DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 6 – 2005

November / Dezember

15. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Nachruf

Postecke

11.11.: 111!

Einblicke

Stand der Einarbeitung der Stuttgarter Punktschriftbestände

Die Kramkiste

Ernest Hemingway: "Der alte Mann und das Meer"

Renate Feyl: "Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit"

Bücher des Jahrhunderts

Alexander Solschenizyn: "Der Archipel Gulag"

Autorenportrait

Zum 200. Geburtstag von Adalbert Stifter (1805 - 1868)

LOUIS

Das Aktualisieren der Betriebssysteme in DAISY-Abspielgeräten

Victor Reader Wave - das kleinste DAISY-Abspielgerät

Info-Service

Mitteilung der Bibliothek

Aus "Braille-Radio" wird "DAISY-Radio"

DZB-Zeitschriften 2006

Weihnachtliche Geschenke

DAISY-Katalog der DAISY-Bücher

"Berührungen. Skulpturen aus uralten Mooreichen zum Anfassen" - Neue Ausstellung in der DZB

Der totale Ohrsinn

Ansprechpartner für Tandem-Fahrer

Impressum

Vorbemerkung

In der für dieses Jahr letzten Ausgabe der DZBN stehen Altbewährtes und Neues nebeneinander, gibt es Erfreuliches und Trauriges zu berichten. Wir verabschieden uns von Paul Georgi, dessen 85. Geburtstag wir noch im letzten Jahr würdigten und wir feiern den 111. Geburtstag der DZB. Wir sind dabei, einen Schatz an Punktschriftbüchern zu heben, ihn in mühevoller Kleinarbeit wieder für die Ausleihe zugänglich zu machen, und wir lösen die Punktschriftvariante einer Zeitschrift durch das DAISY-Format ab. Eine Ausstellung mit künstlerisch gestalteten Mooreichenfunden, die Beschäftigung mit dem altertümlichen Werkstoff Holz, hat Einzug in die DZB gehalten und wir stellen einen Radiosender vor, der im Internet sendet.
Neu für die DAISY-Ausgabe: Wir bieten die Liste der DAISY-Übernahmen aus anderen Hörbüchereien mit synthetischer Stimme aufbereitet auch hörbar auf der DAISY-CD neben "DZB-Nachrichten" und "Leipziger Bücherliste" an.
Eine neue Möglichkeit des Informationszuganges steht seit Ende Oktober mit dem Newsletter der DZB bereit. Während die "DZB-Nachrichten" umfassend über die DZB bzw. den Literaturbereich berichten, ist der Newsletter ein Medium der schnellen und kurzen Information. Aktualisierungen erfolgen im Abstand von rund 2 Monaten. Zugang zum Newsletter erhalten Sie über http://www.dzb.de/news. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, ein Abo anzumelden oder das Archiv zu besuchen.
Gestatten Sie mir noch den Hinweis auf unsere Schließzeiten zum Jahresende: Die DZB ist vom 27. bis 30. Dezember geschlossen. Denn es ist schon wieder so weit: der Jahreswechsel steht bevor.
Ich wünsche Ihnen schon jetzt ein friedliches Weihnachtsfest. Kommen Sie gut ins neue Jahr!
Es grüßt herzlich Ihr Karsten Sachse.

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Nachruf

Zu unserem großen Bedauern haben wir erfahren, dass Paul Georgi am 29. September 2005 im Alter von 86 Jahren verstorben ist.
Paul Georgi stammte aus dem Erzgebirge, wo er am 18. August 1919 geboren wurde, lernte Flugzeugbauer in Dessau, wurde Flieger und Fallschirmjäger im zweiten Weltkrieg und kehrte bei Kriegsende aus dem Rheinland nach Sachsen zurück. Nach dem Krieg war Georgi zunächst beim Leipziger Arbeitsamt für die Arbeitsvermittlung Behinderter beschäftigt, dann nahm er seine Tätigkeit in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde auf, an deren Wiederaufbau er maßgeblichen Anteil hatte. In den Folgejahren bewährte er sich als Technischer Leiter, Fahrer, Hausmeister und Relieftechniker der DZB, bevor er seine Tätigkeit in Chemnitz fortsetzte. Die unter Georgis Leitung entstandenen "Reliefdarstellungen für den Biologieunterricht" und der von ihm erarbeitete 34 Einzelkarten umfassende Weltatlas sowie diverse andere Karten sind noch heute bekannt: "Die erste elektrische Punziermaschine der DZB, die Breitwagenmaschine für blinde Programmierer, die Minipicht, 87 Reliefbücher für Geografie, Physik, Biologie und Astronomie, Atlanten, Stadtpläne und viele andere Lehr- und Hilfsmittel sind von Georgi entwickelt bzw. gebaut worden. Bevor er 1953 nach Chemnitz ging, ist er der Bauherr für das Haus Gustav-Adolf-Str. 7, den heutigen Mittelteil der DZB in Leipzig gewesen", schrieb Dr. Werner Uhlig anlässlich Georgis 85. Geburtstag in den "DZB-Nachrichten" 2004-4.
In Dankbarkeit für sein Jahrzehnte langes Schaffen zum Nutzen der Blinden und Sehbehinderten werden wir Paul Georgis Leben und Werk in ehrendem Andenken bewahren.

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Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

