DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 3 – 2008
Mai / Juni
18. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Gemeinsam die Medienzukunft gestalten

Die Kramkiste

Graham Greene: "Unser Mann in Havanna"

Moscheh Y. Ben-gavriêl: "Das Haus in der Karpfengasse"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Donna Woolfolk Cross: "Die Päpstin"

Autorenportrait

Anna Seghers (1900 - 1983)

LOUIS

Mit NewsReader Zeitung lesen

Info-Service

40 Jahre Ausbildung blinder Programmierer in Sachsen

Umbenennung in "Ephraim-Carlebach-Haus"

Hallig Hooge für Blinde und Sehbehinderte - Ich höre und fühle, was du siehst

Tag der offenen Tür

Musiknotensymposium

Auszeichnung I

Auszeichnung II

"Das hab ich kommen seh´n" - Blindenwitze und Geschichten

Tandem-Hilfen

Aktueller Tipp: Der Podcast der Duden-Sprachberatung

Über die UN-Konvention zum Schutz der Behindertenrechte

Impressum

Vorbemerkung

In der Diskussion um DAISY und die Punktschrift geht es heiß her. Vor- und Nachteile beider Formate werden dabei akribisch abgewogen. Doch sollten beide Editionsformate nicht auf ihre spezifischen Merkmale reduziert werden, sondern als Informationsträger für Blinde und Sehbehinderte gesehen werden, die sich einander bedingen und deren Nutzen erst in ihrer gemeinsamen Anwendung so richtig zum Tragen kommt.
Dr. Thomas Kahlisch zeigt in seinem Einführungsreferat zur Auftaktveranstaltung zum Projekt DBSV Inform wichtige Möglichkeiten auf, die sich in Zukunft durch den Wandel der Technologien auf dem Gebiet der Kommunikation und Information für Blinde und Sehbehinderte ergeben.
Wer Fan von Bestseller-Listen ist, wird sicher schon gespannt sein, welches Buch der 100 Lieblingsbücher der Deutschen auf Platz 10 gekommen ist. Nur so viel: Erzählt wird das Leben der Johanna von Ingelheim, die im 10. Jahrhundert auf etwas ungewöhnliche Art "Karriere machte" und deren Existenz von der katholischen Kirche bis heute negiert wird. Sicher wissen Sie jetzt ganz genau, um welches Buch es geht, oder?
Sie ist eine umstrittene Schriftstellerin, ihre Romane und Erzählungen gehören zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts - Anna Seghers. In diesem Jahr jährt sich zum 25. Mal ihr Todestag. Wir porträtieren für Sie diese beeindruckende Persönlichkeit, deren Werk seit der Wende - wegen ihrer Treue zu den Machthabenden in der DDR - zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.
Natürlich erhalten Sie auch in dieser Ausgabe wieder Buchempfehlungen von unseren Bibliothekaren und erfahren im Info-Service Neues über Veranstaltungen und Produkte im Hause Ihrer DZB.
Es grüßt Sie herzlich in Vertretung
Ihre Gabi Schulze

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Anderes Papierformat bei "Kinderland"?

»(…) Seit Januar 2008 beziehe ich die Zeitschrift "Kinderland" in Kurzschrift. Die neue Spiralbindung finde ich gut.
Nur der Rand von der Spirale bis zur Schrift ist meines Erachtens zu groß (ca. 4 - 5 cm).
Ein schmaleres Papierformat würde Papier sparen, somit auch Kosten, und die Zeitschrift ginge gut in den Briefkastenschlitz.
Der Postzusteller bräuchte dann nicht mehr klingeln oder einen Zettel, wenn man nicht zuhause ist, zur Selbstabholung zu hinterlassen.
[Wolfgang Krümmer]
Anmerkung der Redaktion
Das momentan zum Einsatz gelangende Schnelldrucker-Großformat kann aufgrund des Seitenspiegels zwar beschnitten werden, aber nicht so weit, dass es in den Briefkasten passt.
Beim Format Schnelldrucker A 4 passen weniger Zeichen auf die Seite, wir würden mehr Papier benötigen, da sich die Seitenzahl erhöht. (…)«

