DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 4 – 2007
Juli / August
17. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Lesen für Lesebehinderte - Chancen und Herausforderungen der Blindenbüchereien in Deutschland

Wie war das damals?

Vor 50 Jahren - Gründung des Allgemeinen Deutschen Blindenverbandes (2)

Die Kramkiste

Miep Gies: "Meine Zeit mit Anne Frank"

Ach! reines Glück genießt doch nie, wer zahlen soll und weiß nicht wie!

Bookflash

Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Platz 5: Antoine de Saint Exupéry: "Der kleine Prinz"

LOUIS

Handelsübliche MP3-Player als Speicherstick für blinde Nutzer geeignet?

Info-Service

"Der Kölner Dom. Ein Reliefbuch für blinde und sehbehinderte Menschen"

Buchpatenschaften

"Erinnerungen an eine Höhere Israelitische Schule"

DBSV-Verwaltungsrat unterstützt Umstellung auf DAISY

Leipziger Hörspielsommer feiert fünfjähriges Jubiläum

WebOpac

Seminarausschreibungen BOB

Impressum

Vorbemerkung

Nutzer der DAISY-CD können in dieser Ausgabe von den Vorteilen des neuen Mediums erweiterten Gebrauch machen: Sie finden zusätzlich auf Ihrer CD das komplette Programm des Leipziger Hörspielsommers. Leider waren die Daten nicht zeitiger verfügbar, wir hoffen, der eine oder andere Interessent kann damit noch etwas anfangen.
Kommen Sie gut durch den Sommer und schöne Ferien!
Ihr Karsten Sachse.

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Gnade vor Recht

»(…) Im Vorspann zu der Rubrik ‚Postecke' schreiben Sie: ‚Die Veröffentlichungen sind nicht identisch mit der Redaktionsmeinung!'
Wenn ich das interpretieren darf, so bedeutet das, wenn ich schreibe, dass das Wetter schön ist, dass Sie dann anderer Meinung sind!
Ihren gnadenlosen Satz bitte ich doch gnädiglich zu überdenken. (…)«
[Herr Dietmar Wenner per E-Mail]
Bemerkung der Redaktion
Zur Vermeidung von Missverständnissen sind wir Ihrem Vorschlag gefolgt und hegen die Annahme, dass die neue Wortwahl nunmehr auf gnädigliche Wertschätzung Ihrerseits hoffen darf - gleichwohl ihr doch im Nachsatz die drohende Wortabschneidung zu folgen scheint …

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Eine Bitte an die Leserinnen und Leser der Punktschriftbibliothek

»(…) Sollten Sie an einem Band einen Abnutzungsschaden entdecken, auch wenn er bei ihnen entstanden ist, melden Sie diesen doch bitte der DZB auf einem beiliegenden Zettel. Am besten befestigen Sie diesen Zettel mit einer Büroklammer am Buchdeckel oder falten ihn dort, damit er bemerkt wird. (…)«
[Herr Günther Schmohl aus Gernsbach]

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"Ich schenk dir eine Geschichte"

»(…) Liebe Bücherei, wir waren gestern in der Buchhandlung. Dort haben die anderen der Klasse sich das Schwarzdruckbuch ‚Ich schenk dir eine Geschichte' abgeholt. Das Punktschriftbuch war aber schon längst da. Also hatte ich es mitgebracht. Um zu zeigen, dass wir Blinde dieses Buch schon hatten. Wir haben uns alle sehr gefreut.
Es danken Ihnen: Lisa, Jan, Martin Mari, Silke, Midistia, Tom und Franziska. (…)«
[Schülerinnen und Schüler vom Landesbildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte "Hermann von Helmholtz", Halle/Saale]

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Einblicke

Lesen für Lesebehinderte - Chancen und Herausforderungen der Blindenbüchereien in Deutschland

