DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 2 – 2007
März / April
17. Jahrgang


Inhalt

Abschied von Wolfgang Burghardt

Postecke

Einblicke

Die DZB im Jahr 2006

Die Kramkiste

Sergej Venetzkij: "Erzählungen über Metalle"

Ivo Andric: "Das Fräulein"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Ken Follett: "Die Säulen der Erde"

Bücherwürmer sind international

LOUIS

Milestone 311 DAISY - sprechendes Notizgerät und DAISY-Spieler

Radiobeiträge hören - wo und wann man will mit dem PC-Programm Juice oder am Telefon

Info-Service

Die DZB auf der Leipziger Buchmesse

Relief-Wandkalender der DZB prämiert

Termine

Welt-Atlas für Blinde

Die KO Leipzig zieht in neue Räume

"Ohr liest mit" on Tour 2007

TV-Spot "Blinde Piloten" gewinnt Global Award

Haus Storchennest lädt ein 2007

Seminarausschreibungen BOB, Weil am Rhein

Autofahren für Blinde

Impressum

Abschied von Wolfgang Burghardt

(1931-2006)
Geboren 1931 in Halle (Saale), verbrachte Wolfgang Burghardt seine Schulzeit im Krieg. Danach arbeitete er als Tischler, spielte Laientheater. 1952 begann er ein Volontariat beim Rundfunk und besuchte die Rundfunkschule Weimar. Nach dem Abschluss für Journalistik war er bis 1967 ständiger Sprecher bei Radio DDR 2.
Bereits seit 1958 übte Wolfgang Burghardt in der DZB eine Nebentätigkeit als Sprecher aus, von 1967 an war er dann hauptberuflich für die DZB tätig, bis er sich 1998 in den verdienten Ruhestand verabschiedete.
Wolfgang Burghardt wurde erstmals öffentlich in der "Gegenwart" 4/1969 als Sprecher der DZB vorgestellt und ist eine der ersten Stimmen der DZB: Das erste von ihm gelesene Hörbuch war der 1958 im Leipziger Prisma-Verlag erschienene Titel "Ein Büchlein von der Saale" von Gerhard Schmidt, zuletzt las er "Mein Stück Zeit" von Jurij Brezan, erschienen 1989 im Verlag Neues Leben. Insgesamt 84 Bücher hat Wolfgang Burghardt in den mehr als 30 Jahren seiner Tätigkeit gelesen. Weit umfangreicher, aber ungezählt sind die vielen Beiträge, die er für die Zeitschriften der DZB zu Gehör gebracht hat. Für Tausende Blinde und Sehbehinderte war Wolfgang Burghardt der verantwortliche Redakteur der Hörzeitschriften der DZB - langjährigen Hörerinnen und Hörern wird er besonders noch durch "Das Hörmagazin" oder die "Kultur und Freizeit" in guter Erinnerung sein.
Am 22. Dezember 2006 ist Wolfgang Burghardt unerwartet verstorben.
In stillem Gedenken verabschieden sich die Kolleginnen und Kollegen der DZB.

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Postecke

Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung. Aus redaktionellen Gründen müssen wir uns Kürzungen vorbehalten. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Anmerkungen zu DZB-Nachrichten 1/2007

»(…) Ich hatte mich auch gewundert, als die DAISY-Hörbücher der DZB plötzlich teilweise in schwarzen Nylonversandtaschen bei mir ankamen. Ein Vorteil dieser Versandtaschen ist natürlich, dass sie nicht so leicht brechen können wie die Kunststoffboxen, und dass sie durch den Klettverschluss auf dem Transport auch nicht so leicht aufgehen. Ein Nachteil ist, dass sich die CD nur schlecht entnehmen lässt, ohne sie auf der Datenseite zu berühren. Nach einigem Probieren habe ich aber einen Weg gefunden, der das Entnehmen etwas erleichtert. Ich drücke die Versandtasche an den beiden Schmalseiten etwas zusammen, so dass sich die Tasche, in der sich die CD befindet, ein Stück öffnet, und ich hineingreifen kann, um die CD am Mittelloch herauszuziehen. Die Befestigung für die Anschriftenkarte, mit Hilfe der beiden Kunststoffstreifen am Rand, finde ich auch nicht so praktisch. Bezüglich des Verbiegens der CD in den Versandtaschen sehe ich allerdings keine Probleme, denn die Hörzeitschriften werden ja auch nur in Luftpolsterumschlägen versandt, und bisher sind dabei noch keine Beschädigungen aufgetreten.
Verschmutzung von Punktschrift- und Hörbüchern: Wenn ich mal eine CD habe, die beim Abspielen Probleme macht, lege ich sie zum Putzen kurz in mein CD-Reinigungsgerät. Anschließend läuft die CD meist wieder problemlos. Bei Punktschriftbüchern ist eine Verschmutzung natürlich schon ein echtes Problem, da diese sich kaum reinigen lassen und ein Ersatz meist mit hohen Kosten verbunden ist.
DAISY-Kaufhörbücher: Ich habe mich über die Ankündigung gefreut, dass Sie Ihr Angebot an DAISY-Kaufhörbüchern in Kürze um weitere Titel erweitern wollen, insbesondere, dass es sich dabei vorwiegend um Sach- und Fachbücher handeln soll. Die angekündigten Themenbereiche klingen sehr interessant. Ich gehe davon aus, dass es in der nächsten Ausgabe der DZB-Nachrichten genauere Angaben bezüglich Bestellnummer und Preis zu den Titeln gibt. (…)«
[Herr Karsten Brüning (Hannover) per E-Mail]