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Einblicke

Gemeinsam die Medienzukunft gestalten

Am 13. März 2008 fand in Kassel-Wilhelmshöhe die Auftaktveranstaltung zum Projekt DBSV-Inform statt.
Wir veröffentlichen hier das Einführungsreferat, das Dr. Thomas Kahlisch, Mitglied des Präsidiums und Daisy-Beauftragter des DBSV, hielt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
"Gemeinsam weiter sehen" hieß das Motto des letzten Verbandstages des DBSV, welches ich aufgreife, um Ihnen in einigen einführenden Bemerkungen Gesprächsstoff für diese Veranstaltung zu geben.
Einleitung
Bei unserem aktuellen Vorhaben - die Zeitschrift "Die Gegenwart" zu einer Informationsplattform der Landesverbände auszubauen geht es nicht einfach um den Sieg der flachen Scheibe über die bewährte Audiokassette.
Für mich ist nachvollziehbar, dass Menschen, die mit der Kassette aufgewachsen sind, diese schätzen und gern verwenden. Der Markt spricht hier eine deutliche Sprache und ich kann die Freunde der C 90 nur einladen, die neuen digitalen Angebote auszuprobieren und damit ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln.
Es geht aber auch nicht um den hinkenden Vergleich von DAISY mit Braille, indem das Erstere immer ausschließlich auf das Hören und das Zweite auf aufwändig herzustellende unhandliche Papierbände reduziert wird. Mir liegt an einer deutlichen Erweiterung der Betrachtungsweise und am Aufzeigen wichtiger neuer Chancen und Herausforderungen.
Vielfalt im nicht nur digitalen Netzwerk
Es sind die Begriffe: Digitalisierung, Diversifikation und Netzwerk, die meiner Auffassung nach die Medienwelt auch für uns blinde und sehbehinderte Menschen prägen.
Digitalisierung charakterisiert den Wandel der Technologien, nicht nur in den Bereichen Information und Kommunikation. Die digital verfügbare Information ist häufig als wichtigster Rohstoff im gerade angebrochenen Jahrhundert postuliert worden. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln können Blinde und Sehbehinderte heute in Nachschlagewerken blättern und stöbern oder auf kleinen portablen Geräten wie "Buchwurm" oder "Pronto" per Braillezeile Texte lesen. Unvorstellbar ist es, ein Telefonbuch, einen Fahrplan oder ein Medikamentenverzeichnis auf Kassette aufzusprechen oder in Brailleschrift auszudrucken. Als DAISY- oder Internetangebot wird es in Text und Audio verfügbar und kann zeitnah aktualisiert werden.
Diversifikation - zu gut Deutsch: Mannigfaltigkeit oder Vielfalt - bezeichnet die breite Ausfächerung von Medienangeboten aller Art.
Jährlich erscheinen mehr als 100.000 neue Publikationen in Deutschland. Die Medibus-Büchereien bieten derzeit davon 1.700 neue Werke pro Jahr ihren Nutzern als Hörbuch oder in Brailleschrift an. Eine Auswahl, die nicht gerade als mannigfaltig einzuschätzen ist.
Netzwerke repräsentieren heute nicht nur den Zusammenschluss von Millionen von Computern, sondern auch die Kooperation verschiedenster Partner, wie Unternehmen, Organisationen oder Verbände, die sich zur Erreichung eines bestimmten Zieles zusammenschließen. Auf diese Art und Weise können Ressourcen gebündelt und neue Aufgabenfelder in Angriff genommen werden.
MEDIBUS und DBSV gehen hier gerade neue Wege. Sie bieten einen Gesamtkatalog (Hörbuch und Punktschrift) im Internet an, erarbeiten einen Leitfaden zur Vereinheitlichung der DAISY-Buchproduktion und planen an Projekten, gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Buchinhalte sowohl in Text als auch in Audio online verfügbar zu machen.
Die weltweit in Entwicklung befindliche DAISY- Technologie stellt dabei das Rückrad einer barrierefrei gestalteten Informationswelt nicht nur für uns blinde und sehbehinderte Menschen dar, in der Braille, Großdruck und Audio ihren Platz haben.
Wir stehen vor der großen Herausforderung, aus unseren gewachsenen föderalen Strukturen heraus Methoden und Angebote zu entwickeln, die den heute verbreiteten audiozentrierten Ansatz von DAISY-Büchern auf eine neue, alle Medienarten einschließende Plattform hebt. Dies ist die Chance, eine viel größere Diversifikation - also Vielfalt im weitesten Sinne - in die Medienwelt blinder und sehbehinderter Menschen zu bringen!
Was hat das mit dem Projekt DBSV-Inform zu tun, werden Sie sich vielleicht jetzt fragen?
Deutschlandweit alles in einem System
Bereits vor 10 Jahren fragte sich der Vorstand des damals noch DBV genannten Verbandes, ob er die Zeitschrift "Die Gegenwart" als Kassetten- oder Brailleversion nicht allen Mitgliedern zugänglich machen kann. Die Idee war gut, scheiterte damals jedoch an der Finanzierbarkeit des Unterfangens. Dank digitaler Technik kann die Zeitschrift ab kommendem Jahr an über 20.000 Mitglieder verschickt werden. Die DAISY-Ausgabe umfasst dabei nicht nur das Hörangebot, sondern auch den Text des Hauptheftes in diversen Formaten. Dazu kommt die Idee, den Landesverbänden eine nach ihren Wünschen auszugestaltende Informationsplattform mit dieser DAISY-CD zu geben. Dies stärkt meiner Auffassung nach den Netzwerkgedanken unseres Verbandes und bereitet den Weg für kommende Informations- und Kommunikationsangebote. Übrigens subventioniert der DBSV auch weiterhin erheblich die Produktion der Braille- und Schwarzschriftausgaben der Zeitschrift. Die kostenfreie Abgabe dieser Ausgaben ist jedoch nicht finanzierbar. Das geht nur für die CD-ROM.
Die einmal im deutschlandweit einheitlichen System DAISY eingebundenen Angebote können zukünftig - nach den Interessen und Wünschen der Nutzer - ausgebaut werden. Internetradio, Podcast und Mobiltelefon gehören heute schon zur Normalität der aufwachsenden Generation. Gemeinsam weiter zu sehen ist eine wichtige Aufgabe der Selbsthilfe.
Am Ende erfreue ich Sie noch mit einem Satz in englischer Sprache. Er stammt von einem der Entwickler der Apple Macintosh PCs:
"The best way to predict the future is, to invent them."
Eine von mir leicht modifizierte Übersetzung könnte lauten:
"Die beste Vorhersage der Zukunft liegt darin, sie selbst zu gestalten." Also, gehen wir ans Werk.
[Dr. Th. Kahlisch]

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Graham Greene: "Unser Mann in Havanna"

Anatoli Krüger
(Punktschriftbibliothek)
In dieser neuen Folge der "Kramkiste" ist meine Wahl diesmal auf den Roman "Unser Mann in Havanna" (BNA 4068, kh., 4 Bde.) von Graham Greene gefallen. Graham Greene (1904 - 1991) gilt als einer der bedeutendsten britischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er hat ein sehr umfangreiches Werk hinterlassen, das außer den Romanen auch Essays, Erzählungen, Drehbücher, Dramen, Reise- und Kinderbücher umfasst. Er selbst unterschied in seinem Werk die "ernsten" Romane (wie "Die Kraft und die Herrlichkeit", "Der stille Amerikaner") von den "leichten" Unterhaltungsromanen (wie "Die Reisen mit meiner Tante", "Heirate nie in Monte Carlo"). Von der Thematik her würde auch "Unser Mann in Havanna" zu den Unterhaltungsromanen zählen. Es ist eine Satire auf die Tätigkeit von Geheimdiensten, ein Metier in dem sich Greene bestens auskannte, denn er selbst hat seit den 30er Jahren bis weit nach dem Ende des 2.Weltkrieges für den britischen Geheimdienst gearbeitet.
In diesem Roman benutzte er einen authentischen Fall, der sich in Portugal während des 2. Weltkrieges zugetragen hatte, und verlegte ihn nach Kuba in die Endphase des Batista-Regimes. Damals hatte die Geschichte eine enorme Aktualität, denn der Roman erschien Ende 1958 und schon im April 1959 wurde er von einem internationalen Team in Havanna verfilmt. Mitten in den Dreharbeiten wurde das korrupte Batista-Regime gestürzt und die Rebellen von Fidel Castro übernahmen die Macht.
Die Romanhandlung beginnt so: James Wormold, ein britischer Staatsbürger, lebt seit vielen Jahren in Havanna, seine Frau hat ihn vor langer Zeit verlassen, er hat eine siebzehnjährige Tochter, die er innig liebt, und er betreibt ein Geschäft für Staubsauger, er ist hier der Vertreter einer großen Firma aus England. Nun gehen die Geschäfte aber sehr schlecht, die Zeiten sind unruhig, häufig fällt der Strom aus - wer kauft da schon Staubsauger. Dazu hat die Tochter kostspielige Wünsche, sie möchte ein Pferd, die Mitgliedschaft in einem Reitklub etc. Wormold wird von finanziellen Sorgen gequält, auch wegen der Zukunft der Tochter.
In dieser Situation versucht ihn ein britischer Geheimagent anzuwerben. Für den biederen Wormold anfangs undenkbar, doch er willigt schließlich ein. Jetzt bezieht er ein monatliches Gehalt aus dem fernen London, das ihn zwar aller finanziellen Sorgen entledigt, aber die Zentrale in London fordert als Gegenleistung Berichte. Ob es nun die wirtschaftliche Situation in Kuba, die mögliche Unterwanderung der Regierungsarmee durch Rebellen oder die Anwerbung von Unteragenten ist. Der Informationshunger des Geheimdienstes ist riesig, dabei im Grunde ohne Sinn und Verstand. In seiner Not beginnt Wormold Berichte zu erfinden, und weil sich der Geheimdienstchef in London ein falsches Bild von dem Agenten in Havanna zurechtgelegt hat, wird ihm erstmal alles geglaubt.
So berichtet er von rätselhafter Bautätigkeit der Regierung im Bergland, von gigantischen Militäranlagen, die da errichtet werden. Und weil nun Staubsauger das sind, womit er sich am besten auskennt, zeichnet er Teile aus dem Inneren eines Staubsaugers und gibt sie als Zeichnungen jener rätselhaften Militäranlagen aus. Dazu erfindet er fiktive Agenten, die er angeworben hat, für die er wiederum Prämien und Gehalt bezieht. In London ist man begeistert von dem Mann in Havanna und gleichzeitig ratlos über die angeblichen Vorgänge in Kuba. Damit tritt Wormold eine Lawine los, denn schon bald interessieren sich für ihn nicht nur diverse Geheimdienste, sondern auch die Polizisten des Diktators Batista.
An einer Stelle im Roman heißt es: "Jeder Witz hat eine Kehrseite: die Seite des Opfers."Und so nimmt auch der Roman eine Entwicklung, in der Komik und Tragik eng verflochten sind.
Von Graham Greene haben wir in unserem Punktschriftbestand noch folgende Titel zur Ausleihe (Auszug):
In der Hörbücherei gibt es folgende Bücher (Auszug):
Im Bestand der Hörbücherei und Punktschriftbibliothek befinden sich noch weitere Werke von Graham Greene. Fragen Sie einfach nach!

