DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 1 – 2009
Januar / Februar
19. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Offener Brief an Louis Braille

Wie war das damals?

Sechs Punkte setzen Zeichen

Gut gepunktet - Louis!

Aktivitäten zum Braille-Jahr

„Initiative Braille!“

Punktschriftlesewettbewerb

„Tour-de-Braille“

Einblicke

Braille und DAISY 2009

Auszeichnung

Die Kramkiste

Michail Scholochow: "Der Stille Don"

Günter Görlich: "Das Mädchen und der Junge"

LOUIS

Computerdaten sichern mit dem Programm Langmeier Backup

Info-Service

Schließtage und Tag der offenen Tür 2009

Buchpatenschaften 2009

DAISY-News per Mail

Geänderte Bezugsadresse

Vergrößerung

Tandem-Hilfen 2009 mit neuen Angeboten

"Urlaub in Berlin" auf Literaturport.de

Nachfolger für DAISY-Leser

Impressum

Vorbemerkung

Allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Wir liefern Ihnen in dieser Ausgabe den traditionellen Ausblick auf die 2009 bevorstehenden DZB-Aktivitäten. Vor allem aber steht der 200. Geburtstag von Louis Braille im Mittelpunkt. Das macht sich schon in der „Postecke“ bemerkbar, die heute einen ganz besonderen Brief enthält. Aber lesen Sie selbst …
Herzlichst grüßt
Ihr Karsten Sachse

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Offener Brief an Louis Braille