Dr. Thomas Kahlisch
(Fortsetzung und Schluss des Vortrages auf dem 3. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek in Leipzig, 19.-22. März 2007)
Neue DAISY-Angebote - mehr als sprechende Bücher
Das DAISY-Buch der Zukunft bietet dem Anwender mehr als das gesprochene Wort des übertragenen Werkes. Neben der Aufsprache speichert es auch den vollständigen elektronischen Text und, wenn das gewünscht wird, auch das zum Buch gehörende Bildmaterial. Bilder, Text und Ton lassen sich synchron am Bildschirm anzeigen und die Übersetzung der Textbestandteile in die Brailleschrift oder die Anzeige an einem Großbildschirm ist ebenfalls einfach zu bewerkstelligen. Der blinde Leser kann auf der Braillezeile nachlesen, wie ein gerade gesprochenes Wort geschrieben wird. Menschen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche sehen synchron am Bildschirm die Information, die vorgetragen wird und der Mensch, der schwere motorische Behinderungen hat, kann mit einem einfachen Tastendruck oder kurzem Sprachkommando zur nächsten Seite blättern.
DAISY bietet aber noch andere Anwendungsfelder. Aus elektronischen Quellen wie einem Katalog, Benutzerhandbüchern, elektronischen Beipackzetteln für Medikamente oder aus Programmdaten von Hörfunk oder TV-Anbietern lassen sich mittels einer synthetischen Stimme kostengünstig und komfortabel DAISY-Hörbücher erstellen, in denen der Anwender in gewohnter Weise blättern und suchen kann. Die Aktualisierung solcher Informationsangebote ist schnell und flexibel möglich. Derzeit bietet die DZB beispielsweise auf diese Art und Weise DAISY-Hörzeitschriften zu 32 Fernseh- und 30 Rundfunkprogrammen an. Dies sind wöchentlich über 80 Stunden navigierbare gesprochene Information, die niemals in Brailleschrift oder als traditionelle Lesung von einem Sprecher so umfangreich und aktuell aufbereitet werden kann. Mit wachsender Sprachqualität der verwendeten Synthesesysteme lassen sich diese Angebote zukünftig noch attraktiver ausgestalten.
Dank der Unterstützung des Gesetzgebers gehen die Blindenbüchereien der USA gemeinsam mit der amerikanischen Verlegervereinigung neue Wege. Um sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler mit Lesebehinderungen einen adäquaten Zugang zu Schulbüchern erhalten, stellen amerikanische Schulbuchverlage ihre Satzdaten in einem auf DAISY basierenden XML-Format zur Verfügung und ermöglichen damit den Blindenbüchereien, die Daten zeitnah und kostengünstig in geeignete Formate wie elektronischen Text, Brailleschrift oder Großdruck zu übertragen. Ein Vorschlag, wie auch im ebenfalls föderalen Bildungsland Deutschland die Schulbuchversorgung lesebehinderter Schülerinnen und Schüler entscheidend verbessert werden kann, findet sich im Projekt "Zeune", das 2006 - im 200. Jahr der Blindenbildung - vorgestellt wurde [5].
Barrierefreie Gestaltung von Dokumenten und Internetseiten
Neben der Aufbereitung und Verbreitung von auf DAISY basierender Literatur und Nachschlageangeboten bilden internetbasierte Informationssysteme den wichtigsten Pfeiler moderner Informationsversorgung lesebehinderter Menschen. Seit 2006 engagiert sich die DZB verstärkt auf dem Gebiet der barrierefreien Gestaltung von Internetseiten und elektronischen Dokumenten. BIK-Mitteldeutschland nennt sich das Angebot aus Leipzig, das in Kooperation mit dem Projekt "Barrierefrei Kommunizieren und Informieren" (www.bik-online.info) BITV-Tests von Web-Auftritten, Informationsveranstaltungen und Sensibilisierungsworkshops zum Thema anbietet. Eine der ersten Aufgaben des Teams war es, das Projekt BRISBIS (Barrierefreie Internetseitengestaltung Sächsischer Bibliotheken) der SLUB (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) zu unterstützen [6]. Ergebnis dieser Kooperation ist u. a. der "Leitfaden zur barrierefreien Gestaltung von Webangeboten von Bibliotheken", der von der DZB-Homepage heruntergeladen werden kann.
Zusammen mit Behindertenselbsthilfeverbänden im Freistaat Sachsen arbeitet die DZB derzeit am Abschluss einer Zielvereinbarung zur Gründung des Kompetenzzentrums "LOUIS" (Leipziger Online Unterstützungs- und Informations-Service) zur barrierefreien Mediengestaltung, in die die Interessen und Nutzeranforderungen unterschiedlicher Behinderungsgruppen (blinder, sehbehinderter, gehörloser, ertaubter oder stark in ihrer Mobilität eingeschränkter Personen) Eingang finden. Barrierefreiheit im Internet bedeutet nicht nur, die Bilder für den blinden Anwender zu beschreiben oder Gebärdensprachevideos für gehörlose Menschen auf der Web-Seite anzubieten. Gut strukturierte und auf verschiedenen Browsern fehlerfrei laufende Web-Angebote sparen dem Anbieter mittelfristig Wartungskosten und nützen weit mehr als nur den behinderten Anwendern, wenn auf die strikte Trennung von Inhalt und Struktur bei der Seitengestaltung gesetzt wird [7].
Kompetenznetzwerk zur Gestaltung barrierefreier Informationsangebote
Abschließend werden hier die Aufgabenfelder zusammengefasst, die den Ausbau der DZB von einer traditionellen Blindenbücherei zu einem Kompetenzzentrum zur barrierefreien Mediengestaltung verdeutlichen:
Die Aufgabenfelder sind vielfältig, die Anforderungen an die zu erbringenden Dienstleistungen hoch. Um den Nutzern zeitgemäße und ihren Bedürfnissen entsprechende Informationsangebote zu unterbreiten, ist eine vernetzte Arbeitsweise, die verschiedene Kompetenzen bündelt, unbedingt erforderlich. Vor allem die Information und die Bekanntmachung der neuen Angebote stehen deshalb im Vordergrund der Arbeit. Seniorinnen und Senioren, die aufgrund einer Augenerkrankung Probleme mit dem Lesen haben, fühlen sich häufig nicht als sehbehinderte oder gar blinde Personen im Sinne einer selbstbewussten Eigenvertretung, wie sie in den Behindertenverbänden praktiziert wird. Diese Personengruppe verstärkt über öffentliche Bibliotheken anzusprechen und über die praktischen neuen Hörangebote zu informieren, ist ein Anliegen, mit dem sich die DZB unmittelbar an alle Bibliothekarinnen und Bibliothekare wendet.
Wenn Sie Interesse haben, mehr über die Angebote aus der Gustav-Adolf-Straße 7, in 04105 Leipzig, zu erfahren, dann besuchen Sie uns oder klicken auf www.dzb.de.
Literaturverzeichnis
[5] Dr. Thomas Kahlisch; in: Blind-Sehbehindert 4/2005: "Projekt zur zeitnahen Umsetzung von Schulbuchliteratur für Schülerinnen und Schüler, die Gedrucktes nicht lesen können"; www.kahlisch.de/pub/zeune/index.html
[6] Andreas Kluge: Vortrag zum 3. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek; Leipzig, 19. - 22. März 2007: "Barrierefreie Gestaltung von Webseiten - Erfahrungsbericht eines landesweiten Projektes der sächsischen Hochschulbibliotheken"
[7] Dr. Thomas Kahlisch; in: Sachsen-Land-Kurier 1/2007: "Gestaltung barrierefreier elektronischer Dokumente und Internetseiten"

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Wie war das damals

Vor 50 Jahren - Gründung des Allgemeinen Deutschen Blindenverbandes (2)

Dr. Werner Uhlig
Wie systematisch und nachhaltig Helmut Pielasch die Verbandsgründung an den Dreh- und Angelpunkten des gesellschaftlichen Lebens der DDR betrieben hatte, drückte sich auf dem Gründungskongress in einer Reihe offizieller Glückwunschschreiben aus. Eine solche Grußadresse stammt von Otto Grotewohl persönlich, dem aus Braunschweig stammenden Buchdrucker, langjährigen SPD-Funktionär und Ministerpräsidenten der DDR. Grotewohl hatte aus eigenem Erleben große Achtung vor der Leistungsfähigkeit Blinder. Als er im Dezember 1950 einmal die Chemnitzer Blindenanstalt besuchte, zeigte er sich von der Stenotypistenausbildung fasziniert. "Den Besten bei der nächsten Berufsabschlussprüfung hole ich nach Berlin in mein Büro - wenn er will". Grotewohl hielt Wort, und "der Beste" wollte. Ich habe ihn und seinen Führhund Bodo im Sommer 1951 einmal in Berlin-Pankow im Wohngebiet der Regierung besucht.
Glückwunschadressen erhielt der Gründungskongress des ADBV auch von dem Blindenverband der Tschechoslowakischen Republik, Rumäniens und Polens. Ein Grußschreiben aus der Bundesrepublik Deutschland kam nicht. Als alter Leipziger und langjähriger Freund der DZB kann ich mir nicht verkneifen: 1949 ist in der Bundesrepublik der Deutsche Blindenverband gegründet worden. Da fuhr Max Schöffler hin nach Meschede und hat dort alle guten Wünsche der Blinden aus dem deutschen Osten überbracht und auch für möglichst enge Zusammenarbeit der deutschen Blinden in Ost und West geworben. Schöffler war damals Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig und Mitglied des ersten Ausschusses für Blindenfragen in der DDR.
Was die ganz konkreten Lebensbedingungen der Blinden in der DDR betraf, hatte der zweite Arbeitsausschuss für Blindenfragen vor der Verbandsgründung eine sehr fruchtbare Arbeit geleistet. Ab 1956 vor allem sind sozialpolitische Verordnungen und Beschlüsse wirksam geworden, über die wir uns damals außerordentlich gefreut haben. Ich zähle einige auf: mit der "Ergänzungsverordnung" vom 31.5. 1956 ist berufstätigen Blinden ein Zusatzurlaub von jährlich 6 Tagen zugesprochen worden. Das war etwas Großes, denn wir hatten damals keine blinden Arbeitslosen. Der Minister für Post- und Fernmeldewesen erließ am 12. Mai 1956 eine Verordnung, wonach blinde Berufstätige und ehrenamtlich aktiv tätige Blinde von der Zahlung der Grundgebühr ihres Telefonanschlusses befreit wurden. Schon 1955 fiel im Ministerium für Kultur, dem die DZB unterstellt war, die für alle Punktschriftleser in guter Erinnerung gebliebene Entscheidung, der zufolge die Preise für Blindenschriftbücher denen im Buchhandel angepasst wurden. Vergleichen wir doch mal drei Bücherpreise der DZB von 1956 und heute: Friedrich Schillers "Wallenstein" 2,40 M - 40,90 Euro; Anna Seghers "Das siebte Kreuz" 2,85 M - 53,39 Euro; Martin Andersen Nexös "Ditte Menschenkind" 7,20 M - 89,99 Euro. Bei den M-Preisen handelte es sich natürlich um Mark der DDR. Ab 1956 erhielt jeder Blinde eine Taschenuhr kostenlos. Wollte sich ein Berufstätiger oder Student eine Blindenarmbanduhr kaufen, dann bekam er 50,- DM von der Sozialversicherung dazu, den Rest hatte er selber zu bezahlen. Zeitweilig existierten vor 50 Jahren sieben Blindenerholungsheime in der DDR, nämlich in Boltenhagen, Wernigerode, Georgenthal, Bad Gottleuba, Grimma, Dorf Chemnitz und Rochsburg. Unabhängig vom Jahresurlaub konnten berufstätige Blinde alle 2 Jahre für die Dauer von 3 Wochen in einem dieser Heime eine von der Sozialversicherung finanzierte prophylaktische Kur beantragen und meistens auch antreten. Auch für die Begleitperson wurden die Kosten übernommen. Rentner mussten auf prophylaktische Kuren meistens länger warten. Es kam auf die Nachfrage in den jeweiligen Bezirken und auf die Auslastung der Heime an. Blindengeld als Nachteilsausgleich hatten wir bei der Verbandgründung noch nicht, aber das würde schon noch kommen. Es kam 1959: 120,- M im Monat.
So hat es keinen verwundert, dass bei der Verbandsgründung 1957 die meisten Blinden bereit waren, Mitglied unserer Selbsthilfeorganisation zu werden. Der Delegierte aus Grimma konnte in Halle mitteilen: 75 Blinde in meinem Kreis treten ein. Trotzdem haben wir von Anfang an der Mitgliederwerbung stets größtes Gewicht beigemessen und alle Betroffenen angesprochen. Wie wir die gefunden haben? 1957 gab es in der DDR noch überall Ofenheizung und Kohlenkarten. Für Blinde gab es 5 Zentner Briketts Zusatzkohle. Wer Zusatzkohle bekam, musste also ein Blinder sein, und die Auskunft verschafften wir uns bei den Abteilungen Sozialwesen.
Damals wie heute hat sich der Blinden- und Sehbehindertenverband für alle Betroffenen engagiert und darum gilt auch heute noch:
Geh hin zum Verband - die helfen Dir!
Wird in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Miep Gies: "Meine Zeit mit Anne Frank"

