DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 1 – 2006
Januar / Februar
16. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Mehr Hörfunkprogramm aus der DZB

1 Jahr "Freunde der DZB e.V."

Einblicke

DaCapo - Musik mit allen Sinnen erleben! Internationale Fachtagung zum Thema Blindennotenschrift in der DZB

"Tactile Graphics Conference 2005"

Das Hörmagazin wird 40!

Die Kramkiste

Dieses Mal Inkognito!

Hans Fallada: "Wolf unter Wölfen"

Bücher des Jahrhunderts

Umberto Eco: "Der Name der Rose"

LOUIS

Der kleine Victor Reader Wave - Ergänzung

Handy-Telefone können sprechen und Blindenschrift darstellen

Info-Service

SLM fördert das Projekt DAISY-Programm der DZB

Das Buch zum Film

PC-Arbeitsplatz für Blinde und Sehbehinderte

Haus Storchennest lädt ein

Autofahren für Blinde 2006

Alles auf einen Klick - Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde mit neuem Internetauftritt

BELISAR - Weg ins Licht

Seminarausschreibung

Impressum

Vorbemerkung

Liebe Leserinnen und Leser, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB wünschen Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Unsere "Postecke" widmet sich heute den Reaktionen auf die neue Editionsform des in der DZB herausgegebenen Rundfunkprogramms. Das Thema "DAISY-Radio" ist dann Gegenstand des sich der "Postecke" anschließenden Artikels von Dr. Thomas Kahlisch.
Täglich erreichen unser Sekretariat über 100 E-Mails. Um diese schnell den einzelnen Abteilungen zur Bearbeitung zuleiten zu können, ist die Betreffzeile wichtig. Diese sollte zutreffend, kurz und aussagekräftig sein. Bleibt der "Betreff" aber frei, muss die Mail erst geöffnet werden, um sie zuordnen zu können bzw. ist es nicht einfach, sie von Viren-E-Mails zu unterscheiden - von denen wir ebenfalls reichlich erhalten. Bitte erleichtern Sie unseren Sachbearbeiterinnen die Arbeit und tragen Sie zur Sicherheit im Datenverkehr bei.
Es grüßt herzlich Ihr Karsten Sachse.

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Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

1. DAISY-Radio

»(…) Mit großem Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass die Produktion der Zeitschrift ›Braille Radio‹ zum Jahresende eingestellt werden soll. Gegen ›höhere Gewalt‹ kann man natürlich sowieso nichts machen. Wieso die Blindenschriftverlage nur immer denken, Blindenschrift sei so mir nichts dir nichts einfach durch akustische Medien zu ersetzen?! Wir als Kunden werden dabei nicht gefragt, und das ist, was mich erbittert. (…)«
[Frau Erika Reischle-Schedler per E-Mail]

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2. DAISY-Radio

»(…) In der Ausgabe 42/2005 der ›Braille-Radio‹ informierten Sie über Ihre Absicht, ab 1. Januar 2006 anstelle der jetzigen Brailleversion die Zeitschrift ›DAISY-Radio‹ produzieren zu wollen. Obwohl ich ein großer Anhänger von Brailleschrifttexten bin, erachte ich diesen Schritt als richtige Entscheidung: Erstens lassen sich auf diese Weise die Programme einer viel größeren Anzahl von Radiosendern veröffentlichen, zweitens erhält der Leser (in diesem Fall Hörer) weitaus mehr Informationen zu einzelnen Sendungen als dies in der ›Braille-Radio‹ aus Platzgründen möglich ist. Hinzu kommt die positiv zu bewertende Tatsache, dass sich das Rundfunkprogramm seitens der DZB kurzfristiger zusammenstellen lassen kann, denn die lange im voraus erforderliche Produktion in Blindenschrift entfällt. (…)«
[Herr Ronny Stimmel aus Leipzig per E-Mail]

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3. DAISY-Radio

»(…) Mit großem Bedauern habe ich von der Einstellung von ›Braille-Radio‹ Kenntnis genommen. Ich hätte gern mehr pro Jahr für die Punktschriftausgabe bezahlt. Warum müssen die Blindenverlage den Verlust der Bedeutung der Brailleschrift in unseren Kreisen noch unterstützen? Sie tun dies nicht, um uns ein größeres Programmangebot zu bringen, sondern aus dem Grund, der offenbar das Motto unserer technisierten Zeit darstellt: Kosteneffizienz, kalte Berechnung.
Von einem gebildeten Menschen, ob sehend oder nicht, wurde bislang immer erwartet, dass sie oder er lesen und schreiben kann. Ich z. B. kann Punkt- und Normalschrift, da ich OPTACON gelernt habe. Heute scheint es ausreichend zu sein, mit allen oder den Restsinnen das Medienangebot exzessiv zu konsumieren. (…)«
[Herr Andreas Grabher per E-Mail]

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Mehr Hörfunkprogramm aus der DZB

Dr. Thomas Kahlisch
In den letzten "DZB-Nachrichten" informierten wir Sie darüber, dass ab Januar 2006 zusätzlich zu der sehr erfolgreichen Zeitschrift "DAISY-TV" mit "DAISY-Radio" ein vergleichbares und von den Nutzern häufig nachgefragtes Angebot für Hörfunkprogramme von der DZB herausgegeben wird. Gleichzeitig schrieben wir, dass zu diesem Zeitpunkt die Zeitung "Braille-Radio" ihr Erscheinen einstellt. Wie die Postecke zeigt, brachte uns das positive aber auch negative Kritiken ein. Zu den dabei ausgeführten Argumenten möchte ich gern einige Anmerkungen machen.
Einige Leser bringen zum Ausdruck, dass sie keine sprechende Zeitschrift haben möchten und ihr eigenes Informationsinteresse im Bereich Hörfunk von der bisherigen "Braille-Radio" ausreichend gedeckt wird. Auch Ängste vor dem neuen Medium DAISY wurden formuliert.
Andere Stimmen freuen sich über den Ausbau des Angebotes und begrüßen die Informationsvielfalt, die praktisch und einfach zu handhaben ist und so umfangreich nie in Punktschrift angeboten werden kann.
Die Frage des Lesers, ob denn im Verlagsangebot der DZB nicht Platz für beide Formen der Hörfunkprogramme gewesen wäre, muss aus Gründen der Wirtschaftlichkeit klar verneint werden. Die Abonnentenzahlen der "Braille-Radio" sind stark rückläufig, 10% pro Jahr. Versuche, die Herstellung dieser Punktschriftpublikation weiter zu automatisieren, sind gescheitert. Da der Umfang der Zeitschrift auf maximal 88 Seiten beschränkt ist und dem Leser auch die gewünschten Detailinformationen zu Hörspielen, Features oder Klassiksendungen angeboten werden sollen, kann nur der geschulte Mitarbeiter und nicht der streng nach Ablaufplan handelnde Computer entscheiden, was im Rundfunkprogramm gedruckt wird. Blindenschrift hat, was das Räumliche angeht, nun mal ihre Grenzen.
Die wöchentliche Übertragung und Korrektur der Hörfunkprogramme in Punktschrift ist sehr personalintensiv. Insgesamt weist die betriebsinterne Statistik einen in Stunden pro Jahr erfassten Aufwand von 1.040 Übertragungs- und 700 Korrekturleistungen aus. Dazu kommen noch 210 Stunden für das Punzieren, die Mitarbeiter aus Redaktion, Druck, Bindung und Versand sind hier noch nicht berücksichtigt. Die Zeitschrift bindet allein in der Abteilung Blindenschriftherstellung Ressourcen im Umfang einer Mitarbeiterstelle pro Jahr, die in anderen Bereichen, wie der Schul- sowie in der Sach- und Fachbuchproduktion, dringend gebraucht werden.
Ein erhöhter Abopreis, z.B. eine Verdoppelung auf 60 Euro im Jahr, hätte die Situation nicht entschärft und lediglich zu einem erneuten Rückgang der Abonnentenzahlen geführt. Die DZB stand damit vor der Entscheidung, die Produktion der Zeitschrift einzustellen. Wir suchten gemäß unserem Auftrag zur Informationsversorgung Blinder und Sehbehinderter nach einer Alternative, die zeitgemäß, effektiv in der Herstellung und Verbreitung und ausbaufähig ist. An dieser Stelle möchte ich mir die Aufzählung der Vorteile von DAISY sparen. Ich zitiere die Meinung einer 83-jährigen Dame aus Berlin, die sich an einem Infostand der DZB im Oktober 2005 gegenüber einer Mitarbeiterin euphorisch äußerte über die neuen TV- und Radioangebote auf DAISY-CD, die sie lange erwartet habe. Ergänzt sei hier von mir: auch sehbehinderte oder blinde Menschen, die die Brailleschrift nicht beherrschen, können das neue Angebot nutzen.
Ich bin mir bewusst, dass dies kein Trost für die kleine Gruppe der enttäuschten Fans von "Braille-Radio" ist. An dieser Stelle bitte ich um ihr Verständnis. Wir werden die frei werdenden Ressourcen in den Ausbau unserer Blindenschriftangebote stecken und damit weiterhin wichtige und umfangreiche Beiträge zur Informationsversorgung blinder und sehbehinderter Menschen leisten.
Pro Jahr werden in Leipzig ca. 20.000 Seiten Schwarzschrift in die Blindenschrift übertragen. Das Verkaufsangebot der DZB umfasst bereits heute neben mehr als 2.500 Brailleschrifttiteln auch 8 Zeitschriften in Brailleschrift: "Literaturtreff", "Das Gesundheitsmagazin", "Kinderland", "Ratgeber Aktuell", "Schachbrücke", "DZB-Nachrichten", "Leipziger Bücherliste", "Deutschlandrevue". In der Punktschriftbibliothek stehen den Interessenten ca. 11.000 Titel und über 5.300 Notenwerke für die Ausleihe zur Verfügung.

