DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 5 – 2006

September / Oktober

16. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Vorschau auf die Zeitschrift "Literaturtreff" 2007

Öffentliche Bibliothek für Blinde - Blinde in Öffentlichen Bibliotheken (II)

Wie war das damals?

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag!

Isabella Keilberg - Begründerin der Blindenerholung in Sachsen (II)

Die Kramkiste

Bertolt Brecht: "Der kaukasische Kreidekreis"

Theodor Storm: "Auf der Universität"

Bookflash

"Mimus"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Zur Einführung

LOUIS

Das Internet - heutzutage auch für blinde Nutzer zugänglich und zu empfehlen?

Info-Service

DAISY-Bücher zum Kauf

Neu: Weihnachtskalender

Neue Zeitschriftenformate

Zentralkatalog Hörbücher online

Neu: DAISY-Rent

Osteopathieausbildung für Blinde und Sehbehinderte

Seminar zum Thema "Träume"

Impressum

Vorbemerkung

Gerade ist der Sommer vorbei, schon denken wir an Weihnachten - müssen wir einfach, bei den interessanten Neuigkeiten, die es zu vermelden gibt. Abgesehen von den vielen tollen Punktschriftbüchern der Bücherliste, vor allem im Bereich der Kinderliteratur, können wir noch mit ein paar weiteren Meldungen aufwarten, die sozusagen die Aufschrift "Weihnachten" oder "Weihnachtsgeschenktipp" tragen: Da wäre zunächst der in diesem Jahr erstmalig präsentierte Weihnachtskalender, aber vor allem sind da die 9 neuen DAISY-Hörbücher, die zum Kauf angeboten werden. Sie können sich aber auch für das Gratis-DAISY-Kochbuch entscheiden … Da will ich Sie mal nicht länger aufhalten …
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse

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Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Korrekturen zu "Wie war das damals?" in der letzten Ausgabe

»(…) In meinem Beitrag über Isabella Keilberg sind an einer Stelle die Orte Grimma und Rochsburg miteinander verwechselt worden. Es muss richtig heißen: ›Letzteres ist der Grund, warum ihr Bild seit Januar 2005 in der Villa Rochsburg seinen Platz erhalten hat.‹
Im Beitrag von Frau Susanne Siems ›Öffentliche Bibliothek für Blinde - Blinde in öffentlichen Bibliotheken‹ lautet ein Satz:
›1876 entstand der Verein zur Förderung der Blindenbildung in Hannover, die erste deutschlandweite Druckerei für Blindenliteratur.‹
Dieser Aussage muss in doppelter Hinsicht widersprochen werden, denn der VzFB ist nicht in Hannover gegründet worden, und es gab auch 1876 noch keine deutschlandweite Blindenschriftdruckerei.
Gegründet wurde der VzFB auf dem 2. Deutschen Blindenlehrerkongress in Dresden 1876. Sitz des Vereins ist bis zum 4. Deutschen Blindenlehrerkongress 1882 in Frankfurt am Main Dresden gewesen. Zum ersten Vorsitzenden des VzFB wurde 1876 der damalige Direktor der Dresdner Blindenanstalt, Blindenlehrer Reinhard gewählt. Zu den Vorstandsmitgliedern des VzFB gehörten Freiherr St. Marie-Eglise, der Direktor der Leipziger Blindenanstalt und Blindenlehrer Riemer, der 1862 in Hubertusburg die erste Vorschulanstalt für blinde Kinder gegründet hatte. Riemer erarbeitete im Auftrag des VzFB die erste deutsche Punktschriftfibel, allerdings nach dem Punktschriftsystem von St. Marie. Die Fibel und auch das erste Punktschriftlesebuch für blinde Schüler sind in Dresden bei der Firma Bürger hergestellt worden. An deutschlandweites Drucken von Blindenschriftliteratur war aber auch bei Bürger in Dresden 1876 noch nicht zu denken. Das war schon allein darin begründet, dass zu dieser Zeit noch nicht entschieden war, ob in Deutschland das Punktschriftsystem von Braille oder von St. Marie Anwendung finden sollte. Antifranzösisch eingestellt, wie Büttner und seine Mitstreiter unter den sächsischen Blindenlehrern nun einmal waren, hatten sie als Alternative zum Begriff ›Brailleschrift‹ den Begriff ›Hochdruckschrift‹ geprägt, der sich ja auch 1892 noch im Namen des Leipziger ›Verein zur Beschaffung von Hochdruckschriften‹ findet. Auf dem 3. Deutschen Blindenlehrerkongress 1879 in Berlin fiel die Entscheidung. Büttner verteidigte dort noch einmal vehement das System nach St. Marie. Mecker aber, der Direktor der Blindenanstalt von Düren, brachte es in einer turbulenten Kampfabstimmung zuwege, dass das Punktschriftsystem von Louis Braille endgültig als verbindlich für alle deutschen Blindenschulen erklärt wurde. Mit dieser Niederlage hatten die Dresdner Blindenlehrer nun weitgehend das Interesse an der Leitung des VzFB verloren.
Im Anschluss an den 4. Deutschen Blindenlehrerkongress 1882 in Frankfurt am Main fand turnusgemäß die fällige Generalversammlung des VzFB statt. Mit dem 26. Juli 1882 endete die Dresdner Entwicklungsphase des VzFB. Büttner erklärte, ›dass der jetzige Vorstand zurückzutreten fest beschlossen habe und deshalb eine Neuwahl vorzunehmen sei‹ (Quelle: "Der Blindenfreund" Nr. 12 1882, S. 196). Das geschah. Neuer Vorsitzender des VzFB wurde Blindenlehrer Wulff, Direktor der Blindenanstalt in Neukloster. Mit Wulff wanderte der Sitz des VzFB nach Neukloster und mit Wulffs Versetzung nach Berlin. Erst nach Wulffs Tod 1898 gelangte der Verein zur Förderung der Blindenbildung nach Hannover, an seine vierte Station - und dort befindet er sich noch heute (über die Gründung des VzFB 1876 in Dresden ist nachzulesen im "Blindenfreund" Jahrgang 1926, S. 106).
Blindenschrift ist im großen Stil und wirklich deutschlandweit gedruckt worden erst bei der Firma Kuli in Berlin. Marie - Lomnitz - Klamroth, Direktorin der Deutschen Zentralbücherei für Blinde ab 1904, schickte einen Leipziger Blinden zu Kuli nach Berlin, um dort das Blindenschriftdrucken zu lernen.
Der von Frau Siems für den Beginn des Punktschriftdrucks genannten Jahreszahl möchte ich also mindestens zwei Jahrzehnte zuschlagen. (…)«
[Dr. Werner Uhlig aus Leipzig]

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DZB-Nachrichten 4/2006:

»(…) Zur Reihenfolge der Sender bei der ›DAISY-TV‹: Ich bin mit der Aufteilung zurzeit sehr zufrieden. Die Reihenfolge entspricht so etwa dem Aufbau, wie er auch in einer Schwarzschrift-Programmzeitschrift üblich ist. Da es sich bei der ›DAISY-TV‹ um eine überregionale Programmzeitschrift für ganz Deutschland handelt, finde ich es gut, dass man alle 3. Programme in einem Block in alphabetischer Reihenfolge zusammengefasst hat. Die vier ersten Sender auf der ›DAISY-TV‹ dürften wohl auch die von den Zuschauern am häufigsten gesehenen sein. Eine Aufteilung, wie sie von Herrn Richter vorgeschlagen wurde, erst alle öffentlich-rechtlichen und dann alle privaten Sender, würde ich sogar eher als eine Verschlechterung ansehen.
Zur Verschmutzung von DAISY-Hörbuch-CDs durch ›Fettfinger‹: Das Problem liegt meines Erachtens nach daran, dass fast alle aktuellen DAISY-Player, bis auf den Victor Reader Wave, mit einem CD-Einzug arbeiten. Beim … Wiederauswerfen wird die CD von den Geräten nur zirka bis zur Hälfte ausgeschoben. Der Victor Reader Classic schiebt die CD etwas weiter aus, als der Plextalk Ptn-1.
Man muss die CD zuerst etwas weiter aus dem Gerät ziehen, um sie dann mit den Fingern sicher am Außenrand anfassen zu können. Ich habe zwei Arten ausprobiert, die auch ganz gut funktionieren. Entweder die CD im Bereich des Mittellochs (dicht an der markierten Stelle am Gehäuse des DAISY-Players) mit dem Zeigefinger etwas weiter heraus ziehen, bis sie weit genug aus dem Gerät ragt, um sie sicher am Außenrand anfassen zu können. Oder, die CD mit einem kleinen weichen fusselfreien Tuch (z.B. einem Brillenputztuch o.ä.) am vorderen Rand anfassen und so weit aus dem Gerät ziehen, bis man sie dann sicher am Außenrand greifen kann. Die erste Methode ist auf jeden Fall die bessere, da man dabei die Unterseite der CD überhaupt nicht berührt und so dort auch keine Kratzer verursachen kann.
Die Abspielprobleme der CDs durch Verschmutzungen im Randbereich der Datenseite dürften aber auch nur bei Hörbuchtiteln mit einer sehr langen Spielzeit auftreten, da die CDs von innen nach außen abgespielt werden, und sich deshalb bei den meisten DAISY-CDs im Randbereich überhaupt keine Daten befinden dürften. (…)«
[Herr Karsten Brüning aus Hannover per E-Mail]