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Moscheh Y. Ben-gavriêl: "Das Haus in der Karpfengasse"

Jana Waldt
(Hörbücherei)
Auf das heutige Buch bin ich durch die DAISY-fizierung unserer Kassettenbestände gestoßen. Es ist 1967 erschienen und wurde wenig später in der DZB aufgelesen.
Ben-gavriêl schildert in seiner Chronik die Schicksale der Bewohner des Prager Mietshauses Karpfengasse 115, Teil des alten Prager Judenviertels. Hier leben Tschechen und Deutsche, Christen und Juden, ganz und gar unpolitisch.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Prag im März 1939 ändert sich ihr bis dahin sorgloses Leben und sie werden durch die Ereignisse aus ihrer gewohnten Bahn geworfen.
Im Erdgeschoss der Karpfengasse oder Kaprova 115, wie sie die Bewohner liebevoll nennen, wohnte der Hausmeister, Vratislav Stepanik. Er kassierte im Namen eines unbekannten Hausbesitzers, der selbst die kleinsten Reparaturen verweigerte, die Mieten und hielt das Haus in peinlicher Ordnung.
Den ersten Stock teilten sich die Familien Lederer und Marek, darüber wohnten die Zelenkas und der verwitwete Herr Glaser, Beamter im Telegrafenamt, mit seinem 23-jährigen Sohn Leopold. Herr Glaser legte größten Wert auf seine christliche Religionszugehörigkeit.
Im dritten Stock wohnten die Familie Mautner mit ihren drei Kindern und die Familie Laufer nebst Untermieter Herrn Menazbach.
Im Dachgeschoss residierte der mysteriöse Herr Neplatka. Er war früher Beamter und hatte, so sagte man, schon seit Jahren seine Wohnung nicht mehr verlassen. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt war die Hausmeistertochter Božena.
Ganz unten waren da noch zwei Geschäfte - der Hühner- und Gänsehandel der Witwe Kaudas auf der einen und die Konditorei von Herrn Wokurka auf der anderen Seite.
Der Autor Ben-gavriêl schildert in seinem Bericht die Schicksale jeder Familie - so die der alten Witwe Kaudas, die kurz vor der rettenden Ausreise nach Brasilien von einem Gestapo-Beamten in den Tod getrieben wird oder Karl Mareks, dessen Frau sich von ihm scheiden lässt oder die von Hausmeister Stepaniks Tochter Božena, die sich mit ihrem Freund einer Widerstandsgruppe anschließt.
Zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten - nur so viel, es ist ein sehr ergreifendes Buch.
Gelesen wurde es von Hans Lanzke. Sie können es unter der Bestellnummer 3052 entweder auf 6 Kassetten oder 1 CD DAISY ausleihen.
Zur Biografie des Autors
Moscheh Yaakov Ben-gavriêl , eigentlich Eugen Hoeflich, wurde am 15.9. 1891 in Wien geboren.
Er studierte Arabistik, arbeitete zeitweise als Angestellter bei einer Versicherungsgesellschaft und begann zu schreiben.
Im Ersten Weltkrieg wurde er Soldat und ging 1917 als Kommandant einer österreichischen Kompanie nach Jerusalem, wurde von dort aber wegen pansemitischer Propaganda des Landes verwiesen und nach Wien zurückberufen.
Nach dem Krieg verdiente er sich mit dem Schreiben von Fortsetzungsromanen sein Geld.
1927 kehrte Hoeflich nach Palästina zurück und nahm den Namen Moscheh Yaakov Ben-gavriêl an.
Er war in der jüdischen Untergrundbewegung Hagana aktiv. Diese kämpfte für einen unabhängigen jüdischen Staat. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Soldat der britischen Armee in Palästina und Ägypten stationiert. Ab 1948 lebte er als freier Schriftsteller und Journalist in Jerusalem. In seinen Romanen und Novellen erzählt er aus dem Orient und von jüdischen Schicksalen.
Moscheh Yaakov Ben-gavriêl starb am 17.9. 1965 in Jerusalem.

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ging 2004 dieser Frage nach. Die ersten 100 Plätze wurden in einer Liste zusammengefasst. Wir nennen Ihnen nacheinander diese Bücher. Titel dieser Liste, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir Ihnen ausführlicher vor und setzen heute fort mit Platz Nr. 10.

Donna Woolfolk Cross: "Die Päpstin"