»(…) Lieber Louis, eine Menge Leute glauben, dass mir irgendwo eine Schraube fehlt, weil ich mir neuerdings diese etwas seltsame Angewohnheit zugelegt habe, an berühmte Persönlichkeiten zu schreiben, die bereits in eine andere Dimension übergewechselt sind.
So ist es nun mal … Im vergangenen November habe ich einen Brief an Valentin Haüy aus Paris geschrieben, in dem ich ihn an den Triumphen und Schwierigkeiten teilhaben ließ, die blinde Menschen in der ganzen Welt erleben, wenn sie sich um Arbeitsplätze bemühen. Ich denke übrigens, dass es Dich interessiert, dass er in einer französischen Zeitschrift erschienen ist, die Deinen Namen trägt. Ich werde versuchen, ob es möglich ist, dass ich Dir eine Kopie davon zukommen lassen kann - übers Internet, denn ich bin sicher, dass Du Zugang zum "Netz" hast und dass man dir nicht, wie mir, gesagt hat, ich müsste noch einen Monat auf den Zugang warten.
Louis, es gibt Dinge, die mich traurig machen, und es gibt Dinge, über die ich mich einfach ärgere. Es gab - und gibt immer noch - Leute, die nicht verstehen, wie wertvoll Dein System ist, und die immer nach etwas Ausschau halten, das es ersetzen könnte. Welche Dummheit!! Ich muss zugeben, dass ich wirklich verstimmt war, als ich meine Finger zum ersten Mal auf eine Seite legte, die mit Deinem Code bedruckt war (ich muss damals ungefähr 10 Jahre alt gewesen sein), weil ich glaubte, dass ich niemals in der Lage wäre, dieses chaotische Durcheinander von Punkten je entziffern zu können; aber nachdem ich ein Paar Monate an einer dieser so genannten "Sonderschulen" zugebracht hatte, überwand ich diese psychologische Hürde und fing an, ziemlich mühelos mit dem Tastsinn zu lesen.
Es stimmt wahrscheinlich - auch wenn das nicht immer zugegeben wird - dass Menschen nach dem Funktionieren ihrer Sinne eingestuft werden. Und da laut denen, die so verfahren, Menschen, die mehr oder weniger normal sehen können, "besser" sind als andere, die sehr wenig sehen, und die, die wenig sehen, "besser" sind als die, die überhaupt nicht sehen können, rät man einem Erwachsenen oder einem Kind, wenn sie einen Sehrest haben, und sei er auch noch so klein, sie sollen Schwarzschrift lernen. Oft werden weder sie noch ihre Familien überhaupt darüber informiert, dass die Brailleschrift existiert. In aller Fairness, Louis, muss ich allerdings zugeben, dass in vergangenen Zeiten, als ich zur Schule ging, Kinder, die noch ganz gut sehen konnten, gezwungen waren, Deinen Code mit den Fingern zu lesen; das hatte seine Nachteile, weil ihnen das natürlich alles andere als angenehm war. Sie spielten lieber Fußball als etwas für die Schule zu tun.
Als in den frühen siebziger Jahren ein neues Gerät namens Optacon auf der Bildfläche erschien - was, Louis, damals wirklich revolutionär war - las ich immer wieder, dass das das Ende der Brailleschrift bedeuten würde. Was sollte dieser Antagonismus, Louis? Ist irgendetwas obszön daran, mit den Fingern zu lesen? Ich weiß nur zu gut, dass Du, nach endlosen, stundenlangen Diskussionen mit Charles Barbier, Dich dafür entschieden hast, dass Kombinationen aus sechs Punkten für die taktile Wahrnehmung am besten geeignet sind. Als du Deine Idee allerdings den sehenden Lehrern an Deinem Institut unterbreitet hast, gefiel die ihnen gar nicht. Sie meinten, das Einzige, worauf blinde Menschen, die dieses System anwenden würden, hoffen könnten, sei eine Anstellung beim Geheimdienst. Deine Schrift, so meinten sie, würde eine nicht wünschenswerte Barriere in der Kommunikation werden, die diejenigen, die sehen können, von denen trennen würde, die nicht sehen können. Und mir ist auch bewusst, dass Du all deine Energie darauf verwandt hast, sie zu überzeugen, dass das Lesen mit Deiner Methode schneller geht und dass deshalb Informationen auch gründlicher erfasst werden können.
Aber leider musstest Du diese Welt verlassen, ohne dass Dir die Befriedigung zuteil wurde, den ureigenen Wert deines Systems verstanden zu sehen.
