<html> <head> <title>DZB-NACHRICHTEN Hrsg. von der Deutschen Zentralbcherei fr Blinde zu Leipzig (DZB)</title> </head> <body background="../../bilder/hinten.jpg"> <h1>DZB-NACHRICHTEN</h1> Hrsg. von der Deutschen Zentralbcherei fr Blinde zu Leipzig (DZB) <br> <br> Nr. 4 / 2004 Juli / August 14. Jahrgang <br> <br> <br> <h1><a name="zeile0">Inhalt</a></h1> <a href="#zeile2">Vorbemerkung </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile3">Postecke </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile4">Herzliche Glckwnsche fr Paul Georgi zum 85.! </a><br> <a href="#zeile5">Einblicke </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile6">Marburg, Stuttgart, Leipzig - Abschiede der besonderen Art </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile7">Die DZB auf der SightCity 2004 - ein etwas anderer Messebericht </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile8">Verein zur Frderung der Blindenbildung gegr. 1876 e.V. </a><br> <a href="#zeile9">Die Kramkiste </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile10">Capek, Karel: Der Krieg mit den Molchen </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile11">Wolfgang Schreyer: Das Attentat </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile12">Bcher des Jahrhunderts </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile13">Boris Pasternak Doktor Schiwago </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile14">LOUIS </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile15">Das Programm T-Geb - durch Vergleich billiger telefonieren </a><br> <a href="#zeile16">Info-Service </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile17">Stau in der Punktschriftbibliothek </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile18">Kalender fr 2005 </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile19">Rund um die Brailleschrift </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile20">Arbeitsgruppe Belange Sehbehinderter beim BSV Sachsen e.V. </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile21">Barrierefrei wandern am Rennsteig </a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="#zeile22">Seminarausschreibung </a><br> <a href="#zeile24">Impressum </a><br> <h2><a name="zeile2">Vorbemerkung </a></h2> <br> Bevor Sie sich mit den neuesten Informationen aus der DZB befassen, mchte ich Sie daran erinnern, dass wir unseren diesjhrigen Tag der offenen Tr am 11. September 2004 zwischen 10.00 und 17.00 Uhr durchfhren werden. <br> Alle Punktschriftleserinnen und  leser der Bibliothek mchte ich besonders auf unseren Info-Service verweisen, wo etwas zu den momentan langen Wartezeiten bei der Ausleihe gesagt wird. <br> <br> Es grt herzlich <br> Ihr Karsten Sachse. <br> <br> <br> <h2><a name="zeile3">Postecke </a></h2> Die Verffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Grnden mssen wir uns Krzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Verffentlichung wnschen, vermerken Sie dies bitte. <br> Schlieung der Sddeutschen Blindenhr- und Punktschriftbcherei (DZBN Nr. 3-2004) <br> (& ) Dort steht : & Der Versand ist bereits eingestellt.9 Das stimmt so nicht! Noch vorgestern erhielt ich ein Hrbuch aus Stuttgart, und auf telefonische Rckfrage erfuhr ich heute, dass zwar die Punktschrift-, nicht aber die Hrbuchausleihe eingestellt wurde. Man bemht sich sehr, letztere aufrecht zu erhalten. (& ) <br> [Gnther Meier, Dren] <br> <br> ANMERKUNG DER REDAKTION <br> Die Insolvenz wurde am 01.06. erffnet, damit ist auch die Hrbuchausleihe eingestellt. <br> <br> <h2><a name="zeile4">Herzliche Glckwnsche fr Paul Georgi zum 85.! </a></h2> DR. WERNER UHLIG <br> <br> Am 18. August feiert er in Chemnitz seinen Geburtstag, zu dem wir ihm in Dankbarkeit fr sein Jahrzehnte langes Schaffen zum Nutzen der Blinden und Sehbehinderten unsere besten Gre und alle guten Wnsche bermitteln!. Er gehrt zu den Louis-Braille-Preistrgern des Blinden-und-Sehschwachen-Verbandes der DDR, und mit gutem Recht ist er darauf besonders stolz. Paul Georgi stammt aus Rittersgrn Kreis Schwarzenberg im Erzgebirge, lernte Flugzeugbauer bei Junkers in Dessau, wurde Flieger und Fallschirmjger im zweiten Weltkrieg und kehrte als einer der nur noch ganz wenigen berlebenden seiner Einheit bei Kriegsende von der zerschlagenen deutschen Westfront aus dem Rheinland nach Sachsen zurck, weil in Leipzig eine Frau auf ihn wartete. Als Paul Georgi beim Arbeitsamt fr die Arbeitsvermittlung Behinderter, darunter auch Blinder, in der Stadt zustndig war, musste er zwangslufig Max Schffler begegnen, dem ersten Nachkriegsdirektor der DZB, der damals zugleich Stadtverordneter und Mitglied des Leipziger Blindenausschusses gewesen ist. Fr den Wiederaufbau der DZB, die bei dem schweren Luftangriff am 4. Dezember 1943 vllig zerstrt worden war, suchte Schffler gerade so einen wie Georgi, einen, der vieles in einer Person verkrperte  technischer Leiter, Fahrer, Hausmeister, Relieftechniker und Gewerkschaftsfunktionr. Von 1949 bis zu den Ereignissen um den 17. Juni 1953 hatten Max Schffler und Paul Georgi in der DZB das Ruder in der Hand. Whrend dieser Jahre entschied es sich, dass Georgis Lebenswerk ein Werk fr die Blinden sein wrde. Auf Initiative von Dr. Helmut Pielasch, der damals bereits eine verantwortliche Stellung im Berliner Ministerium fr Arbeit und Berufsausbildung innehatte und spter der erste Prsident des BSV der DDR gewesen ist, bernahm Georgi die Abteilung Lehrmittelbau in der Chemnitzer Blindenanstalt und leitete ab 1961 die mechanische Werkstatt fr Blindenhilfsmittel in Leipzig-Lindenau. Die erste elektrische Punziermaschine der DZB, die Breitwagenmaschine fr blinde Programmierer, die Minipicht, 87 Reliefbcher fr Geografie, Physik, Biologie und Astronomie, Atlanten, Stadtplne und viele andere Lehr- und Hilfsmittel sind von Georgi entwickelt bzw. gebaut worden. Bevor er 1953 nach Chemnitz ging, ist er der Bauherr fr das Haus Gustav-Adolf-Str. 7, den heutigen Mittelteil der DZB in Leipzig gewesen. <br> ber vieles hiervon wurde bei gegebenen Anlssen schon berichtet. Noch nie aber, soweit mir bekannt ist, wurde nach den 50er Jahren ber das Erstlingswerk Georgis geschrieben, welches er zusammen mit Max Schffler erarbeitet hat und in dem es um das Erlernen der Schreibschrift der Sehenden geht. Hand aufs Herz, ihr Geburts- und Frhblinden, ist es etwa leicht gewesen zu lernen, wie man seinen Namen in ordentlicher und wenigstens deutlich lesbarer Schrift der Sehenden schreibt? Als ich 1950 die Blindenanstalt verlie, da konnte ich noch nicht selber meinen Namen schreiben. Wir hatten das nicht gelernt. Dieses erste Reliefbuch Georgis ist mir 1950 in die Hand gedrckt worden als ich nach Leipzig kam. Es liegt jetzt vor mir auf meine Schreibtisch. Ich zitiere ein Stck das Titelblatt: Lehrbuch fr Blinde zum Erlernen der Kurrentschrift mit Erluterungen und Relieftafeln des deutschen und lateinischen Alphabets. Schffler schrieb die Einleitung zu diesem Lehrbuch. Seine ersten Stze lauten: Es gibt noch heute intelligente und geschftstchtige Blinde, die ihre Namensunterschrift