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Einblicke

Die DZB im Jahr 2006

Dr. Thomas Kahlisch
"Kann ich jetzt auch Fernleihen von Hörbuchtiteln veranlassen, die nicht im Bestand der DZB sind?", fragt mich ein Hörer am Telefon.
"Ja, das ging bei uns schon immer", antworte ich, "aber jetzt finden Sie auf www.medibus.info auf einen Blick bzw. einer Internetseite alle Titel, die von deutschen Hörbüchereien bereitgestellt werden. Ab Sommer 2007 wird dieses Angebot noch um den Zentralkatalog der in Deutschland verfügbaren Punktschriftliteratur ergänzt", füge ich dazu.
"Oh, toll, da haben sie gerade einen neuen Nutzer gewonnen!", meint der Anrufer und lässt sich mit der Hörerberatung in der Bibliothek verbinden.
Das in den letzten Jahren ständig gewachsene Angebot an DAISY-Titeln - im Dezember 2006 verzeichnete der MEDIBUS-Katalog bereits über 16.000 Werke - hat gleichzeitig auch zu einer steigenden Nachfrage durch die Nutzer geführt. Besonders der seit dem Sommer im Internet angebotene Service auf der MEDIBUS-Homepage, bibliotheksübergreifend nach Titeln suchen zu können, erfreut sich großer Beliebtheit und zunehmender Akzeptanz.
Es war nicht immer so, dass Hörbücher, die in einer Bibliothek aufgesprochen wurden, schnell und unkompliziert den Hörern der anderen Einrichtungen zur Verfügung standen. Grund für die häufig langen Wartezeiten von über einem Jahr waren der Aufwand und die hohen Vervielfältigungskosten, die bei der Kopie der Masterbänder anfielen. Dank digitaler Technik und einem offenen und unlimitierten Austausch der Hörbüchereien untereinander will sich heute, nur drei Jahre nach Einführung von DAISY, niemand mehr an diese langen Wartezeiten erinnern.
2006 war ein Jubiläumsjahr für die DZB. Am 14. März 1956 startete die Hörbuchausleihe: "Der Lotterieschwede" von Martin Andersen Nexö, gelesen von Irmgard Lehmann, war das erste Hörbuch, das vor 50 Jahren in Leipzig angeboten wurde. Was als Verleih sogenannter "sprechender Bücher" begann, ist heute mit über 141.000 Ausleihen pro Jahr das am meisten genutzte Angebot der Bibliothek. Besonders die steigende Nachfrage an DAISY-Titeln dokumentiert das. 2006 wurden mit 68.000 Ausleihen fast doppelt so viele praktische CD-Boxen wie 2005 verschickt. Zwar können Hörer der in die Jahre gekommenen Kassetten noch 8.068 alte Titel aus Leipzig erhalten, jedoch zeigt der immense Zuwachs an DAISY-Produktionen - 2006 wurden über 2.000 neue Titel von den Bibliothekaren in den Bestand übernommen - dass sich DAISY deutschlandweit nicht nur durchgesetzt hat, sondern aufgrund seiner praktischen Eigenschaften genau das richtige Medium für Jung und Alt ist. Dank "DAISY-Rent", einem Angebot der Firma "KS-Cassetten" zur Miete des DAISY-Spielers "PTN1", und vergleichbarer Teilzahlungsmöglichkeiten für die "Victor"-Geräte durch die Firma "Papenmeier Rehatechnik" existieren jetzt auch attraktive Angebote für jene blinden und sehbehinderten Hörbuchfans, die den Kostenaufwand des Erwerbs eines für ihre Bedürfnisse gestalteten Abspielgerätes noch gescheut haben. "KS-Cassetten" ist übrigens eine Firma, die über viele Jahre zuverlässiger Lieferant von Kompaktkassetten für deutsche Blindenhörbüchereien war und jetzt mit diesem neuen Angebot das weltweit völlig zum Erliegen gekommene Kassettengeschäft zumindest teilweise ersetzen möchte.
Entgegen manchen Unkenrufen erfreut sich die Punktschriftliteratur aus Leipzig ungebrochenen Interesses bei den inzwischen fast 2.300 Lesern der Bibliothek. Auch die steigende Nachfrage nach Musiknoten zeigt, wenn Angebote geschaffen werden, dann werden diese auch genutzt. Alle 15.000 Bände des Bestandes der im Sommer 2004 von der DZB übernommenen Stuttgarter Punktschriftbibliothek sind durch die Unterstützung junger engagierter Helferinnen jetzt ausgepackt und davon bereits über 750 Titel als Ergänzung in den Bestand der DZB überführt, der jetzt fast 12.000 Titel in über 46.000 Bänden umfasst. Die aufwändige zusätzliche Arbeit, die beim Auspacken, Sichten, Sortieren und Katalogisieren der Stuttgarter Bücher anfällt, wurde durch erhebliche finanzielle Unterstützung vom Verein "Freunde Blinder Menschen" aus Berlin und dem Förderverein "Freunde der DZB" ermöglicht, wofür wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.
Die Wissenschaftliche Bibliothek des Blindenwesens hat - ebenfalls mit Unterstützung des DZB Fördervereins - seit Dezember 2006 eine neue Bibliothekssoftware. Die umfangreichen Titelbestände sind jetzt in das neue System zu integrieren und können dann zeitgemäß auch online genutzt werden. Das Vorhaben wird in Kooperation mit Bibliotheksfachleuten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig durchgeführt. Ziel ist es, das Wissen um das Themenfeld Blindheit und Sehbehinderung, das in der WBB und anderen diesbezüglichen Sammelstellen z. B. in Marburg und Berlin wächst, allen Interessierten zugänglich zu machen.
Bücher, die in der Hörbücherei oder in der Punktschriftbibliothek ausgeliehen werden sollen, müssen - das ist die Besonderheit unserer Arbeit - erst einmal produziert werden, bevor sie den Lesehunger der Nutzer stillen können. 2006 übertrug die DZB 190 neue Titel in Punktschrift. 39 neue Titel ergänzten den Bestand der Notenausleihe. Auch die Anzahl der Aufträge zur Übertragung spezieller Notenwerke hat sich um über 30% erhöht. 2006 war ein gutes Jahr für die Wiederbelebung der Braillenotenherstellung in Leipzig. Im Sommer übersandte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales der DZB den Zuwendungsbescheid zur Förderung des Projektes "DaCapo II", welches damit im Anschluss an das Projekt "DaCapo" in Angriff genommen werden konnte. Inhalt des neuen Vorhabens ist der Ausbau der Übertragungsangebote, insbesondere flexible und einfach zu handhabende Dienstleistungen, wie Noten über das Internet automatisiert in die Braillenotenschrift zu übersetzen bzw. Blindennoten in die Darstellung für Sehende zu transferieren.
Im vergangenen Jahr schlossen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reliefherstellung das große Projekt "Europa-Atlas" ab. Gleichzeitig begannen sie mit der Umsetzung des ebenfalls in Kooperation mit dem Klett-Perthes-Verlag herausgegebenen "Welt-Atlas", von dem bereits eine Gesamtansicht aller Kontinente sowie der Kartensatz für Nord- und Südamerika fertiggestellt sind.
Die Fußballweltmeisterschaft war zweifellos der Höhepunkt des Sommers. Eine in der DZB hergestellte Infomappe mit Reliefdarstellungen half den blinden Fans, den Weg zum und ihren Platz im Stadion zu finden. Die DZB übernahm den Auftrag, einen umfangreichen Reliefplan für den Kölner Dom zu erstellen, dieses Projekt wird erst im Sommer 2007 abgeschlossen. Auch andere Produkte aus der Reliefherstellung erzielten im neuen Jahr eine große Aufmerksamkeit. Zur 57. Internationalen Kalenderschau im Januar 2007 in Stuttgart erhielt der Relief-Wandkalender 2006 "Essbare Blüten" der DZB in der Kategorie Verlagskalender den Silberpreis! Ausgewählt wurde der Leipziger Relief-Kalender unter mehr als 1.000 Einsendern aus über 10 Ländern.
In den drei Studios wurden im vergangenen Jahr so viele Hörbücher wie in keinem Jahr zuvor aufgesprochen und inzwischen ausschließlich als DAISY-Titel in die Ausleihe übergeben. Es waren 157 neue Werke. Insgesamt 839 DAISY-Titel (Neuproduktionen und DAISY-fizierte Kassettentitel) stehen damit nicht nur den Nutzern der DZB, sondern auch den Hörern anderer Blindenhörbüchereien zur Verfügung.
Die Zahl der neu in das Verlagsprogramm der DZB übernommenen Titel ist gegenüber 2005 leicht angestiegen, siehe Übersicht:
Insgesamt sind damit jetzt etwa 3500 Titel im Verkaufsbestand. Neben neuen Titeln in Blindenschrift und aus der Reliefherstellung werden seit letztem Jahr dabei auch die Titel aus der Reihe "Ohne Maus" von Doris Hippeli von der DZB vertrieben. Die Buchreihe für Freunde der Tastaturbedienung am Computer gibt es lesenswert in Blindenschrift, als digitales Hörbuch, elektronischen Text und in Großdruck zu den Themen: Windows, Internet, Word und Excel. Das Buch "Word ohne Maus" ist als DAISY Volltext- und -audiobuch verfügbar, der Nutzer des DAISY-Lesers Version 2 kann also gleichzeitig hören und lesen, was in diesem Buch geschrieben steht.
2006 ging der Wunsch vieler DAISY-Fans in Erfüllung: 18 DAISY-Titel wie "Männer kochen, Frauen genießen" können, dank ausdrücklicher Genehmigung der Urheberrechteinhaber, an Blinde und Sehbehinderte gegen eine Schutzgebühr abgegeben werden.
Bis auf eine Zeitschrift werden jetzt alle hörbaren Periodika als DAISY-Ausgabe angeboten. Ergänzt wurde das Angebot durch die Zeitschrift "DAISY-Radio", die die Punktschriftzeitschrift "Braille-Radio" ablöste. In einem Kooperationsvorhaben unterstützte die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) die DZB in den Jahren 2005 und 2006, um die sehr aktuellen und umfangreichen Programmangebote zu TV- und Hörfunksendern herauszugeben. Am 11. Januar 2007 wurde diese erfolgreiche Kooperation auf dem DAISY-Day der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Mitschnitt dieser Veranstaltung - natürlich im DAISY-Format - kann in der DZB abgefordert werden. Eine weitere interessante Kooperation des vergangenen Jahres war die gemeinsame Herausgabe von 10 DAISY-Hörbüchern mit dem Internetanbieter www.vorleser.net, die ebenfalls auf dem DAISY-Day vorgestellt wurde. Sollte es gelingen, in den nächsten Jahren die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Blätter- und Navigationsmöglichkeiten, die im DAISY-Konzept stecken, auch für sehende Freunde des Hörbuches nützlich sind, so ließe sich unserer Medienarbeit damit erheblicher Schwung verleihen.
Das Thema Barrierefreie Gestaltung von Informationsangeboten passt in diesem Zusammenhang gut, um hier die Brücke zu neuen Beratungsdienstleistungen zu schlagen, die die DZB seit vergangenem Jahr anbietet. LOUIS, der Leipziger Online- und Unterstützungsservice, wächst. Was 1999 als Beratungsangebot für blinde und sehbehinderte Computeranwender begann, soll in den nächsten Jahren zum Kompetenzzentrum für barrierefreie Mediengestaltung ausgebaut werden. Konkret wirkte die DZB 2006 mit im Projekt BRISBIB zur Verbesserung der barrierefreien Gestaltung von Internetangeboten sächsischer Hochschul- und Universitätsbibliotheken. Auch der eigene Auftritt im weltweiten Netz der Computer (www.dzb.de) erfüllt schrittweise immer mehr Anforderungen, die an die moderne Gestaltung von zugänglichen Informationsangeboten gestellt werden. Die DZB wird unter dem Namen "BIK-Mitteldeutschland" ihre Beratungsangebote zu diesem Themenfeld schrittweise ausweiten. Dabei kooperiert sie mit dem Projekt Barrierefrei Kommunizieren und Informieren der deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verbände (www.bik-online.info).
Nicht nur im Internet-Bereich schloss sich die DZB enger mit dem Spitzenverband der Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfe (DBSV) zusammen. Als korporatives Mitglied des DBSV und Produzent vieler wichtiger Medienangebote wie der Zeitschrift "Die Gegenwart" können die Interessen der Betroffenen noch besser in die sich weiterentwickelnden Medienversorgungs- und Beratungsdienstleistungsangebote der DZB eingebracht werden.
Der DAISY-Leser in der Version 2, fand hier schon einmal kurz Erwähnung. Das Programm hat jetzt eine eigene Internetseite (www.daisyleser.de). André Schüttel, der Entwickler dieses kostenfrei abgegebenen Programmes, freut sich über häufige Downloads und Testberichte zu dieser Software.
Die praktischen und komfortablen Eigenschaften des DAISY-Konzeptes waren Thema zahlreicher Veranstaltungen und Präsentationen im Jahr 2006, z. B. auf der Buchmesse in Leipzig, der Sight-City in Frankfurt oder im Sommer auf einer Hörbuchtagung in München. Zur Festveranstaltung "50 Jahre Hörbuch in Leipzig" produzierte die DZB mit Unterstützung der Firma "Optimal Media Produktion" eine Audio-CD, die kostenfrei an Interessenten abgegeben wurde. Ein Höhepunkt im letzten Jahr war die Lesung in der DZB am 17.03.2006. Catalin Dorian Florescu stellte im Rahmen von "Leipzig liest" seinen Roman "Der blinde Masseur" vor. Im Mai beteiligte sich die DZB an der Leipziger Museumsnacht. 20 Kolleginnen und Kollegen begrüßten an diesem Abend etwa 150 Gäste, die der Einladung gefolgt waren und sich auf individuellen Touren durch das Haus einen Eindruck über unsere Arbeit verschafften. 2007 laufen längst die Vorbereitungen für die Veranstaltungen auf der Buchmesse und zur Museumsnacht im Mai. Alles in allem, wieder ein reichhaltiges Programm, das von der Öffentlichkeitsarbeit unter Beteiligung aller zu planen ist.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Sergej Venetzkij: "Erzählungen über Metalle"

