DZB-NACHRICHTEN
 Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 5 / 2003
September / Oktober 13. Jahrgang

Inhalt

Vorbemerkung
Postecke
Einblicke
    Die Mediziner kommen
    Blindengeld bundesweit bedroht
    Flugblatt Bremen
Zeitschriftenangebot 2004
    Hörzeitschriften
    Punktschriftzeitschriften
Ein ganzes Jahrhundert zum Nachschlagen
Die Kramkiste
    Elisabeth Hering: »Schatten Gottes auf Erden«
    Thomas Mann: »Buddenbrooks« 
Autorenporträt 
    Irmtraud Morgner 
Bücher des Jahrhunderts 
    Jerome David Salinger: »Der Fänger im Roggen« 
LOUIS 
    Die Digitale Bibliothek - ein umfangreiches Sortiment an Nachschlagewerken auf CD-ROM auch für
    Blinde nutzbar? 
Info-Service 
    Erhebt die DZB Mehrwertsteuer? 
    Kassette Nr. 0 
    Aktion Mensch: Das Magazin kommt auf Cassette 
    Rechtsvorschriften für Blinde neu zusammengefasst 
    Fachtagung in Mainz 
    Wegweiser für Begleitpersonen 
Impressum 

Vorbemerkung

Vor einem Jahr konnte man sich vor Wasser kaum retten, in diesem Jahr sind die Ernten vertrocknet. So unterschiedlich ist das.
Was gleich bleibt, das sind die Preise für unsere Kalender. Ab sofort sind die Neuen für 2004 lieferbar. Besonders beim Relief-Wandkalender heißt es ranhalten, denn der wird nicht nachgedruckt.
Geringfügige Änderungen gibt es bei den Preisen für die Zeitschriftenabonnements 2004. Hier war seit der Euroumstellung eine Korrektur notwendig, die nun auch durchgeführt wird. Das und noch mehr finden Sie weiter unten.

Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Korrektur

»(…) Ein Hinweis zur letzten Ausgabe der DZB-News: Sie verwiesen auf die Internetadresse www.hoeren.zeit.de. Diese Adresse existiert nicht. Richtig ist :
http://hoeren.zeit.de - also ohne www (…).«
[Steffen Lehmann]

Anmerkung der Redaktion

Vielen Dank für den Hinweis, dem noch ein weiterer folgen soll: Seit 40 Jahren erscheint eine Kassettenausgabe der »Zeit« in der Westdeutschen Hörbücherei Münster. Die jeweils drei Kassetten werden am Erscheinungstag der Schwarzschriftausgabe an die Kunden verschickt (Harkortstr. 9, 48163 Münster, Tel.: 0251 719901).

Geographische Daten

»(…) Liebe Freunde der DZB und speziell der DZBN, ich bedanke mich wieder für die DZB-Nachrichten Nr. 4/2003 in gewohnter informativer Qualität. Besonders haben mir die Buchvorstellungen im Zusammenhang mit der fiktiven Harzreise, der Beitrag über George Orwell und LOUIS gefallen.
Da ich trotz wohlwollender Versprechungen Ihres Hauses vor Jahren nichts mehr über meinen damaligen Vorschlag gehört habe, möchte ich diesen öffentlich machen. Ich hatte vorgeschlagen, einen Titel zum Thema ›Geographische Daten‹ neu aufzulegen. Die DZB hatte zwei Werke mit diesem Titel in den Jahren 1975 und 1986 veröffentlicht. Da sich die weltpolitische Situation in den darauf folgenden Jahren grundlegend geändert hat (Zerfall des sozialistischen Systems einschließlich der UdSSR und Jugoslawiens, Entstehen kleinerer unabhängiger Staaten in Übersee usw.), ist es angebracht, unserem Personenkreis ein aktualisiertes Geographiewerk vorzulegen. Ich glaube einfach die damalige Antwort so nicht, das kein geeignetes Werk mit dieser Thematik greifbar sei. Es gibt heute auch im Zuge elektronischer Medien andere Recherchemöglichkeiten. Wenn Sie diesen ›kleinen‹ Wunsch erfüllen könnten, wäre mein letzter Kritikpunkt an der DZB auch gegenstandslos geworden. Aus Gesprächen weiß ich, dass auch andere Leser an einer derartigen Publikation interessiert sind. (…)«
[Bodo Rinas, Mittenwalde]

Anmerkung der Redaktion

In der beiliegenden Bücherliste finden Sie die fünfbändige Punktschriftausgabe vom »Faktenlexikon Erde«. Darin wird auf die geographischen und klimatischen Besonderheiten der einzelnen Länder eingegangen. Wir haben uns für die Übertragung dieses Buches entschieden, weil die darin enthaltenen Informationen (mal abgesehen von den Namen der Länder) länger Bestand haben dürften.
Die Meinungen zu einem Nachschlagewerk mit den »änderungsanfälligen« politischen Informationen sind zwiespältig. Es gibt nicht nur entsprechende Lexika auf CD-ROM, auch das Internet bietet zahlreiche, ständig aktualisierte Informationen. Hier eine kleine Auswahl (die Zugänglichkeit dieser Seiten für Behinderte wurde allerdings nicht getestet):
Diese Seiten nennen alle Staaten der Welt, und geben auf einer Karteikarte einige geographische Daten zu den Ländern und Weltmeeren an.
Informationen zu allen Staaten und Gebieten der Erde. Von Ägypten bis Zypern mit Flaggen, Wappen, Nationalhymnen, KFZ-Kennzeichen, Karten und allen wichtigen Länderinfos
[Deutsche Stiftung Weltbevölkerung]
Ausgewählte soziale und demographische Daten zu mehr als 180 Ländern und den einzelnen Regionen der Welt.
Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen, Reise- und Gesundheitshinweise

Einblicke

Die Mediziner kommen

Dr. Werner Uhlig

Jedes Jahr ein Mai kommen sie, fünf oder sechs Studenten des 4. Studienjahres, um in der DZB mit Teilnehmern des jeweiligen Blindenschriftlehrgangs 2 Stunden frei von der Leber weg zu diskutieren. Seit 1998 schon finden diese Gesprächsrunden statt. Frau Dr. Marion Michel vom Fachbereich Sozialmedizin und Frau Inge Hieke, Vorsitzende der Kreisorganisation Leipzig des BSVS, hatten damals diese Zusammenkünfte vereinbart. Es geht nicht in erster Linie um allgemeine Öffentlichkeitsarbeit für unseren Verband und für die DZB, obwohl auch dafür zwangsläufig allerhand herausspringt - es geht hauptsächlich um Fragen, die im Verhältnis zwischen blinden und sehbehinderten Patienten einerseits und behandelnden Ärzten andererseits ganz wichtig sind, wenn ein Arztbesuch fällig wird oder die Einweisung in ein Krankenhaus unumgänglich ist.
Der übliche erste Zugang von einem zum anderen, der normalerweise schon funktioniert, bevor überhaupt ein Wort gefallen ist, der Blickkontakt nämlich, findet nicht statt zwischen Blinden und Sehenden.
Und damit fangen gewöhnlich schon die Irritationen an, auch in der Arztpraxis, auch im Krankenhaus.
Es ist weithin bekannt, dass Schwestern und Ärzte oft eine gewisse Unsicherheit empfinden, wenn sie einen Blinden direkt ansprechen sollen. Lieber wenden sie sich an die sehende Begleitperson oder an die Angehörigen des Blinden, obgleich es eigentlich dafür gar keinen vernünftigen Grund gibt. Dass das deprimierend für die Betreffenden ist, dass dabei Informationsverluste und Missverständnisse auftreten können, ist auch kein Geheimnis. Hinzu kommt: dem medizinischen Personal ist in hohem Maße unbekannt, was Blinde und Sehbehinderte können und wobei sie auf Hilfe angewiesen sind. Woher sollen sie es auch wissen, wenn wir ihnen es nicht sagen!

