DZB - NACHRICHTEN
 


 


Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 5/2001     September/Oktober   11. Jahrgang

 


 

Inhalt

 

Vorbemerkung. 1

Unsere Postecke. 1

Rund um das Lesen. 2

Einblicke. 2

Büchersendungen im Fernsehen. 2

Wie war das damals?. 5

Die Erholungsfürsorge im deutschen katholischen Blindenwerk-Haus "Stella Maris" auf Usedom   5

Die Kramkiste. 6

Christiane F.: »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo«. 6

James Aldridge: »Die wahre Geschichte der Lilli Stubeck«  7

Das Autorenporträt:7

Jorge Amado (1912-2001)7

Bücher des Jahrhunderts. 9

Ernest Hemingway: In einem anderen Land. 9

LOUIS. 10

Wie kann man Bedienungsanleitungen mit Hilfe des Computers unter MS-DOS lesen?10

Info-Service. 11

Mitteilungen des Verlages11

Tagung der AG Braille in Leipzig. 11

DZB-Kalender für das Jahr 2002. 12

Das Zeitschriftenangebot der DZB im Jahr 2002. 12

Neue Sprecherin des Behindertenbeirates13

Surfen mit Ohren und Fingern. 13

Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen mit erweitertem Serviceangebot14

Projekt www.Behinderten-Ratgeber.com.. 14

Zugang Blinder zu visuellen Medien sichern - Deutsche Hörfilm gGmbh nimmt ihre Tätigkeit auf14

Lehrgänge des DBBW.. 15

Anzeigen. 15

Impressum.. 15

 

 

Vorbemerkung

 

"Randvoll" gepackt ist die neueste Ausgabe unserer DZBN. Wir informieren Sie über Büchersendungen im Fernsehen, schließen unsere aktuelle Wie-war-das-damals-Serie ab, initiieren (hoffentlich!) eine neue und stellen Ihnen unser Kalender- und Zeitschriftenangebot für das nächste Jahr mit €-Preisen vor. Dass Sie eine ganze Reihe interessanter Literaturtipps erwartet, bedarf schon fast keiner Erwähnung.

Ihr Karsten Sachse

 

Unsere Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht zwangsläufig identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

 

"(...) Im Jahre 1818 erfolgte die Gründung der Blindenerziehungsanstalt zu Breslau in Schlesien. Was wurde aus dieser Institution? Gibt es sie überhaupt noch? Wenn ja, wie lautet ihre Anschrift? (…)"

[Herr Andreas Halmerbauer aus Strasshof/Österreich]

 

Bemerkung der Redaktion

Im heutigen Wrocław gibt es ein Bildungszentrum für blinde und sehbehinderte Kinder. Ob hier ein Zusammenhang mit der von Ihnen angesprochenen Institution besteht, ist noch nicht bekannt. Vielleicht hilft die "DZBN-Leserschaft" weiter? Wir werden in einer der nächsten Ausgaben darauf zurück kommen. Hier erst mal die Adresse:

Educational Centre for Blind and Partially Sighted Children (Osrodek Szkolno-Wychowawczy dla Dzieci Niewidomych i Slabowidzacych)
Ul. Kasztanowa 3a/5, 53-125 WROC
ŁAW
Tel. : +48 71 3 67 34 87 oder 18 23,

 Fax : +48 71 3 67 34 87

Rund um das Lesen

von Susanne Siems

 

Neulich besuchte ich eine Ausstellung. Sie trug den Titel "Lesen, Streiflichter einer Kulturtechnik". Exponate des Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Bücherei Leipzig, vorwiegend graphische Blätter, Fotos und Originaldokumente der kultur- und papierhistorischen Sammlungen gaben Einblicke in verschiedene Formen des Lesens, der Lesehilfen und des Lesestoffes.

Wer anfängt, sich mit dem Thema Schrift und Literatur zu befassen, merkt schnell, dass es als Ganzes kaum fassbar ist. Darum auch im Titel der Ausstellung das Wort Streiflichter.

Im Rahmen des Ausstellungszyklus Gutenberg 2000 angesiedelt, konzentrierte sich die Ausstellung auf die Zeit seit Erfindung des Buchdrucks. So konnte man zunächst Originale und Kopien sogenannter Inkunabeln bewundern. Als Inkunabeln oder auch Wiegendrucke werden Werke bezeichnet, die vor 1500 gedruckt wurden. Sie sind oft handcoloriert und künstlerisch besonders wertvoll. Dann wanderte man sozusagen  durch die Jahrhunderte, von den religiös geprägten Schriften des Mittelalters zu den Flugblättern, deren Blüte im 16. Jahrhundert war. Sie gelten als die Vorläufer unserer heutigen Zeitungen, und auch die Unterteilung in seriöse und skandalöse gab es schon vor fünfhundert Jahren.

Die bei DZB-Nutzern nicht unbeliebten Basteiromane existierten in ähnlicher Form schon vor zweihundert und mehr Jahren, als sogenannte Moritatenbändchen. Moritaten und Bänkelsang bezeichneten ursprünglich ein nach bekannten Melodien gesungenes Lied mit schauerlichem, sensationellem oder rührseligem Inhalt. Das Wort Moritat ist wohl wirklich die akustisch gedehnte Form von "Mordtat". In der Ausstellung fanden sich solche Titel wie "Ein Vater als Frauen- und fünffacher Kindermörder" oder "Gebrochener Liebesschwur: furchtbare Rache des Verstoßenen".

Viel Interessantes fand sich auch zu Lesemöbeln und "-hilfen". Das Monokel kennt ja noch fast jeder, aber haben sie schon einmal was von einem Leserad gehört? Stellen Sie sich ein Wasserrad vor, nur viel, viel breiter, sodass vier große Punktschriftbände aufgeschlagen  nebeneinander passen. Dann drehen Sie das Rad ein wenig, bis Sie zur nächsten Reihe mit vier Büchern kommen. Früher, zur Zeit der riesigen Folianten, waren diese Räder unersetzliche Hilfsmittel für die wissenschaftlichen Studien von Gelehrten. Auch Bibliotheken haben lange Zeit auf diese Weise ihre Kataloge den Nutzern zugänglich gemacht. Wäre das nicht heute etwas für begeisterte Punktschriftleser?

Beachtenswert die umfangreiche Sammlung von Lesezeichen, die ersten entstanden mit den großen Folianten des Mittelalters. Zwei dieser Zeichen kannte ich übrigens. Eins hatte ich neulich in einem Buch gefunden, und das andere, na ja, da stand "DZB" und so drauf, auch etwas in Blindenschrift. Nun wissen Sie auch, warum ich soviel von dieser Ausstellung hier in unserer Zeitschrift erzähle. Ja, ich war nicht zufällig da, es gab ein Extrakapitel zur Blindenschrift, mit Erklärungen zu den Vorläufern der Brailleschrift und mit unserem Kalender und Europaatlas. Wir hatten im Vorfeld gut mit Frau Rinck vom Buch- und Schriftmuseum zusammengearbeitet.

Den Ausstellungskatalog bekam ich für unsere wissenschaftliche Bibliothek geschenkt. Viele der Dinge, die ich hier versucht habe zu erklären, sind dort ausführlich und anschaulich erzählt. Ein richtiger kleiner Überblick über die Vielfalt des Lesens.

Wenn Sie in nächster Zeit in Leipzig sind und ich Sie neugierig gemacht habe, die Ausstellung ist noch bis Oktober in der Deutschen Bücherei zu besichtigen.

 

Einblicke

 

Büchersendungen im Fernsehen

von  Hans-Jürgen Krug

Aus der Nische der Kultursendung ist das Buch längst ausgebrochen. Lesetipps gibt es heute auf allen Kanälen, rund um die Uhr. Ein Blick auf die Bildschirmpräsenz des Printmediums

 

Rund 18 Prozent aller Leser informieren sich inzwischen im Fernsehen über Bücher - das hat eine Studie zum Leseverhalten in Deutschland belegt, die von der Stiftung Lesen in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein durchgeführt wurde (BÖRSENBLATT 23/2001). Dabei sind es gar nicht unbedingt die speziellen Büchersendungen, die Zuschauer auf Neuerscheinungen hinweisen oder gar zum Kauf von Büchern anregen: Das "ZDF-Morgenmagazin" hat dienstagmorgens (nach 7.00 beziehungsweise 8.39 Uhr) seine kurzen "Buchtipps", und im "Frühstücksfernsehen" von Sat.1 wird am Donnerstagmorgen auf interessante Bücher hingewiesen.