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Kaputt

»(…) Als langjähriger Nutzer der Punktschriftbücherei freue ich mich bei jeder neuen ›Leipziger Bücherliste‹ über die zahlreichen Neuerscheinungen und -erwerbungen der DZB mit ihrem vielseitigen Angebot. Auf einen Missstand möchte ich allerdings doch hinweisen mit der dringenden Bitte um bald mögliche Abhilfe. Viele Werke unserer großen deutschsprachigen Erzähler des 19. Jahrhunderts (E.T.A. Hoffmann, G. Keller, C.F. Meyer, A. Stifter und Th. Storm) sind in der DZB nur in mangelhaften und zerlesenen Ausgaben vorhanden. Drucke, die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts produziert wurden, sind stellenweise dermaßen zerlesen, dass es schier keinen Spaß mehr macht, zumal, wenn man vorliest, wie ich das meist tue. Hierzu zählen auch alte handschriftliche Übertragungen. Zwei Beispiele seien genannt: Keller ›Sinngedichte‹ und Storm ›Die Leute von Huderslevhus‹.
Sie haben doch bestimmt blinde Mitarbeiter, die die entsprechenden Bestände durchsehen könnten. Bei allen im Katalog mit ›kh.‹ und ›kzp.‹ bezeichneten Titeln sollte eine gründliche Musterung erfolgen. Drucke, die älter als 50 Jahre sind, gehören ausgemerzt und durch Neuproduktionen bzw. Neuerwerbungen ersetzt. Man muss aber schon jede Seite überprüfen, denn manche Blätter sind merkwürdigerweise noch sehr gut erhalten, während andere miserabel sind. (…)«
[Herr Günther Schmohl aus Gernsbach]
Bemerkung der Redaktion
Diese Anfrage beantwortet Herr Heiko Kampa aus der Punktschriftbibliothek:
Sehr geehrter Herr Schmohl, ich bin sehr froh, dass damit einmal das sehr ernste Problem unserer ›Bibliotheks-Altbestände‹ angesprochen wird, bei dem wir alle Leserinnen und Leser um Mitarbeit bitten wollen und müssen. Auf keinen Fall dürfen wir alle Titel, die älter als 50 Jahre sind, automatisch und vorbehaltlos entsorgen. Wir haben schöne Titel von 1960 und später, die durch häufige Ausleihen kaum noch lesbar sind und gleichzeitig haben wir Titel von 1930 und eher, welche noch eine hervorragende Lesequalität besitzen.
Leider können wir nicht generell sämtliche Titel in alter Kurzschrift auf deren Lesbarkeit überprüfen, egal ob die Titel handgeschrieben oder gedruckt sind. Denn dabei handelt es sich um 4.000 Titel mit insgesamt 16.300 Bänden, von denen 1.300 Titel mit 4.400 Bänden älter als 50 Jahre sind. Unsere blinden Mitarbeiter sind so in unsere umfangreiche und vielseitige Produktion von Blindenschriftbüchern eingespannt, dass eine solche Mammut-Arbeit nur Stück für Stück erledigt werden kann.
Dafür, dass wir sinnvoll mit den dringendsten Titeln weitermachen können, danken wir an dieser Stelle noch einmal für Ihre Hinweise, Herr Schmohl. Gleichzeitig bitten wir alle Leserinnen und Leser noch einmal, uns mitzuteilen, wenn Titel in alter Kurzschrift sehr abgegriffen und dadurch nur noch schwer lesbar sind. Diese Titel werden dann für die Ausleihe gesperrt und von unseren blinden Mitarbeitern gründlich überprüft. Bei freier Produktionskapazität werden dann die Titel, die in der DZB erschienen sind, durch Neuproduktion ersetzt. Die Titel aus anderen Blindenschriftverlagen in unserem Bibliotheksbestand werden bei finanzieller Möglichkeit neu erworben.
Also noch einmal, liebe Leserinnen und Leser, bitte schicken Sie die schlecht lesbaren Titel nicht nur einfach zurück, sondern informieren Sie uns darüber! Wir danken Ihnen sehr dafür!
Alle Leserinnen und Leser, die uns gezielt bei der Umschrift von alten, aber schönen und wichtigen Titeln in neue Kurzschrift unterstützen möchten, sind an dieser Stelle aufgerufen, eine Buchpatenschaft zu übernehmen. Informationen dazu erhalten Sie über www.buch-patenschaft.de oder Sie wenden sich direkt an Frau Susanne Siems,
Tel.: 0341 7113-115
E-Mail: info@buch-patenschaft.de

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Eine Frage des Formats

»(…) Seit längerer Zeit gibt es den ›Ratgeber Aktuell‹ im A4-Format. Finde ich sehr praktisch, da man diese Zeitschrift auch gut auf Reisen nutzen kann. Der große Vorteil dieses Formates liegt vor allem darin, dass die Zeitschrift in meinen Briefkasten passt.
So werden mir unnötige Wege zur Post, wenn ich mal nicht zu Hause bin, erspart. Die Postzustellerin braucht nicht extra klingeln und mir die Zeitschrift in den 1. Stock bringen. Auch das Klingeln bei den Nachbarn fällt weg.
Also das Format A4 hat mir nur Vorteile gebracht. Es wäre wünschenswert, auch die anderen Zeitschriften in diesem Format zu drucken. Wann wird es soweit sein? (…)«
[Herr Krümmer per E-Mail]
Bemerkung der Redaktion
Zunächst die erfreuliche Nachricht: Ab 2007 wird das "Gesundheitsmagazin" ebenfalls im Format A4 erscheinen.
Für alle Zeitschriften aber können wir A4 leider nicht realisieren. Das hängt nicht nur mit dem für uns höheren Aufwand (= höhere Kosten, z.B. müssen die Platten extra bearbeitet werden) zusammen, auch die notwendige technische Ausrüstung steht nicht in unbegrenzter Kapazität zur Verfügung. Zu prüfen wäre ebenfalls, ob nicht die eine oder andere Zeitschrift in A4 so dick wäre, dass sie gar nicht mehr in den Briefkasten passt …

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Einblicke

Vorschau auf die Zeitschrift "Literaturtreff" 2007

Karsten Sachse
Klar, dass wir auch 2007 unsere preiswerte Punktdruck-Romanzeitschrift "Literaturtreff" fort-setzen. Wer abonniert, kennt ja unzweifelhaft die Vorzüge dieser Zeitschrift und ist bestimmt neugierig, wie es im nächsten Jahr weiter geht. Und wer unter den Punktschriftleserinnen und -lesern sich noch nicht zu einem "Literaturtreff"-Abonnement entschließen konnte, erhält hier vielleicht eine anspornende Entscheidungshilfe. Ja, und alle anderen erfahren eben, was ihnen entgeht.
Womit also fangen wir an? Mit dem Roman "Der Sternenseher" von Jamal Mahjoub. Die Geschichte nimmt ihren Anfang in Algier, Anfang des 17. Jahrhunderts. Raschid al-Kenzy, in Aleppo geborener unehelicher Sohn einer nubischen Sklavin, soll für einen Mord büßen, den er nicht begangen hat. Da macht ihm der Dei von Algier ein verlockendes Angebot: Er will ihm das Leben und die Freiheit schenken im Gegenzug für eine gefährliche Mission. Raschid soll nach Nordeuropa reisen, um ein sagenumwobenes astronomisches Gerät herbeizuschaffen, das sogenannte Teleskop. Eine abenteuerliche Reise beginnt. Raschids Schiff strandet an der Küste Jütlands. Die Menschen dort haben niemals zuvor einen Menschen dunkler Hautfarbe gesehen, sie halten ihn für einen Abgesandten des Teufels ... (Goldmann Verlag, 2000).
Ein Zimmermädchen ist die Hauptperson in Bertina Henrichs Roman "Die Schachspielerin" (Hoffmann und Campe, 2006). Eleni führt eine glückliche Ehe, hat zwei wohl geratene Kinder und liebt ihren Beruf als Zimmermädchen im Hotel Dionysos auf Naxos. Doch dann stößt Eleni eines Morgens bei ihrer Arbeit aus Versehen die Figur einer unbeendeten Schachpartie um. Wohin gehört die kleine Holzfigur? Eleni versteht nichts vom Schach und stellt den Springer verlegen neben das Brett. In den Tagen darauf wird sie den Gedanken an das geheimnisvolle Spiel nicht mehr los, hinter dem sich für sie eine neue, ungeheuer aufregende Welt verbirgt. Aber gehört es sich für ein einfaches Zimmermädchen, das vielleicht älteste und komplizierteste Spiel der Welt zu lernen? Darf sich eine gewöhnliche Frau auf Naxos einen ungewöhnlichen Traum erfüllen? Fragen, die Ihnen die Lektüre des Romans beantworten wird.
Eingefleischten Leseratten dürfte ja der Name Waldtraut Lewin längst bekannt sein, erinnert sei hier nur an ihren historischen Roman "Federico" (in der Hörbücherei unter 6281 ausleihbar). Dem geschichtlichen Stoff bleibt sie auch in ihrem Buch "Wenn die Nacht am tiefsten" verpflichtet, allerdings mixt sie noch eine gehörige Portion Liebe mit dazu, es geht nämlich um die Beziehung zwischen Caesar und Kleopatra (Loewe Verlag, 2005). Dieses Buch ist nicht nur eine wunderschöne Liebesgeschichte, sondern vermittelt zugleich viel Hintergrundwissen zur politischen und gesellschaftlichen Situation der Zeit. Aber das versteht sich ja bei dieser Autorin nahezu von selbst.
Wir steigen sozusagen in immer höhere literarische Gefilde auf, denn als vierten Titel offeriert Ihnen der nächste Jahrgang ein Stück Weltliteratur in neuer Übersetzung: "Eine Liebe Swanns" von Marcel Proust. Die Geschichte von Charles Swann, der sich in die Kokotte Odette de Crécy verliebt und unter seiner Eifersucht leidet, gehört zu den großen Klassikern des 20. Jahrhunderts (Liebeskind Verlag, 2004). Nicht ganz so berühmt, aber dafür etwas humorvoller geht es dann weiter. "Autobiografie einer Pflaume" lautet der Titel des einfühlsam aus der Sicht eines Neunjährigen erzählten Romans von Gilles Paris (Knaus Verlag, 2004). Der Roman ist eine wunderbare Liebeserklärung an die Kinder - an ihre unsentimental klare Weltsicht, ihren geradlinigen Mut und ihre Bereitschaft vorbehaltlos zu lieben. Eine Geschichte voller Poesie, fein changierend zwischen Humor, Nachdenklichkeit, Situationskomik und Hoffnung. Dieses lebenskluge Buch erinnert daran, wie großmütig und nachsichtig die Kinder dieser Welt mit den Erwachsenen sind.
Mit dem nächsten Titel, einem Krimi aus dem alten Rom, lösen wir dann endlich ein altes Versprechen ein "Tod eines Centurio" von John Maddox Roberts sollte ja bereits dieses Jahr im Programm sein. 58 v.Chr. steht Julius Caesar mit seiner Armee im Rhonetal, belagert von wilden gallischen Stämmen. Dann ereignet sich im römischen Lager ein Mordfall. Decius Caecilius Metellus, den es wegen seiner Feinde gegen seinen Willen aus Rom zur Armee verschlagen hat, wird von Caesar mit der Untersuchung des Falles beauftragt (Goldmann Verlag, 1995).
Für Entspannung sorgt im Anschluss der Roman "Die blaue Gasse" von Giuseppe Bonaviri (Beck Verlag, 2006). Lyrisch und präzise, mit einer durch die Erinnerung geschärften Intensität beschreibt Bonaviri eine heute versunkene Wirklichkeit, die magische Sphäre seiner sizilianischen Kindheit. Er schreibt über den Vater, den Schneider, die Mutter, die Geschwister, über den zyklischen und unsterblichen Naturalismus der Bauern, die über das Schlachten der Zicklein und den geschnittenen Mohn Geigenstücke komponieren. Er erzählt von schrulligen Verwandten, über Geburt und Tod und erste Liebe.
Den Abschluss des nächsten Jahrganges bildet dann wieder ein Stück Weltliteratur - "Babettes Fest" von Tania Blixen (Wagenbach Verlag, 2006). Still und poetisch erzählt Tania Blixen die Geschichte einer großen französischen Köchin, die unerkannt in eine kleine norwegische Stadt verschlagen wird. Liebevoll aufgenommen von zwei pietistischen Schwestern, lebt sie viele Jahre ruhig und bescheiden als Bedienstete, bis sie eines Tages die Gelegenheit findet, noch einmal in ihrer Kochkunst zu schwelgen, um ein meisterhaftes und romantisches Dinner zu zaubern. Ein lukullisches Märchen, wahrhaft passend zum Jahresende mit seinen festlichen Tafeln, womit wir wieder einmal am Ende unserer Vorschau angelangt wären. Und ich denke, Ihnen eingangs nicht zuviel versprochen zu haben. Auch 2007 dürfte der "Literaturtreff" in seinem nunmehr 20. Jahrgang zufriedene Leserinnen und Leser finden.