Jörg Klemm [Hörbücherei]
Bei einer Weiterbildung, die sich unter anderem mit der Geschichte Anne Franks, dem Judentum und Antisemitismus befasste, besuchten wir natürlich auch das "Anne-Frank-Museum" in Amsterdam, wo ich auf den Namen Miep Gies stieß, eine Frau, die die Familie Frank vor und während der Zeit des Versteckens unterstützt hat. "Das Tagebuch der Anne Frank" werden wohl die meisten kennen - die Sicht der sich Versteckenden, aber interessant ist eben auch die Seite der Hilfe und Unterstützung. Dazu gibt es das Hörbuch "Meine Zeit mit Anne Frank" von Miep Gies, wo sie ihr Leben beschreibt:
Miep Gies wurde 1909 als Hermine Santrouschitz in Wien geboren. 1920, in der Notzeit nach dem Ersten Weltkrieg, wurde sie als Arbeiterkind zur Erholung zu Pflegeeltern nach Amsterdam geschickt, zu denen sie ein außerordentlich gutes Verhältnis hatte. Dort erhielt sie auch ihren Namen "Miep". 1922 zog sie mit ihrer Gastfamilie nach Amsterdam.
1933 bewarb sich Miep Gies bei dem aus Deutschland emigrierten Otto Frank, dem Vaters von Anne Frank, als Sekretärin. Sie erhielt den Posten und es entwickelte sich eine gute Freundschaft zu Otto Frank, seiner Frau Edith und den Töchtern Anne und Margot.
Sie heiratete 1941 den Angestellten Jan Gies und wurde niederländische Staatsbürgerin.
Als die Gefahr für die jüdische Bevölkerung auch in den Niederlanden zunahm, informierte Otto Frank Miep Gies über seine Pläne, mit der gesamten Familie unterzutauchen. Trotz der Gefahr, die auch für sie dadurch entstand, sagte sie Otto Frank sofort ihre Hilfe zu.
Am 5. Juli 1942 erhielt Margot Frank die Aufforderung, sich in einem Arbeitslager zu melden. Otto Frank beschloss daraufhin, sich unverzüglich im Hinterhaus in der "Prinsengracht 263" zu verstecken, was eigentlich erst für einen späteren Termin geplant war. Miep Gies begleitete zunächst Margot, später Otto, Edith und Anne in das Versteck. Später stießen noch die Familie van Pels und Gies' Zahnarzt Fritz Pfeffer dazu. In den folgenden zwei Jahren versorgte Miep Gies die Familien Frank, van Pels und Fritz Pfeffer mit Lebensmitteln, Zeitungen und vor allem freundschaftlicher Zuneigung und Mut. Diese Zeit ist besonders detailliert in Anne Franks Tagebuch wiedergegeben.
Am 4. August 1944 wurden die Versteckten entdeckt (wahrscheinlich durch Verrat - es konnte aber nie festgestellt werden, durch wen) und verhaftet. Miep Gies war ebenfalls anwesend, konnte aber einer Bestrafung ausweichen, indem sie dem Kommissar Karl Josef Silberbauer erklärte, sie sei, wie er auch, aus Wien. Dies beeindruckte ihn so sehr, dass er von einer Meldung absah.
Miep Gies betrat noch am Nachmittag nach der Verhaftung das Hinterhaus und rettete die übriggebliebenen persönlichen Gegenstände der deportierten Familien, unter anderem auch die Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank. Diese übergab sie 1945 Otto Frank - der nach der Verhaftung der Untergetauchten in das Konzentrationslager Westerbork eingeliefert und später nach Auschwitz deportiert wurde. Dort wurde er von der russischen Armee befreit. Als Einziger seiner Familie überlebte Otto Frank den Zweiten Weltkrieg.
1950 brachte sie ihren Sohn Paul zur Welt. Jan Gies, ihr Ehemann, starb 1993.
Die noch lebende Autorin betont: "Ich hielt es einfach für eine Selbstverständlichkeit ... Wir taten unsere Menschenpflicht: anderen helfen, die in Not sind".
Sie war das Bindeglied der Untergetauchten zur Außenwelt, war Schutzengel, Ernährerin und Trösterin und ist das eindrucksvolle Zeugnis einer mutigen Frau. Sie erinnert sich haarklein an die längst vergangene Zeit und zitiert alle Gespräche in wörtlicher Rede. Es ist eine schlichte Erzählweise, die deshalb wahrscheinlich so tief bewegt.
Sprecherin der Hörbuchausgabe ist Dorothea Garlin. Der Umfang sind 6 Kassetten bzw. 1 CD DAISY mit 498 Minuten. Die Bestellnummer lautet: 6821.

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Ach! reines Glück genießt doch nie, wer zahlen soll und weiß nicht wie!

