DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 4 – 2005
Juli /August
14. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Ein Tag Leipzig

Einblicke

DAISY-TV – Hören, was im Fernsehen läuft

Das Ernst-Christoffel-Haus in Nümbrecht

Kalender für das Jahr 2006

Wie war das damals?

Hundert Jahre Blindenanstalt Chemnitz (Schluss)

Die Kramkiste

Hermann Hesse "Narziß und Goldmund"

Truman Capote: "Frühstück bei Tiffany"

Bücher des Jahrhunderts

Alexander Solschenizyn: "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch"

LOUIS

Die Rezeptverwaltung "Rezkonv Suite" als Basis für eigene Rezeptsammlungen und Kochbücher

Info-Service

Neu: "DAISY-TV"

Weitere Zeitschriften im DAISY-Format

Durchbruch im Rechtschreib-Streit

Vorsorgevollmacht registrieren lassen!

PABS im Internet

"Ein Herz für jeden Abgeordneten"

Impressum

Vorbemerkung

Im August 1905 wurde die Chemnitzer Blindenanstalt gegründet. Wir gratulieren zum 100. und liefern heute den Schluss von Dr. Uhligs Betrachtungen zur Geschichte der Chemnitzer Einrichtung.
Das Jahr ist gerade mal zur Hälfte rum, trotzdem interessiert man sich schon für die Kalender des nächsten Jahres. Hier werden sie vorgestellt. Die Kalenderfamilie aus der DZB hat wieder Zuwachs bekommen: ein neuer Schreibtischkalender verstärkt das Angebot der Kalender im Großdruck.
Auch in Sachen DAISY gibt es Neuigkeiten: Wir verraten Ihnen heute, welche DZB-Zeitschriften ab wann zusätzlich im DAISY-Format erscheinen. Eine ganz neue DAISY-Zeitschrift gibt es seit dem 1. Juni: "DAISY-TV" – eine Fernsehzeitschrift zum Hören.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse

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Ein Tag Leipzig

Christiane Felsmann
Zum diesjährigen "Tag der offenen Tür" am 03. September 2005 lädt die DZB alle Interessierten herzlich ein. An diesem Tag werden wir Ihnen Tür und Tor von 10 bis 16 Uhr offen halten, so dass Sie sich während einer Führung einen eigenen Eindruck vom Haus mit seinen einzelnen Abteilungen machen können. Die einzelnen Bereiche, wie Blindenschrift, Reliefherstellung, der Druck der Brailleschrift wie auch die Herstellung eines DAISY-Buches werden anschaulich beschrieben und erfahrbar gemacht.
Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch in diesem Jahr eine kulturelle Überraschung im Nachmittagsprogramm. Überdies werden sich in unserem Haus das Dresdener Landeshilfsmittelzentrum, die Firma hedo Rehatechnik und auch AUDIODATA GmbH präsentieren.
Ein besonderes Angebot können wir unseren Besuchern mit der barrierefreien Ausstellung "Das Alte Ägypten (Be)greifen" bieten. Einen Spaziergang von der DZB entfernt bietet diese Sammlung insbesondere Blinden und Sehbehinderten die Möglichkeit, ägyptische Hochkultur zu ertasten und zu (Be)greifen. Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag – Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr, nähere Informationen zu Führungen erhalten Sie bei Frau Seidel vom Ägyptischen Museum unter der Rufnummer 0341 9737013.
Unterstützung erhalten die Besucher zum "Tag der offenen Tür" am 03.09. auch bei der An- und Abreise zur DZB durch die Helferbörse des Blinden- und Sehbehinderten-Dienstes des Diakonischen Werkes Leipzig. Sehende Helfer holen Gäste vom Bahnhof ab, bringen die Besucher in die DZB oder in das Gohliser Schlösschen und sind auch bei der Organisation des Heimweges für Sie da. Interessenten melden sich bitte bei Frau Susan Hanske, Tel.: 0341 56121290.
Eine weitere Rufnummer gilt allen größeren Gruppen, die am 03. September die DZB besuchen: Bitte melden Sie sich bei Frau Neumann unter 0341 7113124, so dass wir die Führungen zu Ihrer Zufriedenheit realisieren können.
Bis zum Tag der offenen Tür: Ihr DZB-Team!