Wenn die Studenten bei uns sind, werden aktuelle Erfahrungen auf den Tisch gepackt, denn es gibt immer einige Kursteilnehmer, die gerade in ärztlicher Behandlung waren oder es noch sind - durchaus nicht nur bei Augenärzten. Glücklicherweise kann da meistens viel positives berichtet werden. Es gibt aber auch Blinde und Sehbehinderte, die ein Lied singen können von sonderbaren und absonderlichen Erlebnissen.
Wir gehen zum Arzt, um gesund zu werden, nicht aber, um nebenher manchmal unerträgliche Zumutungen hinnehmen zu müssen. Unkenntnis, Gedankenlosigkeit oder - weil sich eben das »Brett« an der dünnsten Stelle am leichtesten bohren lässt - geschehen mitunter unerklärliche Dinge. Wie soll man es nennen, wenn in einem Krankenhaus ein Blinder und ein Gehörloser zusammen in ein Zimmer eingewiesen worden sind? Auf Protest des Blinden hin wurde das geändert. Wie konnte es aber überhaupt zu einer solchen Entscheidung kommen? Das ist der stärkste Tobak gewesen, auf den wir letztens zu sprechen gekommen sind.
Ein gutes Vertrauensverhältnis zum Arzt fördert bekanntlich den Genesungsprozess des Patienten ganz wesentlich und was ein Arzt sagt, zählt doppelt und dreifach gegenüber Ratschlägen wohlmeinender Angehöriger und Freunde. Um so wichtiger ist es, dass der Arzt das richtige weiß und sagt, besonders im Hinblick darauf, dass der Blinde oder Erblindende neuen Lebensmut fasst. Wer nichts mehr sehen kann, der stellt leicht Fragen an die falsche Adresse. Woher soll der Blinde wissen, ob es der Arzt oder ein ganz anderer ist, der mit ihm spricht? Ein Blinder sieht eben den weißen Kittel nicht. Was einer dem Arzt sagen will, nicht aber dem Zivi, dem Pfleger oder Besuchsonkel seines Bettnachbarn, das setzt voraus zu wissen, jetzt steht der Stationsarzt am Bett. Ein Arzt muss dem Blinden sagen wer er ist. Unangenehm und peinlich sind solche Situationen wie auch kürzlich geschehen: Die Tür geht auf und ein Blinder fragt: »Kommt Visite?« Da donnert eine kräftige Männerstimme: »Wenn ich komme ist immer Visite!«. Das war der Chefarzt und er dachte natürlich, wer stellt denn hier solche sonderbaren Fragen. Einem, der nicht so ein dickes Fell hat, kann in einer solchen Situation schon die Lust am Fragen vergehen.
Situationskomik treibt mitunter auch solche Blüten: Da war sich eine Ärztin nicht sicher, ob sich ihr blinder Patient allein auskleiden kann. »Bitte Schwester, ziehen sie Herrn X doch mal aus!«, sagte sie. Da war sie aber an den Richtigen geraten. »Ist die Schwester auch hübsch?« fragte der Blinde die Ärztin und fuhr fort: »sonst mache ich das nämlich lieber selber!«
Und wie ist mit einfachen Mitteln zu gewährleisten, dass ein Blinder nicht im falschen Zimmer in ein falsches Bett steigt, dass er seinen Schrank und seine Zahnbürste findet? Und wie geht das mit dem Essen und den Medikamenten?
Wir wissen, wie das geht, Schwestern und Stationsärzte sind in solchen Angelegenheiten manchmal hilflos.
Es geht ernst und heiter zu bei diesen Gesprächsrunden und auch die Mediziner können lachen! Jeder hat dabei das gute Gefühl, bei diesen Diskussionen etwas sehr nützliches zu tun. »Am liebsten würde ich euch immer das ganze Studienjahr hinschicken«, sagt Frau Dr. Michel. Weil das nicht geht und weil trotzdem das ganze Studienjahr angesprochen werden soll, ließ der Fachbereich Sozialmedizin von einer dieser Veranstaltungen in der DZB ein Video anfertigen, und Petra wurde darüber hinaus mit der Videokamera beim einkaufen und daheim bei der Erledigung ihrer Hauswirtschaft verfolgt. Zur Komplettierung haben die Mediziner dann noch Hans-Günter gefilmt, einen »alten Hasen«, der Führhundhalter ist und seit Jahren an einem modernen Computerarbeitsplatz bei der Leipziger Volkszeitung arbeitet.
Mit einem Video kann man aber nicht reden. Als es in einem Hörsaal der medizinischen Fakultät hier an der Leipziger Universität vor Studenten und Angehörigen des Lehrkörpers lief, sind dazu auch einige Mitwirkende »Filmschauspieler« vom Blindenschriftlehrgang eingeladen worden, um an Ort und Stelle weitere kurze Auskünfte geben zu können.
Es kann nur gut sein für uns, wenn die Medizinstudenten möglichst viel über unsere Lebensbedingungen wissen, und zwar bevor sie später in der Arztpraxis und Kliniken als die »weißen Götter« Entscheidungen über unsereiner Wohl und Wehe treffen. Schnell ist ein Studienjahr herum. Bald gibt es neue Studenten, neue Teilnehmer an Blindenschriftkursen und immer wieder neue Probleme, über die man sprechen muss, weil sie wichtig sind, wenn's ernst wird. Wir setzten diese Gesprächsrunden deshalb fort - sollen sie also wiederkommen, die Mediziner.
Bis jetzt hatten wir immerhin mit rund 40 angehenden Ärzten auf diese Weise direkten Kontakt.

Blindengeld bundesweit bedroht

Der folgende Beitrag erreichte uns mit der Bitte um Veröffentlichung vom Geschäfts-führer des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V., Herrn Andreas Bethke.