DAISY-Bücher zum Kaufen

»(…) Ich finde auch, dass man über die Herstellung von Kaufbüchern im DAISY-Format nachdenken sollte, insbesondere wären strukturierte Bücher wie Nachschlagewerke zu bestimmten Themen, allgemeine Ratgeber und Kochbücher interessant. Gerade Bücher, aus denen man öfters mal gezielt bestimmte Informationen benötigt, sollte man zuhause im ›Regal‹ stehen haben. Wenn man nur von Zeit zu Zeit ein paar neue Rezepte ausprobieren möchte, dann ist es ja noch möglich, sich für diesen Zweck mal ein Kochbuch auszuleihen, aber wenn man häufiger ›Kochtipps‹ benötigt, ist dieses Verfahren unpraktisch. Das Gleiche gilt für Nachschlagewerke und Ratgeber, die man ja auch nicht wie einen Roman von Anfang bis Ende liest, sondern man benötigt daraus zu einem bestimmten Zeitpunkt gezielte Informationen. Als Sehender ist es ja auch nicht viel anders, wenn man zu einem Thema einmal umfangreichere Informationen benötigt, z.B. für ein Schulreferat, dann holt man sich die Bücher dafür aus der Leihbücherei, aber Nachschlagewerke und Lexika kauft man sich meist im Buchhandel.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit dem Urheberrecht so schwierig sein soll, da doch auch einige Nachschlagewerke in elektronischer Form auf dem PC zur Verfügung stehen, welche aus grafischen Gründen aber leider für Sehbehinderte meist ungeeignet sind. Die Gefahr, dass die DAISY-Kauf-Hörbücher massenweise kopiert und dann als Raubkopien verbreitet werden, ist meines Erachtens auch nur sehr gering, da sie ja nur auf den speziellen DAISY-Abspielgeräten sinnvoll genutzt werden können. Auf MP3-Playern sind umfangreiche DAISY-Hörbücher mit einer starken Strukturierung und vielen Einzeldateien ja meist nur bedingt abspielbar. (…)
Interessant als DAISY-Kauf-Hörbücher wären also vorwiegend Nachschlagewerke z.B. zum Thema Tiere, Pflanzen, Geografie und Geschichte, sowie Ratgeber mit praktischen Tipps für Haushalt und Garten als auch Kochbücher mit bestimmten Themenschwerpunkten. Für Romane, Reiseberichte, Biografien und ähnliches dürfte das Leihverfahren aber meist ausreichend sein, da man sich diese Bücher in der Regel nur einmal anhört und nur sehr selten daraus zu einem späteren Zeitpunkt noch Informationen benötigt.
Zweitens noch etwas zur Leipziger Bücherliste: Mir ist aufgefallen, dass Sie auch Bücher in ausländischer Punktschrift in Ihr Ausleihprogramm aufnehmen. Bei englischen oder französischen Büchern kann ich es ja noch verstehen, da diese z.B. für den Fremdsprachenunterricht in der Schule einsetzbar sind. Aber bei Büchern in schwedischer oder spanischer Punktschrift habe ich mich doch gewundert. Gibt es echt Blinde in Deutschland, die sich solche Punktschriftbücher ausleihen? (…)«
[Herr Karsten Brüning aus Hannover per E-Mail]
BEMERKUNG DER REDAKTION
Die Verlage stehen einem Verkauf der speziell für Blinde und Sehbehinderte aufgesprochenen Titel sehr skeptisch gegenüber. Hier sind enge Grenzen gesetzt und für jeden einzelnen Titel muss extra verhandelt werden. Letztlich kann auch nur von solchen Titeln die Rede sein, die nicht bereits auf dem kommerziellen Markt vorhanden sind oder vorhanden sein werden.
In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass wir das Einverständnis des Kosmos-Verlages einholen konnten, das in der DZB produzierte DAISY-Hörbuch "Männer kochen, Frauen genießen" von Andreas C. Studer unseren blinden und sehbehinderten Kunden auch zum Kauf anbieten zu können. Nähere Angaben zu diesem DAISY-Kauftitel, Bestellnummer und Preis, wird es in der ersten Bücherliste 2006 geben.
Was die fremdsprachigen Titel in der Punktschriftbibliothek betrifft, so sind es ja nicht nur Muttersprachler, die sich dafür interessieren, sondern auch jene, die die betreffende Sprache erlernt haben und das Erlernte nun einsetzen wollen.

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Zeitschriften im DAISY-Format

»(…) Ich wurde schon durch mehrere Links auf Ihre TV-Zeitschrift im DAISY-Format aufmerksam.
Da ich wenig Zeit vor dem Fernseher verbringe, hat mich diese zwar weniger angesprochen, mich würde jedoch eher ein solches Format für Sport-Zeitschriften interessieren. Ist Ihnen vielleicht bekannt, ob es etwa den Kicker als solches ABO gibt? Früher habe ich schon einmal Punktschrift-Ausgaben der Sonderhefte gesehen. Vielleicht ist das vor der WM in Deutschland ein Thema, dass nicht nur mich interessiert (…)«
[Herr Frank Griebel aus Bayreuth]
BEMERKUNG DER REDAKTION
Die Zeitschrift "Kicker" gibt es als elektronische Tageszeitung im Abonnement bei der Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main (Tel. 069 9551240), d.h. über die Telefonleitung erhält der Abonnent digitale Daten, die dann auf dem PC mit einem speziellen Programm oder dem Lesegerät ›Universal Reader‹ zugänglich sind.
Vielleicht wäre als Alternative zum Fernsehprogramm die neue Rundfunkprogrammzeitschrift "DAISY-Radio" geeignet, die wir ab Januar anbieten und die die Punktdruckzeitschrift "Braille-Radio" ablöst?

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11.11.: 111!

Christiane Felsmann
Am 12.11.2005 wird die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig 111 Jahre alt! Kein Grund zum Feiern? Aber sicher!
Der erste dreistellige Schnapszahl-Geburtstag der DZB wird durch eine gute Schnapsidee ergänzt. Bereits am traditionsreichen 11.11. wird es ein kleines Fest für die Mitarbeiter und Freunde des Hauses geben.
Mitarbeiter des Fördervereins spinnen derzeit noch an den Fäden für das kulturelle Rahmenprogramm, um allen ein paar abwechslungsreiche Stunden zu garantieren.
Dass die DZB aber längst nicht alt und müde geworden ist, sondern sich ständig bewegt und an bzw. mit ihren Erfahrungen wächst, dafür sei jedem Mitarbeiter Dank. Der gilt an dieser Stelle besonders auch allen Nutzern, Kunden und Förderern sowie den Freunden und Fans.
Über Geburtstagsgrüße freut sich Ihre DZB!

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Einblicke

Stand der Einarbeitung der Stuttgarter Punktschriftbestände

Heiko Kampa
Liebe Leser, Sie warten sicher schon ungeduldig auf Informationen zum derzeitigen Stand der Übernahme der Stuttgarter Titel. Hier ein kleiner Zwischenbericht:
Die vorbereitende Erfassung der Stuttgarter Titel in unserer Bestandsdatenbank ist fast abgeschlossen. Insgesamt sind über 7.000 Titel im PC erfasst worden! Davon waren 2.000 Titel schon Teil unseres Bestandes. Rund 5.000 Titel stehen jetzt neu (noch ohne BNA-Nummer) als "Zugang Stuttgart" in der Bestandsdatenbank der DZB Leipzig. Davon wurden 1.000 Titel manuell erfasst, d.h. die Daten dieser Titel mussten aus mitgelieferten Ordnern abgeschrieben und fehlende Daten aus dem Internet oder anderen Quellen ergänzt werden.
Dank eines von Marburg erstellten Auszuges aus dem Zentralkatalog der Punktschriftbibliotheken (Aidos) konnten 4.000 Titel automatisch übernommen werden. Das hieß jedoch nicht weniger Arbeit, denn natürlich musste jeder einzelne Titel dieses Auszuges vorher unserer eigenen Bestandsdatenbank angepasst werden, um Datenverluste zu vermeiden.
Diese automatisch übernommenen Titel müssen momentan, analog den 1.000 manuell erfassten Titeln, auf fehlende Daten überprüft und ergänzt werden. Das ist unbedingt notwendig, weil der Auszug aus dem Zentralkatalog zum Teil große Lücken aufwies. Die Überprüfung schreitet gut voran, sodass zum jetzigen Zeitpunkt "nur" noch 3.000 Titel kontrolliert und ergänzt werden müssen.
Durch den weit fortgeschrittenen Stand dieser Vorarbeiten kann endlich parallel dazu mit der Hauptarbeit, dem Auspacken und Sichten der Punktschriftbücher begonnen werden. Unsere "Bibliotheksinformatikerin" Frau Kaiser hat die Bestandsdatenbank so vorbereitet, dass alle ausgepackten Punktschriftbände im Computer registriert und automatisch als Zugang (mit Zugangsnummer, Zugangsdatum und BNA) verbucht werden können.
Die 2.000 Stuttgarter Titel, die schon Teil unseres Bestandes sind, werden mit den DZB-eigenen Titeln auf Qualität und Lesbarkeit verglichen, die jeweils besseren werden dann für den Bestand verwendet.
Um Ihnen die 5.000 neu hinzukommenden Titel in guter Qualität zusenden zu können, werden diese bei Bedarf neu gebunden. Das anschließende Einkoffern mit dem dazugehörigen Beschriften sichert Ihnen die gewohnte Nutzerfreundlichkeit beim Postversand.
Dass wir schon so weit gekommen sind, verdanken wir vor allem der unermüdlichen Arbeit unserer Informatiker bei der Datenbankvorbereitung sowie unseren fleißigen Praktikanten, welche mit großer Sorgfalt Tausende Daten eingegeben haben und noch eingeben. Noch eine Menge Arbeit verbleibt und alle sind gefordert: die Bibliothekare, die Informatiker, genauso wie die Bibliothekstechniker, Praktikanten und die Buchbinder! Bitte werden Sie nicht ungeduldig, alle helfen mit, um Ihnen so schnell wie möglich den Stuttgarter Bestand wieder zur Ausleihe zur Verfügung zu stellen!