Angelika Müller [Punktschriftbibliothek]
Am 25.04.2007 jährte sich der Geburtstag von Wilhelm Busch (1832-1908) zum 175. Mal. Dieses Jubiläum möchte ich zum Anlass nehmen, um an diesen berühmten Autor und seine Werke zu erinnern.
Zunächst fällt jedem Leser die Lausbubengeschichte von "Max und Moritz" und ihre Streiche ein, durch diese Wilhelm Busch erst berühmt wurde. Wilhelm Busch gilt als einer der Urväter des Comics. Weitere Bildergeschichten wie "Hans Huckebein" und die "Fromme Helene" erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit.
In seinem Werk "Von mir über mich" beschreibt er das einfache und doch glückliche Leben mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern, die nach ihm geboren wurden. Der Vater war liebevoll, aber streng, und die Mutter still und fromm. Sie pflegte nach dem Abendessen zu lesen, was wohl auch seine weitere Entwicklung sehr prägte.
Wilhelm Busch war Maler, Zeichner, Dichter und Philosoph und er stellt mit seinen Bilderbuchgeschichten eine der volkstümlichsten Künstlergestalten des deutschen Volkes dar. Sehr viele Verse sind von ihm als geflügelte Worte in den Volksmund eingegangen. Seine liebevolle Beobachtung und Kenntnis des Menschen und auch seine Gabe, dieses Wissen in Bild und Wort umzusetzen, machte ihn so beliebt.
Die hervorragenden Zeichnungen werden von Verszeilen voller versteckter Ironie unterstützt. Mit seinen Lebensweisheiten, die sogar heute noch ihre Gültigkeit haben, kritisiert Wilhelm Busch die Heuchelei, Verlogenheit und Selbstgerechtigkeit seiner Zeit. Als Weltverbesserer sah er sich nie.
Und hier eine weitere Kostprobe seines dichterischen Schaffens:
Es ist halt schön,
Wenn wir die Freunde kommen sehn.
Schön ist es ferner, wenn sie bleiben
Und sich mit uns die Zeit vertreiben.
Doch wenn sie schließlich wieder gehn,
Ist`s auch recht schön.
Im Bestand der Punktschriftbibliothek befinden sich 25 Werke, die hier nicht einzeln aufgeführt werden, als Hörbuch können Sie ausleihen:

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Bookflash

Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"

Luise Hebecker
Wolfgang Borchert gilt als einer der wichtigsten Nachkriegsautoren Deutschlands. Der bereits mit 26 Jahren verstorbene Autor gehörte einer ihrer Jugend beraubten Generation an, - eine Jugend, die er im Krieg verbrachte. Seine Erfahrung, die er an der Ostfront und in der Haft des Ns-Regimes gesammelt hat, verarbeitete er in seinen Werken. Eines der bedeutendsten deutschen und auch sein einziges Drama ist "Draußen vor der Tür" (1947).
Thematisiert werden hierbei die Probleme eines jungen, leicht schizophrenen Soldaten namens Beckmann, der nach drei an der Ostfront verbrachten Jahren erstmalig wieder nach Hause kommt. Er hofft, endlich wieder in einem warmen Bett neben seiner Frau zu liegen und den Krieg vergessen zu können, doch was er erlebt, treibt ihn fast zum Selbstmord. Seine Frau hat inzwischen einen anderen Mann, seine Eltern sind derweil gestorben und sämtliche Personen um ihn herum schenken ihm nicht die geringste Beachtung. Besonders grausam wird auch der Besuch bei seinem ehemaligen Oberst. Dieser hatte ihm damals die Verantwortung für elf Soldaten übergeben, welche allesamt bei einem Angriff starben, - und als Beckmann ihn bittet, ihm diese Verantwortung endlich wieder abzunehmen und beschreibt, welch schreckliche Alpträume von Tausenden Skeletten er seitdem hat, da lacht der Oberst ihn nur aus und nimmt ihn nicht ernst.
Auch Gott und der Teufel spielen in dem Drama eine wichtige Rolle. Sie stehen für den Glaubensverlust der Menschen und natürlich die unzähligen Opfer des Krieges, was man zum Beispiel daran erkennt, dass der Teufel dick und sattgefressen ist. Diese Symbolhaftigkeit verstärkt den Eindruck der schlimmen Zeit immens. Mitreißend ist auch der innere Konflikt Beckmanns. Einerseits der Wunsch sich diesem Leben zu entziehen, andererseits die verbliebene Hoffnung, vielleicht irgendwann diese Schrecken zu vergessen und einfach wieder leben zu können.
Der mit dem Tod geradezu um die Wette schreibende Borchert hat es meiner Ansicht nach sehr beeindruckend verstanden, die Qualen des Krieges zu beschreiben. Da er selbst so jung war, sind vielleicht auch gerade seine Werke so perfekt für junge Leser. Aus der ausdrucksstarken Art seines Schreibens geht eine unglaubliche Verzweiflung hervor. Ich musste mit dem Soldaten Beckmann einfach mitfühlen, etwas anderes war gar nicht möglich. Gleichzeitig bekommt man auch eine riesige Wut auf die Menschen, die nichts gegen den Nationalsozialismus unternommen haben. Vor allem Beckmanns Traum ist sehr eindrucksvoll, da alles auch so bildhaft geschrieben ist. Ich bekam eine direkte Vorstellung, fast so, als hätte ich selbst geträumt. Es ist also ein sehr emotionales Drama, welches den Leser automatisch mitreißt. Für eine Generation, die diesen zerstörerischen Krieg zum Glück nicht miterleben musste, aber dennoch genug darüber gehört hat, um die Schrecken zu erkennen, ist dieses Drama wie gemacht. Ich glaube, neben Remarques "Im Westen nicht Neues" und diesem Buch gibt es wenig so beeindruckende Antikriegsliteratur. Viele Menschen starben nicht nur am Krieg an sich, sondern auch an seinen verheerenden Folgen. Ob der junge Soldat stark genug sein wird oder sich selbst aufgibt, muss jeder Leser am Ende selbst rausfinden.
Als Hörbuch können Sie ausleihen:
In der Punktschriftbibliothek erhalten Sie folgende Titel:

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ist 2004 dieser Frage nachgegangen. Die ersten 100 Plätze wurden in einer Liste zusammengefasst. Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor.