Tagtäglich hören wir neue Meldungen über beschlossene oder beabsichtigte Kürzungen im Sozialbereich, über Einschnitte in der Krankenversicherung, Erhöhung der Rentenbeiträge usw. Von diesen Belastungen sind natürlich auch blinde Menschen nicht unwesentlich betroffen. Doch darüber hinaus sind für blinde Menschen weitere gravierende Kürzungen geplant.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) haben deshalb eine gemeinsame »Task Force Blindengeld« ins Leben gerufen.
In dieser Task Force arbeiten Juristen, Geschäftsführer von Selbsthilfeorganisationen und Öffentlichkeitsarbeiter eng zusammen, um das Vorgehen gegen die beabsichtigten Streichungen bundesweit zu koordinieren.
Um Sie über den aktuellen Stand zu informieren, lesen Sie nachfolgend ein Interview, das Rudi Ullrich, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Blindenstudienanstalt, mit Andreas Bethke, Geschäftsführer des DVBS und ab März 2004 Geschäftsführer des DBSV, am 18. Juli 2003 geführt hat. Beide sind übrigens Mitglied der »Task Force Blindengeld«.
Ullrich: Herr Bethke, vielleicht fassen Sie zuerst einmal kurz zusammen, wie sich die Situation bezüglich geplanter Streichungen bzw. drastischer Kürzungen des Landesblindengeldes in den einzelnen Bundesländern im Moment - Mitte Juli 2003 - darstellt.
Bethke: In Bremen haben die Koalitionäre die Abschaffung des Landespflegegeldes beschlossen. In Niedersachsen ist eine Kürzung des Landesblindengeldes um 20% vorgesehen. In Berlin ist eine Kürzung von 20% für Blinde und 50% für Sehbehinderte in der Diskussion. In Hessen hat der Landeswohlfahrtsverband die Landesregierung aufgefordert, das Landesblindengeld abzuschaffen oder es selbst zu finanzieren. In Baden-Württemberg sind die Landeswohlfahrtsverbände in ähnlicher Weise aktiv.
Ullrich: Wenn man das so hört, drängt sich ja der Eindruck auf, dass blinde Menschen besonders hart getroffen werden sollen. Wie passt das eigentlich zum Artikel 3 des Grundgesetzes, in dem der Satz steht »Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden«, und zu den Gleichstellungsgesetzen im Bund und in verschiedenen Bundesländern, die in den letzten Jahren verabschiedet wurden?
Bethke: Das passt tatsächlich nicht zusammen. Einerseits haben wir durchaus gemeinsam mit politischen Entscheidungsträgern viel erreicht - denken Sie nur an das neue Recht auf Assistenz am Arbeitsplatz oder an die Möglichkeit, künftig mit Herstellern zum Beispiel von Haushaltsgeräten über für uns besser bedienbare Geräte zu verhandeln. Auf der anderen Seite wird blinden Menschen nun aber die materielle Grundlage entzogen, diese neuen Möglichkeiten auch zu nutzen und ein einigermaßen selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Und man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, dass gerade bei blinden Menschen besonders harte Einschnitte vorgenommen werden, weil unsere Gruppe klein ist und die Politik hofft, dass sie das stillschweigend durchsetzen kann.
Ullrich: Es war bereits von der »Task Force Blindengeld« die Rede, die versucht, die Streichungen zu verhindern. Was ist die Aufgabe dieser Task Force und wie arbeitet sie mit den Organisationen vor Ort zusammen?
Bethke: Die Task Force ist zunächst einmal eine Art Feuerwehr. Wo es gerade brennt, hilft sie löschen. Je nach Bedarf liefert sie dabei Argumentationshilfen für Verhandlungen, Texte für die Medien, Adressen wichtiger Ansprechpartner oder Ideen für Aktionen. Dafür führt sie Blindengeldexperten aus unseren Bundes- und Landesorganisationen zusammen. Sie haben für Bremen zum Beispiel die Verbände übergreifende Initiative »Augen auf in Bremen« entwickelt, die inzwischen für Berlin übernommen wurde. Über ihre Aktivitäten informiert die Initiative auch im Internet unter www.augen-auf.net.
Wo sich so viele Experten verbinden, und Erfahrungen gesammelt werden, entsteht naturgemäß viel Knowhow. Dieses Knowhow nutzt die Task Force mittlerweile auch für Überlegungen, wie das Blindengeld mittel- und langfristig gesichert werden kann.
Ullrich: Bleiben wir mal bei der Situation in Bremen. Vor zwei Jahren gab es eine große Demonstration, an der sich 4.000 Menschen beteiligt haben. Wie schätzen Sie die Lage in Bremen zur Zeit ein, und welche Signalwirkung könnte bundesweit von dort ausgehen?
Bethke: In Bremen ist die finanzielle Lage besonders schlecht. Es gibt viele Interessengruppen, die nur auf sich selbst schauen, und es ist sehr schwierig, Medien, Öffentlichkeit und Politik für uns zu gewinnen. Die Situation ist also besonders gefährlich, vor allem auch, weil Bremen wirklich das erste Bundesland wäre, dass das Blindengeld einfach abschaffen würde. Ich denke aber, dass eine so große Gefahr immer auch eine Chance in sich trägt. Wenn es uns gelingt, die erste Abschaffung eines Blindengeldgesetzes zu verhindern, würde das positiv genauso bundesweit ausstrahlen wie im negativen Sinne ein Verlust dieser Regelung.
Ullrich: Herr Bethke, in der Diskussion wird von Politikern immer wieder ins Feld geführt, dass die Abschaffung des Landesblindengeldes ja nur besonders gutverdienende bzw. reiche Blinde trifft. Alle anderen erhielten weiterhin Blindenhilfe nach Sozialhilferecht. Was halten Sie denen entgegen?
Bethke: 70 Prozent der blinden Menschen sind im Rentenalter. Von den Erwerbsfähigen sind nicht einmal 30 Prozent berufstätig. Und wer von diesen gehört schon zum Kreis der Besserverdienenden? Außerdem, und vor allem aber, ist zu sagen: Unsere Probleme und Benachteiligungen bestehen unabhängig vom Einkommen, und die nach Sozialhilferecht zulässige Vermögensgrenze liegt bei etwa nur 4.000 Euro. Wer kann sich damit schon einen einigermaßen durchschnittlichen Lebensstandard sichern, oder gar seine Altersversorgung oder teure Hilfsmittel? Blindengeld ist kein Luxus, wir bekommen damit nichts geschenkt, sondern einen Ausgleich für die vielfältigen Schwierigkeiten, mit denen sich jeder von uns tagtäglich in einer vom Sehen geprägten Welt auseinandersetzen muss.
Ullrich: Das ist ein gutes Stichwort. Immer wieder wird von Politikern in Frage gestellt, dass blinde Menschen überhaupt gravierende Nachteile haben und eine besondere Unterstützung brauchen?
Bethke: Da könnte man schon manchmal wütend werden über soviel Ignoranz, aber das hilft ja nicht weiter. Wir haben unseren Standpunkt und einige der wichtigsten Gründe, warum das Landesblindengeld für blinde Menschen unverzichtbar ist, in einem Flugblatt für Politiker und Medien in Bremen zusammengefasst. Ich denke, diese Argumente gelten, unabhängig von der konkreten Situation, bundesweit.
Ullrich: Das Flugblatt können Sie im Anschluss an dieses Interview lesen. Herr Bethke, was raten Sie den Leserinnen und Lesern? Wie können sie sich aktiv beteiligen?
Bethke: Damit unsere Interessen nicht untergehen, müssen wir uns zusammenschließen. Ich möchte alle blinden und sehbehinderten Menschen aufrufen, unsere Selbsthilfeorganisationen zu stärken. Seien Sie außerdem wachsam, verfolgen Sie ihre örtlichen Medien und die Berichterstattung in den Publikationen der Selbsthilfezusammenschlüsse. Wenn es nötig sein sollte, werden Sie dort Aufrufe zum Beispiel zur Beteiligung an Versammlungen mit Politikern oder an Briefaktionen finden. Wenn es denn sein muss, werden wir sogar wieder auf die Straße gehen müssen. Wenn viele von uns, unseren Angehörigen und Freunden, zusammenstehen und sich bemerkbar machen, haben wir auch eine Chance.
Ullrich: Vielen Dank für das Gespräch.

[Die Hörausgabe der DZBN enthält das Original-Interview. Das Interview steht auch im Internet als Audio-Datei zur Verfügung: http://www.augen-auf.net/lib/mp3/interview-20030718.mp3.
Aufgrund der Länge des Interviews ist die MP3-Datei sehr groß (12,2 MB). Der Download empfiehlt sich nur, wenn Sie über einen DSL-Anschluss oder einen anderen Breitband-Zugang zum Internet haben.