Auch der Erfolg des Thomas-Bernhard-Freundes (Feindes) Karl Ignaz Hennetmaier ist ohne "Die Harald Schmidt Show" kaum denkbar - und selbst im ZDF-"Nachtstudio" mit Volker Panzer wird über Bücher gesprochen; in Talkshows halten Prominente regelmäßig ihre Selbstverfassten hoch - und gelegentlich wird sogar eine Buchpräsentation zum TV-Ereignis. Zur Übersetzung von Norman Finkelsteins "Holocaust-Industrie" (Piper) wurde die präsentierende Podiumsdiskussion gleich vom TV-Kanal Phoenix ausgestrahlt, dann folgte Bericht auf Bericht.

Obwohl Bücher im Fernsehen also permanent präsent sind, werden Belletristik und Sachbücher auch heute noch in ganz besonderen, eigens ausgewiesenen Büchersendungen vorgestellt. Immerhin 29 solcher Fernsehmagazine hat der "Medienspiegel" des Instituts der deutschen Wirtschaft kürzlich ermittelt (1996: 19), hinzu kommen - auch hier mit steigender Tendenz - noch 107 Hörfunkangebote (1996: 71). Auffallend ist die ungebrochene öffentlich-rechtliche Dominanz: Erst kürzlich haben sich ARD und Börsenverein dafür ausgesprochen, die Partnerschaft zwischen Literaturproduzenten und öffentlich-rechtlichem Rundfunk zu stärken. Von den Privatsendern leistet sich dagegen kaum einer spezielle Bücherjournale. Gerade mal der Münchner Nachrichtenkanal N24 wird vom "Medienspiegel" erwähnt. Hier werden regelmäßig Bücher über Ernährung, Wellness, Therapie oder Geld vorgestellt.

 

Ein Flaggschiff auf dem Rückzug

Mit den traditionellen, reinen Büchersendungen haben die heutigen Buchbesprechungen freilich nichts mehr zu tun. Höchstens das ARD/NDR-"Bücherjournal" aus Hamburg beschränkt sich in schönen, langsamen, teuren und buchbezogenen Produktionen auf die Vorstellung von Gedrucktem - und erreicht so auch schon mal 100.000 Zuschauer.

Doch die Präsenz der ältesten ARD-Buchsendung (sie startete im Jahr 1966) ist deutlich rückläufig: Einst war das Flaggschiff der Bücherjournale 14-täglich im Programm, jetzt wird es dreimal im Jahr in der ARD und sechsmal im NDR (0.00 Uhr) ausgestrahlt - noch.

In der ARD wird inzwischen laut über ein neues Format für die Buchsendungen nachgedacht. Doch obwohl es nur noch wenige Ausgaben vom »Bücherjournal« gibt, werden vom Hamburger Programmbereich Kultur nicht weniger Bücher vorgestellt. Im Gegenteil. "Es sind mehr", sagt der langjährige "Journal"-Redakteur und Moderator Dr. Paul Kersten. Die Buchberichte werden aber jetzt nicht mehr ausschließlich für das eine »Bücherjournal« gemacht, sondern im wöchentlichen NDR-"Kulturjournal", im ARD-"Kulturreport" und -synergetisch - in anderen Kultursendungen ausgestrahlt - als ein Bestandteil der Kulturberichterstattung.

Die wenigen reinen Buchmagazine, die sich in einigen Regionalprogrammen behaupten konnten, haben es inzwischen alle schwer. "Das politische Buch" (BR) bespricht zwölfmal im Jahr in 45 Minuten etwa elf Titel - und erreicht vor allem die älteren und bildungsstarken Zuschauer. Eher an ernsthafte Buchfreunde richtet sich das SWR-Literaturmagazin "Die Bestenliste", das einmal im Monat und durchaus mit feuilletonistischem Elan ausschließlich von Literaturkritikern ausgesuchte Bücher (und ihre Autoren) vorstellt. Noch gibt es - sogar mit einem "Hörbuchtipp" - das "Lese-Zeichen" (BR), und auch "Bücher, Bücher" (hr) hat sich gehalten - mit viel Charme der 80er Jahre allerdings.

Andere Journale hingegen gibt es nicht mehr. Die 45-minütige "Leselust" (WDR) etwa, ein auf schnell und jung gemachtes Büchermagazin, das mittwochabends im Wechsel mit anderen Sendungen in der Reihe "Nachtkultur" lief, überlebte nur zwei Jahre (trotz Moderator Gert Scobel). Dann wurde es eingestellt - "vorläufig", wie beim WDR zu hören ist. Dabei sollte das (durchaus RTL-orientierte) Magazin doch "fernab vom universitären oder feuilletonistischen Diskurs" gerade "die Lust am Lesen" vermitteln. So jedenfalls Gründerin Christiane Moellers.

Das macht jetzt beim WDR einzig der "Kulturweltspiegel". Zehn Bücher, gleichgültig ob Belletristik oder Sachbuch, kann Susanne Kampmann in der Regel jährlich besprechen. Viel ist das zwar nicht, zumal immer auch eine "politische Dimension" vorhanden sein muss. Kampmann legt Wert auf "gute Bücher" - selbstverständlich. Dann folgen weitere Faktoren wie "opulentes Bildmaterial", eine gute "Geschichte" - und eine gewisse Ausschließlichkeit als Auswahlkriterien. "In der Regel sind wir exklusiv", sagt die Redakteurin. Zuletzt wurden im "Kulturweltspiegel" Biografien über Maria Callas und Jackie Onassis besprochen, Bücher von Elsa Osorio, Mario Vargas Llosa oder John le Carre vorgestellt. Dabei sehen die aufwändig gestalteten Beiträge nicht unbedingt nach einer Buchbesprechung aus. Manchmal, so Kampmann, sieht man "noch nicht einmal, dass es sich hier um ein Buch dreht".

Insgesamt sind es heute vor allem Kulturmagazine wie der "Kulturweltspiegel", "ttt - titel, thesen, temperamente" (hr), "Kulturreport" (BR, NDR, MDR und SFB) oder die werktägliche "Kulturzeit" (3sat), die Beiträge über Bücher bringen. Mal sind es so genannte "gebaute Beiträge" mit mehreren Elementen, mal wird die Interviewform genutzt. Vor allem die "Kulturzeit" setzt auf Gespräche zwischen dem Moderator und den Autoren oder Kritikern schöner, wissenschaftlicher oder auch einfach nur spannender Bücher.

 

Ein Hoch auf die Talkshow

Neben dem Magazinbeitrag haben sich in den vergangenen Jahren vor allem Diskussionsrunden durchgesetzt. Noch immer ist das 1988 gestartete "Literarische Quartett" (ZDF) nicht nur die einflussreichste Literatur- und Büchersendung, sondern auch ein "Quotenhit", den 1999 noch durchschnittlich 0,5 Millionen (1988: l,7 Millionen) sahen. Trotz der Rückläufigkeit: Die Zuschauerzahl hat sich "stabiler behauptet als bei den meisten anderen anspruchsvollen Kulturprogrammen" - so Werner von Bergen, Redakteur der Sendung. Erfolg und Kontinuität freilich sind extrem von dem über 80-jährigen Marcel Reich-Ranicki abhängig. Gegenwärtig scheint der Bestand immerhin bis Ende 2001 gesichert. [Anm. der Red.: Neuester Stand: zum Jahresende soll die Sendung eingestellt werden.]

300 belletristische Bücher wurden inzwischen von dem Quartett besprochen, gepriesen oder verrissen - und immer konnte fast jedermann die 75-minütigen Debatten verstehen. Inzwischen ist das "Literarische Quartett" (Untertitel: "Unterhaltung, Kritik, Polemik") fast ein Markenprodukt: Es gibt Wiederholungen auf dem Kulturkanal 3sat und im DeutschlandRadio, Schaufensterpräsentationen, Leselisten der besprochenen Titel - und last, not least umfassende Informationen bei ZDF-online im Internet.

Auch andere Gesprächssendungen setzen auf Belletristik und schöne Literatur, verfolgen aber eigene Konzepte. "Destruktiv, verletzend und plakativ wird im 'Literaturclub' nicht diskutiert", so Geraldine Schmidt vom Schweizer Fernsehen DRS, das die (auch auf 3sat ausgestrahlte) Sendung seit 1990 produziert. Gegenwärtig diskutieren Daniel Cohn-Bendit (Gesprächsleiter}, zwei Kritiker und ein Autor mit Buch neunmal im Jahr über Bücher. Mit wachsendem Erfolg. "Das Publikum nimmt stetig zu", sagt Schmidt - ein Potenzial, das sich in der Pressearbeit der Verlage nicht immer widerspiegelt. "Zuerst kommt die Presse", so der erfahrene Verlagsmann Günther Fetzer (Heyne, Scherz, Droemer), der heute als Berater aktiv ist. "An zweiter Stelle steht die Organisation von Veranstaltungen mit Autoren und Buchpräsentationen. Dann kommt das Fernsehen und an letzter Stelle die Arbeit mit dem Hörfunk."