Anatoli Krüger [Punktschriftbibliothek]
Heute habe ich die "Erzählungen über Metalle" (BNA 6188, 5 Bde., rkh.) von Sergej Venetzkij herausgegriffen. Dieses Buch ist 1970 in der russischen Orginalausgabe (dort im Verlag "Metallurgia") und 1976 in deutscher Übersetzung im "Verlag für Grundstoffindustrie" erschienen. Damit könnte man vermuten, dass es sich um eine staubtrockene, wissenschaftliche Publikation handelt, die höchstens den Fachmann anspricht.
Doch das Gegenteil ist der Fall. Wenn man davon absieht, dass der Autor, wann immer es geht, die Verdienste russischer und sowjetischer Forscher bei der wissenschaftlichen Erschließung der Metalle herausstreicht (das ist eben der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde, und dem Verlagsort geschuldet), so kann ein interessierter Leser dieses Buch durchaus mit Gewinn zur Kenntnis nehmen. Die Welt der Metalle, in die man hier eine Einführung erhält, ist doch wunderbar. Metalle haben derartig unterschiedliche Eigenschaften und Erscheinungsformen, dass man sie mitunter nur als weit entfernte Verwandte bezeichnen kann. Zum Beispiel bleibt das Quecksilber noch bei strengem Frost flüssig, während Wolfram erst bei 3400°C schmilzt, einer Temperatur, bei der die meisten anderen Metalle bereits verdampfen.
Das Buch ist übersichtlich in 24 Kapitel gegliedert, wo in jedem Kapitel jeweils ein Metall im Mittelpunkt steht. Magnesium, Nickel, Aluminium, Vanadium etc. Es werden die verschiedenen technischen Anwendungen betrachtet, die eben aus den unterschiedlichen Eigenschaften der Metalle erwachsen. Aber es werden auch sehr viele Anekdoten, bzw. bemerkenswerte Ereignisse aus der Geschichte, die mit diesen Metallen in Zusammenhang stehen, berichtet.
Beispielsweise hatte man bereits im Mittelalter bemerkt, dass Zinngeschirr bei Frost Beulen bekam, die sich rasch ausbreiteten und zum schließlichen Zerfall des Zinns führten. Man nannte dies die "Zinnpest", es hatte auch große Ähnlichkeit mit einer ansteckenden Krankheit, da man diesen Prozess durch bloße Berührung von betroffenen Gegenständen auf noch verschont gebliebene übertragen konnte. Als der Polarforscher Robert Scott 1912 seinen Rückweg vom Südpol angetreten hatte, fand er in allen Versorgungslagern, die er eingerichtet hatte, sämtliche Benzinkanister leer, ausgelaufen. Das bedeutete für ihn den Tod. Der Grund war einfach, die Benzinkanister waren mit Zinn zugelötet gewesen.
Besonders reichhaltigen Stoff bieten natürlich die Metalle, die sehr eng mit der Kulturgeschichte der Menschen verbunden sind - wie Gold, Silber oder Kupfer. So etwa wurde 1440 der französische Marschall Gilles de Laval, der früher ein treuer Begleiter der Jungfrau von Orleans gewesen war, zusammen mit seinem Alchimisten als Hexenmeister verbrannt. Er hatte 800 Mädchen ermordet um aus ihrem Blut Gold zu machen. Damit wurde er das historische Urbild für die im Märchen und in der Literatur vorkommende Gestalt des "Blaubart". Fünf Jahrhunderte später fand man unter den Ruinen des Schlosses, das er damals bewohnte, eine goldhaltige Quarzader. Von dort also hatte der Alchimist das Gold gewonnen, das er seinem Herren vorwies und ihm dabei weisgemacht, er benötige dazu das Blut der Mädchen.
Viele solcher Episoden, tragische und unterhaltsame, manchmal witzige, dazu interessante Fakten sind in diesem Buch vereinigt.