Flugblatt Bremen

Tausche Blindengeld gegen Augen

6 Punkte sind für blinde Menschen unverzichtbar

Vor 180 Jahren hat Louis Braille die Blindenschrift erfunden. Sie besteht aus sechs Punkten. Vor 30 Jahren wurde in Bremen das Landespflegegeld eingeführt.
Beides hat sich bewährt. Beides ist aus dem Leben blinder Menschen nicht mehr wegzudenken.
Der Bremer Senat will die Unterstützung für blinde Menschen ersatzlos streichen.
Haben Bremer Politiker kein Verständnis für blinde Menschen?
Nur 30 % der blinden Menschen im erwerbsfähigen Alter finden einen Job. Damit sie ihren Beruf ausüben können, nehmen sie viele zusätzliche Belastungen auf sich. Geringverdienende, Studenten oder Hausfrauen haben keine Chance, sich etwas dazu zu verdienen. Oder können Sie sich Blinde als Taxifahrer, Kellner oder Zeitungsausträger vorstellen?
Blinde Menschen können nicht Auto fahren. Sie brauchen eine Wohnung mit guter Verkehrsanbindung. Die Miete ist dann leicht 100 bis 200 Euro höher. Sie sind auf teure Taxifahrten angewiesen. Sie müssen erheblich mehr Geld für den Lebensunterhalt aufwenden. Sonderangebote können sie nicht wahrnehmen und Preise nicht vergleichen. Bücher in Blindenschrift kosten das Zehnfache eines normalen Buches ...
Blinde Menschen brauchen Hilfe bei der Erledigung der täglichen Post, beim Putzen, beim Einkaufen, können Reparaturen nicht selbst ausführen ... Sie brauchen die regelmäßige Unterstützung von Angehörigen und Ehepartnern, die dadurch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, oder müssen diese Hilfen teuer bezahlen.
Blindheit kann jeden treffen. Viele Menschen, die ihr Leben lang so wie Sie gesehen haben, erblinden im Alter. Sie haben Vorsorge für ihren Lebensabend getroffen. Doch dieses Geld müssen sie jetzt für die durch ihre Blindheit hervorgerufenen Mehrkosten aufwenden. Damit werden sie zum »Sozialfall«.
Die Blindenhilfe nach § 67 BSHG ist keine Alternative. Jeder Mensch muss Geld für besondere Lebenssituationen, zum Beispiel Krankheit, zurücklegen können, auch Blinde. Wer mehr als 4.000 € besitzt, erhält diese Hilfe aber nicht. Dadurch werden blinde Menschen doppelt bestraft.
Die Unterstützung durch das Landespflegegeld kommt bei den blinden Menschen wirklich an und ist eine echte Hilfe. Durch den Verweis auf das BSHG, oder bei einer Umstellung auf Einzelnachweise, werden nur die Verwaltungskosten drastisch erhöht und es ist keine echte Einsparung zu erwarten.
Blindengeld ist kein Luxus! Es hilft, die vielen kleinen und großen Schwierigkeiten des täglichen Lebens besser zu bewältigen. Sie können sicher sein. Blinde Menschen würden liebend gerne darauf verzichten, wenn sie dafür sehen könnten.
Bitte helfen Sie uns, damit wir nicht wieder ausgegrenzt werden und weiter ein eigenständiges Leben führen können!
Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen
[Quelle: www.augen-auf.net]

Zeitschriftenangebot 2004

Die durch die Euroumstellung bedingten Differenzen zwischen Einzel- und Gesamtpreis der von der DZB im Abonnement angebotenen Zeitschriften werden beseitigt. Die bereinigten Preise sind ab 2004 gültig.
Wir stellen Ihnen gern eine kostenlose Probeausgabe zur Verfügung. Für weitere Auskünfte wählen Sie bitte 0341 7113-120.

Die folgende Übersicht informiert Sie über die im nächsten Jahr von der DZB angebotenen Zeitschriften, deren Erscheinungshäufigkeit und Preise.

Hörzeitschriften

Kosten sparen: Im »LEIH-ABO« senden Sie Kassetten und Versandboxen zurück und bezahlen pro Ausgabe 1,02 € weniger!

MONATLICH

ZWEIMONATLICH

QUARTALSWEISE

Punktschriftzeitschriften

WÖCHENTLICH

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- Diskette mit Jahreszusammenfassung
(nur für Braillezeile) 15,36 €

ZWEIMONATLICH

QUARTALSWEISE

*online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html

Ein ganzes Jahrhundert zum Nachschlagen

Karsten Sachse

Vielleicht ist die Meldung in einer der letzten »Leipziger Bücherlisten« untergegangen, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall aber verdient sie besonders hervorgehoben zu werden: Die Chronik des 20. Jahrhunderts liegt nunmehr vollständig in ihrer einzigartigen Kombination von Blindenschrift und Original-Tondokumenten vor.
Möglich geworden ist diese bemerkenswerte und bisher einzigartige Punktschrift-Edition mit der Unterstützung des Bertelsmann Lexikothek Verlages. Die »Chronik des 20. Jahrhunderts« basiert auf dem Werk »DIE GROSSE BERTELSMANN LEXIKOTHEK: UNSER JAHRHUNDERT IN WORT, BILD UND TON« in 10 Bänden und stellt eine Auskopplung des darin enthaltenen Chronik-Teiles und der dazu gehörigen Tondokumente dar. Die chronologische Dokumentation des gesamten letzten Jahrhunderts ist in Jahrzehntbände gegliedert und zeigt nicht nur Entwicklungszusammenhänge, sondern in einer Fülle von Einzelinformationen die gesamte Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Ereignisse in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Kunst, Kultur und Sport.
Besonders anschaulich und nacherlebbar wird die Darstellung des 20. Jahrhunderts durch die Originaltondokumente. Durch sie werden nicht nur Information vermittelt, sondern sie lassen oft auch die Atmosphäre der betreffenden Zeit lebendig werden. Das Hören der Tonprogramme zeigt nicht nur die Kontinuität vieler Ereignisse und Abläufe, es macht zugleich klar, wie im Stil des Redens und Berichtens der sich wandelnde Zeitgeist Ausdruck findet.
Jedes Jahrzehnt verfügt über solch einen Tonteil aus 72 kleinen Schallplatten mit jeweils fast vier Minuten Spiellänge. Auf das Gesamtwerk bezogen sind das 720 Beiträge mit einer Gesamtspieldauer von 48 Stunden. Jedem dieser Hörbeiträge ist ein Textkommentar zugeordnet. Die Tondokumente, die mit großer Sorgfalt aufgrund ihrer historischen Bedeutung in deutschen und ausländischen Tonarchiven ausgewählt wurden, sind zu Tonprogrammen und thematischen Gruppen zusammengefasst, so dass sie auch für sich allein abgehört werden können. Im Text wird durch zahlreiche Verweise auf die Tonprogramme hingeführt. Aufgrund ihrer Authentizität geben diese Tondokumente dem Benutzer der Chronik das Gefühl, bei den Ereignissen persönlich anwesend zu sein.
Die »Chronik unseres Jahrhunderts« ist nicht nur für den Unterricht an den Schulen gedacht, sie wendet sich darüber hinaus an jeden historisch Interessierten.

