DZB-NACHRICHTEN
Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 1/2003    Januar/Februar    13. Jahrgang

Inhalt

Vorbemerkung
Die DZB wird Staatsbetrieb
Postecke
Wie war das damals?
    Cambridge
    Wie die Kriegsblindenbetreuung in Deutschland begann (Teil 1)
Die Kramkiste
    Vermischtes
    Helmuth Graf von Moltke: "Unter dem Halbmond"
Autorenporträt
    Alexandre Dumas d. Ä.
Bücher des Jahrhunderts
    Albert Camus: Die Pest
LOUIS
    DAISY-Produktionen auf handelsüblichen Wiedergabegeräten abspielen - wie geht das?
Info-Service
    Kataloge der Punktschriftausleihe
    Lektüre zu aktuellen Film-Highlights
    Auskunft zur Riester-Rente
    Blindenarbeitsplatz
    Integrativer Begleiter durch den Zoo
    "Augenpatient" im Internet
    Kleinanzeigen-Pinnwand online - vor allem für Blinde
    Bücherfrühling 2003: Vom stillen Wirken der Übersetzer
    Seminare 2003 im Storchennest
    Lehrgänge des DBBW
Impressum

Vorbemerkung

Auch wenn das neue Jahr schon vor einer Weile gestartet ist, so darf ich Ihnen doch noch wünschen, dass Sie gesund und zufrieden durch selbiges wandeln mögen!
Kaum ist der Weihnachtsbraten verspeist, die Silvesterböller klingen fast noch in den Ohren, schon befinden wir uns mitten drin im Alltag. Von Eintönigkeit allerdings keine Spur! Von der Überführung der DZB in einen Staatsbetrieb konnten wir Ihnen ja gerade noch in der "Sonderbeilage" unserer letzten Ausgabe 2002 berichten. Zu mehr war leider keine Zeit. Klar, dass unser Direktor die aktuelle Ausgabe nutzt, um ein paar Worte über den Staatsbetrieb DZB an Sie zu richten - gleich im Anschluss, noch vor der "Postecke".
Bis zu den nächsten DZBN verabschiedet sich mit besten Wünschen
Ihr Karsten Sachse.

Die DZB wird Staatsbetrieb

Dr. Thomas Kahlisch

Seit 5. November 2002 pfeifen es die Spatzen von den Dächern der Gustav-Adolf- Straße 7: die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig wird Staatsbetrieb. Nach 12-jährigem Nachdenken hat sich die sächsische Staatsregierung entschlossen, von der Privatisierung der ältesten Blindenbücherei in Deutschland Abstand zu nehmen, die Einrichtung in staatlicher Verantwortung zu belassen und sie in einen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführten Betrieb zu überführen. Zitat aus einem Brief des Chefs der Sächsischen Staatskanzlei Stanislaw Tillich vom 15. Oktober 2002 an den Direktor der DZB:
"Die Bedeutung der Deutschen Zentralbücherei für Blinde steht völlig außer Frage. Das Ziel ist daher auch eine nachhaltige Stärkung der Einrichtung".
Ich wurde in den letzten Wochen oft gefragt, ob wir zufrieden sind, mit der nun endgültigen und eiligst umzusetzenden Entscheidung. Hier meine nicht in einem Satz zu fassende Antwort auf diese Frage:
Das klare Bekenntnis Sachsens, dass die Gleichstellung Behinderter, konkret die Informationsmedienversorgung blinder und sehbehinderter Menschen, eine staatliche Aufgabe ist, markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg in eine barrierefreie Informationsgesellschaft. Wem, wenn nicht den Bundesländern mit ihrer Bildungshoheit obliegt es, die Verantwortung für Bibliothekszugänge oder neue digitale Informationsangebote, die für jedermann benutzbar sind, zu übernehmen?
Diese Auffassung wurde vor allem mit großer Unterstützung durch die Blindenselbsthilfe an die Landesregierung herangetragen und hat zu dieser Entscheidung geführt.
Die 2003 bis 2004 anstehende Umstellung unserer Geschäftsabläufe auf die kaufmännische doppelte Buchführung wird viel Arbeit machen und muss ohne wesentliche Einschränkungen der Bibliotheks- und Serviceangebote erfolgen. Dies umzusetzen ist keine einfache Aufgabe. Der Verwaltungsaufwand wächst, dafür wird der Kundenservice und die Abonnentenbetreuung von nun an durch die DZB eigenständig abgewickelt, was zu schnelleren Abläufen führen wird.
Für die Zukunft ist besonders wichtig, dass der Charakter der Blindenbibliothek, auch bei Einführung betriebswirtschaftlicher Steuerungsmodelle, nicht verloren geht. Schließlich geht es um eine allgemeine und sehr breit ausgerichtete Literatur- und Informationsversorgung für eine zahlenmäßig geringe Benutzergruppe. Aufgabe der DZB ist es, durch die Aufbereitung, Sammlung und Bereitstellung von Literatur Informationsdefizite zu kompensieren, und nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke zu verfolgen. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Aufgaben setzt stabile und nicht ständig schwindende staatliche Zuschüsse voraus. Und hier schließt sich der Bogen zu dem oben wiedergegebenen Briefzitat der Sächsischen Staatskanzlei, welches mich zu der Auffassung kommen lässt, dass die Entscheidung zu begrüßen und der DZB eine klare Perspektive gegeben ist.
Wir gehen derzeit davon aus, dass sich für die Nutzer der DZB nichts Wesentliches ändern wird. Ab Januar 2003 kommen nicht mehr die leidigen, weil sehr schlecht lesbaren, Rechnungsformulare der Landesoberkasse zum Einsatz. Die von der DZB selbst erstellten und versandten Rechnungen werden für Sehbehinderte oder Nutzer eines Lesegerätes besser lesbar sein. Auch die Erstellung einer Blindenschriftkopie der Rechnung wird zukünftig zum Serviceangebot gehören.
Zur Zeit sind die Kolleginnen und Kollegen in der Buchhaltung, im Verlag sowie die Informatiker damit befasst, die Bestandsverwaltung und Rechnungslegung auf das neue Verfahren umzustellen. Dabei kann es am Anfang des Jahres zu einigen Verzögerungen beim Versand von Rechnungen kommen. Wir bitten unsere Nutzer dafür um Verständnis.
Die Zeitschrift "Die Gegenwart" im DAISY-Format, der Ausbau der DAISY-Buch-Ausleihe - bislang sind es schon über 130 Nutzer -, die Weiterführung unseres Europa-Atlas-Projektes, die Erweiterung der Braille-Notenschrift-Pro-duktion und die reich gefüllten Übertragungspläne im Studio und in der Blindenschriftherstellung sind hervorzuhebende Besonderheiten, die uns neben der Betriebsumstellung beschäftigen werden. 2003 ist auch ein Konferenzjahr. Neben der Teilnahme an der Leipziger Buchmesse plant die DZB, die DAISY-Technik-Konferenz in Amsterdam, den VBS-Kongress in Dortmund und die IFLA Pre Konferenz in Marburg zu besuchen und mit eigenen Beiträgen zu gestalten. Zusammenarbeit ist wichtig, der internationale Erfolg von DAISY zeigt, dass es sich lohnt, verdeutlicht aber auch gleichzeitig, wie gering der Anteil des "reichen" Deutschland bislang geblieben ist.
Am Ende dieses Beitrages möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich herzlich bei allen Freunden der DZB bedanken, die uns im vergangenen Jahr mit einer Spende unterstützt haben. Ohne Ihre Zuwendung hätte die 40%ige Reduzierung bei den Sachmitteln zu Einschränkungen bei der Zeitschriften- und Buchproduktion geführt. Die Spenden waren unbedingt notwendig, um den normalen Betrieb der DZB aufrecht zu erhalten. Auch im Jahr 2003 ist mit Haushaltssperren zu rechnen, so dass wir weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen sind. Derzeit erstellen und versenden wir die Spendennachweise. In einem Anschreiben informieren wir Sie dabei, wie die Spendenmittel im vergangenen Jahr verwendet wurden. Natürlich werden wir Sie, liebe Leser der DZB-Nachrichten, auch weiterhin exklusiv darüber informieren, was sich im Staatsbetrieb verändert und welche neuen Angebote aus der Gustav-Adolf-Straße zu erwarten sind.

Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Staatsbetrieb
"(...) Mit großer Freude habe ich die Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums zum neuen Status der DZB gelesen. Ich freue mich sehr darüber, dass nun endlich eine so positive Entscheidung getroffen wurde und die DZB ab 2003 als Staatsbetrieb gilt. Nun hat sich das lange Warten auf das doch zögerliche Entscheiden des Freistaates Sachsen gelohnt. Ihnen und all Ihren Mitarbeitern gratuliere ich herzlich zu diesem, für uns alle so wichtigen Erfolg.(...)"
[Rudolf Herbrig, Meißen]

Vollmond im Taschenkalender
"(...) Nun liegen sie wieder vor, die neuen Kalender der DZB für das Jahr 2003. Ich selbst gehöre schon viele Jahre zu deren Nutzern. Die Taschenkalender habe ich aus praktischen Erwägungen immer beide, ich meine die Varianten A und B, also die Punktschriftkalender.
Nun wurde aus dem Kreis der Nutzer, es ist wohl zwei oder drei Jahre her, einmal die Anfrage und der Gedanke geäußert, einen Mondkalender zu erstellen. Auch ich habe mich damit befasst und möchte folgenden Vorschlag unterbreiten:
Der monatlich wiederkehrende Tag des Vollmondes könnte meines Erachtens bequem im Taschenkalender B auf der Vorderseite des Monatsblattes aufgeführt werden. Und sollte es einmal eng werden, wie z. B. im Jahr 2003 im April und Juni, wo die beiden Oster- bzw. Pfingstfeiertage getrennt aufgeführt werden, so könnte man doch in diesem Fall verfahren wie im Dezember. Da lesen wir schlicht und einfach: 25./26. Weihnachten. Und schon hätten wir im Fall von Ostern und Pfingsten eine Zeile gespart.
Ich würde mich freuen, wenn sich die Redaktion mit diesem Gedanken noch einmal beschäftigt. Es interessiert sicher viele Benutzer, an welchem Tag im Monat Vollmond ist. (...)"
[Karl-Otto Häßler, Mühlhausen]

BEMERKUNG DER REDAKTION
Die Gestaltungsmöglichkeiten der Taschenkalender sind tatsächlich ausgereizt, das bestätigen auch die Äußerungen von Wolfgang Erndt, Leiter unserer Abteilung Blindenschrift:
"Viele Informationen werden mit Kalendern vermittelt. Ich denke da an Mondphasen, Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten, Mondaufgangs- und Monduntergangszeiten, Arbeitstage pro Monat, Arbeitstage kumulativ, Namenstage, Angaben zum Horoskop, Hinweise zum Hundertjährigen Kalender und vielleicht fallen Ihnen noch weitere Angaben ein. Von den vielen Möglichkeiten können natürlich, wenn es ein Taschenkalender sein soll, nur einige ausgewählt werden. In unserem Taschenkalender B gibt es zu jedem Monat eine Kalendariumsseite und eine Infoseite. Auf der Infoseite stehen uns außer der Angabe des Monats und der Kalenderwochen weitere fünf Zeilen zur Verfügung. Diese werden für Informationen bei einigen Monaten benötigt z.B. Mai 2002 (Maifeiertag, Himmelfahrt, Muttertag, Pfingsten, Fronleichnam), Dezember 2002 (1. Advent, Nikolaus, Winteranfang, Weihnachten, Silvester), März 2003 und auch November 2003 (Allerheiligen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag, 1. Advent). Ein Zusammenfassen der Angaben, wie vorgeschlagen, funktioniert nicht. Um mehr Informationen im Taschenkalender anzubieten, wäre es nur möglich, die freien Seiten, die für persönliche Angaben gedacht sind, zu bedrucken."

Zur Entwicklung der Blindenstenografie (DZBN 2002-6)
"(...) Dr. Thiele beginnt seinen Artikel mit den Sätzen: '...1916 erfolgte die erste institutionelle Unterweisung in Blindenstenografie durch Geheimrat Dr. Silex in Berlin. Er unterwies durch den ersten Weltkrieg erblindete Soldaten...'
Ich habe in 'Horus' 1999, Schwarzschriftseite 69 und Blindenschriftseite 259 einen Aufsatz 'Betty Hirsch, Mutter der kriegs- und zivilblinden Industriearbeiter und Büroangestellten' veröffentlicht. Aus ihm zitiere ich zum Andenken an diese großartige selbst blinde Frau:
>...Während ihrer Rückreise aus England nach Deutschland am 16.9.1914 hörte sie im Zug das erste Mal das Wort 'kriegsblind'. 'Dabei kam mir sofort der Gedanke, wenn ich glücklich in der Heimat angelangt wäre, die Kriegsblinden aufzusuchen, um ihnen ihren ersten Schmerz über ihre Erblindung überwinden zu helfen.' Zunächst fand sie jedoch niemanden, bis sie Mitte November zufällig hörte, dass sich Kriegsblinde in einem Berliner Lazarett in der Obhut von Geheimrat Prof. Dr. Paul Silex befanden... Ihn suchte sie auf und kommentierte hernach: 'Gleich bei meinem ersten Besuch ergab sich eine wunderbare Übereinstimmung unserer Gedanken über die Behandlung der Kriegsblinden.' Sie gewann Silex dafür, den Kriegsblinden nicht nur medizinisch zu helfen, sondern ihnen auch Blindenschrift, normales Maschinenschreiben und einige Handfertigkeiten beizubringen. Schon am 22. 11. 1914 nahm sie ehrenamtlich den Unterricht auf... Welchen Anteil sie an der eigentlichen Schulgründung hatte, lässt sich schwer sagen. Sie hatte aber jedenfalls die Idee, die Kriegsblinden zu unterrichten, ohne sie in Blindenanstalten zu schicken, in deren Heimordnungen sie sich erfahrungsgemäß nur schwer hätten einfügen können, und ihnen außerdem individualisierten Unterricht zu erteilen, jedem nach seinem gesundheitlichen Allgemeinzustand, seinen Fähigkeiten, Vorkenntnissen, Interessen und Bedürfnissen. Silex dagegen hatte, was sie brauchte, um ihre Ideen umzusetzen: Ansehen, die Stellung des leitenden Lazarettarztes, persönliches Vermögen und die Beziehungen, Spenden zu werben... Betty Hirsch und Silex hatten vor der Notwendigkeit gestanden, auch Offiziere, Beamte, Lehrer, Studenten und Kaufleute auszubilden... Wie Betty Hirsch wusste, wurden im angloamerikanischen Raum Blinde als Korrespondenten tätig, und Telefonisten hatte es in Deutschland schon vorher gegeben. Dort wurden Kriegsblinde also auch zu Bürofachkräften ausgebildet.<
Das Verdienst, ab 1916 Kriegsblinde in Stenografie ausgebildet zu haben, dürfte danach wohl in erster Linie Betty Hirsch gebühren. Wahrscheinlich ist sie es sogar gewesen - wenngleich ich das nicht belegen kann - die aufgrund ihrer guten Kenntnisse der englischen Blindenschrift unsere Kurzschrift um die ersten Kürzungen zu einer Stenografie erweitert hat. Am 1. 4. 1926 jedenfalls stellte die Schule, die zu dieser Zeit nur noch von Betty Hirsch geleitet wurde, Karlheinz Tschepke, einen ehemaligen zivilblinden Schüler, als Lehrer ein und beauftragte ihn, eine kaufmännische Stenografie zu entwickeln. Wer noch mehr über diese tapfere, kluge, vielseitig begabte und zielstrebige Frau wissen möchte, mag meinen eingangs zitierten Aufsatz lesen, den ich mit dem Wunsche beendet hatte, er möchte dazu beitragen, die Erinnerung an sie lebendig zu halten. Der Aufsatz von Thiele war mir ein willkommener Anlass, wenigstens in einem Leserbrief noch einmal etwas dazu beizutragen.(...)"
[Dr. Hans-Eugen Schulze, Karlsruhe]

Seitenwechselkennzeichnung
"(...) Muss ich als Blinder beim Lesen von Belletristik unbedingt wissen, wo die nächste Schwarzdruckseite anfängt? Ich halte dies nicht für notwendig und daher das von Marburg eingeführte Zeichen (Punkte 2 und 3) für überflüssig. Ich lese meiner Frau viel vor und ärgere mich immer wieder über dieses Zeichen, weil ich beim Lesen ständig darüber stolpere. Etwas anderes mag es sein, wenn man mit Sehenden zusammen ein wissenschaftliches Werk durcharbeitet. Sollte ein solches Zeichen im Computer einprogrammiert sein, sollte man es bei Belletristik herausnehmen.
Immer wieder freue ich mich über das große Angebot der DZB. Jede neue 'Leipziger Bücherliste' ist ein Fest für mich! Leider vermisse ich schon seit Jahren gute Musikerbiographien. (...)"
[Günther Schmohl, Gernsbach]

Wie war das damals?