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Ernest Hemingway: "Der alte Mann und das Meer"

Angelika Müller [Punktschriftbibliothek]
Erinnerungen sind die Fundstücke in unserer "Kramkiste". Auch eine Urlaubsreise lebt nachhaltig von Erinnerungen. Das Ziel der Reise kann aber auch selbst erinnern. Das Erinnern an die Helden der Unabhängigkeitsbewegung ist auf Kuba allgegenwärtig. Davon konnte ich mich unlängst bei einem Besuch auf der Insel zwischen Atlantik und Karibik überzeugen. Aber auch große Schriftsteller aus diesen Tagen werden in diese Verehrung mit einbezogen, vor allem José Marti und Ernest Hemingway.
Letzterer, geboren 1899 in Oak Park (Bundesstaat Illinois/USA) fühlte sich den Zeiten von Fidel Castro und Ché Guevara sehr verbunden. Seinen Namen tragen Straßen in den meisten größeren Städten, sein Wohnhaus am Rande von Havanna wurde zur Kultstätte und sein Lieblingsdrink "Daiquiri" (Rum, Limonensaft und Zuckerrohrsirup) wird in allen Bars gereicht. Und so wusste ich schon vor Ort, dass ich Hemingway's "Der alte Mann und das Meer" in unserer "Kramkiste" finden und vorstellen würde.
Er war einer der erfolgreichsten und bekanntesten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Tätig war er u.a. als Erzähler, Reporter, Kriegsberichterstatter, Jäger, Abenteurer, Hochseefischer und Großwildjäger. Kuba wurde für ihn zur Wahlheimat. Hier lebte er 1928 und in den Jahren 1932 bis 1961. Durch Selbstmord beendete Hemingway 1961 sein Leben.
Die Hauptperson in "Der alte Mann und das Meer" ist Santiago. Er ist ein alter Fischer, der täglich mit einem ebenfalls alten Boot und einfacher Technik hinaus aufs Meer fährt, um Fische zu fangen. Manolin, ein Junge, hat ihn 40 Tage begleitet. In dieser Zeit haben beide keinen Fisch gefangen und die Eltern des Jungen schicken ihren Sohn zu anderen erfolgreichen Fischern.
Nun muss Santiago allein hinaus aufs Meer fahren und weitere 45 Tage bringt er keinen Fisch mit nach Hause. Am 85. Tag hat Santiago Glück und es beißt ein gewaltiger großer Fisch an. Dieser Fisch zieht am Seil hängend den alten Mann mit seinem Boot hinaus aufs offene Meer. Eine Nacht und den nächsten Tag zieht der Fisch das Boot. Der alte Mann kann sich nicht ausruhen und er hat auch keinen ausreichenden Proviant an Bord. Mit bloßen Händen hält er die Leine, die ihm über die Schulter läuft. Damit die Leine nicht reißt, kann er sie nicht am Boot festbinden. Je nachdem wie der Fisch kämpft, kann er die Leine nachlassen und auch einholen.
Santiago kämpft mit dem Fisch. Er zeigt Mitleid mit ihm und achtet seine Würde. Doch er muss ihn töten. Mit der Harpune gelingt ihm das und längs am Boot vertäut er ihn. Mit gehisstem Segel treibt Santiago dem Festland entgegen.
Der mit der Harpune verletzte Körper des Fisches blutet und lockt Haifische an, die getötet werden müssen, da sie sich riesige Fleischfetzen von der Beute reißen. Als Santiago den Heimathafen erreicht, hängt nur noch das Gerippe an seinem Boot. Im Kampf hat sich der alte Fischer jedoch bewährt. Erschöpft kehrt er in seine Hütte zurück. Aus Mitleid und auch aus Achtung vor dem Alter verspricht der Junge Manolin, dass er in Zukunft gemeinsam mit ihm zum Fischen fahren will.
Hemingway hat diese Geschichte des alten Fischers in kurzen Sätzen und mit einfachen Worten erzählt. Für dieses Werk wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. 1958 wurde der Roman mit Spencer Tracy in der Hauptrolle verfilmt.
Der kubanische Fischer Fuentes, der als Vorbild für den alten Fischer Santiago diente, starb im Jahr 2002 mit 104 Jahren.
"Der alte Mann und das Meer" ist in Punktschrift leihweise und käuflich erhältlich, 1 Bd., rkzp., BNA 3205 bzw. BNV 895, 17,90 €. Außerdem existieren eine französische Fassung: "Le vieil homme et la mer" 1 Bd., franz. vzp., BNA 8003 bzw. BNV 1940, 25,56 € und eine englische Ausgabe: "The Old Man And The Sea" 1 Bd., engl. v., BNA 7169 bzw. BNV 1936, 25,56 €, und schließlich eine Hörfassung: Spr.: Horst Gundermann. 2 Kass. / 1 CD-ROM (165 Min.) BN 75.
Titel von Ernest Hemingway in der DZB:

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Renate Feyl: "Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit"