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Öffentliche Bibliothek für Blinde - Blinde in Öffentlichen Bibliotheken (II)

Susanne Siems
3. Medienlandschaft für blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der DZB
Ein Grund, warum Öffentliche Bibliotheken zwar den Service für Blinde mit in ihr Konzept aufnehmen können und sollen, aber warum damit keineswegs die existierende Medienlandschaft für Blinde und Sehbehinderte ersetzt werden kann, liegt in der einerseits sehr begrenzten Verfügbarkeit von Blindenschriftliteratur und der Notwendigkeit der oft sehr schnellen Bezugsmöglichkeit andererseits.
Es gibt im deutschsprachigen Raum etwas über ein Dutzend Hör- und Blindenschriftbibliotheken. Die Blindenbüchereien versorgen ihre Leser mit belletristischer und (populär)wissenschaftlicher Literatur. Die Kataloge der einzelnen Büchereien sind in der Regel in normaler Schrift oder als Hörfassung, häufig auch auf Datenträger und in einigen Fällen zusätzlich in Blindenschrift erhältlich. Zur Zeit umfasst der Zentralkatalog ca. 50.000 Hörbuchtitel und ebenso viele Titel in Blindenschrift.
Im September 2004 gründete sich der Verein MEDIBUS (Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e. V.). Die Mitglieder der Mediengemeinschaft versorgen gegenwärtig ca. 40.000 Nutzerinnen und Nutzer. Insgesamt werden jährlich von den der Mediengemeinschaft angeschlossenen Hörbüchereien ca. 10 Millionen Kassetten verliehen. Pro Jahr kommen über 1.000 neue Hörbuchtitel und 400 Blindenschrifttitel hinzu. Beeindruckende Zahlen, dennoch sind sie erschreckend klein, wenn man sie dem Buchmarkt, den Lesemöglichkeiten sehender Menschen gegenüberstellt.
Die fehlende Zugänglichkeit, die immer noch bestehenden Barrieren bei der Umsetzung von Literatur in für Blinde lesbare Form, sind auch heute noch trotz Gleichstellungsgesetz und neuem Urheberrecht nicht wegzudiskutieren.
Auf der Frankfurter Buchmesse werden jährlich 80.000 Neuerscheinungen vorgestellt. Die oben genannten 1.500 "Neuerscheinungen" für Blinde und Sehbehinderte, die derzeit möglich sind, zwingen eine Auswahl geradezu auf. Allerdings geht es bei dieser Auswahl nicht um die in diesem Zusammenhang fragwürdige Erziehung blinder Menschen, sondern um die Schaffung eines gleichberechtigten Angebotes aus allen Richtungen der Literatur. So finden sich im Bestand der DZB Romane der Weltliteratur neben dem Groschenheft, Lehrbücher neben Unterhaltungszeitschriften. Es gibt in den einzelnen Hörbibliotheken und Punktschriftdruckereien unterschiedliche Gremien und Methoden, um Auswahlkriterien für die Produktion zu treffen. Das ist von dem deutschlandweit recht unterschiedlichen Status der einzelnen Einrichtung und somit insbesondere ihren materiellen und personellen Möglichkeiten abhängig.
In der DZB existiert ein Arbeitskreis "Buchvorstellen", in dem die Bibliothekare, ein Lektor und die Studioleiterin über ausgewählte Werke sprechen. Einmal im Monat tagt dieses Gremium, es werden pro Teilnehmer um die 1000 Seiten "besprochen". Die Vorlage-Bücher erhalten wir über Einkäufe bei den Verlagen, manchmal auch Leseexemplare. Die "Vorauswahl" treffen wir anhand der gängigen aktuellen Literaturinformationen (Börsenblatt, Bestsellerlisten, Buchbesprechungen, aber auch Nutzerhinweise). Der Förderung der Lesekompetenz unseres Klientels geht also in jedem Fall, wie ja in allen öffentlichen Bibliotheken, eine erhöhte Lesekompetenz der Bibliothekare voraus.
Im Oktober 2005 befanden sich im Bestand der Deutschen Zentralbücherei ca. 10.000 Titel als Hörbuch.
Die Hörbücher unterscheiden sich von denen des Buchhandels vor allem dahingehend, dass sie vollständig aufgesprochen sind und dass sie besondere Kennzeichnungen zur Handhabung für Blinde haben.
Gerade durch die Vollständigkeit der Aufnahme entstehen andere Dimensionen, zum Beispiel umfasst die vollständige Fassung von Tolkiens "Herrn der Ringe" 36 Audio-CD's. Inzwischen gibt es die mp3-Technologie und im Bereich Blindenmedien wurde das DAISY-Format entwickelt, das eine Speicherung und Navigation auf CD-ROM ermöglicht. 50 Stunden haben auf einer solchen Hörbuch-CD Platz.
Erwähnenswert im Bezug auf die Zusammenarbeit der einzelnen Hör- und Punktschriftbibliotheken ist die besondere Form der Fernleihe, die jede Bibliothek ihren Nutzern anbietet. Aufgrund der hier schon aufgeführten Produktionsgrenzen wird über MEDIBUS organisiert, dass jeder Titel nur von einer Produktionsstätte angefertigt wird. Die anderen Einrichtungen haben dann die Möglichkeit, diesen Titel für ihren Bestand zu erwerben. Da man auf diese Weise sehr schnell an Raum- und Finanzgrenzen stößt, ist die Fernleihe für einen Nutzer einer anderen Blindenbibliothek ein häufig praktiziertes Serviceangebot.
Ich möchte jetzt noch einmal auf die Blindenschrift eingehen: Ein Punktschriftbuch ist keine "kleine Sache", ein Band entspricht ca. dem Umfang eines großen Berlitz-Ordners. Die Blindenschrift, obwohl auf das eingangs erwähnte System "zusammengeschrumpft", benötigt wesentlich mehr Platz als gedruckte Buchstaben in normaler Schrift. Der bereits erwähnte "Herr der Ringe" umfasst in Blindenschrift 15 Bände, ein Teil "Harry Potter" 5-6.
Heute gibt es in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde 15.000 Titel in Blindenschrift, dass sind 40.000 Einzelbände, über 5 Etagen auf jeweils 300 m² untergebracht. Dieses im Verhältnis zum "normalen" Buch und den Buchhandlungen und Bibliotheken der Sehenden ganz andere Größenverhältnis bedingt ein anderes Leseverhalten blinder Menschen.
Ein Blinder kann sich nicht mal eben für die Zugfahrt ein Buch am Kiosk kaufen, er kann sich auch nicht seine hundert Lieblingsromane in die Schrankwand zu Hause stellen.
Die Bibliothek, in der man sich Romane und populärwissenschaftliche Literatur ausleihen kann, erhält eine ganz andere, sagen wir grundsätzlichere Funktion. Für viele blinde Menschen ist die Büchersendung, die mit der Post ins Haus kommt, der Lichtblick am Tag, das Lebenselixier, das schon zitierte "Tor zur Welt". Blinde Menschen sind also im Grunde noch stärker angewiesen auf die Vorräte ihrer Bibliothek als Sehende.
(Fortsetzung folgt)

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Wie war das damals

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag!