nicht leisten knnen, weil sie in der Beherrschung der Kurrentschrift nicht unterwiesen wurden. Es gibt noch heute Blindenanstalten, die den Unterricht in der Kurrentschrift, wenigstens bis zum Namenszug, ihren blinden Schlern nicht erteilen. & Leipzig, am 1. Mrz 1950. Kaum zu glauben, aber Schffler und Georgi hatten damals Recht, und bestimmt kann auch heute noch dieses Buch so manchem von uns eine groe Hilfe sein. <br> Von dieser Buchausgabe an haben Relieftechnik und Lehrmittelbau fr Blinde den Jubilar Paul Georgi nicht mehr losgelassen. Auch heute muss er noch immer etwas zu bauen oder zu basteln haben - sonst fhlt er sich nicht wohl. Mit herzlichem Dank fr alles, was er uns gegeben hat, wnschen wir ihm noch schne Jahre bei mglichst guter Gesundheit! <br> <h1><a name="zeile5">Einblicke </a></h1> <h2><a name="zeile6">Marburg, Stuttgart, Leipzig - Abschiede der besonderen Art </a></h2> DR. THOMAS KAHLISCH <br> Januar <br> Es regnet in Marburg. Zusammen mit vielen anderen Gsten betreten Lothar Weilandt, stellvertretender Direktor und Technischer Leiter der DZB, und ich das Rathaus der altehrwrdigen Brgerstadt. Die Blindenstudienanstalt ist einer der grten Arbeitgeber hier. Heute am 16. Januar wird ein Mitarbeiter geehrt, der 35 Jahre fr die BLISTA gearbeitet hat. Reiner F. V. Witte erhlt fr seine ehrenamtliche Arbeit das Bundesverdienstkreuz am Bande. In der BLISTA war der studierte Bibliothekar Leiter der Deutschen Blindenbcherei, also verantwortlich fr die Herstellung und den Verleih von Hrbchern und  zeitschriften sowie fr die Katalogisierung und den Verleih von Blindenschriftliteratur. Durch sein aktives Wirken in der IFLA, der internationalen Vereinigung der Bibliotheksverbnde, untersttzte er verschiedene Formen der internationalen Kooperation, so zum Beispiel auch die Grndung des DAISY-Konsortiums. Reiner Witte geht in den Ruhestand. Der bibliophile Hesse kennt die DZB und viele ihrer Mitarbeiter. Um die Zeiten vor 1990 ranken sich schillernde Episoden der Zusammenarbeit zwischen Marburg und Leipzig. Deutlich wird mir das, als Witte und Weilandt, anlsslich einer Feierstunde zur Verabschiedung des Ersteren ins Gesprch kommen. Es ist klar, dass da zwei miteinander reden, die sich viele Jahre kennen und seit langer Zeit an sehr hnlichen Aufgaben gearbeitet haben. <br> Originalitt besitzt eine kurze Dankesrede, die Herr Witte in der Feierstunde hlt. Ich habe die Bcher doch nur in Blindenschrift bertragen und nicht geschrieben, berichtet er darin ber seine Rechtfertigungsversuche zu Anfragen von erbosten Lesern der Bibliothek, die offensichtlich mit dem Ausgang eines Werkes unzufrieden waren. <br> Der Besuch in Marburg dient aber nicht nur honorativen Zwecken. Die Vorstnde der beiden Arbeitsgemeinschaften treffen sich zu einer gemeinsamen Beratung. Thema ist die Umsetzung des seit 13. September 2003 geltenden Urheberrechtes, insbesondere der neuen Regelungen, die im 45a fr den Informationszugang behinderter Menschen getroffen worden sind. <br> Februar <br> Heinz Gassner ist ber 40 Jahre im Betrieb. Als blinder bertrager und Korrektor wei er, was Qualitt in der Blindenschriftherstellung bedeutet. Frher mit den handbetriebenen Punziermaschinen, heute an den Computern, wichtig ist es, gute Qualitt in einer bestimmten Zeiteinheit abzuliefern. Das fordert hohe Konzentration bei der Arbeit, sagt er. Neben der reinen Blindenschriftverarbeitung widmete er sich viele Jahre dem digitalen Archiv der Abteilung. Das brachte ihn frh in Kontakt mit der neuen Technik, die seiner Meinung nach nicht nur Segnungen bereithlt. Im Februar 2004 geht er mit 65 Jahren in den Ruhestand. Die Kollegen haben sich an seinem letzten Arbeitstag versammelt und schtteln ihm herzlich die Hand. Viele Jahre gemeinsamer Arbeit verbinden, das zeigt sich in Anekdoten und Gesprchen, und so wird auch dieser Abschied fr mich zu einer kleinen Reise durch die Geschichte. <br> Lothar Weilandt organisiert und plant die Arbeit der nchsten Monate. Die Werkstatt der DZB soll ab Mrz modernisiert werden. Das Fundament fr den A4 Blindenschrifttiegel soll gesetzt werden und das Konzept zur Einfhrung der Kosten-Leistungs-Rechnung zwingt ihn an seinen Schreibtisch. Fr ihn sind diese planerischen Aufgaben in diesen Monaten besonders wichtig, denn auch er wird im Sommer 2004 nach 41-jhriger Ttigkeit in den Ruhestand gehen und mchte bis dahin alles so bergeben haben, dass die Nachfolger nahtlos bernehmen knnen. Frank Richter ist einer der Nachfolger. Seit 4 Jahren arbeitet er als Diplominformatiker in der DZB. Am 1. Februar 2004 wird er Abteilungsleiter der neu gegrndeten Abteilung Informatik. Bisher liefen die digitalen Themen ber den Schreibtisch des Technischen Leiters. Nun wird dieses Aufgabenfeld zu einer eigenen Struktureinheit der DZB. <br> Mrz <br> Im Frhling ist Buchmesse in Leipzig. Reiner Witte, der Unruhestndler, so nennt er sich selbst, und Elke Dittmer, Geschftsfhrerin der Norddeutschen Blindenhrbcherei Hamburg, kommen nach Leipzig, um einen Bibliothekskongress und die Messe zu besuchen. Wir reden ber das neue Urheberrecht. Im neuen Gesetz steht, dass behinderte Menschen das Recht auf bertragung von Publikationen in die fr sie geeigneten Formen haben. Ein groer Fortschritt gegenber bisherigen Regelungen, die, wie die Vereinbarung von MEDIBUS mit dem Deutschen Brsenverein, auf keiner gesetzlichen Grundlage basieren. In diesem Paragraf steht aber auch, dass fr die bertragung in behindertengerechte Formen eine angemessene Gebhr an eine Verwertungsgesellschaft zu zahlen ist. Was heit angemessen? Frau Dittmer und ich diskutieren ber diesen unbestimmten Rechtsbegriff. Ein weiteres Thema unserer Aussprache sind die finsteren Wolken, die sich in Stuttgart ber der Sddeutschen Blindenhrbcherei sammeln. Der alte Vorstand hat seinen Vorsitzenden abberufen und einen neuen Vorsitzenden ernannt. Dieser soll ein Konsolidierungskonzept erarbeiten. <br> In der DZB treffen sich das Blindenschriftkomitee, die Chemieschriftkommission und die Bundesfachgruppe fr Lehr- und Lernmittel fr blinde Schlerinnen und Schler. Der Werkstattumbau beginnt zgerlich und Lothar Weilandt muss nicht zum ersten und letzten Mal Plne und Zeitablufe ndern. <br> April <br> Der Anruf erreicht mich Mitte April, irgendwann am spten Nachmittag. Es ist der neue Vorsitzende der Sddeutschen Blindenhrbcherei. Er ist um Schadensbegrenzung bemht, arbeitet an einem Konzept zur Weiterfhrung/Modernisierung der Einrichtung. Er verhandelt mit den Geldgebern und ist verhalten optimistisch, nach der Insolvenz einen Weg finden zu knnen, die Hrbcherei weiterzufhren. Einen Monat spter werden diese Plne scheitern. <br> Mai <br> Die Insolvenz der Stuttgarter Blindenbcherei ist nicht aufzuhalten. Es gibt bewegende Anrufe der Kolleginnen aus Stuttgart. Am 10. Mai wird die DZB gebeten, die Bestnde der Punktschriftbibliothek zu bernehmen. Bis Ende Mai muss alles raus sein, sagt der Vorsitzende mir am Telefon. In einer kurzfristig einberufenen Sitzung beschlieen wir, die Bestnde aus Stuttgart zu holen und nach und nach in die eigene