Cambridge

Susanne Siems

Herr André Rabe hatte in den letzten DZBN im Zusammenhang mit dem Beitrag "Variationen in Braille" eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Zur Stenographie hat ja Herr Dr. Thiele ausführlich und anschaulich berichtet. Ich möchte heute nur ganz kurz auf die Frage nach der Cambridger Blindenschrift antworten. Kurz vor allem auch deshalb, weil sich in den in der Wissenschaftlichen Bibliothek zur Verfügung stehenden Quellen nicht viel mehr als dieser eine Artikel fand. Dieser wurde in der Zeitschrift "Der Blindenfreund" im Jahre 1901 veröffentlicht. In der Ausgabe 8, herausgegeben in Düren am 15. August 1901, heißt es auf Seite 165:
"Wir erhielten kürzlich ein Probeblatt eines neuen Schriftsystems für Blinde, von welchem dessen Erfinder erwartet, dass es, sobald es allgemein bekannt sein wird, die gewöhnliche, jetzt gebräuchliche Brailleschrift ausstechen wird. Wie aus dem Namen hervorgeht, besteht es aus den bekannten sechs Braille-Punkten nebst zwei weiteren unten hingesetzten, welche es ermöglichen, viel mehr Schriftzeichen zu erhalten, als bei dem gegenwärtigen System. Diese hinzugekommenen Schriftzeichen werden von dem Erfinder benutzt, um eine Anzahl nützlicher und nicht wenige zweifelhafte Kürzungen darzustellen."
Als Hauptnachteil des neuen Systems gibt der leider nicht namentlich genannte Verfasser des Beitrages an, dass die acht Punkte nicht sofort mit der Fläche einer Fingerspitze zu ertasten sind. Außerdem gibt er zu bedenken, dass die Unterscheidbarkeit von oberen und unteren Punkten bei vier möglichen wesentlich schwieriger ist, als bei drei. Im letzten Abschnitt des Beitrages aus dem "Blindenfreund" heißt es dann:
"Wir haben die neue Schrift noch nicht unter den Händen gehabt, können uns aber kaum denken, dass sie solche Vorzüge haben kann, die jetzige siegreich aus dem Felde zu schlagen. Vermag sie das nicht, so könnte man ihre Erfindung nur bedauern, sie würde dann nur die Kurzschrift-Systeme um ein neues von sehr fraglichem Wert vermehren."
Soweit der Beitrag aus dem "Blindenfreund". Ich stelle ihn hier wertungsfrei vor, was mich daran fasziniert und auch veranlasst hat, ihn überhaupt zu erwähnen, ist die Tatsache, dass er auch noch nach hundert Jahren aktuell wirkt. Ich kann und will mich nicht in einen Streit unter Fachleuten einmischen, jede Seite hat kompetente Argumente für die eine bzw. die andere Position. Fest steht die Genialität der Erfindung Brailles und ich glaube auch nicht, dass irgendjemand die 6-Punkte-Schrift abschaffen möchte. Ich bin kein direkter Anwender der Blindenschrift, nur ein Vermittler und Freund. Ich denke, dass die Nutzer dieser Schrift, also blinde Leser, dass hervorragendste Recht haben, für ihre Schrift zu streiten und sie als ihr bestes Mobilitätsmittel zu verteidigen. Ich denke aber auch, dass wir manchmal auf den Blick von außen zu sensibel reagieren, dass uns mehr Gelassenheit und Vertrauen in das Tun anderer weiterhelfen würde. Kurz und gut, ich glaube, dass der in der Vergangenheit teilweise polemisch geführte Streit um sechs oder acht Punkte ein vernünftiges Ende finden wird. Bei Bedarf gibt es Einzellösungen. Besonders freuen würde es die DZB natürlich, wenn am Ende der Diskussion noch mehr junge Leser in der Punktschriftbibliothek zu finden sind.

Wie die Kriegsblindenbetreuung in Deutschland begann (Teil 1)