Welcher Verlag wünscht sich nicht, mit seinen Büchern Bestseller auf dem Buchmarkt zu landen? Schaut man in die Liste "Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen", findet man viele historische Romane, die in der Gunst der Leser stehen.
Als der Verlag Rütten & Loening 1996 "Die Päpstin" von der in Europa unbekannten amerikanischen Autorin Donna Woolfolk Cross herausgab, hat er - trotz des historischen Genres - sicher nicht mit so einer fulminanten Resonanz gerechnet. Der Roman wurde seit seinem Erscheinen im deutschsprachigen Raum über 1,5 Millionen Mal verkauft.
2000 produzierte der MDR auf zwei CDs ein sehr aufwändiges Hörspiel und 2004 wurde der Roman vom Audio Verlag als 310-minütiges Hörbuch (vier CDs) herausgebracht.
In diesem Jahr folgt nun nach Buch und CD auch die Verfilmung des Romanstoffs. Sönke Wortmann übernimmt die Regie und in der Rolle der Johanna von Ingelheim als Päpstin in Männerkleidern ist Franka Potente vorgesehen.
Stellt sich die Frage, warum dieser historische Roman so viel Erfolg hat?
Dem Roman liegt die Lebensgeschichte der Johanna von Ingelheim zugrunde. Er beginnt mit ihrer Geburt im Jahre 814. Sie wächst als Tochter eines aus England stammenden Priesters und einer heidnischen Mutter, in der Nähe von Mainz auf. Johanna ist außerordentlich intelligent und wissbegierig. Weil sie ein Mädchen ist, missbilligt der Vater ihren Drang nach Bildung und Gelehrsamkeit. Mit fünf Jahren lernt Johanna von ihrem älteren Bruder Matthias das Lesen und Schreiben. Danach unterrichtet der griechische Gelehrte Aeskulapius die Geschwister Johanna und Johannes. Da ihr der Vater den von Aeskulapius organisierten Unterricht an der Domschule in Dorstadt verwehrt, flieht Johanna und erreicht schließlich ihre Aufnahme an der Schule. Dort lernt sie Markgraf Gerold kennen. Zwischen beiden entwickelt sich eine innige Beziehung, die Gerolds Frau durch eine Zwangsheirat der 13-jährigen Johanna mit einem anderen Mann zu beenden weiß.
Während der Trauung im Dom überfallen Normannen die Stadt und töten alle im Dom versammelten Gäste. Versteckt im Altar überlebt Johanna als einzige den Überfall und entscheidet sich, ihr Leben als Mann in den Kleidern ihres verstorbenen Bruders Johannes fortzusetzen. Sie zieht als Mönch ins Kloster Fulda, in dem sie als Medizinerin agiert und großes Ansehen erlangt. Eine schwere Krankheit, die ihre wahre Identität offenbart hätte, zwingt sie zu einer erneuten Flucht. Als Mönch Johannes Anglicus tritt sie schließlich eine Pilgerreise nach Rom an. Dort schätzt und achtet man ihre medizinischen Fähigkeiten. Sie wird zum Leibarzt des Papstes, aber auch zu dessen Freund und Berater. Sie erlebt Intrigen und Ränkespiele im Papstpalast, kann sich diesen aber immer wieder durch Klugheit und List entziehen und schafft es, auch in gefährlichen Situationen, ihre Weiblichkeit zu verbergen. Selbst als sich die Möglichkeit ergibt, ein anderes Leben an der Seite Gerolds zu beginnen, entscheidet sie sich gegen ihr privates Glück.
Jahre später, nach Papst Sergius' und Papst Leos Tod, wird Johanna selbst ins höchste kirchliche Amt, zum Papst und Bischof von Rom, gewählt.
Die Päpstin Johanna zählt zu den außergewöhnlichsten Frauengestalten der Geschichte, deren Legende auch heute noch fasziniert. Ihre Person wurde zum Mythos, auch weil die katholische Kirche alle historischen Unterlagen über die weibliche Päpstin vernichtete und ihre Existenz leugnet.
In ihren Anmerkungen am Schluss des Buches belegt die Autorin anhand von historischen Fakten und Beweisstücken, dass es eine Päpstin Johanna wirklich gegeben haben muss.
Sie versichert, dass die bedeutsamsten Ereignisse in Johannas Leben den tatsächlichen historischen Überlieferungen entsprechen, wenngleich viele Geschehnisse im Roman - aus Mangel an fehlenden Zeugnissen - rein fiktiver Natur sind.
Ob Fakt oder Fiktion, Donna W. Cross gelingt es, einen packenden historischen Roman vorzulegen, der Einblick in das geheimnisvolle und legendenumwobene Leben der Johanna von Ingelheim gewährt und genau recherchiert ein detailliertes Bild vom Leben im Mittelalter, seinen Bräuchen und seiner Kultur skizziert. Der Roman trifft den Geschmack seiner Leser wohl vor allem deshalb, weil er vor historischem Hintergrund eine bewegende Lebens- mit einer ergreifenden Liebesgeschichte vereint.
"Magna est veritas et praevalebit - Groß ist die Wahrheit, und sie wird siegen."
(Johanna, S.95 AtV)
Cross' Roman half der Wahrheit zum Sieg. Er hat diese faszinierende Frau, die aus dem Bewusstsein der Menschen fast verschwunden war, wieder ins Leben gerufen.
Die Autorin:
Donna Woolfolk Cross wurde 1947 in New York City geboren. Sie verfasste nach ihrem Studium der englischen Literatur mehrere Sachbücher und Ratgeber über Kommunikations- und Gesprächstraining und gibt Kurse für kreatives Schreiben an einem College im Staat New York. "Die Päpstin" ist ihr erster Roman.
"Die Päpstin" kann in der DZB als Hörbuch und in Punktschrift ausgeliehen werden.
Hörbuch: 17 Kass./1 CD DAISY (1462 Min.) 5067,
Sprecher: Marlies Reusche (Leipzig).
Punktschrift: 7 Bde., kzp.98, (Zürich), BNA 9658

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Autorenportrait

Anna Seghers (1900 - 1983)