Wie eingangs schon bemerkt, jede Fortsetzung der Chronik ist einem Jahrzehnt gewidmet und umfasst 3 bis 5 Blindenschriftbände sowie einen Anhang in zwei wählbaren Versionen:
  1. Blindenschriftband mit Kommentaren zu den Tonbeispielen, eingebundenen Schallfolien mit Originaltonaufnahmen und einer »Phonobox« zum Abhören der Schallfolien. Diese »Phonobox« wird mit Batterie betrieben und besitzt neben einem »EIN/AUS«-Schalter einen Lautstärke-Regler. Zum Abhören eines Tondokuments wird die Box einfach auf die betreffende Schallfolie gelegt. Zur Justierung dienen Aussparungen in der Folie.
  2. Da das Aufsetzen der Phonobox auf die Schallfolien etwas Geschick erfordert, wurde zusätzlich diese Version mit C90-Kassetten hergestellt: 3 bis 5 Kassetten in einer extra dafür angefertigten Box. Die Aufnahmen sind durch ein Signal getrennt, der dazugehörige Text ist dem jeweiligen Tondokument vorangestellt.

Es erübrigt sich fast darauf hinzuweisen, dass natürlich auch jedes Jahrzehnt einzeln erhältlich ist und keinerlei Verpflichtungen zu einem Fortsetzungsbezug bestehen. Vielleicht interessiert Sie ja ein Jahrzehnt besonders, zum Beispiel das, in dem sie geboren wurden o.ä.

Hier die einzelnen Bände der Chronik mit ihren Preisen:

Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die »Alten« und zur Information für die »Jungen«.

Elisabeth Hering: »Schatten Gottes auf Erden«

Angelika Müller [Punktschriftbibliothek]

In Leipzig hat die Schriftstellerin Elisabeth Hering (1909 - 1999) viele Jahre ihres Lebens verbracht. Sie veröffentlichte etwa ein Dutzend kulturhistorischer Romane von denen ich Ihnen hier »Schatten Gottes auf Erden« (BNA 6560, 6 Bde., rkh.) empfehlen möchte.
Hering entwirft darin ein großartiges Panorama der Welt des 14./15. Jahrhunderts. In der Vorgeschichte des Romans wird der Vater des Ich-Erzählers, ein junger ungarischer Adliger, von den Türken und dann Tataren über Kleinasien, Georgien bis nach Samarkand verschleppt. In dieser Stadt wird auch der Erzähler, György als Sohn dieses Ungarn und einer georgischen Prinzessin geboren.
György wird Arzt und flieht mit seinem Vater in die alte, ihm allerdings unbekannte Heimat Ungarn. Er lebt sich scheinbar ein, heiratet und wird Vater eines Sohnes. Doch zu seiner Enttäuschung findet er unter den Christen, entgegen ihrer Religion, Verrat, Treuebruch, Meineid, Hinterlist und Eigensucht. Bei einer günstigen Gelegenheit mischt er sich wieder unter die Moslems. Mit Derwischen gelangt er unter einem falschen Namen wieder nach Buchara und Samarkand, wo inzwischen Ulug-Beg, ein den Wissenschaften und der Astronomie ergebener Enkel Timurs, die Herrschaft angetreten hat.
Von hier leitet Hering den Titel ihres Romans ab, denn dieser Herrscher wurde von seinen Untertanen auch der Schatten Gottes auf Erden genannt. Ulug-Beg unterhielt u.a. eine gewaltige Sternwarte, deren Reste 1908 freigelegt wurden und seine Berechnungen auf Sterntafeln hatten eine Genauigkeit, die in Westeuropa erst einige hundert Jahre später erreicht wurden. Doch auch an diesem Ort der Wissenschaften und des scheinbaren Friedens wird György nicht glücklich. Religiöse Heuchler und Fundamentalisten stürzen Ulug-Beg und György, als einer seiner Gefolgsleute, fällt wieder ins Elend.
Nach entbehrungsreichen Jahren kehrt er wieder nach Ungarn zurück, wo man ihn längst für tot hält und um den Frieden nicht zu stören, gibt er sich nicht zu erkennen. Er bleibt heimatlos.

Weitere Titel von Elisabeth Hering in Punktschrift:

Titel von Elisabeth Hering im Hörbuchbestand:

Thomas Mann: »Buddenbrooks«

Jana Waldt

[Hörbücherei]

Für die heutige Kramkiste habe ich mir einen Roman ausgesucht, den viele von Ihnen sicher schon kennen - Thomas Manns »Buddenbrooks : Verfall einer Familie«, für den er 1929 den Nobelpreis erhielt und der in über 30 Sprachen übersetzt wurde.
Der Roman erzählt über 4 Generationen hinweg die Geschichte der Lübecker Familie Buddenbrook.
Der zu Beginn des Buches ungefähr 70jährige Urgroßvater Johann Buddenbrook, Zeitgenosse Goethes, repräsentiert noch das unerschütterliche Lebensgefühl eines Bürgertums, das seinen Besitz klugem Unternehmergeist verdankt. Sein Sohn Konsul Johann Buddenbrook tritt im Gegensatz zu seinem Vater für praktische Ideale ein, ist aber als Kaufmann nicht besonders erfolgreich. In den Charakteren und Schicksalen seiner vier Kinder, Thomas, Christian, Antonie, genannt Toni, und Clara, treten verschiedene Formen des unaufhaltsamen Verfalls zu Tage. Am auffälligsten bei Thomas Buddenbrook, der aber als einziger der Familie in der Lage ist, die väterliche Firma zu übernehmen und weiterzuführen. Unter seiner Obhut erlebt die Firma einen Aufschwung, und das Ansehen der Familie in der Stadt erreicht seinen Höhepunkt.
Sein Bruder Christian, schon als Kind leicht neurotisch, ist unfähig zu regelmäßiger Arbeit. Seine zahlreichen Versuche einer Existenzgründung scheitern. Er führt das Leben eines exzentrischen Clowns und verschuldeten Lebemannes.
Eine besondere Funktion in der Familie hat Antonie. Sie bildet mit ihrem unerschütterlichen Optimismus und ihrer lebenslangen Naivität das Bindeglied für das Geschehen.
Die eher unauffällige und kränkliche Clara stirbt kurz nach der Heirat.
Der Wendepunkt des Romans ist erreicht, als Thomas Buddenbrook gegen seinen Hauptkonkurrenten Hagenström zum Senator gewählt wird. Thomas muss fortan jedoch einige geschäftliche Misserfolge einstecken - der Konkurrent Hagenström überflügelt nun die Firma Buddenbrook.
Auch privat erlebt die Familie einen Tiefschlag: Hanno, Thomas' Sohn, der immer unter dem preußischen Schulzwang und den zu hohen Anforderungen seines Vaters gelitten hat, stirbt 15jährig an Typhus.
Wenig später kommt es zur Katastrophe: Thomas Buddenbrook bricht nach einer harmlosen Zahnoperation auf der Straße zusammen und stirbt. Firma und Haus werden verkauft - der Käufer ist Buddenbrooks Konkurrent Hagenström. Thomas' Frau geht zu ihrer Familie nach Amsterdam zurück. Allein Toni bleibt in Lübeck zurück.
Gelesen wird dieser Roman von Gisela Morgen, er umfasst 20 Kassetten. Bestellen können Sie ihn unter der Bestellnummer 291.