Susanne Siems
- Wir gratulieren der Blindenstudienanstalt Marburg und dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf! -
Bei den Recherchen für diesen Beitrag fiel mir ein Schülerverzeichnis der BLISTA von 1929/30 in die Hand. Statistische Daten aus Zeiten, die lange vor den unseren lagen, machen mich immer neugierig, und so sah ich nach, ob ich bekannte Namen finden würde. Auf Alfons Gottwald stieß ich, der unter der Rubrik "In Berufsausbildung" eingetragen war. Alfons Gottwald, der so Maßgebliches leistete für den Wiederaufbau der Blindenselbsthilfe in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg. Und ich fragte mich unwillkürlich, ob es wohl heute, im Jahr 2006, noch einen der ersten Schüler gibt? Fast hundert Jahre müsste er sein! Und wie groß ist heute die Zahl derer, die in der Blindenstudienanstalt die Schulbank drückten. Denn angenommen wurde das Angebot einer Höheren Bildungseinrichtung für Blinde bereits 1916 mit großem Hallo. Und seit jener Zeit konnte die Marburger Einrichtung ihr Angebot ständig erweitern.
Eine umfassende Betrachtung zur Geschichte der Blindenstudienanstalt (BLISTA) wäre hier nicht am richtigen Platz, würde sicher ein dickes Buch füllen und wurde oder wird sicherlich von maßgebenden Persönlichkeiten in und um die Marburger Einrichtung geschrieben. Ich möchte den Lesern der "DZB-Nachrichten" an dieser Stelle einen kurzen Einblick in das Jahr 1932 geben, also den Entwicklungsstand 16 Jahre nach der Gründung. Quelle für diese Angaben ist ein Bericht anlässlich der Einweihungsfeier des Werkstättengebäudes, also des "neuen" Verlagsgebäudes der BLISTA. Bei der detaillierten Beschreibung des Gebäudeaufbaus (großer Maschinensaal für die Blinden- und Schwarzdruckerei, Papierkeller, Matrizenkeller, Korrekturräume, sogar Hausburschenzimmer und Besenkammer) kam bei mir ein leichter Anflug von verspätetem Neid auf, wohlwissend, wie lange die DZB nach ausreichend großem und dauerhaftem Quartier suchte. Aber auch das ist Vergangenheit - zwar platzen Bibliotheken prinzipiell zu jeder Zeit aus den Nähten, aber auch wir hier haben heute mehr als günstige Arbeitsbedingungen und in nicht wenigen Punkten bessere oder andere Erleichterungen als die Marburger Kollegen.
Beeindruckend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Bereiche der Blindenstudienanstalt, die als eingetragener Verein gegründet wurde und Hochschulbücherei, Studienanstalt und Beratungsstelle für blinde Studierende vereinte. Fangen wir, selbst dem Medium Buch am nächsten, mit der Hochschulbücherei an. Sie verzeichnete im Oktober 1932 16.000 Blindenschriftbände. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass es sich zu zwei Dritteln um wissenschaftliche Literatur handelt. Der größte Teil des Bestandes wurde in Marburg produziert. Bei den Einkäufen war zu lesen, dass die wissenschaftlichen Werke aus dem Ausland besonders teuer waren, um so beachtenswerter, wie viel fremdsprachige Literatur in Blindenschrift es in der Hochschulbibliothek in Marburg gab. Ein Berührungspunkt mit der DZB in jenen Jahren war auch zu finden, ein positiver. Das positiv möchte ich betonen, denn aufmerksame Leser der DZB-Chronik wissen, dass es gerade in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht unerhebliche Auseinandersetzungen zwischen Frau Lomnitz-Klamroth (DZB) und den anderen Blindenbibliotheken gab. In den Bücherlisten, die in der Zeitschrift "Blindenwelt" regelmäßig veröffentlicht wurden, tauchten die Bestände der DZB nicht auf. Aber im 1931 herausgegebenen "Gesamtkatalog der öffentlichen Blindenleihbüchereien" ist die DZB mit verzeichnet. Ein Signal beginnender Zusammenarbeit?
Die Schwarzschriftbibliothek, die sowohl die Bestände für die Punktschriftübertragung als auch Literatur zum Blindenwesen sammelte, hatte damals (1929) einen Bestand von 3.600 Bänden.
Nun aber mal weg von den Bücherwürmern zum jungen Gemüse sozusagen und damit zur eigentlichen Studienanstalt. Studienanstalt, dahinter verbarg sich nicht nur das Gymnasium, sondern auch je ein Studenten- und Schülerwohnheim und die höhere Handelsschulabteilung. Zwischen 50 und 60 Schüler, Studierende und Auszubildende werden für die Zeit von 1929 bis 32 genannt. Der tägliche Pensionspreis im Studentenwohnheim beträgt 1,70 Reichsmark, im Schülerwohnheim 1,50 RM. Bis ersten Oktober 1932 haben bereits 267 Blinde die Einrichtung durchlaufen, davon kommen 11 aus Sachsen. Der Lehrkörper umfasst zu jener Zeit neben dem Schulleiter 6 vollamtliche wissenschaftliche Lehrer, darunter einen, dessen ausgewiesenes Fach nicht nur Musik, sondern auch Blindentechnik ist. Ein Schmunzeln entlockte mir folgender Satz: "Der Lehrkörper und die Lehrmittel sind so beschaffen, dass bei bester Förderung des Schülers der geringste körperliche und geistige Aufwand von ihm verlangt wird". Ach hatte denn der liebe Dr. Strehl, zu jener Zeit Direktor der Blindenstudienanstalt, vollkommen aus dem Blick verloren, dass es einen gravierenden Unterschied macht, ob man hinter oder vor dem Lehrerpult sitzt? So mancher hat die auf jeden Fall lobenswerten Bemühungen für blinde Kinder und Jugendliche sicher wenig gewürdigt und mit unendlich vielen Schweißtropfen benetzt.
Der Name Carl Strehls ist ein guter Übergang zum 2. Jubilar, der hier leider etwas kurz kommt. Strehl war nicht nur jahrelanger Direktor der Blindenstudienanstalt, sondern er gründete gemeinsam mit anderen den "Verein der blinden Akademiker Deutschlands", der nach dem 2. Weltkrieg "Verein der blinden Geistesarbeiter Deutschlands" und heute "Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS)" hieß bzw. heißt.
Diejenigen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die sich intensiver mit der Geschichte der Blindenstudienanstalt und des DVBS beschäftigt haben, mögen mir manche Ungenauigkeit und Auslassung verzeihen. Natürlich sind Einblicke, Rückblicke, immer anders, wenn man sie selbst erlebt hat. Meine Erinnerungen gehen bezüglich der Schule nach Königs Wusterhausen. Wenn man beide Entwicklungswege, den von Marburg und den von KW vergleicht, kann man viele Gemeinsamkeiten und manch Unterschied entdecken. Der Besuch der gleichen Schule verbindet noch heute Generationen und schafft zwischen Wildfremden binnen Minuten ein Vertrauensverhältnis, dass andere nur bestaunen. Das war im westlichen Marburg nicht anders als im östlichen KW. Schön, dass es seit 1990 die Chance gibt, dass sich beide Welten verbinden und näher kommen. Noch einmal also einen herzlichen Glückwunsch an Einrichtung und Verein in Marburg!

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Isabella Keilberg - Begründerin der Blindenerholung in Sachsen (II)