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Ivo Andric: "Das Fräulein"

Jörg Klemm [Hörbücherei]
Liebe Leser, dieses Mal habe ich den Titel "Das Fräulein" von Ivo Andric gewählt, das ist ein serbokroatischer Schriftsteller. Der vorliegende Schwarzdruck stammt aus dem Jahre 1963 und wurde im Aufbau-Verlag Berlin verlegt.
Ivo Andric wurde am 10. Oktober 1892 in Dolac bei Travnik geboren und starb am 13. März 1975 in Belgrad. Der serbische Romancier und Lyriker studierte in Zagreb, Wien, Kraków und Graz slawische Literaturen. Wegen seiner Zugehörigkeit zur nationalrevolutionären Bewegung Junges Bosnien wurde er inhaftiert. Ab 1921 war er im diplomatischen Dienst des Königreichs Jugoslawien in Rom, Bukarest, Graz, Paris, Madrid, Brüssel, Genf und Berlin. Während der faschistischen Besetzung Jugoslawiens lebte er zurückgezogen im besetzten Belgrad. Nach der Befreiung wirkte Andric als Abgeordneter und ab 1952 lange Jahre als Vorsitzender des jugoslawischen Schriftstellverbandes. 1961 erhielt er den Nobelpreis. Schauplätze seiner Werke sind seine bosnische Heimat, die Trennlinie zwischen Orient und Okzident, in ihrer wechselvollen Geschichte und dem bunten Gewirr von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Religionen und kultureller Traditionen. Die Erinnerung an vergangene Zeiten diente dem streitbaren Humanisten zum Verständnis der Gegenwart. Weltgeltung erlangte er durch "Die Brücke über die Drina" - Hörbuchnummer 1061, 13 Kassetten - eine künstlerische Chronik Bosniens. Ein weiterer Titel im Hörbuchbestand ist "Das Haus in der Einsamkeit" mit der Bestellnummer 6780, 4 Kassetten.
Nun zum eigentlichen Titel: Die Handlung des Romans, der 1945 erschienen ist, setzt gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein und endet im Februar des Jahres 1935 mit dem einsamen Tod des "Fräuleins" Rajka Radakovic, dessen Biografie Andric vor dem Hintergrund der umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen in Bosnien aufzeichnet. Rajka, Tochter eines vermögenden, in ganz Sarajevo hoch angesehenen Kaufmanns, verliert als Fünfzehnjährige den angebeteten Vater, der den - unverschuldeten - Bankrott seines Geschäfts und den infamen Triumph der neureichen Kapitalisten nicht verwinden kann und tödlich erkrankt. Mit 18 für volljährig erklärt und nun im Besitz eines kleinen Vermögens, beginnt Rajka, eigene Geschäfte zu betreiben: Sie verleiht Geld gegen wucherisch hohe Zinsen, wobei sie erstmals die Macht des Goldes über die Menschen erlebt und schaudernd genießt. Sie lebt nur noch für die Verwirklichung ihres Traumes, durch ihre Arbeit den Vater zu rächen und für ihn zu büßen.
Nach der Befreiung Bosniens übersiedelt sie nach Belgrad. Dort wird sie von einem wundersamen Gefühl der Zuneigung zu einem leichtsinnigen jungen Mann erfasst. Als sie erkennt, dass er ein Hochstapler ist und ihr Geld durchgebracht hat, ist das ein Schlag für sie. Sie erholt sich zwar davon, doch ist sie von nun an für immer von den Menschen geschieden. Nach dem Tod ihrer Mutter verbarrikadiert sie sich in ihrem Haus und gibt sich ganz ihrer Leidenschaft hin - die nach "Einsamkeit und Anonymität" verlangt: dem Horten, Verbergen und heimlichen Betrachten ihrer klingenden goldenen Schätze und erregend knisternden Banknotenbündel, bis der Tod sie vorzeitig auslöscht, weil ihr Arzneien und Ärzte stets zu teuer gewesen sind.
Andric beschränkt sich nicht auf die Darstellung des ins Monströse wuchernden Egoismus. Das eigentliche Thema des Erzählers ist auch hier die totale Abhängigkeit des einzelnen Menschen von dem Lauf der Geschichte, den Rajka Radakovic, das ewige "Fräulein", in ihrem Privatkrieg erbittert zu ignorieren sucht. Der Traum von der goldenen Million bleibt unerfüllt wie ihr Leben.
Wer nun diese Geschichte hören möchte: Sprecher ist Christine Nitsche-Geithner, die Bestellnummer: 1094 (6 Kassetten bzw. 1 CD DAISY mit 489 Min.)
Titel von Ivo Andric in Punktschrift:

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ist 2004 dieser Frage nachgegangen. Die ersten 100 Plätze wurden in einer Liste zusammengefasst. Wir nennen Ihnen die Titel dieser Liste und stellen Ihnen jene, die Sie in der DZB ausleihen können, ausführlicher vor.
Auf Platz 3 landete: Ken Follett: "Die Säulen der Erde". Lübbe, 1990. In der DZB als Hörbuch ausleihbar: Sprecher: Elisabeth Opitz (Münster), 32 Kass./1 CD DAISY (2752 Min.) 5591.
Viele weitere Titel von Ken Follett können Sie in unserer Bibliothek ausleihen.

Ken Follett: "Die Säulen der Erde"

Vor dem Hintergrund der Kämpfe der weltlichen Machthaber und des Klerus erzählt Follett die Geschichte eines Klosters und der dazugehörigen Menschen über einen Zeitraum von gut 50 Jahren. Im Mittelpunkt der Handlung stehen "die Säulen der Erde": die Kathedrale von Kingsbridge.
Inhalt: König Heinrich I. hinterlässt nach seinem Tod zwar eine Reihe von Söhnen, der einzige eheliche ist jedoch umgekommen. Heinrichs Tochter Mathilde versucht, ihrem zum König ausgerufenen Cousin Stephan die Thronfolge streitig zu machen, was zu einem Jahre andauernden Krieg führt. Klerus und Adel wechseln je nach eigener Interessenslage von einer Seite zur anderen.
In dieser Zeit, die von blutigen Auseinandersetzungen geprägt ist, verfolgt der arbeitslose und umherziehende Baumeister Tom Builder den Plan, eine Kathedrale zu erbauen, um sich für die Nachwelt unsterblich zu machen. Auf seiner Wanderung gelangt er zum Kloster Kingsbridge und übernachtet dort.
Der junge Kleriker Philip, dessen Eltern von marodierenden Söldnern ermordet wurden, ist dort seit nicht allzu langer Zeit Vorsteher. Auch er träumt vom Bau einer neuen Kathedrale - und zwar als Zeichen des Friedens. Tom und Philip schließen Freundschaft. In der Hoffnung, Philip zu Arbeit zu verhelfen, betätigt sich Toms Stiefsohn Jack als Brandstifter. Und tatsächlich wird daraufhin Tom mit dem Bau einer neuen Kathedrale beauftragt. Doch der für das Kloster zuständige Bischof Waleran Bigod und der gewaltbereite Percy Graf von Shiring lassen nichts unversucht, das Vorhaben zu verhindern.
Tom und Philip werden noch von der Grafentochter Aliena unterstützt, die mit Percy eine persönliche Rechnung zu begleichen hat, weil er ihren Vater verraten hat. Bevor jedoch das größte abendländische Bauwerk errichtet werden kann, wird noch eine Vielzahl von Kämpfen ausgetragen, kommt es zu Morden und Hinrichtungen, Folter und Vergewaltigung.
Wirkung: Mit "Die Säulen der Erde" schrieb Follett wohl seinen berühmtesten historischen Roman. Der Welterfolg verhalf dem für zeitgenössische Thriller bekannten Autor dazu, seinen Ruhm als Verfasser von spannender Literatur auch vor einem historischen Hintergrund zu begründen.
Ken Follett war erst siebenundzwanzig, als er den Thriller "Die Nadel" schrieb, der sowohl zu einem internationalen Bestseller als auch zu einem großen Kinofilm wurde. Zuvor war der Autor nach dem Studium der Philosophie am University College London als Zeitungsreporter und Verlagsmitarbeiter tätig. Er hat seitdem 16 weitere Bestseller geschrieben, darunter den Welterfolg "Die Säulen der Erde", gefolgt von Romanen wie "Die Pfeiler der Macht", "Das zweite Gedächtnis", "Die Leopardin" und "Mitternachtsfalken". Ken Follett lebt mit seiner zweiten Frau Barbara, die seit 1997 als Abgeordnete der Labour Party dem britischen Unterhaus angehört, und ihren Kindern in Soho, London, und Stevenage, Hertfordshire.
[Quelle: www.zdf.de; www.luebbe.de]