Gestatte mir, Louis, eine beinahe schmerzliche und sehr frustrierende Erfahrung mit Dir zu teilen: Als wir dabei waren, meine persönlichen Dinge vom Haus meiner Eltern weg zu holen, benutzte jemand meine alten Schulbücher als Brennstoff für ein Feuer; Bücher, die mir mein Lehrer, Vater oder andere diktiert hatten, die Anteil an meiner Schulbildung hatten, und Bücher, die ich einfach von Materialien abkopiert hatte, die ich an den ungewöhnlichsten Plätzen fand. Während meiner frühen Teenager-Jahre hatte ich unzählige Stunden von der Zeit weggeschnappt, die ich eigentlich für Freizeit oder gemeinsame Mahlzeiten hätte verwenden sollen, um mit meiner Tafel und meinem Stift meine eigene Kinderbibliothek aufzubauen. Und weißt Du, Louis, was ich zur Antwort erhielt, als ich fragte, warum man das getan hatte? "… weil sie zu viel Platz weggenommen haben."
Und etwas Ähnliches ist passiert, als ich nach den Europäischen Sommerferien in mein Studentenheim zurückgekehrt bin: Alle meine Punktschriftbücher waren verschwunden. Und als ich die Verursacherin dieser üblen Tat verhörte, warum sie das getan hatte, war ihre einzige Verteidigung: "Aber sie waren so groß und breit, und so hässlich …"
Und, wo wir schon über Ästhetik reden, frage mal (so ganz nebenbei) meine Freunde von FBU in Montevideo, ob ein Punktschriftbuch schön sein kann oder nicht?
Ich erkläre feierlich, Louis, dass Dein System völlig unschuldig ist an den Versuchen von mehr als einer Person, an meinen gesunden Menschenverstand zu appellieren und mir zu raten, Punktschrift nicht im Bus, Zug oder Flugzeug zu lesen, weil ich damit zuviel Aufmerksamkeit auf mich lenke und weil das schlecht für mein Image sei.
Und, Louis, ich möchte, dass Du die Wut nachempfinden kannst, die ich tief im Innern fühlte, als ich im Jahre 1990 in der Mongolei einen blinden Mathematiker fand, der sich hohes wissenschaftliches Ansehen in seinem Land erworben hat, einen Mann, der seine Sehkraft im Alter von 30 Jahren verloren hatte und der feststellte, dass ihm gewisse Türen als Professor an der Universität offen standen … Wie empört war ich, Louis, als ich mir anhören musste, wie er erklärte, dass er Stunden und Stunden mit einem Kassettenrekorder damit zubrachte, Gedanken, Schlussfolgerungen und mathematische Formeln auswendig zu lernen … Sie hatten ihm, Louis, schon sehr früh erklärt, dass Brailleschrift ihm nie von Nutzen sein könnte. Und sogar in diesen Tagen, genau letzten Freitag, machte im Libanon ein hoher Regierungsvertreter eine Show, persönlich und am Telefon, über die blinden Menschen, die dank seines Einfühlungsvermögens Jobs bei Regierungsbehörden gefunden haben. Was für eine Schande ist es allerdings, Louis, dass die einzige Person, mit der ich in dieser ganzen Serie von guten Absichten sprechen konnte, auf meine Frage zur Antwort gab, nein, er habe keine Brailleschrift gelernt. (…)
Zum Glück, vom Standpunkt von hier und heute, hat dieses geniale, befreiende Werkzeug, dass Du uns hast zukommen lassen, seine Sonnenseite, und es gibt viele, die es wertzuschätzen verstehen (und sogar lieben) und darunter sind all die, Louis, die die Geduld haben, sich diesen Brief anzuhören, den ich Dir aus Montevideo schicke. Dein System, dem wir Deinen Familiennamen, Braille, gegeben haben, wird in den letzten Monaten mehr und mehr in den Vereinigten Staaten unterrichtet, weil trotz des halsstarrigen Standpunkts, den einige einnehmen, andere unaufhörlich dafür gekämpft haben, dass das Erlernen der Punktschrift als Menschenrecht anerkannt und als solches in die Gesetzgebung einiger Bundesstaaten aufgenommen wurde.
