vater" und selbst das "Schloß", entwerfen, ist zum Modell der von Zwängen beherrschten intimen Welt des kleinbürgerlichen "Privaten" geworden, die der bürgerlichen Öffentlichkeit entgegengesetzt bleibt und das Adjektiv "kafkaesk" zur Kennzeichnung der Selbsterfahrung in einer labyrinthischen Moderne in alle Kultursprachen hat eindringen lassen. Mit diesem Begriff verbindet sich die Grunderfahrung der Fremdheit. Kafkas Werk bringt zu literarischem Ausdruck, was sich in der Geschichte der Selbsterfahrung des bürgerlichen Menschen allmählich Geltung verschaffte: die Einsicht, dass die die Freiheit und Gleichheit des einzelnen garantierenden Gesetze sich zu Maschinen der Überwachung und Bestrafung wandeln, die eben diesen einzelnen einschränken, verletzen und verstümmeln. Als Ort, an dem der Umschlag von Freiheit in Zwang vonstatten geht, erscheint Kafka das Institutionenfeld der Justiz, dessen Mechanismen sich auf Pädagogik, Psychiatrie und Medizin übertragen. Niemand außer Kleist hat dies in so konsequenter Weise literarisch zu vergegenwärtigen gewusst wie der Jurist Kafka: und zwar, indem er die Intimität der Familie durch das Modell eines Justizrituals - Verhör, Verurteilung und Hinrichtung - mit der Sozietät verknüpft. Dieser Gedanke von der Gewalt der Rechtsordnung, die alles Leben überformt, hat Kafkas Schaffen immer wieder bestimmt: so auch in "Der Prozeß".

    Kafkas drei Romane – "Der Verschollene", "Der Prozeß", "Das Schloß" - wurden nie vollendet. Er fasste diese Romane als Dokumente seiner Unfähigkeit auf, die Lebensgeschichte des modernen Subjekts schreibend zu bewältigen; er erfuhr sie als "Niederungen", denen er durch die Ausflucht in das Schreiben kurzer Texte, "in einem Zug niedergeschriebener" Novellen zu entkommen suchte. Es gehört zu dem mit Kafka gesetzten Paradox, dass gerade seine Romane, die er für missglückt hielt und nicht vollendete, seinen Weltruhm begründeten, als Brod sie aus dem Nachlass veröffentlichte. Alle drei Romane können als Widerruf dessen angesehen werden, was der Bildungsroman des 19. und noch des 20. Jahrhunderts postuliert hatte: die Erzählbarkeit der Geschichte eines frei sich entfaltenden Subjekts in einer durch Bildung, Ökonomie u. Politik gestalteten Gesellschaft. Kafkas Romane setzen zwar mit der traditionellen Geburt des Helden in die Familie und die soziale Welt ein, aber sie lassen diesen hoffnungsvollen Anfang zerbröckeln.

Im "Prozeß" ist es der an seinem 30. Geburtstag in Haft genommene Junggeselle, der in der Maschinerie des Lebensprozesses schließlich den Tod in einer freiwillig auf sich genommenen Hinrichtung findet. Im "Schloß" ist es der exilierte Ehemann, der in der Fremde einen Beruf beansprucht und selbstständig den Kampf gegen die übermächtige Bürokratie des Schlosses aufnimmt - einen Kampf mit offenem Ausgang.

Kafkas Wirkung setzte, trotz der Bemühung des in der literarischen Öffentlichkeit viel bekannteren Freundes Brod, nur zögernd ein und wurde später überschattet durch die Verfemung jüdischer und "dekadenter" Autoren durch das NS-Regime. Kafkas Texte sind vor Beginn des Dritten Reichs zunächst von einer kleinen, eingeweihten Elite in Deutschland gelesen worden; dann in Frankreich (ab 1926), in England (ab 1928), in Italien und in den USA; während des Kriegs und danach schwoll die Rezeption lawinenhaft an. Das Werk Kafkas wurde zur Signatur der Epoche und vielleicht des Jahrhunderts: "kafkaesk" als die Formel für eine Welt, deren Zeichen Unbehaustheit, existentialistische Verlorenheit, Bürokratie und Folter, Entmenschlichung und Absurdität zu sein schienen. Kafkas Werk ist einer unübersehbaren Fülle von Deutungen aller nur denkbaren Ausrichtungen unterworfen worden: religiösen und philosophischen, psychologischen und biographischen, soziologischen wie marxistischen, und zeigt sich als ein Katalysator kultureller Selbsterfahrung und Selbststilisierung zugleich, die Tendenzen eines ganzen Zeitalters gleichnishaft zusammenfassend.