Susanne Siems [Hörbücherei]
Wundern Sie sich jetzt, liebe Leserinnen und Leser? Frau Siems in der Hörbuchkramkiste? Na ja, ich hab mich sozusagen drum gerissen, schließlich lesen ja auch wir hier Bücher nicht ausschließlich nach ihrer Notwendigkeit für die DZB-Bibliothek, sondern eben aus Interesse an der Literatur selbst. Schon oft habe ich Ihnen dabei von meinem Glück erzählt, Beruf und Hobby miteinander ein wenig verbinden zu können. Beim vorliegenden Roman kam noch etwas anderes hinzu. Die Orte und ihre historischen Personen sind eng verbunden mit meiner frühen Kindheit in Weimar. Lebensorte, Wohnorte, Arbeitsorte kann man wechseln, nicht aber das Gefühl von Zuhause, den Ort, den man die innere Heimat nennt. So ganz getrennt habe ich mich wohl in all den Jahrzehnten nicht, denn neben meinen persönlichen literarischen Vorlieben für Reise- und Abenteuerliteratur gibt es da immer wieder auch das Interesse für die Literatur und Geschichte der deutschen Klassik.
Im so genannten Schillerjahr stieß ich auf einen Roman, der, obwohl vom Entstehungsalter her recht jung, zwischen all den Neuerscheinungen keinerlei Erwähnung mehr fand. Damit mag ich nicht die guten und schlechten Schillerbiographien dieses Jahres werten, nur sagen, dass es sich durchaus lohnt, auch mal zu schauen, was es schon gab. Und es ist auch nicht ganz richtig, denn eigentlich ist dieser Roman kein Buch über Schiller, sondern über eine Frau aus seinem engsten Kreis, seine Schwägerin Caroline von Wolzogen.
Die in der Ich-Form geschriebene Roman-Biographie beeindruckt insbesondere durch die Persönlichkeit einer klugen und tapferen Frau, die wir auf den 319 Seiten mehr und mehr kennen lernen. Mag das Leben als Adelsfräulein Ende des 18. Jahrhunderts ein materiell behütetes gewesen sein, von Anfang an spürt der Leser aber die spießige Enge des thüringischen Rudolstadt, in dem Caroline von Lengefeld leben muss. Selbst mit der materiellen Absicherung ist es nicht weit her, denn 1785 heiratete sie wegen finanzieller Not der Familie den Legationsrat von Beulwitz. Nach neun Jahren wurde diese Ehe allerdings wieder geschieden, schon hier zeigt sich die Charakterstärke Carolines.
Aber wollen wir uns nicht bei biographischen Details aufhalten. Die erfährt man im Roman auf gekonnte Weise. Das ganze literarisch interessierte Volk, landauf, landab, möchte doch eigentlich wissen: "Hat sie nun was mit Schiller gehabt, oder hat sie nicht?" Er heiratete ihre Schwester Charlotte, Caroline in zweiter Ehe Schillers Jugendfreund Wilhelm von Wolzogen. Renate Feyl lässt ein Hintertürchen offen. Die wirkliche Beziehung zwischen Schiller und der Wolzogen bleibt weiter ungeklärt.
Der echte Reiz des Romans liegt auch nicht in der Befriedigung dieser aufdringlichen Neugierde. Wir begegnen den wichtigsten Persönlichkeiten der Weimarer Klassik, Goethe natürlich, aber auch Wilhelm von Humboldt, Frau von Stein, und natürlich immer wieder Schiller. Schiller und die Wolzogen, sie inspirieren sich gegenseitig, einer liest dem anderen seine Werke vor und möchte die Kritik des anderen nicht missen. Und Caroline von Wolzogen gelingt es mit Schillers Hilfe, aber auch, indem sie sich von ihm löst und ihren eigenen Weg findet, eine emanzipierte Schriftstellerin des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu werden. Immer wieder klagt sie über das Elend, "unter einem Dach mit einem Genie" zu leben. Und immer wieder, längst auch nach seinem Tod und beim Verfassen seiner Biographie, findet sie Halt in der Erinnerung an seine Anregungen.
Der Vorwurf wurde gemacht: Renate Feyl habe ungenau recherchiert, der Stil ist der Goethezeit nicht gemäß. Vielleicht liegt aber gerade darin das Schöne? Es ist ja schließlich ein Roman, kein Anspruch auf absolute Wahrhaftigkeit also. Die moderne, aber dennoch sensible Sprache bringt uns eine Zeit voller Geist und Kultur wieder einmal lebendig nahe. Vielleicht ein Buch besonders für Frauen, weil vielleicht besonders Frauen die Kämpfe um Anerkennung und Gleichberechtigung in einer von männlichen Geistesgrößen beherrschten Welt nachvollziehen können.
Konnte ich Sie interessieren, liebe Leserinnen und Leser? Bzw. wie heißt es bei amazon.de immer so schön: "War diese Rezension für Sie hilfreich?"
Dann leihen Sie das Hörbuch, gesprochen von Astrid Bless, doch aus: Bestellnummer 7952, 9 Kassetten oder DAISY-CD mit 718 Minuten.
Titel von Renate Feyl in der DZB:

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Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Position:
in der DZB als Hörbuch in Produktion.

Alexander Solschenizyn: "Der Archipel Gulag"

Der russische Schriftsteller, Dramatiker, Historiker und Träger des Nobelpreises für Literatur Alexander Issajewitsch Solschenizyn war schon mit seinem Titel "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" in der Liste der Jahrhundertbücher vertreten - in den DZBN 2004-4. Dort finden sich auch ausführliche Bemerkungen zu Vita und Werk sowie Hinweise zu den in der DZB vorhandenen Werken des Autors.
Kommen wir also gleich zum "Archipel Gulag", dessen neueste Übersetzung gerade in der DZB aufgesprochen wird.
Der 1974 veröffentlichte "Archipel Gulag" gilt als Solschenizyns Hauptwerk und als eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Es ist das bekannteste Werk der - oft im Untergrund entstandenen und verbreiteten Lagerliteratur aus der Stalin- und Chruschtschow-Ära in der UdSSR und die bedeutsamste Darstellung und Kritik des Stalinismus innerhalb der Literatur. Der Titel "Der Archipel Gulag" versteht sich als Kennzeichnung des stalinistischen Justiz- und Lagerwesens als über die ganze Sowjetunion verteilte, abgeschlossene "Inseln" der Unterdrückung und Entmenschlichung.
Alexander Solschenizyn befand sich seit September 1965 unter ständiger Beobachtung des KGB, nachdem seine geheim gehaltenen Manuskripte zum Roman "Der erste Kreis der Hölle" und das Theaterstück "Republik der Arbeit" in dessen Hände gelangt waren. Bereits 1970 war Solschenizyn der Nobelpreis für Literatur verliehen worden. Zur Preisverleihung erschien er allerdings nicht in Stockholm, da er befürchtete, die Staatsführung würde ihm die Wiedereinreise in die Sowjetunion verweigern.
Solschenizyn arbeitete ab April 1958 über zehn Jahre lang am "Archipel Gulag", hielt aber seine Veröffentlichung zurück und versteckte das Manuskript. Er schrieb damals am historischen Romanzyklus "Das rote Rad", den er als sein wichtigstes Werk ansah. Eine Publikation des "Archipel Gulag" und die danach mögliche Verhaftung hätten die Arbeit daran unmöglich gemacht, die er erst 1975 abzuschließen dachte. Im August 1973 entdeckte der KGB das Manuskript zum "Archipel Gulag". Dadurch hatte es für Solschenizyn keinen Sinn mehr, das Werk weiterhin geheim zu halten. Ein russischer Emigrantenverlag, der über eine Kopie des Manuskriptes verfügte, wurde von ihm angewiesen, das Buch sofort zu drucken. Anfang Januar 1974 erschien es in Paris und kurz darauf in Übersetzungen vieler westlicher Länder. Später wurde daraus eine 3-bändige Ausgabe, die in 7 Teile gegliedert ist. Band 2 und Band 3 wurden 1975 beziehungsweise 1978 veröffentlicht. 1985 erschien außerdem eine gekürzte, einbändige Gesamtausgabe, die Vielen als leichter lesbar gilt.
Der "Archipel Gulag" wirkt einerseits als Sachbuch, als wissenschaftliche Arbeit mit dem dazugehörigen Anhang, wie einem biographischen Namensverzeichnis und einem Verzeichnis der Abkürzungen. Außerdem existieren zahlreiche "Anmerkungen" in der Fußzeile der Seiten. Solschenizyn stützt sich auf seine eigenen Erfahrungen, auf die Aussagen von mehreren hundert anderen Verurteilten und Häftlingen, auf offizielle, öffentliche und geheime Dokumente und Untersuchungen. Auf der anderen Seite ist das Buch ein im zynischen Tonfall gehaltenes politisch-literarisches Manifest, ein Pamphlet und eine Anklage an die Zustände in Justiz und Lagerwesen der UdSSR. Solschenizyn selbst bezeichnet das Werk (im Untertitel) als Versuch einer künstlerischen Bewältigung. Im Kern ist es den Opfern gewidmet, versteht sich als Erinnerung und Würdigung ihres Lebens und Leidens:
All jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, um dies zu erzählen. Sie mögen mir verzeihen, dass ich nicht alles gesehen, nicht an alles mich erinnert, nicht alles erraten habe.
Kurz nach der Veröffentlichung des "Archipel Gulag" wurde Alexander Solschenizyn am 14. Februar 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen und lebte fortan in Zürich und später für siebzehn Jahre im US-Staat Vermont.
Im Westen wurde "Der Archipel Gulag" als wichtiges politisch-literarisches Zeitereignis betrachtet und der Titel namensgebend für die Straflagerregion der UdSSR. In Amerika und England verstärkte dieser umfassende Bericht die Ablehnung des kommunistischen Systems sowjetischer Prägung und des Kommunismus überhaupt.
[Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie (http://de.wikipedia.org)]