Weitere Titel von Thomas Mann in der DZB:

Autorenporträt

Irmtraud Morgner

Sie waren berufstätige Mütter. Selbstverständlich bewältigten DDR-Frauen noch den Haushalt, plus dieses und jenes Ehrenamt. So, dauerüberfordert, verdienten sie sich Attribute wie »sexy« eher außerplanmäßig. Nur für Verrücktheit hatten sie keine Zeit. Das dachten jedenfalls die Spitzenkräfte von DFD & Co. Umso größer die Überraschung, als Irmtraud Morgners 700-Seiten-Roman »Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura«, 1974 bei Aufbau Berlin erschienen, zum Bestseller geriet. Dank der Leserinnen, die der Autorin begeistert auf ihre rebellischen Fantasieausflüge folgten. In jene Märchenwelt, die mitten in der Wirklichkeit wurzelt - und so wunderbar respektlos und ironisch gegen alle (männlichen) Regeln verstößt.
Dieser spielerischen Emanzipationsübung hat die schöne Frau mit dem ungebändigten dunklen Haar in Dienst gestellt, was sie an Disziplin und Erfahrung, Wissen und Humor besaß. Inklusive der braven Chemnitzer Herkunft, dem Leipziger Studium, das Morgner unter den Auserwählten sah, die im Hörsaal 40 Mayer und Bloch erlebten. Die Liebe und die Literatur, die schillernden Träume, die sozialen Visionen, die Abstürze in den Alltag: Material für jene rauschhaften Geschichten, die in die Tradition der 1000 und einen Nacht gehören. Auch wenn hier Scheherazade eine altprovencalische Minnesängerin ist und 800 Jahre alt.
Dem zauberischen Grunderlebnis »Buch« begegnete die am 22. August 1933 als Lokomotivführerstochter geborene Irmtraud Elfriede Schreck mit 13, in Gestalt eines Koffers voller Reclam-Heftchen. Die Lektüre veränderte ihr Dasein. »Ich lief dreistimmig herum. Die erzählte Zeit war als Melodie zu hören, die Gegenwart als Unterstimme, Künftiges als Oberstimme«, schrieb sie später. Da war sie längst in Ost wie West bekannt, hinter der Mauer eher verwundert gefeiert, von Alice Schwarzers »Emma« als Kämpferin für die grenzüberschreitende Frauenbewegung hymnisch gepriesen. Dabei war die Morgner, heute in einer Reihe mit Christa Wolf, Brigitte Reimann oder Maxi Wander gehandelt, durchaus keine vordergründig politische Literatin. Auch wenn die DDR für die Anfang Mai '90 an Krebs gestorbene unwandelbar überzeugte Marxistin potenziell das »gelobte« Land blieb, weil vernünftig, frauenfreundlich eh. Sie bemerkte die Widersprüche, natürlich, doch ihr Geist war stets quer durch Zeit und Raum unterwegs - während sie ihre Heldin Laura lustvoll ins Kamasutra verstrickte.
Sie hat die Realität gesucht, unter anderem in einer Maurerbrigade gearbeitet, bevor sie sich als freie Schriftstellerin in Ostberlin etablierte. Auch ihr Thema fand sie früh: Kritik an herkömmlichen Rollendiktaten. Darum ging's - noch »undialektisch und autoritär didaktisch« (Morgner) - gleich in der ersten Erzählung »Das Signal steht auf Fahrt«, dabei blieb es, wobei die späteren Bücher souverän auf dem Grat zwischen Wahrheit und Erfindung wanderten. Versteht sich fast, dass die qua Persönlichkeit unabhängige Autorin Ärger mit der Zensur hatte.
Den Durchbruch bildete '69 die »Hochzeit in Konstantinopel«. »Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers« (72) jonglieren mit der Erinnerung an den Großvater und dessen erdachten Abenteuern - mit Genehmigung des Obersten Sowjets sogar auf dem Planetoiden »Feribdol«. Die mit der »Trobadora« begonnene Salman-Trilogie setzte Morgner mit »Amanda« fort, vollenden konnte sie sie nicht. Dabei hatte ihre Vorstellung vom Kosmos, der entstünde, wenn Weiber tun, was sie wollen, sogar Männer zum Schwärmen gebracht. Aufgeklärte.
[Quelle: Gisela Hoyer: Öffentlich ins Kamasutra verstrickt - Irmtraud Morgner. In: Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2003]

Hörbücher von Irmtraud Morgner in der DZB:

Bd. I.: »Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura«, 17 Kass. D 4475
Bd. II.: »Amanda«, 17 Kass. D 6074
Bd. III.: »Das heroische Testament«,
9 Kass. D 5621

Punktschrifttitel von Irmtraud Morgner in der DZB:

Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.

Wir setzen heute fort mit Position:
Nr. 61: E. H. Gombrich:
Die Geschichte der Kunst (1950)
Nr. 62: K. R. Popper::
Die offene Gesellschaft und ihre
Feinde (1950)
Nr. 63: Jerome D. Salinger:
  Der Fänger im Roggen. (1951)
In der DZB vorhanden in Punktschrift (4 Bde., rkh., BNA 4761) und als Hörbuch (6 Kass. 1799).

Jerome David Salinger: »Der Fänger im Roggen«

Der amerikanische Erzähler Jerome David Salinger, im jüdisch-irischen Milieu am 1.1.1919 in New York geboren, ging zunächst zum Militär, das er 1936 mit dem Diplom abschloss. Danach trat er in das Exportgeschäft seines Vaters ein und reiste nach Polen und Österreich. Salinger studierte an der New York University und der Columbia University, führte sein Studium allerdings nicht zu Ende. Von 1942 - 1945 absolvierte er seinen Militärdienst als aktiver Kriegsteilnehmer im Zweiten Weltkrieg. Salinger wurde 1948 zum Schriftsteller; »Der Fänger im Roggen« war sein erster Roman, mit dem er weltweit berühmt wurde. Seit 1953 lebt Salinger, um den Auswirkungen seiner eigenen Popularität zu entgehen, völlig isoliert von der Außenwelt in Cornish Flat/New Hampshire. Salinger hat seit 1965 keine neuen Werke mehr veröffentlicht.
»Der Fänger im Roggen« wurde zum literarischen Seelenspiegel einer gesamten jungen Generation: eine Pathos und Humor vereinigende, eindringliche Studie über die Erfahrungen, psychischen Schwierigkeiten und die Einsamkeit eines Jugendlichen, der seine Geschichte selbst erzählt. Teildrucke des Romans erschienen als Short Storys 1945/1946; die vollständige Erstausgabe erschien 1951 in London.