Punktschrift wird heutzutage kostengünstiger und in geringeren Stückzahlen produziert, als man sich das vor nicht allzulanger Zeit vorstellen konnte. Und das ist so, Louis, weil viele Menschen, Blinde und Sehende, der Ansicht waren, dass sich die Mühe lohnt, ihre Vorstellungskraft und ihre Intelligenz dafür einzusetzen, Lösungen zu finden, um Informations- und elektronische Technologie im Bereich der Brailleschriftproduktion einzusetzen. Wahrhaftig, Louis, Technologie macht Deinen herausragenden einfachen Code nicht überflüssig, sondern erweitert eher noch sein Potenzial. Für mich und andere ist es nicht länger utopisch, mit seiner Hilfe umfangreiche Wörterbücher und Lexika zu konsultieren, indem wir uns CD-ROMs und andere elektronische Zugangsmöglichkeiten zunutze machen. Ebensowenig ist die Möglichkeit eine Utopie, meine eigene persönliche Bibliothek - die dann meine Punktschriftbücherei wäre - aufzubauen, da das Platzproblem dank elektronischer Speichersysteme keines mehr ist.
Und nun, Louis, hab bitte Geduld mit mir und leih' mir Dein Gehör ein wenig länger, damit ich Dir über ein paar Dinge erzählen kann, die mir widerfahren sind und die Einstellungen zeigen, die diametral denen gegenüber stehen, die ich im ersten Teil dieses Briefes erwähnt habe:
1971 zum Beispiel fertigte mein Semantikprofessor lobenswerterweise in einem Sommerkurs in Cambridge/England (als er erfuhr, dass ich in seiner Klasse sein werde) hervorragende Reliefs der Diagramme an, die er selbst für sein Seminar mit einem Kugelschreiber gezeichnet hatte. (…)
Dann war da die Frau, die einen Heimservice für Mahlzeiten leitete, die vor ein paar Tagen wissen wollte, ob ich in der Lage sei, die ansehnliche Anzahl von Speisen, die ich zu dem Diätmittagessen bestellt hatte, auseinander zu halten. "Nicht allzu gut", antwortete ich. Und ich erspare Dir, Louis, die langwierigen Einzelheiten der Probleme, die ich mir aufhalste, als meine Geruchsidentifikationsfähigkeiten mich beim Versuch im Stich ließen, zu erkennen, was in jedem Behälter war. Aber wie trostreich ist es, ihre Reaktion zu sehen! "Lassen sie mich sehen, was ich tun kann", sagte sie. Beim nächsten Mal waren alle Behälter mit Etiketten markiert: Sie hatte ein System entworfen, bei dem ein Kreis den Nachtisch, ein Kreuz den Hauptgang und eine gerade Linie die Vorspeise markierte. Leider ging sie so weit, dass sie die Namen jeder Speise in ihrer eigenen Version einer Reliefschrift auf den Behälter anbrachte. Und begierig darauf zu wissen, ob ihre Integrationsbemühungen erfolgreich waren, rief sie mich zurück, um die Ergebnisse zu sehen. So eine positive Einstellung ermutigte mich, ihr vorzuschlagen, dass ich ihr selbstklebende Etiketten schicken könnte, auf die sie Punktschrift mit einem Stift und einer kleinen Tafel schreiben könnte, bei der die Buchstaben Deines Alphabets auf der Unterseite zu sehen sind. Jetzt kann ich problemlos die Salatsauce von der Fleischsauce unterscheiden. Welch eine Befriedigung, Louis, ihre wohlwollende Einstellung, wie bei Valentin Haüy, in eine viel emanzipatorischere verwandelt zu haben, wie Dein System sie möglich macht. (…)
Und weißt du was, Louis? Schon lange mache ich mir keine Sorgen über mein Image. Ich stelle Deine Erfindung überall zur Schau. Ich lese Material, wie Du es erfunden hast, im Stehen, im Liegen, im Sitzen, in jeglicher Position. Und in meiner Tasche befindet sich immer eine kleine Tafel wie die, die ich der Dame vom fahrbaren Mittagstisch gegeben habe. Und das, weil Dein Code, Louis, so vielen blinden Menschen - darunter natürlich auch mir - Würde, Freiheit und so viele Stunden von unvergleichlicher, spiritueller Freude gegeben hat.
Ich verspreche feierlich, Dir treu zu sein, obwohl ich weiß, dass, wenn letzten Endes, vielleicht auf irgendeine Weise und mit welchen Mitteln auch immer, irgendjemand eines Tages etwas findet, das besser ist als das System, das Du der Welt im Jahr 1825 vorgeschlagen hast, Du, ich und jeder andere überglücklich sein wird.
Mit freundlichsten Grüßen, Pedro Zurita am 27. März 1996. (…)«
[Übersetzt von Norbert Müller. Leicht gekürzt von der Redaktion.]