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Einblicke

DAISY-TV – Hören, was im Fernsehen läuft

Dr. Thomas Kahlisch
"Das hört sich interessant an!", sage ich zu dem Anrufer, "senden Sie mir doch bitte eine Probe-CD." – "In Ordnung, übermorgen haben Sie die", sagt er. Sein Name ist Andreas Regis. Ich habe eigentlich gerade den Kopf voll mit der Planung des Minimarathons, den es in zwei Tagen am 27. April hier im Leipziger Waldstraßenviertel geben soll. Henry Wanyoike und Regina Vollbrecht, beide sind blinde Marathonweltmeister, werden die DZB besuchen und wir wollen sie nicht nur mit der eilig organisierten und durchgeführten Punktschriftübertragung von Henrys Buch "Mein langer Lauf ins Licht" überraschen. Gemeinsam mit Regina und Henry sowie dem kenianischen Begleitläufer Joseph Kibunja werden ich und ca. 60 sportbegeisterte Leipziger durch das Rosental rennen. Und jetzt noch dieser Anruf. Aber die Idee ist wirklich toll. Ein aktuelles und vollständiges Fernsehprogramm im DAISY-Format. Mal sehen, wie die mir versprochene Probe-CD funktioniert.
Der 27. April beginnt so, wie wir es uns gerade nicht gewünscht haben, es regnet. Das Wanyoike-Team ruft aus dem Auto an. "Hier scheint die Sonne", scherzt Peggy Martin, Mitarbeiterin im BBW Chemnitz. "Komm, ihr wollt mich veralbern", sage ich. Ihr amüsiertes "Nein" spricht eine andere Sprache. Die Gäste kommen gegen 10:45 Uhr auf dem Hinterhof an. Es nieselt leicht. Zu Beginn gibt es eine Kurzführung durch die Blindenschriftherstellung und die Druckerei/Binderei. Es wird Englisch, Deutsch und Österreichisch gesprochen. Um 12 Uhr finden sich 25 Schüler des Sportgymnasiums der Stadt Leipzig, viele Studenten der Sportwissenschaften sowie kenianische Freunde von Henry am Haupteingang der DZB ein. Christiane Felsmann, PR-Referentin der DZB, koordiniert die Presse und bändigt die begeisterten Sportfans. Ich werde mit Mario Hoigt, Mitarbeiter Technik der DZB, rennen. Ein paar Tage zuvor sind wir gemeinsam die Strecke abgelaufen und jetzt hoffen wir, dass wir wenigstens die Turnschuhe schneller zugebunden haben, als die beiden Weltmeister für ihre erste Runde brauchen. Das Fernsehen ist auch da und präsentiert sich am unsportlichsten. Wir sollen langsam laufen, damit sie filmen können. Henry spaziert im leichten Trab und gibt ein Interview. Die Sonne kommt heraus. Ich bin beruhigt über den Wetterumschwung und freue mich über die Kolleginnen, die mitlaufen oder das Ganze als Streckenposten und anfeuerndes Publikum unterstützen.
Um 13 Uhr ist Pressekonferenz. Das Fernsehen hat seine Bilder längst im Kasten und auch der Mitarbeiter der "Leipziger Volkszeitung" ist schon an seinen Redaktionsschreibtisch zurückgekehrt. Ich übergebe Henry Wanyoike wie versprochen sein Buch in Blindenschrift. Es wurde in Rekordzeit – weniger als einer Woche – von den Mitarbeitern der DZB übertragen, korrekturgelesen, gedruckt und gebunden. Henry erhält gleichzeitig sein Buch im DAISY-Format, die Schweizer Blindenbücherei CAB in Landschlacht hat mitgespielt und die Fertigstellung vorgezogen. Damit der blinde Kenianer das Hörbuch auch komfortabel abspielen kann, hat die Firma Handy Tech einen PTN1 gesponsert. Henry ist begeistert über die Geschenke, er verspricht mir, den DAISY-Gedanken in die Welt zu tragen. Ich erzähle ihm, dass von seinem Kontinent bislang nur die Südafrikanische Blindenbücherei im DAISY Consortium mitwirkt, aber das es ein Projekt "DAISY for All" gibt, das moderne Informationsangebote für blinde Menschen in die Dritte Welt trägt.
Jörg-Henning Meyer von der Christoffel-Blindenmission begleitet Henry Wanyoike. Als PR-Manager ist der Österreicher für das Projekt "Licht für die Welt" zuständig, das den Marathonläufer und seine Öffentlichkeitsarbeit unterstützt (Internet: www.henry4gold.com).
Begeistert zeigen sich die Gäste von den Reliefs aus der DZB. "Blindenschrift wird auch in Afrika gedruckt, aber solche tastbaren Abbildungen habe ich dort noch nie gesehen", sagt der CBM-Mitarbeiter. Henry sucht auf dem Europa-Atlas Deutschland und die Schweiz. Der Mann ist späterblindet und liest die Brailleschrift. Von den Karten ist er angetan. Schnell findet er sich zurecht, zeigt mir Großbritannien und Irland. Da geht es in der nächsten Woche hin.
Die Zeit rennt und das Wetter hat am Ende doch mitgespielt. Ein ganz besonderer Arbeitstag endet mit dem Abschiednehmen auf dem Hinterhof der DZB. Das Wanyoike-Team fährt nach Chemnitz zurück. Am Abend gibt es dort noch ein Treffen mit den Auszubildenden. Ich weiß nicht, ob die Sportler davor noch trainieren müssen?
Zurück im Büro schiebe ich die gerade eingetroffene CD von Andreas Regis in den PTN1 und höre, was ab Sonnabend bis Freitag im Fernsehen läuft.
Schon seit Oktober letzten Jahres bietet die Familie Regis unter der Internetadresse www.blinden-portal.de einen neuen Service zum telefonischen Abfragen des Fernsehprogramms an. Das Technische hat Andreas Regis sich selbst ausgedacht und realisiert. Eine Arbeit, die ihn seit 18 Monaten beschäftigt. Der blinde Softwareentwickler weiß, wie wichtig es ist, dass ein solches Angebot exakt geplant und gründlich getestet wird, um am Markt zu bestehen. Die CD, die er mir geschickt hat, enthält das Fernsehprogramm genau einer Woche im DAISY-Format. Legt man die Scheibe ein, so meldet sie sich mit der Information, um welche Kalenderwoche es sich handelt. Auf der ersten Navigationsebene lässt sich der Wochentag, auf der zweiten der Sender – es stehen 32 zur Auswahl – und auf der dritten Ebene der Tagesabschnitt (morgens, mittags, nachmittags, Vorabend und Abend) auswählen. Mit den Phrasentasten am DaisyLeser kann man von Sendung zu Sendung springen. "Steffi", die synthetische Sprache, liest nicht nur die Zeiten der einzelnen Sendungen vor, sondern verrät auch, wer moderiert oder Regie geführt hat, welche Schauspieler dabei sind und um was es in der jeweiligen Sendung im Einzelnen geht. Auch mit dem kostenfreien Abspielprogramm DaisyLeser lässt sich das Fernsehprogramm abspielen. Insgesamt sind auf einer CD 60 Stunden gesprochene Informationen enthalten. Wenn man diese Menge in Punktschrift anbieten wollte, so würden pro Woche 1.800 Seiten an den Abonnenten versandt werden müssen. Völlig unvorstellbar, ohne DAISY und "Steffi" ein solches umfassendes und aktuelles Angebot zu machen. Auch kein handelsüblicher MP3-Spieler bietet blinden oder sehbehinderten Anwendern die Navigationsfunktionen, die für ein solches komplexes Programm erforderlich sind.
Ich rufe Andreas Regis an und vereinbare, dass wir ab Juni 2005 gemeinsam eine Fernsehzeitschrift im DAISY-Format herausbringen. Zuvor ist noch viel abzustimmen. Pünktlich am 1. Juni ist es dann so weit. Wir haben die Medien informiert und Deutschlandfunk, MDR-Info sowie der engagierte Leipziger Studentensender Mephisto kommen zur Präsentation der "DAISY-TV".
Einen Tag zuvor ruft der freie Mitarbeiter des DLF beim Verlagsleiter der DZB, Werner Nitschke, an. Der Radiomann ist im Zweifel, ob Blinde wirklich Fernsehen? Wir können ihn mit der Präsentation überzeugen und so strahlt der Deutschlandfunk in seiner Sendung "Computer und Kommunikation" am 4. Juni einen gelungenen Beitrag zu unserer neuen Zeitschrift aus. Am 10. Juni bringt MDR-Info einen ähnlichen Beitrag.
Die wachsenden Abonnentenzahlen geben uns Recht. Die Zeitschrift ist ein Renner. Es kommen Vorschläge, die Sendungen, die mit Audiodeskription ausgestrahlt werden, anzusagen. Für Andreas Regis kein Problem. Ab Nummer 3 kommt an jedem Wochentag eine Zusammenfassung, welche Sendung an diesem Tag mit zusätzlicher Tonspur ausgestrahlt wird. Nur die vereinzelt nachgefragten Showview-Nummern, die passen nicht mehr auf die CD und wir wollen, wenn es die Abonnenten auch so sehen, an der großen Senderauswahl festhalten.
Aber es gibt nicht nur neue Zeitschriften im kühlen Juni in der DZB. Der neue Wandkalender, das erste Anschauungsmuster zumindest, ist fertig. In Format, Qualität und Aufbau ist er ganz der Alte geblieben. Neu ist die Verwendung durchsichtiger Folie und das Angebot exzellenter Farbdrucke, die unter den tastbaren Bildern liegen. Das schon vom Europa-Atlas bekannte Herstellungsverfahren hat zur Folge, dass der Verkaufspreis mit 15 Euro erheblich unter seinem Vorgänger liegt, ohne dass sich die Gebrauchseigenschaften verändert haben.
Im Bereich Kalender arbeiten die KollegInnen im Verlag noch an einer zweiten Neuheit. Die Taschen- und Wandkalender im Großdruck erhalten einen Bruder, der genau zwischen den beiden Großen liegt. Es handelt sich um einen Tischkalender für Sehbehinderte, der das Kalendarium für eine Woche auf einer A4 Seite wiedergibt. Er kann gut von Menschen, die noch einen kleinen Sehrest haben, als Terminkalender verwendet werden.
Doch am Ende noch einmal kurz zu DAISY. Seit 8. Juni 2005 gibt es ihn nun endlich: "Der Spiegel – Das deutsche Nachrichten-Magazin", im DAISY-Format. Herausgegeben von der BLISTA Marburg. Gelesen von vier Sprechern und aufwändig produziert, erscheint die DAISY-Fassung immer mittwochs, also genau zwei Tage nach der Druckfassung. Früher überlegte ich immer, nehme ich den Spiegel oder das gerade aktuelle Hörbuch mit auf die Wochenendreise. Heute passt beides in den Rucksack und Tommy, mein Führhund, braucht sich nicht zu sorgen, dass ich die Hundekekse aus Platzmangel zu Hause lasse. Auch für das Fernsehprogramm wäre noch Platz, jedoch brauche ich das in der Regel nicht, wenn ich auf Reisen bin.