Dr. Werner Uhlig

Am besten wäre es ohne Frage, wenn es endlich keine neuen Kriegsblinden mehr gäbe. Aber der Soldat lebt gefährlich, zumal bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Blindgängerbomben und andere Fundmunition aus dem zweiten Weltkrieg haben auch nach 1945 und bis in unsere Tage beim Spielen der Kinder, bei Forst- und Bauarbeiten Menschen auf grausame Weise um ihr Sehvermögen gebracht. So sind persönliche Tragödien, wie sie ein Kriegsblinder und seine nächsten Angehörigen durchstehen müssen, noch immer nicht völlig auszuschließen.
Deutschland verfügt über eine gut entwickelte Kriegsblindenfürsorge. Selbst eine solche Institution aber unterscheidet 13 Jahre nach der Wiedervereinigung ungerechterweise noch immer zwischen westdeutschen und ostdeutschen Kriegsblinden. Seit 1916 haben die Kriegsblinden hierzulande ihren eigenen Verband. Es waren 37 Kriegsblinde aus Berliner Lazaretten, die am 5. März 1916 den "Bund der Kriegsblinden Deutschlands" gründeten. [BKD: 75 Jahre Bund der Kriegsblinden Deutschland e.V. 1916 - 1991, S. 10.]
In mehreren deutschen Städten begann etwa Mitte des ersten Weltkrieges die Errichtung von Umschulungs- und Ausbildungszentren für Kriegsblinde - nicht nur in Marburg und Berlin. Zuerst jedoch, und zwar bereits ab Ende 1914, sind es einige Ortsblindenvereine und der Reichsdeutsche Blindenverband sowie profilierte blinde Persönlichkeiten wie Dr. Lothar Gäbler-Knibbe, Dr. Rudolf Kramer, F.W. Vogel, Paul Reiner und Otto Vierling gewesen, die sich zielstrebig für das Zustandekommen der Deutschen Kriegsblindenfürsorge engagiert haben. Daran soll im Folgenden erinnert werden.
Die Betreuung der Kriegsblinden in Deutschland begann 1914 beim Verein der Blinden in Dresden und Umgegend. Leutnant a. D. Lothar Gäbler-Knibbe war einige Jahre vor dem ersten Weltkrieg erblindet und Mitglied dieses Vereins geworden. Als im Herbst 1914 Nachrichten von den ersten deutschen Kriegsblinden kamen, veranlasste das Gäbler-Knibbe, eine Eingabe an das sächsische und das preußische Kriegsministerium zu formulieren mit dem Vorschlag, Kriegsblinde in einem Lazarett zu sammeln. Noch während ihrer Heilbehandlung könnten dann die Verwundeten schon von erfahrenen Blinden mit der Blindenschrift und mit Blindenhilfsmitteln vertraut gemacht und zu ihren plötzlich völlig veränderten Lebensbedingungen beraten werden. Falls ein solches Lazarett in Dresden eingerichtet würde, erklärte sich Gäbler-Knibbe bereit, dort unentgeltlich diese Betreuungstätigkeit bei den Kriegsblinden zu übernehmen. [Aufruf für Kriegsblinde in "Die Blindenwelt" (weiterhin DBW) Nr. 12/1914, S. 15; Erste Mitteilung über den Beginn der Kriegsblindenbetreuung in Dresden: "Unsere erblindeten Krieger", DBW Nr. 1/1915, S. 10; Lothar Gäbler-Knibbe: "Vor zwanzig Jahren", DBW Nr. 9/1934, S. 242 - 244.]
Diesem Vorschlag wurde sofort entsprochen. In Dresden wurde ein Reservelazarett für Kriegsblinde eingerichtet, und zwar im Gebäude des König-Georg-Gymnasiums. DBW Nr. 1/1915, S. 10-11, berichtet hierüber:
"Zunächst waren es 5 Preußen und ein Bayer. Später kamen noch 2 Sachsen und ein Seesoldat hinzu; neu angemeldet sind 9 Mann, 3 Offiziere. Am 17. November konnte Leutnant G. mit seiner Tätigkeit beginnen. Schon heute sind recht gute Fortschritte zu verzeichnen. Außer im Lesen und Schreiben der Voll- und Kurzschrift mit Tafel und Maschine erhalten diese Mannschaften auch Anleitungen auf Kunzschen Karten und der Karte der Kriegsschauplätze. Auch im Peddigrohrflechten und Lautenspiel wird unterrichtet. Öftere Spaziergänge in der schönen Umgebung, Unterhaltungsspiele usw., sorgen für angenehme Abwechslung. Durch Hauskonzerte, Einladungen in Gesellschaften, unentgeltlichen Besuch der Kgl. Hofoper, der übrigen Theater und öffentlichen Konzerte werden ihnen willkommene musikalische Genüsse geboten. Im Lazarett selbst stehen den Kriegern die verschiedensten Musikinstrumente zur Verfügung, wie Klavier, Violinen, Mund- und Ziehharmonika, Flöten usw. Schließlich haben diese Soldaten auch Anschluss an den Verein der Blinden in Dresden und Umgegend, besuchen gern dessen Mitgliederversammlungen und wohnten auch seiner am 30. Dezember stattgefundenen Weihnachtsfeier bei, in welcher jeder einzelne von ihnen mit einem kleinen Geschenk bedacht wurde. Ihnen treu zur Seite stehen 6 Schwestern und Pflegerinnen, die sich in aufopfernder Liebe und Hingabe ihres Amtes widmen."
In der Dezembernummer der "Blindenwelt" von 1914 erschien der Aufruf: "Für im Kriege erblindete Soldaten suche ich einige gebrauchte, aber unbedingt gut laufende Pichtschreibmaschinen zu kaufen. Der gute Zweck bedingt niedrige Preisbemessung. Adressen mit Preisangabe und Beschreibung der Maschine erbeten an Leutnant a. D. Gäbler-Knibbe, Dresden, Eliasstr. 26."
Weil Otto Vierling in Dresden N., Moltkestr. 7, schon 1906 begonnen hatte, Blindenhilfsmittel zu beschaffen und zu vertreiben, weil Vierling schließlich auch Vorstandsmitglied im Verein der Blinden in Dresden und Umgegend gewesen ist, lag es nahe, dass Gäbler-Knibbe ihn in die Kriegsblindenbetreuung einbezog, und Vierling war sofort dazu bereit. Emil Falius aus Hamburg hat es anlässlich des 60. Geburtstages von Otto Vierling den Lesern der "Blindenwelt" wie folgt geschildert:
"Es kam der Weltkrieg. Vierling, im Überschwang vaterländischer Begeisterung, meldete sich freiwillig beim Roten Kreuz. Freilich hatte man zunächst keine Verwendung für ihn. Aber bald fand der rührige Mann ein Betätigungsfeld, indem er sich mit Rat und Tat der Kriegsblinden im Dresdner Lazarett annehmen konnte. Schon 1915 gelang es ihm, einen Kriegs- und einen Zivilblinden als Industriearbeiter unterzubringen. Die Feldzeugmeisterei Dresden beauftragte ihn offiziell mit der Beschaffung von Arbeitsplätzen für Blinde, besonders für Kriegsblinde, und die Kriegsblindenhilfe für Landheer und Flotte ernannte ihn zu ihrem Vertreter für Sachsen, ein Amt, das er bis zur Gründung der eigenen Organisation der Kriegsblinden verwaltet hat."
[Emil Falius: Otto Vierling 60 Jahre alt, DBW Nr. 9/1938, S. 234.]
Das Dresdner Kriegsblindenlazarett erwies sich von seiner Kapazität her sehr bald überfordert. Es mussten weitere Lazarette für Kriegsblinde geschaffen werden. So boten sich z. B. in Chemnitz vergleichsweise größere Möglichkeiten für Umschulung oder neue Berufsausbildung, weil sich dort die Landesblindenanstalt befand. Am 7. Dezember 1914 teilte das sächsische Ministerium des Innern, Abteilung für Landesanstalten, dem Kriegsministerium mit:
"Es ist geboten, die erblindeten Krieger schon im Lazarett darüber aufzuklären, wie auch erwachsene Erblindete durch geeignete Lehrkräfte soweit gefördert werden können, dass sie in verhältnismäßig kurzer Zeit die Blindenschrift lesen und schreiben lernen und durch Ausbildung in einem Handwerk zu neuer Erwerbstätigkeit gelangen. Erblindete Krieger können jederzeit Aufnahme in der Landesblindenanstalt zu Chemnitz-Altendorf finden und dort, wo auch durch Vermittlung der Anstaltsdirektion in geeigneten Fällen außerhalb der Anstalt durch ehemalige Anstaltszöglinge Unterricht im Lesen und Schreiben der Blindenschrift sowie im Rohrstuhlflechten erhalten. Die Ausbildung in der Korbmacherei, in der Seilerei und im Klavierstimmern ist nur in der Anstalt möglich. Der tägliche Verpflegungssatz beträgt nur 1 M 25 Pfg. Alle näheren Anfragen sowie Aufnahmeanträge sind an die Direktion der Landeserziehungsanstalt Chemnitz zu richten."
["Kriegsblindenfürsorge in Sachsen", DBW Nr. 9/1915, S. 138.]
Hieraus geht indirekt hervor, dass auch der Blindenverein von Chemnitz und Umgegend von Kriegsbeginn an für Belange Kriegsblinder eintrat. Direkt wird es ersichtlich, wenn es im Jahresbericht von 1916 des Blindenvereins von Chemnitz und Umgegend heißt, "dass dem Verein 126 Mitglieder angehören, darunter zwei Kriegsblinde." Der Bericht ist auf der Generalversammlung des Vereins am 4. März 1917 von seinem Vorsitzenden, dem blinden Opernsänger Ernst Baer, Chemnitz, Brühl 57, erstattet worden. [Ernst Baer: "Der Blindenverein für Chemnitz und Umgegend", DBW Nr. 5/1917, S. 73.]
Im März 1915 beschloss der Vorstand der Blindenvereinigung von Leipzig, die ebenso wie die Chemnitzer und Dresdner Blinden über einen beliebten Chor und auch eine Rezitatorengruppe verfügte, ein öffentliches Konzert zugunsten von Kriegsblinden aufzuführen. Bei ausverkauftem Saal trat am 21. April 1915 der Leipziger Blindenchor auf, und als Solisten wirkten mit: Fräulein Gertrud Hügel (Gesang), der Klaviervirtuose Hermann Kögler, der später als blinder Toningenieur beim Sender Leipzig angestellt war, und Otto Portmann als Rezitator. Die Organisation einschließlich des Verkaufs der Eintrittskarten lag in den Händen von Fräulein Martha Mannschatz. Bei diesem Konzert wurden 638,50 Mark eingenommen, die als Freistellen für Kriegsblinde im Blindenerholungsheim Grimma verwandt wurden. [DBW Nr. 9/1915, S. 140f.]

