DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 6 – 2008
November / Dezember
18. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Ab 2009 im Abonnement: "Hörzu-Fon" - das klingende TV- und Radioprogramm am Telefon

Zeitschriftenangebot 2009

Vorschau auf die Zeitschrift "LITERATURTREFF" 2009

argon daisy edition

Wie war das damals?

200 Jahre Blindenbildung in Sachsen (3)

Heinrich Ferdinand Schütze und seine Arbeitsanstalt für Blinde in Dresden

Die Kramkiste

Jeremias Gotthelf: "Erzählungen"

Maria Nikolajewna Wolkonskaja: "Erinnerungen"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Isabell Allende: "Das Geisterhaus"

LOUIS

DAISY-Wiedergabe aktuell - Was gibt es Neues?

Info-Service

Schließzeiten

Weihnachtliche Einkauftipps

Haus Storchennest lädt ein für 2009

Ratgeber DBSV

Gratis-Ratgeber für erfolgreiches Altern

alltagstricks.de

Neue Rufnummer für BOB

Impressum

Vorbemerkung

Auch zum Jahresende können wir noch mit diversen Neuigkeiten aufwarten. Zunächst: Der Service "Hörzu-Fon" wird künftig auch das Rundfunkprogramm enthalten. Mehr dazu in der Rubrik "Einblicke". Und die zweite große Neuigkeit: erstmals bietet ein kommerzieller Hörbuchverlag DAISY-Hörbücher in Größenordnungen zum regulären Verkauf an. Auch dazu mehr unter "Einblicke". Dagegen sind die Informationen zum Inhalt der Zeitschrift "Literaturtreff" 2009 und über unser Zeitschriftenangebot im nächsten Jahr schon Routine.
Im Januar ist der 200. Geburtstag von Louis Braille. Diesem Ereignis wird die nächste Ausgabe der DZBN selbstverständlich Rechnung tragen. Und natürlich wirft das Ereignis schon seine Schatten voraus, wie Sie unschwer an der "Postecke" erkennen.
Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende und ein wiederum ereignisreiches Jahr beginnt. Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege alles Gute für die anstehenden Feiertage und einen glücklichen Start ins neue Jahr.
Herzlichst grüßt
Ihr Karsten Sachse

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

"Hörzu-Fon"

»(…) Welche Zielgruppe möchten Sie damit ansprechen? Zwar hat man mit ’DAISY-TV’ nicht die große Auswahl an Fernsehsendern zur Verfügung, doch sind die dort gegebenen Informationen hilfreicher als im neuen telefonischen Dienst.
Sollte Ihnen der Gedanke gekommen sein, mit dem Hörzu-Fon Menschen erreichen zu wollen, die Berührungsängste mit der DAISY-Technik haben, glaube ich nicht, dass dieser Plan aufgehen wird. Nach meinen Tests des telefonischen Angebots stellte ich fest, dass die Navigation unter DAISY viel komfortabler als auf der Telefontastatur ist. Zudem kann das gesamte Angebot des Hörzu-Fons mit sehr ausführlichen Inhaltsangaben auch unter http://text.hoerzu.de im Internet abgerufen werden. Seine Bedienung gestaltet sich ebenfalls einfacher als jene der Telefontastatur. (…)«
[Herr Ronny Stimmel per E-Mail]
Anmerkung der Redaktion
Der erste Artikel unserer Rubrik "Einblicke" gibt Aufschluss über einige der aufgeworfenen Fragen. Sicher ist das Telefon das unter Blinden aller Altersgruppen am weitesten verbreitete Empfangsgerät für Programmdaten.

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Zum Braillejubiläum 2009

»(…) Das kommende Jahr bietet eine einmalige Chance für unsere Öffentlichkeitsarbeit. Braille und Haüy,der ja unbedingt in diesem Zusammenhang mit genannt werden muss, sind kulturgeschichtlich interessante Persönlichkeiten, die eine größere Beachtung in unserer Gesellschaft verdienen. Indem wir des großen Erfinders der Blindenschrift gedenken, können wir auch unsere Belange ins öffentliche Bewusstsein bringen. Deshalb sollten landauf, landab entsprechende Vortragsveranstaltungen stattfinden. Jeder engagierte Punktschriftleser mag sich überlegen, wie sein Beitrag aussehen könnte. Schulen, Volkshochschulen, Gemeindesäle und evt. Buchhandlungen wären geeignete Lokalitäten hierfür.
Nicht jeder hat die Zeit, sämtliche verfügbaren Quellen durchzuarbeiten, wie ich das getan habe. Daher sollte man sich bei der DZB überlegen, ob man eine Handreichung für die Gestaltung eines solchen Vortrags anbieten könnte.
Ein kleines Histörchen aus meinem Leben mag zur Veranschaulichung dienen. Wir waren gerade mal ein halbes Jahr verheiratet, als meine Frau Besuch von einer ehemaligen Seminarkollegin erhielt, die auf der Durchreise längeren Aufenthalt hatte. Nachdem wir bei einer Tasse Kaffee recht angeregt miteinander geplaudert hatten, begleitete meine Frau sie zur Wohnungstür. Dort äußerte die junge Dame: 'Weißt, es ist schon erstaunlich, wie man sich mit deinem Mann so gut unterhalten kann, wenn man bedenkt, dass er doch Analphabet ist.'
Wenn das kein Hammer war, dazu von einer Frau, die Lehrerin werden sollte! Sage keiner, dass es so etwas heute nicht mehr gibt. Was Blinde auch heute noch in Arztpraxen und Krankenhäusern erleben, beweist zur Genüge, wie notwendig Aufklärung immer noch ist. (…)«
[Herr Günther Schmohl aus Gernsbach]

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Braille, die Zweite

»(…) Wenn im Jahr des 200. Geburtstags von Louis Braille seine Blindenschrift gefeiert wird und hoffentlich populärer gemacht werden kann, so sollte dabei auch jenes Datum einmal ausführlicher behandelt werden, das von Dr. Werner Uhlig in der Zeittafel zu seiner wieder sehr spannenden und lehrreichen Serie zur Geschichte der Blindenbildung in Sachsen zu finden ist: '1879 beschließt der III. deutsche Blindenlehrerkongress in Berlin verbindlich die Einführung der Braille-Schrift an den deutschen Blindenschulen.' Aus anderer Quelle (Ernst-Dietrich Lorenz, Renate Lorenz: Heiß geliebt und stets umstritten. Hundert Jahre Deutsche Blindenkurzschrift, in horus 1/2005) weiß ich, dass damit die Auseinandersetzung um einen weiteren Fortschritt auf die Tagesordnung rückte, nämlich um die Einführung der Kurzschrift. Ich zitiere den genannten Beitrag, verbunden mit der Anregung, einmal mehr über die Vorkämpfer der Kurzschrift zu veröffentlichen:
'Der glühendste Verfechter der Kurzschrift unter den sehenden Blindenlehrern war der Kieler Johannes Mohr, der sich zusammen mit seinem blinden Kollegen und Freund Christian Krohn vehement dafür einsetzte, dass die Vorteile der Kurzschrift den Blinden nicht vorenthalten werden dürften.'
Ich bin froh, die DZB-Nachrichten noch als Heft unter die Finger nehmen zu können, obwohl die Verführung zum Wechsel auf die DAISY-Version durch das Angebot interessanter Veranstaltungsmitschnitte immer größer wird. Da ist die Konkurrenz zur Braille-Schrift doch hausgemacht. (…)«
[Dr. Jürgen Trinkus per E-Mail]

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Einblicke

Ab 2009 im Abonnement: "Hörzu-Fon" - das klingende TV- und Radioprogramm am Telefon