Zum 25. Todestag
"Eine große Schriftstellerin ist selbst stark. Auch sie ist Macht.
Anna Seghers. Hat sie diese Kraft eingebüßt, als sie für die Macht schrieb, die nunmehr nur noch im eigenen Namen agierte, nicht mehr im Namen der Schwachen? Das wurde oft behauptet...
Wer über Anna Seghers urteilen möchte, muß sie als Ganzheit nehmen, oder als Ganzheit verwerfen. Sie hat sich niemals geändert."
(Hans Mayer, Der Turm von Babel. Erinnerung an eine Deutsche Demokratische Republik. Frankfurt a. Main 1991)
"Anna Seghers: Deutsche, Jüdin, Kommunistin, Schriftstellerin, Frau, Mutter" (Christa Wolf) - war ein Mensch, der im Laufe seines Lebens mehrere sich scheinbar widersprechende Identitäten annehmen musste. Hineingeboren in ein Jahrhundert, in dem es zwei Weltkriege, die Herrschaft des Nationalsozialismus und die Entstehung zweier deutscher Staaten gab, sind ihr viele Herausforderungen und Zwänge auferlegt worden, trafen sie schmerzliche Erfahrungen, wurden ihr Entscheidungen abverlangt, die sie im Vorfeld aufgrund ihrer politischen Überzeugung in große innere Kämpfe und Zweifel stürzte.
"Man hat uns nun einmal von klein auf angewöhnt, statt uns der Zeit demütig zu ergeben, sie auf irgendeine Weise zu bewältigen." (aus "Der Ausflug der toten Mädchen"). Diese Worte bestimmen Leben und Schreiben der Autorin. Anna Seghers fühlte sich nicht dem Bürgertum, dem sie entstammt, zugehörig. Ihre Sympathie galt den Unterdrückten, Schwachen, den Opfern. In ihrem Dienste wollte sie sich als Schriftstellerin zu verstehen wissen und agierte sie auch politisch im antifaschistischen Kampf. Als Kommunistin glaubte sie an eine humane Gesellschaft, die von sozialer Gerechtigkeit bestimmt wird. Doch ließ sie die gesellschaftliche Wirklichkeit in der DDR immer mehr Unrecht erkennen, das sie jedoch in vielen Fällen nur duldete. Ein deutlicher Protest gegen die Ausweisung oder Inhaftierung ihrer Schriftsteller- oder Künstlerkollegen und eine klare Distanzierung von den Machthabenden, hätte für sie alles in Frage gestellt: ihr bisheriges Leben, ihre schriftstellerische Arbeit, und ihre kommunistischen Ideale.
Anna Seghers Werk zählt jedoch zu einem der beeindruckendsten in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. In ihren Romanen und Erzählungen reflektiert sie die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ihrer Zeitepoche und thematisiert immer wieder "die Kraft der Schwachen", die sich für eine menschlichere Gesellschaft einsetzen. Weder ihre Erfahrung mit dem Nationalsozialismus noch die Vertreibung ins Exil konnten sie vergessen lassen, wo die Wurzeln ihrer eigenen Kultur liegen. Diese selbst erlebten Erfahrungen wurden zum Gegenstand ihrer Darstellung in der Kunst.
Anna Seghers wird mit bürgerlichem Namen Netty Reiling als Tochter des Antiquitätenhändlers Isidor Reiling und seiner Frau Hedwig, am 19. November 1900, in Mainz geboren. Sie entstammt einer wohlhabenden jüdischen Familie. Der Vater betreibt zusammen mit seinem Bruder eine renommierte Kunst- und Antiquitätenhandlung.
1920 legt Netty Reiling in Mainz das Abitur ab. Noch im gleichen Jahr nimmt sie das Studium in Heidelberg auf. Hauptfächer sind Kunstgeschichte und Sinologie. In Heidelberg lernt sie den ungarischen Kommunisten Laszlo Radvanyi kennen, den sie 1925 heiratet.
1924 promoviert Netty Reiling mit der Arbeit "Jude und Judentum im Werk Rembrandts" zum Doktor der Philosophie.
Ihre erste Veröffentlichung, die Erzählung "Die Toten auf der Insel Djal. Eine Sage aus dem Holländischen, nacherzählt von Antje Seghers", erscheint im selben Jahr in der "Frankfurter Zeitung und Handelsblatt".
Über ihren Mann erhält sie Einblick in die politische Arbeit. Radvanyi leitet in Berlin, wo beide wohnen, die Marxistische Arbeiterschule. Er wird für sie ihr wichtigster Ansprechpartner in ihrer schriftstellerischen und politischen Tätigkeit. Im Jahr 1926 kommt ihr Sohn Peter, zwei Jahre später ihre Tochter Ruth zur Welt.
Seit der Veröffentlichung der Erzählung "Grubetsch" (1927) schreibt sie alle ihre Werke unter dem Namen Seghers.
1928, in dem Jahr, in dem sie der KPD beitritt und den Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller gründet, erscheint die Erzählung "Der Aufstand der Fischer von St. Barbara", für die sie mit dem Kleistpreis ausgezeichnet wird.
Nach dem Machtantritt Hitlers, im Jahr 1933, flieht Anna Seghers zunächst in die Schweiz und kurz darauf nach Frankreich, wo sie und ihre Familie in Paris eine Wohnung finden.
Sie wird Redaktionsmitglied der "Neuen Deutschen Blätter", einer Monatsschrift für Literatur und Kritik. Bis August 1935 beteiligt sie sich an der Neugründung des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller in Paris.
Während ihres französischen Exils ist sie politisch und publizistisch im Kampf gegen den Nationalsozialismus aktiv. Sie nimmt an Internationalen Schriftstellerkongressen in Paris und Madrid teil. Es entstehen die Erzählungen "Der Kopflohn" (1933) und "Die Rettung" (1937), in denen sie über den Faschismus aufklärt. 1937 beginnt sie ihre Arbeit an dem Roman, der ihren Weltruhm begründet, "Das siebte Kreuz".
Nach dem Beginn des II. Weltkrieges wird es für die Radvanyis in Paris immer gefährlicher. Den französischen Behörden sind sie als kommunistische Hitlergegner bekannt. Hinzu kommt die Sorge um das tägliche Brot.
1940, als die Deutschen Paris besetzen, wird Seghers Mann interniert und kommt in das südfranzösische Lager Vernet. Seghers erste Flucht vor der Gestapo misslingt. Sie muss sich mit den Kindern im besetzten Paris verbergen. Später jedoch flieht sie ins unbesetzte Gebiet Frankreichs nach Pamiers und Marseille. Immer wieder bemüht sie sich um die Entlassung ihres Mannes aus dem Gefangenenlager und um Ausreisemöglichkeiten. In ihren Briefen von 1940/41 schreibt sie von tiefen Depressionen, die sie nur schreibend überleben kann. In ihrem Roman "Transit", ein Roman über Exilanten, verarbeitet sie unmittelbar ihre Erlebnisse im Kampf um die Ausreisepapiere.
Am 24. März 1941 reist Anna Seghers mit ihrem Mann und den Kindern über New York nach Mexiko aus. "Ich habe das Gefühl, ich wäre ein Jahr tot gewesen", schreibt Anna Seghers an Freunde nach Mexiko. Die Schriftstellerin wird Präsidentin des Heinrich-Heine-Clubs und arbeitet auch im Exil für die antifaschistische Bewegung.
1942 erscheint der Roman "Das siebte Kreuz" in Englisch in den USA und in Deutsch in Mexiko. Er macht sie nicht nur weltberühmt, sondern sichert ihre finanzielle Existenz, so dass sie erstmals wieder in Ruhe arbeiten kann. Da trifft sie die Nachricht von der Ermordung ihrer Mutter in Auschwitz. Ihr Vater war schon 1940 gestorben. Vergeblich hatte sie sich für Ausreisepapiere für die Mutter bemüht.
Ein schwerer Verkehrsunfall, Anna Seghers wird von einem Auto angefahren, zwingt sie zu einem langen Krankenhausaufenthalt. Während ihrer Genesung arbeitet sie an ihrer einzigen autobiographischen Erzählung "Ausflug der toten Mädchen" (1946): ein Abschied von der Mutter. "Es gab nur noch eine einzige Unternehmung, die mich anspornen konnte: die Heimfahrt", heißt es in dieser Erzählung.
1947 verlässt Anna Seghers Mexiko und kehrt über New York, Stockholm und Paris nach Berlin zurück. Ihre Kinder haben bereits ein Studium in Paris begonnen. Ihr Mann kommt erst 1952 aus dem Exil zurück. Im gleichen Jahr ihrer Rückkehr wird ihr für "Das siebte Kreuz" der Georg-Büchner-Preis verliehen. Ihre Romane, die sie im Exil geschrieben hatte, erscheinen nun endlich auch in Deutschland.
Auf die Frage, warum sie "das sonnige Mexiko gegen die grauen Ruinen Berlins" eingetauscht habe, erklärt Anna Seghers: "... ich bin eine deutsche Schriftstellerin, und in meiner Muttersprache kann ich am besten helfen, etwas Besseres aus dem Schutt zu machen." Ihre Entscheidung für die DDR ist Ausdruck ihrer Parteinahme für ein sozialistisches Land. Sie engagiert sich für den Wiederaufbau Deutschlands, nimmt am Weltfriedenskongress in Paris teil und setzt sich für die Ächtung von Atomwaffen ein.
1949 erscheint ihr Roman "Die Toten bleiben jung", eine Chronik deutscher Geschichte von 1917 bis 1945, in dem sie versucht, die Ausbreitung des Faschismus nachzuzeichnen.
1950 siedelt Seghers nach Ostberlin über und wird Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste. Neben Kurzprosa entstehen legendenhafte Erzählungen ("Das Argonautenschiff", 1948), die in der zweiteiligen Sammlung "Der Bienenstock" erscheinen, und der Roman "Die Entscheidung" (1959).
Auf dem III. Deutschen Schriftstellerkongress wird sie 1952 zur Vorsitzenden gewählt. Als der Leiter des Aufbau Verlages Walter Janka antisozialistischer Aktivitäten angeklagt und verhaftet wird, schweigt sie in der Öffentlichkeit, versucht allerdings, hinter den Kulissen seine Haft zu verhindern.
In den 60er Jahren schreibt sie Essays über Dostojewski und Tolstoi. Sie reist zweimal nach Brasilien zu Jorge Amado, mit dem sie gut befreundet ist. 1965 erscheinen der Erzählband "Die Kraft der Schwachen", 1967 "Das wirkliche Blau. Eine Geschichte aus Mexiko" und 1968 ihr letzter Roman "Das Vertrauen".
Mit zunehmendem Alter entzieht sie sich in den 70er Jahren immer mehr öffentlichen Aufgaben. 1978 stirbt ihr Mann, sie tritt als Vorsitzender des Schriftstellerverbandes zurück. In den letzten Jahren vor ihrem Tod entsteht der Novellenband "Drei Frauen aus Haiti" (1980).
Anna Seghers stirbt am 1. Juni 1983. Sie wird auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt. Die Räume ihrer Wohnung gestaltete die Akademie der Künste zu einer Gedenkstätte um. Anna Seghers Wunsch entsprechend kommen die Tantiemen ihres Werkes jungen deutschen und lateinamerikanischen Schriftstellern zugute.
Titel von Anna Seghers aus der Hörbücherei der DZB:
Titel aus der Punktschriftbibliothek:
Im Bestand der Hör- und Punktschriftbücherei befinden sich zahlreiche weitere Werke von Anna Seghers. Rufen Sie uns an und fragen nach!