- Fortsetzung in der nächsten Ausgabe -

Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Vermischtes

Angelika Müller (Punktschriftbibliothek)

Für die heutige Ausgabe möchte ich Ihnen querbeet einige Titel aus verschiedenen Literaturbereichen ins Bewusstsein rufen.
Da wäre zum Beispiel eine Märchensammlung aus Indien. In Persien ist sie bekannt unter dem Titel "Tuti nameh" und unsere Ausgabe Beruht auf einer türkischen Version aus dem 15. Jahrhundert. In der Rahmenhandlung vertraut ein Kaufmann, der sich auf eine weite Reise begeben muss, die Aufsicht über seine junge, lebensfrohe Frau einem sprechenden, weisen Papagei an. Die Frau möchte die Abwesenheit ihres Mannes nutzen, um sich mit einem Nachbarn zu vergnügen. Doch an ihrem Vorhaben wird sie Abend für Abend vom Papagei gehindert, der ihr spannende, lehrreiche und mit Versen und Rätseln durchsetzte Geschichten erzählt. Nach ungefähr siebzig erzählten Geschichten kehrt der Ehemann von seiner Reise heim. Diese berühmte orientalische Märchensammlung ähnelt den "Märchen aus Tausendundeiner Nacht":
Das Papageienbuch. 5 Bände, kh,
Bestellnummer: 4538
Ein ganz anders geartetes Werk ist die "Lebensbeichte des Francois Villon". Bei uns in der Übersetzung von Martin Remané in einer Ausgabe des Aufbau-Verlages.
Villon lebte im Mittelalter und war der erste wirklich moderne Dichter Frankreichs. In erschütternd aufrichtigen Versen beschreibt er die damalige Gesellschaft, sein "lasterhaftes" Leben und rührt an den Grundfragen des Daseins:
Villon, Francois: Die Lebensbeichte des Francois Villon.
3 Bände, rkh, Bestellnummer: 6107
Zuletzt nenne ich noch den Roman "Der hinkende Teufel" von Alain-René Lesage aus dem 18. Jahrhundert, der seinerzeit eine ganze Literaturmode damit initiiert hat. Ein armer Student findet eine Flasche, in der ein Teufel gefangen ist. Er öffnet die Flasche und befreit damit den Teufel. Zum Dank für die Befreiung hebt der Dämon von allen Häusern der Stadt Paris die Dächer ab und zeigt dem Studenten die mannigfaltigsten Schicksale und Geschichten. Dieser Roman stellt einen wahren Spiegel seiner Zeit dar.
Lesage, A.R.: Der hinkende Teufel.
5 Bände, kh, Bestellnummer: 4806
 

Helmuth Graf von Moltke: "Unter dem Halbmond"

Jörg Klemm (Hörbücherei)

Die vorliegende Ausgabe erschien 1988 im Verlag Neues Leben zu Berlin und steht seit 1989 der Hörbuchausleihe zur Verfügung.
Helmuth Graf von Moltke wurde am 26. 10. 1800 in Parchim geboren und starb am 24. 04. 1891 in Berlin. Seit 1819 war er dänischer Offizier, seit 1822 stand er in preußischen, von 1835 - 1839 in türkischen Diensten. Nach 1840 durchlief er die Generalstabslaufbahn. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 war Graf von Moltke Generalstabschef des Oberbefehlshabers der preußisch-öster-reichischen Armee, im Deutschen Krieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gab er alle Weisungen für die Heeresführung. Er arbeitete als Militärstratege und war Abgeordneter im preußischen Herrenhaus.
Doch nun zum Buch. Durch eine Kabinettsorder des preußischen Königs Wilhelm III. wurde Moltke als Instrukteur der türkischen Truppen 1835 nach Konstantinopel kommandiert, um ein Heer nach europäischem Muster zu schaffen, das den Bestand des Osmanischen Reiches sichern sollte. In der Türkei angelangt, stieß er auf abenteuerliche Verhältnisse. Der türkische Sultan Mahmud II. glaubte, mit preußischer Hilfe die rebellischen Kurden niederhalten und die an den abtrünnigen Pascha von Ägypten Mehmed Ali verlorenen Provinzen wiedergewinnen zu können. Bei seiner Beratertätigkeit bis 1839 bereiste Graf Moltke die Dardanellen, um Vorschläge für ihre Befestigung zu machen, Kleinasien, die europäische Türkei, Bulgarien, die Dobrudscha, wurde Berater der Taurus-Armee, durchquerte Ost-Anatolien, Nord-Syrien und Mesopotamien und fuhr auf einem Floß aus Schaf- und Ziegenhäuten den Tigris hinab. Und er erlebte seine erste Schlacht, die gegen seinen Rat angenommen und verloren wurde: Das durch Seuchen dezimierte Heer der Türken, dessen zum Dienst gepresste Soldaten bei jeder Gelegenheit desertierten, wurde innerhalb weniger Stunden am Fuße der Hügel von Nisib vernichtet.
Über seine Erlebnisse berichtet er in seinen "Briefen aus der Türkei", die ein einzigartiges Dokument von hohem literarischen Wert über den Untergang des großen Osmanischen Reiches im Spannungsfeld der Großmächte darstellen.
Der Sprecher ist Bernhard Scheller. 9 Kass. Bestellnummer: 6695.

Autorenporträt

Alexandre Dumas d. Ä.

Tränen tropften aufs Papier. Als der Schreibtischtäter Alexandre Dumas seinen Porthos sterben ließ, soll er geweint haben. Der Musketier kommt zu Tode, als er mit Aramis von Belle-Ile flüchtet. An dem sorglos lebenslustigen Soldaten der königlichen Garde hing Dumas der Ältere, heißt es, besonders. Wohl deshalb, weil der neben d'Artagnan viel von der Lebens-Art seines literarischen Erfinders hatte: Sein Geld verschleuderte der Schriftsteller mit vollen Händen, er war bekannt als spendabler Gastgeber rauschender Feste. Jedes seiner Bücher wurde zur Finanzspritze für seine Orgien.
Heute, 200 Jahre nach seiner Geburt, feiert ihn die Welt. Dumas, der am 24. Juli 1802 in Villers-Cotterets nördlich von Paris als Sohn eines Generals von Bonaparte und Enkel einer schwarzen Sklavin geboren wurde, gilt mit seinem "Henri III. et sa cour" (1829) als Autor des ersten romantischen Dramas in Frankreich. Dennoch hat es bis in die Gegenwart gedauert, bis sich die Scharfrichter der Literatur erbarmten, den Romancier in den Olymp der Zunft aufzunehmen. Lange mokierten sich Kritiker über dessen weichgezeichnete Mantel- und Degen-Panoramen. Die Kollegen sahen es ähnlich: Schon Zeitgenosse Balzac wollte nicht mit "diesem Neger" verglichen werden.
Ja, erst den 200. des Landsmanns nahm Staatspräsident Chirac zum Anlass, die Asche des berühmten Sohns von Paris ins Pantheon überführen zu lassen. Neben Größen wie Voltaire, Rousseau und Hugo. Letzterer übrigens war nicht nur einer der Kritiker, sondern auch Dumas' bester Freund. Er gehörte zu den verbannten Schriftstellern, denen er während des Exils in Belgien eine Tafel mit warmem Essen einrichten ließ. Der Vater der Musketiere beteiligte sich auch selbst an der Julirevolution (1814-1830) und stürmte mit einem Vertrauten einen Pulverturm vor Paris.
Bereits früh hatte sich der genusssüchtige Tagträumer für Theater und Literatur interessiert. In seiner Zeit als Angestellter des Herzogs von Orléans las er sich durch dessen riesige Bibliothek. Er stand leibhaftig für die Maxime, die der junge d'Artagnan vom Vater mit auf den Weg bekam: "Gehe keiner Gelegenheit aus dem Weg, suche das Abenteuer." Wohl der tragende Grund dafür, dass der Autor wie der Mensch Dumas keine Grenzen kannte: Er schrieb im Akkord, er duellierte sich - der Ehre wegen, er bugsierte sich direkt in den Ruin. Seine vielen Mätressen versorgte der Salonlöwe mit Wohnungen und Pensionen. Die letzten Jahre vor dem Ende am 5. Dezember 1870 brachte er mit leeren Schatullen bei seinem Sohn zu, Alexandre Dumas dem Jüngeren, der mit seiner "Kameliendame" ebenfalls weltweiten Ruhm einfuhr.
Selbst unter Lesemuffeln ist Dumas père eine Ikone, nicht zuletzt durch 'zig Verfilmungen seiner "Musketiere". Ganz zu schweigen von seinem zweiten Werk für die Ewigkeit: "Der Graf von Monte Christo". Es gibt vermutlich keine Generation, die jene geheimnisvolle Geschichte um Edmond Dantès nicht fasziniert hat: Ein junger Mann verbringt als Opfer eines politischen Komplotts zu Unrecht viele Jahre im Kerker. Als alle ihn längst für tot halten, kehrt er unerkannt als steinreicher Graf zurück - und rächt sich an den Verrätern.
Auch Dumas' "Bartholomäusnacht" hat's zur Verfilmung gebracht. Die frühen Dramen jedoch sind zum Geheimtipp geworden. Neben jenem "Henri III. ..." auch "Christine" (1830) und "Antony" (1831), wie die Reiseberichte, Sachbücher, Gedichte und Kurzgeschichten. Allein wahre Dumas-Verehrer wissen um die "Musketier"-Fortsetzungen, die der clevere Monsieur nach dem überwältigenden Erfolg des ersten Romans geschrieben hatte: "Zwanzig Jahre danach" und "Der Vicomte de Bragelonne oder Zehn Jahre später". Alles andere als müde Blaupausen und doch derzeit nur im Antiquariat zu haben.
"Zieht blank"! also als Appell an die Adresse derer, die die legendären Leibgardisten des Königs reduzieren wollen auf den Werbeclip für Schoko-Haselnusswaffeln oder die viel zitierte Losung "Einer für alle, alle für einen". Denn D´Artagnan und all die anderen stehen durchaus für mehr. Für Abenteuer-Literatur, die ebenso spannend wie sensibel, leidenschaftlich und humorvoll ist. Die in geradezu biblisch strenger Weise auf gut und böse, gerecht und ungerecht besteht. Und über all dem für einen Mann, der sich selbst in seinen Büchern lebte: Alexandre Dumas. Eine Romanfigur.
[Quelle: Mark Daniel: Lebte wie die Helden seiner Romane - Alexandre Dumas. Leipziger Volkszeitung]