[Quelle: Gerhard Neumann: Kafka, Franz. In: Digitale Bibliothek Band 9: Killy Literaturlexikon, S. 10233 (vgl. Killy Bd. 6, S. 184 ff.)]

Zurück

 

LOUIS

(Leipziger Online Unterstützungs- und Informationssystem für Sehgeschädigte)

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Das Projekt Gutenberg - eine gute Literaturquelle

In diesem Jahr begehen wir nicht nur den 175. Geburtstag von Louis Braille, sondern auch den 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg. Ihm haben wir die Buchdruckkunst zu verdanken.

Unter dem Namen Gutenberg.DE gibt es eine Autoren- und Literaturquelle, die auch für blinde Computernutzer von Interesse sein könnte. Die Autoren bzw. Schriftsteller werden in einer Liste aufgeführt. Hinter jedem Namen verbergen sich ein kurzer, informativer Abriss zur Person und ausgewählte Werke von ihm. Ruft man den Titel des literarischen Werkes auf, so gelangt man in den vollständigen Text dieses Buches. An dieser Stelle muss jedoch gesagt werden, dass ein Quellennachweis nicht vorhanden ist und damit daraus nicht zitiert werden kann.

Dieses Projekt Gutenberg gibt es auf CD-ROM; es ist jedoch auch im Internet erreichbar unter der Adresse http://gutenberg.aol.de. Das Gutenberg-Archiv wächst ständig und ist somit im Internet immer aktuell verfügbar. Der Textbrowser LYNX stellt die Internetseiten fast problemlos bereit. Ruft man die Internetadresse auf, gelangt man zwar in einen Bereich mit Frames (Rahmen), wo nur "links, mitte, unten" angezeigt wird, jedoch nach ein wenig Ausprobieren überwindet man diese kleine Hürde schnell und befindet sich in den Textseiten der Autorenliste oder im Volltext der literarischen Werke.

Die CD-ROM erscheint jedes Jahr in aktualisierter Form durch den Herausgeber, die Firma ABC Internetdienste Hamburg. Der Jahrgang 1999 enthielt als letzte Ausgabe noch ein Verzeichnis ASCII und eine Textdatei mit Namen 4blind.txt. Die Datei gab blinden Nutzern der CD-ROM Hinweise, wie ein vollständiger Zugriff auf die Daten mit Hilfe des Verzeichnisses ASCII möglich ist. Man konnte auch den üblichen DOS-Editor zum Lesen der Texte und Werke benutzen. Ab der Ausgabe 2000 ist aus Platzgründen das Verzeichnis weggefallen, so dass ein Texteditor nicht mehr sehr gut funktioniert. Beibehalten wurde aber ein Verzeichnis, in welchem alle Informationen und Werke als HTML-Dateien gespeichert sind. Diese kann man mit dem Textbrowser LYNX heranholen, wenn man ihn unter dem Auswahlpunkt "offline - HTML-Dateien lesen“ benutzt. Das Programm LYNX können Sie bei mir kostenlos erhalten, wenn Sie eine Diskette in einer Versandtasche mit Wendeadresse an die DZB zu meinen Händen schicken. Die aktuelle Gutenberg-CD-ROM kostet ca. 40 DM und ist in jeder größeren Buchhandlung erhältlich.

Für Fragen oder Bestellungen erreichen Sie den Herausgeber wie folgt:

Firma abc.de Internet-Dienste

Hille & Partner

Projekt Gutenberg

Stresemannstr. 364

22761 Hamburg

Tel.: (0 40) 8 99 75 55

E-Mail: hille@mail.dibi.de.

 

Im Internet Informationen zu fast jedem Thema finden

Unter der Internetadresse

http://www.meome.de

findet man eine große Datenbanksammlung zu fast jedem Thema. Dazu werden einzelne Komplexe, wie z. B. Automobil, Gesellschaft oder Gesundheit und Medizin, aufgeführt, aus denen ausgewählt werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit, nach einem Wortbegriff zu suchen, zu welchem man Informationen bekommen möchte. Der zu suchende Wortbegriff wird in das Eingabefeld vor dem Aktionsfeld „Suchen“ eingetragen, man stellt sich dann auf das Aktionsfeld „Suchen“ und  bestätigt mit "Enter“. Man erhält dann eine Trefferliste, aus der man wiederum auswählen kann.