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel. 0341 7113-145, Fax 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Mit NewsReader Zeitung lesen

Ulrich Jander
Heutzutage ist es nicht sehr kompliziert, Informationen und Nachrichten aus Deutschland und der Welt für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen verfügbar zu haben.
Schwieriger wird es, wenn es um Regionalnachrichten geht; Lokales aus der Stadt, Gemeinde oder aus dem Landkreis findet man in erster Linie in der Tagespresse. Blinde oder hochgradig sehbehinderte Interessierte kennen die Problematik; entweder es gibt die Möglichkeit, sich aus der Tageszeitung von einem sehenden Menschen vorlesen zu lassen oder man geht online und versucht, die Zeitung im Internet zu lesen. Letzteres ist oft mit größeren Hürden verbunden, denn der Internetauftritt der Zeitungen ist oft nicht barrierefrei gestaltet, so dass man mit Screenreader oder Vergrößerungssoftware keine Freude beim Lesen im Netz hat.
Seit einiger Zeit gibt es jedoch eine gute Alternative, die man nutzen kann: das Programm NewsReader. Es wurde von der Firma Papenmeier Rehatechnik entwickelt, die im Bereich der spezifischen Computertechnik für blinde und sehbehinderte Anwender bekannt ist. Das Programm wird auf CD-ROM angeboten und muss von dort installiert werden.
Mit diesem NewsReader verfügt man über die Möglichkeit, die zuvor abonnierte Tageszeitung im Textformat zu lesen. Hat man mehrere Zeitungen abonniert, kann man, nachdem der NewsReader gestartet ist, mit den Pfeiltasten nach unten oder nach oben, die jeweilig interessierende Tagespresse auswählen und dann mit Enter bestätigen. Überhaupt ist die Bedienung des NewsReader sehr einfach; man kommt mit nur sehr wenigen Bedientasten aus. Die zwei Pfeiltasten, nach unten und oben, für die Auswahl, die Entertaste zur Bestätigung und die Escape-Taste für den Abbruch, um wieder einen Schritt zurückgehen zu können, sind die wichtigsten Tasten im Programm.
Hat man die Zeitung ausgewählt und bestätigt, befindet man sich in einer Liste, die die Rubriken der Tageszeitung enthält und in der man wieder mit den Pfeiltasten nach unten oder oben auswählen kann. Ist die Auswahl getroffen und die Bestätigung erfolgt, steht man in der ausgewählten Rubrik und kann mit den Pfeiltasten nach unten oder oben zwischen den Artikeln dieser Rubrik auswählen. Hat man den Artikel ausgewählt und bestätigt, so befindet man sich am Beginn des Textes und kann sich diesen Beitrag mit Hilfe des Screenreaders oder der Vergrößerungssoftware vorlesen bzw. anzeigen lassen.
Aus dem Artikel und dann auch aus der Rubrik gelangen Sie durch Drücken der Escape-Taste wieder zurück. Wenn man im Artikeltext steht, lässt sich dieser auch mit Hilfe von Strg + S auf die Festplatte in ein selbst ausgewähltes Verzeichnis kopieren. Möchte man wissen, ob ein bestimmtes Wort oder ein Begriff in der Tageszeitung oder im Artikel vorkommt, dann kann man mit Hilfe von Strg + F danach suchen.
Durch Nutzung dieser aufgezeigten Bedienmöglichkeiten kann man die Tageszeitung sehr effektiv nach interessanten Beiträgen durchforsten.
Unter welchen Voraussetzungen funktioniert das Programm NewsReader, und was benötigt man dazu?Die Firma Papenmeier Rehatechnik schreibt auf ihrer Internetseite:
"Voraussetzungen für die Nutzung der Tagespresse:
Zum Lieferumfang gehören:
Als Interessent melden Sie sich zuerst bei der Firma Papenmeier Rehatechnik. Sie liefert Ihnen das Programm NewsReader und stellt die Vermittlung zu Ihrem gewünschten Zeitungsverlag her. Das Abonnement der Zeitung und die Abrechnung wird zwischen Ihnen und dem Zeitungsverlag abgewickelt.
Die Kosten für Sie belaufen sich insgesamt ca. in Höhe eines Abonnements pro Tageszeitung und kann von Zeitung zu Zeitung unterschiedlich sein, da dies vom jeweiligen Zeitungsverlag abhängig ist. Ihre Kosten können niedriger sein, wenn Sie bereits Abonnent der Schwarzschriftausgabe derselben Zeitung sind. Fast jedes Bundesland ist mit mehreren Zeitungen in diesem Service mit dem NewsReader vertreten.
Leider fehlen die Tageszeitungen des Bundeslandes Sachsen, da in den betreffenden Verlagen die dortige Computertechnik mit der Aufbereitungssoftware bei Papenmeier nicht kompatibel ist.
Eine komplette Auflistung über die zur Verfügung stehende Tagespresse erhalten Sie bei der Firma Papenmeier Rehatechnik sowie auf der Internetseite http://www.papenmeier.de/rehatechnik/produkte/unterwegs/vorlesesoftware/index.html. Jederzeit können weitere Tageszeitungen hinzukommen.
Wie oben aufgeführt, müssen Sie über einen Internetzugang verfügen. Das muss nicht der Schnellste sein, denn die tägliche Zeitung wird aus dem Programm NewsReader durch einen entsprechenden Tastenbefehl von Ihnen als Textformat vom Server abgerufen. Dieses Abholen kann zwei bis drei Minuten dauern, kann aber auch viel schneller gehen. Das hängt von der Geschwindigkeit im Internet und von Ihrem Zugang ab. Sobald der Abholvorgang beendet ist, erhalten Sie an Ihrem PC eine entsprechende Meldung, die Sie mit Enter bestätigen. Sofort können Sie Ihre Zeitung aufrufen und mit dem Stöbern und Lesen beginnen, ohne dass Sie auf fremde Hilfe oder auf das Einscannen von Texten angewiesen sind.
Wenn Sie Fragen zu all diesen Dingen des Service haben, können Sie mich gern in der DZB erreichen. Jedoch haben Sie auch die Möglichkeit, bei der Firma Papenmeier Rehatechnik anzufragen. Sie erreichen die Firma unter:
Es ist ein sehr schönes Gefühl, jetzt auch selbstständig auf Lokales zugreifen zu können.
Zum Schluss meines Beitrages möchte ich noch auf eine beginnende Entwicklung in diesem Bereich hinweisen, deren Ergebnisse für blinde und sehbehinderte Zeitungsleser interessant sein könnten. Eine Firma in Leipzig, Phonepublisher, ist dabei, Tageszeitungen, insbesondere deren Online-Ausgaben, per Telefon mit Hilfe einer synthetischen Sprache zur Verfügung zu stellen. Über die Telefontastatur kann man sich in verschiedener Weise in der Zeitung bewegen. Eine Anleitung steht per Tastendruck zur Verfügung. Auch Programmzeitschriften können über diesen Weg zur Nutzung bereitgestellt werden.
Lassen wir uns von den Möglichkeiten überraschen!