Dr. Werner Uhlig
Es muss sich tatsächlich recht gut gelebt haben im Hause der "Fröhlichen Frau Oberin". Hier mal die Preise vom Jahr 1914: im Doppelzimmer betrug der Tagespreis je Person 1,50 Mark, im Einzelzimmer 2,50 Mark. Weil die tatsächlichen Kosten aber höher waren - im Jahr 1913 betrugen sie pro Tag und Person 3,50 Mark - musste der Fehlbetrag aus anderen Quellen finanziert werden. Welche Quellen waren das? Es waren die Einnahmen aus dem sogenannten Novemberverkauf und die Jahresbeiträge zahlender Mitglieder einer Art Förderverein des Blindenerholungsheimes. Immer einige Wochen vor Weihnachten, Ende November also, arrangierte lsabella Keilberg im Städtischen Kaufhaus von Leipzig eine Verkaufsaktion von Dingen, die während des ganzen Jahres von ihr selbst, ihrer Tochter und "von getreuen Freunden" gefertigt worden waren. Als fördernde Mitglieder hatte Frau Keilberg mehr als 60 Personen um sich geschart, die Jahresbeiträge zahlten.
Man sieht - auch in der oft zitierten "guten alten Zeit" vor dem 1. Weltkrieg musste die Heimleiterin zusehen, wie sie Jahr für Jahr das nötige Geld auftrieb. Für "mittellose arme Blinde" gab es einige Freistellen. Um die Relation zu verdeutlichen: im Jahre 1913 entfielen auf 112 Erholungsgäste 10 Freistellen - 4 davon auf Leipziger Blinde, 6 auf andere sächsische Blinde und 2 auf "Auswärtige". Die Zuschüsse für Freistellen kamen vom "Armenamt" beim Rat der Stadt Leipzig, von Seelsorgern, Gönnern und verschiedenen Vereinen. "Der innige Wunsch der Begründerin des Heims, allen Blinden volle Freistelle zu gewähren", musste freilich eine schöne Illusion bleiben.
Ein Erholungsaufenthalt in Grimma dauerte 21 Tage. Während der Sommermonate 1913 gab es sieben Durchgänge, drei für Männer und vier für Frauen. Ganz richtig - damals herrschte im Blindenerholungsheim Grimma Geschlechtertrennung. Was da hätte sonst alles passieren können! Andere Zeiten - andere Sitten. Der wiederholte Hinweis auf die Sommermonate macht deutlich: das Isabella-Keilberg-Heim war nicht heizbar. Das änderte sich erst 1944, als Ende des 2. Weltkrieges die Unterbringung von ausgebombten Blinden und Flüchtlingen auch über die Wintermonate notwendig wurde.
Wie schon angeführt, musste Frau Keilberg immer darauf bedacht sein, Sponsoren für das Erholungsheim zu gewinnen. In Grimma gab es damals eine bedeutende sächsische Garnison. Nicht nur, dass die Militärkapelle beliebte Promenadenkonzerte am Muldenufer veranstaltete und Isabella Keilberg gern mit ihren Erholungsgästen unter den Zuhörern zu finden war - sie unterhielt auch engen Kontakt zu Herrn Generalmajor von Hagen aus Dresden-Loschwitz. Jedenfalls hat sie ihm das Versprechen abgenommen, dass er nach seinem Tode dem Erholungsheim 20.000 Mark zur Finanzierung von Freistellen zuwenden würde. (vgl. Sonderdruck, a.a.O.)
Und wie verliefen die Ferientage bei Frau Keilberg ? "Die Tageseinteilung, die in jedem Blindenzimmer in Blindenschrift angeschlagen ist, … ist folgende: Des Morgens um sieben Uhr wird mit dem Schlagen auf den Gong geweckt, ein halb acht Uhr ist kurze Morgenandacht, dann Frühstück. Da gibt es Kakao oder Milch, nur ungern Kaffee, Brötchen und Semmeln darf jeder essen soviel er will. Zum zweiten Frühstück um zehn Uhr gibt es Milch oder Obst mit Fett- oder Butterbrot. Ein halb ein Uhr ruft der Gong die hungrigen Magen zum Mittagessen: Fleisch, Gemüse und Kompott. Ein bis zwei Mal in der Woche gibt es kein Fleisch. Sonntags wird Braten, Gemüse und süße Speise gereicht. Ein halb vier Uhr ist die Kaffeestunde mit Gelee- oder Butterbrot, um sieben Uhr ist Abendbrot: Suppe, Milch oder Bier mit belegtem Butterbrot. Um neun Uhr beschließt eine kurze Abendandacht den Tag, dann wird zu Bett gegangen. Es ist jedoch erlaubt, bis zehn Uhr aufzubleiben, auch ist es gestattet, morgens früher aufzustehen, nur muss ebenso wie während der Mittagsruhe von ein halb zwei bis drei vollständige Ruhe im Haus und auf den Veranden herrschen. Die Teilnahme an den Andachten sowie der Kirchgang ist einem jeden freigestellt … Bei Beginn und am Schluss jeder Abteilung hat die Oberin die Pflicht des Wiegens. Mit Stolz kann sie in den meisten Fällen eine beträchtliche Gewichtszunahme, die schon bis zu fünfzehn Pfund betragen hat, feststellen. Das ist für sie ein schöner Lohn für all ihre Mühe und Arbeit, der sie sich in voller Frische hingibt. Zwei Tage werden zum Lüften und Reinigen des Heimes gebraucht und dann wird mit ebensolcher Freude die nächste Schar empfangen." (Sonderdruck, a. a. o.)
Schon im Isabella-Keilberg-Heim zeigte sich, dass ein ganz wichtiger Nebeneffekt der Erholung von Blinden ihr Erfahrungsaustausch darüber ist, wie man nach Verlust des Sehvermögens am besten die Alltagsprobleme meistern kann. Man schweigt sich ja nicht stundenlang an, wenn man auf einer Parkbank nebeneinander sitzt. Und worüber wird gesprochen? Über Wetter und Politik, aber nach dem ersten Kennenlernen der Erholungsgäste schiebt sich bald die Frage in den Vordergrund der Gespräche: Wie kann man dies und jenes machen bzw. besser machen? Kontakte und Freundschaften bauen sich auf. Die Heimleiterin war immer auch auf eine aktive Freizeitgestaltung bedacht. Grimma hat eine landschaftlich schöne Umgebung. Es fehlt nicht an näheren und ferneren Wanderzielen. Zum Standardprogramm eines jeden Urlauberdurchganges gehörte ein Ausflug zur Klosterruine Nimbschen. Dort sind die baulichen Überreste des einstigen Klosters Marienthron zu besichtigen, wo von 1509 an Katherina von Bora, die spätere Ehefrau Martin Luthers, lebte. Eine ausführliche Informationstafel dort erinnert daran, dass in der Osternacht 1523 zwölf Nonnen aus "Marienthron" geflohen sind. Unter ihnen war Katherina von Bora, damals 24 Jahre alt.
Zu beliebten Freizeitveranstaltungen zählte das Hören von Musik, und zwar Musik von einer Spieldose, über die das Heim verfügte. Radio und Fernsehen gab es damals noch nicht. Auch Lesen und Vorlesen spielten eine große Rolle. Das Heim besaß eine kleine Punktschriftbibliothek. Waren gewünschte Bücher nicht vorhanden, hat sie Isabella Keilberg aus der DZB für Blinde zu Leipzig besorgt.
Fast jeder Erholungsdurchgang hatte eine sogenannte "Nachmittagsunterhaltung". Da musizierten, sangen und rezitierten die Feriengäste um die Wette. Der Betrieb des Erholungsheims erforderte natürlich jahraus, jahrein die Sicherung seiner wirtschaftlichen Grundlagen, und damit war es keineswegs rosig bestellt. Der Träger des Erholungsheimes Grimma ist der Verein zur Beschaffung von Hochdruckschriften und Arbeitsgelegenheiten für Blinde zu Leipzig gewesen. Dieser Verein war bekanntlich aber auch Gründer und Träger der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig. Die Bücherei, gegründet 1894, war eher da als das Erholungsheim, und an der Spitze der Bücherei stand eine ebenso engagierte Dame wie Isabella Keilberg. Das war Frau Marie Lomnitz-Klamroth. Sie setzte sich mit der gleichen Besessenheit für Blindenbildung wie Frau Keilberg für Blindenerholung ein. Beide gehörten dem Verein an, kämpften um einen möglichst großen Anteil seiner finanziellen Mittel für ihre Ziele, respektierten einander natürlich, Freundinnen sollen sie aber nicht gewesen sein. Marie Lomnitz-Klamroth war zuerst auf dem Terrain und bestand selbstverständlich auf einem möglichst großen Anteil der Vereinsgelder. Das zwang Isabella Keilberg zur Gründung einer eigenen Hilfsvereinigung - heute würden wir sagen eines Fördervereins - für ihr Erholungsheim in Grimma. Sie musste sich selbst um Zuwendungen kümmern. Tatsache ist jedenfalls: neben ihrer eigentlichen Heimleitertätigkeit musste sie unentwegt Bittgesuche und Dankesbriefe schreiben. Solche Bitt- und Dankschreiben um Geld, Lebensmittel, Hauswirtschaftsbedarf und Dienstleistungen haben unter anderem erhalten: die Königl. Amtshauptmannschaft Grimma, die Organisatoren des Grimmaer Blumentages, die Ausrichter eines Benefizkonzerts der Grimmaer Zitterschule: "Frau Commerzienrat Schröder in Grimma, sie trug die Kosten für Wagen und Ferngespräche und schickte uns öfter Gemüse, Obst, Kuchen u.a. mehr. Frau verw. Gleißberg in Grimma spendete Mehl und Kartoffeln in größeren Mengen. Herr Bäckermeister Schuricht stiftete manchen schönen Kuchen und Fleischermeister Hilbig schenkte guten Aufschnitt, Frau Gutsbesitzer Eisner Kuchen und Wurst … der Nachbar Christbaum hat uns wiederholt praktische Geschenke gemacht. Herr Simon, Firma Holzweisig Nachfolger in Leipzig, schenkte uns eine schöne Spieldose und alljährlich schöne neue Platten dazu. Herr Fabrikbesitzer Gräbner, Leutzsch bei Leipzig, erfreute uns alle Jahre mit neuem Wachstuch auf den Esstisch und auf die Küchentische. Herr Max Richter, Leipzig, stiftete alljährlich eine große Kiste gute Kolonialwaren und Herr T. Hermann Sachse, Leipzig-Plagwitz, einen Eimer Fruchtmarmelade. Herr C. Weinhold, Leipzig-Reudnitz, schenkte wiederholt eine Kiste Bandnudeln. Aus der Seifenfabrik von Guehl, Grimma, bekamen wir alle Jahre Toilettenseifen … durch Aufsätze und Bitten in Zeitungen kamen in jedem Sommer größere und kleinere Geldgaben in unser Heim. Die Herren Zenker und Schiel in Leipzig veranstalteten zwei Mal für uns sehr wohl gelungene Lichtbildervorträge. Die Blinden selbst stifteten am 5. Geburtstag des Heims, als Beweis ihrer großen Dankbarkeit, ein wohlgelungenes großes Bild der hochverehrten Gründerin des Heims." Der Wahlspruch des Heimes, den natürlich Isabella Keilberg ausgesucht hat, lautete: "All Eure Dinge lasset in der Liebe geschehen." Ihren Rückblick 1913 auf die ersten fünf Jahre Heimleitertätigkeit beendete sie mit den Worten: "Herzinniger Dank sei allen, die geholfen, das Blindenerholungsheim vorwärts zu bringen." (Sonderdruck a. a. O.)
(Fortsetzung folgt)