Bibliothek zu integrieren. Das fr die berfhrung von 17.000 Punktschriftbnden notwendige Geld soll mit Untersttzung des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes e. V. (DBSV) beschafft werden. Der Vorsitzende der Sddeutschen Blindenhrbcherei beauftragt die DZB, die Punktschriftleser aus Stuttgart anzuschreiben und sie zu informieren, dass die Blindenschriftbestnde nach Leipzig berfhrt und schrittweise in die Bibliothek der DZB integriert werden. <br> Lothar Weilandt und Jrg Klemm, Abteilungsleiter Bibliothek, fahren am 12. Mai nach Stuttgart und organisieren die Verpackungs- und berfhrungsarbeiten, die in der Woche vor Pfingsten durchgefhrt werden sollen. <br> Jrg Klemm, Mario Hoigt, Joachim Stdtler, Matthias Leopold und Jorgos Quietzsch fahren am 24. Mai los und kommen vier Tage spter wieder in Leipzig an. In Stuttgart verpackten sie auf dieser auergewhnlichen Dienstreise ber 8.000 Titel Blindenschrift sowie ein spezielles Regalsystem in Kisten und stapelten diese auf 120 Paletten. Eine Speditionsfirma wird die Paletten nach Leipzig transportieren. <br> Wohin nur mit den vielen Bchern? Lothar Weilandt rechnet und plant. Er wei, in welchen Magazinen noch Platz ist und welche Traglast die Regale haben. In einer Email an mich fasst er seine Berechnungen zusammen und schliet seine Ausfhrungen mit den Worten Das msste doch zu schaffen sein. <br> Juni <br> Claus Herschel, gelernter Drucker, arbeitet seit 1993 wieder in der DZB. Er war schon einmal von 1964 bis 1968 in der Punktschriftbertragung ttig, damals vor allem in der Notenabteilung. In den letzten 11 Jahren bertrug er Zeitschriften wie Brailleradio oder Ratgeber Aktuell und viele anspruchsvolle Bcher in die Blindenschrift. Seinem grndlichen Arbeitsstil verdanken die Leser der Punktschriftbibliothek so manchen wertvollen Roman, aber auch viele Sach- und Fachbcher. Fr seinen letzten Arbeitstag haben sich die Kolleginnen der Abteilung Blindenschriftherstellung etwas besonderes einfallen lassen. <br> Neben Herrn Herschel blicken 2004 auch Petra Hund und Roswitha Weilandt auf 40 Jahre Berufsttigkeit in der DZB zurck. Unter dem Motto 120 Jahre Blindenschrift sitzt die Abteilung am Nachmittag zusammen und tauscht Erinnerungen aus. Ich freue mich ber die Einladung zu dieser besonderen Verabschiedung und lausche der einen oder anderen Geschichte, die es dabei zu erzhlen gibt. <br> Reiner Grunert ist Vollblutinformatiker mit Interesse fr Asien und Radsport. Seit 1993 arbeitet er in der DZB. Es war die Zeit, in der Informationstechnik noch Elektronische-Daten-Verarbeitung hie und Rechnernetzwerke, ein leistungsstarkes Rechnersystem AS/400 sowie die automatische Hrbuchausleihe in der DZB Einzug hielten. Ob herkmmliche Brotechnik, Computerarbeitspltze mit Braillezeile und Sprachausgabe, PC-basierte Aufnahmepltze im Studio oder in der Hrzeitschriftenredaktion, Herr Grunert kennt sich aus und hilft jedem Mitarbeiter beim Verstndnis des Fachchinesisch. Auch er geht Ende Juni in den Ruhestand. <br> Bernd Mhnert muss das umsetzen, was Lothar Weilandt angedacht hat. Er wird, wenn Herr Weilandt in den Ruhestand geht, ab 1. Juli neuer Abteilungsleiter Technik in der DZB. Die Wochen nach Pfingsten sind nicht seine erste Bewhrungsprobe. Am 1. Juni fhrt um 7 Uhr der erste LKW auf den Hinterhof. 17 Paletten aus Stuttgart sind da. Es ist der Test fr die groe Lieferung. Die kommt am Sonnabend dem 7. Juni. Herr Mhnert sucht und findet auer ihm 7 Freiwillige, Heiko Becker, Anatoli Krger, Matthias Leopold, Holger Menzel, Werner Nitschke, Frank Richter und Joachim Stdtler, die an diesem regnerischen Tag sechs LKWs entladen. Sie nehmen sich der 103 Paletten an und sorgen dafr, dass bis 14 Uhr alles gut verstaut und trocken untergebracht ist. <br> Die Mitarbeiter der Punktschriftbibliothek machen sich Gedanken darber, wie die vielen Bnde gesichtet, sortiert, katalogisiert und eingearbeitet werden. Nach Schtzungen der Bibliothek wird es Jahre dauern, bis diese Arbeiten abgeschlossen sind. Untersttzung kommt von Studierenden der HTWK Leipzig, die praktische Erfahrungen in der Bibliotheksarbeit sammeln wollen. <br> Lothar Weilandt berwacht den Werkstattumbau, die Arbeiten am Fundament des Drucktiegels und viele andere fr den Direktor meist gar nicht wahrnehmbaren Arbeiten im Bereich Technik des Hauses. Nebenbei sichtet er seine Unterlagen. Da kommt viel zusammen, wenn man 41 Jahre gearbeitet hat. Drei Direktoren konnten sich auf ihn verlassen. Die Neubauten in den 60er Jahren, die Mangelwirtschaft bis 1989, die schwierige Wendezeit und die groe Rekonstruktion von 1997 bis 1999. Geplant und organisiert vom Technischen Leiter. In einer Abteilungsleiterberatung danke ich im Namen aller Herrn Weilandt fr seine geleistete Arbeit. Er will im Ruhestand seinen Garten pflegen und viele Reisen unternehmen. Wir wnschen ihm Gesundheit und viel Freude bei all seinen Vorhaben. <br> Abschiede sind immer Punkte der Besinnung. In Zeiten der Streichkonzerte und Haushaltskonsolidierungen wchst die Herausforderung, das Angebot an Literatur und anderen Informationsmedien fr Blinde und Sehbehinderte weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die in diesem Artikel genannten Personen haben eigene Beitrge zur Erfllung dieser Aufgabe geleistet. An dieser Stelle sei ihnen dafr ausdrcklich gedankt. <br> <br> <br> <h2><a name="zeile7">Die DZB auf der SightCity 2004 - ein etwas anderer Messebericht </a></h2> SUSANNE SIEMS <br> <br> Morgens halb Acht ging es los, fr die Kollegen aus Dresden, mit denen sich die DZB den Stand in Frankfurt teilte, noch einmal anderthalb Stunden frher. Das Auto war vollgeladen: die Blindenschriftmaschinen der Multitech gGmbH, ein Auswahlsortiment des Landeshilfsmittelzentrums in Dresden und drei groe Kisten der DZB. Man mag sich fragen, was es auf einer Messe, die sich schwerpunktmig mit elektronischen Hilfsmitteln befasst, fr Einrichtungen wie die drei genannten Spannendes zu prsentieren gab. Nun, warten wir das Ende dieses Berichtes ab. Jedenfalls hatte ich, wie wohl bei jeder Standprsentation, Zweifel, ob wirklich das Richtige eingepackt war. Wie sagt der Volksmund so schn - wer die Wahl hat, hat die Qual. Und Auswahl an Produkten und Dienstleistungen haben wir in der DZB ja zum Glck. Nur eins war mir klar - das : Schlepptop9 , offiziell auch auf den Namen Notebook hrend, musste mit. Wir hatten ja immerhin eine Neuheit im Softwarebereich vorzuzeigen. Seit Januar 2004 gibt es nun den in der DZB entwickelten deutschsprachigen DAISY-Leser. Er wurde und wird in den DZB-Nachrichten mehrfach vorgestellt, so dass ich an dieser Stelle nicht nher darauf eingehen muss und mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein wenig hinter den Kulissen der Messe wandeln kann. <br> Als DZB-Dame hatte ich auf dieser Dienstreise das Vergngen mit drei Herren. Meine beiden Dresdner Kollegen waren sehr nett, keine Kiste durfte ich allein heben. Aber besonders anhnglich war der Dritte. Victor, der Vollkommendste unter seinen zahlreichen Geschwistern, mit vollem Namen Victor Classic plus. Fr alle mit der