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Autorenportrait

Zum 200. Geburtstag von Adalbert Stifter (1805 - 1868)

Adalbert Stifter (geboren am 23. Oktober 1805 in Oberplan, tschechisch: Horní Planá, Böhmen - damals Österreich-Ungarn; gestorben am 28. Januar 1868 in Linz) war ein österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge. Er war ein bedeutender Schriftsteller des Biedermeier.
Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 als ältester Sohn des Leinwebers und dann als Garnhändler tätigen Johann Stifter und dessen Frau Magdalena in Oberplan an der Moldau geboren und trug anfänglich den Namen Albert. Der Vater verstarb früh durch einen Arbeitsunfall, als ihn ein umstürzender Flachswagen 1817 erschlug. Bis der Großvater mütterlicherseits, Franz Friepes, Adalbert 1818 gegen einigen Widerstand auf die Lateinschule schickte, arbeitete der bei der Mutter aufwachsende Stifter vor allem in der Landwirtschaft des väterlichen Großvaters Augustin Stifter, um die kargen Lebensverhältnisse der Familie zu bessern. 1820 heiratete die Mutter den Bäckermeister Ferdinand Mayer. 1825 erkrankte Stifter an den als "echte Blattern" bezeichneten Pocken.
Bis 1826 besuchte Stifter die Lateinschule der Benediktiner in Kremsmünster. Während dieser Zeit in der Klosterschule, die er später als besonders glücklich bezeichnete, wurden die Grundlagen für eine aufgeklärte Betrachtung der Natur, Literatur und Kunst gelegt.
1826 nahm er ein Studium der Rechte in Wien auf und erzielte bei den ersten Prüfungen gute Ergebnisse. Sein Studium finanzierte er durch Privatunterricht, den er als Hauslehrer gab. In die Zeit seines Studiums fallen auch erste dichterische Versuche (1827), die von Goethe, Herder und Jean Paul beeinflusst sind. Zu dieser Zeit verliebte er sich unglücklich in Fanny Greipl; gleichzeitig verfiel er in zunehmende Selbstzweifel, die er durch Alkoholmissbrauch zu verdrängen versuchte. Die unglückliche Beziehung zu Fanny belastete auch seine Leistungen an der Universität, bis er 1830 sein Studium ohne Abschluss abbrach.
Um 1829/30 entstand Stifters erste Prosaarbeit "Julius", eine unvollendete Erzählung, in der noch immer das Vorbild Jean Pauls spürbar ist. 1832 und 1833 bemühte sich Stifter erfolglos um amtliche Lehrstellen. Im Februar 1833 brach Fanny die sporadische Beziehung dann ab, und kurz darauf lernte Stifter die Putzmacherin Amalie Mohaupt (1811-1883) kennen, die von seiner Umgebung als ihm intellektuell unterlegen geschildert wird. Erst nach dem Scheitern eines letzten Reuebriefes an Fanny am 20. August 1835 versprach er Amalie die Ehe. Um 1834/35 dürfte auch "Der Condor" entstanden sein, der aber erst 1840 zur Veröffentlichung gelangte.
1836 heiratete Fanny den Finanzbeamten Fleischanderl, am 15. November 1837 heiratete Stifter Amalie und versuchte offenbar auf diese Weise, die innere Ordnung seines Lebens wiederherzustellen. Die materiellen Sorgen aber wurden umso augenfälliger und verließen den Dichter auch in der Ehe mit der fast verschwendungssüchtigen Amalie nicht mehr, wie Pfändungen 1837 und 1841 belegen. Um 1836/37 entstanden auch die "Feldblumen", die 1841 veröffentlicht wurden.
Noch vor der Eheschließung hatte sich Stifter 1837 um eine Anstellung an der Forstlehranstalt Mariabrunn beworben. 1839 entstanden die ersten wichtigeren Gemälde "Blick auf Wiener Vorstadthäuser" sowie "Blick in die Beatrixgasse und Ruine Wittinghausen". Im selben Jahr verstarb auch Fanny. 1840 erschien "Der Condor" in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode und wurde wohlwollend aufgenommen. Im Jahr 1841 folgte die Erzählung "Feldblumen" im Almanach "Iris" nach.
Nach 1841 nahm Stifter wieder die Tätigkeit als Hauslehrer auf und unterrichtete u. a. von 1843 bis 1846 Richard von Metternich, den Sohn des österreichischen Staatskanzlers. Der Pester Verleger Gustav Heckenast, der schon den "Condor" herausgegeben hatte, begann nun, Stifter zu fördern: er wurde Herausgeber des Sammelbandes "Wien und die Wiener" und veröffentlichte 1842 die Erzählung "Der Hochwald" in der "Iris".
Es folgten einige journalistische Arbeiten, bis dann mit "Abdias" 1842 der Durchbruch gelang, der Stifter auch materiell zunehmende Unabhängigkeit brachte. Es folgten bis 1844 "Brigitta" und "Das alte Siegel", dann "Der Hagestolz" und "Der Waldsteig". 1843 arbeitete er seine ersten Erzählungen um, und schon 1844 konnte der nunmehr vorwiegend schriftstellerisch tätige Stifter bereits seine gesammelten Erzählungen in den ersten Bänden der "Studien" vorlegen. Während diese ersten Bände schnell Anerkennung fanden, hatte Stifter mit den 1847 erschienenen letzten zwei Bänden der "Studien" keinerlei Erfolg mehr. Auch der Dichter Friedrich Hebbel kritisierte die Werke des Neulings nun scharf.
Die Unruhen des Revolutionsjahres 1848 brachten Stifter, der als ein Anhänger der revolutionären Bewegung und als der "fortgeschrittenste Liberale" galt und auch als Wahlmann für die Nationalversammlung fungierte, dazu, Wien zu verlassen und nach Linz zu übersiedeln. Hier veröffentlichte er 1849 die Erzählung "Die Landschule", die die Arbeit der Landschullehrer positiv hervorhob. 1850 wurde er selbst, nun wieder zunehmend von finanziellen Sorgen geplagt, zunächst provisorisch und 1853 endgültig zum Schulrat ernannt.
Die Ehe mit Amalie hat Stifter selbst als glücklich beschrieben, doch scheint die Kinderlosigkeit das Paar belastet zu haben. Die Stifter nahmen eine Nichte Amalies als Tochter auf. Diese riss aber mehrmals von zu Hause aus; nachdem sie auch im Winter 1859 mehrere Tage verschwunden war, fand man schließlich ihre Leiche in der Donau. Ob der Tod durch einen Unfall verursacht wurde oder ob sich das Mädchen umgebracht hat, blieb ungeklärt. In jedem Falle hat der Verlust die Stifters schwer getroffen.
Adalbert Stifter wird als unmäßiger Esser und Trinker geschildert, der pro Jahr 600 Liter Wein und Bier verbrauchte. Diese Maßlosigkeit blieb nicht ohne Folgen. Stifters Gesundheitszustand verschlechterte sich rasch. Mehrmals begab er sich zu Kuraufenthalten für ein "Nervenleiden"; die Arbeit an seinem historischen Roman "Witiko" verzögerte sich dadurch - sehr zum Leidwesen seines Verlegers - über mehrere Jahre hinweg. Schließlich war er nicht mehr in der Lage, sein Amt zu erfüllen. Durch die Intervention eines Gönners wurde er mit dem Titel eines Hofrates pensioniert. Von den zunehmenden Beschwerden einer Leberzirrhose geplagt, öffnete sich Stifter am 26. Januar 1868 auf dem Krankenbett mit einem Rasiermesser die Halsschlagader und starb zwei Tage darauf. Auf dem St.-Barbara-Friedhof der Stadt Linz fand Adalbert Stifter schließlich seine letzte Ruhestätte.
Wie kaum ein anderer vermag Stifter noch heute seine Leserinnen und Leser zu berühren, sie zu schroffer Abgrenzung oder unbedingter Liebe zu verleiten. Und dies, obwohl für manche seiner Kritiker seine Figuren eigentlich keine Figuren sind, sein Werk sich im Darstellen von Natur und Landschaft erschöpfen soll und zuletzt auch seine unausgesprochen das Werk durchwirkende Sittlichkeit eher konservativ oder restaurativ genannt wurde. Kritisiert wird auch Stifters Stil mit seinen weitschweifigen und langatmigen Worten. "Was wird hier nicht alles betrachtet und geschildert…", beschwerte sich schon Hebbel über den Nachsommer, "… es fehlt nur noch die Betrachtung der Wörter, womit man schildert, und die Schilderung der Hand, womit man diese Betrachtung niederschreibt …" (in: Leipziger Illustrierte Zeitung, 4. September 1858). Von ähnlichen Kritiken, die auf den Mangel an "Leidenschaft und Tatkraft" sich setzte und das "Dargestellte altväterisch und beschränkt" nannte, berichtet auch Hugo von Hofmannsthal in einem Nachwort zu dem Roman.
Zu Stifters Bewunderern zählt dagegen Friedrich Nietzsche, der den "Nachsommer" und Kellers "Leute von Seldwyla", den ersten Teil der Jung-Stillingschen Lebensgeschichte und Lichtenbergs Aphorismen einzig neben Goethe, vor allem dessen Gesprächen mit Eckermann stehen sieht, oder Karl Kraus, der die Zeitgenossen, sofern sie noch "… ein Quäntchen Menschenwürde und Ehrgefühl …" besäßen, auffordert, "… vor das Grab Adalbert Stifters [zu] ziehen, … um Verzeihung [zu] bitten und hierauf einen solidarischen leiblichen Selbstmord auf dem angezündeten Stoß ihrer schmutzigen Papiere und Federstiele [zu] unternehmen." (in: Die Fackel, April 1916).
[Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie (http://de.wikipedia.org)]
Titel von Adalbert Stifter in der DZB:

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LOUIS

[Leipziger Online Unterstützungs- und Informationsservice für Sehgeschädigte]
Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Das Aktualisieren der Betriebssysteme in DAISY-Abspielgeräten

Ulrich Jander
DAISY-Abspielgeräte, wie z. B. die verschiedenen Modelle der Victor-Reihe, gibt es zum Teil bereits mehrere Jahre. Die Hersteller der Geräte, Visuaide (heute Humanware) und Plextor, haben zwischenzeitlich zu den meisten Modellen Aktualisierungen, sog. Updates, der Betriebssysteme auf den Markt gebracht. Diese werden kostenfrei auf den Internetseiten der Firmen zum Download angeboten. Mit einer Aktualisierung des jeweiligen Betriebssystems sind in aller Regel Funktionsverbesserungen verbunden. Dies betrifft z. B. eine zusätzliche Navigationsebene "Zeit", in der man minuten- oder zehnminutenweise springen kann, oder die Merkfähigkeit der Stoppposition bei DAISY- und auch mp3-CDs oder, beim Victor Classic, der hinzugekommene Schlafmodus.
Ich möchte hier eine Übersicht geben, was der aktuelle Stand der Betriebssysteme (Firmware) bei den DAISY-Geräten ist und welche vorhergehende Version existierte. Wichtig bei der Aktualisierung ist, dass von der direkt vorhergehenden Version auf die aktuelle Betriebsversion geändert werden sollte. Wenn eine noch frühere Betriebsversion im Abspielgerät existiert, dann sollte zuerst auf die nachfolgende Version aktualisiert werden; also hier müsste dann in mehreren Schritten vorgegangen werden. Die gegenwärtige Betriebsversion Ihres DAISY-Gerätes erfahren Sie über die Info-Taste, fast am Schluss der Ansage, bei manchen Geräten nur dann, wenn sich keine CD im Gerät befindet.
Nachfolgend die Übersicht (zuerst die Victor-Geräte):
Die Betriebsversionen für die einzelnen DAISY-Geräte können Sie aus dem Internet beziehen unter:
Nach dem Herunterladen der jeweiligen Datei muss diese als sog. Image auf eine leere CD gebrannt werden. Die Brennprogramme, wie z. B. Nero Burning ROM, haben diesen Punkt "ein Image brennen" in ihrem Menü. Die gebrannte CD wird dann in Ihr DAISY-Gerät eingelegt oder geschoben. Eine Taste ist zunächst nicht zu drücken, sondern die Ansage des Gerätes sollte beachtet werden, und gegebenenfalls dann sind die erforderlichen Bedienschritte auszuführen. Bei den Victor-Geräten ist nach dem Einlegen oder Einschieben der CD gar nichts zu tun. Die Aktualisierung wird automatisch vorgenommen. Zum Schluss schiebt der Victor die CD wieder heraus. Während der Aktualisierung darf auf keinen Fall das Gerät ausgeschaltet werden. Es ist sehr zu empfehlen, die Aktualisierung der Betriebsversion nur am Stromnetz, nicht im Batteriebetrieb, durchzuführen. Ein Abschalten während der Aktualisierung auf Grund leerer Batterie könnte zu Schäden im DAISY-Gerät führen.
Wer keinen Internetzugang und keine Voraussetzungen zum CD-Brennen besitzt, jedoch eine Aktualisierung gern vornehmen möchte, sollte sich an den Händler wenden, von dem das DAISY-Gerät gekauft wurde. Der Händler müsste im Rahmen seines Service in der Lage sein, eine Aktualisierungs-CD für das jeweilige Gerät zuzuschicken. Sollte sich dies als Fehlschlag erweisen, so bin ich in Ausnahmefällen bereit, mit entsprechenden CDs weiterzuhelfen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, so stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Nutzung Ihres DAISY-Abspielgerätes.