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Bücherwürmer sind international

Susanne Siems
Das Jahr 2007 ist das Jahr, in dem Deutschland wieder einmal die Ratspräsidentschaft der EU inne hat und in welchem der G8-Gipfel in Heiligendamm zumindest einige Gemüter auf Hochtouren laufen lässt. Aber nicht nur im europäischen Politikmaßstab hat Deutschland in diesem Jahr wichtige Führungspositionen inne. Bibliothekarische Fachkreise sind stolz darauf, dass Prof. Claudia Lux, Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, für die Jahre 2007 bis 2009 zur IFLA-Präsidentin gewählt wurde. Damit ist sie seit Gründung der IFLA im Jahr 1927 in Edinburgh die dritte Präsidentin aus Deutschland. IFLA, was ist das, fragen sich jetzt bestimmt viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Ich will Sie nicht mit einer Abkürzung mehr im Stich lassen, will Ihnen kurz erklären, was es mit der IFLA auf sich hat und mich bemühen, dabei nicht zu sehr in bibliothekstheoretische Monologe abzugleiten.
IFLA steht für International Federation of Library Associations and Institutions. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als der weltweit organisierte Berufsverband der bibliothekarischen Vereine und Institutionen. Es ist ein, wie man im politischen Kontext heute gern betont, globales Netzwerk der Bibliotheksarbeit, in dessen Organisationsstrukturen Fachleute aus aller Welt die Möglichkeit zu Wissens- und Erfahrungsaustausch haben. Das hört sich für den ein oder anderen sicher theoretisch und unübersichtlich an, die Phrasen scheinen schon vorgegeben. Meines Erachtens gibt es aber gerade bei der IFLA recht gut durchdachte Organisationsstrukturen, die Kontakte unter regionalen und fachspezifischen Gesichtspunkten im kleinen und großen Rahmen möglich machen. Die IFLA repräsentiert weltweit eine halbe Million Bibliotheken und Informationsfachleute in 150 Ländern. Sie gliedert sich in 8 Abteilungen mit insgesamt 45 Sektionen. Die Abteilungen werden sowohl nach Bibliothekstypen als auch nach Fachinhalten unterschieden, so finden sich zum Beispiel in der Abteilung 1 "allgemeine wissenschaftliche Bibliotheken", in Abteilung 7 geht es um Ausbildung und Forschung und Abteilung 8 thematisiert insbesondere das Bibliothekswesen in den Regionen Afrika, Asien, Lateinamerika. Übergreifend gibt es inhaltliche Arbeitsschwerpunkte, sogenannte Core Activities, so zum Beispiel zum weltweit interessanten Thema der Erhaltung und Restaurierung historischer Bestände, dem Urheberrecht oder der bibliographischen Erfassung von Literatur. In der Arbeitsweise der IFLA, die auf Tagungen spürbar und in Veröffentlichungen nachvollziehbar ist, zeigt sich wirklich ein weltweites Miteinander zwischen Bibliotheksriesen wie der Library of Congress in Washington und Bücherzwergen, wie der Nationalbibliothek von Honduras. Jedes Jahr wird der IFLA-Weltkongress veranstaltet, in diesem Jahr treffen sich die Bibliotheksvertreter aus aller Welt zum 73. Mal, im August 2007 in Südafrika.
Hat eine Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte bei der IFLA auch ihren Platz? Diese Frage kann man eindeutig mit "Ja" beantworten. Unter den IFLA-Sektionen findet sich auch die "Sektion der Blindenbibliotheken" und Deutschlands Büchereien für Blinde und Sehbehinderte sind durch den Verein MEDIBUS e. V. darin vertreten. Viele Jahre war Rainer Witte aus Marburg in diesem Gremium aktiv. Auch die Idee zur Bildung des DAISY-Konsortiums wurde in der IFLA-Sektion der Blindenbibliotheken geboren.
Im Januar 2007 fand nun in Berlin die erste IFLA-Konferenz anlässlich der deutschen Präsidentschaft statt. Sie hatte das Motto "Freier Zugang zu Information". Wir, die wir täglich für den freien Zugang zu Literatur für blinde und sehbehinderte Menschen "kämpfen", sind mit dem Thema vertraut. Darum war ich doch auch erstaunt, dass auf dieser Tagung der freie Lese-Zugang für Menschen mit Behinderung eigentlich gar keine Rolle spielte. Die rechtlichen Hintergründe, die Möglichkeiten für freie Verfügbarkeit von Druckwerken und der Umgang mit zunehmend nur noch digital verfügbaren Informationen im Internet nahmen einen großen Teil des Programms ein. Auf die Belange behinderter Menschen in diesem Zusammenhang wies nachdrücklich Elke Dittmer, deutsche Vertreterin der Sektion Blindenbibliotheken, in einem Diskussionsbeitrag hin. Es wird auch für die zukünftige Arbeit der Sektion, für die in diesem Jahr Dr. Thomas Kahlisch kandidiert, wichtig sein, den Bibliotheken und Informationsanbietern weltweit zu verdeutlichen, welche dringenden Anliegen behinderte Menschen in diesem Zusammenhang haben.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Milestone 311 DAISY - sprechendes Notizgerät und DAISY-Spieler