»Falls Sie wirklich meine Geschichte hören wollen, so möchten Sie wahrscheinlich vor allem wissen, wo ich geboren wurde und wie ich meine verflixte Kindheit verbrachte und was meine Eltern taten, bevor sie mit mir beschäftigt waren, und was es sonst noch an David Copperfield-Zeug zu erzählen gäbe, aber ich habe keine Lust, das alles zu erzählen. Erstens langweilt mich das alles, und zweitens bekämen meine Eltern pro Nase je zwei Schlaganfälle, wenn ich so persönliche Auskünfte über sie geben würde. Sie sind in der Hinsicht sehr empfindlich, besonders mein Vater. Sie sind sehr nette Leute und so - ich sage nichts gegen sie -, aber höllisch empfindlich. Außerdem will ich nicht meine ganze verfluchte Autobiographie oder etwas Ähnliches schreiben. Ich will nur die verrückten Sachen erzählen, die sich letzte Weihnachten abspielten, bevor ich vollkommen zusammenklappte und hierher gebracht wurde, um mich zu erholen …«

Der erfolgreiche Roman erzählt die Abenteuer Holden Caulfields, eines 16jährigen Jugendlichen, der in der Vorweihnachtszeit die Privatschule in Agerstown verlässt und auf den Stationen seiner Flucht (Hotel, Nachtbar, Theater, Prostituiertenbude, Central Park) eher die Tristesse als den Zauber New Yorks erfährt. Die Begegnungen mit Lehrern, Freunden und Freundinnen verhalten sich zum Wiedersehen mit der kleinen Schwester Phoebe, die ihn liebt und versteht, wie Intermezzi zum Leitmotiv. Der schwierige Titel, von Burns erotisch getöntem Gedicht »Coming through the Rye« angeregt, fasst Holdens Selbstverständnis in eine Formel. »Ich stelle mir immer kleine Kinder vor, die in einem Roggenfeld ein Spiel machen. Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in der Nähe - kein Erwachsener, meine ich - außer mir. Und ich würde am Rand einer verrückten Klippe stehen. Ich müsste alle festhalten, die über die Klippe hinauslaufen wollen - ich meine, wenn sie nicht Acht geben, wohin sie rennen, müsste ich vorspringen und sie fangen. Das wäre alles, was ich den ganzen Tag lang tun würde. Ich wäre einfach der Fänger im Roggen. Ich weiß schon, dass das verrückt ist, aber das ist das einzige, was ich wirklich gern wäre.«
In diesem Bild verbindet sich die Selbstlosigkeit des unverstandenen Jungen mit seiner Angst vor der Welt der Erwachsenen und seiner Liebe zur eigenen Kindheit. Auch die rote Jagdmütze, die Holden trägt, hat in diesem Grenzaugenblick des ›noch‹ und ›schon‹ Bedeutung: sie zeigt seinen starken Individualismus, erinnert an die Welt Robin Hoods und das Balladenalter, das er noch nicht ganz ausgelebt hat, weist zugleich auf das Jagdmotiv (Caulfield auf der Jagd nach der Wahrheit) und schützt den reinen Toren als Narrenkappe. Salinger, eher Meister der kurzen als der langen Erzählung, schreibt hier mit leichter Hand und scharfer Feder. Der Auftakt wendet sich gegen den konventionellen Anfang des Ich-Romans. Die Entwicklungskrise wird in der Form einer kleinen Winterreise überzeugend geschildert, die Welt der Eltern und der Erwachsenen ohne Mitleid entlarvt, Caulfield in einzelnen Momenten ins Pikareske überzeichnet, endlich die Sprache des Teenagers genau getroffen.
Man hat, - übertreibend -, das Buch einen Werther der jungen amerikanischen Generation, eine interessante Gestaltung des ›Amerikanischen Traums‹, einen modernen Nachklang des Huckleberry Finn genannt.
Das Buch besteht auch ohne diese anspruchsvollen Vergleiche als glänzend geschriebene Studie über amerikanische Adoleszenz. (R. H.)
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur, S. 17175 (c) Alfred Kröner Verlag]

Weitere Titel im Hörbuchbestand:

»Franny und Zooey«, 5 Kass. 6252
»Neun Erzählungen«, 6 Kass. 4872

LOUIS

[Leipziger Online Unterstützungs- und Informationsservice für Sehgeschädigte]

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Die Digitale Bibliothek - ein umfangreiches Sortiment an Nachschlagewerken auf CD-ROM auch für Blinde nutzbar?

Ulrich Jander

Bereits vor einiger Zeit ist mir das umfangreiche Programm der Digitalen Bibliothek, ein Angebot der Firma Directmedia Berlin, aufgefallen. Was ist die Digitale Bibliothek? Auf der Internetseite der genannten Firma steht dazu folgendes:

»Die Digitale Bibliothek stellt das im deutschsprachigen Raum bisher größte Projekt dar, umfangreiche Grundlagentexte geisteswissenschaftlicher Disziplinen elektronisch zu erfassen. Die Digitale Bibliothek ist eine Reihe von in sich abgeschlossenen elektronischen Editionen, die als CD-ROM erscheinen. Sie sind konzeptionell aufeinander abgestimmt und funktional miteinander verknüpft. Die Reihe setzt sich aus umfangreichen Textanthologien, Handbüchern und Bildsammlungen zu Themen und Teilgebieten der Literatur, der Kunst, der Geistes- und der Sozialwissenschaften zusammen. Die Digitale Bibliothek versteht sich nicht als Konkurrenz zum gedruckten Buch. Im Gegenteil, sie will vielmehr die spezifischen, bislang kaum ausgeschöpften Möglichkeiten der elektronischen Erfassung und Verarbeitung von Texten und Abbildungen nutzen, um die Welt der Bücher neu zu erschließen. Ihr markantester Vorzug ist das schnelle und präzise Auffinden von Textstellen. ... Alle Bände der Digitalen Bibliothek werden von einem einzigen Softwareprogramm verwaltet. Das Programm wird für jede neue Ausgabe erweitert und verbessert, wobei neue Funktionen auch der Arbeit mit früher erschienenen Textsammlungen zugute kommen. Jede CD-ROM enthält die zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung aktuelle Version des Programms. Die jeweils neueste Version kann kostenlos von unserer Internetseite heruntergeladen werden.«

Es sind zur Zeit ca. 100 CD-ROM's, die im Angebot stehen. Fortlaufend kommen weitere Nachschlagewerke hinzu. Nun stellt sich sofort die Frage, ob dieses interessante Angebot auch für blinde Computerfreunde nutzbar ist. Die Firma Directmedia schreibt auf ihrer Internetseite dazu:

»Die Digitale Bibliothek wird von den Screenreadern JAWS bzw. Supernova erkannt und vorgelesen. Beide Programme (JAWS bzw. Supernova) unterstützen auch die Braillezeile. Für JAWS müssen Sie allerdings noch die Scriptdatei für die Digitale Bibliothek herunterladen. Dies können Sie unter
http://www.freedomsci.de/serv01.htm oder hier von unserer Website.«