Schließlich setzt auch "Literatur im Foyer" (3sat / SWR) auf den Autor: Er darf in einer öffentlichen Veranstaltung lesen, dann diskutieren Kritiker (in der Regel recht hermetisch und lang) direkt mit dem Autor, zuletzt war Peter Härtung zu Gast.

 

Neue Wege

Neben den traditionellen Buchtipps oder Debatten gibt es neuerdings auch Versuche, ganz andere Wege zu gehen. Weg vom Buch, hin zu dem, wovon die Bücher handeln. Weg von der Aktualität, hin zum Etablierten, Gehaltvollen. "RomanWelten" heißt eine Ende 2000 gestartete neue Literaturreihe beim ZDF. Sie führt die Zuschauer zu den historischen Schauplätzen wichtiger und populärer Bücher. Das Spektrum ist breit: "Donna Leon und Venedig" hieß die erste Sendung, dann folgte man den Spuren von Edgar Wallace, Herman Melville oder Garcia Marquez. Und demnächst gibt es Staffeln über Winnetou und die Apachen und über den märchenhaften Orient von Tausendundeine Nacht. Literatour im Fernsehen.

 

Buchmagazine im Fernsehen (Auswahl)

-          Das Literarische Quartett (ZDF) sechsmal im Jahr, freitags, 22.15 bis 23.30 Uhr

-          Bücherjournal (ARD / NDR) dreimal im Jahr, wechselnde Sendeplätze

-          Das politische Buch (BR) zwölfmal im Jahr, sonntags, 11 Uhr

-          Lese-Zeichen (BR) sonntags, 11.45 bis 12.15 Uhr

-          Die Bestenliste (SWR) einmal im Monat, sonntags, 11 bis 12 Uhr, Wiederholung eine Woche später auf 3sat, 10 Uhr

-          Literatur im Foyer (SWR) achtmal im Jahr, sonntags, 10 bis 11.15 Uhr auf 3sat, Wiederholungen sonntags 11 Uhr im SWR und im hr (www.swr-online.de)

-          Bücher, Bücher (hr) samstags, 22 bis 22.30 Uhr

 

Weitere Informationen zum Thema gibt die "Medienspiegel"-Broschüre "Vorgestellt. Büchersendungen in Hörfunk und Fernsehen". Sie ist für 29,80 Mark (inklusive Versandkosten) beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln zu beziehen (Fax: 02 21 / 4 98 14 45)

 

(Aus: "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels", Nr. 35 / 2. Mai 2001)

 

Wie war das damals?

 

Heute der letzte Beitrag unserer Serie, in der wir Sie mit der Entwicklung des Kur- und Erholungswesens deutscher Blinden-Selbsthilfe-organisationen an der Ost- und Nordsee bekannt machen. Autor ist Professor Dr. Willi Finck aus Rostock. Die Beiträge entstammen dem von Prof. Finck verfassten 12. Sonderheft des Heimatvereins Grevesmühlen e.V. mit dem Titel "85 Jahre Blindenkur- und Erholungsfürsorge an deutschen Küsten - Die Geschichte des Blindenkur- und Erholungsheimes im Ostseebad Boltenhagen". Die vollständige Broschüre wird im Studio der DZB aufgesprochen und dann in unserer Hörbücherei zur Ausleihe angeboten.

 

Die Erholungsfürsorge im deutschen katholischen Blindenwerk-Haus "Stella Maris" auf Usedom

 

Wie beschrieben, hat die Kur- und Erholungsfürsorge für Blinde auf Usedom, nach Rügen die zweitgrößte Insel Deutschlands, eine gewisse Tradition. Diese wurde punktuell dadurch unterbrochen, dass 1945 die Stadt Swinemünde mit Umland (gleich 20 % der 445 km² messenden Insel) polnisch wurde. Im Jahre 1925 wurde vom Bund der erblindeten Krieger Deutschlands ein Erholungsheim gepachtet. Wie schon erwähnt, erwarb diese Organisation in den Jahren 1926 und 1936 die beiden Häuser "Emden" und "Favorit" in Swinemünde, die 1945 an Polen fielen. 1947 richtete der Landesblindenausschuss Mecklenburg-Vorpommern in Koserow ein Ferienobjekt ein, dessen Existenz allerdings nicht lange währte. In den siebziger Jahren hatten fast zehn Jahre lang Blinde die Möglichkeit, sich auch zusammen mit ihren Kindern in der Saison im Haus "Atlantik", später "Solidarität", sowie im Haus "Paul Heine", beides Erholungsheime der Gewerkschaft, in einer ausgezeichneten Strandlage Heringsdorfs gelegen, zu erholen.

Diese Tradition der Erholungsfürsorge für Blinde wird nunmehr im gleichen Ort durch die Inbetriebnahme eines Objektes des Deutschen Katholischen Blindenwerkes fortgesetzt. Es ist die im Umbau befindliche und unter Denkmalschutz stehende Jugenstilvilla "Stella Maris", welche sich seit 1929 durchgehend im Eigentum der Caritas Berlin befand. Sie liegt etwa sieben bis zehn Minuten von der Seebrücke entfernt. Eine ausgebaute ebenerdige Strandpromenade führt von Ahlbeck über Heringsdorf nach Bansin, entlang der sogenannten Kaiserbäder mit ihrer typischen Bäderarchitektur. Sie ist für Fußgänger und Rollstuhlfahrer vorbildlich geeignet, die Umgebung zu genießen. Geplant sind neun Ferienwohnungen mit ein bis zwei Zimmern, die ganzjährig mietbar sind. Das Objekt wird blinden- und rollstuhlgerecht eingerichtet. Der Beginn der sehr preisgünstigen Vermietung ist für das Frühjahr 2001 vorgesehen. Diese Einrichtung steht allen Blinden mit Angehörigen offen, unabhängig von ihrer konfessionellen oder weltanschaulichen Bindung.

Das Deutsche Katholische Blindenwerk stellte Grundstück und Gebäude und ein Eigenkapital von 300 000 DM zur Verfügung. Für die restliche Summe von 2 Millionen DM müssen Beihilfen von geeigneten Organisationen und öffentlichen Stellen erbeten werden. Die Restfinanzierung soll alsdann durch ein zinsloses Darlehen erfolgen. Das Deutsche Katholische Blindenwerk hat seinen Sitz und seine Geschäftsstelle in 52351 Düren, Eschstraße 12. Vorsitzender ist Dr. Hubert Roos.

 

[ENDE]

 

 

Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt

 

Wir stellen Ihnen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen". Vorgestellt werden die Titel von unseren Bibliothekaren.

 

Christiane F.: »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo«

empfohlen von Susanne Siems

(Punktschriftbibliothek)

 

Da schimpfe noch einer auf die Bahn AG! Immerhin verdanke ich ihr die Idee für diese Kramkiste. Wenn man sich gezwungenermaßen so eine Stunde in Berlin Bahnhof Zoo rumdrückt, noch dazu einen Tag nach der Love Parade, da kommen einem so einige Gedanken. Mir fiel ein Buch ein, das ich vor einigen Jahren gelesen habe. Wieder zu Hause, kramte ich es vor und war aufs neue berührt, obwohl durch die Zeilen auch immer wieder der Staub der letzten zwanzig Jahre zu spüren war.

1978 trafen die Journalisten Kai Herrmann und Horst Riek die damals fünfzehnjährige Christiane F. Geplant war ein zweistündiges Interview, in dem sie Informationen über die damalige Drogenszene um den Kudamm geben sollte. Zwei Stunden dehnten sich aus zu zwei Monaten. Die Journalisten wurden für Christiane und ihre Freunde zu Bezugspersonen, denen sie viele ihrer Probleme erzählen konnten. Ergebnis dieser Gespräche war ein Buch, das lange Zeit ganz oben auf deutschen Bestsellerlisten stand und in dem Christiane schonungslos offen und detailliert ihr Leben als Fixerin beschreibt.