neuen DAISY-Technik nicht so vertrauten Leser der DZBN sei hier angemerkt, dass es sich um das derzeit komfortabelste DAISY-Abspielgert handelt. Wir waren uns schon im Vorfeld der gemeinsamen Reise sehr nahe gekommen, in diesen drei Tagen lernte ich ihn lieben. Allerdings habe ich in Frankfurt auch gehrt, dass er schon bald einen jngeren Bruder bekommen soll - wir drfen ihn sicher mit Spannung erwarten - sein Name: PTN 1. <br> Im Shareton-Hotel am Frankfurter Flughafen angekommen, die erste kleine Panne fr mich. Ganz eingebildete Dame, hatte ich doch angenommen, Victor wrde mit meiner alleinigen Anwesenheit voll zufrieden sein. Dass auch er ab und zu mal auftanken muss, hatte ich einfach ignoriert. Aber das ist das Schne an so einer Messe, man ist ja nicht allein. Auf zum Stand einer bekannten Hilfsmittelfirma und ein Netzteil geborgt. Der Lacher am nchsten Tag - die Mitarbeiterin vom Nachbarstand hatte genau dasselbe Problem und dieselbe Lsung. So kam man mit den anderen Firmen schnell ins Gesprch - ein Aspekt, der mir bei dieser Messe besonders positiv aufgefallen ist. Die ganzen Tage hatte man das Gefhl, dass trotz nicht wegzudiskutierender Konkurrenz und Verschiedenheit die Zusammenarbeit funktionierte. Die Messegste wurden gegenseitig an die entsprechenden Stnde verwiesen. <br> rgerlich allerdings, dass so ziemlich in letzter Minute unser Stand verlegt worden war. Nicht in der groen Halle wurden wir untergebracht, sondern mit einigen anderen Ausstellern in einem separaten Raum. Aber dafr bei der Gastronomie! In den nchsten Tagen sollte sich zeigen, dass der Stand Vorteile hatte. Denn 3.000 Gesamtmessebesucher wollen auch essen und trinken, zumal es am Eingang einen Bon fr jeweils eine kostenlose Verpflegung gab. Es waren immer Leute an unserem Stand, aber nie so ein Gedrnge, dass keine Zeit fr Beratung blieb. <br> Die ersten Neugierigen kamen bereits vor vierzehn Uhr, dem offiziellen Messebeginn. In den nchsten Stunden sollte ich eine kleine berraschung erleben. Anziehungspunkt war nicht in erster Linie unser DAISY-Leser, sondern der Europaatlas. Sicher interessierten sich die Messegste fr unser Angebot an DAISY-Hrbchern und unsere neueste Ausgabe der DZB-Nachrichten auf CD-ROM fand guten Absatz. Aber ich lernte, dass auch auf einer Messe, die sich vorwiegend an Blinde wendet, ein Blickfang ntzlich ist. Besonders begrt wurde, dass wir mit dem Europaatlas ein Angebot fr Blinde und Sehbehinderte gleichermaen geschaffen haben - offensichtlich fr die Schulen eine wichtige Lernhilfe. Wann ist der Atlas fertig, gibt es auch andere Erdteile, den Weltatlas, kann man die Deutschlandkarte vorziehen? Am Messestand kommt das auch fr unsere Einrichtung so wichtige Feedback - wer will schon am Bedarf vorbei produzieren. Es gab jede Menge englischsprachiges Publikum - ich muss beichten, da htte die Standbetreuerin dringend vorher in ihre alten Lehrbcher schauen sollen. <br> Die Internationalitt steigt, je mehr die Welt kommunikationstechnisch zusammenrckt. Angebote zuknftig auch englischsprachigen Kunden besser zugnglich zu machen, das wird eine nicht unwichtige Aufgabe fr die nchsten Jahre sein. <br> Nach wie vor zeigte sich das groe Interesse an Reliefs. Und natrlich an der Verfgbarkeit der Kataloge im Internet bzw. auf CD-ROM. Anlsslich des 110-jhrigen Jubilums der DZB ist es uns brigens gelungen, zwei Studenten im Rahmen einer Diplomarbeit fr die Erstellung einer CD-ROM ber das Profil und Leistungsangebot der DZB zu gewinnen. Wir werden diese CD-ROM sicher Ende des Jahres in den DZBN nher vorstellen knnen. <br> Insgesamt haben sich die doch recht weite Anreise nach Frankfurt und die drei sehr anstrengenden Tage gelohnt. Das Interesse war gro, ausgesprochene DZB-Fans begegneten mir, auch manche kritische und nachdenklich stimmende Bemerkung nahm ich als Anregung mit nach Hause. Es gab viele, die sich erst einmal grundlegend informierten - DZB, was oder wer ist das? Es wird sich zeigen, ob wir interessieren konnten. Vielleicht ist ja der ein oder andere Leser dieses Artikels dabei, der auf der SightCity eine Probe-CD-ROM in der Hand hielt. <br> <br> <br> <h2><a name="zeile8">Verein zur Frderung der Blindenbildung gegr. 1876 e.V. </a></h2> IM JULI JHRT SICH DER GRNDUNGSTAG DES VZFB IN HANNOVER. <br> <br> Hilfe zur Selbsthilfe: Dies war der Leitgedanke, als am 27. Juli 1876 auf dem II. Europischen Blindenlehrerkongress in Dresden der Verein zur Frderung der Blindenbildung - als erste berregionale Blindenwohlfahrtseinrichtung der Welt - ins Leben gerufen wurde. Laut Statut hatte der Verein den Zweck, den Blindenanstalten sowie den selbststndigen Blinden Unterrichts- und Fortbildungsmittel zugnglich zu machen. <br> Nach der erstmaligen Herausgabe eines sechsbndigen Lesebuches in deutscher Punktschrift (1881-1886) richtete der Verein 1888 die erste deutsche Druckerei fr Brailleschrift - die tastbare Blindenschrift nach Louis Braille - ein und verffentlichte die weltweit erste Brailleschrift-Fibel. Die Abkehr von allen anderen Schriftarten fr Blinde im Jahre 1888 und die verbindliche Einfhrung der Brailleschrift war wohl die bedeutendste Leistung des Vereins zur damaligen Zeit. <br> 1895 wurde von dem Berliner Blindenpdagogen Hinze und dem Mechaniker Auerbach eine Maschine zur Produktion von doppelseitig bedruckten Metallplatten fr den Druck von Punktschrift auf Papier entwickelt. Diese Punziermaschine, die im Vereinsgebude in Hannover noch heute zu besichtigen ist, war der Vorlufer aller zurzeit im Einsatz befindlichen Punziermaschinen fr den Brailledruck. <br> Die Zentrale fr Blindenhilfsmittel, die ab 1913 aufgebaut wurde, hat sich inzwischen zur bedeutendsten Einrichtung dieser Art im deutschsprachigen Raum entwickelt und bietet ein reichhaltiges Sortiment an, das blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen aller Altersgruppen den Alltag erleichtern und ihnen ein weitgehend selbststndiges Leben ermglichen soll. <br> Seit seiner Grndung durchlebte der Verein eine wechselvolle Geschichte. Doch nach wie vor besteht seine satzungsgeme Aufgabe in der Rehabilitation und Integration blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen. Der VzFB ist eine anerkannt gemeinntzige Einrichtung, arbeitet eng mit dem Verband der Blinden- und Sehbehindertenpdagogen und -pdagoginnen e. V. (VBS) und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) zusammen und ist Mitglied im Parittischen Niedersachsen e.V. Der Verein hat zur Zeit etwa 1.700 Mitglieder. Unter den rund 30 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des VzFB befindet sich ein hoher Anteil an schwer behinderten, insbesondere blinden Menschen. <br> Im Verlag und in der Druckerei werden Bcher, Zeitschriften sowie Lehr- und Lernmaterialien in Brailleschrift erstellt, ferner werden Kundenauftrge aller Art ausgefhrt. Etwa 900 Musikalien stehen zur kostenlosen Ausleihe bereit. Mit dem breit gefcherten Angebot an Hilfsmitteln, das zurzeit etwa 1.300 Artikel umfasst, soll blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen aller Altersgruppen der Alltag