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Info-Service

40 Jahre Ausbildung blinder Programmierer in Sachsen

Katja Lucke
Für die Festveranstaltung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums blinder Programmierer in Sachsen konnte als Gastredner der Präsident des Sächsischen Landtages, Erich Iltgen, gewonnen werden.
Die Veranstaltung, die ursprünglich für den 7. Juli 2008 geplant war, findet daher nun am 15. Juli 2008, 10 bis 12 Uhr, in der DZB statt. Auf Initiative der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) wurde 1968 der Grundstein für die Ausbildung zum Fachinformatiker, damals "Facharbeiter für elektronische Datenverarbeitung - Spezialisierungsrichtung Programmierung" gelegt.
Für den Landtagspräsidenten ist dies ein entscheidender Durchbruch auf dem Wege der Berufsfindung für Blinde und Sehbehinderte. Mit seiner Eröffnungsrede würdigt Iltgen dieses Engagement in der Berufsausbildung blinder und sehbehinderter Menschen. Bei Interesse an der Teilnahme der Veranstaltung können sich Interessenten in der DZB, unter der E-Mail-Adresse programmiererausbildung@dzb.de anmelden.

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Umbenennung in "Ephraim-Carlebach-Haus"

Katja Lucke
Der Freistaat Sachsen hat sich auf Anfrage und Bitte der Vorsitzenden des Verbandes ehemaliger Leipziger in Israel dafür ausgesprochen, dem Gebäude in der Gustav-Adolf-Straße 7 den Namen "Ephraim-Carlebach-Haus" zu verleihen.
Der Rabbiner Ephraim Carlebach legte im Juni 1913 den Grundstein für das Gebäude der Ephraim-Carlebach-Schule, die ab 1933 zur "Jüdischen Schule" und ab 1939 zum so genannten "Judenhaus" wurde, in dem jüdische Familien untergebracht waren. Seit 1954 hat in diesem Gebäude die DZB ihren Sitz.
Anlässlich des 95. Jahrestages der Grundsteinlegung am 25. Juni 2008 würdigen der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen in einer Eröffnungsrede und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung in einem Grußwort die feierliche Namensgebung und deren Bedeutung für die jüdische Geschichte des Hauses.

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Hallig Hooge für Blinde und Sehbehinderte - Ich höre und fühle, was du siehst

Ein neuer Meilenstein für das barrierefreie Reisen steht ab dem Frühjahr 2008 auf Hallig Hooge zur Verfügung. Besucher mit eingeschränktem oder fehlendem Sehvermögen haben nun die Möglichkeit, sich das kleine überschaubare Eiland im Wattenmeer mit allen Sinnen zu erschließen. Dazu wurden ein spezielles Landkartenset und eine Audioführung entwickelt.
Mit Hilfe des 3-teiligen Landkarten-Sets, das in der DZB produziert wurde, können die geografischen Zusammenhänge als Reliefdarstellungen, die mit Braille beschriftet wurden, ertastet werden.
Die Reliefs sind transparent und mit einer Großdarstellung hinterlegt, die auch für Sehbehinderte gut erkennbar ist. Sie zeigen das nordfriesische Wattenmeer mit seinen 6 Inseln und 10 Halligen nebst den 3 Schifffahrtslinien und der Küste mit den Anlegestellen. Eine weitere Karte stellt Hallig Hooge mit ihren 10 bewohnten Warften, deren Verbindungswegen, Deichen, Wattwanderwegen, Badestellen, öffentlichen Toiletten usw. dar. Eine Detailkarte skizziert die Gebäudeanordnung auf der Hauptwarft, der "Königin der Halligen".
Die Audioführung leiht den Nutzern gewissermaßen kundige Augen. Sie beschreibt in einer Gesamtlaufzeit von ca. 240 Minuten - von 25 Positionen aus - fotografisch genau und dank zahlreicher Hintergrundinformationen tiefenscharf das, was zu sehen und zu erkunden ist. Die Audioführung ist als CD DAISY dem Landkarten-Set beigegeben und kann mit MP3-Playern gehört werden.
Mit diesem Produkt wurde ein Audioguide entwickelt, der die Zuordnung der Beschreibungen per GPS besorgt und mit den Navigationsmöglichkeiten des DAISY-Standards verbindet. Das ist eine Neuheit auf dem Gebiet der Audioguide-Technik!
CD DAISY und Landkarten-Set "Ich höre und fühle, was du siehst - Medienpaket zur Erschließung der Hallig Hooge für Blinde und Sehbehinderte" können in der DZB unter der Bestellnummer 6225 käuflich erworben werden. Das Set kostet 20 €.
Weitere Informationen unter Tel.: 03417113119!

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Tag der offenen Tür

Christiane Felsmann
13. September 2008. Diesen Tag sollten Sie sich gut merken. Sie können individuell nach Leipzig kommen, aber auch gern mit ihrer gesamten Kreisorganisation im Bus anreisen!
Die DZB öffnet für alle Interessierten Tor und Tür. Die Mitarbeiter zeigen, wie ein Buch in Brailleschrift entsteht, was man bei der Reliefherstellung beachten muss und wo unsere Sprecher sitzen. Alles was möglich ist, machen wir für Sie erfahrbar. Führungen durch das gesamte Haus sind an diesem Tag von 10 - 16 Uhr möglich. Wie in jedem Jahr erwartet ein kultureller Höhepunkt die Besucher. Egal ob allein oder in Begleitung Ihrer Kreisgruppe, wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Gruppen bitten wir um Anmeldung. Mehr Informationen zu gegebener Zeit unter www.dzb.de/veranstaltungen

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Musiknotensymposium

Christiane Felsmann
Am 13. und 14. November 2008 findet das internationale "Symposium on Braille Music Notes" in der DZB Leipzig statt.
Rund um das Thema Braille-Musik-Notationen werden aktuelle Themen aus den Bereichen Softwareentwicklung und Pädagogik im Mittelpunkt stehen.
Selbstverständlich bietet die Konferenz Raum für eigene Präsentationen. Gern können Sie sich bei Interesse an einem Beitrag oder als Besucher an der Konferenz bereits jetzt anmelden.
Die Konferenzsprache ist Englisch. Beiträge zum Symposium können auf Englisch oder auf Deutsch eingereicht werden. Deutsche Vorträge werden übersetzt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.dzb.de/dacapo

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Auszeichnung I

Christiane Felsmann
Am 23. April 2008 war UNESCO-Welttag des Buches. Wie in den vergangenen Jahren gaben die Stiftung Lesen und der Deutsche Börsenverein das Welttags-Buch "Ich schenk dir eine Geschichte " heraus.
Dank des Fördervereins "Freunde der DZB e.V." ist es auch der Bibliothek der DZB erneut möglich, blinde und sehbehinderte Kinder an dem großen Lesefest teilhaben zu lassen. Eigenverantwortlich und durch Übernahme der hohen Produktionskosten wurde das Buch in Blindenschrift übertragen und konnte kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Für sein Engagement erhielt der Förderverein nun eine besondere Auszeichnung vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.Mehr zum Welttag des Buches: http://www.welttag-des-buches.de