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Das Ernst-Christoffel-Haus in Nümbrecht

Dr. Hans-Eugen Schulze
In drei Jahren kann die Christoffel-Blindenmission ihren 100. Geburtstag feiern. Andererseits ist vor fünfzig Jahren ihr Begründer, Pastor Ernst J. Christoffel, in Isfahan in Persien (heute Iran) verstorben. Dreißig Jahre vorher hatte er dort eine Blindenschule gegründet. Da er während des zweiten Weltkriegs, in dem das Land von England besetzt wurde, seine Schützlinge nicht im Stich lassen wollte, nahmen die Engländer ihn gefangen und entließen ihn nach dem Krieg in Deutschland. Da er nicht sofort wieder nach Isfahan zurückkehren konnte, aber trotzdem etwas Nützliches tun wollte, gründete er für Kriegsblinde das heute nach ihm benannte Ernst-Christoffel-Haus – Heim für Blinde und Sehbehinderte – in Nümbrecht. Das Gedenken an seinen Tod nehme ich zum Anlass, vor allem den Seniorinnen und Senioren unter den Lesern, das Haus vorzustellen, nachdem ich seit Mitte der sechziger Jahre als Berater der CBM immer wieder einmal Anregungen zur Gestaltung des Heimbetriebs beisteuern konnte.
Nümbrecht ist ein heilklimatischer Kurort mit mildem Reizklima im Oberbergischen Kreis, 260 Meter hoch gelegen, über Köln und Gummersbach mit der Bahn gut erreichbar und vor einigen Jahren damit ausgezeichnet worden, dass er durch laufende Verbesserung und Sicherung seiner Umwelt- und Urlaubsqualität den höchsten Ansprüchen genügt.
Das Heim selbst liegt in einem Parkgelände, welches von einem Stangenleitsystem durchzogen wird. So können sich auch Menschen gut in ihm zurechtfinden, die erst im Alter erblindet sind. Der Orientierung im Heim selbst dienen behindertengerechte Aufzüge mit tastbarem Bedienungsfeld (Blindenschriftprägung) und Sprachausgabe sowie tastbare Türschilder und Barrieren an den Treppenabgängen. Alle Gänge und öffentliche Räume sind sehbehindertengerecht ausgeleuchtet. Die Einzelappartements sind 28 bis 38 qm groß, die Bewohner dürfen sie selbst pflegen, brauchen das aber natürlich nicht. Sie können Führhunde und andere Haustiere mitbringen, soweit sie sie noch selbst zu betreuen vermögen.
Das Heim will seinen Bewohnern das Gefühl der Wärme, der Zuversicht, der Sicherheit, der Orientierung und des Angenommenseins vermitteln, und wünscht sich, dass sie in ihm ein neues Zuhause finden. Dazu trägt das Personal, soweit nötig, auch durch eine aktivierende Pflege bei.
Der Soziale Dienst bietet den Bewohnern vielerlei Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Spaziergänge und Wanderungen auch mit Ehrenamtlern an, ferner kulturelle und gemeinschafts-fördernde Veranstaltungen, zu denen auch die ehrenamtlichen Begleiter eingeladen werden. Die körperliche Fitness wird durch Sitzgymnastik, die geistige durch Gedächtnistraining gefördert.
In dem Heim finden nicht nur Blinde und Sehbehinderte einen Platz, sondern auch ältere Menschen mit leichter bis schwerer Pflegebedürftigkeit. Es besteht ein gutes Miteinander aller Gruppen, die sich zu gegenseitiger Hilfeleistung motivieren.
Dem christlichen Charakter des Hauses entspricht es, dass allmorgendlich eine Andacht gehalten und in die Zimmer übertragen wird. Der örtliche Sonntagsgottesdienst und die wöchentliche Bibelstunde werden ins Haus und von dort gleichfalls in die Zimmer übertragen. Monatlich werden außerdem evangelische und katholische Bibelstunden im Haus selbst abgehalten. Wer selbst am evangelischen oder katholischen Gemeindegottesdienst teilnehmen möchte, wird hingebracht und wieder abgeholt.
Durch diese Vorstellung hoffe ich, Leserinnen und Lesern, die nicht mehr allein zuhause leben möchten, Mut gemacht zu haben, künftig in Gemeinschaft mit anderen in Nümbrecht zu leben.

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Kalender für das Jahr 2006

Für das nächste Jahr stehen 7 Kalender zur Auswahl. Neu beim Relief-Wandkalender ist die Verwendung transparenter Folie in Verbindung mit hochwertigen Farbdrucken. Und überhaupt neu im Angebot ist der Großdruck-Tischkalender. Bestellungen werden bereits angenommen, die Auslieferung erfolgt ab August/September.
1. Wandkalender

Relief-Wandkalender 2006
Neu!
Jedes Kalendermotiv ist auf einem transparenten Relief dargestellt, das mit einem Vierfarbdruck unterlegt ist (Format ca. 27 x 34 cm). Das Kalenderthema "Die ersten Fahrzeuge" folgt chronologisch der Entwicklung der Verkehrsmittel des technischen Zeitalters. Begonnen wird im Jahr 1776 mit dem ersten Tauchboot und dem ersten Heißluftballon, 1804 geht es weiter mit der ersten Dampflokomotive, das Dampfschiff 1807, das erste Zweirad, das erste Luftschiff folgen. Ihnen schließen sich Straßenbahn, Auto, Rakete und Düsenflugzeug an, bis schließlich per Sputnik und Raumstation das Weltall erobert wird. Ein Text zu jedem Motiv vermittelt interessante Fakten. Kalendarium und Texte in Blindenvoll- und Schwarzschrift.
(15,00 €; BNV 4345)
Jahres-Wandkalender 2006 in Punktschrift
Ein Folieblatt (Format ca. 42 x 50 cm) mit den Kalendarien der 12 Monate. Die 3 Monate eines Quartals sind nebeneinander, die 4 Quartale untereinander angeordnet. Gesetzliche bundesweite Feiertage und erstmals auch die Mondphasen sind gekennzeichnet. Für die Anbringung an der Wand ist die Folie mit einer Leiste versehen, an der sich zwei Ösen befinden.
(3,80 €; BNV 4328)
Großdruck-Wandkalender 2006
Hochformat A3, Zahlen und Buchstaben 2,5 cm groß, Wochen-Kalendarium mit Angabe der Feiertage, Wochenzahl, Mondphasen, Termine wie Beginn der Sommerzeit oder Frühlingsanfang ... Raum für Notizen, Ringbindung mit Aufhängvorrichtung.
(9,90 €; BNV 4344)
2. Tischkalender

Neu! Großdruck-Tischkalender 2006
Das günstige Querformat A4 zum Ablegen auf dem Schreibtisch bietet genügend Raum für eigene Notizen, die Ringbindung gestattet flexibles Auf- oder Umschlagen der Seiten. Wochen-Kalendarium mit Angabe der Feiertage, Wochenzahl, Mondphasen, Termine wie Beginn der Sommerzeit oder Frühlingsanfang …
(7,90 €; BNV 4449)
3. Taschenkalender

Taschenkalender 2006 – Vollschrift-Ausgabe
Format ca. 11,0 x 13,0 cm; Kalendarium mit Angabe der gesetzlich bundesweiten Feiertage; geklammert.
(2,10 €; BNV 4341)
Taschenkalender 2006 – Kurzschrift-Ausgabe
Format ca. 11,0 x 13,0 cm; Neben jedem Monatskalendarium ist ein Notizblatt eingebunden – für Ihre persönlichen Termine. Die Ringbindung ermöglicht bequemes Umblättern der Seiten und eine Nutzung als Mini-Tischkalender.
(6,00 €; BNV 4342)
Großdruck-Taschenkalender 2006
Format ca. 12,0 x 14,0 cm; die Schwarzschrift-Ausgabe in Großdruck (Schriftgröße 8 mm) bietet neben Monats- und Wochen-Kalendarium die Angabe der gesetzlichen Feiertage; Termine für Schulferien in den Bundesländern; Wochenzahl; Anzahl der monatlichen Arbeitstage; Vorschau auf die beweglichen gesetzlichen Feiertage des Folgejahres. Im Wochenkalendarium mit Mondphasen umfasst jede Woche eine Doppelseite, so dass für jeden Werktag zwei Zeilen Raum für Notizen zur Verfügung stehen. Auch bei diesem Taschenkalender wurde eine Ringbindung verwendet.
(6,00 €; BNV 4343)
Auskünfte, Bestellungen unter
Tel. 0341 7113-119 oder info@dzb.de

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Wie war das damals

Hundert Jahre Blindenanstalt Chemnitz (Schluss)