erleichtert und ihnen ein weitgehend selbststndiges Leben ermglicht werden. Das Sortiment wird stndig durch geeignete Neuheiten erweitert, wobei jeder neue Artikel zuvor von blinden und sehbehinderten Menschen auf Handhabung und Tauglichkeit geprft wird. Viele Artikel werden in der Feinmechanischen Werkstatt des Vereins - zum Teil mit neuester Computertechnik und CMC-Anlagen - selbst entwickelt, produziert, instand gesetzt oder umgerstet. <br> Seit einigen Jahren bietet der Verein mit seinem Integrativen Leit- und Informationssystem I.L.I.S. eine vollkommen neue Art der Beschilderung an, die dem Anspruch der Integration blinder und sehbehinderter Menschen in unsere Gesellschaft in besonderer Weise gerecht wird. Das System hat sich bereits in mehreren ffentlichen Gebuden und auf Ausstellungsgelnden bewhrt, unter anderem wurde es auf der EXPO 2000 in Hannover eingesetzt. <br> Der Onlineshop www.vzfb.de war der weltweit erste mit uneingeschrnkter Zugriffsmglichkeit fr Blinde und Sehbehinderte. <br> Wer sich in den nchsten zwei Monaten selbst ein Bild vom Hilfsmittelangebot der Hannoveraner machen mchte, kann dies an folgenden Orten tun: <br> * Bielefeld <br> 08.07.2004, von 10.00 bis 17.00 Uhr <br> Veranstaltungsort: Mvenpick Hotel Bielefeld, Am Bahnhof 3, 33602 Bielefeld <br> <br> * Kaiserslautern <br> 10.07.2004, von 10.00 bis 16.00 Uhr <br> VzFB-Hilfsmittelausstellung beim Blindenverein der Pfalz e. V., Kaiserslautern (Veranstalter) <br> Der genaue Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben. <br> <br> * Wolfsburg-Fallersleben <br> 21.08.2004, von 11.00 bis 16.30 Uhr <br> Veranstaltungsort: Hotel Restaurant Hoffmannshaus, Hoffmannsaal, Westerstr. 4, Wolfsburg-Fallersleben <br> <br> <br> <h1><a name="zeile9">Die Kramkiste </a></h1> Im Bestand der Bibliothek gekramt <br> Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hrbuchtitel vor, die sich schon lnger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung fr die Alten und zur Information fr die Jungen. <br> <h2><a name="zeile10">Capek, Karel: Der Krieg mit den Molchen </a></h2> MITARBEITER DER PUNKTSCHRIFTBIBLIOTHEK <br> <br> Das Buch, das wir Ihnen heute vorstellen mchten, ist von Karel ?apek, einem tschechischen Schriftsteller der von 1890 bis 1938 lebte. In den zwanziger und dreiiger Jahren verffentlichte er u.a. eine Reihe fantastisch-utopischer Romane und Dramen in denen er mgliche schicksalhafte Konflikte der Menschheit im technischen Zeitalter vorfhrte. Etwa in Krakatit wo es um die Erfindung eines Supersprengstoffes geht, was spter ja mit der Entwicklung der Atombombe auch eingetreten ist. Oder der Roman Das Absolutum oder Die Gottesfabrik, wo es einem Ingenieur gelingt, das der Materie innewohnende Gttliche freizusetzen, mit den Folgen eines verheerenden Glaubenskrieges. <br> Auch in dem 1936 verffentlichten Roman Der Krieg mit den Molchen (BNA 5937, 6 Bde., rkh.) entwickelt ?apek eine satirisch berspitzte, negative Zukunftsutopie. Denn bedingt durch die Entstehungszeit des Buches - das Vordringen des Faschismus - sah sich ?apek in einer untergehenden Welt, aber er versuchte dennoch, sich den Glauben an eine Zukunft, an humanistische Werte zu bewahren. Am Schluss des Romans steht ein ironisches Bild vom Leben nach der Katastrophe; die Menschheit hat berdauert, aber von England, Frankreich oder Deutschland ist nur noch eine Legende geblieben, als von mythischen Lndern, die einst die Wiege der menschlichen Kultur waren. Die turbulente, fantastische Geschichte in diesem Roman, deren Bedeutung leicht herauszulesen ist, beruht auf gut beobachteten und gedeuteten Ereignissen der dreiiger Jahre. Wegen seiner politischen Haltung hatten die Faschisten Karel ?apek auf ihre Liste der Staatsfeinde gesetzt. Und nur durch den Tod konnte er sich 1938 ihrem Zugriff entziehen. <br> Die Handlung des Buches beginnt wie ein Abenteuerroman. Der hollndische Kapitn van Toch, eigentlich ein gebrtiger Tscheche, entdeckt auf der Suche nach neuen Perlmuschelgrnden in einer Lagune auf einer kleinen Insel bei Sumatra eine besonders intelligente Art von Molchen. Sie sind etwa kindsgro, bauen sich im Wasser der Lagune Behausungen, errichten Dmme, um Haifischen den Zugang vom offenen Meer zu versperren, und kommen abends ans Ufer um den Mond anzusingen. Der Kapitn van Toch wittert ein Riesengeschft. Den dazu notwendigen Geldgeber findet er in seiner tschechischen Heimat. Bald entsteht eine gigantische Industrie, die auf diesen seltsamen Tieren aufbaut, die schlielich sogar die menschliche Sprache lernen. Die fhrenden Staaten halten sich die Molche als billige Arbeitskrfte und als eine neue Waffengattung (bewaffnete Molchsdivisionen). <br> ?apek bringt auch einen Seitenhieb gegen die faschistische Rassenlehre, indem er deutsche Forscher zitiert, die ihre langschdligen, nordischen Molche, gegenber den sdlndischen Molchen hervorheben. Aber bald sind diese Tiere so zahlreich und haben so viel gelernt, dass sie den Spie umdrehen und sich gegen ihre einstigen Herren wenden. Sie beginnen damit, immer neue Wassergebiete zu schaffen, um ihren Lebensraum zu vergrern. Da sie dazu das Festland durch Sprengungen abtragen, ziehen sie der Menschheit nach und nach den Boden unter den Fen weg & <br> <br> Von Karel ?apek haben wir folgende Titel in unserem Bestand: <br> * Geschichten vom Hndchen und vom Ktzchen Vollschrift, BNA 2858 <br> * Das Absolutum oder Die Gottesfabrik BNA 6230 <br> * Die erste Kolonne BNA 5797 <br> * Daschenka Vollschrift, BNA 1482 <br> * Heimat BNA 7326 <br> * Das Jahr des Grtners BNA 3352 <br> * Leben und Werk des Komponisten Foltyn BNA 4532 <br> * Mrchen BNA 3144 <br> * Wie ein Theaterstck entsteht BNA 6051 <br> * Wie in alten Zeiten. Das Buch der Apokryphen BNA 6377 <br> <br> In der Hrbcherei gibt es auerdem: <br> * Krakatit BN 691 <br> * Geschichten aus der einen und der anderen Tasche BN 234 <br> <h2><a name="zeile11">Wolfgang Schreyer: Das Attentat </a></h2> JANA WALDT <br> [HRBCHEREI] <br> <br> Am 20. Juli 2004 jhrt sich zum 60. Mal das unter der Fhrung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg geplante Attentat auf Adolf Hitler. Passend dazu habe ich in unserem Bestand eine Erzhlung von Wolfgang Schreyer gefunden, die den ganzen Tag des 20. Juli 1944 Revue passieren lsst. <br> Am Morgen fliegt Graf von Stauffenberg mit seinem Adjutanten Werner von Haeften in das Fhrerhauptquartier Wolfsschanze zur Lagebesprechung. In seiner Tasche befindet sich eine Sprengstoffladung. Er lehnt die Tasche an ein Tischbein und verlsst unter einem Vorwand die Besprechung. Kurz vor der Detonation stellt jedoch jemand die Tasche direkt unter den schweren Eichentisch. Um 12.45 Uhr detoniert die Bombe. Vier Personen werden gettet, Hitler selbst jedoch nur leicht verletzt. <br> Der Hauptteil der Erzhlung widmet sich nun den Stunden, die zwischen dem Attentat und der Hinrichtung Graf Stauffenbergs und drei weiteren Offizieren liegen. Stauffenberg fliegt mit der Gewissheit vom Fhrerhauptquartier weg, dass Hitler tot sei und nun mit dem Umbruch begonnen werden knne. Nur sehr langsam