Diese Internetseite und die Möglichkeiten, die man dort hat, sind auch mit dem Textbrowser LYNX sehr gut zugänglich. Viel Erfolg bei der Suche und Beschaffung von Informationen mit Hilfe von www.meome.de.

Telefonbuch im Internet auch mit LYNX zugänglich

Herr Hajo Horras machte mich per E-Mail darauf aufmerksam, dass die Internetadresse

http://www.telefonbuch.de

auch mit dem LYNX-Programm zugänglich ist. Ich möchte mich bei ihm für diese Information bedanken und veröffentliche sie jetzt nachstehend:

"In der Ausgabe (Nr. 3/2000) haben Sie geschrieben, dass sich die Internetseite der Telefonauskunft www.telefonbuch.de nicht mit dem Browser LYNX nutzen lässt. Dies ist allerdings doch möglich, wenn man sich nicht von der Meldung, dass der Browser keine Rahmen unterstützt, abschrecken lässt. Auf der Homepage von Telefonbuch.de wählt man zunächst das Örtliche und auf der nächsten Seite den Rahmen 'Main' aus. Dann muss man nur den Rahmen 'f_ort' öffnen, und man gelangt in die Suchmaske für den Ort. Wenn der Ort eingegeben und mit Hilfe des Startbuttons (das Feld Suchen bestätigen) gefunden wurde, dann befindet man sich in der Suchmaske für den Namen. Im Feld 'Namen' wird der Suchbegriff eingegeben, und im Feld 'Suche' bestätigt man mit 'Enter'. Ich habe so die Nummer und die Anschrift der Deutschen Zentralbücherei in Leipzig herausgefunden. Das gleiche gilt übrigens auch für den Homepage Reader von IBM in Verbindung mit Netscape. Auch hier erscheint die Meldung, dass der Browser keine Rahmen unterstützt; das Vorgehen ist das gleiche wie oben.“

Hinzufügen möchte ich, dass im Ergebnis meines Ausprobierens leider nicht jedes Ortsnetz erreichbar ist. Manches funktioniert und wird angezeigt, manches nicht. Man kann es nur ausprobieren.

Wenn Sie Fragen oder Hinweise haben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Sie erreichen mich unter

Tel.: (03 41) 71 13-142 oder

E-Mail: jander@dzb.de.

 

Zurück

 

Info-Service

 

Neue Sender in der Rundfunkzeitschrift „Braille-Radio“

 

Neuer Name, neue Zeitschrift? Ganz so ist es nicht, denn "Braille-Radio“ basiert auf der Grundlage der alten "Radio-TV“, deren Fernsehprogramm ab nächstem Jahr vom Blinden-Hilfswerk in Berlin herausgegeben wird. Übrig bleibt der Rundfunkteil, dem sich die DZB nun verstärkt widmet. Durch die frei gewordenen Kapazitäten können oft geäußerte Wünsche und Vorschläge der Abonnenten berücksichtigt und umgesetzt werden. Das betrifft sowohl die Quantität als auch Qualität des Rundfunkprogramms.

Den Leserinnen und Lesern unserer wöchentlichen Rundfunkzeitschrift und allen Interessierten bietet die DZB ab Januar 2001 ein erweitertes Rundfunkprogramm an.   Zu den bisherigen 9 Sendern (Deutschlandfunk, Deutschlandradio, MDR Kultur, Radio Kultur, radio 3, WDR 3, Hessen 2, Bayern 2 und SWR 2) kommen die Sender WDR 5, Radio Bremen 2 und Bayern 4 hinzu. Diese drei Sender reihen sich sehr gut in das Spektrum der vorhandenen Kultursender ein und decken ein großes Sendegebiet ab. Ähnlich wie die bisherigen Sender bringen sie anspruchsvolle Musik- und Textbeiträge.

Neben der erweiterten Senderauswahl enthält die neue Zeitschrift natürlich auch ausführlichere Programminformationen. Berühmte Orchester, bekannte Solisten und ausgezeichnete Konzerte können nun im Gegensatz zum bisherigen Programm angegeben werden. Musikinteressierte haben die Möglichkeit, viel gezielter Sendungen aus dem Programm auszuwählen.