Dr. Werner Uhlig
Ende Januar 1945 ist die Breslauer Blindenanstalt evakuiert worden. Eines Nachts trafen die Schlesischen Blinden in der Chemnitzer Blindenanstalt ein. Bis Kriegsende existierten dann gewissermaßen zwei Blindenanstalten in einer. Die Breslauer Blinden hatten auf ihr Personal und auf ihren Direktor zu hören. So bestanden zwei Struktureinheiten unter einem Dach. An regulären Schulunterricht war zu dieser Zeit schon nicht mehr zu denken. Wer von uns Sachsen konnte, der verließ die Anstalt und fuhr nach Hause. Die Breslauer Blinden konnten das meistens nicht, denn sie wussten noch gar nicht, wo ihre Angehörigen hingeflüchtet waren. Sie erlebten das Eintreffen der russischen Truppen in der Blindenanstalt. Soweit ich mich erinnere, sind während der letzten Kriegsmonate drei Bomben auf das Anstaltsgelände gefallen und haben das Haus 16 beschädigt. Volltreffer gab es zum Glück nicht. Im April kamen Amerikaner von der Autobahn A 4 her mit Panzern bis an das Anstaltsgelände heran, um in Augenschein zu nehmen, was das für eine Anlage sei. Sie verabschiedeten sich mit einem Kanonenschuss. Die Panzergranate durchschlug das Mauerwerk im Erdgeschoss des Hauses 28. Zu Schaden kam glücklicherweise niemand. Das Loch in der Außenwand des unteren Korridors wurde dann natürlich von allen in der Anstalt wohnenden Blinden mit Interesse inspiziert. Im Mai nahm eine russische Reitereinheit in der Blindenanstalt Quartier. Bis in das Jahr 1946 hinein waren die Häuser im südlichen Teil des Anstaltsgeländes vom russischen Militär beschlagnahmt. Russische Soldaten sind dort bis in den Herbst 1945 stationiert gewesen. Sie hatten auch eine Militärkapelle dabei, die bei schönem Wetter Platzkonzerte veranstaltete und weithin zu hören war. Hingehen durften wir nicht. Umgekehrt kamen jedoch russische Soldaten zu uns, besonders immer dann, wenn der eine oder andere Akkordeon spielte. Wir haben auch damals noch oft und gern gesungen. Besonders die Breslauer kannten eine Menge schöner Lieder. Unsere Uhren waren nach Moskauer Zeit gestellt. Wenn es eigentlich erst 22 Uhr war, ertönte im Anstaltsgelände aus den Lautsprechern die sowjetische Nationalhymne, die Radio Moskau nach russischer Zeit um 24 Uhr sendete.
Zu dem beschlagnahmten Teil der Anstalt gehörten die Wohnhäuser zwischen Flemmingstraße und Beamtenweg, das Verwaltungsgebäude, Haus 2, also unsere Schule, sowie die Häuser 21, 22, 23, 15, 16, 17 und 18. Um dieses Gebiet herum war ein ungefähr 2 m hoher Stacheldrahtzaun errichtet worden. Die Anstaltstore an der Flemmingstraße waren geschlossen. Durch zwei Tore blieb jedoch die Anstalt zugänglich, nämlich durch das Kohlenwegtor und durch das Gutswegtor. Dort standen Schilderhäuschen, und russische Posten hielten Wache.
Unser Schulunterricht hatte im Herbst 1945 wieder begonnen und fand in den Räumen des Hauses 28 und in Kellerräumen der Wäscherei statt. Eine Lehrausbildung in der Bürsten- und Korbmacherei jedoch war erst 1946 wieder möglich. Nachdem die russischen Soldaten Ende 1945 den unteren Anstaltsteil verlassen hatten, sind in diesen beschlagnahmten Häusern ehemalige Zwangsarbeiter, so genannte "Ostarbeiter" zusammengeführt worden, bevor sie ihre Heimreise antreten konnten. Mit ihnen haben wir manchmal Tauschgeschäfte am Stacheldrahtzaun abgewickelt – ein Päckchen Süßstoff oder ein Taschenmesser gegen ein Kochgeschirr Kascha etwa, das war Buchweizenbrei mit fettem Schweinefleisch. Nach Norden zu war das Anstaltsgelände offen geblieben und das war gut so. Die Zentralheizung in unseren Häusern war nicht in Betrieb. Wir mussten in den Aufenthaltsräumen große eiserne Öfen heizen. Briketts, Rohbraunkohle, sogenannte Presssteine haben nie gereicht. Wir besorgten uns darum Holz aus dem Wald hinter der Anstalt und stahlen Saubohnen von den Feldern des Anstaltsgutes.
Erst 1946/47 begann sich das Anstaltsleben wieder schrittweise zu normalisieren. Wir bekamen neues Personal, neue Lehrer und auch einen neuen Direktor, der allerdings vom Blindenwesen nicht viel Ahnung hatte. Es kamen aber auch Experten zu uns, an die ich voller Hochachtung denke, Hedwig Schmidt zum Beispiel, sie wurde Schulleiterin, und Werner Schmidt, dem wir den ehrenvollen Spitznamen "Blindenpapst" gaben. Die alte Ordnung war dahin. Wir Jugendlichen haben uns damals in eigener Regie und ohne alle Gängelei eine FDJ-Gruppe aufgebaut, die Format hatte. Chor, Laienspiel- und Rezitatorengruppe sowie die Tanzkapelle waren in Chemnitz und der Region gefragt, und wir trieben eine hartnäckige Interessenvertretung auf allen Gebieten für unsere Mitglieder. Es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, etwa für die Zeit zweites Halbjahr 1948 bis Anfang der 50er Jahre hat es in der Blindenanstalt eine Art Doppelherrschaft gegeben – eine relativ schwache Anstaltsleitung und eine starke FDJ-Gruppenleitung. Ohne uns und schon gar nicht gegen uns ging damals nichts. Musste der Direktor eine unpopuläre Maßnahme durchsetzen, konsultierte er vorher unseren FDJ-Gruppensekretär. Es hätte sonst ernsthafte Schwierigkeiten gegeben. Ich war dabei, als wir einmal der Anstaltsleitung mit einem Streik gedroht haben – und wir hätten nicht gezögert. Damals half der Anstaltsleitung vor allem Geduld. Sie kannte ja unsere Entlassungstermine, die würden kommen und schließlich zogen wir alle unsere Straße ins Leben. Einer wurde Prediger, einer Organist und Kantor, zwei Professoren, zwei weitere promovierten, einer wurde Vizepräsident des Blinden- und Sehschwachenverbandes der DDR und Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, und einer Kriminalobermeister bei der Deutschen Volkspolizei. Der jetzige Vorsitzende des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin ist auch einer von unseren damals noch jüngeren Mitstreitern. Auch die anderen, die keine akademischen Grade oder Titel erlangt haben, sind ordentliche und erfolgreiche Leute geworden. Den Grundstein dafür hat die Chemnitzer Blindenanstalt gelegt, und dafür sagen wir unserer Schule zu ihrem 100-jährigen Jubiläum herzlichen Dank.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt – Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden – zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Hermann Hesse "Narziß und Goldmund"