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1 Jahr "Freunde der DZB e.V."

Christiane Felsmann
Am 06. Dezember 2005 gab es für die "Freunde der DZB e.V." allen Grund zum Feiern! Kurz nach dem Geburtstag der DZB gab es nun auch für den Förderverein einen kleinen Geburtstagskuchen.
Der Verein kann auf ein sehr erfolgreiches Startjahr zurückschauen. Der Spendentopf wurde im Namen der DZB gut gefüllt und steht den Vorhaben und Notwendigkeiten der Einrichtung voll und ganz zur Verfügung.
Das Projekt "Buchpatenschaften" (www.buch-patenschaft.de) beispielsweise steht für die konkrete und zeitnahe Produktion von Literatur für blinde und sehbehinderte Menschen. Das Engagement und Interesse der Spender dient dazu, Bücher aktuell und in bester Qualität zur Verfügung zu stellen.
Vielfältige Veranstaltungen und Aktionen des Fördervereins konnten zudem dazu beitragen, die DZB und die Arbeit des Blindenwesens in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus bekannt zu machen. So gab es u.a. zur Leipziger Buchmesse eine bestens gefüllte Lesung mit der blinden Autorin Ruth Wunsch, im April wurde es mit dem Besuch des Marathonläufers Henry Wanyoike sehr sportlich und im Mai begab man sich als Mitveranstalter der Ausstellung "Das Alte Ägypten (Be)Greifen" auf neues Terrain. Mit Erfolg.
Im Haus der DZB selbst ist der Verein insbesondere in Form von Führungen aktiv. Die Vorsitzende Frau Dr. Deimig selbst übernimmt regelmäßig weitgereiste Gruppen und führt die Gäste durch das gesamte Haus. Entstehende Einnahmen fließen selbstverständlich sofort in die Arbeit für die DZB.
Eines der Vorhaben für das Jahr 2006 ist nun der Ausbau der Führungen für Kinder. Ein Weiteres wird die Unterstützung des 50-jährigen Bestehens der Leipziger Hörbücherei. Die Unterstützung der Punktschrift, die Verbreitung von DAISY und natürlich die Produktion von Literatur für Blinde und Sehbehinderte werden im Mittelpunkt der Arbeit stehen.
Unterstützen auch Sie den Förderverein "Freunde der DZB e.V."! Sparkasse Leipzig, BLZ 860 555 92, KTN 11 00 83 00 10.

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Einblicke

DaCapo - Musik mit allen Sinnen erleben! Internationale Fachtagung zum Thema Blindennotenschrift in der DZB

Matthias Leopold
Die Anspannung war enorm, unvorhergesehene Dinge gab es viele. "Es wird alles klappen" waren die Worte unserer PR-Referentin Frau Felsmann nach Planung eines jeden Details der ersten Blindennotenschrift- und ersten internationalen Tagung überhaupt in der DZB, bevor sie in ihren wohlverdienten Urlaub flog und die anderen Vorbereitenden einigermaßen aufgeregt mit einer Tagesplanung zurückließ. Das war gut eine Woche vor Konferenzbeginn.
Frau Felsmanns Tagesplanung war zu perfekt: wann man wen wo anrufen solle, wo was abzuholen sei, Anbringen von Plakaten und Aufstellen des Equipments, selbst die Kekse für Zwischendurch fanden sich sauber aufgelistet. Was, wenn sie etwas vergessen hat und von uns denkt auch keiner dran? Zum Beispiel die Notenständer für das "Ensemble pro Punctum" für ihren abendlichen Auftritt … - aber auch die waren auf der Liste.
Doch dann kam das Unvorhersehbare. Erst mussten wir einen neuen Saal finden, denn der Angemietete wurde kurzfristig storniert (1). Dann sagten die Gäste aus Sri Lanka ab und schließlich auch Christian Waldvogel von der SBS Zürich wegen Krankheit. Er sollte eigentlich nicht nur den ersten Vortrag halten, sondern war überdies als Moderator eingeladen. Christian Waldvogel ist European Chair der Blindennotenschrift, auf seinen Ideen fußt ein großer Teil unserer Softwareentwicklung in der Blindennotenschrift. Es ist zu bedauerlich, dass er verhindert war.
Die Gäste trafen erst nach und nach ein: Deutschland versinkt im Winter und Leipzig in seinen Baustellen, da sind Verspätungen vorprogrammiert. Auch wenn einige Teilnehmer die Führung durch das Haus verpassten, um 14 Uhr waren alle da: 36 Lehrer und Hochschullehrer, Delegierte verschiedener Bibliotheken, Softwareentwickler, aber vor allem blinde Musiker, Profis wie Laien aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen, Großbritannien und Spanien. Donnerstag, der 24. November 2005 um 14 Uhr: Beginn der Internationalen Fachtagung zu Blindenmusiknotation an der DZB Leipzig.
Drei Bibliotheken bzw. Produktionsstätten, die FNB Amsterdam, die Blindenschriftdruckerei Wernigerode und die DZB stellten ihre Arbeiten zur Blindennotenschrift vor, während Frau Baptiste-Jessel von der Universität Toulouse über die wissenschaftlichen Aspekte um die Blindennotenschrift sprach. Ich selbst sprang kurzfristig für Christian Waldvogel ein und berichtete über seine Bemühungen um eine einheitliche, internationale, elektronische Repräsentation von Blindenmusiknoten für Softwareentwicklungen.
Ehrengast der Konferenz war Ministerialrat Dr. Hartmut Haines vom Ministerium für Arbeit und Soziales, das unsere Arbeit im Team DaCapo finanziell stützt. An der Ministereinführung von Franz Müntefering nahm er nicht teil, um sich stattdessen bei uns in Leipzig über unsere Arbeit zu informieren, bevor er am nächsten Morgen noch zu nachtschlafender Zeit per Zug zum nächsten Termin eilte.
Nach den Vorträgen gingen wir zur Alten Nikolaischule, direkt an den Ort, an dem die Friedliche Revolution von 1989 ihren Anfang nahm. Das "Ensemble pro Punctum", vier blinde Sänger aus ganz Deutschland, machten Nachdenken und unterhielten die Konferenzteilnehmer mit Musik aller Stile aus vier Jahrhunderten. Mit einer Zugabe von Paul McCartneys Yesterday in einem wundervollen Arrangement für vier Stimmen beschlossen sie ihr Konzert. Bei Essen und Trinken lösten sich die Zungen, das wichtigste Ziel einer jeden Tagung war erreicht: Während man sonst nur an verschiedenen Orten nebenher arbeitet, ohne von der Arbeit des Anderen zu wissen, trifft man hier zusammen, um Ideen auszutauschen, die Arbeiten des Anderen kennen zu lernen, Anregungen für die Zukunft mitzunehmen.
Am Freitag Vormittag fanden dann Fachdiskussionen zu technischen und pädagogischen Entwicklungen statt. Neben den verschiedenen Aspekten der Lehre, insbesondere der integrativen Beschulung und der damit verbundenen Schwierigkeiten für die Notenlehre, ergingen auch klare Aufträge an die DZB als Bibliothek und Produzent von Blindennoten: Für Arbeit und Lehre werden problemangepasste, auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Noten gebraucht, ein Aspekt, den wir für unsere zukünftigen Entwicklungen unter dem Begriff "Parametrisierbarkeit" bereits vorgeplant haben. Ein weiterer wichtiger Auftrag an uns ist, Noten zeitnaher bereitzustellen. Mit Hilfe einer zukünftigen Kooperation mit Verlagen, um direkt die Notenquellen elektronisch weiterverarbeiten zu können, wollen wir dieser Notwendigkeit gerecht werden. Als Tenor die Formel: "mehr, schneller und günstiger Noten bereitzustellen", begreifen wir als DZB als unseren Auftrag. Jedoch deckt dies nur einen Teilaspekt der gesamten Problematik ab.
Viele der Gäste mussten schon am Freitagnachmittag zurück, doch einige nutzten die Gelegenheit, noch in die Oper oder das Gewandhaus zu gehen, oder sich die Bachkantaten in der Thomaskirche anzuhören.
Frau Felsmann behielt Recht: Es hat alles geklappt. Und die Reaktionen der Teilnehmer zeigten uns, wir sind auf dem richtigen Weg. Und es bleibt noch sehr viel zu tun.
(1) Die "Alte Nikolaischule" war nicht so ehrlich uns zu sagen, dass der angemietete Barocksaal kurzfristig an einen anderen Kongress weiter vergeben wurde und wir deshalb mit dem unteren Restaurantbereich vorlieb nehmen mussten. Wer seine Kundschaft derart als Kosten-Nutzen-Maximierung begreift, sollte sich nicht wundern, wenn die Kundschaft zukünftig eine Strategie der Nutzungs-Minimierung fahren wird.