Dr. Thomas Kahlisch
Dank einer Kooperation mit dem Axel-Springer-Verlag, Herausgeber der Zeitschrift "Hörzu", und der Firma Phonepublisher bietet die DZB seit Sommer dieses Jahres mit "Hörzu-Fon" via Telefon ein sehr umfangreiches, bequem zu nutzendes und immer aktuelles Programminformationssystem an. Neben den TV-Programminformationen von 150 Fernsehstationen erweitert sich das Angebot ab Januar 2009 um 54 Radioprogramme, die ohne zusätzliche Kosten bequem auf einer separaten Telefonnummer abgerufen werden können.
Vorlesesysteme, die gedruckte Texte mit einer synthetischen Stimme ansagen, scheitern, wenn sie Vorlagen vortragen sollen, die wie Programmzeitschriften oder Illustrierte üblich, mit zahlreichen Bildern, Kästen und Textspalten versehen sind. Nicht alle Menschen nutzen das Internet und wer hat schon Lust, seinen PC auf das Sofa im Wohnzimmer mitzunehmen, um einfach mal herauszufinden, was denn so läuft in Radio und TV. Der "Hörzu-Fon"-Abonnent greift einfach zum Telefon und wählt sich ein in das TV- ODER Rundfunkprogramm, welches tagesaktuell erstellt und mittels einer Sprachausgabe Sendung für Sendung angesagt wird.
Die Bedienung dieser klingenden Programminformationen ist einfach und intuitiv:
Auch hinter der Taste 7 stecken Zusatzangebote, über die hier noch zu berichten sein wird.
Im Unterschied zu den auf CD-ROM wöchentlich erscheinenden DAISY-TV und -Radio-Zeitschriften kann man sich mit "Hörzu-Fon" komfortabel und schnell über das Programm zu einem bestimmten Zeitpunkt informieren. Sie wollen sich und Ihren Lieben im heimischen Wohnzimmer einen gemütlichen Fernsehabend verschaffen?
Dazu rufen Sie einfach "Hörzu-Fon" an, wählen durch mehrfaches Drücken der Taste 3 den Zeitpunkt 20:15 Uhr aus und springen dann mittels der 6 von Sender zu Sender, um abzuhören, was das Abendprogramm bereit hält. Sie interessieren sich für den Spätfilm? Gehen Sie mit der 3 auf 22 Uhr und los geht es wieder mit der Taste 6 durch die Senderangebote. Entscheiden müssen Sie selbst, was Sie sich da antun, jedoch die ebenfalls angesagten Zusatzinformationen wie Produktionsdatum, Erstsendetermin, Regie, agierende Schauspieler und eine kurze Inhaltsangabe helfen Ihnen dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.
Auch das Rundfunkprogramm liefert mehr als schlichte Sendedaten. Der Anrufer erfährt, welches Hörspiel gesendet wird, welche Werke in einem Konzert zur Aufführung kommen und was Thema des aktuellen Features ist.
Damit sie in der Vielfalt der TV- und Radiowelten nicht verloren gehen, können Sie über das Drücken der Taste 7 an Ihrem Telefon eine persönliche Liste Ihrer Sender zusammenstellen. Auf diese Art und Weise wählen Sie aus 150 TV- und 54 Radio-Sendern die aus, über die Sie immer informiert werden wollen.
Über die Taste 4 veranlassen Sie, dass ihnen ausschließlich Informationen zu einer bestimmten Sparte angesagt werden. Dabei legen Sie fest, dass Sie nur Spielfilme, Sport, Musik, Hörspiele, Informations- oder Unterhaltungsangebote angesagt bekommen. Wie schon erwähnt, auch das gezielte Suchen nach Hörfilmen wird damit möglich. Keine Sorge, Sie können diese zusätzlichen Funktionen einstellen und intensiv nutzen, Sie müssen es aber nicht. Bevor Sie dieses Angebot in der DZB bestellen, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, es kostenlos 30 Tage auszuprobieren.
Wenn Sie den Dienst nur sporadisch nutzen und sich vertraglich nicht binden wollen, so steht Ihnen auch eine so genannte 01805-Telefonnummer zur Verfügung, die anfallenden Kosten liegen bei 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Am besten ist es, Sie informieren sich bei ihrem Telefonanbieter über eine Flatrate (Pauschalangebot zum Telefonieren) und beauftragen das Abo "Hörzu-Fon" aus TV- und Radioprogramm zu einem Jahresfestpreis von 48 Euro in der DZB.
Telefonieren kann man in Deutschland praktisch von überall. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, "Hörzu-Fon" nicht nur aus dem heimischen Wohnzimmer, sondern auch vom Garten, dem Urlaubsort oder bei Freunden zu nutzen. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz einer PIN (Persönliche Identifikationsnummer), die Sie bei Abonnement des Angebotes in der DZB mitgeteilt bekommen.
Wenn Telefonieren doch so einfach ist, besteht dann auch Interesse, weitere Informationsangebote über diesen Weg zu nutzen? Die kreativen Tüftler von Phonepublisher (www.phonepublisher.de) haben viele Ideen, das Telefon zu nutzen. Ein neues Testangebot ist die Möglichkeit, tagesaktuelle Artikel aus der Leipziger Volkszeitung per Anruf abzuhören. Wenn Sie wollen, so können Sie es gern ausprobieren und uns Ihre Meinung dazu mitteilen (Tel.: 0341 7113-145).
Hier folgen die entsprechenden Telefonnummern:

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Zeitschriftenangebot 2009

Es folgt die Übersicht aller Zeitschriften, die Sie 2009 aus der DZB beziehen können.
Neu hinzu kommt im nächsten Jahr die Ausweitung des bisher nur für das TV-Programm nutzbaren Dienstes "HÖRZU-Fon" auf das Rundfunk-Programm. Der Preis für den Service bleibt trotz dieser Ergänzung unverändert.
Zusätzlich haben alle Abonnenten von DAISY-Radio und DAISY-TV ein befristetes Sonderkündigungsrecht. Sie können ihr Abonnement bis zum 28. Februar 2009 in das Abonnement von "HÖRZU-Fon" umwandeln und zahlen für 2009 nur den "HÖRZU-Fon"-Preis.
AKTUELL
WÖCHENTLICH
ZWEIWÖCHENTLICH
MONATLICH
ZWEIMONATLICH
VIERTELJÄHRLICH
Kontakt: Tel. 0341 7113-120 oder E-Mail an verlag@dzb.de

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Vorschau auf die Zeitschrift "LITERATURTREFF" 2009