Ulrich Jander
Oft wird an mich in der Beratung die Frage gestellt, mit welchen Geräten für unterwegs, transportabel und leicht, DAISY-Hörbücher abgespielt werden können. Die Antwort lautet: So viele Möglichkeiten gibt es da leider nicht; vier Geräte unterschiedlichster Bauart kommen in Frage:
  1. Victor Reader Wave (Preis: ca. 300 Euro): Der Vorgänger war Victor Reader Vibe. Beide Geräte spielen zwar DAISY-Hörbücher und andere Audio-CD's ab, haben aber bei umfangreichen, stark strukturierten Büchern oft Abspielprobleme; kein kontinuierliches Abspielen, Aussetzer an beliebiger Stelle. Die zur Zeit aktuelle Betriebsversion ist 1.1.1, wobei sich jetzt eine neuere Betriebssoftware ankündigt, Version 1.2.6. Bei Redaktionsschluss liegt mir jedoch nur eine Testversion, also noch nicht das endgültige Produkt vor. Nach kurzen Tests können noch keine konkreten Veränderungen oder Verbesserungen benannt werden; dies gilt zur Zeit und vorerst auch für das kontinuierliche Abspielen. Sobald eine neue Vollversion der Betriebssoftware des Wave herausgekommen ist, werde ich dies in den "DZB-Nachrichten" bekannt geben;
  2. Pronto, ein kleiner Computer, wird als PDA bezeichnet (Preis: ca. 3.800 Euro): Die DAISY-Abspielmöglichkeit ist am Rande nur eine der vielen Anwendungsmöglichkeiten dieses Gerätes;
  3. Pack Mate (ähnlicher Preis, wie bei Pronto): ist ebenfalls ein PDA, besitzt, wie Pronto, neben der DAISY-Abspielfunktion vielfältige Funktionseigenschaften, wie bei Pronto; die Bauform und das Innenleben des Gerätes sehen etwas anders aus;
  4. Milestone 311 DAISY (Preis: zwischen ca. 320 und 350 Euro): ein sprechendes Notizgerät mit mp3- und DAISY-Abspielfunktionen, ein leichtes (49 g), in EC-Kartengröße daherkommendes Produkt (Abmessung: 85 x 54 x 14 mm).
Mit letzterem Gerät, dem Milestone 311 DAISY, möchte ich mich heute näher befassen. Es liegt mit diesen Funktionseigenschaften seit September 2006 vor. Das Gerät hat zwei Vorgängermodelle, der Milestone 310 (ohne Speichrkarteneinschub) und der Milestone 311, der die Bezeichnung "DAISY" nicht trägt und daher diese Wiedergabefunktion nicht aufweist.
Der Milestone 311 DAISY besitzt vier Funktionsarten, Notizgerät intern (Aufnahmen auf eingebautem Speicher), Notizgerät Speicherkarte, mp3-Spieler und DAISY-Wiedergabe. An der schmalen Rückseite, links, befindet sich eine kleine, runde, fühlbare Taste, die zwischen diesen vier Funktionsarten umschaltet. Eine sehr gut verständliche, weibliche Stimme macht die Funktionsansagen zu den wichtigsten Merkmalen. Auf der Oberseite des Gerätes liegen weitere fünf Bedientasten, die in der Größe und Fühlbarkeit unterschiedlich sind. Sie sind kreuzförmig angeordnet, wobei die fünfte Taste in der Mitte des Kreuzes als größte Taste (Wiedergabe/Stopp) liegt. Auf der Oberfläche befinden sich auch der kleine Lautsprecher und das eingebaute Mikrofon. Die Vorderseite weist rechts den Anschluss für den Kopfhörer bzw. Aktivlautsprecher auf; dieser Anschluss kann auch als Eingang für externe Geräte verwendet werden. An der rechten Geräteseite des Milestone findet man im hinteren Bereich den Speicherkartenschlitz. Dieser nimmt SD/MMC-Karten bis zu zwei GB Speicherkapazität auf. Eine solche Speicherkarte ist seitens der Anbieter nicht im Lieferumfang und Preis enthalten, kann jedoch mit bestellt werden. Die Speicherkarte ist für die Funktionsarten Notizgerät Speicherkarte, mp3-Spieler und DAISY-Wiedergabe unerlässlich, denn die Daten bzw. Informationen bezieht der Milestone von der Karte.
Alle Funktionen und Eigenschaften des Milestone 311 DAISY kann ich an dieser Stelle nicht behandeln. Es gibt eine umfassende Bedienungsanleitung im internen Speicher des Milestone als Worddokument, welches unter Verwendung des mitgelieferten USB-Kabels am PC im Textverarbeitungsprogramm Word gelesen werden kann. Die Anbieterfirmen dürften außerdem eine Anleitung auf CD im Lieferumfang beifügen. Im Internet findet man eine akustische Anleitung unter www.iscb.de/audio.
Eingehen möchte ich aber noch auf die DAISY-Funktionen. Die fünf Bedientasten als Kreuz sind dafür sehr gut geeignet. Mit den Tasten "nach hinten" (Aufnahmetaste) bzw. "nach vorn" (Modustaste) wechselt man zwischen den verschiedenen DAISY-Funktionen, die angesagt werden. Mit "nach links" bewirkt man den Rücksprung, mit "nach rechts" den Vorwärtssprung. Es kann zwischen den eventuell im DAISY-Hörbuch vorhandenen Strukturen bzw. Ebenen ausgewählt werden. Sprünge nach Zeiteinheiten oder der Phrasensprung (von Satz zu Satz springen), das Setzen, Auffinden und Löschen von Lesezeichen sind möglich. Auch zwischen mehreren DAISY-Büchern kann ausgewählt werden. Und bezüglich der DAISY-Bücher sind wir an einem wichtigen Punkt: Das DAISY-Hörbuch oder die Bücher müssen sich auf der Speicherkarte befinden. Dies muss der Nutzer selbst bewerkstelligen, indem er, solange wie er das Buch benötigt, dieses auf die Speicherkarte mit Hilfe der Kopierfunktion des PC oder des Recorders "PTR2" mit Adapter für die Speicherkarte kopiert. Nach der Nutzung des Hörbuches ist der Buchtitel von der Karte wieder zu löschen. Beachten muss man beim Kopieren, dass jedes DAISY-Buch vollständig in ein eigenes Verzeichnis oder Ordner im Hauptverzeichnis bzw. Wurzel der Speicherkarte eingefügt wird. Handelt es sich nur um ein DAISY-Buch, so kann man dieses auch direkt in das Hauptverzeichnis der Karte kopieren. Der Milestone verfügt natürlich über eine Merkfunktion (Resume) beim jeweiligen DAISY-Buch. Dagegen fehlt im Milestone das Verändern der Abspielgeschwindigkeit, welches bei den DAISY-CD-Abspielgeräten vorhanden ist. Es könnte durchaus sein, dass mit einer künftigen Aktualisierung der Betriebssoftware des Milestone 311 DAISY auch diese Eigenschaft hinzukommt.
Dieses kleine Gerät kann bezogen werden beim Landeshilfsmittelzentrum (LHZ) in Dresden (Tel.: 0351-8090624, E-Mail: lhz@bsv-sachsen.de, Internet: www.bsv-sachsen.de/lhz) oder beim VzFB in Hannover (Tel.: 0511 95465-0, E-Mail: v.vzfb@vzfb.de, Internet: www.vzfb.de) oder beim MetaGIS Blindenhörbuchladen in Mannheim (Tel.: 0621 72739120, E-Mail: info@metagis.de, Internet: www.blindenhoerbuchladen.de).

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Radiobeiträge hören - wo und wann man will mit dem PC-Programm Juice oder am Telefon