Sie ist 6, als sie mit ihren Eltern aus der Provinz in die Gropiusstadt, eine Betonsiedlung im damaligen Westberlin, kommt. Die Umstellung fällt schwer. Die erste Erfahrung, die sie macht: hier spielen die Kinder nicht mit-, sondern gegeneinander. Der Brutalste ist der Boss, und alle anderen machen, was er sagt. Mit zwölf nimmt sie in einem evangelischen Jugendheim zum ersten Mal Haschisch, ein Jahr später Heroin. Vormittags besucht sie die Schule, nachmittags geht sie "anschaffen", um an "H" ranzukommen. Ihre Mutter merkt über zwei Jahre nichts, Christiane gelingt ein Doppelleben. Besonders erschütternd für mich, dass sich, als die Mutter die Abhängigkeit ihrer Tochter erkennt, eigentlich auch nicht viel ändert.

Es ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das sich in der Großstadt mutterseelenallein fühlt und dagegen mittels Drogen ankämpft. Tragischerweise gelingt es ihr auch auf diese Weise, Freunde zu finden. Die Szene wird für sie der einzige Halt. Mit ihrem Freund Detlef, der ebenfalls abhängig ist, träumt sie sich in eine Zukunft, in der es kein Heroin mehr gibt.

Natürlich kann sie die Realität nicht ausschließen. Der Tod des Kumpels Alex und auch später der ihrer Freundin Babsi lässt sie nicht nur in Verzweiflung zurück, sondern stärkt den Willen, auszusteigen. Immer wieder ist sie auf Entzug, immer wieder wird sie rückfällig, nicht zuletzt, weil die Gesellschaft sie als Ausgestoßene behandelt. Schon clean, nach drei Jahren wieder in der Schule und erstmals seit der Grundschulzeit mit Hausaufgaben beschäftigt, wird sie aufgrund ihrer Vergangenheit von der Realschule an eine Hauptschule versetzt. Glücklicherweise hat sie inzwischen bei ihrer Tante in der Nähe von Hamburg soviel Halt, um nicht wieder gänzlich abzurutschen.

Irgendwie liest sich dieses Buch manchmal wie eine Fortsetzung von Salingers "Fänger im Roggen". Wäre Holton Caulfield zwanzig Jahre später Christiane in Berlin begegnet? Der einzige, aber wesentliche und schlimme Unterschied ist, dass der Fänger im Roggen eine Romanfigur ist, die Geschichte Christianes und ihrer Freunde aber die nackte Realität Ende der siebziger Jahre. Und was passiert heute, weitere zwanzig Jahre später? Das Problem der Abhängigkeit und ihrer Ursachen hat sich nicht geändert, nur die Form der Drogen und der Umgang mit ihnen. Drogenkonsum erfolgt versteckter, die Sucht wird  nicht mehr so sehr als gesellschaftliches Problem, sondern als Scheitern des Einzelnen betrachtet. Die Zeiten ändern sich!

Und wie finde ich nun einen optimistischen Ausklang, liebe Leserinnen und Leser der Kramkiste? Ich kann nicht mal sagen, Christiane hat es endgültig geschafft, clean zu bleiben. Vor einigen Jahren kam ein Bericht über die Kinder von damals, wie sie heute leben. Die Droge lässt sie nicht los, zwar sind sie über lange Zeiten frei von ihr, aber dann braucht es nur ein kleines Ereignis, um wieder zur Nadel zu greifen.

Doch Christiane sagte, ihr hat es damals sehr geholfen, dass sie dieses Buch gemacht hat. Sobald ihr Sohn lesen kann, wird sie es ihm zeigen.

In der Punktschriftausleihe bekommen sie das Buch in 3 Bänden rkzp. Unter der  Bestellnummer 7806

Die Hörbuchausgabe, eine Übernahme aus Hamburg, hat 9 Kassetten mit der Bestellnummer 2660, Sprecherin ist Lydia Schwarze.

 

James Aldridge: »Die wahre Geschichte der Lilli Stubeck«

empfohlen von Jörg Klemm

(Hörbücherei)

 

Die vorliegende Auflage von James (Harold Edward) Aldridge: "Die wahre Geschichte der Lilli Stubeck" erschien 1988 im Aufbau-Verlag zu Berlin und Weimar und ist seit 1990 als Hörbuch in der DZB vorhanden.

James Aldridge wurde 1918 in Australien geboren. Der Sohn eines Journalisten arbeitete selbst nach kurzem Studium als Journalist, war während des 2. Weltkrieges Berichterstatter an den Brennpunkten auf drei Kontinenten und lebt seit 1945 in London. Er setzte sich kritisch mit der Periode des Kalten Krieges auseinander und wählte (vor allem in jüngeren Werken) australisches Kolorit und Abenteuer zum Hintergrund für Entscheidungsfindungen zumeist jugendlicher Helden.

Doch nun zum Buch: Die meisten Leute in der australischen Kleinstadt St. Helen begegnen der siebenjährigen Lilli Stubeck mit Misstrauen, denn kein Kaninchenstall, kein Obstgarten und keine Vorratskammer sind vor ihren Plündereien sicher. Verwildert wie eine "streunende Katze", ist sie ständig den Hänseleien ihrer Mitschüler ausgesetzt, und kaum einer hat je die armselige, verfallene Behausung ihrer Familie betreten. Trotzdem weiß sie schon als Kind ihre Unabhängigkeit und Individualität zu behaupten.

Doch da ändert sich plötzlich Lillis Leben auf unerwartete Weise. Zur Verwunderung aller will die allein stehende reichste und angesehenste Dame des Ortes sie sich zu einer ihr ergebenen brauchbaren Stütze und Pflegerin für ihr Alter erziehen. Doch Lilli fügt sich nur scheinbar widerstandslos in die neue Rolle, denn sie lässt sich durch Reichtum und Wohlleben nicht korrumpieren. Sie wird Haupterbin der Dame, aber sie schlägt das Erbe aus, bewahrt sich die Freiheit, ihr Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten. Wie problematisch sich allerdings die Beziehungen zwischen den beiden entwickeln, das vermag keiner der neugierigen Nachbarn über den hohen Zaun hinweg zu erspähen, und nur dem Klassenkameraden Kit gelingt es, dieses Geheimnis zu lüften.

Der sehr anschauliche und handlungsreiche Entwicklungsroman beweist künstlerisches Einfühlungsvermögen und sagt viel über soziale Missstände aus.

Wenn ich nun Ihr Interesse wecken konnte:

Der Sprecher ist Uwe Schröder, die Kassettenanzahl ist 5, die Bestellnummer ist 6789.

 

Das Autorenporträt:

 

Jorge Amado (1912-2001)

 

Am Freitag, dem 10.8. wäre Jorge Amado 89 geworden, am Montag, dem 6.8. starb er, blind und schwach, zu Hause in Salvador de Bahia. Das ganze Land trauert. Was Wunder, hat doch kein anderer seine Heimat so besungen, mitsamt den Heiligen und kleinen Leuten, mit allen Farben und Gesängen und dem Geruch von süß faulenden Bananen, von Fisch, Fäkalien und fettem Palmöl.

Er war der erfolgreichste Autor Brasiliens: in 52 Ländern gelesen, in bisher 21 Millionen gedruckt, für Funk, Film und Bühne bearbeitet. Sein graues Löwenhaupt gehörte längst zu den Unsterblichen der "Academia Brasileira de Letras". Doch statt im Ornat des Dichterfürsten zog er es vor, auf Sandalen, in papageienbunten Hemden durch die Welt zu gehen. Denn er war ein Kind der Sonne und Sinnlichkeit. Bei sanftem Bettgeflüster hielt er sich nie auf. In Romanen wie "Die Herren des Strandes", "Jubiaba" und "Tieta aus Agreste" gab es massenhaft deftige Liebesszenen, die ihm den Ruf eintrugen, ein brasilianischer Boccaccio zu sein. Der Autor, dessen enorme Produktivität man gern mit der von Balzac verglich, wurde gerade im Osten Deutschlands eifrig verlegt. Den sozialistischen Literaturverwaltern entging dabei wohl die Tatsache, dass die Kommunistische Partei Amado, der in den 30ern mit seinem sozial engagierten "Bahia"-Zyklus Ruhm geerntet hatte, 1956 als "Renegat" ausschloss. Seither verfasste er nur noch unpolitische Prosa im Stil fröhlich-ironischer Schelmengeschichten. Zum Amüsantesten dieser Periode gehören  "Die Geheimnisse des Mulatten Pedro", wo selbst ein Marxist zugleich als Zauberer und Medizinmann auftritt.