Starten werden wir im Heft 1/2009 mit einem freizügigen Roman über den unstillbaren Hunger nach Leben, nach Liebe, nach Glück. Inhalt sind die amourösen Erinnerungen des Andras Vajda, der als kleiner Junge im Budapest der Vorkriegszeit aufwächst, eine Vorliebe für Frauen in der Blüte ihrer Jahre erwirbt und trotz der Schrecken der Zeitgeschichte auch auslebt. "Wie ich lernte, die Frauen zu lieben" (Schirmer&Graf, 2004) wurde von dem 1933 in Ungarn geborenen Stephen Vizinczey (sprich: wisinzei) geschrieben. Wem es bei der Lektüre zu warm geworden ist, der kann sich mit "Gänsehaut" von Ross Macdonald abkühlen (Diogenes, 1976). Dessen Held Lew Archer, ein bereits grauhaariger und keineswegs heldenhafter Privatdetektiv, gehört zu den Urtypen dieses Berufsstandes wie zuvor der von Chandler geschaffene Philip Marlowe und wird beauftragt, eine verschwundene Frau zu suchen. Deren Auffinden setzt aber nicht wie erwartet den Endpunkt hinter diesen Auftrag, jetzt beginnen erst die Schwierigkeiten.
"Alt werden wollen alle, alt sein dagegen niemand" lautet ein bekannter Spruch. Allerdings nicht für die Hauptperson Marie Sharp in Virginia Ironsides Buch "Nein! Ich will keinen Seniorenteller!" (Goldmann, 2007). Marie wird langsam alt - und ist froh darüber. Als ihr 60. Geburtstag näher rückt, beschließt sie, all die Ereignisse der nächsten Monate im Tagebuch festzuhalten. Es wird ein turbulentes Jahr, vor allem aber ist es eine Zeit, in der sie es genießt, endlich nicht mehr jung sein zu müssen ...
Das altenglische Heldenepos "Beowulf" (Insel-Taschenbuch, 2007) ist das älteste und einzige vollständig erhaltene altgermanische Heldenepos, überliefert in einer Handschrift des 10. Jahrhunderts. Gisbert Haefs erzählt in moderner Sprache die Geschichte des jungen Helden Beowulf, der dem Dänenkönig Hrothgar im Kampf gegen das Menschen fressende Ungeheuer Grendel zu Hilfe eilt und fünfzig Jahre später wieder einen Kampf auf Leben und Tod zu bestehen hat.
Weitaus leichtfüßiger geht es weiter, es folgt eine "himmlische Liebesgeschichte" von André Salu. In "Ein Engel für zwei" (Aufbau-Taschenbuch-Verlag, 2007) interessiert sich der Engel Amander für die Menschen und will beweisen, dass es die perfekte Liebe gibt. Mit Hilfe statistischer Erhebungen hat er das ideale Paar bereits ermittelt. Leider aber kennen sich die Auserwählten nicht einmal. Als das Experiment zu scheitern droht, hilft der himmlische Heiratsvermittler nach - und bringt nicht nur das Leben der beiden Auserwählten gehörig durcheinander.
Als nächstes führt ein historischer Roman von Stéphane Audeguy nach Frankreich. In "Das Leben des François Rousseau, von ihm selbst erzählt" (Schirmer&Graf, 2007) wirft der Leser einen Blick auf das 18. Jahrhundert und seine Akteure, Diderot, de Sade und andere - und sieht die Ursprünge unserer Demokratie in einem etwas anderen Licht.
Schließlich kommen noch einmal die Krimifreunde zum Zuge. In der fiktiven Ruhrgebietsmetropole "Bierstadt", für das Dortmund Pate gestanden hat, kommt Lilo von Berghofen, Deutschlands berühmteste Kitschromanautorin, zu Tode. Maria Grappa, die rothaarige Reporterin, tippt auf Mord. Ob sie damit richtig liegt, das beschreibt Gabriella Wollenhaupt in ihrem Kriminalroman "Grappa und die Nackenbeißer" (Grafit-Verlag, 2007).
Ebenfalls weiblich, aber nicht menschlich ist die Heldin im "Tagebuch einer Katze" von Remco Campert (Arche-Verlag, 2008). Ihr Name ist Pöff, sie lebt bei "Brille" und "Rock" und erzählt aus ihrem Leben: von dem drohenden Ding, dem Staubsauger, dem überflüssigen Kratzbaum - wozu gibt es Sofabezüge? - mit untrüglicher Beobachtungsgabe, eigensinnigem Humor und kätzischer Überlegenheit.
Auf das Weihnachtsfest stimmt dann Bodo Kirchhoff mit "Die Weihnachtsfrau" ein (Frankfurter Verlags-Anstalt, 1997). Der Erzähler der kurzen Weihnachtsgeschichte hat nur einen einzigen Weihnachtswunsch: Er möchte bis Weihnachten, man schreibt das Jahr 1968, seine Unschuld verlieren. Bei seinem Job als Weihnachtsmann, den ihm die studentische Arbeitsvermittlung verschafft hat, trifft er Alba, die mit rotem Kostüm, schief gelaufenen Stiefeln und natürlich dem obligatorischen ausgefransten weißen Bart als Weihnachtsfrau arbeitet ...
Damit ist die Vorschau auf den 22. Jahrgang 2009 beendet. Wenn wir den Inhalt Revue passieren lassen - von der Tiergeschichte übers Heldenepos und den historischen Roman bis zum Krimi und zur Liebeskomödie - so ist doch eine bunte Mischung entstanden, die gelesen werden will: hoffentlich von Ihnen.
Im Jahresabonnement erhalten Sie 52 Ausgaben in Blindenkurzschrift zum nach wie vor günstigen Preis von insgesamt nur 53,04 Euro.
Kontakt: Tel. 0341 7113-120 oder E-Mail an verlag@dzb.de

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argon daisy edition

Katharina Eberenz
Zahlreiche Hörbücher des Argon Verlages werden in Zukunft auch im DAISY-Format erscheinen. Mittels der DAISY-Technik werden die Audiobücher hauptsächlich um Textelemente aus den Booklets angereichert. Argon will dadurch das bestehende Angebot der Blindenbibliotheken ergänzen und blinden und sehbehinderten Menschen auch im Verkauf ein auf sie zugeschnittenes Sortiment bieten.
Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse, die vom 15. bis 19. Oktober stattfand, wurden die ersten Titel der argon daisy edition vorgestellt. Das inhaltliche Spektrum ergibt sich aus dem Programm des Argon Verlags: Unter anderem sind Liebesromane von Cecelia Ahern und Comedy-Titel von Tommy Jaud dabei, historische Romane sind ebenso vertreten wie Krimis und Thriller. Vor allem auch aktuelle Titel werden als DAISY-Bücher erscheinen, im Oktober etwa "Nicht mein Tag" von Ralf Husmann, "Die Kathedrale des Meeres" von Ildefonso Falcones und "Grabesgrün" von Tana French. Und im November natürlich nicht zu vergessen die zwei Staffeln der Hörspiel-Soap "… und nebenbei Liebe"!
Der DAISY-Titel wird jeweils zum selben Verkaufspreis angeboten wie die Ausgabe des gleichen Titels auf Audio-CD.
Für die aufwändige Herstellung der "DAISYs" steht Argon mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) ein starker und erfahrener Kooperationspartner zur Seite.
Der Verkauf von DAISY-Hörbüchern über den Buchhandel ist ein Novum, aber er bleibt nicht der einzige Weg, auch im Vertrieb kann sich Argon auf die Erfahrung von Kollegen verlassen: Der Blindenhörbuchladen Metagis übernimmt den Vertrieb, barrierefrei erreichbar unter www.blindenhoerbuchladen.de. Auch Argon selbst wird zudem einen barrierefreien DAISY-Bereich auf der Verlagswebsite einrichten und parallel dazu wird an einer Download-Möglichkeit für DAISY-Bücher gearbeitet, die wenig später folgen soll.
Anmerkung der Redaktion
Die DAISY-Ausgabe dieser DZBN enthält eine Auflistung des Gesamtprogrammes der argon daisy edition im HTML-Format. Hier finden Sie sämtliche DAISY-Neuerscheinungen des Argon-Verlages im Zeitraum von Oktober 2008 bis Januar 2009 einschließlich Preis-, Bestell- und Kontaktangaben.