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Auszeichnung II

Christiane Felsmann
"Lesen mit Händen und Ohren. Punktschriftbücher und Hörbücher für Blinde und Sehbehinderte", so der Titel der Studienabschlussarbeit von Katharina Eberenz. Für diese erhielt die Autorin den mit 2.500 € dotierten Förderpreis Buchwissenschaft der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.
Katharina Eberenz untersuchte die Produktion und Rezeption von Büchern für blinde und sehbehinderte Menschen unter buchwissenschaftlichen Gesichtspunkten. Die Produktion von Braille - wie auch DAISY-Büchern konnte sie in der DZB intensiv erkunden und auswerten. Die Rezeption analysierte Eberenz mit Hilfe der blinden und sehbehinderten Leser selbst.
Lesegewohnheiten und Leseverhalten wurden von Ihr erfasst und ausgewertet.
Die DZB wird die Arbeit im zweiten Halbjahr 2008 als DAISY-Hörbuch produzieren.
Mehr Informationen zum Hören: www.dzb.de/podcast

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"Das hab ich kommen seh´n" - Blindenwitze und Geschichten

Witze über Blinde und Blindheit? Ist das nicht makaber? Gelegentlich ist zu hören, man mache über ein solch schweres Schicksal keine Witze. Blinde und sehbehinderte Menschen denken größtenteils allerdings ganz anders darüber und können wohltuend über kuriose Begebenheiten, die sich manchmal aus dem Nichtsehen ergeben, herzhaft lachen. Die meisten Schilderungen und Witze in der jetzt vorliegenden Sammlung haben Betroffene dem Herausgeber selbst erzählt.
Und so will das Heft über humorvolle Unterhaltung - bereichert durch sinnreiche Illustrationen - Brücken bauen zwischen blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen. Hemmschwellen und Berührungsängste im Umgang miteinander können auch weggelacht werden.
Auf 36 Seiten im handlichen Kleinformat A 6 gibt es deftigen Spaß und Besinnliches, Situationskomik und Wortspielereien. Zahlreiche farbige Illustrationen und ein dem Thema sehr gerecht werdendes Layout dürften dem Heft zu rascher Verbreitung verhelfen.
Die Umschlagseiten verdeutlichen in Wort und Bild ein weiteres Anliegen des Herausgebers: Der Erlös der Broschüre kommt in vollem Umfang Hilfsprojekten für blinde und sehbehinderte Menschen in Osteuropa zugute, die von der privaten Initiative Tandem-Hilfen organisiert werden (www.tandem-hilfen.de).
Als kleines Geschenk an Freunde, Bekannte oder Kollegen eignet sich das witzig hintergründige Heftchen ebenso wie als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit von Einrichtungen und Vereinen im Blinden- und Sehbehindertenwesen, die auf der Rückseite des Umschlages noch ihre Kontaktadresse einstempeln können.
Sammelbestellungen sparen Portokosten.
"Das hab ich kommen seh´ n" - Blindenwitze und Geschichten
Herausgeber: Dr. Thomas Nicolai,
1. Auflage, April 2008;
36 Seiten, zahlreiche Farbillustrationen, Format A 6,
Einzelpreis 2,00 € zzgl. Porto
Zu beziehen bei: Dr. Thomas Nicolai, Initiator von Tandem-Hilfen

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Tandem-Hilfen

Seit 2004 organisiert die private Initiative "Tandem-Hilfen" Projekte, die bisher blinden und sehbehinderten Menschen in 15 Ländern zugute kamen.
Das Motto "Es geht nur gemeinsam" gilt nicht nur für das Tandem-Fahren, sondern auch für erfolgreiches soziales Engagement.
Denn ohne Sponsoren und Förderer wären die Projekte von Tandem-Hilfen nicht möglich.
Die Initiatoren wollen das Tandem-Fahren als integrative Sportart popularisieren, Bildungsmöglichkeiten und Integration von Menschen mit Seheinschränkungen fördern, Kontakte zwischen blinden und sehbehinderten Menschen verschiedener Länder unterstützen und die Öffentlichkeit über die Belange Sehbehinderter und Blinder informieren.
Für das Jahr 2008 sind insbesondere folgende Aktionen vorgesehen:
Firmen, Stiftungen, Vereinigungen und Einzelpersonen, die blinden und sehbehinderten Kindern und Jugendlichen - insbesondere in Osteuropa - helfen wollen, sind als Freunde, Förderer und Sponsoren sehr willkommen!
Kontakt
Dr. Thomas Nicolai, Initiator von Tandem-Hilfen:
Telefon: (030) 2081720 oder 0171-5307169
E-Mail: ThomasNicolai@gmx.de
Internet: www.tandem-hilfen.de
Bankverbindung
Thomas Nicolai
Konto-Nr.: 6701909
BLZ: 860 100 90, Postbank Leipzig
Verwendung: Tandem-Hilfen

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Aktueller Tipp: Der Podcast der Duden-Sprachberatung

Im Podcast der Duden-Sprachberatung nehmen die Deutschexperten sprachliche Stolpersteine genauer unter die Lupe, erklären die Herkunft von Wörtern oder Wendungen und vieles andere mehr.
"Achtung, Täuschung!" - In der neuen, 12. Folge, erfahren Sie mehr über Redewendungen wie "hinters Licht führen" oder "übers Ohr hauen".
Das Angebot finden Sie unter http://www.duden.de/podcast.
Wir wünschen gute Unterhaltung!

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Über die UN-Konvention zum Schutz der Behindertenrechte

Irene Klein in DBSV-direkt
Als 20. Land ratifizierte Ecuador am 8.4. 2008 die Konvention über die Rechte behinderter Menschen, die nunmehr am 3. Mai 2008 in Kraft treten kann. Um rechtsverbindlich zu werden, muss eine Konvention von mindestens 20 UN-Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Ist diese Mindestzahl erreicht, wird das Dokument 30 Tage später völkerrechtlich verbindlich.
In Deutschland ist die UN-Konvention damit allerdings noch nicht geltendes Recht. Deshalb fordert Renate Reymann, Präsidentin des DBSV, die Bundesregierung auf, das Ratifizierungsverfahren zügig einzuleiten: "Dieser Schritt ist mehr als überfällig, zumal Deutschland als einer der ersten Staaten vor mehr als einem Jahr die UN-Konvention unterzeichnet hat. Die Arbeit der Behindertenselbsthilfe kann erst nach der Ratifizierung richtig beginnen. Denn erst dann können wir uns mit allem Nachdruck dafür einsetzen, dass die einzelnen Artikel umgesetzt werden und dass die politischen Entscheidungen und Maßnahmen die Inhalte der Konvention widerspiegeln. Und das ist enorm wichtig, weil wir trotz Behindertengleichstellungs- und Antidiskriminierungsgesetz in Deutschland von einer Gleichstellung behinderter Menschen immer noch weit entfernt sind."
Die Vereinten Nationen werden am 12. Mai 2008 in New York im Saal der Generalversammlung zusammentreten, um gemeinsam mit Vertretern von Regierungen, UN-Organisationen und Institutionen der Zivilgesellschaft das Inkrafttreten der Konvention zu würdigen.

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: verlag@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen:
Sylvia Thormann
Telefon: 0341 7113-120
Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto-Nr.: 1 100 830 010
DZB 2008

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