Das Standardprogramm, das einmal Anfang des Jahres aktualisiert wird, gibt es auch weiterhin zum wöchentlichen Programm hinzu. Es erwies sich als Vorteil, immer wiederkehrende Sendungen zusammenzufassen. Dadurch konnte pro Woche eine Menge Platz gespart werden.

Soviel zum Inhalt und nun zur Form: "Braille-Radio“ erscheint in zwei Heften zu ca. 40 Seiten. Alles hat seinen Preis, der unserer "Braille-Radio“ beträgt im Jahr 60 DM.

Interessenten richten ihre Bestellungen bitte an: Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, PSF 100245, 04002 Leipzig, Telefon (0341) 7 11 31 20, Telefax: (0341) 7 11 31 25, E-Mail: abo@dzb.de

 

Das Zeitschriftenangebot der DZB im Jahr 2001

1. Zeitschriften in Punktschrift

- wöchentlich erscheinende Zeitschriften -

 

»Literaturtreff« (104, - DM)

Romane und Erzählungen in Fortsetzungen.

»Braille-Radio« (60, - DM)

  Rundfunkprogramm

- monatlich erscheinende Zeitschriften -

 

»Das Gesundheitsmagazin« (30, - DM)

Informationen und Tipps zu Gesundheitslehre, mediz. Behandlungsmethoden, pharmazeutischen Produkten, häuslicher Krankenpflege ... 

»Kinderland« (30,- DM)

Schülermagazin in Vollschrift

- in Schwarzschrift (48, - DM incl. Porto)

»Ratgeber aktuell« (30, - DM)

Zeitschrift für den kritischen Verbraucher

»Schachbrücke« (30, - DM)

Theorie und Praxis des Blindenschachs

 

- zweimonatlich erscheinende Zeitschriften -

 

»DZB-Nachrichten« (15, - DM)

Aktuelle Informationen aus DZB und Blindenwesen, mit kostenloser Beilage "Leipziger Bücherliste"

- in Schwarzschrift (24, - DM incl. Porto)

»Leipziger Bücherliste« (15, - DM)

Neuestes aus Verlag u. Bibliothek der DZB

- in Schwarzschrift (24, - DM incl. Porto)

 

- quartalsweise erscheinende Zeitschriften -

 

»Deutschlandrevue«  (20, - DM)

Unsere Heimat  wird  vorgestellt; Städte,

Dörfer, Landschaften, Sehenswürdigkei-

ten, Reiseziele, Bemerkenswertes ...

2. Hörzeitschriften auf Kassette

(Kassettenmaterial und Versandboxen sind zurückzuschicken)

 

- monatlich erscheinende Zeitschriften -

 

»Das Gesundheitsmagazin« (30, - DM)

Informationen und   Tipps zu Gesundheitslehre, mediz. Behandlungsmethoden, pharmazeutischen Produkten, häuslicher Krankenpflege u.a. 

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in ihrem Eigentum (54,- DM)

»Hörmagazin« (30, - DM)

Unterhaltung, Information, Buchempfehlungen, Humor, Musik

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in ihrem Eigentum (54,- DM)

»Ketchup« (30, - DM)

Information, Unterhaltung für alle, die sich jung fühlen

»Kultur und Freizeit« (30, - DM)

Erfahrungsaustausch zu Kulturarbeit und Freizeitgestaltung Sehbehinderter

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in ihrem Eigentum (54,- DM)

»Kurzgeschichte international« (30, - DM)

Literarische Unterhaltung aus aller Welt

»Ratgeber aktuell« (30, - DM)

Zeitschrift für den kritischen Verbraucher

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in ihrem Eigentum (54,- DM)

»Wissen und Fortschritt« (30, - DM)

Populärwissenschaftliche Beiträge aus allen Bereichen der Wissenschaft

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in ihrem Eigentum (54,- DM)

- zweimonatlich erscheinende Zeitschriften -

»DZB-Nachrichten« (15, - DM)

Aktuelle Informationen aus DZB  und Blindenwesen, mit kostenloser Beilage "Leipziger Bücherliste"

- in Schwarzschrift (24, - DM incl. Porto)

»Leipziger Bücherliste«  (15,- DM)

Neuestes aus Verlag u. Bibliothek der DZB

- in Schwarzschrift   (24, - DM incl. Porto)

»SECHS MAL SEX« (36, - DM)

Ein hörbares Eroticon

»Tiermagazin« (30,- DM)

Eine Zeitschrift fürTierfreunde

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum (42,- DM)

- quartalsweise erscheinende Zeitschriften -

»Deutschlandrevue«  (20, - DM)

Unsere Heimat  wird  vorgestellt; Städte, Dörfer, Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Reiseziele, Bemerkenswertes...