wird ihm und den anderen Verschwrern klar, dass das Attentat misslungen war und Hitler noch lebte & <br> Mehr mchte ich zu dieser Erzhlung nicht sagen - hren bzw. lesen Sie selbst. Die Erzhlung wurde von Hans Lanzke aufgelesen und umfasst 2 Kassetten. Sie ist ebenfalls im Daisyformat erhltlich. Die Bestellnummer ist fr beide Versionen die Nr. 61. Auch in Blindenkurzschrift knnen Sie Das Attentat ausleihen - hier unter der BNA 3854. <br> Der Autor Wolfgang Schreyer ist besonders fr seine Abenteuer-Romane bekannt. Weitere Titel von ihm befinden sich in unserem Hrbuch- und Punktschriftbestand. <br> <br> <br> <h2><a name="zeile12">Bcher des Jahrhunderts </a></h2> Welche Bcher haben das 20. Jahrhundert am strksten geprgt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Brsenblatt des Deutschen Buchhandels verffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Brsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bcher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen knnen, stellen wir Ihnen ausfhrlicher vor. <br> <br> Wir setzen heute fort mit Position: <br> Nr. 74: <br> V. Packard: Die geheimen Verfhrer. (1957) <br> Nr. 75: <br> C. N. Parkinson: Parkinsons Gesetz. (1957) <br> Nr. 76: <br> B. Pasternak: Doktor Schiwago. (1957) <br> In der DZB in Punktschrift: <br> 6 Bde., G, rkzp. (Marburg) BNA 7971 <br> und als Hrbuch: <br> Sprecherin: Marlies Reusche. - 17 Kass. / 1 CD-ROM (24,5 Std.), 2198 <br> <h2><a name="zeile13">Boris Pasternak Doktor Schiwago </a></h2> Boris Leonidowitsch Pasternak (geboren am 29. Januar/10. Februar 1890 in Moskau; gestorben am 30. Mai 1960 in Peredelkino bei Moskau) war ein russischer Dichter und Schriftsteller. International bekannt ist er vor allem durch seinen Roman Doktor Schiwago. 1958 wurde ihm der Nobelpreis fr Literatur verliehen, den er jedoch aus politischen Grnden nicht annehmen konnte. <br> In Moskau geboren, wuchs Boris Pasternak in einem intellektuellen und knstlerischen Milieu auf. Sein Vater Leonid war Knstler und Professor an der Moskauer Schule fr Malerei, seine Mutter die bekannte Pianistin Rosa Kaufmann. Unter den Freunden und Bekannten, die Pasternak bereits in jungen Jahren zu Hause antraf, waren Musiker, Knstler, Schriftsteller - einer davon Lew Tolstoi, dessen Bcher sein Vater Leonid illustrierte. Als er als Dreizehnjhriger den russischen Komponisten Skrjabin kennen lernte, trumte er seitdem davon, Pianist und Komponist zu werden und beschftigte sich ausdauernd mit dem Klavierspiel, Musiktheorie und Komposition. Nach Abschluss des Moskauer deutschen Gymnasiums 1908 studierte er jedoch an der Moskauer Universitt Philosophie. Ein Auslandssemester im Sommer 1912 an der damals in Russland bekanntesten deutschen Universitt, der Philipps-Universitt Marburg (hchst erfolgreiche Studien bei den Neokantianern Hermann Cohen und Nicolai Hartmann) und Reisen in die Schweiz und Italien lieen in ihm jedoch den Entschluss reifen, sich der Poesie zuzuwenden: <br> Meiner Meinung nach sollte Philosophie dem Leben und der Kunst als Gewrz beigegeben werden. Wer sich ausschlielich mit Philosophie beschftigt, kommt mir vor wie ein Mensch, der nur Meerrettich isst. <br> In dieser Zeit schrieb er seine ersten, vom Symbolismus und Futurismus beeinflussten Gedichte, die 1913 im Almanach Lirika erschienen. 1914 verffentlichte er seine erste Gedichtsammlung in dem Buch Zwilling in Wolken, gefolgt vom 1917 erscheinenden ber die Barrieren, was ihm Aufmerksamkeit und Anerkennung in der literarischen Welt verschaffte. Seit 1914 war er auch Mitglied der symbolistischen Dichtergruppe Zentrifuge. <br> Whrend des 1. Weltkrieges arbeitete und lehrte er in einer Chemiefabrik im Ural, da er wegen einer Beinverletzung nicht zum Kriegsdienst eingezogen werden konnte. Obwohl Pasternak von der Brutalitt der neuen Regierung schockiert war, untersttzte er die Revolution. Seine Eltern und Geschwister wanderten 1921, als Auslandsreisen erlaubt wurden, nach Deutschland aus. Nach dem Krieg arbeitete Pasternak als Bibliothekar und schrieb u.a. Leutnant Schmidt, Meine Schwester, das Leben, und Das Jahr 1905. 1922 heiratete Pasternak Ewgenija Wladimirowna Lourie und hatte mit ihr einen Sohn. Die Ehe wurde 1931 geschieden. <br> Die Poesie blieb Pasternaks Leidenschaft und machte ihn zu einem der wichtigsten Dichter der russischen Moderne. Seine Gedichte entwickelten sich weg von den symbolistischen Einflssen, hin zu philosophischen Anstzen und Verarbeitung der Revolution. In den dreiiger Jahren passten seine Werke allerdings nicht in die Rahmenbedingungen des sozialistischen Realismus, und er arbeitete als bersetzer aus dem Franzsischen, Englischen und Deutschen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Berhmt sind seine bertragungen von Goethes Faust und Shakespeare'scher Tragdien, auerdem bersetzte er Werke von Rilke, Kleist und einigen englischen Schriftstellern. 1934 ging er eine zweite Ehe mit Sinaida Nikolajewna Neuhaus ein; die Familie zog 1936 in die Knstlerkolonie Peredelkino bei Moskau. Bei Kriegsausbruch 1941 meldete sich Pasternak freiwillig an die Front, wurde jedoch zunchst nach Tschistopol evakuiert und erst 1943 mit einer Schriftstellerbrigade in den Krieg geschickt. Die lyrische Verarbeitung seiner Kriegserlebnisse findet man in den Gedichten des Sammelbands In den Frhzgen (1943), und in Irdische Weite (1945). <br> Nach dem Krieg arbeitete Pasternak lange an seinem ersten und einzigen Roman, Doktor Schiwago, der in der Sowjetunion aufgrund seines Inhalts nicht erscheinen durfte. Der Roman, der whrend der russischen Revolutionszeit vor und nach 1917 handelt, beschreibt die Konflikte, in die ein Intellektueller (Schiwago) und seine geistigen und religisen berzeugungen mit der revolutionren Bewegung und der sozialistischen Realitt gert. Als Vorbild fr Lara, die weibliche Hauptfigur des Romans, soll dabei Pasternaks langjhrige Geliebte Olga Iwinskaja fungiert haben. Der Roman erschien 1957 nur im Ausland, zunchst in Italien und danach in 18 anderen Sprachen - ein internationaler Erfolg. In der Sowjetunion konnte er erst 1987 unter Gorbatschow publiziert werden, nachdem man Pasternak offiziell rehabilitiert hatte. <br> Als Pasternak 1958 der Nobelpreis fr Literatur fr seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenssischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der groen russischen Erzhltradition verliehen werden sollte, nahm er diesen zwar zunchst an, lehnte aber spter auf Druck der sowjetischen Obrigkeit ab. Dennoch wurde er in der Folge aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen. Aus einem persnlichen Brief Pasternaks an Chruschtschow geht hervor, dass Pasternak trotz aller Angriffe auf ihn und seine Arbeit auf keinen Fall Russland verlassen wollte. <br> Voller Plne und Ideen fr weitere Gedichte und einen Roman starb Boris Pasternak am 30. Mai 1960 an Lungenkrebs in Peredelkino. In einer besonderen Zeremonie nahm sein Sohn den von Pasternak abgelehnten Nobelpreis 1989 in Stockholm stellvertretend fr seinen Vater an. <br> [Quelle: http://www.net-lexikon.de] <br> Doktor