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"Tactile Graphics Conference 2005"

Werner Nitschke
Vom 01.12. bis zum 02.12.2005 fand in Birmingham (GB) die Konferenz "Tactile Graphics 2005" statt. Veranstalter war das National Centre for Tactile Diagrams (NCTD), eine Einrichtung des Royal National Institute for the Blind (RNIB) in Großbritannien. Über 200 Teilnehmer aus etwa 25 Ländern trafen sich, um Neuigkeiten zum Thema "Tastbare Grafiken" untereinander auszutauschen. Auch wir zwei Mitarbeiter der DZB, Frau Nordmann aus der Relieftechnik und Herr Nitschke aus dem Verlag, fuhren mit großen Erwartungen in das verregnete Birmingham.
Nach der Begrüßung durch die Direktorin des NCTD, Dr. Sarah Morley Wilkins, hatten die Besucher eine erste Gelegenheit, sich gegenseitig bekannt zu machen. Die Konferenz umfasste Präsentationen, Ausstellungen und Konsultationspunkte sowie Meetings zu konkreten Problematiken. Die Präsentationen wurden parallel in drei Räumen durchgeführt und dauerten jeweils 40 Minuten. Zwischen den Präsentationen konnte man die etwa 30 Ausstellungen und sechs Konsultationspunkte besuchen.
Unser Interesse galt vor allem neuen technischen Entwicklungen und verbesserten Verfahren zur Reliefherstellung.
Das interaktive Touch-Pad z.B. gestattet über ein Berührungsfeld das Abrufen von Informationen zu Reliefgrafiken. Es ist mit einem PC inklusive Sprachausgabe verbunden. Die Bestückung kann mit beliebigen Relieffolien erfolgen, die vor der Nutzung über Fixpunkte und einen Barcode initialisiert werden müssen. Pfeiltasten führen durch das Menü, während der Zugang zu verschiedenen Informationsebenen über einen Ziffernblock erfolgt. Bei Landkarten z.B. lassen sich Informationen zu berührten topografischen Punkten sowohl auf dem Bildschirm als auch über Audio abrufen. Detailinfos erhalten die Nutzer über Verzweigungen in die Unterebenen. Die Kombination mit einem hinterlegten DAISY-Buch ist in der Entwicklung.
Taktile Grafikdisplays dienen der Ausgabe von Bildschirminformationen auf einem tastbaren Feld. Beispiele zur geometrischen Kurvendarstellung für die mathematische Ausbildung von Schülern und Studierenden wurden gezeigt, auch Flächendarstellungen sind möglich.
Mehrere Vorträge widmeten sich der Verbesserung von Abläufen bei der Reliefherstellung, ließen aber auch deutlich die Grenzen von Automatisierbarkeit erkennen. So fanden wir die Idee der direkten Nutzung von geografischen Datenbanken (GIS, GPS) bei der Landkartenproduktion ganz interessant, die Frage nach der konkreten Umsetzung wurde aber nur unbefriedigend beantwortet.
Ein wichtiger Aspekt der Präsentationen und der Exponate war das Erlernen und Verfeinern der taktilen Fähigkeiten bei Kindern und die Problematik der räumlichen Vorstellung (3. Dimension). Die Kombination von realen Objekten und taktilen Abbildungen dieser Objekte wurde in einem "Aktivitätsbuch" demonstriert. Große Bedeutung haben dabei neben guten taktilen Büchern und Modellen aber auch die methodischen Fähigkeiten der Pädagogen.
Eine große Anzahl von Ausstellungsstücken illustrierte den Ideenreichtum sowohl bei der Serienfertigung als auch bei der Kreation von Unikaten. Wir konnten unterschiedliche Stoffgewebe und Holzstrukturen ertasten sowie Modelle aus Architektur und Technik bewundern.
Rückblickend muss man dem NCTD als Ausrichter der Konferenz sowie den Ausstellern und Vortragenden großes Lob zollen. Unterkunft und Veranstaltung am gleichen Ort, dem Hotel "Jurys Inn", führten zu einem aus unserer Sicht effizienten Konferenzverlauf und erleichterten das gegenseitige Kennenlernen. Auch wenn wir die ganz große technische Neuerung nicht entdecken konnten - die Herstellung taktiler Grafiken ist ein unersetzbarer Bestandteil der Verfügbarmachung von Informationen für Blinde und Sehbehinderte geworden.

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Das Hörmagazin wird 40!