Es hängt also, und das ist in aller Regel so, vom verwendeten Screenreader (Bildschirmausleseprogramm) ab, ob und wie gut es funktioniert. Unter Supernova habe ich bislang keine CD getestet. Recht ordentlich läuft die CD unter JAWS Version 4.02 mit der bereits angeführten Scriptdatei, die, wenn gewünscht, auch bei mir bezogen werden kann. Unter der Nachfolgeversion von JAWS Version 4.51 soll das Anwendungsprogramm ebenso zuverlässig laufen. Nicht sehr glücklich verliefen die Tests unter der älteren JAWS-Version 3.70, unter HAL Version 4 und 5.20. Ich konnte zwar in das Suchfenster gehen, den Suchbegriff eintragen und suchen lassen; über die Escape-Taste kam ich auch in das Textfenster mit dem konkreten Beitrag zum Suchbegriff, jedoch die Liste mit den gefundenen Treffern wurde mir nicht angezeigt. Entsprechende Anpassungen als Scriptdateien durch die Entwicklerfirmen bzw. Anbieter der Screenreader oder durch sachkundige Personen werden wohl unerlässlich sein. Eine andere Alternative besteht auch darin, dass die Entwickler der Digitalen Bibliothek bei Directmedia das Anwendungsprogramm so gestalten, dass ein Screenreader ohne große Probleme darauf zugreifen kann. Letzteres ist das Ziel von der Firma Baum, welche das Bildschirmausleseprogramm Virgo entwickelt und anbietet. Denn auch unter Virgo soll der Einsatz der CD's und die Bedienung sehr umständlich sein.
Die Systemvoraussetzung für die Digitale Bibliothek ist das Windowsbetriebssystem 95, 98, ME, NT, 2000 oder XP. Für Macintosh-Rechner soll es in Kürze eine Lösung geben. Die Installation des Anwendungsprogramms geht schnell, ist windowstypisch und einfach. Man ruft die Datei Setup.exe von der CD oder die aktuelle Version aus dem Internet auf und lässt sich durch die wenigen Schritte mit Hilfe des Screenreaders führen. Das Programm auf der Festplatte benötigt ca. drei MBytes. Die Daten des Nachschlagewerkes werden von der jeweiligen CD geholt.
Unter JAWS Version 4.02 einschließlich der Scriptdatei kann man mit Hilfe der TAB-Taste durch die einzelnen Register gehen. In das Suchfenster gelangt man mit STRG + F. Der Suchbegriff wird eingegeben und mit ENTER bestätigt. Man erreicht daraufhin die Liste aller gefundenen Treffer, aus welcher man mit Cursor auf oder ab auswählt. Zwischen dieser Liste und dem Textfenster springt man mit ESCAPE hin und her. Weitere JAWS-Funktionen werden mit Hilfe von EINFÜGEN + H angesagt.

Weitere Informationen, auch zum umfangreichen Angebot der Nachschlagewerke der Digitalen Bibliothek, erhalten Sie wie folgt:

DIRECTMEDIA Publishing GmbH
Yorckstraße 59
D-10965 Berlin
Telefon: (0 30) 78 90 46-0
Telefax: (0 30) 78 90 46-99
Internet: www.digitale-bibliothek.de
E-Mail: info@directmedia.de
Technische Hilfe: support@directmedia.de

Wenn Sie weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Info-Service

Erhebt die DZB Mehrwertsteuer?

Bei direkten Lieferungen an blinde und sehbehinderte Personen sowie an gemeinnützige Einrichtungen ist der Besteller von der Zahlung der gesetzlichen Mehrwertsteuer befreit. Bei Lieferungen an Dritte, wie zum Beispiel den Arbeitgeber, muss die gesetzliche Mehrwertsteuer zum jeweils gültigen ermäßigten Steuersatz berechnet werden.

Kassette Nr. 0

In letzter Zeit erreichen uns oft Anfragen, warum wir neuerdings manchen Hörbüchern eine Kassette mit der Nummer »0« beilegen, auf der außer dem DZB-Eigentumsvermerk nichts aufgesprochen ist.
Dies hat folgenden Grund: Jedes Hörbuch wird im deutschsprachigen Raum nur einmal aufgesprochen. Daher findet unter den Hörbüchereien ein Austausch statt. Manchmal existieren in einigen Bibliotheken die sogenannten Mutterbänder nur auf Kassette oder auf CD. Und da man hier vor dem Copyrightvermerk und dem eigentlichen Buch keinen Vorspann einmontieren kann - wie das bei Mutterbändern auf Tonband möglich ist - gibt es eine Kassette Nr. 0.
Schließlich soll der Hörer wissen, an welche Hörbücherei er das Hörbuch zurückschicken muss.

Aktion Mensch: Das Magazin kommt auf Cassette

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»Menschen.das magazin« - unter diesem Titel hat die Aktion Mensch ihre Zeitschrift neu gestaltet. Die wichtigsten Artikel aus dem Vierteljahresmagazin sind auch auf einer Cassette zu hören, die kostenlos bezogen werden kann. Die Zeitschrift stellt außergewöhnliche Menschen vor, informiert über sozialpolitische, wissenschaftliche und kulturelle Themen. Eine Hörprobe kann bestellt werden bei der
Aktion Mensch, Holbeinstr. 15, 53175 Bonn,
Tel.: 0228 / 2092-12, Fax: 0228 / 2092-206.
E-Mail: robert.fechner@aktion-mensch.de.
http://www.ressort-mensch.de/pressestelle/magazin/index

Rechtsvorschriften für Blinde neu zusammengefasst

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Die Broschüre »Der Blinde im geltenden Recht« ist in der sechsten Auflage erschienen. Sie kann im Schwarzdruck kostenlos bei der Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde von 1860, Hoffmann-von-Fallersleben-Platz 3 in 10713 Berlin, Tel.: 030 8234328, bezogen werden. Eine akustische Fassung ist in Vorbereitung. E-Mail: info@blindenfreunde.de.

Fachtagung in Mainz

Im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung findet am 30. September in Mainz eine Tagung unter dem Titel »20 Jahre Bewegung behinderter Frauen: Chancen, Probleme und Perspektiven für Frauen mit Behinderungen in Ausbildung und Beruf« statt. Die Tagung wird unterstützt durch die Aktion Mensch und das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung.

Wegweiser für Begleitpersonen

Info der Behindertenseelsorge Speyer

»Führen oder Begleiten?«, der Wegweiser für Begleitpersonen nimmt den Hintergrund und die Eigengesetzlichkeiten des besonderen Miteinanders von Blinden und Begleitpersonen in den Blick.
Dazu konnten erfahrene Autorinnen und Autoren aus Theorie und Praxis gewonnen werden. So schreibt beispielsweise Walter Harth, aus seiner Perspektive als blinder Mensch, über »ideale Begleitpersonen - perfekte Helfer«. Prof. Dr. Hudelmayer - anerkannter Blindenpädagoge - gibt Tipps zum richtigen Beschreiben. An anderer Stelle kommen Blinde und Begleitpersonen zum Thema »Führen oder Begleiten?« gemeinsam zu Wort. In den Berichten von Isolde Schaller und Josef Huxel können wir an ganz persönlichen Alltagserlebnissen teilhaben.
Ergänzt wird das Ganze durch ein Blindenschrift-Alphabet und mit einem tastbaren Grundriss des Speyerer Domes. Die Veröffentlichung ist als Nachschlagewerk konzipiert, das sowohl grundsätzliche Reflexionsmöglichkeiten als auch ganz praktische Tipps für den Alltag bietet.

»Führen oder Begleiten?« ist zu beziehen (10,00 € zzgl. Versandkosten) über:

Behindertenseelsorge im Bistum Speyer
Walburga Wintergerst
Landschreibereistraße 11
67433 Neustadt
Tel. 06321 32937, Fax 06321 354219
E-Mail:
wintergerst@behindertenseelsorge-speyer.de

Impressum


Erscheint zweimonatlich in Blindenkurzschrift, auf Kassette (Jahresabo. je 7,67 € bzw. 13,79 €) und in Schwarzschrift (Jahresabo. 12,27 €). Preisangaben zzgl. gesetzlicher MwSt.

Kostenlose Beilage:

»Leipziger Bücherliste«

Herausgeber, Verlag und Druck:

Deutsche Zentralbücherei für Blinde
zu Leipzig (DZB),
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig,
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel. 0341 7113 - 0,
Fax: 0341 7113 - 125
E-Mail: info@dzb.de, www.dzb.de

Redaktion:

Karsten Sachse, Tel. 0341 7113 - 135

Abonnements, Anzeigen:

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