Angelika Müller [Punktschriftbibliothek]
Hermann Hesse wurde 1877 geboren und trat 1891 in ein Klosterseminar ein. Er entstammte dem schwäbischen Pietismus, in den die Welt Indiens durch die Missionstätigkeit des Vaters hineinreichte. 1912 zog sich Hesse in die Schweiz zurück. 1899 veröffentlichte er seine ersten Werke. 1926 wurde er Mitglied in der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. Im Zeitraum von 1936 bis 1962 erhielt er zahlreiche Ehrungen für seine Werke. 1962 verstarb er an einem Hirnschlag.
Das Leben im Klosterseminar verarbeitete Hesse in vorliegendem Buch, das 1930 erschien. Es war eines der erfolgreichsten Bücher Hesses. In einem Freundespaar personifiziert und polarisiert der Autor zwei gegensätzliche Lebenshaltungen. Narziß und Goldmund, das ist die Gegenüberstellung von Wissenschaft und Kunst, Denken und Fühlen. Goldmund ist dem Leben zugewandt, ein phantasiebegabter, genusshungriger Künstler. Narziß dagegen zieht sich in die Beschaulichkeit zurück. Er fühlt sich dem Denken und der Wissenschaft verpflichtet.
Goldmund wurde von seinem Vater in das Kloster Mariabronn gebracht, schnell lebt er sich dort ein. Zu seinem Lehrgehilfen, dem Mönch Narziß, fühlt er sich sehr hingezogen. Ebenso hegt der junge Mönch freundschaftliche Gefühle zu Goldmund. Beide Männer tauschen sich über viele Dinge des Lebens aus und philosophieren. Narziß spürt durch seine ausgeprägte Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis, dass Goldmund das Kloster bald wieder verlassen wird. Er teilt auch Goldmund mit, dass er für das Klosterleben ungeeignet ist.
Goldmund verlässt tatsächlich das Kloster. Durch seine guten Kenntnisse in Latein wird er bei einem Ritter aufgenommen, um dessen Töchter er heimlich wirbt. Es gelingt ihm, die Ältere für sich zu gewinnen. Die jüngere Tochter berichtet aus Eifersucht ihrem Vater von dieser heimlichen Beziehung und Goldmund wird vertrieben. Eine aus Holz geschnitzte Mutter Gottes zieht schließlich seine Aufmerksamkeit an und er sucht den Schöpfer dieses Werkes auf, um das Handwerk der Schnitzkunst zu erlernen. Vier Jahre arbeitete er zielstrebig und mit großem Können an einem Werk und der Meister, beeindruckt von seinem Können, möchte ihm den Meisterbrief ausstellen. Goldmund lehnt ab und begibt sich wieder auf Wanderschaft. Er trifft auf Robert, einen Landstreicher und Lene, ein Dienstmädchen. Diese drei ziehen nun gemeinsam von Ort zu Ort.
Goldmund wird zum Mörder, als er einen Landstreicher tötet, der versucht, Lene zu vergewaltigen. Dann erkrankt Lene an der Pest und wird bis zu ihrem Tod von Goldmund gepflegt. Wieder auf Wanderschaft, trifft er auf die hübsche Frau eines Statthalters. Als er bei einem seiner Besuche ertappt wird, verstellt sich Goldmund als Dieb und wird zum Tode verurteilt.
Narziß, der inzwischen Abt geworden ist, kann beim Statthalter die Freilassung erwirken und nimmt Goldmund mit ins Kloster Mariabrunn. Dort richtet Goldmund eine Werkstatt ein und stellt Schmuckverkleidungen und Figuren für das Kloster her. Doch bald packt ihn wieder die Wanderlust. Nach kurzer Zeit kehrt er jedoch todkrank ins Kloster zurück, wo er von seinem Freund Narziß bis zu seinem letzten Atemzug gepflegt wird.
Goldmunds letzte Worte waren: "Ohne Mutter kann man nicht lieben. Ohne Mutter kann man nicht sterben." Mit diesen Worten sagt Goldmund, der ohne Mutter aufgewachsen ist, seinem Freund Narziß, dass er immer auf der Suche nach seiner Mutter war und sich der Wunsch, sie zu finden, nie erfüllt hat.
Thomas Mann sagte über Hesses Roman: "›Narziß und Goldmund‹ setzt mit großer sprachlicher Schönheit ein und scheint in einer mittelalterlichen Zeitlosigkeit zu schweben, die dem poetischen Bedürfnis dieser rohen Aktualität widerstrebenden Geistes entspricht, ohne darum seine schmerzliche Fühlung mit den Problemen der Gegenwart zu leugnen. … ein wunderschönes Buch mit seiner Mischung aus deutsch-romantischen und modern-psychologischen, ja psychoanalytischen Elementen. … eine in ihrer Reinheit und Interessantheit durchaus einzigartige Romandichtung."
"Narziß und Goldmund" umfasst 5 Bände rkh., die Bestellnummer lautet BNA 549.
Zahlreiche weitere Titel von Hermann Hesse sind in der Punktschriftbibliothek und der Hörbücherei ausleihbar.

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Truman Capote: "Frühstück bei Tiffany"

Jana Waldt [Hörbücherei]
Truman Capote wurde 1924 in New Orleans geboren. 1945 gelang ihm mit einigen Erzählungen, die der "New Yorker" druckte, der literarische Durchbruch. Der hier besprochene Roman "Frühstück bei Tiffany" erschien 1958. Truman Capote starb 1984 nach jahrelangen Drogen- und Alkoholexzessen an einer Überdosis Tabletten.
Nun zum Buch: Das erste, was dem Erzähler an Holly Golightly auffiel, war die seltsame Visitenkarte an ihrem Briefkasten. Dann ihre Stimme, als sie nachts um drei ihren Schlüssel vergessen hatte und einen Nachbarn weckte, um sie ins Haus zu lassen. Und schließlich stand sie eines Abends auf der Feuertreppe vor seinem Fenster und wollte ein paar Stunden hier verbringen, um dem Mann in ihrer Wohnung zu entgehen.
Nun war er in den Kreis derer aufgenommen, die in Hollys spärlich möbliertem Apartment an der Upper East Side ein und aus gingen; die diese seltsame, bezaubernde und geheimnisvolle Frau umgaben. Ihr Alltag besteht aus ausschweifenden Partys, der Suche nach einem reichen Ehemann und ihren donnerstäglichen bezahlten Besuchen bei dem alten Mafioso Sally Tomato im berüchtigten Gefängnis Sing Sing.
Dennoch verbirgt sich hinter ihrer Fassade ein einsamer und unsicherer Mensch. Als dann eines Tages auch noch urplötzlich ihr Ehemann auftaucht (sie wollte wissen wie es ist, verheiratet zu sein) und sie wegen ihrer Besuche bei Sally Tomato in den Verdacht des Drogenschmuggels kommt, bleibt ihr nur noch die Flucht nach Brasilien …
Aber hören bzw. lesen Sie selbst – Truman Capote ist hier ein wunderbares Stück Literatur gelungen. Man spürt die Atmosphäre im mondänen New York der letzten Kriegsjahre. Und seine Holly Golightly ist einfach göttlich … Und – nicht zu vergessen – die tolle Aufsprache von Günter Bormann – ein absoluter Hörgenuss!
Dieses Hörbuch besteht aus 3 Kassetten oder 1 DAISY-CD-ROM und ist unter der Bestellnummer 4168 ausleihbar.
Außerdem sind von Truman Capote im Hörbuchbestand noch folgende Titel zu finden:
Titel von Truman Capote in Punktschrift:
Gestatten Sie zum Schluss noch eine Korrektur: In der letzten Kramkiste haben wir Ihnen bei den Hörbuchtiteln von Francoise Sagan versehentlich einen Titel von William Scott ("Das Leid von Lammermoor") "untergejubelt". Stehen sollte dort aber neben "Adieu amour" (5961) "Bonjour Tristesse" (1701).

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Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Position:

Alexander Solschenizyn: "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch"

Der russische Schriftsteller, Dramatiker, Historiker und Preisträger des Nobelpreises für Literatur Alexander Issajewitsch Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 im südrussischen Kislowodsk geboren. Solschenizyn studierte vor dem Zweiten Weltkrieg Mathematik und Philosophie. Während des Krieges kämpfte er in der Roten Armee als Batteriechef einer Artillerieeinheit. In den letzten Kriegsmonaten wurde er von der militärischen Spionageabwehr verhaftet und in die Lubjanka überstellt, weil er in Briefen an seinen Schwager Kritik an Stalin geübt hatte. Nach § 58 des sowjetischen Strafgesetzbuches verurteilt verbrachte er insgesamt elf Jahre in Zwangslagern, wo er den ebenfalls inhaftierten Lew Kopelew kennen lernte.
Während seiner anschließenden Verbannung nach Kasachstan schlug sich Solschenizyn als Lehrer durch. Dort musste er sich auch einer Krebsoperation unterziehen, die er zusammen mit der anschließenden Behandlung später im Roman "Krebsstation" verarbeitete. 1957 wurde Solschenizyn offiziell rehabilitiert, begann mit literarischem Schreiben. 1962 veröffentlichte die Zeitschrift ›Nowy Mir‹ seinen Roman "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", der die Existenz sowjetischer Arbeitslager in das Bewusstsein des Westens brachte. Für Kritik an den herrschenden Verhältnissen wurde Solschenizyn 1969 aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. 1970 bekam er den Nobelpreis für Literatur. Die Sowjetunion verhinderte jedoch, dass er den Preis persönlich entgegennehmen konnte.
Ein monumentales historisches Werk lieferte Solschenizyn mit der Beschreibung des sowjetischen Lagersystems in "Der Archipel Gulag". Es wurde unter Zeitdruck veröffentlicht, nachdem der KGB das Manuskript des ersten Teils des Werks entdeckt hatte. Solschenizyn wurde in der Folge am 14. Februar 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen, besuchte Chile und lebte fortan in Zürich und später im US-Staat Vermont. Im Jahr 1990 wurde Solschenizyn erneut rehabilitiert, bekam seine sowjetische Staatsbürgerschaft zurück und kehrte 1994 nach Russland zurück. Er gilt als kritischer Beobachter und Kommentator aktueller russischer und weltpolitischer Geschehnisse. So übte Solschenizyn 1999 mehrfach Kritik am Einsatz der NATO in Jugoslawien.
Das Werk, das Solschenizyn berühmt machte, war die Erzählung "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch". Durch das dominierende Stilmittel der erlebten Rede werden die Titelgestalt Suchov und die stets einzigartigen Schicksale seiner Mithäftlinge in einem fernöstlichen Zwangsarbeitslager charakterisiert. Wenngleich das Werk bei seinem Erscheinen vordergründig als bis dahin schärfste Entlarvung des Stalinistischen Terrors Sensation machte, liegt sein über das Zeitgeschichtliche hinausragender künstlerischer Wert in der episch genauen Schilderung von Umständen, die den Menschen auf die härteste Probe stellen, und von Menschen, die an dieser zerbrechen oder reifen. Es ist ein gewöhnlicher Lagertag, gezeichnet aus der Perspektive des Häftlings Suchov, dem auch diese raue Wirklichkeit dank seiner natürlichen Würde und bäuerlichen Gewitztheit lebbare Umwelt, Zuhause wird, unberaubbar und keiner Lagerordnung zugänglich.
[Quelle: 1) http://de.wikipedia.org; 2) Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur (c) Alfred Kröner Verlag]