Elke König
Mit der Einweihung der Hörbücherei im Haus Gustav-Adolf-Str. 9 vor 50 Jahren erlebten die blinden Nutzer der DZB eine völlig neue Art Bücher zu erschließen. Rundfunksprecher und Schauspieler lasen Literatur auf Tonband, die offenen Spulen wurden den Nutzern zur Ausleihe zugeschickt.
Zehn Jahre später folgten Direktor Herbert Jacob und Studioleiter Martin Jaedicke dem Wunsch vieler Freunde der DZB, ein Magazin zu erhalten. Es handelte sich um ein Band mit einer Laufzeit von 60 Minuten, das auf Verlangen kostenlos zugeschickt wurde. Was denn eigentlich im Hörmagazin zu hören sein sollte, darüber machte sich Martin Jaedicke ziemlich lange Gedanken. Krimis, Liebesgeschichten, Reportagen, Hörerpost, Stimmen bekannter Persönlichkeiten? In der Verbandszeitschrift "Die Gegenwart" fragte er, was die Hörer denn gerne hätten.
Die ersten Hörmagazine waren thematisch geordnet. Eine bunte Mischung setzte sich allerdings rasch durch. Nachdem das Kind aus der Taufe gehoben war, zog sich Martin Jaedicke von der aufwändigen Redaktionsarbeit wieder zurück, schließlich war er der Studioleiter. Nach ungefähr einem Jahr gewann er Wolfgang Burghardt, der beim Rundfunk tätig war, und als Sprecher in die DZB kam, für diese Aufgabe. Wolfgang Burghardt blieb dabei. Er stellte das Hörmagazin zusammen und moderierte. Ab 1992 übernahm seine Moderation Gert Gütschow. Seit 1999 sucht Elke König interessante Beiträge aus, zu hören war auch oft Hans Lanzke, heute moderiert Elke König das Hörmagazin selbst.
Über Jahrzehnte blieben Krimi, Satire, Chronik und Interviews die beliebtesten Bestandteile des Hörmagazins. Aus sieben verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und vielen, vielen Büchern und Meldungen aus dem Internet werden die besten Artikel ausgesucht.
Die zusammengestellte Mischung wird auch heute durch Musik ergänzt. Es finden sich bis zum heutigen Tag immer wieder überraschende und interessante Beiträge, und so soll es auch bleiben!
Das Hörmagazin zeigt, wie es im Land um uns herum aussieht, gibt gute Tipps und liefert so manches Mal auch einen kleinen Wissensvorsprung zu aktuellen Ereignissen. In den vergangenen vier Jahrzehnten entwickelten sich allerdings auch weitere Zeitschriften, die den verschiedensten Interessengebieten gerecht werden. Mittlerweile sind es insgesamt 17.
Die Hörmagazin-Redakteurin Elke König erstellt außerdem weitere Hörzeitschriften, wie "Wissen und Fortschritt", "Unser Tiermagazin", "Sechs mal Sex" und "Kultur und Freizeit". Auch diese Hörzeitschriften sind wieder im Begriff sich zu verändern, denn das Medienformat DAISY-CD hält auch hier Einzug. "Wissen und Fortschritt" und "Unser Tiermagazin" erscheinen bereits als DAISY-CD und die Entwicklung geht unaufhaltsam weiter. Leichtes Navigieren und gute Tonqualität werden das Hörvergnügen noch steigern.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Dieses Mal Inkognito!

Susanne Siems
Punktschriftbibliothek
Gestatten Sie mir, liebe Leserinnen und Leser, eine vielleicht einen Hauch zu intime Frage am Anfang dieser Kramkiste: "Woran denken Sie, wenn Sie nachts nicht schlafen können?" An die unaufgeräumte Wohnung, den vollen Schreibtisch, die verlorene Liebe, den kranken, hoffentlich bald gesunden Freund? An Zeit, die vergeht ohne unser Zutun, glückliche und traurige Augenblicke, Minuten, Monate, Jahre? Die Vergessen bringt und Erinnerung zu gleichen Teilen. Wunden heilt und doch Dinge, Menschen, Ereignisse auch nach vielen Jahren immer noch gleich aussehen lässt? "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht" tönte es vor über 175 Jahren durch die Kleinstaaten des Landes, das sich Deutschland nennt.
Was macht ihn, den Verfasser dieser Zeilen, mir so vertraut, zu einem Lieblingsautor seit meiner Jugendzeit? Ich liebte und liebe seine Lyrik ebenso sehr wie die mit sehr spitzer Feder geschriebenen "Reisebilder". In allem zeigt sich über die Jahrzehnte, ja Jahrhunderte eine Aktualität, die manchmal schon erschrecken kann. Er war eines der wenigen positiven Leseerlebnisse im Deutschunterricht (alle Deutschlehrer bitte ich an dieser Stelle um Verzeihung, immerhin ist ja doch ein Bücherfreund aus mir geworden). "Im traurigen Monat November war's", dass wir ihn lesen sollten. Im traurigen Monat November schreibe ich diese Kramkiste. Später fand ich ihn wieder bei den ersten Liebesschmerzen in seinem zauberhaft romantischen, aber immer auch leise spöttisch den Kummer überwindenden "Buch der Lieder". "Hör ich das Liedchen klingen, das einst die Liebste sang" oder "und als ich Euch meine Schmerzen geklagt, da habt ihr gegähnt und nichts gesagt, doch als ich sie zierlich in Verse gebracht, da habt ihr mir große Elogen gemacht".
Seine Lyrik ist bekannter und volkstümlicher als man vielleicht auf den ersten Blick annehmen mag. Verse wie "Leise zieht durch mein Gemüt, liebliches Geläute …" lernen die Kinder des 21. Jahrhunderts als Lied immer noch im Musikunterricht.
Sagen Sie jetzt etwa immer noch "Ich weiß nicht was soll es bedeuten"? Dann sag ich nur "Blamier mich nicht, mein schönes Kind …" - Natürlich haben Sie es längst erraten! Am 17. Februar 2006 gedenken wir des 150. Todestages von Heinrich Heine.
Auf seine Biographie sei hier nur kurz eingegangen, da es in Punktschrift eine sehr gut geschriebene gibt, die ich Ihnen wärmstens empfehlen kann ("Der Tag ist in die Nacht verliebt" von Werner Steinberg). Ein sehr ereignisreiches, schmerzvolles und produktives Leben. Einer, der seit seiner Jugend unter Krankheit zu leiden hatte und vielleicht gerade darum auch "seine großen Schmerzen in kleine Lieder" verwandelte, in erster Linie natürlich die seelischen, aber auch die körperlichen. Seit Kindheit litt er unter einer erhöhten Reizbarkeit lauten Geräuschen gegenüber und sein quälendes Ende in der "Matratzengruft" ist sicher vielen DZBN-Lesern bekannt. Von seinen Verwandten wurde er immer in die kaufmännisch-sachliche Richtung geschubst, statt Rechnungen schrieb er aber lieber Gedichte, zumal sich die tiefe, aber unerwiderte Liebe zu seiner Hamburger Kusine frühzeitig in der Lyrik bahnbrechen musste. Den oft kränkenden Erfahrungen bei seinen Hamburger Verwandten verdanken wir auch sicher den schonungslosen Blick hinter die Kulissen des spießigen Bürgertums und Heines politische Wachheit. Interessant, ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll, die Begegnung mit dem alten Goethe 1824. Es ist ja bekannt, dass Goethe sich zu schützen wusste vor allzu viel Aufmerksamkeit und Annäherung mit manchmal rigoroser Zurückweisung. Man mag davon halten was man will, Fakt ist, dass Heines Besuch am Frauenplan nur wenige Minuten währte. Immer aber hat Heine die Werke Goethes in höchstem Maß geschätzt, wesensfremd war ihm dagegen die, in seinen Augen, unpolitische Haltung des Geheimrates. Amüsant in diesem Zusammenhang ein Gedicht aus dem Jahr 1832 mit dem Titel "An einen ehemaligen Goetheaner": "Hast Du wirklich Dich erhoben aus dem müßig kalten Dunstkreis, womit einst der kluge Kunstgreis dich von Weimar aus umwoben."
Verzeihen Sie mir, liebe Leserinnen und Leser, dass ich hier mehr auf die Lyrik Heines eingegangen bin. Würde man ihn darauf beschränken, man würde ihm in keiner Weise gerecht werden, ja sogar vollkommen verkennen. In den Gedichten zeigt sich Heine als Romantiker, gerade diese Strömung weiß er aber auch sehr kritisch zu beleuchten, u. a. in seinem literaturwissenschaftlichen Werk "Die romantische Schule". Er hält nichts von der "Wollust des Schmerzes" und der "Manier, die Gegenwart mit dem Maßstabe der Vergangenheit zu messen". Seine Lyrik zitierte sich aber recht hübsch in dieser Kramkiste. Ebenso genial, scharfsichtig und gleichzeitig einfühlsam sind auch seine politischen Schriften. Angst hatten die Herren mit den "weißen, höflichen Manschetten" immer vor seinen Schriften. Mit der Zensur hatte Heine Zeitlebens zu kämpfen, ob es sich nun um die "Harzreise" oder "Lutetia, Berichte über Politik, Kunst und Volksleben" handelte.
Gönnen wir uns ein kleines Wortspiel am Ende, das vielleicht auch im Sinne Heines gewesen wäre: Blindheit war ihm offensichtlich vertraut, auch wenn es vielleicht nur die Blindheit des Herzens und des Verstandes war, die ihn immer wieder die Feder spitzen ließ. Jedenfalls heißt es in einem Gedicht aus dem "Buch der Lieder": "Wenn Du gute Augen hast, und du schaust in meine Lieder". Tja ›wenn‹, liebe Leserinnen und Leser, ist in unserem Fall sicher angebracht zu bedenken. Aber wir alle wissen ja, dass es inneres und äußeres Sehen gibt und manchmal, nur manchmal, eins das andere ersetzen kann. Schön, dass auch Heinrich Heine das schon wusste.
In der Punktschriftbibliothek können Sie folgende Werke von Heinrich Heine ausleihen: "Atta Troll", "Buch der Lieder", "Der Rabbi von Bacharach", "Deutschland. Ein Wintermärchen", "Die Götter im Exil", "Die Harzreise", "Die Nordsee", "Florentinische Nächte", "Lutetia: Berichte über Politik, Kunst und Volksleben", "Neue Gedichte", "Romanzero", "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland".
Folgende Punktschrifttitel können Sie käuflich erwerben: "Neue Gedichte" BNV 112, "… und draußen glüht das Morgenrot. Auswahl aus den Reisebildern", "Deutschland. Ein Wintermärchen", "Der Rabbi von Bacharach", "Poems" (engl.), "Poèmes" (franz.), "Gedichte".
Heine im Hörbuch: "Die romantische Schule", "Aus den Memoiren des Herren Schnabelewopski", "Die Bäder von Lucca", "Die Harzreise", "Ideen - Das Buch Le Grand", "Der Rabbi von Bacharach", "Reise von München nach Genua", "Deutschland. Ein Wintermärchen", "Hundert Gedichte".