Bücher von Alexandre Dumas d. Ä. in der DZB:
 
Die Dame mit dem Samthalsband.
4 Bände, Vollschrift, BNA 8119

DIE DREI MUSKETIERE
Bd. I.: Die drei Musketiere.
Spr.: Karin Buchali. 10 Kass. 1208
7 Bände, Kurzschrift, BNA 5333
Bd. II: Zwanzig Jahre später.
Spr.: Walter Niklaus. 16 Kass. 3641
Bd. III: Der Vicomte de Bragelonne.
Spr.: Burkhard Behnke. 26 Kass. 2946

DER GRAF VON MONTE CHRISTO
Bd. I.
Spr.: Siegfried Loyda. 12 Kass. 851
8 Bände, Kurzschrift, BNA 6719
Bd. II.
Spr.: Siegfried Loyda. 13 Kass. 852
8 Bände, Kurzschrift, BNA 6720

Die Königin Margot.
(Die Bartholomäusnacht)
Spr.: Antje von der Ahe. 18 Kass. 1396
13 Bände, Kurzschrift, BNA 2377

"MEMOIREN EINES ARZTES"
Bd. I. Der Ratschluss des Magiers.
Spr.: Roland Kurzweg. 17 Kass. 5379
Bd. II. Das Halsband der Königin.
Spr.: Gisela Seifert. 6 Kass. 4850
Bd. III. Ange Pitou.
Spr.: Michael May. 10 Kass. 7591
Bd. IV. Die Gräfin von Charny.
in Prod.

Reise durch Russland.
9 Bände, Kurzschrift, BNA 5135
 

Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.

Wir setzen heute fort mit Position
Nr. 48: J.-P. Sartre: Der Existenzialismus ist ein Humanismus. (1946)
Nr. 49: B. Spock: Säuglings- und Kinderpflege. (1946)
Nr. 50:

Albert Camus: Die Pest

(1947)
In der DZB als Hörbuch ausleihbar:
8 Kass., Sprecher: Fred Alexander, 1678
und in Punktschrift:
3 Bände, rkzp., BNA 4098.

Der französische Schriftsteller Albert Camus wurde am 7. November 1913 in Mondovi (Algerien) geboren und starb durch einen Autounfall am 4. Januar 1960.
Trotz des mittellosen Elternhauses (der aus dem Elsass stammende Vater und die spanische Mutter lebten als europäische Einwanderer in Algerien) konnte Camus Dank eines Stipendiums das Gymnasium besuchen. Nach einer Tuberkuloseerkrankung Studium der Philosophie in Algier, Promotion, dann tätig als Schauspieler und Bühnenautor. Reisen führten ihn nach Afrika, Spanien, Italien, Tschechoslowakei. Während des 2. Weltkrieges Angehöriger der Resistance. 1957 Nobelpreis für Literatur. Zuletzt Verlagsleiter bei Gallimard.
Im Mittelpunkt von Camus' Werk steht die Frage nach dem Sinn des Lebens, die sich dem Menschen angesichts der Unausweichlichkeit des Todes stellt und aus seiner Sehnsucht nach einer Moral erwächst, die nicht von einer übergeordneten Ideologie abhängt. Das Absurde der menschlichen Existenz besteht für Camus im Widerspruch zwischen der offensichtlichen Sinnlosigkeit des Lebens und dem unauslöschlichen Bestreben, einen Sinn zu finden. Nach Jugendwerken verkörpert er seine Idee des Absurden in Figuren wie Caligula, der nach dem Erlebnis der Absurdität in despotischer Grausamkeit das Unmögliche zu erreichen sucht. In späteren Werken entwickelt er eine Ethik aus einer Revoltehaltung gegen die Absurdität, indem er nach kritischer Auseinandersetzung mit Christentum, Mythen und Ideologien eine echte Bewältigung der Daseinsabsurdität fordert. Diese Möglichkeit sieht er gegeben in opferbereitem Einsatz für die, die nicht aus eigener Kraft ihr Glück verwirklichen können. Dichterischer gestaltet ist der Gedanke der Solidarität im Symbolroman "Die Pest" in der Figur des Arztes Rieux.
Der Roman "Die Pest" erschien 1947. In ihm versucht Camus das Konzept der Absurdität zu modifizieren, indem er die Tat als eine Möglichkeit darstellt, gegen die Sinnlosigkeit des Lebens anzukämpfen. Dabei wurden auch die Erfahrungen der Résistance verarbeitet:
In der fiktiven Stadt Oran treten Symptome einer Seuche auf, die zunächst nicht ernst genommen werden. Erst, nachdem die Pest schon mehrere Todesopfer gefordert hat, setzt der Kampf gegen die Seuche ein. Hauptperson ist der Arzt Bernard Rieux, der fiktive Verfasser des Romans, der mit aller Kraft gegen die Pest kämpft und auch nicht aufgibt, als seine Frau stirbt. Ihm zur Seite stehen verschiedene Menschentypen mit höchst unterschiedlichem Verhalten: ein Idealist, der vom distanzierten Beobachter zum tätigen Helfer wird, ein Journalist, der zunächst nur an Flucht denkt, dann aber ebenfalls zum Helfer wird, ein Geistlicher, der die Pest zunächst als gottgewollt betrachtet, nach dem Tod eines unschuldigen Kindes aber von seinem Glauben abfällt, und auch ein Krimineller, der sich zunächst aufgrund des Ausbruchs der Seuche einer Strafverfolgung entziehen kann, später aber von der Polizei erschossen wird. - An diesen Typen werden Verhaltensweisen von Menschen deutlich, die unter einer tödlichen Bedrohung stehen. Diese Bedrohung kann nur durch alltägliche, über das eigene Schicksal hinausgehende Pflichterfüllung überwunden werden.
"Camus fordert nach kritischer Auseinandersetzung mit Christentum, Mythen und Ideologien eine echte Bewältigung der Daseinsabsurdität. Diese Möglichkeit sieht er gegeben in opferbereitem Einsatz für die, die nicht aus eigener Kraft ihr Glück verwirklichen können. Dichterisch hat er diesen Gedanken der Solidarität im Symbolroman 'Die Pest' in der Figur des Arztes Rieux gestaltet."
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur]

In der DZB können Sie Camus' theoretisches Werk über das Absurde in Punktschrift ausleihen:

Der Mythos von Sisyphos:
ein Versuch über das Absurde.
2 Bände, Kurzschrift, BNA 4404

LOUIS

(Leipziger Online Unterstützungs- und Informationsservice für Sehgeschädigte)
Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

DAISY-Produktionen auf handelsüblichen Wiedergabegeräten abspielen - wie geht das?