Ulrich Jander
Wer hat es nicht schon einmal erfahren müssen? Die Radiosendung verpasst oder zum Einschalten und Hören kein Radio zur Hand gehabt; das Aufnahmegerät ist vielleicht auch nicht bereit gewesen. Hier hilft der Computer und das Programm Juice sowie die Hörmöglichkeit als Podcast. Auf die Alternative Telefon gehe ich am Schluss dieses Beitrages ein.
Zuerst: Was bedeutet "Podcast"? Dieser Begriff ist vor wenigen Jahren künstlich zusammengesetzt entstanden; er besteht aus Cast, stammt von Broadcast = senden und pod, bezieht sich auf Ipod, den sehr verbreiteten, sehr kleinen mp3-Spieler der Firma Apple. Podcasts sind Audiobeiträge, in aller Regel als mp3-Datei, z. B. Radiosendungen, die als Podcast-Episoden bezeichnet werden. Diese Podcasts findet man im Internet, inzwischen recht häufig als Angebot auf Internetseiten von Medieneinrichtungen, wie z. B. Radiostationen oder blindenspezifische Hörepisoden auf www.blindzeln.de bzw. www.ohrfunk.de. Die DZB beabsichtigt ebenfalls, einen Podcast auf ihren Internetseiten einzurichten. Er soll zuerst in größeren Zeitabständen ohne festgesetzte Termine angeboten werden. Die Bereitstellung des ersten Podcasts erfolgt zur diesjährigen Leipziger Buchmesse in der zweiten Hälfte des Monats März.
Was ist nun nötig für den Empfang von Podcasts? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Man benötigt einen Windowsrechner mit Betriebssystem Windows 2000 oder XP, der soft- und hardwareseitig Internetzugang besitzt. Außerdem ist das Programm Juice Version 2.2, auch als Podcatcher bezeichnet, erforderlich, welches aus dem Internet heruntergeladen werden kann unter:
http://prdownloads.sourceforge.net/juicereceiver/Juice22Setup.exe?download (6,44 MB.)
Das Programm ist relativ einfach zu installieren, windowsüblich, und dann auch zu bedienen. Die Schritte für die Installation und Inbetriebnahme von Juice habe ich von der Podcast-Seite von www.blindzeln.de entnommen und etwas für diesen Beitrag angepasst:
(Hinweis: Die Anweisungen in den eckigen Klammern sind die Tastenkombinationen.)
  1. Informieren Sie sich bitte auf den verschiedenen Seiten im Internet, welcher Podcast Sie interessiert. Wir nutzen hier den Radio BLINdzeln - Das Magazin Podcast als praktisches Beispiel.
  2. Laden Sie sich einen Podcatcher, auch Podcast-Client genannt, herunter. Wir empfehlen z. B. Juice.
  3. Installieren Sie bitte den Podcatcher auf Ihren PC. Dazu brauchen Sie nur die heruntergeladene Datei zu starten und den Anweisungen auf dem Bildschirm zu folgen.
  4. Nach erfolgreicher Installation starten Sie bitte Juice. Sie sollten dazu eine Verknüpfung auf Ihrem Desktop haben.
  5. Manche mögen es ja lieber Deutsch, daher stellen wir das Interface erst einmal auf Deutsch um. Dazu gehen Sie bitte im Menü auf "Tools", hier auf "Select Language ...", um hier "Deutsch" zu wählen [Alt+t, s, s, Enter, d, d, Enter]. Der folgende Dialog wird über "OK" [Enter] bestätigt und das Programm automatisch beendet.
  6. Das Programm muss nun erneut über die Verknüpfung auf dem Desktop gestartet werden.
  7. Um nun einen Podcast der Wahl zu abonnieren, geht man im Programmenü auf "Werkzeuge" und dort auf "Hinzufügen Feed ..." [Strg+n]. In dem erscheinenden Dialogfeld gibt man in das Eingabefeld die URL zu dem RSS Feed ein, in unserem Fall: http://radio.podcast.blindzeln.de. Den Dialog bitte noch über "Speichern" [Enter] verlassen.
  8. Nun befindet man sich wieder im Hauptmenü von Juice. In der Liste befinden sich nun verschiedene abonnierte Podcasts, zwischen denen man sich mit den Cursortasten bewegen kann.
  9. Möchte man einen abonnierten Podcast genauer betrachten und die einzelnen Episoden zum Download markieren, so wechselt man auf die andere Seite des Fensters [Tab] und ändert hier den Status der Episoden [Leertaste]. Um die Änderungen wirksam zu machen geht man im Menü auf "Werkzeuge" und hier auf "Alle Feeds überprüfen" [F5].
  10. Wurde die gewünschte Episode heruntergeladen, so kann man sie einfach mit den Cursortasten auswählen und anhören [Leertaste].
Ein RSS Feed ist die Internetadresse für das Abonnement des jeweiligen Podcasts. Man gibt dies für das konkrete Angebot nur einmal in Juice ein. Immer wenn man neue Podcasts abholen möchte, wählt man nach dem Start von Juice das interessierende Abonnement aus, wechselt mit "TAB" in das andere Fenster und betätigt "F5". Die neuen Podcasts werden daraufhin heruntergeladen und stehen dann in der Liste zum Anhören, mit Leertaste, und ggf. zum Abspeichern bereit. Juice beinhaltet jedoch keine Wiedergabemöglichkeit, das bedeutet, dass ein Abspielprogramm für mp3, z. B. Windows Media Player oder Winamp, auf Ihrem Rechner vorhanden sein muss. Über diese Software kann dann auch das Speichern der jeweiligen Episoden auf einen mp3-Spieler erfolgen, so dass ein orts- und zeitunabhängiges Hören möglich ist.
Das Programm Juice ist Freeware und kann auch bei Bedarf bei mir in der DZB bezogen werden. Zum Kennenlernen eines Podcasts ist in der akustischen Ausgabe der DZB-Nachrichten im DAISY-Format der neueste Beitrag von Radio Blindzeln zu hören, der sich mit Audiodescription in einem Kino in Leipzig und dem dortigen Angebot diesbezüglich beschäftigt. Die Kassettenausgabe wird dieses Beispiel aus Platzgründen leider nicht enthalten können.
Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass Podcasts als Phonecasts auch am Telefon abgehört werden können. Dafür gibt es ein breit gefächertes Angebot in Würzburg über übliche Festnetzrufnummern. Das sind insbesondere zwei Rufnummern, die am Schluss über die Auswahl der letzten drei oder vier Zahlen verschiedene Phonecasts und auch Radioprogramme anbieten. Man erreicht z. B. unter:
Eine umfassende Übersicht zum Phonecast-Angebot finden Sie im Internet auf www.phonecaster.de, oder man probiert es an der Telefontastatur einfach aus. Handelt es sich bei der jeweiligen Rufnummer um Radioprogramme, dann ist keine Bedienung per Telefontastatur möglich; bei Podcasts als Phonecasts kann man mit vier bzw. sechs zurück- und vorspringen, mit neun gelangt man zum nächsten Podcast, mit eins kann man Kommentare abrufen.
Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Ausprobieren und Hören von Podcasts, wo immer und wann es auch sein möge.

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Info-Service

Die DZB auf der Leipziger Buchmesse

Es wird Frühling und damit Zeit für einen der wichtigsten Treffpunkte rund um das Thema Lesen: Es ist wieder Leipziger Buchmesse!
Vom 22.-25. März 2007 präsentiert die DZB in Leipzig ein vielfältiges Medienangebot für blinde und sehbehinderte Menschen. Neue Punktschriftveröffentlichungen werden neben den Angeboten im DAISY-Format und den Neuheiten im Reliefbereich vorgestellt. Wir zeigen, wie wichtig "Lesen für alle" ist und welchen Mehrwert Lesen auch und gerade für blinde und sehbehinderte Menschen darstellt.
Sie finden uns auf der Messe in der Halle 3, Stand B 305. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Im Rahmen einer Lesung ermittelt der blinde Detektiv Peter Lundt - vielen bekannt aus der gleichnamigen Hörspielserie - am Freitag, dem 23. März 2007, ab 19.30 Uhr in den Räumen der DZB!

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Relief-Wandkalender der DZB prämiert

Christiane Felsmann
Zur 57. Internationalen Kalenderschau 2007 in Stuttgart erhielt der Relief-Wandkalender "Essbare Blüten" der DZB in der Kategorie Verlagskalender den Silberpreis! Ausgewählt wurde der Leipziger Kalender unter mehr als 1.000 Einsendern aus über 10 Ländern.
Die Internationale Kalenderschau in Stuttgart wird vom Wirtschafts-ministerium Baden-Württemberg, dem Graphischen Klub Stuttgart e.V., der Kodak GmbH und dem Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg e.V. organisiert. In ihrer langjährigen Tradition gibt die Veranstaltung mit der europaweit ältesten und größten Ausstellung dieser Art einen Einblick in die aktuelle Kalenderkultur. Die Internationalität unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbes wie auch der Veranstaltung.
Am Donnerstag, den 18.01.2007, waren Vertreter unseres Hauses in Stuttgart zur Verleihung und Prämierung im Haus der Wirtschaft. Dort durften wir die Urkunde für den begehrten Silberpreis vom Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg entgegen nehmen.
Die Bühne war so groß, dass alle am Kalender Beteiligten zur Verleihung und für ein anschließendes Gruppen-Foto hätten darauf Platz finden können. Mitarbeiter der Relieftechnik und Frau Katja Hoffmann, Referentin für die Öffentlichkeitsarbeit der DZB, nahmen den Preis stellvertretend für das gesamte Produktionsteam des Relief-Wandkalenders stolz entgegen.
Der mit rund 600 Gästen gut gefüllte Saal war zudem für uns wie auch den im Mittelpunkt stehenden Kalender eine neue Umgebung. Groß ist die Freude, in einem neuen Umfeld Anerkennung für die eigene Arbeit zu erhalten.
Ebenso spannend wird es, wenn wir den Kalender auch auf den 5 Folgeausstellungen in Deutschland [Karlsruhe], Österreich [Wien], Südafrika [Durban und Kapstadt] und in Namibia [Windhoek] ausstellen. Noch bis zum 11.Februar 2007 kann die Ausstellung im Haus der Wirtschaft [Willi-Bleicher-Str. 19, 70174 Stuttgart] bewundert werden.
Wenn die Prämierung des Leipziger Kalenders Ihr Interesse entfacht hat, so können wir an dieser Stelle gern darauf verweisen, dass Sie noch einige wenige Exemplare des Relief-Wandkalenders "Essbare Blüten" über den Verlag der DZB beziehen können. Wenden Sie sich für Ihre persönliche Bestellung an Frau Portleroy, telefonisch unter der Rufnummer 0341 7113-119 oder per Mail an verlag@dzb.de.

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Termine

Am 8. September 2007 ist Tag der offenen Tür in der DZB.
Am 18. Mai und vom 27. Dezember 2007 bis zum 1. Januar 2008 bleibt die DZB geschlossen.