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Hans Fallada: "Wolf unter Wölfen"

Jana Waldt
Hörbücherei
Für die heutige Kramkiste habe ich wieder einmal im Bestand gewühlt und bin auf ein Hörbuch gestoßen, das wir seit Anfang der 60er Jahre ausleihen: Hans Fallada "Wolf unter Wölfen".
Hans Fallada, eigentlich Rudolf Ditzen, wurde 1893 in Greifswald geboren und starb 1947 in Berlin. Fallada stammte aus bürgerlichen Verhältnissen, kam als Jugendlicher ins Gefängnis, versuchte sich darauf in verschiedenen Berufen und begann nach dem Ersten Weltkrieg zu schreiben. 1931 erschien sein erster Roman. Weltruhm errang er 1932 für "Kleiner Mann, was nun". Fallada wendet sich in seinen Werken sozialkritischen Themen zu. Mit seinen Romanen gelang es Fallada, zum Chronisten der Zeit zwischen der Inflation und dem Ende des Faschismus in Deutschland zu werden. Er bemühte sich um die Darstellung der Realität. Seine Liebe gehörte dem einfachen Leben und den kleinen Leuten. In seiner schlichten Sprache beschrieb er wahrheitsgetreu ihr Leben.
Der nun näher vorgestellte - 1937 erschienene - Roman "Wolf unter Wölfen" spielt im Inflationsjahr 1923, zwischen den Monaten Juli und Dezember.
Hauptperson ist Wolfgang Pagel, ein Fahnenjunker a. D., ohne Beruf und unverbesserlicher Spieler, der am Hochzeitsmorgen aufbricht, um Geld für die Trauungsgebühren zu beschaffen. Seine Braut, Petra Ledig, arbeitslose Schuhverkäuferin, erwartet ein Kind von ihm. Sein Entschluss, die letzten Habseligkeiten zu verpfänden, leitet einen folgenschweren Tag ein, der das Paar für lange Zeit trennt.
Wolfgang trifft auf zwei ehemalige Regimentskameraden: Rittmeister Joachim von Brackwitz-Neulohe, der am Versuch, sein vom Schwiegervater gepachtetes Rittergut zu bewirtschaften scheitert, und Oberleutnant Studmann, der als Empfangschef eines Berliner Hotels kläglich versagt. Zu dritt brechen sie zu Gut Neulohe auf … Petra, inzwischen nach einem Streit mit ihrer Wirtin obdachlos, wird verhaftet und kommt ins Gefängnis.
Wolfgang schafft es, sich in Neulohe als Gutsverwalter eine respektvolle Stellung zu schaffen und eine neue Existenz aufzubauen - immer im Hinterkopf, eines Tages zu Petra nach Berlin zurückzukehren. Von der Schwangerschaft weiß er nichts, ist sich daher auch nicht über die Folgen seines Fortbleibens bewusst.
Fallada beschreibt nun sehr genau und bildhaft die Geschehnisse dieser 5 Monate …
Obwohl der Roman mit 14 Kassetten des ersten Teils und 17 Kassetten des zweiten Teils sehr umfangreich ist, kommt nicht eine Minute Langeweile auf. Dies liegt natürlich nicht zuletzt an der wunderbaren Aufsprache von Gert Gütschow.
Sie können diesen Roman, über den ich absichtlich nicht allzu viel verraten möchte, in zwei Teilen auf Kassette oder im Daisyformat unter den Bestellnummern 728 und 729 ausleihen. In Blindenkurzschrift ist er in 21 Bänden unter der BNA 944 erhältlich.
Weitere Titel von Hans Fallada im Bestand der DZB: "Altes Herz geht auf die Reise", "Christkind verkehrt", "Damals bei uns daheim", "Geschichten aus der Murkelei", "Heute bei uns zu Haus", "Hoppel Poppel, wo bist du", "Dies Herz, das dir gehört", "Der eiserne Gustav", "Fridolin, der freche Dachs", "Jeder stirbt für sich allein", "Der Jungherr von Strammin", "Kleiner Mann, was nun?", "Der Pleitekomplex", "Der Trinker", "Der ungeliebte Mann", "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst", "Das Wunder des Tollatsch".