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Wie war das damals

Sechs Punkte setzen Zeichen

Renate Böttger
Liebe Christine, als Du an die Lehrerzimmertür der Berufsschule klopftest, einen Kollegen nach mir fragtest und wir uns ungläubig staunend gegenüberstanden, da brach der Jubel der Wiedersehensfreude den Bann. Nach über 30 Jahren begegneten wir uns, äußerlich reifer und stattlicher geworden, mit der Vertrautheit von einst und aktualisierten unsere Lebensläufe: Die Partner Reinhard und Rainer wehrten sich vor Jahren nicht gegen eine Scheidung; die Kinder Katrin, Jenny und Steffen längst den Kinderschuhen entwachsen ...
Unsere Lebenswege führten nach dem Pädagogikstudium in völlig entgegengesetzte Richtungen: Du wähltest die politische Laufbahn, und ich fand in der Blindenbildung Beruf und Berufung - so glaubte ich wenigstens zu Beginn meiner Lehrertätigkeit.
Meinen beruflichen Werdegang mit ihren Höhen und Tiefen veränderten und prägten die sechs Punkte des Louis Braille auf schicksalhafte Weise.
"Wir erwarten, dass Sie in kurzer Zeit die Braille-Schrift beherrschen", forderte in einem strengen Ton mein damaliger Schuldirektor. "Das dürfte doch kein Problem mit Ihrer akademischen Ausbildung sein!", fügte er hintergründig lächelnd hinzu. Es wurde aber zu einem Stolperstein meiner Karriere Anfang der 70er Jahre.
Ein Blindenpädagoge, einen Doktortitel vor dem Namen, selbst blind und schon von schwerer Krankheit gezeichnet, paukte mit mir ohne Rücksicht auf meine familiäre Situation in jeder freien Minute die Anordnung und Bedeutung des 6-Punkte-Systems. Ein "fachkompetentes" Gremium prüfte mich nach einem Vierteljahr auf Herz und "Punkte" und drohte anschließend mit Kündigung. Nun war guter Rat teuer. Auf eigene Kosten erlernte ich in den Ferien bei einer späterblindeten Hobby-Schriftstellerin, die über die Selbsthilfeorganisation vermittelt wurde, "Fingerspitzengefühl" zu entwickeln, denn die Augen schmerzten beim Lesen der erhabenen Zeichen und Formen.
Die Chance, mich auf dem Gebiet der Blindenstenografie einzuarbeiten, nutzte ich erfolgreich und war als Lehrende den Lernenden nicht nur eine, sondern zwei Lektionen voraus. Mit der Stenografiermaschine nahmen die Blinden mühelos Stenogramme nach Ansage auf und übertrugen sie maschinenschriftlich. Für die Sehbehinderten, die einen schreibtechnischen Beruf ergreifen wollten, gab es keine andere Möglichkeit als blindenspezifisch zu stenografieren. Für sie war es oft quälend, die Zeichen auf dem Stenostreifen zu identifizieren. Sie erfanden zeitaufwendige Mischtechniken oder färbten die Punkte ein.
Vielleicht hätte Louis Braille Ende der 90er Jahre - wie andere Blinde auch - missbilligend den Kopf geschüttelt oder anerkennend gelächelt, wenn er erfahren hätte, dass seine Schrift eine Schweizer Kollegin in Ordenstracht und mich anregten, ein eigenes Kurzschriftsystem für Sehbehinderte zu entwickeln. Mit dieser visualisierten Form der Braille-Schrift wird Menschen mit Sehbehinderung die Lösung eines Problems angeboten, das die Blinden- und Sehbehindertenpädagogen seit Jahrzehnten beschäftigt. Es ermöglicht dem Sehbehinderten, die Kultur-techniken seinen individuellen Bedürfnissen anzupassen. Handschriftliche Notizen oder perfektes Tastaturschreiben am Computer versetzen ihn mit diesem Schriftsystem in die Lage, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Lesen und Schreiben zu vervollkommnen. Art und Grad der Sehbehinderung sowie die Feinmotorik entscheiden über die zu wählende Arbeitstechnik.
Dieses Kurzschriftsystem, in einem Lehr- und Übungsbuch dokumentiert, ist auch für Sehbehinderte geeignet, die unter Menschen ohne Behinderung im schulischen und beruflichen Alltag "schnelle Schreiber" sein müssen.
Gern erinnere ich mich an lustige Begebenheiten, wenn ich in der Elementarrehabilitation vertretungsweise Punktschrift unterrichtete und die Herren der älteren Semester sich durch gewollte oder ungewollte Wortspielereien im Flirten erprobten.
Als pädagogische Herausforderung erwies sich der Einzelunterricht mit einer gehörlosen jungen Frau, deren Augenerkrankung progredient verlief. Was hätten wohl Hieronymus Lorm und Louis Braille zu meinen dilettantischen Bemühungen gesagt, ihr über das "Besprechen der rechten Hand" das Braille-Alphabet zu vermitteln?
"Ich kann die Voll- und Kurzschrift der Blinden lesen und schreiben.", behauptete ich während meines zweijährigen Sonderschulstudiums Ende der 70er Jahre stolz. "Muss ich am Punktschriftunterricht teilnehmen?", fragte ich die Seminarleiterin. "Natürlich …!!!", lautete deren Antwort, "Sie können nur dazulernen." Gelangweilt hockte ich mich in die hintere Ecke des ohnehin dunklen Seminarraums und störte die Übungsstunden durch Vorsagen. Als ein Kommilitone eines Tages das Adjektiv "besser" nach Gutdünken kürzte, bemerkte sie sarkastisch, dass es auch noch andere gäbe, die über Punktschriftkenntnisse verfügten. Das stimme, erklärte ich lakonisch, aber die Wortkürzung sei "ss" und nicht ";ß7". In der Pause kritisierte mich eine Kollegin, es wäre anmaßend und disziplinlos von mir gewesen, mehr zu wissen als eine Dozentin der Universität. Der Platz neben mir war später der begehrteste in der Prüfung.
Fazit nach Oscar Wilde: Es ist wirklich schade, dass wir die Lektionen (des Lebens) immer erst dann lernen, wenn sie uns nichts mehr nützen.
"Darf ich die Arbeiten in Punktschrift abgeben?", will ein Abgänger der Blindenschule zu Beginn seiner kaufmännischen Ausbildung wissen. "Warum denn nicht …?", erwidere ich verblüfft. "Bewerten Sie etwa auch Kürzungsfehler?" Als ich verneine, atmet er erleichtert auf. Ich beginne endlich zu begreifen, dass ich zu den Lehrern der Uhu-Generation zähle (Uhu steht für "unter Hundert"), die zwar ihr "Handwerk" in der Blindenbildung gelernt haben, aber im Zeitalter moderner Computer- und Kommunikationstechnik mit ihrer sonderpädagogischen Qualifikation nur noch statistische Größen sind. Tafeln (mit Griffel), Punktschrift- und Stenografiermaschinen verkümmern zu Museumsstücken. Aus Auszubildenden sind Kunden, aus Lehrern Dienstleister geworden, die im 45-Minuten-Takt Wissensangebote be- bzw. erarbeiten. Braille-Zeilen, Großschriftsysteme, Sprachausgaben - sie garantieren einen fast barrierefreien Zugang zum Internet und vielfältigen Anwendungsprogrammen. E-Learning ist das Zauberwort des zukünftigen Wissenserwerbs.
Unterrichtsmaterialien werden auf Datenträger, in Normal- oder Großdruck, als Punktschriftvorlage nach Bedarf erstellt. Eine blinde Sachbearbeiterin überträgt Punktschriftarbeiten aller Art am Computer in Normalschrift, so dass die Auswertung durch die Lehr- und Honorarkräfte in der Übersetzung vorgenommen werden kann.
Eigentlich wollte ich nur, liebe Christine, unser Gespräch fortsetzen. Stattdessen öffnete ich Dir in diesem Brief Zeitfenster und gewährte Dir Einblicke in eine 6-Punkte-Welt, in der ich mich als Betroffene beruflich profilieren konnte.
Ich wünsche Dir eine gute Zeit und grüße Dich herzlich, Renate.