Amado, nach Gabriel Garcia Marquez der beliebteste Schriftsteller Südamerikas, entstammte einer Familie von Kakaopflanzern. Am 10. August 1912 in Ilheus (Bahia) geboren, kam Amado über Jesuitenschule, Landarbeit, Journalismus und Jurastudium zur Literatur. Als ältester Sohn sollte er natürlich Jura studieren, legte das Examen '35 auch mit Bestnoten ab, hat jedoch die Urkunde nie abgeholt. Er war zum Volk der Bohemiens und Journalisten übergelaufen.

Seinen ersten Roman schrieb er mit 18: "O Pais do Carneval". Die ungeschminkte Darstellung der sozialen Wirklichkeit seines Landes behagte den damaligen Machthabern nicht. Amados Bücher wurden - die Nazis machten Schule - öffentlich verbrannt. Wie die meisten Intellektuellen seiner Generation schloss er sich den Linken an, zog für kurze Zeit auch für sie ins Parlament. Aber er spürte bald, dass Parteipolitik seine Sache nicht war. Und als er, der seiner Gesinnung wegen mehrfach verhaftet wurde und ins Ausland fliehen musste, 1952 heimkehrte, hatte er die ideologische Wende innerlich fast vollzogen. Daran änderte der Stalin-Orden nichts, der ihm in Moskau verliehen worden war.

In späteren Jahren milderte er die harte Sozialkritik aus "Jubiaba" oder "Herren des Strandes" zu Gunsten einer differenzierten Schilderung der Charaktere. 1956 zog sich Amado von der Politik zurück. "Ich habe mich für das Schreiben, für die Literatur entschieden", sagte er rückblickend.

Viele von Amados Romanen der zweiten Phase stellen Frauen in den Mittelpunkt, so in "Gabriela wie Zimt und Nelken", "Dona Flor und ihre zwei Ehemänner" oder "Tieta aus Agreste", die die Heuchelei der Kleinstädter entlarvt. Seine Romane mit ihrer Schilderung der Menschen und vielfältigen Kulturen Brasiliens wurden in 50 Sprachen übersetzt und oft internationale Bestseller. Auch Verfilmungen machten seine Romanfiguren berühmt. Heuchelei war ein Lieblingsthema Amados. In "Werkstatt der Wunder" wird ein bescheidener Schriftsteller nach seinem Tod von einem ausländischen Forscher entdeckt - und sogleich gilt er als einer der größten.

Jorge Amado, der stets nur von Brasilien erzählte, war in der ganzen Welt unterwegs, um dort auch die vielen Auszeichnungen entgegenzunehmen, die ihm zuteil wurden. Seit 1961 war er Mitglied der Brasilianischen Akademie der Literatur. Im Westen wurde Amado erst mit dem Bestseller "Gabriela wie Zimt und Nelken" richtig bekannt, dem rasch andere Romane folgten. Einmal bekannte er: "Manchmal wirft mir die Kritik vor, ich spräche nur von Bahias Festen und vergäße das Elend. Aber nur vom Elend zu sprechen, hieße, die Wirklichkeit zu verfälschen und Bahias Volk herabzusetzen, das sich nicht unterkriegen lässt. Diese Größe hat mich tief berührt. Ich glaube, es stimmt, wenn ich sage, dass der Held meines Romanwerkes das Volk ist, dass meine Personen nicht in den Seiten meiner Bücher eingesperrt sind, sondern auf der Straße leben."

(LVZ, 8.8.01)

 

Folgende Titel von Jorge Amado können Sie in der DZB ausleihen:

Hörbuchausleihe:

-          Die Auswanderer vom Sao Francisco : Roman. 3895

-          Dona Flor und ihre beiden Ehemänner : Roman. 3585

-          Gabriela : Roman. 1030

-          Die Geschichte vom Gringo, der Schleiermaria und dem Mulatten Porciúncula. 2594

-          Herren des Strandes : Roman. 671

-          Hirten der Nacht.  3185

-          Jubiaba.  862

-          Kapitän auf großer Fahrt oder die vollständige Wahrheit : über die umstrittenen Abenteuer des Kapitäns Vasco Moscoso de Aragao. 1899

-          Katakomben der Freiheit. Bd. I. 3393, Bd. II. 3394

-          Das Land der goldenen Früchte.  649

-          Tieta aus Agreste.  4893

-          Tote See. 1235

-          Werkstatt der Wunder.  3728

Punktschriftausleihe:

-          Die Auswanderer vom Sao Francisco. 3

-          Dona Flor und ihre beiden Ehemänner. 5385

-          Die drei Tode des Jochen Wasserbrüller. 6207

-          Gabriela. 6786

-          Der gestreifte Kater und die Schwalbe Sinha. 6577  

-          Herren des Strandes. 962

-          Jubiaba. 913

-          Der Junge aus Bahia. 7312

-          Kakao. 2664

-          Katakomben der Freiheit. 2074         , 2075.

-          Leute aus Bahia. 4428

-          Das Nachthemd und die Akademie. 6741

-          Der Ritter der Hoffnung. 1677

-          Tote See. 1819

-          Werkstatt der Wunder. 5451

 

Bücher des Jahrhunderts

 

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.

 

Wir setzen heute fort mit Position Nr. 29:

M. Mead: Kindheit und Jugend in Samoa. (1928);

 

Nr. 30:

W. Faulkner: Schall und Wahn. (1929);

 

Nr. 31:

Ernest Hemingway: In einem anderen Land. (1929); ausleihbar

-          in Punktschrift (BNA 6238)

-          als Hörbuch (BN 722)

 

Ernest Hemingway: In einem anderen Land

 

Der von Interpreten gelegentlich überanstrengte Titel des Kriegsromans ("arms" angeblich "die Arme der Geliebten" und "die Waffen des Krieges") stammt aus einem Gedicht von George Peele und fasst formelhaft als Thema: es gibt keine Flucht vor dem Tod und dem Schmerz. Auch in der friedlichen Schweiz gilt das der Schöpfung innewohnende Gesetz, nach dem eine anonyme Macht die Menschen in ihrer Lebenskraft bricht und die tapferen und starken, die sie nicht "brechen" kann, vernichtet. Der amerikanische Freiwillige Frederic Henry und die englische Krankenschwester Catherine Barkley erfahren dieses Gesetz in ihrer unglücklich endenden Liebe. Henry, schwer verwundet und nach seiner Genesung während des Rückzuges von Caporetto desertiert, flieht mit Catherine von Stresa in die Schweiz. Dort erwartet sie keine Idylle, sondern Tod und Einsamkeit. Catherine stirbt an der Geburt ihres Kindes: eine ironische Steigerung des Eros-Thanatos-Themas. Henry bleibt allein im Regen zurück. Hemingway rechnet in dem in scharfen Umrissen erzählten Roman mit Schlagwörtern patriotischer Begeisterung ("heilig", "ruhmreich", "Opfer") ab und nennt die Abstrakta "Ehre" und "Mut" "obszön".

Die Erzählung setzt mit einer klaren Landschaftsschilderung ein und endet mit dem Schlüsselwort, das im Gang des Geschehens eine auffallende Rolle spielt: "Regen". Der Regen als Zeichen für die Misere des Krieges, für die Glücklosigkeit der Liebenden, für die Resignation des Autors erscheint als Begleit-, ja Leitmotiv an vielen Stellen. Er geht auf die Haut; mit ihm senkt sich der Schleier des Pessimismus über die Szenen und Menschen der Geschichte. Hemingway arbeitet überdies mit Landschaftskontrasten: im Tiefland herrschen Wunden und Tod, im unberührten Bergland der Abruzzen Klarheit und Leben. Hier ist Hemingway eigenständig und erzählt kraftvoll, in der literarischen Ausbildung des Regenmotivs erscheint er dagegen eher nachahmend als originell (Tolstoj,  Krieg und Frieden, Whitman, Kriegstagebücher, Renn, Krieg). Einzelne Szenen erinnern an Goya, auf den sich Hemingway in kürzeren Geschichten wiederholt beruft. Einer der Gipfel des Romans ist die Schilderung der Katastrophe von Caporetto. Henrys Sprung in den reißenden Tagliamento (ein Höhepunkt intensiver und zugleich symbolisch aufgehellter Erzählung) befreit ihn vom Krieg, aber nicht vom Gesetz des Leidens und Sterbens, das sich sogar der Liebe bedient, auch wenn er glaubt, "der hochgehende Fluss habe ihn von allem Zorn und zugleich von jeder Verpflichtung reingewaschen".

Das Werk hat Schule gemacht und gilt neben "Wem die Stunde schlägt" als Hemingways beste Leistung.