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Bücher des Jahrhunderts

Welche Bücher haben das 20. Jahrhundert am stärksten geprägt? Eine internationale Jury ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels veröffentlicht (Petra Gass: Meilensteine. Börsenblatt des Deutschen Buchhandels Nr. 81 vom 12.10.99). Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Position Nr. 99:
In der DZB als Hörbuch ausleihbar: Spr.: Hans Lanzke. 20 Kass. / 1 CD-ROM (1598 Min.) 6412

Umberto Eco: "Der Name der Rose"

Umberto Eco (der Name Eco wurde seinem Großvater von Priestern gegeben, da dieser ein Findelkind war, Eco ist ein Akronym aus ex coelis oblatus, "der vom Himmel Gefallene") wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin mit einer Dissertation über die Ästhetik des Thomas von Aquin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna (Semiotik ist die allgemeine Lehre von den Zeichen, Zeichensystemen und Zeichenprozessen). Im Bereich der Semiotik entwickelte er die Theorie der Kultursemiotik.
Eco ist einer der bekanntesten und meistgelesenen italienischen Schriftsteller der Gegenwart. Er erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt. Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters.
Einem breiteren Publikum ist Eco vor allem aufgrund seiner literarischen Arbeiten bekannt, in denen er ausgiebig Gebrauch von Zitaten und Montagetechniken macht, was zu ihrer Charakterisierung als die postmodernen Romane schlechthin geführt hat. Seine Romane ›Der Name der Rose‹ und ›Das Foucaultsche Pendel‹ sind Welterfolge geworden.
"Der Name der Rose" ist ein geniales, raffiniert kalkuliertes Amalgam verschiedenster Quellen, von der strukturgebenden Apokalypse über den englischen Detektivroman bis zu J. L. Borges und M. Bachtins Studien über die mittelalterliche Lachkultur, mit einem akuten Zeitbezug zwischen den mittelalterlichen Häretikern und dem Terrorismus unserer Zeit; Literatur aus Literatur, dargeboten im skeptisch-spielerischen Sinne des Postmodernismus.
Die Handlung: Mit einer gehörigen Portion Ironie schreibt Umberto Eco, der Leser möge bedenken, dass der vorliegende Bericht "die deutsche Übersetzung meiner italienischen Fassung einer obskuren neugotisch-französischen Version einer im 17. Jahrhundert gedruckten Ausgabe eines im 14. Jahrhundert von einem deutschen Mönch auf Lateinisch verfassten Textes" sei.
Dieser auf lateinisch verfasste Text stellt die Aufzeichnungen des Mönchs Adson von Melk (nach dem Benediktinerkloster Stift Melk) dar. Er zeichnet darin Ereignisse aus dem November des Jahres 1327 auf, als er Novize unter Aufsicht des Franziskanerpaters William von Baskerville war. Die Handlung findet im Wesentlichen in einer Benediktinerabtei im nördlichen Apennin statt.
Hier versammeln sich leitende Figuren des Franziskanerordens und eine Gesandtschaft des Papstes, um theologische Fragen zur Notwendigkeit oder Nicht-Notwendigkeit der Armut der Kirche zu diskutieren und damit gleichzeitig Machtpositionen abzustecken. (Der damalige römisch-deutsche Kaiser Ludwig IV. unterstützte die Forderung der Minoriten nach der theologischen Anerkennung der Armut Christi, da sie sich gleichzeitig gegen den prunksüchtigen Heiligen Stuhl richtete, der mit dem Kaiser um die weltliche Macht stritt.) Parallel zu dieser politisch-theologischen Auseinandersetzung wird dem Leser der Klosteralltag vorgestellt.
Bekanntester Bestandteil des Romans ist die ungewöhnliche Mordserie, der insgesamt fünf Mönche innerhalb weniger Tage zum Opfer fallen. Der ehemalige Inquisitor William von Baskerville, dessen Name und Charakter einerseits (über den Kriminalroman "Der Hund von Baskerville" von Arthur Conan Doyle) auf Sherlock Holmes, andererseits auf den Scholastiker Wilhelm von Ockham anspielt, wird vom Abt des Klosters um Aufklärung der Todesfälle gebeten.
Eine Spur führt in die Klosterbibliothek und zum blinden Bibliothekar Jorge von Burgos. (Dessen Name ist eine Anspielung auf den Schriftsteller und Bibliothekar Jorge Luis Borges, der ebenfalls im Alter erblindete.) Eine zentrale Rolle spielt hierbei ein besonderer Schatz in der Klosterbibliothek, nämlich das "Zweite Buch der Poetik" (welches die Komödie behandelt) von Aristoteles. Mit deren Zerstörung treibt Eco das den Prolog bestimmende Prinzip der Wissens-Entropie noch weiter auf die Spitze.
In der weitgreifenden Darstellung des Mittelalters bei Eco nimmt auch die Häresie eine Rolle ein. Am Beispiel der Häretiker um Fra Dolcino wird das Phänomen der Ketzerei und der Inquisition dem Leser vor Augen geführt. Der Inquisitor Bernardo Gui steht stellvertretend für die Institution des Heiligen Stuhls.
Zum Abschluss lässt Eco Adson die bedauernden Worte "Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus" niederschreiben. "Es steht der Name der Rose von einst, bloße Namen bleiben uns."
Um den Titel des Romans verstehen zu können, ist die kaum noch bekannte Bedeutung der Rose als Symbol wichtig. Während heute eine Rose als Zeichen der Liebe gilt, stand sie insbesondere im Mittelalter für die Liebe bzw. für die Liebe zu einer Frau, wenn nicht sogar für die Wollust. Insofern spielt der Titel auf die - auch sexuelle - Liebe des Hauptcharakters Adson von Melk zu einem gewöhnlichen Mädchen an, deren Namen er nie erfährt.
Ebenso kann man den Titel als eine Anspielung auf den Begriff Sub Rosa (unter der Rose [gesagt]) verstehen. Der Begriff basiert auf der Erzählung, dass Cupido dem Harpokrates, dem Gott der Verschwiegenheit, Rosen sandte und ihn darum bat, die Liebesaffäre seiner Mutter Venus geheim zu halten. Ereignisse und Gespräche, über die geschwiegen werden sollte, fanden früher unter dem Namen der Rose statt. Die Römer hingen so zum Beispiel Rosen bei Versammlungen an die Decke oder so findet man auch Schnitzereien von Rosen an Beichtstühlen, um an die Verschwiegenheit zu erinnern.
Umberto Eco stellte einige Mönche sehr hässlich oder merkwürdig dar. Er soll mit diesen Figuren ihm bekannte europäische Wissenschaftler - insbesondere Professoren für mittelalterliche Geschichte oder lateinische Philologie des Mittelalters - karikiert haben, sodass ein Universitätsprofessor in einem Interview schmunzelnd zugab: "Ich bin bis heute zutiefst getroffen, dass ich nicht in Ecos Roman auftauche."
Aber Eco karikiert sich auch selbst, als er von Baskerville über einem Folianten begeistert ausrufen lässt "oh dies ist eine besonders schöne Ausgabe mit den Randnotizen des großen Umberto da Bologna" (Eco wirkte lange Zeit in Bologna und war von den Bibliothekaren als Randnotizenschreiber gefürchtet).
Weitere Titel von Umberto Eco im Hörbuchbestand: "Das Foucaultsche Pendel", "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana", "Die Insel des vorigen Tages", "Platon im Striptease-Lokal".
In der Punktschriftbibliothek sind folgende Titel von Eco ausleihbar: "Nachschrift zum ›Name der Rose‹, "Platon im Striptease-Lokal", "Streichholzbriefe".
[Quelle: http://de.wikipedia.org und Wilpert: Lexikon der Weltliteratur, (c) Alfred Kröner Verlag]

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LOUIS

Leipziger Online Unterstützungs- und Informationsservice für Sehgeschädigte
Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Der kleine Victor Reader Wave - Ergänzung

Ulrich Jander
Im letzten Heft der DZB-Nachrichten, Ausgabe 6/2005, beschrieb ich u.a. den kleinen, neuen Victor Reader Wave, der den Victor Vibe abgelöst hat. Ich erwähnte, dass der Wave im Gegensatz zum Vibe auch unsere Fernsehzeitschrift "DAISY-TV" abspielen kann. Das stimmt zwar, er nutzt exakt die drei verschiedenen Ebenen für Tag, Sender und Tagesabschnitt; jedoch das Springen von Sendung zu Sendung auf der sogenannten Phrasenebene, d. h., wenn man sonst in einem Hörbuch als Wortgruppe von Satz zu Satz springt, gelingt nur ungenau. Manchmal klappt es, dass der Wave zur nächsten Sendung geht, manchmal nicht. In dem Punkt der Funktion Phrasensprung bzw. Wortgruppe ist der Wave nicht fehlerfrei, auch bei Hörbüchern jeglicher Art. Der Vibe wies diesen Fehler auch bereits auf, was leider beim Wave nicht abgestellt wurde, obwohl sonst der Wave gegenüber dem Vibe einige Verbesserungen aufweist. Die genannte Funktionsschwäche des Wave wird auch im Internetbeitrag der ISCB zu diesem Gerät unter www.iscb.de/audio dargestellt.Wenn man die Schwächen des Wave akzeptieren kann, ist das kleine DAISY-Abspielgerät eine geeignete Alternative zu den anderen, etwas größeren DAISY-Geräten.