Platz 5: Antoine de Saint Exupéry: "Der kleine Prinz"

Der Autor
Der französische Schriftsteller Antoine-Marie-Roger de Saint-Exupéry wurde am 29. 6. 1900 in Lyon geboren. Er stammt aus einer adligen Familie und verlor bereits mit 4 Jahren den Vater, einen Vicomte. 1909 kam er mit seinem jüngeren Bruder in ein von Jesuiten geführtes Internat in Le Mans. Hier wurde er 1912 zum ersten Mal auf einen Flug mitgenommen und war fasziniert. Die letzten Gymnasialjahre verbrachte er in einem Internat der Marianisten in Freiburg/Schweiz.
Von 1919 bis 1921 studierte Saint-Exupéry ohne Abschluss Architektur in Paris, absolvierte von 1921 bis 1923 seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe, wurde zum Flugzeugmechaniker und schließlich zum Piloten ausgebildet. Aus Rücksicht auf die Familie der Verlobten arbeitete er aber zunächst als Handelsvertreter. Zu der Verbindung kam es dann nicht und Saint-Exupéry trat in die Luftfahrtgesellschaft Societé Latécoère ein, wo er die Linie Toulouse-Casablanca-Dakar flog. Von 1927-29 leitete er einen Flugplatz und ging später für seine Gesellschaft nach Argentinien. Seine Erlebnisse und Erfahrungen als Verantwortlicher für die ersten Nachtflüge verarbeitete er zu dem Roman "Vol de nuit" ("Nachtflug", Dezember 1930). Das Buch wurde mit dem renommierten Prix fémina ausgezeichnet und brachte ihm den Durchbruch als Autor.
Anfang 1931 heiratete Saint-Exupéry Consuelo Suncín Sandoval, eine jung verwitwete Argentinierin. Er ging wieder teils als Streckenpilot nach Westafrika, teils betätigte er sich als Versuchspilot für Wasserflugzeuge. 1934 erfolgte die Anstellung bei der neuen Air France. In den nächsten Jahren war er als Flieger, Werbebeauftragter, Journalist und Autor tätig. Mitte Februar 1938 machte er den Versuch eines Rekordfluges New York-Feuerland (Südargentinien), stürzte aber in Guatemala beim Start nach einer Zwischenlandung ab und wurde schwer verletzt. Während seiner Genesung stellte Saint-Exupéry in New York den Sammelband "Terre des hommes" ("Die Erde der Menschen", dt.: "Wind, Sand und Sterne") zusammen, dessen Texte vor allem ein hohes Lied der Kameradschaft unter Männern, der Pflichterfüllung und des Idealismus sowie der Solidarität und Menschlichkeit singen. Das Buch traf bei seinem Erscheinen Anfang 1939 den Nerv der Zeit und hatte großen Erfolg. Es erhielt den Grand Prix du Roman de l'Académie française.
Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, war Saint-Exupéry zunächst Ausbilder für Piloten. Später wurde er selbst Pilot bei einem Aufklärungsgeschwader. Den Waffenstillstand und die anschließende Demobilisierung der französischen Streitkräfte erlebte er in Algerien, danach hielt er sich zunächst auf dem Landgut einer Schwester in Südfrankreich auf. Hier schrieb er an einem schon 1936 begonnenen größeren Werk: "Citadelle" (das erst posthum als Fragment erschien).
Ende 1940 ging er über Marokko und Portugal in die USA., wo er 1941 das seine Kriegserlebnisse verarbeitende Buch "Pilote de guerre" ("Kriegsflieger"; dt. Titel "Flug nach Arras") verfasste, das 1942 zunächst in amerikanischer Übersetzung herauskam und bei seinem Erscheinen in Frankreich von der Zensur des Pétain-Regimes verboten wurde.
Anfang 1943 brachte er in New York zwei kürzere Texte heraus: Lettre à un otage ("Brief an eine Geisel") und Le petit prince ("Der kleine Prinz"). "Le petit prince", der langfristig sein bekanntester Text werden sollte (in über 140 Sprachen übersetzt).
Im Mai 1943 begab sich Saint-Exupéry nach Algerien und wurde wieder Luftwaffenpilot. Als er im Juli bei der Rückkehr von einem seiner ersten Flüge verunglückte, wurde er unter Hinweis auf sein Alter und seine diversen Verletzungen ausgemustert. Er beschäftigte sich daraufhin in Algier mit technischen Problemen der neuen Düsentriebwerke (er besaß bereits einige flugtechnische Patente), schrieb aber auch weiter an "Citadelle". Dann schaffte er es, für eine begrenzte Zahl von Aufklärungsflügen reaktiviert zu werden.
Am 31. Juli 1944 startete Saint-Exupéry morgens zu seinem planmäßig letzten Aufklärungsflug in einer P38 Lightning in Richtung Südfrankreich, kehrte aber nicht zurück und blieb verschollen. Wrackteile seiner Maschine wurden im Jahr 2000 auf dem Grund des Mittelmeers in der Nähe der Île de Riou südlich von Marseille geortet, im Herbst 2003 geborgen und 2004 anhand einer im Turbokompressor eingravierten Nummer identifiziert.
Das Buch
In der Erzählung "Der kleine Prinz" (1943) wird der Erzähler durch einen Maschinenschaden gezwungen, mit seinem Flugzeug in der Sahara notzulanden, wo er dem kleinen Prinzen begegnet, der auf einem anderen Planeten lebt. Dieser nun erzählt ihm von seinem winzigen Stern, wo zwei Vulkane zum Aufwärmen des Frühstücks dienen, wo eine Blume mit vier Dornen sein Leben verändert hat, von anderen Planeten - dem des einsamen Königs, des Hochmütigen, des Trinkers oder des Businessmans - von seinen Erlebnissen auf der Erde, der Begegnung mit dem Fuchs, mit der Schlange und den Rosen. Acht Tage bleiben sie zusammen in der Wüste. Als es schließlich dem Erzähler gelingt, sein Flugzeug zu reparieren, und er sich zum Heimflug rüstet, entschließt sich auch der kleine Prinz, auf seinen Planeten zurückzukehren. Dieses melancholische, zarte Märchen, das die Herzen unzähliger Leser in der ganzen Welt erobert hat, enthält die diskrete Philosophie eines Moralisten. Wir sollen zu dem "kleinen Prinzen" unserer Kindheit zurückfinden; aber nur Auserwählten unter uns gelingt es, sich ständig zu der kindlichen Reinheit und Weisheit zu bekennen.
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur und http://de.wikipedia.org]
Titel im Hörbuchbestand:
Titel im Punktschriftbestand:

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander. (Tel. 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Handelsübliche MP3-Player als Speicherstick für blinde Nutzer geeignet?