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Gut gepunktet - Louis!

Versuch eines biographischen Beitrages von Susanne Siems
Mit drei Jahren verletzte sich Louis Braille in der Werkstatt seines Vaters an einem Werkzeug des Sattlermeisters. Die Entzündung beider Augen, die diese Verletzung zur Folge hatte, führte binnen zweier Jahre zur Erblindung des Kindes.
Auch ich werde so drei Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal die Blindenschriftbücher im Arbeitszimmer meines Vaters bewunderte, eine lange und hohe Bücherschrankwand, die Ehrfurcht und Geborgenheit zu gleicher Zeit vermittelte. Seither begegnen mir die erhabenen Punkte immer wieder bei verschiedenen Gelegenheiten, ohne dass ich sie wirklich anwenden muss. Die Verehrung für einen Menschen, der Millionen von Blinden in der ganzen Welt zu einem riesengroßen Stück Selbständigkeit verholfen hat, die ist mit jeder Begegnung gewachsen. Heute bin ich schon zwei Jahre älter, als Braille je geworden ist. Dennoch ist er in Herzen und Händen vieler blinder Menschen auf der Welt bis heute lebendig. Sein 200. Geburtstag am 4. Januar 2009 ist darum Anlass genug, wieder einmal seinen Lebensweg in Erinnerung zu rufen.
Geboren in dem kleinen Dorf Coupvray ca. 30 km östlich von Paris, war es Neugierde, die den kleinen schnell lernenden und wissensdurstigen Louis in die Werkstatt seines Vaters trieb. Die Entdeckerfreude bescherte ihm einen nicht wieder gut zu machenden Schicksalsschlag, aber sie half ihm auch, die damit einhergehenden Probleme und Nachteile zu seinem und dem Vorteil vieler Blinder in der Welt zu mindern. Die Erblindung engte vielleicht seinen Handlungsspielraum ein, sie konnte aber Louis' Neugier nicht bremsen.
Mit Eintritt in das schulfähige Alter wurde er vom Lehrer und dem Pfarrer seines Dorfes unterrichtet. Beide entdeckten bald die hohe Intelligenz des Jungen und rieten seinem Vater, Louis auf das in Paris befindliche Blindeninstitut zu schicken. Dieses Institut war die erste Bildungseinrichtung für Blinde überhaupt. Sie war 1894 von Valentin Haüy gegründet worden. Glücklicherweise befolgte Vater Braille den Rat des Dorfpfarrers und so kam Louis 1819 im Alter von 10 Jahren nach Paris. Was dort geschah, ist in der Welt der Blinden schon oft berichtet worden und hört sich dennoch für viele immer wieder wie ein Wunder an. Ein Exhauptmann der französischen Armee, Charles Barbier de la Serre, hatte eine Nachtschrift aus 12 erhabenen Punkten entwickelt. Nun sollten die blinden Schüler des Institutes diese Schrift auf ihren Gebrauch hin testen. Bisher lernte man am Institut sehr mühevoll Lesen, die lateinischen Buchstaben wurden als Relief wiedergegeben. Das Schreiben war so gut wie gar nicht möglich. Aber die vielen Punkte verwirrten die Schüler, sie verwarfen die Schrift Barbiers als nicht geeignet. Nur einer der Schüler, der 12-jährige Louis, setzte sich, beseelt von dem Wunsch, Schreiben und Lesen wie ein Sehender zu können, weiterhin mit den Punkten auseinander. Und nach 4 Jahren fleißiger und zäher Arbeit legte er sein Ergebnis vor. Seit 1825 kennt nun die Welt die Braillesche Blindenschrift aus 6 Punkten.
Brailles System mit den 63 Kombinationsmöglichkeiten war bereits bei seiner Veröffentlichung ein in sich abgeschlossenes System. Darin bestand sein großer Vorteil gegenüber anderen Systemen, die zum Beispiel nur Zeichen und Ziffern darstellten, aber keine Satz- und andere Sonderzeichen. Und dennoch ist das System so flexibel, dass Ergänzungen in Form von Spezialschriften z. B. für Mathematik und Noten bis in die Gegenwart möglich sind.