Schiwago <br> Roman von Boris PASTERNAK. Vollendet 1955/56; Erstausgabe Mailand 1957. <br> In eigenwilliger Sprache, die aber doch schlichter, weniger dunkel und manieriert ist als die Sprache seiner frheren Prosawerke, schildert Pasternak in diesem historisch-politischen und gleichzeitig philosophischen Roman das Leben eines russischen Intellektuellen, des Jurij Schiwago (1892-1929). Schiwago lebt sein Leben aus einer bestimmten Weltanschauung, die man als Philosophie des Lebens, als Verehrung einer gttlichen Lebensurkraft oder als Pantheismus bezeichnen knnte. Als Arzt dient er dem Leben; als Dichter gestaltet er die Phnomene des Lebens in der unvergnglichen Form des Gedichtes; aus Liebe zum Leben nimmt er leidenschaftlichen Anteil an der Politik, die die Formen schafft, in denen das menschliche Leben sich menschlich gestalten kann. <br> Die Revolution von 1917 begrt er, weil sie ihm wie ein : Meer des Lebens9 erscheint, aber er verurteilt spter (wenigstens teilweise) das sich aus ihr entwickelnde Herrschaftssystem, insofern es den Sinn des menschlichen Lebens verkennt und vergewaltigt. Die Abschaffung der Privilegien der privilegierten Klassen, aus denen er selbst herkommt, heit er gut, die sozialen Errungenschaften der Revolution begrt er, aber die staatlich propagierte Weltanschauung, ihre Art, das Leben zu verstehen, ihre Philosophie des Glcks hlt er fr eine knabenhafte Harlekinade von unreifen Fiktionen. Da es nicht in seiner Macht steht, den von ihm verurteilten politischen Zustand zu ndern, geht er in die innere Emigration, - um den Preis des Verzichtes auf eine irgend angemessene soziale Stellung, auf die Ausbung seines Berufes, auf Entfaltung seiner Persnlichkeit, auf die Freude des Schpfertums. Er sinkt nicht nur sozial, sondern auch moralisch und geht physisch zugrunde. Aber der Untergang ist nicht das Letzte. Dem Tod folgt die Auferstehung. Jahrzehnte nach seinem Tode (1948-1953) helfen das Beispiel seines kompromisslosen Lebens und seine nachgelassenen Schriften seinen Freunden, das Leben im allgemeinen und den historischen Augenblick im besonderen tiefer zu verstehen und positiv in ihnen zu wirken. - Dem Roman sind 25 : Gedichte des Jurij Schiwago9 beigegeben, in denen gezeigt wird, wie ein tragisches Menschenschicksal im Medium der Dichtung gewandelt, wie es hier in seinem verborgenen Sinn begriffen wird und wie es dann ber den Tod des Dichters hinaus lebensschaffend weiterwirkt. <br> [Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur, Alfred Krner Verlag] <br> <br> <br> <h2><a name="zeile14">LOUIS </a></h2> LOUIS <br> [LEIPZIGER ONLINE UNTERSTTZUNGS- UND INFORMATIONSSERVICE FR SEHGESCHDIGTE] <br> Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). <br> Detaillierte Ausfhrungen zu den Themen knnen direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverstndlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis. <br> <br> <h2><a name="zeile15">Das Programm T-Geb - durch Vergleich billiger telefonieren </a></h2> ULRICH JANDER <br> <br> Wenn man im Festnetz telefonieren mchte, steht man oft vor der Frage, mit welchem Netzanbieter sollte dies geschehen, damit das Gesprch nur so teuer wird, wie es tatschlich sein muss. Call-by-Call oder Preselection sind hier oft die Begriffe. Es ist also wichtig zu wissen, welcher Netzanbieter der Gnstigste ist. Die meisten preislichen Vorteile liegen bei Call-by-Call, da vor jedem Telefongesprch durch das Voransetzen einer Netzanbieterkennzahl ausgewhlt werden kann, ber welchen Anbieter man telefonieren mchte. Um feststellen zu knnen, welcher Anbieter gerade der Gnstigste ist, gibt es mehrere Mglichkeiten, z. B.: <br> * das Internet unter www.billiger-telefonieren.de <br> * Nutzen eines Angebotes eines eingetragenen Vereins, der die Informationen fr seine Mitglieder zur Verfgung stellt, oder <br> * das Computerprogramm T-Geb, Version 5.4a. <br> Dieses Programm ist frei verfgbar (Freeware) und bietet u.a. die aktuellen Verbindungskosten der einzelnen Anbieter als Auflistung an. Die Aktualisierung der Daten (Update) erfolgt ber das Internet, indem man aus dem Programm heraus das Feld Update im Dialogfenster aktiviert. Das Programm T-Geb ist lediglich ca. 2,4 Mbytes gro und kann aus dem Internet heruntergeladen werden unter: <br> http://www.billiger-telefonieren.de/downloads/tgeb.php3. <br> Auf dieser Internetseite knnen auch Informationen ber das Programm gelesen werden, die in Fragen und Antworten gekleidet sind. Die Installation von T-Geb ist windowsgem und relativ einfach, d. h., mit Hilfe eines Screenreaders wird man per Sprache und mit Hilfe der Braillezeile durch die einzelnen Installationsschritte gefhrt. T-Geb kann mit den Betriebssystemen ab Windows 95, ber 98, 2000 bis XP eingesetzt werden. <br> Die Bedienung des Programms ist zuerst nicht sehr schwer; nach dem Start befindet man sich im Feld An:, in welchem die Vorwahl des Gesprchspartners eingetragen wird. Mit einmal Shift + Tab steht man im Feld Von:; dort ist die eigene Vorwahl einzutragen. Mit zweimal Tab ist man im Feld Bereich, wo man als Ausklappliste kontrollieren kann, ob z. B. Fern-, Nah- oder Regionalgesprche ausgewhlt sind. ber die Cursortasten nach unten bzw. oben kann der gewnschte Bereich ausgewhlt werden. Mit achtmal Tab gelangt man auf das Feld Update, worber die Aktualisierung mit Hilfe des Internets ber die Seite billiger-telefonieren geschieht. Nachdem der Update-Vorgang absolviert ist, kann der Downloadbereich geschlossen werden (in aller Regel ber die Maussimulation des Screenreaders), und T-Geb wird ebenfalls beendet. Anschlieend ruft man T-Geb wieder auf, kontrolliert, ob in den Feldern An, Von und Bereich die Angaben stehen, die gewollt sind. Jetzt ist die Liste anzuwhlen, welche die einzelnen Anbieter mit Vorwahl, Preis pro Gesprchseinheit und Zhltakt enthlt. <br> An dieser Stelle kommt es ganz besonders auf den Screenreader an, den man einsetzt. Im Falle von JAWS existiert eine Scriptanpassung, die in JAWS einzubinden ist, mit deren Hilfe ber Strg + Shift + Cursor nach unten bzw. oben in der Liste navigiert werden kann. Bei Virgo gelangt man ber die Nutzung des Screenwizards in die Liste und kann dort navigieren. Die Virgo-Bedienhinweise und die JAWS-Anpassung knnen bei mir in der DZB per Mail oder Diskette (einschlielich Versandtasche mit Wendeadresse) angefordert werden. Bei HAL bemht sich derzeit die Firma Tieman in Chemnitz um eine Zugnglichkeit auf die Auflistung der Anbieter in T-Geb. Im Falle von Blindows oder anderen Screenreaderanbietern msste bei diesen Firmen durch den jeweiligen Nutzer des Screenreaders angefragt werden, ob fr T-Geb eine Anpassung existiert oder geschrieben werden kann bzw. Bedienhinweise gegeben werden knnen. <br> Am Beispiel des Programms T-Geb ist zu sehen, wie wichtig ein aktueller Screenreader und die laufende Anpassung des Screenreaders an die unterschiedlichsten Anwendungsprogramme ist. Sicher sind diesen Arbeiten immer wieder Grenzen gesetzt, jedoch fehlende Anpassungen des Screenreaders an verschiedene Anwendungen knnen sich sehr schnell