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Bertolt Brecht: "Der kaukasische Kreidekreis"

Susanne Siems
(Punktschriftbibliothek)
Was ist Recht, was ist Unrecht? Das, was im Gesetz steht, was Menschen vor vielen Jahren, Jahrzehnten unter bestimmten Gesichtspunkten schriftlich fixiert haben, ist Recht. Für immer und alle Zeiten? Oder wandelt sich das Recht? Kann Unrecht werden was Recht war oder können auch unrechte Handlungen nach dem Gesetz moralische und ethische Berechtigung erlangen? Natürlich muss es für das Zusammenleben der Menschen formale Regelungen geben, aber wie starr ist dieses System, wie wandelt es sich im Laufe der Geschichte und ihrer Ereignisse?
Themen, mit denen sich der deutsche Schriftsteller Bertolt Brecht, dessen 50. Todestag wir am 14. August begingen, in seinem Werk beschäftigt.
Besonders deutlich werden die oben aufgeworfenen Fragen in seinem Stück "Der kaukasische Kreidekreis", zu dessen Lektüre ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit dieser Kramkiste erneut oder erstmalig anregen möchte. Die Geschichte spielt in Grusinien und die zentrale Frage dreht sich um die Übereinstimmung von gesetzlichem und moralischem Recht. In der ursprünglichen chinesischen Fassung, die Brecht als Vorlage nimmt, streiten sich zwei Frauen um ein Kind, die wahre Mutter und die andere Frau, die sich wegen einer Erbschaft für die Mutter ausgibt. Ein Kreidekreis wird gezogen, das Kind wird in die Mitte gestellt, die Frau, die das Kind zu sich ziehen kann, ist die wahre Mutter. Es liegt auf der Hand, was passiert: Die leibliche Mutter lässt das Kind los, aus Sorge, ihm weh zu tun. Soweit das chinesische Original.
Brecht wäre nicht der so umstrittene wie gefeierte Dichter, wenn er daraus nicht weit schwierigere Fragen abgeleitet hätte. In seinem Stück streiten sich auch zwei Frauen um ein Kind, auch hier lässt eine Frau das Kind aus Sorge um dessen Wohlergehen los und entscheidet sich somit für das Kind und gegen ihr eigenes Glück. Aber würden wir den Text des Gesetzes lesen, dürfte es keinen Richter geben, der ihr, die das Kind aus den Kriegswirren rettete, dieses auch zuspricht. Die leibliche Mutter hat ihren Sohn zurückgelassen, um das eigene Leben zu retten. Nun will sie ihn wieder haben. Ist auch das Recht? Brecht gibt eine Antwort, die den ethisch empfindenden Leser nur befriedigen kann.
Das Nachwort kommt mit dem gewohnten sozialistischen Holzhammer einher, man muss es nicht lesen und dennoch steht auch dort zwischen den Zeilen viel Wahres und Beachtenswertes. Fatal wäre es, aufgrund solcher einseitiger Interpretationen den großen Moralisten Brecht falsch einzuschätzen.
Und wenn Sie sich sozusagen durch ein Stück "ernsthafte Literatur" hindurchgearbeitet haben, lesen Sie noch eins von Brechts wundervollen Gedichten, zum Beispiel dieses:
Der Blumengarten
Am See, tief zwischen Tann und Silberpappel
Beschirmt von Mauer und Gesträuch ein Garten
So weise angelegt mit monatlichen Blumen
Daß er vom März bis zum Oktober blüht.
Hier, in der Früh, nicht allzu häufig, sitz ich
Und wünsche mir, auch ich mög allezeit
In den verschiedenen Wettern, guten, schlechten
Dies oder jenes Angenehme zeigen.
[Quelle: Kinderzeichnungen zu Brecht, Insel-Bücherei Nr. 930]
Die Titel "Der kaukasische Kreidekreis" und "Ein Kinderbuch" (in dem das Gedicht enthalten ist), können Sie in unserer Punktschriftbibliothek unter der Bestellnummer 3332 bzw. 4096 ausleihen.
Viele weitere Titel von Bertolt Brecht sind in der DZB sowohl als Hörbuch als auch in Punktschrift verfügbar. Unsere Mitarbeiter beraten Sie gern.

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Theodor Storm: "Auf der Universität"

Jana Waldt
(Hörbücherei)
Für diese Kramkiste habe ich mir stellvertretend für alle in der Hörbücherei ausleihbaren Novellen von Theodor Storm eine ausgewählt, die mir persönlich am besten gefällt.
Theodor Storm wurde 1817 in Husum geboren und starb 1888. Er war Sohn eines Advokaten bäuerlicher Herkunft, besuchte die Gelehrtenschule und studierte später Jura. Er lernte u. a. Adolph Menzel, Theodor Fontane und auch Iwan Turgenjew kennen. Neben seinen Novellen ist Storm auch durch seine Lyrik bekannt geworden.
In Storms Novellen werden meist Konflikte behandelt, die teils gut, teils aber auch tragisch enden wie in der von mir besprochenen Novelle.
In "Auf der Universität" lernt der junge Ich-Erzähler in der Tanzschule Lore, die Tochter eines Flickschneiders französischer Herkunft, kennen. Sie ist sehr schön und elegant und muss sich trotz ihrer schlichten Kleidung vor den Bürgerstöchtern nicht verstecken. Der Ich-Erzähler, dessen Tanzdame Lore wird, verliebt sich unsterblich in sie. Er denkt mit Bangen an das Ende der Tanzstunden, denn dann hätte er nicht mehr so oft Gelegenheit, mit Lore zusammen zu sein. Das folgende Jahr vergeht und es ergab sich ab und an eine Gelegenheit für ein Zusammensein, aber natürlich niemals allein, sondern immer in Gesellschaft mit anderen jungen Leuten.
Jahre später - der Ich-Erzähler ist mittlerweile auf der Universität - erfährt er von seiner Mutter, dass Lore nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter zu einer unverheirateten Tante ziehen musste, die sie zu ihrer Alleinerbin eingesetzt hatte. Diese Tante wohnte nun genau in der Stadt, in der der Ich-Erzähler studierte. Und so trafen sie sich wieder. Doch Lore hatte sich in der Zwischenzeit mit dem sogenannten "Raugrafen" eingelassen, einem schönen, aber wüsten Studenten, der mehr in den Kneipen als in den Hörsälen zu finden war. Dieser demütigt sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit, aber sie kommt offensichtlich nicht von ihm los. Schließlich wird ihr dieses Verhältnis zum Verhängnis und sie nimmt sich das Leben. Den Grund kann man nur erahnen.
Gesprochen wird diese Novelle von Manfred Zetzsche. Sie ist unter der Bestellnummer 282 auf 2 Kassetten oder unter gleicher Bestellnummer im DAISY-Format ausleihbar.
Neben dieser Novelle können in der Hörbücherei noch zahlreiche weitere Titel von Theodor Storm ausgeliehen werden, auch in Punktschrift sind viele verfügbar. Die gesamte Auflistung wäre mehrere Seiten lang und muss deshalb entfallen. Bitte informieren Sie sich anhand unserer Kataloge oder im persönlichen Gespräch mit unseren Bibliothekarinnen.

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Bookflash

Buchempfehlungen von jungen Leuten für junge Leute. Autorinnen und Autoren der Buchempfehlungen sind Schüler.

"Mimus"