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Victor Reader Wave - das kleinste DAISY-Abspielgerät

Ulrich Jander
Die Victor-Familie hat ein weiteres DAISY-Abspielgerät bekommen: "Victor Reader Wave". Wer den Vorgänger, den "Victor Reader Vibe" kennt, wird beim Wave zum Teil an den Vibe erinnert. Der Wave ist, wie der Vibe, ein Discman, also ein tragbarer Player, der Audio-, mp3- und DAISY-CDs abspielt. Es ist ein rundliches Plastikgehäuse, sehr flach gehalten. Der Wave wiegt, wie der Vibe, ca. 270 bis 280 g und wird für den Betrieb mit einem Netzteil (im Lieferumfang enthalten) über die Steckdose oder mit zwei Akkus (ebenfalls im Lieferumfang enthalten, Typ: LR 6 bzw. Mignon AA) versorgt. Zum Lieferumfang gehören weiterhin ein Ohrhörerpaar und eine CD mit dem Wave-Handbuch. Wie der Vibe besitzt der Wave keinen eingebauten Lautsprecher. Die Anschlüsse befinden sich an der rechten Gehäuseseite, wenn man den Wave auf einer festen Unterlage liegen hat und der Riegel zum Öffnen des Deckels vorn ist. Schiebt man diesen Riegel nach rechts, öffnet sich der Deckel langsam, man kann ihn dann vorsichtig etwas nach oben ziehen und anschließend die CD einlegen bzw. eine im Gerät befindliche CD entnehmen. Die CD sitzt fest auf einem Kern. Für die Herausnahme muss man vorsichtig die CD links und rechts an ihren Rändern anheben. Die Anschlussmöglichkeiten an der rechten Seite sind als Erster für Ohrhörer oder Kopfhörer (regelbar), als Zweiter für Aktivlautsprecher bzw. eine Kabelverbindung zu einer Radioanlage als Lineout (nicht regelbar) und als dritter Anschluss für das Netzteil, um den Wave an der Steckdose betreiben und die im Gerät befindlichen Akkus aufladen zu können. Das Aufladen der Akkus ist nur dann möglich, wenn diese auf der Rundung an der Minusseite blank sind, also keine Beschriftung über ca. acht mm bis zur Minusseite vorhanden ist. Beim Vibe ist das ebenso.
Alle Bedientasten, mit Ausnahme der Tastensperre, die sich als kleiner Schiebeschalter an der rechten Geräteseite kurz vor den Anschlüssen befindet, liegen auf der Oberseite des Wave, also auf dem Deckel. In der Mitte ertastet man eine komplette Zifferntastatur, wie beim Telefon, mit einem Punkt auf der Fünf. Vor dem Ziffernblock, am unteren Rand des Deckels, fühlt man drei Tasten, die Mittlere für Start/Stopp, die Linke für das Spulen rückwärts und die Rechte für das Spulen vorwärts. Links neben der Zifferntastatur befinden sich zwei untereinander liegende Tasten, die Obere für das Umschalten der Zifferntastatur auf Buchseiteneingabe und die Untere für Lesezeichen. Rechts neben der Zifferntastatur findet man oben eine einzelne Taste für das Ein- bzw. Ausschalten des Wave und für das Umschalten zwischen Lautstärke und Geschwindigkeit. Darunter liegt ein Tastenpärchen, Plus- und Minustaste, zuständig für die Einstellung der Lautstärke und Geschwindigkeit. Zum großen Teil sind die hier beschriebenen Tasten doppelt belegt. Die Orientierung am Gerät wird aber durch eine Sprachausgabe als Unterstützung an den meisten Positionen erleichtert.
Die Funktionsvielfalt des Wave ist absolut mit den größeren Victor-Geräten vergleichbar. Lediglich die Geschwindigkeit beim Springen, also beim Blättern von Kapitel zu Kapitel oder Abschnitt zu Abschnitt, ist beim kleinen Wave langsamer. Es dauert ca. zwei bis vier Sekunden länger, bis der Wave an die gewünschte Stelle auf der CD gesprungen ist.
Es gibt die Möglichkeit, im Internet einen Testbericht zum Victor Wave als Audiobeitrag zu hören. Die Internetadresse lautet:
www.iscb.de/audio
Wer viel unterwegs ist und auf einen DAISY-Player nicht verzichten will, kann den Victor Wave benutzen und ist damit sehr gut bedient. Auch unsere Fernsehzeitschrift, die DAISY-TV, ist trotz ihres erheblichen Umfangs mit dem kleinen Gerät nutzbar. Wer sich den Wave kaufen möchte - viel Freude damit.
Bei Marland-Versand, Tel. 07525-92050, E-Mail: info@marland.de, kostet der kleinste Victor 299 Euro.

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Info-Service

Mitteilung der Bibliothek

Die Weihnachtszeit rückt näher, und wir möchten Sie daran erinnern, dass die DZB zwischen den Feiertagen geschlossen bleibt. Somit können am Donnerstag, dem 22.12. 2005 letztmalig in diesem Jahr Bestellungen von Ihnen realisiert werden.
Wenn Sie also über die Feiertage nicht auf Leihbücher (Punktschrift- und Hörliteratur) verzichten möchten, teilen Sie uns dies bitte rechtzeitig mit - bis spätestens 14. Dezember.
Erinnern möchten wir an dieser Stelle außerdem, dass alle Hörer, die ständig mehr als 3 Hörbücher im Umlauf haben, von uns automatisch zusätzlich Titel erhalten werden. Informieren Sie bitte die Hörbücherei, wenn Sie dies nicht wünschen.

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Aus "Braille-Radio" wird "DAISY-Radio"

Mit dem 31. Dezember 2005 wird das Erscheinen der Punktdruck-Zeitschrift "Braille-Radio" eingestellt. "Braille-Radio" wird ab dem 01. Januar 2006 durch die ebenfalls wöchentlich erscheinende Hörzeitschrift "DAISY-Radio" abgelöst.
Der Hörer kann wie in einer gedruckten Programmillustrierten blättern und gezielt nach Inhalten suchen. "DAISY-Radio" enthält in jeder Ausgabe über 40 Stunden Programminformationen von ca. 30 Sendern auf einer einzigen CD-ROM, gelesen mit synthetischer Stimme. Sollten diese Informationen in Blindenschrift ausgeliefert werden, wären das ca. 1.200 Seiten wöchentlich, eine weder für den Produzenten noch für den Leser zu bewältigende Menge.
Voraussetzung für die Nutzung der neuen Radio-Zeitschrift ist ein DAISY-Abspielgerät. "DAISY-Radio" kostet im Jahresabo für Neukunden 52 €.
Für Abonnenten, die sowohl "DAISY-Radio" als auch "DAISY-TV" abonnieren ("Programm-Paket"), bietet die DZB das Jahresabonnement zu einem Sonderpreis von 91,00 € für beide DAISY-CDs an (gegenüber 124,80 € im Einzelverkauf).