Ulrich Jandr
Im Fachhandel findet man schon seit geraumer Zeit kleine, leichte Abspielgeräte, MP3-Player genannt. Diese besitzen einen eingebauten Festspeicher, manche ein UKW-Radio und werden mit Kopfhörer oder angeschlossenem Lautsprecher betrieben. Musik oder Hörbücher gelangen per Computer auf den Winzling, indem man den Player mit seinem USB-Stecker direkt am PC anschließt. Sehr bekannt sind solche kleinen Teile durch den IPod der Firma Apple geworden. Oft wurde in der Vergangenheit die Frage gestellt, ob solche MP3-Player auch durch blinde Interessenten nutzbar sind. Herr Dirk Becker aus Wernigerode hat ein solches Gerät entdeckt, welches er nachfolgend und von mir ungekürzt in seinem Beitrag beschreibt:
Vorstellung des MP3-Players der Firma Samsung mit der Bezeichnung YP-U2RQ
Wie sicher viele andere blinde Hörbuchfreunde auch suchte ich seit geraumer Zeit nach einem MP3-Player im Hosentaschenformat, der für Blinde im wesentlichen bedienbar ist, eine Resumefunktion hat und gleichzeitig bezahlbar ist. Durch Zufall wurde ich dabei auf das o. g. Gerät aufmerksam, kaufte es für 99 € in einem Großmarkt und bin nach 2wöchiger Benutzung einfach begeistert. Ich denke, dass auch andere Blinde von dieser alternativen Möglichkeit, Bücher zu hören, Kenntnis erlangen sollten, so dass ich mich entschlossen habe, diesen Beitrag zu schreiben.
Zunächst ist ein MP3-Player natürlich nur für diejenigen interessant, die einen Computer besitzen. Mit dessen Hilfe werden die Hörbücher (falls gewünscht, natürlich auch Musikdateien im MP3- oder WMA-Format) auf das Gerät kopiert. Der Speicher von 2 GB erlaubt das Speichern mehrerer Hörbücher in Abhängigkeit von deren Spieldauer. Die DAISY-Struktur ist natürlich nicht nutzbar, was bei Unterhaltungsliteratur oder Hörzeitschriften kaum von Bedeutung sein dürfte. Unverzichtbar hingegen ist die hier vorhandene Resumefunktion, die gewährleistet, dass der Player an der letzten Abbruchstelle mit der Wiedergabe fortsetzt. Diese Funktion findet man bei MP3-Playern nur selten.
Der Samsungplayer YP-U2RQ hat ca. die Maße 9 cm x 1,5 cm x 2,5 cm und wiegt unter 100 g. Der eingebaute Akku wird über einen USB-Anschluss am PC geladen und soll laut Hersteller ohne den sogenannten Memory-Effekt eine Spieldauer von ca. 13 Stunden haben. Um den Player auch unabhängig vom PC aufladen zu können, habe ich mir ein Steckerladegerät gekauft und bin so nun auch für Urlaubsreisen gerüstet.
Das Gerät besitzt im wesentlichen nur die auf Fernbedienungen schon üblichen 4 Pfeil-Tasten mit der OK-Taste in der Mitte. Außerdem gibt es noch die so genannte Benutzer-Taste und die Wiedergabe-Stop-Taste.
Auf die Benutzer-Taste kann man sich über das Menü mit sehender Hilfe einmalig bestimmte Funktionen legen wie z. B. die Klangregelung. Ein langes Drücken der Wiedergabe-Taste startet das Gerät. Durch erneutes Drücken wird in den Pausemodus geschaltet. Nach 10 Sekunden schaltet das Gerät selbständig ab. Mit den Pfeil-Tasten verändert man die Lautstärke bzw. springt zum nächsten oder vorherigen Titel.
Hat man sich erst einmal mit sehender Hilfe, die beim Kennenlernen des Gerätes m. E. unverzichtbar ist, mit den Menü-Funktionen vertraut gemacht, lassen sich die wichtigsten Bedienschritte über das Menü später selbständig erledigen. So bin ich als blinder Nutzer in der Lage, nicht nur von Datei zu Datei, sondern auch von Ordner zu Ordner, also von Hörbuch zu Hörbuch, zu springen. Die Windows-Struktur sollte dabei allerdings bekannt sein. So gelangt man durch ein kurzes Drücken der OK-Taste in die Verzeichnisstruktur. Mit Pfeil-nach-links erreicht man im Regelfall die Ordner, welche sich mit Pfeil-nach-oben und Pfeil-nach-unten durchblättern lassen. Mit OK wird der jeweilige Ordner bzw. die Datei zum Abspielen aktiviert. Lade ich mir nun nicht sehr viele Ordner auf das Gerät, ist eine Orientierung auch ohne Menü möglich, zumal der Player die Ordner und Dateien alphabetisch anzeigt.
In das Hauptmenü kommt man durch langes Drücken der OK-Taste. Dies ist meist aber nur dann erforderlich, wenn das ebenfalls vorhandene UKW-Radio aktiviert werden soll, was durch 2maliges Drücken der Pfeil-nach-oben-Taste und anschließendem OK erreicht wird. Die Sender können dann mit Pfeil-nach-rechts oder Pfeil-nach-links gesucht werden.
Das Betätigen der Pfeil-Tasten wird meistens durch einen Quittierton bestätigt, was für blinde Nutzer eine große Hilfe sein dürfte.
Alles in allem eine interessante Alternative zum Buch hören für unterwegs. Sollte der genannte Player im Zeitpunkt des Erscheinens dieses Beitrages nicht mehr im Handel sein, dürfte Samsung sicher brauchbare Nachfolgemodelle anbieten. Mir wurde an der Hotline gesagt, dass die Resumefunktion bei Samsung Standard sei. Das habe ich natürlich nicht überprüft.
Einen herzlichen Dank an Herrn Becker für seinen Beitrag. Ich denke, für unterwegs dürfte das eine Alternative sein. Durch den begrenzten Speicher, bei diesem Typ von zwei Gigabyte, müssen in relativ kurzen Abständen die Hörbücher wieder entfernt werden, um neuem Platz zu machen. Beim blindenspezifischen DAISY-Player "Milestone 311 DAISY" verhält es sich ebenso. Indem man den Player dann persönlich nutzt, ist dem geltenden deutschen Urheberrecht entsprochen.
Wenn Sie also einen solchen kleinen, leichten MP3-Player im Fachhandel suchen sollten, welche Eigenschaften müsste er auf jeden Fall aufweisen?
  1. Natürlich die Merkfunktion der Stoppposition, Resume genannt,
  2. fühlbare Bedientasten müssen vorhanden sein und
  3. möglichst Quittungstöne, also Pieptöne, nach dem Betätigen der Tasten wären für blinde Nutzer sehr geeignet.
Die Resume-Marke vergisst der beschriebene Samsung-Player auch nicht, wenn das Gerät abgeschaltet ist. Die Tonqualität bei der Wiedergabe hängt natürlich wesentlich vom verwendeten Kopfhörer oder Lautsprecher ab. Der beschriebene Samsung-Player besitzt Möglichkeiten der Klangeinstellung, die mit sehender Hilfe im Menü gewählt werden können. Nach meiner subjektiven Meinung klingt der Player im vom Werk voreingestellten Klangmodus sehr ordentlich, durchaus ausgewogen bezüglich der hohen und tiefen Töne. Der oben angegebene Preis kann natürlich in den verschiedenen Geschäften differieren, sowohl nach oben als auch nach unten.
Für Fragen zu diesem Thema, die ich gegebenenfalls mit Herrn Becker besprechen werde, stehe ich natürlich in der DZB zur Verfügung.
Wenn Sie sich für einen solchen kleinen MP3-Player entscheiden sollten, dann wünsche ich Ihnen viel Freude und Hörgenuss damit.

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Info-Service

"Der Kölner Dom. Ein Reliefbuch für blinde und sehbehinderte Menschen"

Der bundesweit erste Domführer für Blinde und Sehbehinderte wurde in der DZB hergestellt. Deshalb fand nun nach der Kölner Pressekonferenz auch in Leipzig eine Präsentation statt. Im Reliefbuch stellt Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner die Geschichte der berühmten Kathedrale und einige ihrer bedeutendsten Kunstwerke vor. Jedes Kapitel wird von Reliefbildern begleitet. Die zugehörige Audio-CD enthält neben Informationen zum Dom auch Glockengeläut, Chor- und Orgelklänge.
Weitere Einzelheiten zum Domführer finden Sie im Anzeigenteil.