Bisher habe ich mich in verschiedenen Beiträgen zur Wiedergabemöglichkeit von DAISY-Hörbüchern bzw. -zeitschriften mit Computerprogrammen und Spezialabspielgeräten, wie Victor und Plextalk, beschäftigt. Heute möchte ich auf den Bereich der handelsüblichen Abspielgeräte eingehen. Zu Beginn gleich generell gesagt: Auch hier gibt es Positives und Negatives. Zum Positiven zählt, dass diese Geräte klein, leicht und nicht so teuer wie die Spezialisten sind. Zum Negativen gehört vor allem, dass ein komfortables Springen in der hierarchischen Struktur der DAISY-Produktion nicht möglich ist und eingebaute Lautsprecher in den Geräten fehlen. Dennoch kann ein handelsüblicher Player in Abhängigkeit von den Anforderungen des jeweiligen Nutzers an das Gerät sinnvoll sein.
Damit handelsübliche Player nicht nur Musik-, sondern auch Wort-CDs, also auch DAISY, abspielen können und der Nutzer des Gerätes dabei seine Freude hat, sollte ein Player über die nachfolgenden zwei Funktionseigenschaften verfügen:
  1. das Wiedergeben des heute üblichen mp3-Standards und
  2. eine Resume-Funktion: das Merken und Wiederauffinden der Stelle im Buch, an welcher unterbrochen wurde; dies auch dann, wenn zwischen mehreren CDs ein Wechsel erfolgt ist.
Die Fähigkeit, mp3-Titel abzuspielen, besitzen inzwischen viele Geräte. Anders sieht es mit der Merkfunktion aus. Hier gibt es zwar eine ganze Reihe von Geräten, die diese Resume-Funktion beinhalten, jedoch merkt sich der Spieler die Abbruchstelle lediglich einer CD, und dies oft auch nur dann, wenn die CD-Klappe bzw. der Schacht nicht geöffnet worden ist. Das bedeutet, will man z. B. zwischen einer Musik- und DAISY-CD wechseln und dabei nicht immer wieder am Beginn der jeweiligen CD einsetzen, sondern an der zuvor unterbrochenen Stelle, dann gelingt das nur mit einem Abspielgerät, welches sich die Abbruchstellen mehrerer CDs merken kann.
Ich hatte mit einem Praktikanten die Gelegenheit, bei Saturn im Hauptbahnhof Leipzig in mehreren Gesprächen die Anforderungen blinder Nutzer an Abspielgeräte zu diskutieren. Dabei stellte sich heraus, dass die Merkfunktion über mehrere CDs nur bei wenigen Geräten vorhanden ist bzw. über Umwege erreicht wird. Auf diese Weise fielen z. B. die sonst als gut eingeschätzten portablen CD-mp3-Player von Philips (Typ EXP 211 und 301) durch, da sich diese Geräte, wie so manche andere, nur die Abbruchstelle einer CD merken konnten. Bei stationären Geräten musste nach Aussage von Saturn gänzlich gepasst werden. Auch DVD-Player lassen in aller Regel eine solche umfassende Merkfunktion bei mp3-Titeln vermissen, was jedoch beim Abspielen von DVD funktioniert. Durch die aktive Mithilfe von Saturn im Hauptbahnhof, wofür ich herzlich Dank sagen möchte, war es möglich, aus dem dortigen Angebot einen portablen CD-mp3-Player herauszufinden, der, zwar über Umwege, jedoch die beiden oben genannten Funktionseigenschaften besitzt.
Außerdem fanden und testeten wir zwei portable CD-mp3-Player anderer Anbieter, welche ebenfalls empfehlenswert sind. Diese drei Abspielgeräte möchte ich nachfolgend kurz vorstellen:
  1. Philips, Expanium EXP 511 (im Fachhandel erhältlich, bei Saturn für ca. 180 EURO): die Abgrenzung von Taste zu Taste auf der Geräteoberseite schlecht fühlbar (sollte mindestens an den wichtigsten Tasten mit tastbarer Markierung versehen werden), besitzt Favoritenfunktion, mit deren Hilfe bis zu 2.000 Lesezeichen auf mehreren CDs gesetzt und abgerufen werden können (über zwei Favoritentasten und die beiden Skiptasten), Akkus im Gerät aufladbar;
  2. Iriver, IMP 150 ChromeX (erhältlich beim Hilfsmittelversand Viersinn gGmbH für ca. 180 EURO - Anschrift am Schluss der Aufstellung): Bedientasten zueinander abgesetzt und gut fühlbar, verfügt über Merkfunktion bis zu zehn verschiedener CDs, hat einen Betriebsmodus "Beep", insbesondere für blinde Nutzer, welcher das Arbeiten mit Lesezeichen sehr erleichtert, Akkus im Gerät nicht aufladbar, Bedienungsanleitung auf Kassette und als Datei verfügbar;
  3. Sonicblue, Rio Volt SP 250 (bei Promarkt unter: www.promarkt.de oder Tel.: 0180 5999655, ca. 270 EURO): Bedientasten nur teilweise voneinander fühlbar getrennt, die Hauptfunktionen als Joypad gestaltet (ein Kreis, der an vier Randpositionen beide Skiptasten, Start und Stop vereinigt, gewöhnungsbedürftig), verfügt über UKW-Radio, Merkfunktion bis zu zehn verschiedener CDs, Akkus im Gerät aufladbar.

Die Firma Marland Versand bietet auch einen portablen Cd-MP3-Player, Typ Rio Volt SP 90 von Sonicblue, für ca. 140 EURO an. Dieser ist verwandt mit dem oben aufgeführten Rio Volt SP 250, wobei das Marland-Gerät sich leider nur die Abbruchstelle auf einer CD merken kann.
Die Bedienungsanleitung des IMP 150 ChromeX von Iriver ist in akustischer Form auf Kassette beim Viersinn-Versand im Lieferumfang enthalten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, diese Anleitung als Textdatei aus dem Internet unter www.iscb.de/audio herunterzuladen oder sie bei mir unter Zusendung einer Diskette anzufordern. Für blinde Nutzer eines CD-mp3-Players ist das Gerät von Viersinn am empfehlenswertesten, wobei Philips 511 und Rio 250 auch bedienbar sind. Die Anschrift der Viersinn-Gesellschaft lautet:

Viersinn gGmbH
Hilfen für Behinderte
Waldseer Straße 15
D-88250 Weingarten
Telefon 0751 56150-0
Telefax 0751 56150-19
Internet: www.viersinn.de
Email: info@viersinn.de

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Hören von DAISY-Büchern. Wenn Sie Fragen bzw. Hinweise haben, so stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Info-Service

Kataloge der Punktschriftausleihe

[Jörg Klemm]
Die folgenden Kataloge der Punktschriftausleihe stehen ab sofort im Internet zum Herunterladen bereit:
  1. Nachtrag 2000
  2. Nachtrag 2001 (alle Genres)
  3. Katalog Belletristik/Vollschrift

Weitere Kataloge sind in Arbeit. Der letztgenannte Katalog wird zurzeit in Punktschrift übertragen und auch in Schwarzschrift erhältlich sein. Die Nachträge sind bereits in diesen Editionsformen vorhanden.