Luise Hebecker
Der Roman "Mimus" wurde von Lilli Thal geschrieben. Die Handlung dreht sich um den jungen Florin, den Kronprinzen von Monfiel. Er führt ein angenehmes Leben am Hof seines Vaters König Philip, und nicht einmal der ewig währende Krieg mit dem verfeindeten Vinland kann ihm seinen Spaß am Leben nehmen. Doch selbst dieses Problem scheint sich zu lösen, als Florin eine Einladung zum Hofe Vinlands erhält, um dort mit seinem Vater und engsten Freunden den Frieden zu feiern. Denn nach langem Hin und Her haben sich die beiden Könige wohl einigen können. Begeistert und ein bisschen nervös begibt sich Florin nach Vinland, doch was er dort vorfindet, entspricht keinesfalls seinen Erwartungen. Er wird zu König Theodo gebracht, um gemeinsam den Frieden zu feiern, doch wo ist sein Vater? Als die Gefangenen dann herein geführt werden, weiß Florin gar nicht, wie ihm geschieht. Sie wurden verraten und zu allem Übel wird er auch noch zum Narrenlehrling erklärt. Er verliert alles, was er hatte und war: Seine Stellung, seine Freiheit, selbst seine Seele wird ihm abgesprochen und jeden Tag muss er damit rechnen, auch sein Leben bzw. seinen Vater zu verlieren. Doch Mimus, sein Lehrer, ist eine sonderbare Gestalt. Einerseits ist er der eiskalte Narr, der alle Menschen ohne die geringsten Gewissensbisse demütigt und auch Florin oft unterdrückt, andererseits wird er für ihn eine Art Freund, der ihm zur Seite steht, wenn er verzweifelt, und ihn tröstet, wenn er Albträume hat. Und obwohl es dem "kleinen Mimus" schwer fällt, die Menschen zum Lachen zu bringen, da er doch selbst gar nichts zum Lachen hat, bleibt er stark und hofft auf Rettung.
Dieses Buch überzeugt eindeutig durch seine mitreißende Wirkung. Das Schicksal, welches der junge Florin hier erdulden muss, ist einfach herzzerreißend, obwohl es nur fiktiv ist. Man leidet förmlich mit ihm mit. Wie schwer es für ihn ist, seinen Stolz zu vergessen, wenn er Kunststücke vorführen muss, wie es ihm seine letzte Hoffnung nimmt, als er seinen besten Freund Radbod an der Tafel Theodos als Verräter sitzen sieht, bringt einen geradezu zum Weinen. Die ganze Zeit hofft man auf eine positive Wendung, doch es kommen immer neue Schicksalsschläge hinzu und viele Dinge, die bis zum Schluss offen bleiben, machen diese Geschichte wirklich spannend. Und die Gestalt des Mimus macht es noch viel interessanter. Ein Mann, dem man seine Gefühle nie anmerkt und der anscheinend doch so gefühlvoll ist. Er ist ein Charakter, der zum Nachdenken anregt und auch etwas von einem Idol haben kann. Denn wer wünscht sich nicht auch manchmal, dass man ihm seine Gefühle nicht ansehen kann?
Der Roman sticht eindeutig durch die Emotionen hervor, die er erweckt. Obwohl Witz und Spannung auch zu finden sind, spielen diese hier nur eine Nebenrolle. Was dem Buch jedoch nicht im Geringsten schadet und dadurch auch absolut zu empfehlen ist.
Bestellangaben:

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Zur Einführung

Nachdem wir unsere Rubrik "Bücher des Jahrhunderts" abgeschlossen haben, wollen wir uns ab dieser Ausgabe den Resultaten einer weiteren Umfrage widmen.
Am 1. Oktober 2004 wurde im Zweiten Deutschen Fernsehen das Ergebnis einer großen Zuschauerumfrage verkündet. Vorausgegangen war eine Aktion unter dem Motto "Unsere Besten - Das große Lesen". Nach dem Auftakt durch Elke Heidenreich in der "Lesen! extra"-Sendung wurde eine Vorschlagsliste veröffentlicht, die 200 Bücher (ohne nationale Schranken) umfasste. Bereits eine Woche später lagen schon 60.000 Nominierungen vor.
Alle Genres durften gewählt werden, lediglich jugendgefährdende Schriften und reine Serviceangebote wie das Telefonbuch waren von der Wahl ausgeschlossen. Nach vier Wochen waren bereits 12.615 Titel erfasst. Die Zählung wurde dann bei 250.000 abgegebenen Stimmen eingestellt.
Würden Hera Lind oder Rosamunde Pilcher das Rennen machen, wie Elke Heidenreich schaudernd argwöhnte, oder die Thriller eines John Grisham oder einer Donna Leon? Würde die anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur eines John Irving literarische Altmeister wie Goethe, Dostojewski und Balzac vom Podest stoßen?
Über Klassiker soll Hemingway einmal gesagt haben: "Ein Meisterwerk ist ein Buch, über das alle Welt spricht, das aber niemand liest." In der Tat wurde ein schwieriges Meisterwerk wie "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil von den Zuschauern nicht berücksichtigt, auch Kafka nicht oder Brecht. Viele der Bücher aus der Schulzeit, die weder freiwillig noch ganz unbefangen gelesen wurden, hatten beim "Großen Lesen" keine Chance. Es war eine ehrliche Wahl, ohne Alibinennungen. Es haben die Champions der erzählenden Literatur gesiegt, zeitlose Evergreens, Klassiker der Herzen. Im Prinzip jene Romane, bei denen der leidenschaftliche Leser am Ende einer jeden Seite wissen will, wie es weitergeht (dies erklärt auch die völlige Abwesenheit von Sachbüchern unter den Top 100). Jene Klassiker, die der literarischen Volksbefragung des Massenmediums Fernsehen die Stirn geboten haben, stehen nach dem "Großen Lesen" strahlender da als je zuvor: Theodor Fontane, Thomas Mann, Hermann Hesse und Max Frisch sind mit insgesamt neun Titeln in den Top 50 vertreten. Sie wurden nicht aus Ehrfurcht gewählt, sondern weil sie den Menschen noch immer etwas bedeuten. Goethes "Faust" kam als einziges Drama unter den ersten 50 auf einen beachtlichen 15. Platz. Der erfolgreichste englischsprachige Autor war John Irving mit vier Büchern unter den ersten 100. Als ausgesprochenes "Frauenbuch" entpuppte sich Jane Austens "Stolz und Vorurteil", dessen Stimmen zu 97,1 Prozent von weiblichen Lesern kamen.
Die ersten drei haben ihren Platz mit jeweils großem Abstand erreicht: Unangefochtener Sieger wurde John R. R. Tolkiens "Der Herr der Ringe", der zu 60,2 Prozent von Lesern zwischen 14 und 29 Jahren gewählt wurde. Es folgten "Die Bibel" und Ken Folletts "Die Säulen der Erde".
Wir werden Ihnen jene "Lieblingsbücher der Deutschen", die auch in der DZB verfügbar sind, ab der nächsten Ausgabe der "DZB-Nachrichten" vorstellen.
[Quelle: www.zdf.de; www.zdf-jahrbuch.de]

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Das Internet - heutzutage auch für blinde Nutzer zugänglich und zu empfehlen?

Ulrich Jander
Fast überall begegnet man heute Hinweisen auf das Internet, oft in der Weise, dass man dort Informationen jeglicher Art oder Zugang zu den verschiedensten Inhalten bzw. Dokumenten erhalten kann. Jede Firma oder Institution besitzt in aller Regel eine Internetadresse, auch die DZB und dies unter http://www.dzb.de. Die zentrale Frage stellt sich sofort: Ist das Internet für blinde Nutzer zugänglich und, wenn dies zu bejahen ist, wie gut ist es nutzbar? Die Antwort lautet: Ja, blinde Interessierte können das Internet sehr wohl nutzen. Es ist immer wieder erstaunlich, was man dort alles finden kann und dies in aller Regel selbständig, ohne fremde Hilfe. Ich möchte ein paar Beispiele nennen, die deutlich machen sollen, zu welchen Themen und noch viel mehr Aussagen und Informationen im Internet gefunden werden können. Als Internetadressen wären dies z. B.:
Oft hört man, dass das Internet mit Gefahren für den eigenen Computer verbunden ist; Viren, Trojaner oder andere Schädlinge könnten den Computer schädigen, in seiner Arbeitsweise völlig verändern oder arbeitsuntüchtig machen. Dazu ist zu sagen, dass dies nicht geleugnet werden kann; die Gefahr besteht, jedoch muss sie nicht eintreten. Ein anderes Beispiel hierzu: Jeder beteiligt sich am Straßenverkehr, auch als Fußgänger. Die Gefahr besteht, im Straßenverkehr zu verunglücken. Jeder ist bemüht, sich davor zu schützen und eine gewisse Vorsicht walten zu lassen; jedoch trotz der Gefahren ist man im Straßenverkehr immer wieder unterwegs.
Nicht anders verhält es sich bei der Nutzung des Internets. Auch für den blinden Computernutzer ist das Internet grundsätzlich zugänglich. Grundsätzlich deshalb, da nicht jede Internetseite gleich gut nutzbar ist. Manche Seiten sind sehr schön textorientiert aufgebaut und enthalten z. B. immer zu Bildern oder Grafiken entsprechenden Text, der über die Braillezeile oder Sprachausgabe wiedergegeben werden kann. Andere Internetseiten sind dagegen sehr mit grafischen Inhalten versehen, enthalten kaum entsprechende Textinhalte und lassen so die Barrierefreiheit vermissen. Hier kann man nur ausprobieren bzw. die Hinweise anderer blinder Nutzer beachten.
Um den bereits erwähnten Gefahren vorzubeugen, sollte man Vorkehrungen treffen. Dazu gehört unbedingt der Einsatz eines Sicherheitsprogramms, welches Viren und andere Schädlinge aus dem Internet abwehrt. Solch ein Programm läuft im Hintergrund der Computerarbeit und ist, möglichst in kurzen Abständen, zu aktualisieren, damit der Schutz auf dem neuesten Stand bleibt. Manche Programme erledigen dies automatisch. Sinnvoll ist es, ein Programm zu verwenden, welches mit dem eigenen Screenreader, Bildschirmausleseprogramm, genutzt werden kann. Die jeweilige Computerhilfsmittelfirma sollte hier ggf. bezüglich der Auswahl des Programms helfen können.
Sehr wichtig ist für die Gefahrenabwehr aus dem Internet das eigene Verhalten. Während man im Internet, also online, ist, sollte man ganz besonders darauf achten, was man tut. Ist nicht eindeutig klar, was sich hinter einem Link verbirgt, den man aktivieren möchte, dann sollte man es sicherheitshalber lieber bleiben lassen. Ein solches Verhalten gilt zwar generell bei der Tastaturbedienung des Computers, jedoch im Internet ist dies noch wichtiger, denn die Auswirkungen könnten schlimm werden, wenn man sich versehentlich Schädlinge herunterlädt.
Hat man diese Vorkehrungen getroffen und beachtet man sie, dann kann die Internetarbeit beginnen. D. h., vor dem ersten Einstieg muss der Computer für das Internet eingerichtet werden. Der PC wird mit der Telefondose verbunden. Dazu benötigt man zusätzliche Hardware, ein Modem und entsprechende Kabelverbindungen. Dabei ist auszuwählen, ob man analog, per ISDN oder DSL das Internet nutzen möchte. Wenn man keine eigenen Erfahrungen auf dem Gebiet besitzt, sollte man sich von einer fachkundigen Person helfen lassen.
Das Internet nutzt man, indem man eine Telefonverbindung des Computers mit einem Internetanbieter herstellt. Für diese Verbindung benötigt man drei Angaben: Benutzername, Kennwort und Telefonnummer des Anbieters. Letzteres ist bei DSL nicht erforderlich. Diese Angaben beziehen sich immer auf den jeweiligen Internetanbieter, z. B. Arcor, T-online, GMX oder Freenet. Wenn man diese Angaben hat, dann ist das Internetprogramm des PCs einzurichten; das wird meistens der Internet Explorer von Microsoft sein. In diesem Programm können Einstellungen für die Internetverbindung vorgenommen werden und zwar im Menü unter Extras (ALT + X), Internetoptionen (O), dort die Registerkarte Verbindungen und dann mit der Tabulatortaste auf den Schalter Setup gehen und diesen aktivieren. Mit Hilfe des Screenreaders wird man durch die einzelnen Einstellungsschritte geführt. Nach Abschluss dieses Vorgangs sind alle Voraussetzungen für die Internetnutzung erfüllt, und das Surfen kann beginnen.
Sinnvoll könnte es weiterhin sein, ein Firewall-Programm zu installieren. Mit Hilfe dieser Software ist es möglich, am Computer genau festzulegen, welches Programm auf dem Rechner eine Internetverbindung aufbauen darf. Manche Programme versuchen dies, ohne dass man es weiß. Mit einer Firewall ist diese Unsicherheit beseitigt. Für Fragen stehe ich Ihnen gern in der DZB zur Verfügung.
Wenn Sie Interesse an vielgestaltiger Information haben und dies selbständig nutzen möchten, dann kann ich Ihnen das Internet nur wärmstens empfehlen. Haben Sie Mut und packen Sie das Vorhaben mit der beschriebenen Vorsicht an, auch als blinder Computernutzer will man es nach den ersten positiven Erfahrungen nicht mehr missen.