 

[Aus: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur, S. 18920 (c) Alfred Kröner Verlag]

 

 

(Zu Ernest Hemingway siehe auch Autorenporträt in DZBN 4/1999)

 

 

 

 

LOUIS

(Leipziger Online Unterstützungs- und Informationssystem für Sehgeschädigte)

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

 

Wie kann man Bedienungsanleitungen mit Hilfe des Computers unter MS-DOS lesen?

von Ulrich Jander

 

Jeder, der als Blinder ein technisches Gerät gekauft hat, steht vor der Frage: Wie funktioniert es, und wer liest mir die Bedienungsanleitung vor? Hat man eine Person, die zum Vorlesen viel Zeit mitbringt, so kann dies eine sehr gute Lösung sein. Wer einen Computer mit Scanner besitzt (Vorlesegerät), der könnte die Anleitung mit Hilfe des Scanners einlesen lassen, der Rechner bearbeitet das Ergebnis, und danach wird es Ihnen vorgelesen. Fehlerfrei geschieht das nicht; da in solchen Anleitungen oft Grafiken bzw. Bilder verwendet werden, ist das Einleseergebnis häufig sehr bescheiden. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, auf die ich heute eingehen möchte, die jedoch auch alle ihre Ecken und Kanten haben.

Auf der Internetseite des Vereins "Interessengemeinschaft sehgeschädigter Computerbenutzer" (ISCB),

werden u.a. zwei DOS-Programme zum Herunterladen angeboten: xpdf.zip und k&lv10.exe. Beide Programme werden benötigt, um Bedienungsanleitungen lesen zu können. Voraussetzung dafür ist die Anleitung als Computerdatei, zumeist als pdf-Datei (portables Dokumentenformat). Eine solche Datei wurde mir z. B. vom Hersteller meiner neu erworbenen Radioanlage per E-Mail zugesandt. Man muss also beim Hersteller diesen Service anfordern, was jedoch auch in anderen Fällen gelungen ist. Vielleicht kann man schon im Zuge der Kaufentscheidung beim Verkäufer diesen Service vereinbaren. Besser wäre es natürlich, wenn die Anleitung als DOS-Datei im ASCII-, also txt-Format bereitgestellt werden würde; meine bisherigen Bemühungen erzielten jedoch immer nur die Zusendung der Anleitung im pdf-Format.

Es muss nun eine Konvertierung (Umwandlung) der Anleitung als Datei mit Hilfe des Programms xpdf erfolgen, damit die Anleitung mit Braillezeile oder Sprachausgabe gelesen werden kann. Xpdf.zip ist ca. 1,3 MB groß und enthält neben anderen Programmdateien die pdf2txt.exe. Das Programm xpdf.zip wird in ein eigenes Verzeichnis kopiert und dort mit Hilfe des Entpackers pkunzip.exe ausgepackt. Dann kommt die bereits genannte pdf2txt.exe für das Konvertieren zum Einsatz. Dies geschieht entsprechend dem Copy-Befehl, also aus dem Verzeichnis xpdf:

Das erhaltene Ergebnis ist eine ASCII-Datei, die jedoch in aller Regel nicht die richtigen Umlaute und noch viele Leerzeichen besitzt. Um diesen Missstand zu beheben, wird jetzt das Programm k&l eingesetzt. Es sollte ebenfalls in ein eigenes Verzeichnis kopiert und mit seinem eigenen Namen aufgerufen werden, so dass es sich selbst entpackt. K&l ist im Gegensatz zum xpdf, welches englisch basiert ist, ein deutsches Programm. Als Hilfetext kann eine txt-Datei mit einem Editor oder Textprogramm gelesen werden. Mit dem Aufruf k&l/? aus dem k&l-Verzeichnis ist eine Kurzanleitung des Programms verfügbar. Eine typische Befehlszeile könnte lauten:

Das nun vorliegende Ergebnis ist ein ASCII-Text mit richtigen Umlauten und ohne viele Leerzeichen und -räume. Ohne Fehler ist es jedoch meistens trotzdem nicht. Es kommt auf die ursprüngliche Datei und deren Beschaffenheit an. Wenn man Pech hat, würfelt das xpdf-Programm beim Konvertieren die Spalten so durcheinander, dass man keine sinnvollen Zusammenhänge liest. Außerdem verweigert das xpdf-Programm seinen Dienst von vornherein dann, wenn

1.         der Autor der ursprünglichen pdf-Datei einen Dateischutz eingebaut hat (z. B. keine Konvertierung oder Drucken möglich) oder

2.         die ursprüngliche pdf-Datei so komprimiert ist, dass xpdf sie nicht öffnen kann.

Auch hier ist es wie so oft: es funktioniert nicht alles und auch nicht immer, also die schon oben zitierten Ecken und Kanten. Nicht unerwähnt lassen möchte ich eine gute Alternative, die unter Windows-Betriebssystem besteht: der Acrobat Reader von der Firma Adobe Systems Incorporated mit seinem Accessibility Plugin, damit die Sprachausgabe oder Braillezeile funktioniert. In einem Beitrag von Wolfgang Hubert wird dieses Thema vertieft. Der Text kann von mir abgefordert oder auf der LOUIS-Seite der DZB gelesen bzw. heruntergeladen werden. Übrigens: das k&l-Programm eignet sich generell bei txt-Dateien zum Umwandeln in die richtigen deutschen Umlaute.

Wer einen E-Mailanschluss nutzen kann, hat noch eine weitere Möglichkeit. Unter der E-Mail-Adresse pdf2txt@adobe.com schickt man die zu konvertierende pdf-Datei als Anhang (mime-Attachment). Sie kommt dann als txt-Datei zurück.

Findet man pdf-Dateien im Internet, so ist eine Konvertierung durch Adobe auch möglich, indem man ein Online-Formular in seinem Internetbrowser ausfüllt. Die Rücksendung erfolgt dann an eine angegebene E-Mail-Adresse, die z. B. bei www.web.de unter Freemail eingetragen sein kann, deren eingegangene E-Mails auch mit dem DOS-Browser Lynx gelesen werden können.

Nicht nur Bedienungsanleitungen sind auf diesen Wegen in lesbare txt-Dateien umwandelbar. Pdf-Dateien sind immer häufiger anzutreffen, z. B. als Gesetzestexte oder ganze Bücher, die man sich dann eventuell zugänglich machen kann.

Die beiden DOS-Programme xpdf.zip und k&lv10.exe sind auch bei mir erhältlich. Für den Versand an Sie bitte ich zuvor um Zusendung einer Diskette in einer Versandtasche mit Wendeadresse. Für Fragen bzw. Hinweise jeglicher Art stehe ich Ihnen gern jeder Zeit zur Verfügung. Sie erreichen mich unter:

Tel.: (03 41) 71 13-145,

Fax: (03 41) 71 13-125 oder

E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de

 

Info-Service

 

Mitteilungen des Verlages

von Renate Burghardt

 

Ab 1. September 2001 haben unsere Glückwunschkarten neue Preise, weil sich die Kosten für Folie und den Farbdruck in der letzten Zeit wieder erhöht haben. Und so sehen die neuen Preise in DM und Euro aus:

 

-          einfarbige Karten 2,93 DM / 1,50 €

-          farbige Karten 4,89 DM / 2,50 €

-          farbige Karten mit CD 10,76 DM / 5,50 €

 

Neu bei den Anzeigen:

 

Ab 2002 werden wir Ihre Anzeigen automatisch in allen Editionsformen der jeweiligen Zeitschrift veröffentlichen; außer dem Internet.

Es gibt bei uns zur Zeit 8 Zeitschriften mit einer Ausgabe ("Schachbrücke", "Ketchup", "Sechs mal Sex", "Hörmagazin", "Braille-Radio", "Tiermagazin", "Kultur und Freizeit", "Wissen und Fortschritt"), 4 Zeitschriften mit zwei Ausgaben ("Gesundheitsmagazin", "Ratgeber Aktuell", "Deutschlandrevue", "Kinderland") und 2 Zeitschriften mit 3 Ausgaben ("DZB-Nachrichten", "Leipziger Bücherliste" ).

In folgenden Zeitschriften veröffentlichen wir keine Anzeigen: "Kurzgeschichte International" und "Literaturtreff".

 

Für eine Ausgabe zahlen Sie pro Wort 0,45 €, bei zwei Ausgaben pro Wort 0,90 € und bei drei Ausgaben pro Wort 1,35 €.

Die Kennziffergebühr beträgt neu 5 €.