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Weitere Titel von Alexander Solschenizyn in der Hörbücherei der DZB:
In Punktschrift außerdem lieferbar:

LOUIS

[Leipziger Online Unterstützungs- und Informationsservice für Sehgeschädigte]
Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis .
Herr Michael Staib aus Dresden hat wieder ein interessantes Programm parat, welches ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Deshalb soll sein Beitrag, für den ich mich sehr herzlich bedanke, sofort und ungekürzt beginnen:

Die Rezeptverwaltung "Rezkonv Suite" als Basis für eigene Rezeptsammlungen und Kochbücher

Michael Staib
Wer gut und gern kocht, legt sich im Laufe der Zeit eine eigene und unentbehrliche Sammlung mit verschiedenen Koch- und Backrezepten an. Als Hausfrau und auch als Hobbykoch ist man immer wieder auf der Suche nach guten Koch- und Backbüchern. Das ist kein Problem für Sehende, aber es ist ein Problem für Sehbehinderte und Blinde, denn spezielle Koch- und Backbücher auf CD oder in Punktschrift sind teuer und bieten immer nur eine spezielle Auswahl an Rezepten. Zudem stellt sich bei einer größeren Anzahl von gesammelten Rezepten häufig die Frage nach dem Zugriff und der Sortierbarkeit. "Wie finde ich jetzt schnell das passende Rezept in der ganzen Sammlung?", lautet die mit der Zeit immer schwieriger zu lösende Frage. Ein guter Ausweg ist dabei der Computer mit einer stabilen Rezeptverwaltung wie dem Programm "Rezkonv Suite", hier kurz "RK Suite" genannt. Wer gut mit dem Computer über Sprachausgabe oder Punktschriftzeile umgehen kann und den Einarbeitungsaufwand nicht scheut, ist mit der Rezeptverwaltung "RK Suite" der Lösung seiner Rezeptprobleme sehr nahe und hat noch einige zusätzliche Vorteile, wie zum Beispiel das Suchen von Rezepten nach Zutaten, was bei Allergien und diätetischen Vorgaben von großem Wert ist. Man kann nicht nur gut die eigenen Rezepte verwalten, sondern sich auch noch viele kostenlose Koch- und Backbücher aus dem Internet laden und in die RK Suite importieren. Die Vielfalt an Rezepten ist beeindruckend. Als Einstiegsseite empfehle ich dabei http://www.5ws0tkottoz8.webpage.t-com.de/kochen.htm
Auf dieser Seite werden sehr viele Koch- und Backbücher zum kostenlosen Download angeboten und diese Seite führt auch weiter in die Rezeptwelt des Internets.
Die Rezeptverwaltung "RK Suite" ist eine registrierungspflichtige Freeware und kann 21 Tage als Vollversion genutzt werden, bis zum Ablauf dieser 21 Tage sollte man sich den Registrierungsschlüssel per E-Mail besorgt haben. Dieser Vorgang und der Registrierungsschlüssel sind ebenfalls kostenlos. Das Formular zum Anfordern des Schlüssels findet man in der Datei register.txt, die im Ordner der installierten "RK Suite" zu finden ist. In diesen Ordner muss dann auch die Datei rksuite.key, die den Schlüssel enthält, eingefügt werden. Der Vorgang zur Erstellung der Datei rksuite.key ist nicht ganz einfach, wird aber in der E-Mail mit dem Schlüssel genau beschrieben.
Das Programm RK Suite selbst ist auf der Seite http://www.rezkonv.de zum Download angeboten. Zur Downloadseite muss man sich durchklicken, da die Autoren einen Link zum direkten Download ausdrücklich verbieten. Es ist ebenfalls untersagt, die RK Suite auf externen Datenträgern ohne Genehmigung der Programmautoren weiter zu vertreiben. Die Lizenzbe-dingungen und die Systemvoraussetzungen sind auf dieser Seite wie auch in der Hilfe zum Programm (F1) beschrieben.
Dort heißt es unter anderem: "Die RezkonvSuite läuft nur auf 32 bit-Windows-Betriebssystemen ab Windows 95", d.h.
und den NT-basierten Windows
In der Hilfe zum Programm (F1) findet man auch eine Einstiegshilfe für Sehbehinderte und Blinde, die man sich durchlesen sollte. Im folgenden wird von "RK Suite" Version 0.98 unter Windos XP (SP2) mit Jaws 5.10 ausgegangen.
Die Installation der "RK Suite" ist unkompliziert und man sollte die Beispielrezepte im Kochbuch Standard mitinstallieren, um die folgenden Erläuterungen und Beschreibungen gleich ausprobieren zu können. Nach der Installation erscheint auf dem Desktop ein Icon "RK Suite", dem man eine Tastenkombination zuweisen sollte.
Im Menü "Extras", Menüpunkt "Grundeinstellungen", kann man die RK Suite an den ScreenReader anpassen, indem man ein Kontrollfeld "ScreenReader kompatibel" aktiviert. Man sollte das machen, damit zum Beispiel bei Jaws die Menüpunkte wirklich angesagt werden. Man geht mit Alt-S ins Menü "Extras", dann steht man schon auf Grundeinstellungen, dann ENTER und dann mit Tabulator in der Registerkarte "allgemeine Optionen" auf "ScreenReader kompatibel" und dann aktivieren mit ENTER und dann am Ende auf der Schaltfläche "OK" mit ENTER bestätigen. Danach die RK Suite beenden und wieder neu starten. Jetzt sollten die Menüpunkte unter Jaws sprechen. Man kann das auf die eben beschriebene Weise blind bewerkstelligen, da in Grundeinstellungen die Schaltflächen von Jaws angesagt werden. Falls das nicht gelingt, muss man das mal von einem Sehenden machen lassen.
Noch ein Wort zur Verwendung von Rezepten in den Formaten "Rezkonv", "Mealmaster" und "Freistil": Alle so formatierten Rezepte kann man in der Rezeptverwaltung "RK Suite" nutzen. Mit Alt-I öffnet sich das Importfenster, und dort kann man die zu importierenden Koch- und Backbücher auswählen und importieren.
Zuvor sollte man sich aber im Menü Kochbuch unter "Neues Kochbuch anlegen" ein neues Kochbuch mit einem passenden Namen definieren. Die so erstellten Kochbücher kann man dann im Menü Kochbuch unter "Kochbücher" auswählen.
Die "RK Suite" enthält blindenspezifische Erweiterungen in Form eines Fokus. Das sind für Blinde nützliche Tastenkombinationen, die es gestatten, gezielt an bestimmte Programmstellen zu gelangen und damit die Bedienung stark zu vereinfachen.
Bei "RK Suite" gibt es die Fokusse
Es gibt noch weitere Fokusse, die man sich aus den Menüs erschließen kann. Mit den hier angeführten Fokussen kommt man schon sehr weit und man sollte sie nach der Installation des Programms einfach mal an den Beispielrezepten im Kochbuch Standard ausprobieren. Bei Unklarheiten einfach in der Einstiegshilfe für Sehbehinderte und Blinde (F1) nachlesen. So lernt man sehr einfach, im Programm zu navigieren. In der Statuszeile (letzte Zeile auf dem Bildschirm) befindet sich dann die Angabe der Treffer und der Name des aktuellen Kochbuches mit Gesamtrezeptanzahl – man kann sich das bei Jaws mit Einfügen+T oder mit Einfügen+Bild nach unten ansagen lassen.
Geht man mit Strg-0 in die Rezeptliste und stellt sich auf ein bestimmtes Rezept, kann man es mit Strg-P ausdrucken. Es empfiehlt sich, alle Kochbücher regelmäßig zu sichern. Man kann dabei die im Programm im Menü Kochbuch vorhandene Sicherung über "Alle Kochbücher sofort sichern" (F12) benutzen, oder man exportiert jedes Kochbuch einzeln im Format Rezkonv, was den Vorteil hat, dass man diese Rezkonv-formatierten Dateien zur Not auch mit der Textverarbeitung oder dem Editor lesen kann. Unter bestimmten Umständen ist das sehr sinnvoll. Möglich ist das, weil Rezkonv von der Formatierung her ein Textformat mit Markierungszeichen ist. Wer sehr viele formatierte Kochbücher erstellt hat, sollte sich diese wegen der Gefahr eines Datenverlustes auf einem externen Datenträger wie CD-R oder Diskette sichern.
Häufig besteht der Wunsch, Rezepttexte im Textformat (*.doc und *.txt) in die "RK Suite" zu übernehmen. Diese Texte müssen mit dem Textverarbeitungsprogramm oder dem Editor formatiert werden, damit die RK Suite beim Import den Rezepttitel, die Kategorien, die Zutatenliste und den Anleitungstext unterscheiden kann. Ich möchte das an folgendem Beispielrezept demonstrieren – man nennt das auch Freistilformatierung:
--mm
Brotauflauf
Auflauf,Brot,Käse,Wurst,Sauce
für 2 Personen
.z
10 Scheiben Toastbrot
200 g Greyerzer oder Emmentaler Käse
1 Minisalami
1 halbe Tasse Sahne
1 Ei
1 Halbe Tasse trockener Weißwein
Petersilie
1 halbe Muskatnuss, gerieben
Pfeffer
Salz
.q
Rezept von Michael
.a
Toastbrotscheiben halbieren, den Käse in dünne Scheiben schneiden und Brot und Käse aufrecht stehend abwechselnd in eine Auflaufform stellen.
Sahne, Ei, Wein und Gewürze vermischen und gut verrühren.
Die Minisalami in ganz kleine Stücke schneiden und mit der kleingezupften Petersilie zwischen Käse und Brot stecken.
Alles mit der Sauce übergießen und dann im Backofen überbacken.
Der Brotauflauf ist eine leckere Beilage zum Abendbrot.
Zubereitungszeit 45 Minuten
Backzeit 15 bis 20 Minuten
-----
Diesen so formatierten Rezepttext speichert man dann in der Textdatei ab und importiert ihn mit Alt-I in das vorher ausgewählte Kochbuch. So kann man ganze Sammlungen von Rezepten im Textformat über die Freistilformatierung in die RK Suite importieren. Der Vorteil dabei ist, dass sich diese Rezepte in der RK Suite viel besser sortieren lassen (mit dem Fokus Strg-3, Suchfenster) und dann schnell und problemlos in die Formate Rezkonv und HTML exportieren lassen. Das ist der Ausgangspunkt für einen regen Rezepttausch mit anderen Koch- und Backfreunden. Sehr gute Möglichkeiten zum Sortieren von Rezepten bieten die so genannten Kategorien. Im obigen Beispielrezept sind das Auflauf,Brot,Käse,Wurst und Sauce. Man kann diese geschickt selbst bei der Freistilformatierung wählen, um diese Rezepte dann später wieder gut herausfiltern (sortieren) zu können. Vegetarier werden mit Sicherheit die Kategorien vegetarisch oder vegan benutzen. Über die Kategorienpflege sollte man sich am besten in der Hilfe zum Programm (F1) kundig machen.
Fazit: Die RK Suite ist eine leistungsfähige und kostenlose Rezeptverwaltung als Freeware, die auch für blinde Menschen gute Möglichkeiten zur Programmbedienung zur Verfügung stellt. Etwas umständlich ist allerdings für Blinde die Registrierung.
Wer dennoch Fragen zur Bedienung dieses Programms hat, kann sich gern an mich wenden:
Michael Staib
Comeniusstraße 66 / 0105
01309 Dresden
E-Mail : michael.staib@gmx.de
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass der Einsatz von Rezkonv Suite mit anderen Screenreadern noch zu testen ist.