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Info-Service

DAISY-Bücher zum Kauf

In Zusammenarbeit zwischen der DZB und der Phonetics Group sind mehrere DAISY-Hörbücher entstanden. Das gemeinsame Projekt verfolgt das Anliegen, den DAISY-Standard zu verbreiten und das neue Hörbuchformat auch unter kommerziellen Anbietern bekannt zu machen. Die DAISY-Hörbücher werden im Internet unter http://www.vorleser.net/ als Download und in der DZB auf CD zum Kauf angeboten.
Folgende Titel sind im Angebot:
Gisela Muhr u.a.: "Klassische Rezepte". Sprecher: Sophia Baron und Johannes Ackner, 1 CD-DAISY (51 Min.) GRATIS!
Lewis Carroll: "Alice im Wunderland". Sprecherin: Susan Weilandt, 1 CD-DAISY (230 Min.), 9,90 €, BNV 4854
"Die fünfzehn schönsten Grimm-Märchen". Sprecher: Kerstin Hoffmann, Rainer Koschorz, Ute Loeck, Wolfgang Gerber, Ellen Hellwig, Johannes Ackner, 1 CD-DAISY (161 Min.), 9,90 €, BNV 4855
Heinrich Heine: "Deutschland. Ein Wintermärchen". Sprecher: Patrick Imhof, 1 CD-DAISY (90 Min.), 9,90 €, BNV 4857
Jean de LaFontaine: "Zweiundzwanzig Fabeln". Sprecher: Johannes Gabriel, 1 CD-DAISY (43 Min.), 7,90 €, BNV 4856
Gottfried Keller: "Kleider machen Leute". Sprecher: Johannes Gabriel, 1 CD-DAISY (117 Min.), 7,90 €, BNV 4859
Michel de Montaigne: "Essais". Sprecherin: Brigitte Trübenbach, 1 CD-DAISY (84 Min.), 7,90 €, BNV 4858
Rainer Maria Rilke: "Prosa und Lyrik". Sprecher: Patrick Imhof, Brigitte Trübenbach, Johannes M. Ackner, 1 CD-DAISY (604 Min.), 19,90 €, BNV 4853
Joachim Ringelnatz: "Sieben Meister-Erzählungen". Sprecher: Patrick Imhof, Wolfgang Gerber, 1 CD-DAISY (94 Min.), 7,90 €, BNV 4860
Kurt Tucholsky: "Rheinsberg". Sprecher: Max Urlacher, 1 CD-DAISY (69 Min.), 9,90 €, BNV 4861
Bestellung unter:
Tel.: 0341 7113-119
E-Mail: verlag@dzb.de

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Neu: Weihnachtskalender

Passend zum nächsten Weihnachtsfest: Erstmalig bietet die DZB in diesem Jahr einen Großdruck-Weihnachtskalender an. Der mehrfarbige Weihnachtskalender im Format A3 ist für Sehende und Sehschwache geeignet, sein Preis beträgt 3,90 EUR.
Bestellung unter:
Tel.: 0341 7113-119
E-Mail: verlag@dzb.de

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Neue Zeitschriftenformate

Ab Oktober ist Hörmagazin auch im DAISY-Format erhältlich. Ummeldungen werden ab sofort angenommen unter Tel.: 0341 7113-120 oder E-Mail: verlag@dzb.de.
Ab 2007 erscheint die Punktschriftausgabe der von der DZB herausgegebenen Zeitschrift "Das Gesundheitsmagazin" im Format A4.

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Zentralkatalog Hörbücher online

Der Zentralkatalog aller Hörbücher ist nun im Internet erreichbar. Unter der Adresse www.medibus.info finden Sie die Auswahl "Online-Katalog" und gelangen so zum Zentralkatalog. Als Nutzer können Sie sich eine Merkliste zusammen stellen und sich diese an Ihre eigene E-Mail-Adresse schicken. Ihre Suchergebnisse werden auf diese Weise gespeichert und Sie können anschließend entscheiden, ob Sie sich an die jeweilige Hörbücherei mit einem Buchwunsch wenden möchten. Dies ist ein Angebot für Nutzer, die stets einzelne spezielle Hörbücher suchen, das sicher großen Anklang finden wird. Auf diese Weise ist auch eine aktuelle Informationsmöglichkeit geschaffen worden, denn der Datenbestand wird im Regelfall monatlich aktualisiert. Im nächsten Jahr werden dann zusätzlich die Daten aus dem Zentralkatalog aller Blindenschriftbücher hinzugefügt.
Wir möchten darauf hinweisen, dass Fernausleihen nur im Einzelfall möglich sind. Für mehrere Titel muss immer die jeweilige Einrichtung konsultiert werden, bei der diese vorhanden sind.

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Neu: DAISY-Rent

Pressemitteilung vom 9. August 2006
Ab September 2006 wird die Firma KS-Cassetten unter dem Namen "DAISY-Rent" Abspielgeräte für Hörbücher im DAISY-Format vermieten und verkaufen. Zunächst wird es sich um Geräte des Typs PTN1 der Firma Plextor handeln.
Der monatliche Mietpreis beträgt 12 Euro. Eine Versicherung des Abspielgerätes sowie die Kosten für eventuell erforderliche Reparaturen in Folge technischer Defekte sind im Mietpreis bereits enthalten.
Es fallen keine weiteren Kosten an! DAISY-Rent übernimmt die generelle Wartung und Reparatur eventueller Schäden während der gesamten Mietdauer. Die Mindestmietdauer beträgt 6 Monate. Bei entsprechendem Interesse ist aber auch eine Kurzzeitmiete möglich. Es besteht die Möglichkeit ein gemietetes Gerät nach Ablauf der Mindestmietdauer oder auch später kostengünstig zu erwerben.
Kontakt:
Tel.: 05207 95410
E-Mail: daisy-rent@ks-cassetten.de

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Osteopathieausbildung für Blinde und Sehbehinderte

Ab September 2006 (1. Seminar: 27.09.06 - 30.09.06) organisiert das College Sutherland Hamburg eine Osteopathieausbildung für Sehbehinderte und Blinde. Ausbildungsinhalt und Dauer entsprechen den B.A.O. Richtlinien. 1350 Unterrichtseinheiten, 5 Studienjahre in Seminaren (7 mal 4 Tage).
Die zugelassenen Berufsgruppen sind Physiotherapeuten/in sowie Masseur/in und med. Bademeister mit Zusatzausbildung Manuelle Therapie (340 Stunden).
Kontakt:
College Sutherland
Am Stadtrand 39
22047 Hamburg-Wandsbek
Tel.: 0032 51254009
E-Mail: College-sutherland@hamburg.de

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Seminar zum Thema "Träume"

Vom 3. bis 5. November hat das AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen ein Seminarangebot zum Thema Träume im Programm.
Das Seminar soll Blinden und Sehbehinderten die Möglichkeit bieten, unter Leitung des blinden Psychoanalytikers Thomas Abel über eigenen Träume miteinander ins Gespräch zu kommen, wobei die Besonderheiten von Träumen Sehgeschädigter berücksichtigt werden. Dabei soll auch die Tagtraumtechnik (katathynes Bilderleben( einbezogen werden.
Fragen und Anmeldungen unter:
Tel.: 038825 3700
Fax: 038825 37043
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich. Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder DAISY-CD-ROM 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html
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