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DZB-Zeitschriften 2006

Probeausgaben unter Tel. 0341 7113-120.
wöchentlich
Daisy-Radio
Rundfunkprogramm von Samstag bis Freitag
Daisy-TV
Fernsehprogramm von Samstag bis Freitag
Programm-Paket
DAISY-Radio + DAISY-TV
Literaturtreff
Romane und Erzählungen in Fortsetzungen
monatlich
Das Gesundheitsmagazin
Gesundheitslehre, Behandlung, pharmazeutische Produkte, Krankenpflege u. a.
Das Hörmagazin
Bunte Mischung aus Unterhaltung, Satire, Information, Buchempfehlungen
Ketchup
Information und Unterhaltung für Jugendliche und alle, die sich jung fühlen
Kinderland
Schülermagazin
Kultur und Freizeit
Berichte, Texte, Gedichte von Hörern für Hörer
Kurzgeschichte International
Literarisches aus aller Welt
Ratgeber Aktuell
Verbraucherzeitschrift in Sachen Geld und Recht
Schachbrücke
Theorie und Praxis des Blindenschachs
Wissen und Fortschritt
Populärwissenschaftliche Beiträge aus allen Bereichen der Wissenschaft
zweimonatlich
DZB-Nachrichten
Informationen aus DZB, Blindenwesen, Literatur. Kostenlose Beilage: "Leipziger Bücherliste"
Leipziger Bücherliste
Neue Literatur aus der DZB
Sechs mal Sex
Ein hörbares Eroticon
Unser Tiermagazin
Wissenswertes und Unterhaltsames für Tierfreunde
quartalsweise
Deutschlandrevue
Unsere Heimat: Städte, Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Traditionen, Bräuche u.v.m.

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Weihnachtliche Geschenke

Die DZB hält neben weihnachtlichen Märchen und Geschichten sowie zahlreichen Kinderbüchern auch Weihnachtskarten und Geschenkgutscheine für Sie bereit, mit denen Sie Ihre Lieben bedenken können.
Oder wie wäre es mit einem "Minibuch" in Blindenschrift? Die gibt es zu den verschiedensten Themen. Da gibt es Bücher mit Witzen, Anekdoten, Limericks, Gedichten, eine Sammlung kurioser Grabsprüche, den Zitatenschatz für Katzenfreunde, Bauernregeln, kulinarische Sprüche, erotische Zitate, Schimpfwörter unserer lieben Muttersprache oder auch Wilhelm Buschs Spruchweisheit. Da müsste für fast jeden Geschmack etwas dabei sein.
Vielleicht möchten Sie auch Noten für das festtägliche Musizieren verschenken oder Rezepte für einen festtäglichen Schmaus?
Wir beraten Sie gern: Tel. 0341 7113-119

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DAISY-Katalog der DAISY-Bücher

Es ist soweit: Der DAISY-Katalog mit Stand vom 31.12.2004 liegt nun auch in gesprochener Form im DAISY-Format vor - abzuspielen auf jedem DAISY-Abspielgerät.
(Bitte beachten Sie: Der Katalog ist innerhalb des Bereiches "Belletristik" nicht navigierbar. Es kann lediglich von Autor zu Autor gesprungen werden.)
Der Katalog kann zum Preis von 6,00 Euro (zzgl. Verpackung) käuflich erworben oder in der Hörbücherei kostenlos ausgeliehen werden.

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"Berührungen. Skulpturen aus uralten Mooreichen zum Anfassen" - Neue Ausstellung in der DZB

Christiane Felsmann
Der Förderverein "Freunde der DZB e.V." freut sich, 52 Skulpturen des Dresdner Künstlers Siegfried Modra präsentieren zu können. Jedes einzelne Ausstellungsstück darf mit den Fingern intensiv betrachtet werden.
Mooreichen, natürlich konservierte Stücke von Eichenbäumen, sind Ursprung der gezeigten Unikate. Der einzigartige Charakter der Exponate ergibt sich aus dem seltenen Material. Aus Vorsicht und Achtung vor der Aura des über Jahrhunderte und Jahrtausende bewahrten Holzes werden vom Gestalter alle Arbeiten unabhängig von den erheblich unterschiedlichen Eigenschaften des Materials ohne Maschinen, nur von Hand ausgeführt.
Das Besondere der Modra-Skulpturen ist die harmonische Einheit aus der Wirkung des Materials, dem Erhalt der natürlichen Besonderheiten der Fundstücke und der sensiblen Einarbeitung auch schwieriger Themen. Begleitet wird jede Skulptur von einer Geschichte, die Modra zu den einzelnen Stücken bewegt. Die Texte liegen in Braille- wie auch in Schwarzdruck bereit.
Zu sehen und zu fühlen sind die Skulpturen bis zum 13.01.2006 in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), Gustav-Adolf-Straße 07, 04105 Leipzig. Geöffnet hat das Haus Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 12 Uhr. Um eine Anmeldung wird gebeten, auch individuelle Terminabsprachen sind möglich:
Tel. 0341 71130.
Für blinde und sehbehinderte Besucher ist nach Absprache ein Begleitservice vor Ort.

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Der totale Ohrsinn

Nachdem bereits im Jahre 1991 in Berlin das erste sogenannte Blindenradio, ABSV-Radio, seine Sendetätigkeit aufgenommen hatte und sich in der Zwischenzeit an weiteren Standorten wie z. B. Marburg, Hamburg, Würzburg oder auch im Ruhrgebiet Radioaktivzellen Sehgeschädigter gebildet hatten, ist nun die bundesweite Zusammenarbeit der bestehenden Projekte und ein neues Produkt dieser Zusammenarbeit zu vermelden.
Seit Oktober "in voller Schönheit" sendet www.milina-radio.de - ein Programm der Medieninitiative blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland - ein 24-Stunden-Vollprogramm und freut sich auf Ihren Klick.
Infos, Ohrwürmer und Mehr! - Also nicht einfach nur Dudelfunk der herkömmlichen Art, sondern ein informatives und abwechslungsreiches Programm, das nach Aussage seiner Macher sehende und nichtsehende Menschen gleichermaßen anspricht sowie Berührungsängste abbauen und Brücken zwischen sehenden und nichtsehenden Menschen schlagen will.
Zur Sendezeit ist Milina-Radio immer zu erreichen. Entweder in der Recklinghäuser Zentrale, oder wenn das Programm aus den Studios Unterfranken, Leipzig oder Berlin kommt, wird die Telefonnummer umgeroutet und Sie können direkt mit den Moderatoren sprechen. (Vielleicht auch ›live‹ über den Sender).
Kontakt: Milina-Radio-Telefon: 02361-12345, Internet: www.milina-radio.de

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Ansprechpartner für Tandem-Fahrer

"Wo gibt es Clubs? Wo bekomme ich Zubehör? Wo finde ich einen Tandem-Piloten? Wo kann ich ein Mobilitätstraining machen?" - Viele Fragen, auf die es in Zukunft eine Antwort oder Hilfestellung geben soll. Als Ansprechpartner stellt sich Uli Staniullo aus Hamburg zur Verfügung.
Telefon: 040 8316401
E-Mail: ernst.u.staniullo@t-online.de
www.tandemclub.de

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich. Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«. Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder DAISY-CD-ROM 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Diskette mit Jahreszusammenfassung ohne Beilage (nur für Braillezeile) 7,68 €. (Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.)
Online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: (03 41) 71 13-0,
Fax: (03 41) 71 13-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: info@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: (03 41) 71 13-135
Abonnements, Anzeigen:
Sylvia Thormann
Telefon: (03 41) 71 13-120
Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto-Nr.: 1 100 830 010
DZB 2005

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