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Info-Service

Neu: "DAISY-TV"

Seit 1. Juni 2005 gibt es mit "DAISY-TV", der hörbaren Programmzeitschrift, ein neues Angebot aus der DZB. In Kooperation mit www.blinden-portal.de erscheint in einer wöchentlichen Publikation das Fernsehprogramm zum Anhören.
DAISY-TV umfasst über 60 Stunden aktuelle Audioinformationen zum Programm von 32 Fernsehsendern auf einer einzigen CD-ROM. Der Abonnent kann wie in einer gedruckten Programmillustrierten blättern und gezielt nach Inhalten suchen. Jedem Tag ist eine Auflistung der mit Audio-Deskription verfügbaren Sendungen vorangestellt. Die Sprecherstimme ist wegen des riesigen Informationsumfangs synthetisch. Voraussetzung für die Nutzung dieser einzigartigen TV-Zeitschrift ist ein DAISY-Abspielgerät. Auf einem herkömmlichen mp3-Player ist die hierarchische Strukturierung nicht nutzbar!
Und das erwartet Sie in jeder Ausgabe:
Nähere Auskünfte:
DZB Leipzig, Tel. 0341 7113-120
E-Mail: info@dzb.de

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Weitere Zeitschriften im DAISY-Format

Die folgenden von der DZB herausgegebenen Zeitschriften erscheinen demnächst auch im DAISY-Format:
Vorbestellungen, Probeausgaben, Abonnements unter Tel. 0341 7113-120 oder
info@dzb.de

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Durchbruch im Rechtschreib-Streit