Lektüre zu aktuellen Film-Highlights

"Harry Potter und die Kammer des Schreckens" von Joanne K. Rowling
Ein grauenhaftes Etwas treibt sein Unwesen in den Gemäuern von Hogwarts - ein Ungeheuer, für das niemand, nicht einmal der mächtigste Zauberer, eine Erklärung findet. - 4 Bände, Blindenkurzschrift / reformierte Rechtschreibung,
Bestellnummer 3232; nur 44,99 €!
Ergänzungsliteratur zu Harry Potter: Harry Potters Schulbücher in Brailleschrift - unbedingte Pflichtlektüre für alle die wissen wollen, womit sich ein Zauberlehrling in seinen Hausaufgaben so herumzuschlagen hat:
"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von Newt Scamander. Sonderausgabe mit einem Vorwort von Albus Dumbledore.
Eine Ausgabe dieses wichtigen Lehrbuches liegt in fast jedem Zaubererhaushalt des Landes. Nun haben auch die Muggel die Gelegenheit herauszufinden, wo der Quintaped lebt, was der Knuddelmuff frisst und warum man dem Knarl lieber keine Milch hinstellen sollte. - 1 Bd., Blindenkurzschrift / reformierte Rechtschreibung, Bestellnummer 3422, nur 17,90 €!
"Quidditch im Wandel der Zeiten" von Kennilworthy Whisp.
Wer sich je gefragt hat, woher der Goldene Schnatz stammt, wie die Klatscher ins Spiel kamen oder weshalb auf den Umhängen der Wigtown Wanderers ein Fleischerbeil prangt, der sollte zu diesem Nachdruck eines Bandes aus der Schulbibliothek von Hogwarts greifen. Eines der Lieblingsbücher von Zauber-lehrling Harry Potter! - 1 Bd., Blindenkurzschrift / reformierte Rechtschreibung, Bestellnummer 3423, nur 17,90 €!
(Zur Erinnerung: In der DZB gibt es auch den ersten und dritten Teil der Abenteuer Harry Potters!)

"Der Herr der Ringe"-Trilogie von John Ronald Reuel Tolkien:
Zweiter Teil: Die zwei Türme.
Menschen und Zwerge, Elfen und Baumgeister, Dämonen, Ungeheuer und Magier nehmen Teil am Kampf um Mittelerde. 4 Bände, Blindenkurzschrift, Bestellnummer 3559, 81,80 €

Auskunft zur Riester-Rente

Die BfA erteilt kostenlos Auskunft, z.B. über die Riesterrente, unter folgender Tel.-Nr.:
080 03331919 oder
www.bfa-berlin.de.
In der Zeit Mo.-Do. 9.00 - 19.30 Uhr
und Fr. 9.00 - 13.00 Uhr.

Blindenarbeitsplatz

Zur besseren Integration von Blinden und Sehschwachen bietet die Universitätsbibliothek Leipzig ab sofort die Möglichkeit, an einem Blindenarbeitsplatz Zugang zum Bestand der Bibliothek zu erhalten. Dieser Arbeitsplatz befindet sich in der Hauptbibliothek, Bibliotheca Albertina, und ist in einem separaten Raum im 2. OG West nutzbar. Folgendes Komplettsystem für Blinde und Sehbehinderte wird zur Verfügung gestellt:
Sprachausgabe des Bildschirminhalts
Scanner zur Texterkennung
Großschriftprogramm
Braille-Zeile
Monitor (22 Zoll)
PC: Pentium IV, 1,7 GHZ, 512 MB RAM, DVD-Laufwerk, Sound- und Grafikkarte
Braille-Drucker
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 9 - 21 Uhr
Sonnabend 9 - 17 Uhr
Ansprechpartnerin für weitere Informationen ist Frau Täschner,
Tel.: 0341 9730504,
E-mail: taeschner@ub.uni-leipzig.de

Integrativer Begleiter durch den Zoo

[blip vom 13.11.02]
Der Münchener Tierpark Hellabrunn hält für blinde und sehbehinderte Besucher eine Broschüre bereit, in der eine Auswahl von Tieren vorgestellt wird. Die tastbaren Abbildungen sind mit farbigen Bildern hinterlegt; die Texte sind in Blinden-Vollschrift und großer Druckschrift ausgeführt. Damit können Blinde und Sehende das Heft gemeinsam nutzen. Es kann an den Eingangskassen ausgeliehen werden. Zoo-Information gibt es unter Telefon 089 625080.
E-Mail: office@zoo-munich.de.
Internet: www.tierpark-hellabrunn.de.

"Augenpatient" im Internet

[blip vom 13.11.02]
Das Team der Hörzeitung Retina-Gespräch hat einen Teil seines Ton-Archivs ins Internet gestellt. Hier stehen Referate zu medizinischen Themen "rund ums Auge" zum Herunterladen bereit. Die Homepage enthält außerdem Hinweise und Anregungen zu anderen Sachgebieten, die Blinde und Sehbehinderte betreffen. Internet: www.augenpatient.de.

Kleinanzeigen-Pinnwand online - vor allem für Blinde

[blip vom 13. 11. 02]
Ein neues Internetangebot soll es blinden und sehbehinderten Internetbenutzern ermöglichen, Anzeigen zu verschiedenen Gebieten ohne technische Probleme zu lesen und auch selbst aufzugeben. Die zur Benutzung notwendige Registrierung ist in der Anlaufphase noch ohne Kosten möglich.
Internet: www.pinwand-online.de.

Bücherfrühling 2003: Vom stillen Wirken der Übersetzer

[blip vom 13. 11. 02]
Der fünfte Boltenhagener Bücherfrühling vom 9. bis 12. April 2003 wird sich vor allem mit der Arbeit der Übersetzer befassen. Einige von ihnen werden an Werkstattgesprächen teilnehmen und Proben ihrer Arbeit vorstellen. Für die Veranstaltung in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ist frühzeitige Anmeldung ratsam. Veranstaltungsort ist das Aura-Hotel "Haus Seeschlösschen" in Boltenhagen/Ostsee. Inhaltliche Auskünfte gibt Dr. Jürgen Trinkus,
Telefon: 04347 909811.
E-Mail: trinkus-mv@t-online.de.
Internet: www.klangkontext.de.

Seminare 2003 im Storchennest

- "Gartenfreunde treffen sich"
28. 04. - 03. 05.
26. 05. - 20. 05.
01. 07. - 05. 07.
- "Hilf dir selbst durch Kneipp & Co."
05. 04. - 11. 04.
- für Landschaftsplaner und
Landschaftsgärtner"
03. 03. - 05. 03.
03. 11. - 05. 11.
- für Interessierte und Einsteiger
(über Taubblindheit und ihre Folgen)
11. 04. - 13. 04.
31. 10. - 02. 11.
- "Das Zeugnis der Bibel in Krankheit
und Leid"
27. 01. - 31. 01.
20. 10. - 24. 10.
Nähere Auskünfte: Tel. 03528 4397-0

Lehrgänge des DBBW

PC-Einführungskurs für Senioren
5. 5. - 11. 5. in Timmendorfer Strand;
881 €, Anmeldeschluss: 28. 2.
Reparaturen im Haushalt und kleine Werkzeugkunde
18. 5. - 24. 5. in Gallspach/Oberösterreich;
600 €, Anmeldeschluss: 31. 3.
Beraten will gelernt sein - Einführung in die Gesprächsführung
16. 5. - 18. 5. in Mündersbach,
360 €, Anmeldeschluss: 31. 3.
Vogelkundliches Seminar - Kennen lernen von Vogelstimmen
29. 5 - 1. 6. in Mündersbach;
252 €, Anmeldeschluss: 18. 4.
Word Aufbaukurs
14. 6. - 21. 6. in Saulgrub;
875 €, Anmeldeschluss: 30. 4.
Kontaktadresse:
DBBW - Deutsches
Blindenbildungswerk gGmbH
Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein
Tel.: 07621 799230; Fax: 07621 799231
E-Mail: info@dbbw.de; www.dbbw.de

Impressum

Erscheint zweimonatlich in Blindenkurzschrift, auf Kassette (Jahresabo. je 7,67 €) und in Schwarzschrift (Jahresabo. 12,27 €). Kostenlose Beilage: "Leipziger Bücherliste".
Bestellungen nehmen wir das ganze Jahr über an. Wir berechnen keine Mehrwertsteuer. Das Abonnement gilt weiterhin, wenn nicht 3 Monate vor Ablauf des Kalenderjahres gekündigt wird.
Herausgeber, Verlag und Druck:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde
zu Leipzig (DZB),
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig,
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel. 0341 7113 - 0, Fax: 0341 7113 - 125
E-Mail: info@dzb.de, www.dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse, Tel. 0341 7113 - 135
Abonnements, Anzeigen:
Sylvia Thormann, Tel. 0341 7113 - 120.
Spendenkonto-Nr.: 1100491100
BLZ: 86055592
Stadtsparkasse Leipzig

DZB 2003