- für einen Aufpreis von 2,- DM pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum (28,- DM)

Für alle Zeitschriften gilt:

-           Neuer Abonnent können Sie zu jeder Zeit werden.

-           Die Kündigungsfrist für ein Jahresabonnement beträgt drei Monate zum Kalender-Jahresende.

-           Auf Wunsch schicken wir Ihnen gern eine kostenlose Probeausgabe zu.

In allen Abonnementsangelegenheiten berät Sie unsere Kollegin Frau Portleroy,

Tel. (03 41) 71 13 – 1 20.

Zurück

 

Mitteilungen der Hörbücherei

1.      Anfang des nächsten Jahres erscheint ein neuer Gesamtkatalog der Hörbücher, welcher alle bis Ende 2000 in der DZB produzierten bzw. eingekauften Titel enthält. Alle bisherigen Kataloge behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit, sie werden durch entsprechende Nachträge ergänzt.

2.       Bitte beachten Sie bei den Bestellungen, dass es genügt, die Titelnummern aufzuführen.

3.       Liebe Hörerinnen und Hörer, das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Falls Sie in dieser Zeit einen größeren Bedarf an Literatur haben, möchten wir Sie bitten, sich rechtzeitig bei uns zu melden, vor allem, wenn Sie bestimmte Wünsche haben. Alle Hörer, an die sich generell 4 und mehr Hörbücher im Umlauf befinden, werden von uns automatisch berücksichtigt. Falls Sie jedoch bei der gewohnten Anzahl bleiben möchten, teilen Sie dies bitte mit. Telefonnummern: Frau Waldt 0341/7113-116 oder Herr Klemm 0341/7113-117.

Zurück

 

Lehrgänge des DBBW

 Fortbildungsseminar für blinde und sehbehinderte Schwerbehindertenvertrauensleute vom

11.-15.02.2001 im Kur- und Begegnungszentrum, 82442 Saulgrub.

Teilnehmerbeitrag: 920,00 DM

Anmeldeschluss: 15.12.2000

 

Effektiveres Lesen für Brailleschriftleser vom

03.-09.03.2001 im Kur- und Begegnungszentrum, 82442 Saulgrub.

Teilnehmerbeitrag: 1.250,00 DM

Anmeldeschluss: 19.01.2001

 

Einführung in das Pflegeversicherungsrecht

Vom 09.-11.03.2001 im "Haus Hubertus", 56271 Mündersbach.

Teilnehmerbeitrag: 600,00 DM

Anmeldeschluss: 26.01.2001

 

Kontaktadresse für alle Veranstaltungen:

DBBW - Deutsches

Blindenbildungswerk gGmbH

Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein

Tel.: (0 76 21) 79 92 30; Fax: (0 76 21) 79 92 31

e-mail: dbbw@stepnet.de

Zurück

 

Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich in Blindenkurzschrift, auf Kassette (Jahresabo. je 15,- DM) und in Schwarzschrift (Jahresabo. 24,- DM).  Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.

Herausgeber, Verlag und Druck: Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB),  Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig, Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig. Telefon: (03 41) 71 13 – 0, Fax: (03 41) 71 13 – 1 25; Internet: www.dzb.de, E-Mail: info@dzb.de

Redaktion: Karsten Sachse,

Telefon (03 41)  71 13 – 1 35

Abonnements, Anzeigen: Ilona Portleroy,

Telefon (03 41)  71 13 – 1 20.

Sie können kostenlos inserieren, wenn Sie etwas verschenken wollen. Für alle anderen Anzeigen gilt unsere Anzeigenpreisliste: pro Wort 0,80 DM zzgl. Kennziffergebühr in Höhe von 2,00 DM bei Veröffentlichung ohne Adresse. Dieser Preis gilt nur für eine Ausgabe der DZBN (Kassette oder Punktschrift).

Copyright: DZB 2000 A