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Handy-Telefone können sprechen und Blindenschrift darstellen

Ulrich Jander
Über Handys, also Mobilfunktelefone, die durch blinde bzw. sehbehinderte Menschen bedienbar sind, habe ich vor längerer Zeit schon einmal berichtet. Damals, vor ca. vier Jahren, begann es, dass Handys sprechen konnten. Das betraf nur zwei Telefontypen.
Inzwischen ist sehr viel passiert: Ca. 18 verschiedene, handelsübliche Handy-Telefone sind mit Sprachausgaben ausrüstbar. Außerdem wurden zwei Spezialgeräte entwickelt, das "Owasys" ohne Display, aber mit Sprachausgabe und sehr gut fühlbarer Tastatur, und das "MPO 5500", welches eher einem portablen, kleinen Rechner gleicht, mit Sprachausgabe und Braillezeile sowie spezieller Tastatur. Letzteres ist mit Abstand das teuerste Gerät, über 4.000 Euro, denn es ist ein kompletter Organizer, ein Notizgerät und Mobiltelefon.
Das "Owasys" kann man beim Marland-Versand, Tel. 07525 92050, E-Mail: info@marland.de, für ca. 600 Euro erwerben. Das "MPO 5500" wird z. B. von der Firma Ludwig Becker, Tel. 06343 2032, E-Mail: info@l-becker.de, angeboten.
Heute möchte ich jedoch auf die handelsüblichen Mobiltelefone eingehen, in die man auf die in den Geräten befindlichen Speicherkarten eine Sprachausgabe installieren kann. Damit wird der Inhalt des Displays über den Lautsprecher des Handys oder über ein Headset (Ohrhörer-Mikrofon-Einheit) ausgegeben. Das Handy mit seinen vielfältigen Funktionen ist somit auch für blinde bzw. hochgradig sehbehinderte Menschen bedienbar. Die Sprachausgabesoftware heißt Talks und wird z. B. vom Marland-Versand, wie oben angeführt, und den Firmen Handytech, Tel. 07451 55460, E-Mail: info@handytech.de, und Baum, Tel. 06223 49090, E-Mail: info@baum.de, angeboten. Der Preis für die Software liegt je nach Handytyp bei 250,- für Series-60-Handymodelle und knapp 400 Euro für Series-80-Modelle. In diese zwei Hauptgruppen sind die möglichen Handys einzuteilen. Beide Gruppen müssen als Grundlage über das Betriebssystem Symbian verfügen. Gegenwärtig sind folgende Handys mit der Sprachsoftware Talks zurüstbar:
Zuerst bot die Software Talks nur die Möglichkeit, das Handydisplay sprachlich wiederzugeben. Es dauerte jedoch nicht sehr lange, mit dem Nokia Communicator 9210, welches zwischenzeitlich wie das 9210I ein Auslaufmodell ist, konnte auch der Displayinhalt als Brailleschrift auf ein Notizgerät von Handytech, dem Braillino, wiedergegeben werden. Heute gibt es die Möglichkeit, die Brailleausgabe auf den Braillesystemen der Firmen Handytech und Baum vorzunehmen. Dies trifft jedoch nur für Series-60-Handys, die sogenannten Smartphones, und für Brailleausgaben zu, die über Bluetooth, die drahtlose Datenübermittlung, verfügen. Eine Bluetooth-Schnittstelle müssen natürlich auch die in Frage kommenden Handys haben. Bei den jetzt im Handel aktuell angebotenen Geräten wird dies der Fall sein. Bei den Braillezeilen schränkt sich natürlich die Auswahl ein, z. B. bei Baum kann nur der Displayinhalt auf Braillezeilen der SuperVarioreihe und auf dem Organizer Pronto dargestellt werden. Voraussetzung für die Brailledarstellung ist weiterhin die Installation einer Software auf das Mobiltelefon. Die Firma Baum bietet dazu "Talks Braille Interface" als kostenloses Programm an. Herunterladen kann man dieses unter: http://www.pms.baum.de/download/tbi60/baum_tbi60_v1.zip.
Handytech bietet auch auf seiner Internetseite www.handytech.de im Bereich "Download und Service" eine Software zum Herunterladen an, die auf das Handy installiert werden muss, damit die Braillesysteme Braillino, Braille Wave oder Braille Star 40 zum Einsatz kommen können. Erst mit solchen zusätzlichen Softwareprodukten ist eine Brailleausgabe des Handybildschirms nutzbar. Man möchte die zum Einsatz kommenden Geräte, wie Handy und Braillesystem, gut kennen, denn es sind auf beiden Seiten einige Einstellungen vorzunehmen. Der Nutzer sollte sich technisch etwas zutrauen.
An dem Beispiel Mobiltelefon wollte ich heute zeigen, welche Schritte die technische Entwicklung geht. Es ist sicherlich denkbar, dass die Braillewiedergabe des Handydisplays künftig auch auf weiteren Systemen möglich sein wird. Lassen wir uns überraschen.
Zum Schluss noch der Hinweis, dass im Internet unter: www.nuance.com/talks/downloads.asp, jedoch in Englisch, viele Informationen zu Talks und das Herunterladen der verschiedenen Versionen von Talks mit Handbüchern, auch in Deutsch, zu finden sind. Dabei wird hinsichtlich Talks zwischen Series-60- und Series-80-Handys getrennt, es existieren also verschiedene Softwareprodukte.
Wer weitere Fragen zu diesem Thema hat, kann sich gern bei mir in der DZB melden.

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Info-Service

SLM fördert das Projekt DAISY-Programm der DZB

Die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien fördert das Projekt DAISY-Programm der Deutschen Zentralbücherei für Blinde. Mittels dieses Projekts soll Blinden und Sehschwachen die Möglichkeit gegeben werden, die zumeist visuell übermittelten Programmhinweise oder -informationen im Rundfunk in ein hörbares Medium zu übertragen und diese Informationen über CD-ROM oder Telefon Nutzern zugängig zu machen.
Nähere Auskünfte erteilt Martin Deitenbeck, Telefon: 0341 2259-0.

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Das Buch zum Film

Ab Februar im Kino: der erste Film der Serie "Die Wilden Hühner", mit Veronika Ferres und Benno Führmann. Die literarische Vorlage stammt von der Bestsellerautorin Cornelia Funke. Das spannende und lustige Buch mit vielen lustigen, frechen und coolen Sprüchen gibt es in der DZB auch in Blindenschrift: "Die Wilden Hühner. Fuchsalarm", 3 Bände Vollschrift, 33,75 €, BNV 4166.

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PC-Arbeitsplatz für Blinde und Sehbehinderte

In der Zentralbibliothek Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden (SLUB), Zellescher Weg 18, steht während der gesamten Öffnungszeiten der Bibliothek (Mo.-Do. 9-22 Uhr, Fr. u. Sa. 9-20 Uhr) ein PC-Arbeitsplatz für blinde und sehbehinderte Bibliotheksbenutzer zur Verfügung. Ausgestattet ist der PC mit aktueller Hard- und Software. Braillezeile, Sprachausgabe, Scanner und Brailledrucker sind vorhanden, für Sehbehinderte ein Lesegerät und aktuelle Vergrößerungssoftware. Es wird eine Anmeldung per Telefon oder E-Mail empfohlen.
Ansprechpartner: Hans-Ulrich ThiemeTel.: 0351 4677-368thieme@slub-dresden.de http://www.tu-dresden.de/slub/

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Haus Storchennest lädt ein

Kontakt: Tel. 03528 4397-0E-Mail: info@taubblindendienst.de

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Autofahren für Blinde 2006

Das nächste Autofahren für Blinde in Sachsen, organisiert durch die Kreisorganisation Muldental des BSVS e.V. in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Fahrlehrerverband, findet am 13.05.2006 in Leipzig statt.
Anlässlich des 6. Sächsischen Behindertentages findet diese Veranstaltung erstmals auf dem Gelände der neuen Leipziger Messe statt.
Weitere Informationen erteilen die Mitarbeiter der Beratungsstelle der KO Muldental des BSVS e.V. unter
Tel. 034293 42149 sowie auf der neu gestalteten Website www.bsvs-muldental.de.