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Buchpatenschaften

Susanne Siems
Pünktlich zum zweiten Halbjahr möchten wir erneut auf unsere Buchpatenschaften aufmerksam machen. Die neue Möglichkeit, auch für das persönliche DZB-Lieblingsbuch eine Patenschaft zu übernehmen, wurde von den Lesern und Hörern angenommen. Nun haben wir wieder neue Titel in die Vorschlagslisten aufgenommen. Vielleicht haben Sie etwas Muße, sich meinen persönlichen Favoriten zu widmen?
In der Rubrik Neuproduktion Punktschrift finde ich das Buch "Zu Gast bei den Religionen der Welt" sehr gut. Es geht anschaulich auf die großen Glaubensrichtungen ein, die Feiertage, Bräuche, die Geschichte. Ein guter Beitrag zu mehr Toleranz und Verständnis untereinander. Bei den Neuproduktionen Hörbuch ist mein absolutes Lieblingsbuch "Schwert und Harfe". Mag es an meiner dieses Jahr nach Irland geplanten Urlaubsreise liegen, jedenfalls finde ich es absolut spannend und lehrreich zugleich, wie einem die Geschichte und Mythologie der grünen Insel nahegebracht wird.
Aber Lesegeschmack ist ja, wie jeder andere auch, sehr verschieden. Besser ist in jedem Fall, Sie verlassen sich auf Ihr eigenes Gespür. Mehr Informationen erhalten Sie in jedem Fall im Internet und telefonisch oder auch schriftlich in der DZB bei:
Susanne Siems
www.buch-patenschaft.de
Tel.: 0341 7113-115
1. Neuproduktion Punktschrift
2. Neuproduktion Hörbuch
3. Umschrift Punktschrift
4. DAISY-Konvertierungen

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"Erinnerungen an eine Höhere Israelitische Schule"

Katja Hoffmann
Eine Dauerausstellung erinnert ab dem 10. Juli 2007 an die ursprüngliche Bedeutung und Geschichte des Hauses, in dem die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) beheimatet ist.
Dort, wo sich heute Bibliothek, Verlag und Druckerei befinden, lernen von 1913 bis 1942 jüdische Schüler in der Höheren Israelitischen Schule. Eingeweiht am 25. Juni 1913 durch den Leipziger Gemeinderabbiner und Gründer Dr. Ephraim Carlebach erlebt das Haus eine bewegende Geschichte. Unter Carlebach entwickelt sich die Schule zu einer der wichtigsten jüdischen Kulturinstitutionen der Stadt, die eng mit dem Leben der jüdischen Bürger, aber auch dem städtischen Schulwesen verbunden ist. Mehrere hundert Schüler nehmen am Schulunterricht teil. Erst seit 1933 verändert sich die Situation der Schule: Sie wird fortan "Jüdische Schule" genannt und als Notquartier für vertriebene Juden genutzt. 1939 wird das Haus zum sogenannten Judenhaus. In vier Klassenräumen auf jeder Etage und auch in kleinen Räumen leben auf engstem Raum jüdische Familien bis zur Deportation ins Vernichtungslager. Die Deportationslisten weisen für das "Judenhaus Gustav-Adolf-Straße 7" insgesamt 206 Personen aus. 1942 wird die Schule geschlossen.
Seit 1954 ist in dem Gebäude die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig untergebracht.
Mit Bildern, Dokumenten und Begleittexten wird den Besuchern der DZB die als "Carlebach-Schule" bekannte Bildungseinrichtung sowie auch ein schmerzlicher Teil Leipziger Geschichte vor Augen geführt und dem Vergessen entrissen.
Die Ausstellung ist während der DZB-Öffnungszeiten frei zugänglich:
Mo. bis Do.: 9.00-12.00 und 13.00-15.30 Uhr
Fr.: 9.00-12.00 und 13.00-14.00 Uhr

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DBSV-Verwaltungsrat unterstützt Umstellung auf DAISY

Dr. Thomas Nicolai
Der DBSV-Verwaltungsrat unterstützt die Absicht der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V. (MEDIBUS), zum Jahreswechsel 2009/2010 die Ausleihe von Hörbüchern auf Kassette zu beenden und dann nur noch Bücher im DAISY-Format anzubieten. Die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe strebt an, bis zu diesem Zeitpunkt ihre eigenen Publikationen von Kassette auf DAISY umzustellen. Eine Projektgruppe soll diesen Umstieg auf DAISY begleiten und Lösungen finden, die den Nutzern den Umstieg auf die neue Technik erleichtern. Das beschloss der Verwaltungsrat am 11.05.2007 in Gera. DAISY ermöglicht einen barrierefreien und komfortablen Zugang zu akustischen Informationen. Durch eine entsprechende Struktur kann der Nutzer in einer DAISY-Publikation "blättern" wie in einem gedruckten Buch. Die Wiedergabe ist mit speziellen DAISY-Abspielgeräten, per PC oder (in wichtigen Funktionen eingeschränkt) mit einem MP3-Player möglich.
In einem Vortrag erinnerte Dr. Gerhard Polzin an die Gründung des Blinden-und-Sehschwachen-Verbandes der DDR vor 50 Jahren, an dessen Wirken und an den Zusammenschluss der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe im Jahr 1990. Prominenter Gast des Verwaltungsrates war am 12.05. Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh. Bestätigt wurden der Jahresabschluss des DBSV, der nach vielen defizitären Jahren erstmals wieder ein positives Ergebnis auswies. Weiterhin nahm der Verwaltungsrat den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2006 entgegen.
Ausführliche Informationen über die Tagung des Verwaltungsrates finden Sie in der Juli/August-Ausgabe der Zeitschrift "Die Gegenwart".
Die "Gegenwart" erscheint in Blindenschrift, in Schwarzschrift, auf Kassette und auf CD ROM im DAISY-Format. Ein kostenloses Probeexemplar kann angefordert werden beim DBSV-Zeitschriftenverlag:
Tel.: 030 28587-22
E-Mail: zeitschriftenverlag@dbsv.org
www.dbsv.org
[Quelle: dbsv-direkt Nr. 34-07]

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Leipziger Hörspielsommer feiert fünfjähriges Jubiläum