als Nachteil fr den jeweiligen Screenreader herausstellen. <br> Fr weitere Fragen zu diesem Thema oder anderen Themen stehe ich Ihnen gern zur Verfgung. <br> <br> <br> <h1><a name="zeile16">Info-Service </a></h1> <h2><a name="zeile17">Stau in der Punktschriftbibliothek </a></h2> Liebe Leser der Punktschriftbibliothek, sicherlich ist es Ihnen schon aufgefallen, dass die Bcherlieferungen aus Leipzig ausbleiben, obwohl Sie Ihre Bcher zurckgeschickt haben. Bisher konnten Sie beobachten, dass nach der Rcklieferung der Bcher sofort eine Neubelieferung an Sie erfolgte. Der Grund fr das Ausbleiben des Lesestoffes ist die doch stranfllige Technik. Trotz zweifacher Speicherung aller Daten ist es durch Stromabschaltung zu einem greren Defekt in der Computeranlage des Hauses gekommen. Die Informatiker setzen alle Mglichkeiten ein, um die computergesttzte Ausleihe wieder gangbar zu machen. Auch wir Mitarbeiter der Punktschriftbibliothek werden groe Anstrengungen unternehmen, um nach dem Beheben des Schadens den riesigen Stau schnell abzuarbeiten und alle Leser anzumelden und auch mit ihrer gewnschten Literatur zu versorgen. Wir bitten alle Leser um Verstndnis fr diese Situation. Wnschen wrden wir Mitarbeiter uns alle sehr, dass der Schaden schon behoben ist, wenn Sie diese Ausgabe der DZB-Nachrichten erhalten. <br> <br> <h2><a name="zeile18">Kalender fr 2005 </a></h2> Fr das nchste Jahr hlt die DZB insgesamt sechs Kalender bereit, drei davon sind Wandkalender und ebenfalls drei Taschenkalender. <br> Bei den Wandkalendern neu hinzugekommen ist der Grodruck-Wandkalender. ber Details informiert die folgende bersicht: <br> <br> WANDKALENDER <br> * Relief-Wandkalender Kfer <br> (Format ca. 27 x 34 cm) <br> Mit ca. 350.000 Arten sind Kfer die artenreichste Ordnung, erkennbar an den harten Flgeldecken. Deren Frbung reicht von dunklen Tnen bis zum hellen Gelb, Rot oder metallisch glnzendem Grn, Blaugrn, Gold, Violett oder Kupfer. <br> Der Kalender stellt 13 dieser interessanten Lebewesen auf 13 mehrfarbigen Reliefs und 13 Textseiten vor, Kalendarium und Texte in Blindenvoll- und Schwarzschrift. <br> EUR 23,00 <br> * NEU! Grodruck-Wandkalender <br> (Hochformat A3) <br> Zahlen und Buchstaben 2,5 cm gro; Wochen-Kalendarium mit Angabe der Feiertage, Wochenzahl, Mondphasen, Termine wie Beginn der Sommerzeit oder Frhlingsanfang ... Raum fr Notizen; Ringbindung mit Aufhngvorrichtung. <br> EUR 9,90 <br> * Jahres-Wandkalender in Punktschrift <br> Ein Folieblatt (Format ca. 42 x 50 cm) mit den Kalendarien der 12 Monate. Die 3 Monate eines Quartals sind nebeneinander, die 4 Quartale untereinander angeordnet. Gesetzliche bundesweite Feiertage sind hervorgehoben. Fr die Anbringung an der Wand ist die Folie mit einer Leiste versehen, an der sich zwei sen befinden. <br> EUR 3,80 <br> TASCHENKALENDER <br> * Vollschrift-Ausgabe <br> (Format ca. 11,0 x 13,0 cm) <br> Kalendarium mit Angabe der gesetzlich bundesweiten Feiertage; geklammert. <br> EUR 2,10 <br> * Kurzschrift-Ausgabe <br> (Format ca. 11,0 x 13,0 cm) <br> Angabe der gesetzlichen Feiertage und Termine fr die Schulferien in den Bundeslndern, Wochenzahl, Anzahl der monatlichen Arbeitstage, Termine wie Beginn der Sommerzeit oder Frhlingsanfang, Mondphasen. Vorschau auf die beweglichen gesetzlichen Feiertage des Folgejahres. <br> Neben jedem Monatskalendarium ist ein Notizblatt eingebunden - fr Ihre persnlichen Termine. Die Ringbindung ermglicht bequemes Umblttern der Seiten und eine Nutzung als Tischkalender. <br> EUR 6,00 <br> * Grodruck-Ausgabe <br> (Format ca. 12,0 x 14,0 cm) <br> Die Schwarzschrift-Ausgabe in Grodruck (Schriftgre 8 mm) bietet neben Monats- und Wochen-Kalendarium die Angabe der gesetzlichen Feiertage; Termine fr Schulferien in den Bundeslndern; Wochenzahl; Anzahl der monatlichen Arbeitstage; Vorschau auf die beweglichen gesetzlichen Feiertage des Folgejahres. <br> Im Wochenkalendarium mit Mondphasen umfasst jede Woche eine Doppelseite, so dass fr jeden Werktag zwei Zeilen Raum fr Notizen zur Verfgung stehen. Auch bei diesem Taschenkalender wurde eine Ringbindung verwendet. <br> EUR 6,00 <br> <br> <h2><a name="zeile19">Rund um die Brailleschrift </a></h2> Eine Internetseite mit fachkundigen Informationen rings um die Brailleschrift ist http://www.braille.ch. <br> Hier gibt es nicht nur Fragen und Antworten zum Thema Braille, sondern u.a. ein Verzeichnis von Regelwerken und Lehrbchern der Blindenschrift, ein Kurzschriftwrterbuch der deutschen Blindenschrift zum kostenlosen Download sowie Informationen der AG Braille im Verband der Blinden- und Sehbehindertenpdagogen und -pdagoginnen e.V. <br> <h2><a name="zeile20">Arbeitsgruppe Belange Sehbehinderter beim BSV Sachsen e.V. </a></h2> G. BHME <br> Das nchste Sehbehindertenseminar der AG findet vom 3. bis 5. September 2004 im Regenbogenhof in Rudelswalde statt. Die Arbeitsgruppe mchte hiermit die Mitglieder der Kreisorganisationen zu dieser Zusammenkunft herzlich einladen. <br> Wir bitten die Teilnahme bis 20.08. im Regenbogen bei Familie Httner (Tel. 0376 242580) zu melden. Es wird wieder ein reichhaltiges Informationsprogramm zu erleben sein. <br> <br> <h2><a name="zeile21">Barrierefrei wandern am Rennsteig </a></h2> [blip] Das Projekt Barrierefreie Modellregion hat sich das Ziel gesetzt, die Talsperrenregion am Rennsteig mit den Orten Oberhof, Luisenthal und Tambach-Dietharz barrierefrei zu gestalten. Mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Fachhochschule Schmalkalden soll die Talsperrenregion am Rennsteig mit den Orten Oberhof, Luisenthal und Tambach-Dietharz barrierefrei gestaltet werden. Wandern fr alle naturbegeisterten Menschen mit und ohne Behinderung ist eines der ersten Angebote in diesem Zusammenhang. Bis Ende Oktober knnen sie in gefhrten Gruppen den Thringer Wald kennen lernen. Routen und Programmablauf sind beim Veranstalter Wirthweins Wanderwelt erhltlich. <br> Telefon: 03691 723540, Fax: 03691 723541 <br> E-Mail: info@wirthweins-wanderwelt.com, <br> Homepage: www.wirthweins-wanderwelt.com <br> <br> <h2><a name="zeile22">Seminarausschreibung </a></h2> Thema: Reparaturen im Haushalt und kleine Werkzeugkunde vom 26.09. bis 02.10.04 <br> * Teilnehmerbeitrag: 700,00 EUR <br> (inkl. 6x Vollpension und Werkzeuggrundausstattung) <br> * Tagungssttte: Hotel Silverio, <br> A-4713 Gallspach/Obersterreich <br> * Anmeldeschluss: 15.08.04 <br> * Veranstalter: <br> BOB Bildung ohne Barrieren <br> Bildungsinstitut fr Blinde und Sehbehinderte e.V. <br> Hauptstrae 40, 79576 Weil am Rhein <br> <h1><a name="zeile24">Impressum </a></h1> DZB-Nachrichten erscheint zweimonatlich. <br> Kostenlose Beilage: Leipziger Bcherliste. <br> Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder DAISY-CD-ROM 7,68 , <br> Schwarzschrift 12,30 . <br> Diskette mit Jahreszusammenfassung ohne Beilage (nur fr Braillezeile) 7,68 . <br> (Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.) <br> <br> Online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html <br> <br> Alle Rechte vorbehalten. 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