Doch was uns heute gut, selbstverständlich und richtig erscheint, muss nicht gleich anerkannt werden in seiner Zeit. Auch Bach war im 18. Jahrhundert nicht der Meister der Fuge, als der er uns heute gilt. So geschah es auch mit Brailles Erfindung. Der Direktor des Pariser Blindeninstitutes, Pignier, setzte sich sehr für die Anerkennung der Brailleschen Schrift ein. Die Schüler des Institutes wandten sie im Übrigen begeistert an. Aber 1840 kam es zu einem Direktorenwechsel. Dufau, der neue Direktor, war kein Freund der Brailleschen Punkte, ja er verbot sogar die Anwendung der Schrift. Braille, seit 1833 Lehrer am Institut, wandte sich daraufhin an Direktor Klein in Wien mit der Bitte um Prüfung seines Punktealphabetes. Aber auch Klein lehnte das System ab, weil es keine Ähnlichkeit mit den Buchstaben der Sehenden aufwies und demzufolge die Blinden isoliere. Doch oft kommt gerade dann der Wendepunkt, wenn es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Es gelang Braille, den Vizedirektor des Institutes vom Sinn der Punktschrift zu überzeugen und der wiederum sorgte dafür, dass schließlich auch Dufau offiziell die Braillesche Schrift anerkannte. Man schrieb das Jahr 1844. Nun konnte der eigentliche Siegeszug der 6 Punkte beginnen, und der Grundstein auch für unsere Bibliothek hier in Leipzig wurde gelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die blinden Schüler und Braille selbst auf großen schweren Holztafeln geschrieben. Nun stürmte eine Erfindung die nächste. Die Tafeln wurden aus Zink gefertigt und sie ähnelten schon sehr denen, die wir heute teilweise noch aus Metall, zum großen Teil aber aus Kunststoff kennen. Auch wurden Bücher gedruckt, recht bald sogar beidseitig.
Braille selbst konnte den Siegeszug seiner Schrift in anderen Ländern Europas und der Welt nicht mehr miterleben. Man kann es nur tragisch und eigentlich makaber nennen, dass die Tuberkulose, an der Braille seit 1829 litt und die schließlich zu seinem frühen Tod 1852 führte, ihren Nährboden in den unwürdigen Lebensbedingungen am Institut fand. Die Räume waren klein und feucht. Eine Eingabe des französischen Schriftstellers Lamartin bewirkte zwar, dass ein neues Institut gebaut wurde und schließlich 1843 bezogen werden konnte, die Krankheit konnte aber nicht mehr aufgehalten werden.
Wir haben Glück, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden die Vorläufer unserer heutigen Fotographien, wir können uns also einen Eindruck davon machen, wie Braille ausgesehen hat. Ein intelligent geschnittenes Gesicht, sein Ausdruck ernst. Man sagt aber, dass er im Gespräch sehr lebhaft werden konnte. Bei den Schülern war er als Lehrer beliebt, obwohl er auch streng gewesen sein soll. Als bescheiden galt Braille zeitlebens. So ist ein Ausspruch zu seiner Erfindung überliefert, der das sehr deutlich widerspiegelt. "Wenn wir die Vorteile erwähnen, die unser Verfahren gegenüber jenem Barbiers aufweist, so müssen wir zur Ehre von Hauptmann Barbier beifügen: Aus seiner Methode schöpften wir die Idee für die unsere." (Heimers, S. 27)
Es ist nicht nur das Wollen und Können, das große Entdeckungen und Erfindungen möglich macht. Natürlich bedarf es immer des kraftvollen Geistes des Menschen, einer besonderen Persönlichkeit mit besonderen Eigenschaften. Die war zweifellos mit dem intelligenten und sensiblen Louis gegeben. Aber auch die Zeit muss reif dafür sein. Noch ein oder zwei Jahrhunderte vorher wäre seine Erfindung kaum möglich gewesen. Es benötigte den Geist der Aufklärung, das "Habe den Mut, Dich Deines Verstandes zu bedienen", das wir heute aus dem Geschichts- und Literaturunterricht über diese Zeit kennen. Die Überzeugung, dass jeder Mensch bildungsfähig ist, ebnete Braille den Weg in das Pariser Blindeninstitut. Dieses hätte es nicht gegeben ohne die Initiative großer Männer wie Diderot und Valentin Haüy. Wir können heute also in zweifacher Hinsicht dankbar sein - für Brailles Erfindung und für die günstigen Zeitumstände, die sie ermöglichten.
Wie es nach dem Tod von Braille mit der Verbreitung seiner Schrift weiterging und wie es dazu kam, dass diese Schrift so beliebt und berühmt wurde, dass wir heute den 200. Geburtstag des Franzosen in hohen Ehren halten, dass lassen wir Stoff sein für viele Aktionen und Medienbeiträge in diesem seinem Jubiläumsjahr.
[Quelle: Heimers, Wilhelm: Louis Braille - sein Leben und sein Werk, 2., unveränd. Aufl., 1979.]