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Welt-Atlas für Blinde

Wie Sie der beiliegenden "Leipziger Bücherliste" entnehmen können, sind nunmehr die ersten Teile des von der DZB herausgegebenen "Welt-Atlas für Blinde und Sehbehinderte" lieferbar. Grund genug, um Ihnen dieses anspruchsvolle und aufwändige Projekt näher vorzustellen.
Ausgehend von den Anforderungen für Blinde, Sehbehinderte und Sehende werden drei Ausgabevarianten hergestellt, die sich bereits beim Europa-Atlas bewährt haben: Eine Relief-Ausgabe für Blinde, eine Großdruck-Ausgabe für Sehbehinderte und Sehende sowie eine Kombination beider Kartentypen im deckungsgleichen Verbund als transparentes Relief mit unterlegtem Großdruck. Damit wird ein sehr breiter Nutzerkreis angesprochen und eine variable Verwendbarkeit garantiert.
Um die umfangreichen Entwicklungsarbeiten realisieren zu können, arbeitet die DZB mit dem Klett-Perthes Verlag Gotha zusammen. Dieser Verlag besitzt einerseits die kartografischen Quelldaten und ist andererseits aufgrund seiner Erfahrung mit dem Europa-Atlas in der Lage, die notwendigen Generalisierungen und Anpassungen in Absprache mit der Relieftechnik der DZB durchzuführen.
Die generalisierten kartografischen Daten bilden die Basis für die Relief- und Großdruckherstellung. Nach dem Matrizenbau werden in der DZB im Vakuum-Tiefzieh-verfahren die Reliefkarten produziert. Für die Herstellung der hochwertigen Großdrucke auf halbsynthetischem Papier ist die DZB auf Zusammenarbeit mit einer Offsetdruckerei angewiesen. Mit dem Schneiden und Binden (Ringbindung) erfolgt in der DZB die Fertigstellung der Ausgaben.
Das Projekt ist mehrsprachig angelegt. Zunächst ist eine deutsch- und eine englischsprachige Ausgabe geplant, Spracherweiterungen sind möglich. Um die besonders aufwändige Reliefherstellung zu optimieren, werden die Matrizen sprachunabhängig durch Nutzung von internationalen Kürzeln gefertigt und lediglich ein austauschbarer Titelbereich mit der jeweiligen Sprache versehen. Die Registerseiten enthalten dann alle Erläuterungen in der Sprache der Ausgabe. Der weniger aufwändige Großdruck der Karten enthält alle Textangaben in der konkreten Sprache der Ausgabe.
Der Welt-Atlas wird sich in 12 Teile gliedern: eine Übersicht Erde, ein Statistik-Teil und 10 Kontinent-Darstellungen (Nordamerika, Südamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien, Arktis, Antarktis, Atlantischer und Indischer Ozean, Pazifischer Ozean).
Jeder Kontinent enthält eine Übersichtskarte, gefolgt von einer physischen Karte und mehreren Detailkarten. Die Ausschnitte der Kontinente sind so gelegt, dass jeder Staat einmal vollständig abgebildet wird. Die topologischen Bezeichnungen in den Karten werden mit internationalen Kürzeln realisiert, die in den zugehörigen Registerseiten erklärt sind. Alle Karten sind zur genauen Identifikation durchnummeriert.
Der Gesamtumfang des Weltatlas wird ca .50 Karten und 100 Registerseiten betragen. Die Erweiterbarkeit des Atlas auf die Darstellung einzelner Länder innerhalb eines Kontinents ist berücksichtigt.

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Die KO Leipzig zieht in neue Räume

Ab 01.04.2007 finden Sie die KO Leipzig des BSVS e. V. im
Haus der Demokratie
BSVS e.V. KO Leipzig
Zimmer 314
B.-Göhring-Str. 152
04277 Leipzig
Telefonnummer ist noch nicht bekannt. Bei Fragen rufen Sie bei Frau Kohl an:
Tel.: 0341 4817760
Handy: 0160 93745034
E-Mail: chris-nelke@web.de

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"Ohr liest mit" on Tour 2007

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels richtet im Rahmen des bundesweiten Leseförderungswettbewerbs "Ohr liest mit" Hörspiel-Workshops für Kinder aus. Die Teilnehmer produzieren ihr eigenes Hörspiel oder Hörstück, mit dem sie sich dann an dem Wettbewerb beteiligen. Mit "Ohr liest mit" fördert der Börsenverein zusammen mit der Aktion Mensch über das Aufklärungsprojekt "dieGesellschafter.de" die Lese- und Hörkompetenz von Kindern und Jugendlichen und schult den kreativen Umgang mit Literatur. Unterstützt wird "Ohr liest mit" zudem von der Verlagsgruppe Lübbe und der Ursula Lübbe Stiftung.

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TV-Spot "Blinde Piloten" gewinnt Global Award

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
Mit dem TV-Spot "Blinde Piloten" gewann die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs bei den Global Awards, dem weltweit bedeutendsten Kreativ-Wettbewerb im Bereich Healthcare Communications den Grand Global Award.
Der bereits mehrfach prämierte Spot wurde von AHA puttner red cell für die Hilfsgemeinschaft im Rahmen einer ungewöhnlichen Werbekampagne kreiert.
Irene Vogel, Geschäftsführerin der Hilfsgemeinschaft, erläutert die Intention hinter der Kampagne "Wir sehen die Welt ein wenig anders", in deren Rahmen der Spot produziert wurde: "Viele Menschen glauben ja, dass blind oder sehbeeinträchtigt zu sein bedeutet, dass man keinen Spaß mehr am Leben haben kann. Doch genau das will die Hilfsgemeinschaft aufzeigen: Sehbehinderte und blinde Menschen können und sollen ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen."
Der provokante Spot beginnt damit, dass zwei blinde Piloten mit Blindenführhund und weißem Stock das Cockpit eines Passagierflugzeuges betreten, was die Fluggäste in Angst und Schrecken versetzt. Als sich das Flugzeug dem Ende der Startbahn und damit dem Abgrund zum Meer gefährlich nähert, schreien die Passagiere entsetzt auf. In diesem Moment ziehen die Piloten den Flieger hoch. Der Flugkapitän bemerkt trocken zu seinem Co-Piloten: "Eines Tages werden die Leute zu spät schreien und dann werden wir alle sterben." Dann lacht er.
Die mutige Entscheidung für diesen ungewöhnlichen Zugang zum Thema Blindheit hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen.
Die Hilfsgemeinschaft will mit ihrer provokanten Linie vor allem jüngere Menschen ansprechen. "Sie sind die Entscheidungsträger der Zukunft, die bei der Ausübung ihres Berufes bewusst auf die Bedürfnisse behinderter Personen Rücksicht nehmen werden: als Stadtplaner, Architekten, Ingenieure, als Entscheidungsträger in öffentlichen und privaten Institutionen, im Handel oder im Tourismus, als Mediziner und Therapeuten", zeigt sich Wagner überzeugt.
Den TV-Spot "Blinde Piloten" finden Sie unter http://www.wirsehenanders.at

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Haus Storchennest lädt ein 2007

Auskünfte:
Telefon: 03528 4397-0
Fax: 03528 4397-21
E-Mail: info@taubblindendienst.de

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Seminarausschreibungen BOB, Weil am Rhein

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Autofahren für Blinde

In einer Gemeinschaftsaktion mit den Fahrlehrerverbänden Berlin und Brandenburg bietet der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) am Sonntag, dem 22. April 2007, ein "Autofahren für Blinde und Sehbehinderte" an. Ort der Veranstaltung ist das Driving-Center von Michelin in Groß Dölln, einem Ortsteil von Templin.
Auskünfte: Dr. Detlef Friedebold, Tel.: 030 - 3655355; E-Mail: freizeit@absv.de
Das zum sechsten Mal von der KO Muldental organisierte "Autofahren für Blinde" findet in diesem Jahr am 13. September ab 10.00 Uhr auf der Neuen Leipziger Messe statt.
Auskünfte: KO Muldental: Markt 1, 04683 Naunhof, Tel.: 034293 42149

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: verlag@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen:
Sylvia Thormann
Telefon: 0341 7113-120
Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto-Nr.: 1 100 830 010
DZB 2007

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