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Wie war das damals

200 Jahre Blindenbildung in Sachsen (3)

Dr. Werner Uhlig
Heinrich Ferdinand Schütze und seine Arbeitsanstalt für Blinde in Dresden
Zeune hatte 1806 die erste deutsche Blindenschule in Berlin gegründet, Flemming 1809 in Dresden die zweite. Humanistische Bildung nahm in diesen Jahren einen ungeahnten Aufschwung. Goethe lebte noch und Pestalozzi ebenfalls. Blindenpädagogik erwies sich als fruchtbar, nun auch in Sachsen. In der Flemmingschen Blindenschule gab es 1823/1824 neun Schüler. Der Unterricht erstreckte sich je nach Begabung und Alter der Schulkinder auf vier bis sechs Jahre. In der Regel traten die blinden Kinder mit acht Jahren in die Blindenschule ein und verließen sie mit 14 Jahren. Zwei Lehrer teilten sich die Arbeit in den Fächern Lesen (Reliefbuchstaben der Normalschrift), Rechnen, Erdkunde, Naturgeschichte, Musik und Religion. Frau Flemming bzw. Steckling gab Handarbeitsunterricht.
Neun Schüler - das konnte für die notwendige Blindenbildung in Sachsen nur der Anfang sein. Noch völlig offen war damals auch, was denn geschehen sollte, wenn die jugendlichen Absolventen der Blindenschule wieder nach Hause entlassen worden waren. Die Blindenschule musste vergrößert werden, und, um den Schulabgängern eine Lebensperspektive geben zu können, musste der Blindenschule eine Berufsschule angeschlossen werden.
Dieser Aufgabe stellte sich ein anderer Pionier der sächsischen Blindenbildung, dessen Name und dessen Leistung fast unbegründet in Vergessenheit geraten sind. Er war kein Pädagoge, er war ein Mann der Wirtschaft: Kaufmann, Gutsbesitzer und politischer Berater mit Auslandserfahrung beim König.
1820 gründete er in Dresden als Ergänzung der Blindenschule Flemmings eine Arbeitsanstalt für Blinde. Sein vollständiger Name lautet Karl Heinrich Ferdinand Schütze. Es war sein Ziel den Beweis zu erbringen, "dass auch die Kräfte der Blinden unter verständiger Leitung als nutzbares Kapital in Bewegung gesetzt werden können."
Wer war Heinrich Ferdinand Schütze?
Als jüngster Sohn unter elf Geschwistern wurde er im Jahre 1778 in Meißen geboren. Sein Vater war Porzellanmaler. Schütze wuchs, wie er selbst berichtete, in "äußerster Dürftigkeit" auf. Zu seiner Lieblingslektüre gehörten Reisebeschreibungen und schon als Knabe fasste er den Entschluss, seine engere Heimat zu verlassen und die weite Welt kennen zu lernen. Sein ältester Bruder war Kaufmann in Leipzig, und bei ihm trat er in die Handelslehre ein. Als Schütze 18 Jahre alt war, wanderte er nach Amerika aus. 70 Tage dauerte damals die Überfahrt mit dem Segelschiff von Hamburg nach Philadelphia. "Im freien Kaufmannsstande" gewann er durch Umsicht, Unerschrockenheit, Tatkraft, Redlichkeit und Pflichttreue (zeitweise verteidigte er seine neue Heimat auch mit der Waffe in der Hand) das uneingeschränkte Vertrauen von Vorgesetzten und Mitarbeitern und ein ansehnliches Vermögen.
1798 kehrte er nach Europa zurück, und zwar nach England. In London gründete er ein eigenes Geschäftshaus und erzielte damit finanzielle Erfolge. Er hütete sich jedoch, auf den Kontinent und nach Sachsen zurück zu kommen, denn da herrschten nach der französischen Revolution wirre Verhältnisse und bald Not und Elend in Folge der Napoleonischen Kriege. Erst als nach dem Wiener Kongress 1815 die Neuordnung Europas einsetzte und endlich Frieden auf dem Festland einzog, kam Schütze wieder nach Hause.
1817 erwarb er in Schweta bei Oschatz ein Rittergut, welches ihm und seiner Familie nun bis zu seinem Tod zur engeren Heimat wurde. Eine Augenkrankheit machte Schütze zu schaffen und führte später im Alter fasst zur Erblindung. Neben seinen philantropischen Ambitionen ist das vielleicht der Anlass gewesen, sich schon bald nach seiner Rückkehr nach Sachsen mit der Flemmingschen Blindenanstalt in Dresden bekannt zu machen. "Man muss die Quellen der Armut verstopfen." So lautet Schützes Wahlspruch und wenn die Blinden bildungsfähig sind, dann sollen sie auch arbeiten und zumindest einen Teil ihres Lebensunterhaltes selber verdienen. England war das erste Land des Maschinenbaus, und Schütze kam ja gerade aus England. Er reiste 1818 noch einmal auf die britische Insel, um sich "eine möglichst genaue Kenntnis von den Blindenanstalten in London und Liverpool zu verschaffen und sich namentlich über die daselbst üblichen angemessensten Beschäftigungen der Blinden zu unterrichten. Auch verschaffte er sich eine Klöppelmaschine, wie sie damals im Gebrauche war, und kehrte mit dem Entschlusse nach Dresden zurück, auf eigene Kosten eine Beschäftigungsanstalt für erwachsene in Dresden befindliche Blinde zu errichten, welche mithin, da sie den Zweck des Unterrichts und die Erziehung von Kindern ausschloss, die Flemmingsche Privatanstalt in keiner Weise beeinträchtigte, vielmehr als eine Fortsetzung und Erweiterung der selben betrachtet werden konnte." (Quelle: Dr. Karl August Georgi : "Karl Heinrich Ferdinand Schütze" Leipzig F. A. Brockhaus 1861, S. 94)
Der hier zitierte Autor, Dr. Georgi, ist 1832 zum ersten Direktor der Staatlichen Königlich-Sächsischen Landesblindenanstalt Dresden berufen worden und war gut befreundet mit Schütze. Von diesem Mann, Dr. Georgi, wird in dieser Serie zur Geschichte der sächsischen Blindenbildung noch zu sprechen sein. Schütze hatte zwar Kenntnis vom Ableben des Direktors Flemming erlangt, wusste jedoch nicht, dass sich die Witwe schon einen Nachfolger auserkoren hatte, der sowohl neuer Leiter der Blindenschule als auch ihr neuer Ehemann werden sollte - nämlich Dr. Steckling. In guter Absicht, der sächsischen Blindenbildung weiter voran zu helfen, richtete Schütze, gemeinsam mit noch einigen anderen vertrauten angesehenen Persönlichkeiten wie z. B. Dr. Bischoff, am 31. Mai 1818 eine Eingabe an den König, in der es heißt:
"Ew. ['Unter Erlaucht würdigem'] beschützender Obhut ist, neben so vielen anderem Guten, auch ein Erziehungsinstitut für Blinde, durch den menschenfreundlichen Eifer des neulich verstorbenen Direktors Flemming hierselbst aufgeblüht, dessen Fortbestehen sehr wünschenswert sein dürfte. Da die Witwe die Fortsetzung des Selben übernommen hat, so möchte es zur Aufrechterhaltung der Anstalt sehr ersprießlich sein, wenn einige des öffentlichen Vertrauens würdige, von uneigennützigem Eifer für die Sache der leidenden Menschheit belebte, mit zweckdienlicher Erfahrung und Kenntnis unterstützte Männer der Witwe zur Seite träten, um ihr mit Nachdruck und Umsicht das Gedeihen eines so gemeinnützigen als vielseitigen und schwierigen Werks, in gehöriger Ordnung freundlich leiten und befördern helfen.
Ob nun schon die Unterzeichneten weit davon entfernt sind, sich den ausschließlichen oder auch nur vorzüglichen Besitz jener Eigenschaften anzumaßen, so glauben sie dennoch ohne Ruhmredigkeit die Überzeugung äußern zu dürfen, dass sie von reinem und ausdauerndem Eifer für das Gute beseelt sind, und durch enge Vereinigung der mannigfaltigen Kräfte mehrerer Einzelner in den englischen und ähnlichen Instituten des Auslandes gesammelten Erfahrungen, dem so wünschenswerten Ziele unter Gottes gnädigem Beistande und Ew. landesväterlichem Schutze näher zu kommen, als es vielleicht der alleinstehenden Witwe gelingen möchte. Die Unterzeichneten wagen es daher, zuvörderst um Ew. huldreichste Genehmigung dieses ihres Vorhabens in pflichtschuldigster Devotion hiermit zu bitten, ermutigt durch das ihnen hierdurch geschenkte höchste Vertrauen, würden die selben mit Einverständnis der Witwe die für das Institut gesammelten und noch auszumittelnden Fonds in treue Verwaltung nehmen, für deren zweckmäßigste Verwendung zur Verpflegung und gemeinnützlichen Bildung der Zöglinge, durch hinlänglich erprobte Lehrer mit vereinter Wachsamkeit sorgen, und von Zeit zu Zeit Ew. Oberconsistorio sowie dem vaterländischen und auswärtigen Publikum hierüber sowohl, als über die gedeihlichen Fortschritte der Zöglinge genügende Rechenschaft ablegen."
(Der Text dieser Eingabe befindet sich im Archiv der Chemnitzer Blindenanstalt. Von mir zitiert nach Schäfer, Richard: "Das sächsische Blindenwesen 1818 bis 1830" in "Der Blindenfreund "Nr. 4/5, April/Mai/Juni 1936, S. 55/56.)
König Friedrich August von Sachsen gab zunächst keine Antwort auf diese Eingabe, denn er war offenbar informiert von den Ambitionen der Witwe Flemmings. Schließlich brauchte sie ab und zu finanzielle Unterstützung des obersten Landesherrn. Erst nahezu zwei Jahre später konnte sich das Vorhaben Schützes verwirklichen lassen. Heinrich Ferdinand Schütze war inzwischen ein einflussreicher Mann bei den Freimaurern geworden, und nun engagierte sich die von Schütze vertretene Dresdner "Loge zum goldenen Apfel" für die Schaffung einer Arbeits- und Beschäftigungsanstalt für Blinde in Dresden.
Am 17. Februar 1820 schlossen Schütze und Dr. Steckling ein Abkommen, wonach die "Loge zum goldenen Apfel" jährlich 50 Taler für die Miete von zwei Werkräumen zu zahlen hatte und alle Kosten für den Unterricht in den "mechanischen Arbeiten" übernahm. Am 9.März 1820 genehmigte die vorgesetzte Behörde dieses Abkommen, und am 24. April 1820 nahm die Schützesche Arbeitsanstalt für erwachsene Blinde in Dresden ihre Tätigkeit auf. Der Korbmachermeister Schmidt bildete zehn Blinde zu Korbmachern aus. Noch im gleichen Jahr, am 16. September 1820, übergab der König der Arbeitsanstalt das Akzisehaus vor dem Seetore zur Nutzung. Dort konnten nun bereits 17 Blinde, darunter fünf weibliche, "in Tätigkeit gesetzt werden". Die weiblichen Blinden erhielten auch Wohnungen im Akzisehaus. Nun hatte Schütze sein Ziel erreicht.
Die Arbeitsanstalt für Blinde funktionierte und wuchs. "Außer dem Korbmachermeister war noch ein Werkmeister mit seiner Frau angestellt, welch letztere für Küche und Hauswesen sorgte. Das Material zum Flechten von Körben, zum Klöppeln von Schnüren etc., sowie sämtliche erforderlichen Werkzeuge gab Schütze aus seinem Mittel, ohne den blinden Arbeitern bei dem Verkauf ihrer Fabrikate einen Abzug dafür anzusinnen. Vielmehr ward ihnen der volle Erlös aus den von ihnen gefertigten Arbeiten zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes überlassen. Außerdem erhielten die Blinden täglich ein gesundes Mittagessen, wofür die Person jedes Mal sechs Pfg. bezahlen musste, damit die Unglücklichen die Annehmlichkeit empfinden möchten, durch eigene Kraft etwas zu ihrer Subsistenz beizutragen." (Ebenda S. 56)
Schütze war Unternehmer. Hatte er ein Ziel erreicht, wandte er sich der nächsten Aufgabe zu. Zu Michaelis 1821 übereignete Schütze die Arbeitsanstalt für erwachsene Blinde dem Dresdner Augenkrankenheilverein. Das ist eine Institution gewesen, die für sächsische Blinde Augenoperationen und Augenheilkuren finanzierte und realisierte. Dem Augenkrankenheilverein gehörten Augenärzte, Geschäftsleute, Beamte, auch der König, an. Schütze war natürlich ebenfalls Mitglied dieses Vereins und setzte sich energisch für die Vereinigung der Flemming`schen Blindenschule mit der Arbeitsanstalt für erwachsene Blinde ein. Im November 1823 erfolgte der Umzug der Blindenarbeitsanstalt in ein neues größeres Domizil auf dem Birkholzschen Grundstück, und 1825 wurde gegen den Widerstand Stecklings dort auch die Vereinigung der Flemmingschen Blindenschule mit der Schützeschen Arbeitsanstalt vollzogen. Die Leitung übernahm bis auf weiteres ein vom Augenkrankenheilverein eingesetzter Ausschuss. Im Jahre 1830 wurde die vereinigte Blindenanstalt verstaatlicht. Schütze ist ohne eigentlichen Grund weiterhin oft und gern in der Blindenanstalt erschienen und sorgte dort jedes Mal für "Ergötzlichkeiten".
Um das Bild von Heinrich Ferdinand Schütze zu vervollständigen, sei abschließend noch gesagt: In Schweta ließ er eine neue Schule bauen und die Kirche wieder herrichten, war Mitbegründer der ersten Mobiliarversicherung in Sachsen, entwarf die Pläne für eine Hagelversicherung und eine Altersversicherung, war beteiligt an der Schaffung der ersten öffentlichen sächsischen Sparkasse in Dresden, wurde 1830 Abgeordneter der sächsischen Ständeversammlung und beteiligte sich 1831 aktiv an der Ausarbeitung der ersten sächsischen Verfassung.
In den stürmischen Zeiten der Revolution 1848/1849 blieb das Rittergut Schweta bei Oschatz eine friedliche Insel. Mit 82 Jahren ist Schütze dort am 14. Mai 1860 gestorben. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der kleinen Gemeinde Schweta. Er war ein Mann des Erfolgs und des Frohsinns.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Jeremias Gotthelf: "Erzählungen"