 

Tagung der AG Braille in Leipzig

 

Vom 28. - 30.9.2001 tagt die AG Braille in der DZB zum Thema: Was man mit Punktschrift auch noch machen kann.

Die Arbeitsgemeinschaft Braille bietet ein Forum im Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V. (VBS) für die Erörterung aller Fragen in Bezug auf die Brailleschrift im Blinden- und Sehbehindertenbildungswesen in den deutschsprachigen Ländern.

Der VBS ist Fachverband für alle Berufsgruppen, die im Blinden- und Sehbehindertenbildungswesen tätig sind, insbesondere an Schulen, Internaten, therapeutischen Einrichtungen, Berufsbildungs- und -förderungswerken, Hochschulen u.a.

Zu den jährlichen Fortbildungstagungen kommen Mitglieder und Nichtmitglieder des VBS - Fachleute sowie Hobbypünktler - zusammen, um Aktualitäten rund um die Brailleschrift unter die Lupe zu nehmen.

 

(http://www.braille.ch/agbrl.htm)

 

 

DZB-Kalender für das Jahr 2002

 

Insgesamt fünf verschiedene Kalender mit unterschiedlichen Gestaltungs- bzw. Ausstattungsvarianten sind im Angebot. Hier ein Überblick:

 

1. Relief-Wandkalender mit dem Titel "Brücken": Brücken verbinden Technik und Ästhetik in beziehungsreicher Weise. Von der Antike bis zur Gegenwart haben sie eine einzigartige Anziehung auf die Vorstellungswelt des Menschen ausgeübt. Der Begriff "Brücken bauen" hat nicht umsonst mehrfache Bedeutung. Der Kalender beinhaltet einige der berühmtesten und bemerkenswertesten Brückenbauten aus verschiedenen Zeiten und Ländern, u.a. das Wahrzeichen Londons, die Tower Bridge, Venedigs Ponte Rialto und die aufgrund ihrer Harfenform auch als Kunstwerk angesehene Puente del Alamillo in Spanien. Der Wandkalender umfasst 13 mehrfarbige Reliefs und 13 Textseiten (Format ca. 27 x 34 cm), Kalendarium und Texte in Blindenvoll- und Schwarzschrift.

(Preis: 45,00 DM / 23,00 €)

 

2. Jahres-Wandkalender in Punktschrift: Er besteht aus einem Folieblatt (Format ca. 33 cm x 51 cm) mit den Kalendarien der 12 Monate. Dabei sind die 3 Monate eines Quartals jeweils nebeneinander, die 4 Quartale untereinander angeordnet. Gesetzliche bundesweite Feiertage sind zusätzlich hervorgehoben. Für die Anbringung an der Wand ist die Folie an der Oberkante mit einer Leiste versehen, an der sich zwei Ösen befinden.

(Preis: 7,50 DM / 3,80 €)

 

3. Punktschrift-Taschenkalender Ausgabe A: Format 11 x 13 cm, Vollschrift (Monatskalendarium mit der Angabe der bundesweiten gesetzlichen Feiertage), Klammerheftung.

(Preis: 4,00 DM / 2,10 €)

 

4. Punktschrift-Taschenkalender Ausgabe B: Format 11x13 cm, Kurzschrift (Monatskalendarium mit der Angabe der bundesweiten gesetzlichen und nicht bundesweiten gesetzlichen Feiertage, mit Terminen für die Schulferien in den Bundesländern, Notizblättern), Ringbindung.

(Preis: 10,00 DM / 5,10 €)

5. Großdruck-Taschenkalender: Die Schwarzschrift-Ausgabe in Großdruck (Schriftgröße 8 mm), Format 12,5 x 13,5 cm,  bietet neben Monats- und Wochen-Kalendarium die Angabe der gesetzlichen bundesweiten Feiertage sowie nicht bundesweiten gesetzlichen Feiertage; Termine für die Schulferien in den Bundesländern; Wochenzahl; Anzahl der monatlichen Arbeitstage; Vorschau auf die beweglichen gesetzlichen Feiertage des Folgejahres. Dem Monatskalendarium schließt sich ein Wochenkalendarium an. Im Wochenkalendarium umfasst jede Woche eine Doppelseite, sodass für jeden Werktag zwei Zeilen Raum für Notizen zur Verfügung stehen. Auch bei diesem Taschenkalender wurde eine Ringbindung verwendet.

(Preis: 10,00 DM / 5,10 €)

 

Das Zeitschriftenangebot der DZB im Jahr 2002

 

1. PUNKTSCHRIFT

wöchentlich

-          "LITERATURTREFF": Zeitschrift für alle literarischen Genres, vorwiegend Romane und Erzählungen in Fortsetzungen. (104,00 DM / 53,17 €)

-          "Braille-RADIO": Rundfunkprogramm (60,00 DM / 30,68 €)

monatlich

-          "DAS GESUNDHEITSMAGAZIN":  Informationen und Tipps zu Gesundheitslehre, medizinischen Behandlungsmethoden, pharmazeutischen Produkten, häuslicher Krankenpflege u.a. (30,00 DM / 15,34 €)

-          "KINDERLAND": Schülermagazin in Vollschrift (30,00 DM / 15,34 €) und in Schwarzschrift (48,00 DM / 24,54 € inkl. Porto)

-          "RATGEBER AKTUELL": Zeitschrift für den kritischen Verbraucher (30,00 DM / 15,34 €)

-          "SCHACHBRÜCKE": Theorie u. Praxis des Blindenschachs (30,00 DM / 15,34 €)

zweimonatlich

-          "DZB-NACHRICHTEN": Aktuelle Informationen aus DZB und Blindenwesen (15,00 DM / 7,67 €), mit  kostenloser Beilage "Leipziger Bücherliste" ; auch in Schwarzschrift (24,00 DM / 12,27 € inkl. Porto)

-          "LEIPZIGER BÜCHERLISTE": Neuestes aus Verlag u. Bibliothek der DZB (15,00 DM / 7,67 € ; auch in Schwarzschrift (24,00 DM / 12,27 € inkl. Porto)

quartalsweise

-          "DEUTSCHLANDREVUE": Unsere Heimat wird vorgestellt; Städte, Dörfer, Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Reiseziele, Bemerkenswertes ... (20,00 DM / 10,23 €)

 

2.      HÖRZEITSCHRIFTEN

(Das Kassettenmaterial und die Versandboxen sind zurückzusenden)

monatlich

-          "DAS GESUNDHEITSMAGAZIN" : Informationen und Tipps zu Gesundheitslehre, medizinischen Behandlungsmethoden, pharmazeutischen Produkten, häuslicher Krankenpflege u.a. (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 € pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum

-          "HÖRMAGAZIN" :  Unterhaltung, Information, Buchempfehlungen, Humor, Musik (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 € pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum.

-          "KETCHUP" : Information und Unterhaltung für alle, die sich jung fühlen (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 € pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum

-          "KULTUR UND FREIZEIT" : Erfahrungs-austausch auf dem Gebiet der Kulturarbeit und Freizeitgestaltung Sehbehinderter (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 € pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum

-          "KURZGESCHICHTE INTERNATIONAL" : Literarische Unterhaltung aus aller Welt (30,00 DM / 15,34 €)

-          "RATGEBER AKTUELL" : Zeitschrift für den kritischen Verbraucher (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 € pro Ausgabe verbleibt die Kassette  in Ihrem Eigentum

-          "WISSEN UND FORTSCHRITT" : Populärwissenschaftliche Zeitschrift mit aktuellen Beiträgen aus allen Bereichen der Wissenschaft (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 € pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum

zweimonatlich

-          "DZB-NACHRICHTEN" : Aktuelle Informationen aus DZB und Blindenwesen (15,00 DM / 7,67 €), mit kostenloser Beilage "Leipziger Bücherliste" ; auch in Schwarzschrift (24,00 DM / 12,27 € inkl. Porto)

-          "LEIPZIGER BÜCHERLISTE" : Neuestes aus Verlag u. Bibliothek der DZB (15,00 DM / 7,67 €) ; auch in Schwarzschrift  (24,00 DM / 12,27 € inkl. Porto)

-          "SECHS MAL SEX" : Ein hörbares Eroticon (36,00 DM / 18,41 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 €  pro Ausgabe verbleibt die Kassette  in Ihrem Eigentum

-          "TIERMAGAZIN" : Eine Zeitschrift für Tierfreunde (30,00 DM / 15,34 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 €  pro Ausgabe verbleibt die Kassette in Ihrem Eigentum

quartalsweise

-          "DEUTSCHLANDREVUE" : Unsere Heimat wird vorgestellt; Städte, Dörfer, Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Reiseziele, Bemerkenswertes ...  (20,00 DM / 10,23 €). Für einen Aufpreis von 2,00 DM / 1,02 €  pro Ausgabe verbleibt die Kassette  in Ihrem Eigentum

 

Bestellungen nehmen wir das ganze Jahr über an. Die Preise gelten für ein Jahresabonnement. Das Abonnement gilt weiterhin, wenn nicht 3 Monate vor Ablauf des Kalenderjahres gekündigt wird. Wir senden Ihnen gern eine kostenlose Probenummer zu.