Pressemitteilung vom 7. Juni 2007
Vom 13. bis zum 22. Juli wird der Richard-Wagner-Hain wieder zur Hörspiel-Lounge unter freiem Himmel. Dann findet der 5. Leipziger Hörspielsommer statt, zum Jubiläum mit einem ganz besonderen Programm. Wochentags geht es um 17.00 Uhr los mit zwei Stunden Unterhaltung für die Kleinen, am Wochenende beginnt das Kinderprogramm schon ab 15.00 Uhr. Ausgewählte Stücke von Nachwuchs-Hörspielmachern gibt es täglich von 19.00 bis 20.00 Uhr im Wettbewerbsprogramm. Das Abendprogramm beginnt um 20.00 Uhr und widmet sich an jedem Hörspielsommer-Tag einem bestimmten Thema. An den Wochenenden sind spannende Live-Gäste zu Besuch auf der Bühne im Richard-Wagner-Hain. Insgesamt laufen an den zehn Festival-Tagen rund 70 Hörspiele. Für Besucher ist der Leipziger Hörspielsommer wie in jedem Jahr kostenlos. "Ich bin sehr stolz, dass es ein fünftes Jubiläum zu feiern gibt.", sagt Sophia Littkopf, Initiatorin des Leipziger Hörspielsommers. "Das Programm ist großartig und in sich rund. Die Nachwuchsstücke sind von hoher Qualität und unsere Live-Gäste versprechen fantastische Unterhaltung.
Hörspielnachwuchswettbewerb
Der fünfte Hörspielwettbewerb ist schon jetzt rekordverdächtig: Insgesamt 89 Einsendungen aus ganz Europa sind beim Leipziger Hörspielsommer e.V. eingegangen. 20 ausgewählte Stücke werden täglich von 19.00 bis 20.00 Uhr im Rahmen des Hörspielsommer-Festivals präsentiert. Die Auswahl der drei Gewinnerstücke obliegt einer Jury, der in diesem Jahr Steffen Moratz (Hörspielredakteur bei MDR Figaro), Anna Kaleri (freie Hörspielmacherin), Kristoffer Keudel (Gewinner des Hörspielwettbewerbs 2007), Thomas Kirsche (Hörspielredakteur bei Radio Blau) und Christoph Morgenroth (Gründer von http://Hoerspiele.de) angehören. MDR Figaro stiftet die Preisgelder in Höhe von 600 Euro (1. Platz), 400 Euro (2. Platz) und 200 Euro (3. Platz) und sendet darüber hinaus die Stücke auszugsweise im Radio. Die Preisverleihung findet am 22. Juli um 19.00 Uhr im Richard-Wagner-Hain statt.
Die Highlights des Abendprogrammes
Mit dem Stück "Hirsche rufen Jäger, Jäger Hirsche" eröffnet der Leipziger Hörspielsommer e.V. am 13. Juli um 20.00 Uhr die diesjährige "Jagdsaison" nach saftigem Hörwild. Auf dieser Jagd begleitet am ersten Abend außerdem der Geräuschemacher Otger Kunert mit einer Live-Geräuschesinfonie die Besucher durch den Abend. Am ersten Samstag begibt sich Stefan Kaminski live in den "Bann des Psychopudels". Stücke um große und sehr kleine Monster sorgen am Thementag "Fiese Viecher" für eine Gänsehaut auf dem Trommelfell. Zum Ausklang des ersten Wochenendes steht eine Reise in den Orient an: "Lachsfischen im Jemen" von Paul Torday und "Schnee" von Orhan Pamuk sind literarische Reaktionen auf die Gegenwart im Orient. Der Montagabend mit dem Titel "Tranchierte Helden" widmet sich dem Dramatiker Heiner Müller. Wie verschiedene Frauen ihre Wege im Leben gehen und gehen müssen, erzählt der darauf folgende Abend. Am Mittwoch steht im Rahmen des Themenabends "Händel with Care!" das wahre Leben zweier großer Komponisten im Mittelpunkt. Zwei sehr stimmungsvolle Hörspiele laufen am Donnerstag unter "Geteiltem Himmel". Am darauf folgenden Freitag begeben wir uns mit einer Lese-Performance der "Chaussee der Enthusiasten" und Hörspielen nach Andrej Tarkowskij und Paul Auster in mentale Zwischenwelten. Der zweite Samstagabend beleuchtet mit Stücken von Andreas Ammer und Paul Plamper das Phänomen der RAF und hinterfragt mit Heinrich Böll Mechanismen von Politik, Medien und Gewalt. Der Hörspielsommer endet am Sonntag mit der Preisverleihung des Hörspielwettbewerbes und einem spannenden Klassiker der Literatur: "Hexenjagd" von Arthur Miller.
Das gesamte Programm finden Sie als Beilage auf der DAISY-CD bzw. im Internet auf http://www.hoerspielsommer.de
Kontakt: Tel: 0179-5727310
E-Mail: s.littkopf@hoerspielsommer.de

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WebOpac

Susanne Siems
In der "Leipziger Volkszeitung" las ich von einem "Wettbewerb der bedrohten Worte der deutschen Sprache". Den ersten Platz erreichte das hübsche Wort Kleinod. Dieses aufgreifend, damit es von der Liste schnell wieder verschwinden möge, möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der "DZB-Nachrichten", heute ein neues Kleinod der DZB nahe bringen. Im Duden steht Kleinod für "Kostbarkeit" oder "Schmuckstück". Als Kostbarkeit empfinde ich ihn auch, den vor kurzem eingerichteten Online-Katalog der Wissenschaftlichen Bibliothek. Zur Erinnerung für Sie: unsere Wissenschaftliche Bibliothek ist eine Schwarzschriftbibliothek, die Literatur zum Thema Blindheit und Sehbehinderung sammelt. Bereits 1916 richtete die damalige DZB-Direktorin eine Schwarzschriftbibliothek zum Blindenwesen ein. In der wechselvolle Geschichte dieser Bibliothek wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erstmalig sind Bestandsnachweise für 5.000 Monographien, 8.000 Aufsätze und 500 aktuelle und historische Zeitschriften im Internet recherchierbar.
Finden kann man den Katalog recht einfach entweder über die Seiten der DZB - www.dzb.de/wbb und dann den obersten Link oder direkt über die Internetadresse http://wbb.internetopac.de.
Sie haben im Katalog verschiedenste Suchmöglichkeiten, nach Schlag- oder Stichworten, Autoren, Titeln, auch die Suche nach Verlag oder ISBN-Nummer ist möglich. In der Detailansicht wird außerdem angezeigt, ob der Titel verfügbar, gerade entliehen oder dem Präsenzbestand zugehörig ist. Grundlage für den Katalog ist ein spezielles Bibliotheksprogramm, das für die Wissenschaftliche Bibliothek erworben wurde.
Die speziellen Aufgaben der WBB als einer Schwarzschriftbibliothek erklären die Loslösung von der entstehenden DZB-Mediendatenbank. Auch der Onlinekatalog, manche Leser kennen vielleicht auch den Begriff WebOpac, ist an diese Software und die entsprechende Firma gebunden. Leider sind darum unsere Wünsche bezüglich der Barrierefreiheit des Kataloges nur begrenzt umsetzbar. Vorerst sagen wir: es ist ein Anfang gemacht. Alle, die Literatur zum Thema suchen, werden sich über die viel schnelleren und bequemeren Zugriffsmöglichkeiten freuen. Ich bin sehr neugierig auf Ihre Rückmeldung. Die Daten sind noch nicht bereinigt, das wird eine Aufgabe für Jahre und auch für viele Praktikanten sein. Sind Sie deshalb nachsichtig. Hinweise nehmen wir natürlich gern entgegen und werden versuchen, so viele wie möglich sinnvoll umzusetzen.
Um den Bogen zum Beginn dieses Beitrages zu ziehen: gern nehmen wir Ihre Wünsche, Meinungen und Tipps entgegen, unter anderem auch "fernmündlich" (Liste der bedrohten Worte Platz 7).

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Seminarausschreibungen BOB

"Sprachkurs Italienisch für Fortgeschrittene"
14.10. bis 20.10.2007 im Bildungszentrum Kirkel, 66459 Kirkel
Anmeldeschluss: 07.08.2007
"Arbeiten mit Word"
16.09. bis 21.09.2007 im Rudolf-Kraemer-Haus, 75378 Bad Liebenzell
Anmeldeschluss: 09.08.2007
"Ausbildung zum nebenberuflichen / ehrenamtlichen Punktschriftlehrer"
17.11. bis 24.11.2007 im Aura-Hotel Kur- und Begegnungszentrum, 82442 Saulgrub
Anmeldeschluss: 15.09.2007

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: verlag@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen:
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Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto-Nr.: 1 100 830 010
DZB 2007

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