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Jeremias Gotthelf lebte von 1797 bis 1854, hieß eigentlich Albert Bitzius, war im Hauptberuf Pfarrer und einer der ganz großen Schweizer Schriftsteller. Er schilderte das bäuerliche Leben und seine Schweizer Heimat, dabei aber mit einem Detailreichtum und einer Plastizität, die überwältigend ist, daneben ist er auch noch ein großer Menschenschilderer. Das alles war ihm jedoch nur die Hülle für seinen Hauptzweck, er wollte in das Volk hineinwirken. Literatur war ihm eine andere Form der Predigt, er wollte die Menschen über das richtige und falsche im Leben belehren. Doch seinen Erfolg bei den Lesern erreichte er wohl eher mit seinem Realismus, als mit seinen didaktischen Ansichten. In diesen Erzählungen musste er sich (anders als in seinen umfangreichen Romanen) aus Platzgründen beschränken, sich auf die Geschichte konzentrieren.
Die vorliegende Auswahl von Erzählungen (BNA 5133, 8 Bände, kh.) spiegelt alle Facetten seines Werkes. An erster Stelle ist die berühmteste seiner Erzählungen, "Die schwarze Spinne", eine Märchen-Novelle, in der die schwarze Spinne symbolisch für alles Unheil in der Welt steht - für die Bosheit, den Krieg, den Teufel, alles was man sich nur vorstellen kann. Eine apokalyptische Vision, der die Menschen bei Gotthelf aber widerstehen können.
"Kurt von Koppingen" ist eine historische Geschichte, sie beschreibt das Treiben eines Raubritters im Hochmittelalter, mit märchenhafter Wandlung am Schluss.
Humorvoll sind "Wie Christen eine Frau gewinnt" und "Der Notar in der Falle". In der ersteren gewinnt ein Bauer mit großer Schlauheit eine Frau, an der sich schon viele Freier die Zähne ausgebissen haben. In der zweiten heiratet ein Notar, der in Wirklichkeit nur hinter dem Geld her ist, ein völlig unscheinbares, armes Mädchen. Er legt sich tatsächlich selbst herein.
"Elsi, die seltsame Magd" ist wiederum eine schicksalhafte Geschichte. Elsi, die aus einer ehemals reichen, nun zerrütteten Familie stammt, verdingt sich als Magd bei Bauern, verheimlicht aber, aus Scham, ihre Herkunft. Alle, die um ihre Hand anhalten, weist sie deshalb ab. So vertreibt sie auch den, den sie eigentlich liebt. Als sie sich anders besinnt, ist es zu spät.
Der Titelheld in "Barthli der Korber" erliegt seinem eigenen krankhaften Geiz. Und "Joggeli der Erbvetter" muss sich listig seiner weitläufigen Verwandtschaft erwehren, um am Ende sein Erbe in die richtigen Hände kommen zu lassen.
Noch ein Wort zur sprachlichen Gestalt. Jeremias Gotthelf bedient sich einiger Ausdrücke und Wendungen im bernerdeutschen Dialekt. Solche Worte, die nicht aus dem Zusammenhang verständlich werden, sind aber in Fußnoten erläutert.
In unserem Punktschriftbestand besitzen wir von Jeremias Gotthelf noch den Roman "Uli der Knecht" (BNA 619, 6 Bände, kh.) und die Erzählungen "Elsi, die seltsame Magd" (BNA 4375, 1 Bd. kzp.), "Die schwarze Spinne" (BNA 435, 1 Bd. kzp.), "Hans Joggeli der Erbvetter" (BNA 12479, 1 Bd. kzp.) in Einzelausgaben.
In der Hörbücherei ist die Erzählung "Die schwarze Spinne" erhältlich (BNA 1566, 2 Kassetten).