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Alles auf einen Klick - Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde mit neuem Internetauftritt

Berlin: 145 Jahre Geschichte und kein bisschen verstaubt. So präsentiert die Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde ab sofort ihren neuen Internetauftritt. Unter www.blindenfreunde.de erfahren alle Wissenswertes über den gemeinnützigen Verein aus Berlin. Auch für Angehörige und Freunde von Blinden und Sehbehinderten ist die Seite durch ihre wertvollen Praxistipps interessant.
"Wir möchten unseren Spendern möglichst umfangreiche Informationen über unsere Arbeit geben", meint Thorsten Bräuer, Geschäftsführender Vorstand der Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde. "Deshalb haben wir uns für einen neuen Internetauftritt entschieden."
Ab sofort können sich alle Spender und jene, die es werden wollen, rund um die Uhr über Hintergründe und aktuelle Projekte der Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde informieren. Zusätzlich bietet die Seite viele Service-Angebote. So kann zum Beispiel der Ratgeber "Blinde im geltenden Recht" als pdf-Dokument gedownloadet werden. Natürlich können Spender ab sofort auch online finanzielle Hilfe leisten. Selbstverständlich ist die Seite barrierefrei und so auch für Blinde und Schwerstsehbehinderte zugänglich.
Die Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde ist ein gemeinnütziger und bundesweit tätiger Verein von Sehenden für Blinde mit Sitz in Berlin. Sie unterstützt blinde und schwerstsehbehinderte Menschen in allen Bereichen ihres Lebens. Ihre wichtigste Aufgabe ist dabei, diese Menschen in die Welt der Sehenden zu integrieren. Hierfür leistet sie praktische und finanzielle Hilfe sowohl im anstrengenden Alltag als auch in den Bereichen Erholung und Freizeit. Möglich wird ihre Arbeit erst durch die Mithilfe vieler Einzelner.
Weitere Informationen:
Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde e.V., Thorsten Bräuer, Telefon: 030-823 43 28
Öffnungszeiten: Mo.-Mi. jeweils von 9.30 bis 16.30 Uhr

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BELISAR - Weg ins Licht

Petti West
Das Musical zur Geschichte und aktuellen Situation der Blindenbildung in Deutschland
Im Jahr 2006 wird das 200-jährige Jubiläum der Blindenbildung in Deutschland gefeiert. Ein guter Anlass, ein Musical zu diesem Thema auf die Bühne zu bringen! Unter der Regie des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes und der Projektleitung von Reiner Delgado entsteht zur Zeit ein solches Werk zur Geschichte und aktuellen Situation der Blindenbildung in unserem Land.
Nach wie vor stellt eine gute Qualifizierung einen bedeutenden Aspekt für junge Menschen mit Seheinschränkung dar. Denn ihre beruflichen Perspektiven sind auch heute nicht immer die Besten, und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung lässt sich nicht so einfach verwirklichen. In dem Musical setzen sich die Betroffenen in jugendgemäßer Form mit der Geschichte und den Perspektiven ihrer Bildung auseinander und vermitteln dies dann auch an andere Gleichaltrige.
Bundesweit arbeiten die Autoren bereits mit Hochdruck. Im Mai 2005 fand das erste Treffen in Frankfurt am Main statt. Zwanzig Texter und Komponisten aus dem gesamten Bundesgebiet - blinde und sehbehinderte Erwachsene, Jugendliche, Pädagogen und Musikfachleute - haben sich zusammengefunden, um das Werk mitzugestalten.
Viele Jugendliche haben sich schon als Sänger, Tänzer und Schauspieler beworben. Wenn "Belisar - Weg ins Licht" Ende 2005 fertig geschrieben ist, wird es unter fachkundiger Leitung eingeübt und im Herbst 2006 in Berlin uraufgeführt. Danach soll es auch in weiteren Städten zu sehen sein.
Die Handlung: Anfang des 19. Jahrhunderts verliert Jakob, ein 14-jähriger blinder Junge, der sehr hart für sehr wenig Geld arbeiten muss, seinen Job. Durch Zufall bekommt er einen Platz an der neu gegründeten Schule für Blinde. Dort herrschen noch Sittsamkeit und Ordnung, die Pädagogen sind sehr streng. Doch Jakob und die anderen Schüler lehnen sich auf und treffen sich abends heimlich im Keller, um zwielichtige Gassenhauer zu spielen und zu singen, und sie gründen eine Band. Sie machen sich Gedanken über ihre beruflichen Perspektiven und wollen mehr Selbstbestimmung. Dann kommt auch noch die Liebe ins Spiel! Jakob trifft die sehende Charlotte und verliebt sich in sie. Das führt zu einigen Verwicklungen. Umrahmt wird die Handlung von Szenen mit zwei Jugendlichen am Laptop, die den Bezug zur Gegenwart herstellen. Die Musik verspricht äußerst abwechslungsreich zu werden: Von Sprechgesang über eine Cellogruppe bis hin zu Punk und Ballade ist für jeden etwas dabei.
Wie das Ganze ausgeht, ob Jakob und Charlotte zusammenkommen und was aus der Band wird, das wird natürlich noch nicht verraten! Man darf also sehr gespannt sein …
Kontakt: Petti West, Tel. 030 3325551E-Mail: pet.west@bonaparte-music.com

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Seminarausschreibung

Die Seminarteilnehmer sollen an diesem Wo-chenende in mehreren Frühwanderungen (Abmarsch ca. 5:30 Uhr) und Spaziergängen am späten Nachmittag (Abmarsch ca. 16:00 Uhr) die Schönheit und Vielfalt der Stimmen unserer Singvögel näher kennen lernen; dabei werden auch Lebensgewohnheiten und Biotope der Vögel erläutert. Nach den Wanderungen besteht die Möglichkeit zum angeleiteten Nachhören und zur Wiederholung mittels CD-Aufnahmen.
Darüber hinaus wird ein vergleichender Ein-blick in verschiedene Vogelstimmen-CDs gegeben, mit Tipps und Vorführung einiger seltenerer Vögel.
Durch die Beschäftigung mit Vogelstimmen bekommen gerade blinde und sehbehinderte Menschen einen besonders reizvollen Zugang zur Natur. Immer wieder kann man unterwegs oder schon im eigenen Garten die hierfür geschulten Ohren nutzen und sich differenzierter über den Klang freuen.
Das Seminar ist auch für Personen interessant, die schon Vorkenntnisse haben und die Gelegenheit nutzen möchten, den ihnen bekannten Gesang mit dem in einer anderen Gegend zu vergleichen. Bei genügend Interesse kann ein (im Seminarpreis nicht inbegriffener) Ausflug zu einem speziellen Biotop (Donau oder Gebirge) organisiert werden.
Kontakt:
Bildung Ohne Barrieren e.V.
Hauptstraße 40, D-79576 Weil am Rhein
Tel. 07621 799230, Fax: 07621 799231
E-Mail: info@bob-institut.org

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich. Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«. Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder DAISY-CD-ROM 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
(Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.)
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: (03 41) 71 13-0,
Fax: (03 41) 71 13-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: info@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: (03 41) 71 13-135
Abonnements, Anzeigen:
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Spenden:
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DZB 2006

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