 

Neue Sprecherin des Behindertenbeirates

 

Ingeborg Hieke vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V. übernahm die verantwortungsvolle Aufgabe der Ersten Sprecherin des Behindertenbeirates der Stadt Leipzig von Carola Hiersemann, die den Beirat seit seinem Bestehen im Januar 1996 nach außen vertrat.

Der Behindertenbeirat der Stadt Leipzig setzt sich zusammen aus zehn ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die die verschiedenen Behindertengruppen repräsentieren, aus Vertretern der Fraktionen des Stadtrates, der Liga der Spitzenverbände, der Behindertenbeauftragten sowie Vertretern des Sozial- und Gesundheitsamtes.

 

Surfen mit Ohren und Fingern

 

Die Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS) in Zürich vermittelt blinden und sehbehinderten Menschen seit bald 100 Jahren schriftliche Informationen aller Art: vom Buch über die Zeitschrift bis hin zur Partitur und Bedienungsanleitung. Ab sofort ist das gesamte Angebot an Büchern, Zeitschriften, Musiknoten und Spielen in Blindenschrift, auf Großdruck oder in gesprochener Form auf Kassetten auch über das Internet

www.sbs-online.ch

abrufbar. Großer Wert wurde dabei auf einen für entsprechend eingerichtete Blinde und Sehbehinderte möglichst ungehinderten Zugang zum World Wide Web via Sprachausgabe und Braille-Display gelegt.

 

Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS)

Albisriederstraße 399, Postfach, 8047 Zürich

Telefon 01/491 25 55, Fax 01/492 64 75

public@sbszh.ch (Öffentlichkeitsarbeit)

Internet: www.sbs-online.ch

Öffnungszeiten:

Mo.-Fr. 8.00 bis 12.15 Uhr, 13.15-17.00 Uhr

 

Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen mit erweitertem Serviceangebot

 

Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Karl Finke, verfügt nunmehr auch über einen eigenen Internetauftritt. Der Inhalt von

www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de reicht u.a. über die allgemeine Behindertenpo-litik zu Informationen über die Integration in Kindergarten, Schule und den Arbeitsmarkt, über Wohnen zu den Bereichen Assistenz und Pflege. 

Die Internetseite ist barrierefrei gestaltet. Dies gilt für die grafische Version, die weitgehend auf überflüssige Bilder und insbesondere auf "Java-Script-Programmierung" verzichtet und in entsprechender Schriftgröße für Sehbehinderte gestaltet ist. Darüber hinaus wurde eine Parallelversion programmiert, die mit jeder Braille-Tastatur und jedem Vorleseprogramm kompatibel ist.

 

Projekt

www.Behinderten-Ratgeber.com

 

Internet-Suchkataloge und Datenbanken relevanter Adressen für Menschen mit Behinderungen waren bisher nur sehr unvollständig im globalen Netz vorhanden und ein Interessierter musste sich durch viele "kleine" Angebote durcharbeiten, um zu entsprechenden Infos sowie einem umfassenden und zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen.

Also wurde vom Behinderten-Ratgeber e.V. Anfang 2000 damit begonnen, eine entsprechende Plattform zu entwickeln, die all diesen Anforderungen gerecht werden würde.

Derzeit sind 4 - z.T. selbst behinderte - Mitarbeiter damit beschäftigt, die umfangreichen Recherchen und Eintragungsarbeiten der derzeit bereits vorhandenen ~ 2.000 Webseiten mit ca. 12.000 Auflistungen, Verlinkungen u.a.m. auszuführen. Die Webseiten enthalten selbstverständlich auch eine Text-Version für Sehbehinderte und Blinde.

Seit der online-Schaltung ist der Behinderten-Ratgeber mittlerweile zu Deutschlands größtem Internet-Portal relevanter Links und Adressen für Menschen mit Behinderungen angewachsen. Die täglichen Zugriffe belegen in der Zeit von August 2000 bis Juni 2001 einen Zuwachs von über 800 % und liegen derzeit (Stand 01.08.2001) bei ~ 8.000 / Monat .

Seit Juli 2001 wird mit dem Magazin "HANDICAP" sowie mit www.handicaplife.de kooperiert, um redaktionelle sowie auf Datenbanken gestützte Inhalte und Infos so zu vernetzen, dass Menschen mit Handicap einen allumfassenden Service aus einer Hand nutzen können.

 

Zugang Blinder zu visuellen Medien sichern - Deutsche Hörfilm gGmbh nimmt ihre Tätigkeit auf

 

Die Deutsche Hörfilm gGmbh (DHG) hat zum 15. 08. 2001 ihre Geschäfte in Berlin aufgenommen.

Ziel der DHG ist es, Blinden und Sehbehinderten visuelle Medien zu erschließen. Fernsehen, Kino, Video / DVD sowie Theater sollen durch akustische Bildbeschreibungen (Audiodeskription) für Nichtsehende zugänglich gemacht werden.

 

Akustischen Untertiteln vergleichbar, beschreibt eine Audiodeskription in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen. Audiodeskription macht aus einem Film einen blindengerechten Hörfilm.

Arbeitsschwerpunkte der DHG sind die Vergrößerung des Hörfilm-Angebots, ein Info-Service für die Nutzer sowie die Erschließung weiterer Segmente des kulturellen Lebens für Blinde und Sehbehinderte. Die DHG produziert Hörfilmfassungen für Fernsehen und Kino sowie Video und DVD und bildet aus im Bereich Filmbeschreibung / Audiodeskription.

Kooperationspartner sind u.a. ZDF, SWR, Sat.1, Kinowelt Home Entertainment und VCL.

Die DHG ist Nachfolgerin des Projekts Hörfilm des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV). Der DBSV ist Alleingesellschafter der DHG.

Das Projekt Hörfilm hat von 1998 bis 2001 Grundlagenarbeit für die Audiodeskription geleistet. Wurden 1997 noch 8 Hörfilme im TV ausgestrahlt, so gab es 2000 bereits 147 Hörfilm-Sendetermine. Die ersten 9 DVDs mit Audiodeskription entstanden. Hörfilm-Auffüh-rungen bei der Berlinale machten das Medium einem breiteren Publikum bekannt.

 

Weitere Informationen bei:

Deutsche Hörfilm gGmbH 

Martina Wiemers  

Tel. 030 - 23 55 73 40

Fax 030 - 23 55 73 433

Zietenstr. 25a, 10783 Berlin       

wiemers@hoerfilm.de

www.hoerfilm.de

 

Lehrgänge des DBBW

 

Word Aufbaukurs: 24.11.-01.12.01

Kur- und Begegnungszentrum 82442 Saulgrub

Anmeldeschluss: 12.10.01

Preis: 1.750,00 DM

 

Kontaktadresse:

DBBW - Deutsches

Blindenbildungswerk gGmbH

Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein

Tel.: (0 76 21) 79 92 30

Fax: (0 76 21) 79 92 31

info@dbbw.de

www.dbbw.de

 

Impressum

 

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich in Blindenkurzschrift, auf Kassette (Jahresabo. je 15,- DM) und in Schwarzschrift (Jahresabo. 24,- DM).  Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.

Herausgeber, Verlag und Druck:

Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB),

Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig,

Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig

Telefon: (03 41) 71 13 - 0,

Telefax: (03 41) 71 13 - 1 25

www.dzb.de, E-Mail: info@dzb.de

Redaktion:

Karsten Sachse, Telefon (03 41)  71 13 - 1 35

Abonnements, Anzeigen:

Sylvia Thormann, Telefon (03 41)  71 13 - 1 20.

Sie können kostenlos inserieren, wenn Sie etwas verschenken wollen. Für alle anderen Anzeigen gilt unsere Anzeigenpreisliste: pro Wort 0,80 DM zzgl. Kennziffergebühr in Höhe von 2,00 DM bei Veröffentlichung ohne Adresse. Dieser Preis gilt nur für eine Ausgabe der DZBN (Kassette oder Punktschrift oder Schwarzschrift).

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