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Maria Nikolajewna Wolkonskaja: "Erinnerungen"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Das Buch erschien 1978 im Buchverlag Der Morgen zu Berlin.
Fürstin Maria Wolkonskaja (1805 bis 1863) schildert in diesem bedeutenden Werk der russischen Memoiren-Dekabristenliteratur, wie sie als junge Frau ihrem Manne Sergej (1788 bis 1865), der an der Vorbereitung des Dekabristenaufstandes von 1825 gegen Zar Nikolai I. teilgenommen hatte, in die Verbannung nach Sibirien folgt. Sie gilt als Begründerin des dortigen Sozialsystems.
Die Fürstin Maria Nikolajewna entstammte der Familie des Generals Rajewskij, der sich im Krieg gegen Napoleon I. ausgezeichnet hatte. Sie war auch eine Urenkelin des großen Gelehrten Michail Wassiljewitsch Lomonossow. Bereits mit achtzehn Jahren wurde sie von ihrem Vater mit dem siebzehn Jahre älteren General Fürst Sergej Grigorjewitsch Wolkonsky verheiratet.
1812, nach dem Ende des Krieges gegen Napoleon, bildeten sich unter den heimkehrenden Offizieren in Kischenjov und Sankt Petersburg geheime Gesellschaften, deren Ziel ein politischer Umsturz, die Beseitigung der Leibeigenschaft und die Erringung bürgerlicher Freiheit war. Dieses Ereignis vom 14./26. Dezember 1825 ging als Dekabristenaufstand in die Geschichte ein. Fünf Dekabristen wurden am 13. Juli 1826 hingerichtet, die anderen zur Zwangsarbeit nach Sibirien geschickt.
Von der Existenz einer geheimen Gesellschaft erfuhr Maria Nikolajewna, so wie andere Frauen, erst dann, als die Mehrheit der Verschwörer bereits verhaftet war. Ohne zu zögern stellte sie sich an die Seite ihres Mannes und seiner Verbündeten. Sobald seine Verurteilung feststand, beschloss sie, trotz des Widerstandes seitens der Regierung und ihrer Familie, ihrem Mann nach Sibirien zu folgen. Ihrem Beispiel folgten viele andere Frauen. Gleich nach der Hinrichtung der fünf Dekabristen äußerte Zar Nikolaus I., dass er diese Frauen mehr als alles andere fürchte. Maria Wolkonskaja ersuchte in einem Brief an den Zaren um Erlaubnis, ihrem Mann in die Verbannung folgen zu dürfen, was ihr gestattet wurde, allerdings musste sie ihren kleinen Sohn bei der Schwester ihres Mannes zurücklassen.
Im Dezember 1826 brach die Fürstin auf und erreichte nach 23 Reisetagen Irkutsk, die Hauptstadt Ostsibiriens. Um zu ihrem Mann weiterreisen zu können, wurde ihr vom dortigen Gubernator ein Dokument zur Unterschrift vorgelegt, mit dessen Unterzeichnung sie Titel und Stellung verlor, das sie zur Frau eines Zwangsarbeiters degradierte und ihre zukünftigen Kinder zu Leibeigenen machte. Sie verlor das Recht, Geld und Wertsachen zu besitzen. Ihre Begleitung musste nach St. Petersburg zurückkehren.
Neunundzwanzig Jahre lebte sie bei ihrem Mann in Nertschinsk, Tschita, Urik und ab 1837 in Irkutsk. In ihrer Nähe lebte auch die ehemalige Fürstin Trubetzkaja, Gattin des Fürsten Sergei Petrowitsch Trubetzkoi, mit der sie befreundet war. Ab 1847 verbesserte sich die Lage. Von den vier Kindern, die in Sibirien geboren wurden, überlebten ein Sohn und eine Tochter, deren Erziehung ihr Lebensinhalt wurde. Als Frau eines Verbannten durfte sie sich nicht an öffentlichen Orten zeigen und so entwickelte sich ihr Haus zu einem Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens von Irkutsk, wo sie auch ein Waisenhaus gründete.
1855 starb Nikolaus I. Sein Sohn, Zar Alexander II., folgte ihm auf den Thron. Die folgende Amnestie ermöglichte der Familie die Rückkehr in die Heimat. Von den 121 Dekabristen waren 50 am Leben geblieben. Die einen starben in der Gefangenschaft, oft auch in Einzelhaft, andere wurden bei Fluchtversuchen erschossen, wieder andere kamen in den kriegerischen Auseinandersetzungen im Kaukasus ums Leben.
1863 starb Maria Wolkonskaja an einem Herzleiden, das sie sich in Sibirien zugezogen hatte.
In Leo Tolstois Roman "Krieg und Frieden" heißen zwei bedeutende Familien "Bolkonski" und "Drubetzkoj". Da der Roman mit der Vorbereitung des Dekabristenaufstandes endet, sind diese Namen wohl nicht zufällig gewählt, auch wenn die historische Maria Nikolajewna Wolkonskaja nicht im Roman vorkommt.
Sprecherin: Gisela Seifert, 2 Kassetten bzw. 1 CD DAISY (147 Minuten). BNA: 4534

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ist 2004 dieser Frage nachgegangen. Wir nennen Ihnen nacheinander die ersten 100 Plätze. Titel, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Platz Nr. 13:
Isabell Allende: "Das Geisterhaus"
Spr.: Ingeborg Ottmann.
17 Kass. / 1 CD DAISY (1353 Min.) BNA 6383

Isabell Allende: "Das Geisterhaus"

Die chilenische Romanautorin Isabell Allende wurde am 2. August 1942 in Lima, Peru, geboren. Von ihrem 18. Lebensjahr an arbeitete sie als Journalistin. Die Nichte des beim Militär-Putsch am 11. September 1973 ermordeten Präsidenten Salvador Allende ging 1975 ins Exil nach Caracas, Venezuela, wo sie diverse Tätigkeiten ausübte, um den Lebensunterhalt zu sichern. Sie arbeitete bis 1984 unter anderem als Kolumnistin für die Tageszeitung El Diario Nacional de Caracas.
1982 erschien ihr erster, im Exil geschriebener Roman "La casa de los espíritus" (dt. Das Geisterhaus, 1984), der zu einem Welterfolg wurde und dem mehrere erfolgreiche Romane folgen sollten. Die international bekannte Autorin hat eine Ehrenprofessur der Universität Chile inne und ist Trägerin mehrerer Ehrendoktorwürden. Sie lebt in Kalifornien.
In kühler und knapper Sprache schildert Allende in "Das Geisterhaus" Aufstieg, Blüte und Niedergang einer Familie aus der chilenischen Oberschicht als Paradigma des gesellschaftlichen und staatlichen Verfalls einer Epoche.
Die Familiensaga zeigt, wie vier Generationen chilenischer Frauen immer bewusster werden und im Leben mehr erreichen als Töchter, Ehefrauen, Geliebte, Intellektuelle und Patriotinnen. Diese allgemeine Emanzipation, bedingt durch die historische Lage und den starken Charakter der weiblichen Figuren, läuft parallel zum Zurückweichen der fast ständig anwesenden männlichen Hauptfigur, Estaban, eines echten ’Macho’. Die allwissende Erzählerin versucht, 90 Jahre chilenischer Realität darzustellen; die Literatur wird zum Dokument, insbesondere in der eindrucksvollen Schilderung des Staatsstreiches gegen den Präsidenten Salvador Allende im September 1973. Die Wirkung dieses nach Werten suchenden Romans beruht nicht zuletzt auf der kunstvollen kompositorischen Verquickung von Realität und Phantasie.
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur.]
Unsere Bibliothek hält weitere Romane Isabell Allendes für die Ausleihe bereit.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel. 0341 7113-145, Fax 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

DAISY-Wiedergabe aktuell - Was gibt es Neues?