03.6.2005: Der Rat für Deutsche Rechtschreibung beschließt unter leichten Modifikationen die Vorlage zur Schreibung von Zusammensetzungen mit Verben.
Quedlinburg/Mannheim – Im jahrelangen Streit um die Rechtschreibreform steht ein Durchbruch bevor: Die Schriftsprache soll sich künftig wieder mehr nach dem Sprachgebrauch der Menschen richten. Das bedeutet erneute Änderungen an der sieben Jahre alten Reform.
Bei einer Sitzung des Rates für die deutsche Rechtschreibung in Mannheim erzielten Reformbefürworter wie Gegner Einvernehmen über die besonders umstrittene Getrennt- und Zusammenschreibung.
Nach den Vorschlägen des Rechtschreibrates sollen wieder mehr Wörter zusammengeschrieben werden und eine stärkere Orientierung am Sprachgebrauch der Menschen erfolgen, erläuterte der Vorsitzende des Gremiums, der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU). Dabei schlägt der Rat vor, Verben wie heilig sprechen und fertig machen künftig wieder zusammenzuschreiben. Bei "kennenlernen" schlägt der Rat vor, beide Schreibweisen zuzulassen. Die Vorschläge werden nun zur Anhörung Lehrer- sowie Elternverbänden und zum Abschluss der Kultusministerkonferenz vorgelegt.
Wanka verteidigte den Beschluss der Kultusminister, die unstrittigen Teile der Reform wie geplant zum 1. August für Schulen und Behörden als verbindlich zu erklären. Irgendwann einmal müsse auch in Deutschland eine Reform zum Ende kommen. Fehler bei der Groß-Kleinschreibung zum Beispiel würden von den Lehrern künftig nicht nur markiert, sondern auch gewertet. Die Lehrer wüssten sehr wohl, welche Bereiche strittig und unstrittig sind. Dazu werde es auch noch "Handreichungen" geben. Die neuen Schreibweisen werden an den Schulen jetzt seit fast sieben Jahren unterrichtet.
Als weitgehend unstrittig gilt beispielsweise die neue Laut-Buchstaben-Zuordnung (Stängel statt Stengel, aufwändig statt aufwendig).
Neben der bislang strittigen Getrennt- und Zusammenschreibung soll bei der Silbentrennung und Zeichensetzung an den Schulen solange "Toleranz geübt" und abweichende Schreibweisen nicht gewertet werden, bis der Rat auch dazu abschließende Empfehlungen vorgelegt hat.
Mit den Änderungsvorschlägen trete der Rat der Tendenz der Rechtschreibreform entgegen, möglichst viel auseinander zu schreiben, erklärte Zehetmair. Die Sprache sei kein Verordnungsgegenstand, sondern ein organisches Gebilde. Die "Konsumenten" der Sprache seien nicht nur die Kinder und die Lehrer, sondern auch die breite Öffentlichkeit. Der Sprachgebrauch stehe vor systematischen Regeln.
Zehetmair betonte, der Rat richte sich bei seiner Arbeit nicht nach den Terminen der Kultusministerkonferenz. Er gehe nun davon aus, dass der Rat im Laufe des nächsten Schuljahres neben der Getrennt- und Zusammenschreibung auch die Änderungsvorschläge für die Silbentrennung und die Zeichensetzung vorlegen werde und dann auch die Toleranzgrenze bei der Fehlerkorrektur in Schulen wegfalle.
[Quelle: dpa-Meldung vom 04.06.2005]

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Vorsorgevollmacht registrieren lassen!

Dr. Hans-Eugen Schulze Beauftragter für Seniorenangelegenheiten des DVBS
Will ein Vormundschaftsgericht eine Betreuung anordnen, so prüft es zunächst, ob nicht der Betroffene jemandem eine Vorsorgevollmacht erteilt hat; denn in diesem Falle bedarf es seiner gesetzlichen Betreuung nicht. Kann aber der Betroffene selbst keine Auskunft mehr erteilen – etwa weil er bewusstlos ist oder an Demenz leidet – so ist es schwierig, den etwaigen Bevollmächtigten zu ermitteln. Darum kann jeder seine Vorsorgevollmacht zentral registrieren lassen, und zwar durch das Zentrale Vorsorgeregister bei der Bundesnotarkammer, Postfach 080151 in 10001 Berlin, E-Mail www.vorsorgeregister.de, und je nachdem, ob die Vollmacht gemailt oder auf Papier geschickt wird, beträgt die Gebühr zehn bis zwanzig Euro.
Jeder Erwachsene sollte eine solche Vollmacht errichten; denn jedem kann plötzlich etwas zustoßen. Eheleute bevollmächtigen sich in der Regel gegenseitig, Eltern ihre erwachsenen Kinder und umgekehrt. Kirchliche Werke und andere Wohlfahrtsverbände halten Muster für solche Vollmachten vor. Man sollte möglichst mehrere miteinander vergleichen, um nichts zu übersehen, was geregelt werden sollte, aber andererseits nichts Überflüssiges zu regeln.

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PABS im Internet

Unter dem Motto "Wir helfen sparen" recherchiert die Preisagentur für Blinde und Sehbehinderte (PABS) für Waren fast aller Art den Händler in Deutschland mit dem niedrigsten Preis. Den Nutzern des Angebots soll dadurch zu erheblichen Einsparungen verholfen werden. Die Arbeit der Agentur finanziert sich ausschließlich aus einem Teil der erzielten Ersparnis. Wenn PABS keinen günstigeren Händler findet, ist die Preisrecherche kostenlos.
Ausführliche Informationen über die PABS stehen ab sofort auch im Internet zur Verfügung. Unter www.pabs-online.de wird das Geschäftsmodell genau beschrieben. Außerdem sind einige Preisbeispiele abrufbar.
Das Büro ist unter Tel.: 0228 2079935, Fax: 0228 3699749 oder per E-Mail an info@pabs-online.de erreichbar.

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"Ein Herz für jeden Abgeordneten"

Blinden- und Sehbehindertenverband gründet Thüringer Herzbewegung
Mit der Kampagne "Ein Herz für jeden Abgeordneten" protestiert der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e.V. gegen die geplante Abschaffung des Landesblindengeldes im Freistaat.
"Die Herzbewegung sammelt symbolische Spenderherzen für Thüringer Abgeordnete. Sie sollen den Politikern helfen, sich in der Abstimmung ein Herz zu fassen und gegen die Gesetzesnovelle zu votieren", erklärt Peter Och, Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e.V., das Konzept der Kampagne.
"Die Landesregierung behandelt das Blindengeld wie ein Almosen, das sie je nach Kassenlage verteilt. Es geht aber gar nicht um Mitleid, sondern um Rechte." Zwischen Blindengeld und Chancengleichheit auch für Blinde bestehe ein Zusammenhang. Die Landesregierung spare nicht einfach, sie verabschiede sich von Werten, die diese Gesellschaft zusammenhalten. "Das ist die Dimension, um die es geht. Dafür steht das Herz. Damit fragen wir die Abgeordneten im Landtag ganz persönlich, ob sie das verantworten wollen."
Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit auf die Dimension dieser Entscheidung aufmerksam gemacht werden. "Die Blinden helfen den Herzlosen und jeder kann uns dabei unterstützen."
Die gesammelten Spenderherzen gelangen auf unterschiedlichen Wegen zu den Politikern. Geplant ist beispielsweise ein Stand vor der Staatskanzlei, an dem Blinde "Herzballons" an Passanten verkaufen. Auch eine Website der Thüringer Herzbewegung wird es geben: Hier können den Abgeordneten Herz-Mails gespendet werden.
Hintergrund der Aktion ist ein Entwurf der Landesregierung zur Änderung des Blindengeldgesetzes: Das einkommens- und vermögensunabhängige Blindengeld soll künftig faktisch durch die Blindenhilfe ersetzt werden.
"90 % der rund 5.000 Blinden im Freistaat werden nach der Umstellung keine Leistungen mehr erhalten", sagt Peter Och. Das Blindengeld sei kein zusätzlicher Bonus, um reich zu werden, sondern ein angemessener Ausgleich für blindheitsbedingte Nachteile. Mit dem Geld könnten Blinde trotz ihrer Behinderung ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben führen. Mit dem neuen Landesblindengesetz wäre das für viele nicht mehr möglich. Außerdem fürchtet der Verband einen Anstieg der Altersarmut unter seinen Mitgliedern.
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e. V. wurde 1990 in Erfurt gegründet und versteht sich als Selbsthilfeorganisation der Blinden und Sehbehinderten des Freistaates. Der Verband ist Mitglied im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV), Landesverband Thüringen. Der BSVT vertritt in Thüringen rund 19.000 Blinde und Sehbehinderte.
Weitere Informationen:
Peter Och, Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e.V. (BSVT)
Hauptstraße 15
07366 Blankenstein
Tel.: 036642-22334
Fax: 036642-22593
E-Mail: peter.och@arcor.de
oder vorsitz@bsv-thueringen.de
[Quelle: Pressemitteilung vom 01. Juni 2005]

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Preise

Private Kleinanzeigen: pro Wort 0,25 €.
Kommerzielle Kleinanzeigen: pro Wort 1,00 €.
Die Kennziffergebühr beträgt 5,00 €.
Die Preise verstehen sich Netto zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer. Inserate mit Geschenkangeboten sind kostenlos, Kontaktanzeigen für Kinder ("Brieffreundin gesucht" o.ä.) ebenfalls.

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich. Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«. Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder DAISY-CD-ROM 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Diskette mit Jahreszusammenfassung ohne Beilage (nur für Braillezeile) 7,68 €. (Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.)
Online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0, Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: info@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen:
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Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
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DZB 2005

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