Ulrich Jander
Heute möchte ich eine Übersicht geben, die Neuigkeiten bezüglich DAISY-Wiedergabetechnik zum Gegenstand hat. Weihnachten ist nicht mehr so weit, und vielleicht sucht der Eine oder Andere eine aktuelle Technik dieser Art. Ich schreibe diesen Text zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses, 17.10.2008; das bedeutet, dass, wenn Sie zu Hause gerade diesen Beitrag lesen oder hören, sich zu den nachfolgenden Themen hoffentlich eine Entwicklung vollzogen hat:
Plextalk Pocket "PTP1"
Der PTP1 ist ein Leichtgewicht mit nur 110 g und klein genug, um in die Brusttasche Ihres Hemdes, die Hosentasche oder in eine kleine Handtasche zu passen. Es ist ein kleiner DAISY-Recorder, ähnlich dem PTR2. Folgende Eigenschaften sind zu nennen:
"Tomboy" von der Firma Caretec
Die Firma schreibt in ihrer Information folgendes:
"Tomboy ist der perfekte Begleiter für unterwegs, egal ob Sie nun Ihren Lieblingsradiosender oder ein Hörbuch hören oder einfach nur eine kurze Notiz als Memo aufnehmen möchten. Tomboy bietet alle Funktionen eines vollwertigen DAISY-Spielers (Navigation in verschiedenen Ebenen, Zeitsprünge, Bücherregal, Lesezeichen, veränderbare Lesegeschwindigkeit und vieles mehr). Als MP3-Spieler verwaltet Tomboy Ihre MP3-Dateien in von Ihnen selbst gewählten Ordnern. Wechseln Sie den Ordner, werden Namen und Inhalt dieses Ordners bekannt gegeben. Tomboy erstellt hochqualitative Aufzeichnungen im Wave-Format. Im Radiobetrieb können Sie mit Hilfe der Zehnertastatur schnell und einfach Ihren Lieblingsradiosender abspeichern und auch wieder abrufen. Sie können sogar über den eingebauten Rekorder Ihre Lieblingssendung im Stereoformat aufnehmen.
Technische Details: Geschmackvolles Gehäuse; Größe: 132 x 57 x 14 mm; Gewicht: 96 g; 10er Tastatur und Cursor-Tasten; akustische Bedienerführung; Einschalten mit Tastendruck, automatisches Abschalten des Lautsprechers bei Kopfhöreranschluss; 10 Lautstärkestufen einstellbar; Ohrhöreranschluss; Öse mit eingefädelter Kordel; eingebauter Lautsprecher und Mikrofon, Anschlussbuchsen für Kopfhörer, Mikrofon und Netz-/Ladegerät, USB-Anschluss, Lithium-Polymer-Akku, Betriebszeit ca. 12 Stunden; SD-Karten-Schlitz für SD- und SD-HC-Karten, auch größer als 4 Gigabyte. Blindenhörbuchformate: DAISY, Audioformate: MP3, (PCM / IMA ADPCM) Wave.
Lieferumfang: Tomboy, Netzteil, Tragetasche mit Gürtelclip, USB-Kabel, Kopfhörer, Bedienungsanleitung in Schwarzschrift, akustische Bedienungsanleitung auf dem Tomboy."
Zum Auslieferungstermin kann ich noch keine konkreten Angaben machen; das Gerät soll noch in diesem Jahr auf dem Markt erhältlich sein. Auch zum Preis gibt es noch nichts genaues, er könnte eventuell bei ungefähr 400 Euro liegen, ähnlich der anderen Speicherkartengeräte. Beziehen wird man den Tomboy auf jeden Fall bei Marland in Aulendorf können, Tel.: 07525 92050, E-Mail: info@marland.de, Internet: www.marland.de.
"Milestone 312" von der Firma Bones (Schweiz)
Zuerst im Frühjahr 2008 großartig angekündigt, jetzt ist es leider etwas still um den neuen Milestone 312 geworden. Ganz gewiss wird er auf den Markt kommen, die Frage gegenwärtig ist nur wann. Angekündigt und beschrieben wird der neue Milestone von der Herstellerfirma Bones wie folgt:
"Bones kündigt Milestone 312 an - eine stark erweiterte Version des erfolgreichen Milestone 311. Milestone 312 bietet eine Menge neuer Funktionen, wie beispielsweise veränderbare Abspielgeschwindigkeit, Sprachausgabe, Wiedergabe von Audible.com, DAISY 3.0, integrierter RFID Speakout Leser, integriertes Radio und direkter Anschluss von Stereomikrofonen. Die Hardware beinhaltet 1 Gigabyte Flash Speicher, USB 2.0 OTG High Speed, eine Uhr und natürlich den von Milestone 311 bekannten kraftvollen Lautsprecher.
Was nicht verändert wurde ist die Einfachheit der Bedienung: Milestone 312 kommt im wohlbekannten Gehäuse des Vorgängers daher, in der Größe einer Kreditkarte mit 5 Fronttasten. Eine weltweite Neuigkeit ist allerdings die sehr starke Konfigurierbarkeit von Milestone 312: Zwischen multifunktionaler Supermaschine und einfachstem Einfunktionen-Gerät kann alles eingestellt werden. Und - Kunden bezahlen nur für Optionen, die sie auch wirklich haben möchten. So wird sichergestellt, dass der Kunde sich nicht in einer Vielzahl Optionen verliert.
Hauptfunktionen Milestone 312:
Für weitere Informationen: Robert Kempf, Bones AG, Telefon +41-52-672 28 25, E-Mail: robert.kempf@bones.ch, Internet: www.bones.ch."
Zum Milestone 312 kann ich Ihnen gegenwärtig zur Auslieferung sagen, dass die Firma Bones nach Rücksprache beabsichtigt, noch in diesem Jahr das Gerät auf den Markt zu bringen. Der Preis dürfte nach bisheriger Erkenntnis zwischen 350 und 460 Euro betragen, je nach Ausstattung des Gerätes. Erhältlich wird der Milestone 312 bei vielen Händlern sein, insbesondere dort, wo andere DAISY-Geräte auch angeboten werden.
DAISY-CD-Radiorecorder „Professor“ von Telex
Dieses Gerät ist kein brandaktuelles, eine gewisse Zeit ist es bereits auf dem Markt, und es wird in Deutschland nur von der Firma Flusoft aus Dresden und ihrem Hilfsmittelvertrieb angeboten. Es ist ein Radiorecorder mit CD-Teil und abklappbarem Henkel, der mit Netz und Akku betrieben werden kann. Eine solche Technik ist oft als Zweit- oder Drittgerät in Küchen oder Schlafzimmern zu finden. Die Größe beläuft sich auf Breite 27,9 cm, Höhe 17,1 cm, Tiefe 25,4 cm. Das Gewicht beträgt 2,95 kg, und es kostet 495 Euro.
Ich habe überlegt, ob ich es hier vorstellen soll, denn das Gerät besitzt einige Schwächen, aber ich bin auch manchmal gefragt worden, ob es DAISY-Technik mit Radio gibt. Und dieser Professor von Telex ist solch ein Gerät, ich kenne in dieser Bauart kein Weiteres. Leider erinnert es bezüglich des CD-Teils an den alten Scholar von Telex, der als DAISY-Gerät nicht zwingend empfehlenswert war. Auch hier beim Professor laufen DAISY-Funktionen nur sehr langsam ab, man benötigt etwas Zeit, um von einer Stelle auf der DAISY-CD zur anderen zu springen. Probleme bereitet der Professor bei den DAISY-CDs, die mehrere DAISY-Bücher beinhalten. Man kommt zu Beginn in das gewünschte Buch hinein, aber der Wechsel in ein anderes Buch auf derselben CD ist fast unmöglich. An der Stelle ist es das Beste, das Gerät auszuschalten und neu zu beginnen. Die anderen DAISY-Funktionen, wie z. B. Seitenzahlen anwählen, Lesezeichen setzen und heraussuchen oder Abspielen eines Buches auf zwei CDs, können genutzt werden, auch wenn es in aller Regel recht langsam geht. Ein Menü für Hörbücher und für Einstellungen soll es geben, ich habe es jedoch nicht herausfinden können. Das Radioteil besitzt UKW und Mittelwelle; jedoch die Empfangsleistung schätze ich als nicht sehr stark ein, nachteilig insbesondere bei Stereo. Das Audiokassettenteil funktioniert, kann zwar auch amerikanische Vierspurkassetten wiedergeben, leider ist es ein reines Wiedergabeteil, es gibt keine Aufnahmetaste. Die Klangqualität der beiden Lautsprecher sind Mittelmaß, bei einem solchen Gerätetyp und der Größe so üblich. Leider ist die akustische Bedienungsanleitung nicht immer aussagekräftig und auch nicht besonders gut verständlich (synthetische Stimme). Da das Gerät drei Funktionsteile beinhaltet, ist die Anzahl der Bedienelemente recht umfangreich; für ältere Menschen sicherlich ein Nachteil. Sie können sich zum Professor im Internet informieren unter: http://www.bhvd.de/produkte/daisy/professo/index.html. Für Nachfragen ist der Anbieter erreichbar unter:
Blinden Hilfsmittel Vertrieb Dresden
Tannenstraße 2, 1099 Dresden
Tel: 0351 4045775, Fax: 0351 4045777
Email: info@bhvd.de.
DAISY-Bücher hören am Handy
Zum Schluss meines Beitrages möchte ich auf eine Softwareentwicklung aufmerksam machen, die in der DZB durch eine Praktikumsarbeit wesentlich mit angestoßen wurde. Es sind zwei Produkte, Mobile DAISY-Player (bereits auf dem Markt) und TALKS mit DAISY-Player (für den Herbst 2008 angekündigt). Mobile DAISY-Player ist von der Firma Code Factory entwickelt worden, die auch den Screenreader Mobile Speak für Handys mit Betriebssystem Symbian S60 herausgebracht hat. In dieser Kombination läuft der Mobile DAISY-Player stabil und zuverlässig. Unter TALKS stellte ich beim Test einige Probleme bei der Navigation im Hörbuch auf dem Handy Nokia E60 fest. Ob das bei anderen Geräten ähnlich ist, kann ich nicht sagen. Der Mobile DAISY-Player Version 2.0 kann heruntergeladen werden unter http://www.mobilespeak.de/ über den Link Downloads im Bereich Zubehör. Auf der Internetseite steht: "läuft nur ab Symbian 9. Bitte erstellen Sie auf der Speicherkarte einen Ordner "Books", in welchen die DAISY-Bücher hineinkopiert werden müssen. Jedes Buch muss sich in einem eigenen Verzeichnis befinden." Ich möchte noch erwähnen, dass auch eine Hilfe im Programm über Optionen zur Verfügung steht, die die einzelnen Tastenfunktionen aufführt. Der Mobile DAISY-Player kostet 129 Euro. Informationen erhalten Sie bei Firma Stephan Merk, Tel.: (06426) 8630000, E-Mail: info@blintec.de, Internet: www.blintec.de. Gespannt darf man daneben sein, was TALKS, Version 4, mit seinem DAISY-Player bringen wird. Zurzeit war auf www.nuance.com/talks dazu noch nichts genaueres zu lesen.
Wenn Sie zu den hier angesprochenen Themen Fragen haben, so können Sie mich gern in der DZB erreichen. Hoffentlich sind spätestens in der Adventszeit dann einige der hier vorgestellten, technischen Varianten im Kaufangebot.

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Info-Service

Schließzeiten

Jana Waldt
Die Weihnachtszeit rückt näher, und wir möchten Sie daran erinnern, dass die DZB vom 24. Dezember bis einschließlich 2. Januar 2009 geschlossen bleibt.
Somit können am 22.12. letztmalig Bestellungen von Ihnen realisiert werden.
Wenn Sie also zwischen den Feiertagen nicht auf Hör- oder Punktschriftbücher verzichten und eine größere Lieferung erhalten möchten, teilen Sie uns dies bitte rechtzeitig mit - bis spätestens 15. Dezember.
Liebe Hörer, sollten Sie konkrete Weihnachtsliteratur-Wünsche haben, informieren Sie uns bitte so früh wie möglich, denn die Hörbuchtitel sind nicht in unbegrenzter Zahl verfügbar.
Erinnern möchten wir an dieser Stelle außerdem, dass alle Hörer, die ständig mehr als 3 Hörbücher im Umlauf haben, wie jedes Jahr automatisch zusätzliche Titel erhalten werden. Informieren Sie die Hörbücherei bitte rechtzeitig, falls Sie dies nicht wünschen.

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Weihnachtliche Einkauftipps

Wie in jedem Jahr um diese Zeit noch einige Hinweise auf der Jahreszeit entsprechende Literaturangebote.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie schenken sollen, dann bieten wir Ihnen natürlich auch die Möglichkeit, einen Gutschein auszustellen und zu versenden.
Hier nun die Buchtipps:

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Haus Storchennest lädt ein für 2009

Seminare für blinde Gartenfreunde:
Landschaftsplaner und -gärtner und andere Interessierte:
Studenten und andere Interessierte:
Kontakt:
Tel.: 03528 4397-0
Fax: 03528 4397-21
E-Mail: info@taubblindendienst.de

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Ratgeber DBSV

Ohne ihn geht gar nichts: Der Ratgeber Recht des DBSV gibt Antworten auf die wichtigsten rechtlichen Fragen, die für blinde und sehbehinderte Menschen relevant sind. Wer bekommt Blindengeld, wer Blindenhilfe? Was bedeuten die Abkürzungen im Schwerbehindertenausweis? Ist ein Testament in Blindenschrift gültig? Die von Karl Thomas Drerup, dem Rechtsreferenten des DBSV, verfasste Broschüre ist jetzt in einer Neuauflage erschienen, die an das geltende Recht angepasst worden ist.
Neu sind die Kapitel zu Frühförderung und Schule, Leistungen der Sozialhilfe, Reisen mit dem Flugzeug und Regelungen zur Gleichbehandlung (AGG). Erweitert wurden die Erläuterungen zum Blinden- und Sehbehindertengeld sowie zu den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Schließlich wurden die Informationen von A bis Z durch die Stichworte "Auskunfts- und Mitwirkungspflichten" und "Persönliches Budget" ergänzt. Für die Neuauflage wurde der gesamte Text redaktionell überarbeitet, so dass die Informationen noch übersichtlicher strukturiert und besser lesbar sind.
Die kostenpflichtige Broschüre ist in Schwarzschrift, Punktschrift und als DAISY-CD erschienen. Die Schwarzschrift-Ausgabe ist ausschließlich bei den Landesvereinen des DBSV erhältlich, Tel.: 01805 666456 (0,14 Euro/Min.). Schriftliche Bestellungen der Punktschrift- und DAISY-Ausgabe bei der Geschäftsstelle des DBSV.
[Quelle: Newsletter "DBSV-direkt"]

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Gratis-Ratgeber für erfolgreiches Altern

Unter der Internetadresse www.ma-ha-schulze.de ist ein umfangreicher und mit zahlreichen Links versehener "Ratgeber für erfolgreiches Altern" zu finden.
Er enthält u.a. Anleitungen zu gesunder Ernährung, sportlicher Betätigung und zum Abnehmen, Informationen zum richtigen Umgang mit Ärzten, Entwürfe zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, zur Unterscheidung von Medikamenten durch Blinde ohne Blindenschriftkenntnis und weitere Informationen für Blinde und Sehbehinderte. Autor des Textes ist Dr. H.-E. Schulze.
Wer über kein Internet verfügt oder den Ratgeber einfach lieber hören möchte, kann auch gegen Erstattung der Selbstkosten eine DAISY-CD bestellen.
Kontakt: Tel.: 0174-2504796, E-Mail: ratgeberversand@arcor.de

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alltagstricks.de

Rita Schroll vom Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen hat blinde und sehbehinderte Menschen aufgerufen, ihre besten Tricks zu verraten: Wie kann ich Flüssigkeiten genau abmessen? Wie sortiere ich meinen Kleiderschrank?
Über 100 Tricks sind zusammengekommen, die sich in den verschiedensten Situationen als hilfreich erweisen. "Selbst Profihausfrauen oder -männer werden hier Kniffe finden, die sie vorher noch nicht kannten", verspricht Reiner Delgado vom DBSV, der die Internetseite gemeinsam mit Rita Schroll betreut.
www.alltagstricks.de versteht sich als Forum von Betroffenen für Betroffene. Rita Schroll und Reiner Delgado freuen sich auf weitere Tricks, die ihnen und anderen den Alltag erleichtern. Am einfachsten erreicht man die beiden Redakteure per E-Mail an info@alltagstricks.de.
[Quelle: Newsletter "DBSV-direkt"]

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Neue Rufnummer für BOB

"Bildung Ohne Barrieren" hat eine neue Rufnnummer für Telefon und Fax: 07844 911502.

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
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Redaktion:
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Abonnements, Anzeigen:
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DZB 2008

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