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Aktivitäten zum Braille-Jahr

„Initiative Braille!“

Die DZB bietet in Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) mit der Initiative Braille! ein modulares Informationssystem zur Veranschaulichung des von dem Franzosen entwickelten Schriftsystems.
Grundlegende Kenntnisse über die Brailleschrift und ihre Einsatzmöglichkeiten werden abgebildet und vermittelt. Nach einem einfachen Baukastenprinzip sind die Grundformen der Blindenschrift sowie deren unterschiedliche Einsatzgebiete dargestellt.
Zehn farbige Anschauungstafeln im Format A2 illustrieren das Thema in Wort und Bild. Aufgrund des modularen Prinzips sind die Tafeln einzeln oder auch kombiniert als Poster-Set einsetzbar. Acht dieser Tafeln werden als attraktives Werbemittel in Form von Postkarten angeboten. Mehr zu Louis Braille sowie Hintergrundwissen zum Schriftsystem bietet das Begleitheft der „Initiative Braille!“.
Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie unter www.dzb.de/braille oder Tel.: 0341 7113-148, E-Mail: braille@dzb.de
Folgende Werbemittel stehen zur Verfügung (Preise zzgl. Versandkosten):

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Punktschriftlesewettbewerb

Zusammen mit der DZB plant der DBSV auch 2009 einen bundesweiten Punktschriftlesewettbewerb für Schüler im Rahmen der Leipziger Buchmesse und der „Tour de Braille“ (www.tour-de-braille.de). Der Wettbewerb wird voraussichtlich gefördert durch die „Aktion Mensch“ (www.aktion-mensch.de). Er soll stattfinden am 12. März 2009 im Rahmen der Buchmesse auf dem Messegelände.
Alle DBSV-Landesvereine und Förderschulen für Blinde und Sehbehinderte sind aufgerufen, in ihren Bundesländern Landeswettbewerbe durchzuführen bzw. Teilnehmer für den Bundeswettbewerb zu benennen.
Der Wettbewerb wird wieder in zwei Altersgruppen ausgetragen: 5. bis 6. Klasse (Vollschrift) und 7. bis 10. Klasse (Kurzschrift).
In der Vorrunde (voraussichtlich 11.00 bis 13.00 Uhr) lesen die Teilnehmenden einen Text, der ihnen vor dem Wettbewerb zugesandt wurde. Je zwei Teilnehmende beider Altersgruppen qualifizieren sich für die Endrunde (voraussichtlich 15.00 bis 16.00 Uhr), in der sie einen für sie bis dahin fremden Text lesen müssen. Die Veranstaltung ist inkl. eines spannenden Rahmenprogramms vom 12. bis 13. März 2009. Bisher ist geplant: Teilnahme an einer Hörspielpräsentation, ein eigenes illustriertes Braillebuch herstellen und Kennenlernen der DZB.
Reise- und Übernachtungskosten für alle Teilnehmenden und je eine Begleitperson werden vom DBSV übernommen.
Informationen: DBSV, Sozialreferent Reiner Delgado, Tel: 030-285387-24, E-Mail: r.delgado@dbsv.org.
[Quelle: Rundschreiben 58/2008 des DBSV]

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„Tour-de-Braille“

Claudia Schaffer (Koordinatorin der Tour de Braille)
Die Blindenschrift ist eine geniale Erfindung und fasziniert blinde und sehende Menschen bis heute gleichermaßen. Zu verdanken haben wir sie dem blinden Franzosen Louis Braille, der am 4. Januar 2009 seinen 200. Geburtstag feiern würde. Aus diesem Anlass startet der DBSV einen bundesweiten Lesemarathon, die Tour de Braille.
Die Spielregeln der "Tour de Braille" sind denkbar einfach: Alle können mitmachen, vorausgesetzt, es ist mindestens eine Person dabei, die Blindenschrift vorlesen kann.
Im Zeitraum vom 4. Januar bis Ende August 2009 wird bei mindestens 200 Lesungen in ganz Deutschland Blindenschrift für eine breite Öffentlichkeit erlebbar gemacht. Ob auf der Zugspitze oder auf hoher See, im Bus oder Zug, auf einem Marktplatz, in einer Kirche, im Altenheim oder Kindergarten, auf dem Pferd oder Leuchtturm, bei einer Karnevalsveranstaltung, zu Ostern oder zum Tag der Arbeit - überall und jederzeit kann gelesen werden.
Die „Tour de Braille“ begleitet Ihre Veranstaltung:
Informationen:
Tel.: 030 285387-282
E-Mail: info@tour-de-braille.de

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Einblicke

Braille und DAISY 2009

Dr. Thomas Kahlisch
In einem Streifzug durch den Monatskalender 2009 wollen wir Sie auf das neue Jahr einstimmen. Die nachfolgend zusammengestellten Termine, Fakten, Ankündigungen und Informationen erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie illustrieren die Vielfalt der Aktivitäten und Initiativen, die im Braille-Jubiläumsjahr zu verzeichnen sind.
Am 4. Januar 2009 wäre Louis Braille 200 Jahre alt geworden. Die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Deutschland widmet diesem Anlass die "Tour de Braille" (www.tour-de-braille.de), eine Veranstaltungsreihe, die deutschlandweit die Schrift der Blinden ins Gespräch bringt. Eröffnet wird der Lesemarathon der besonderen Art, welcher unter der Schirmherrschaft vom Bundespräsidenten Dr. Köhler steht, am ersten Sonntag des Jahres in der Französischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin. Der DZB-Direktor wird die Eröffnung moderieren und besondere Bücher aus unserem Angebot werden präsentiert.
Das DaCapo-Team stellt Mitte Januar die Ergebnisse seiner Arbeit auf der Notennetzwerktagung des DVBS vor und in Berlin erhalten die Organisatoren von DAISY2009 (www.daisy2009.de) die Gelegenheit, internationalen Verlegern auf dem Kongress APE2009 (Akademisches Publizieren in Europa, www.ape2009.eu) das Anliegen der Veranstaltungswoche im September vorzustellen.
Neu für die Nutzer der DZB ist, dass sie mit HÖRZU-Fon jetzt sowohl das TV- als auch das Radioprogramm abfragen können.
Im Februar treffen sich die Experten der Blindenschriftkommission in Leipzig, um über Änderungen bei der Mathematikschrift zu diskutieren. Für die Nutzer aus unserem Haus geht der 17. stern-Podcast online und die 10. Ausgabe von "stern/Zeit" in den Versand.
Im März ist Buchmesse in Leipzig. In Kooperation mit der DZB führt der DBSV am 12. 03. auf dem Messegelände den bundesweiten Punktschriftlesewettbewerb durch. Neben zahlreichen anderen Buchmesseaktivitäten sind die Lesefreunde der "Tour de Braille" an verschiedenen Orten landauf und -ab auf den Spuren von Theodor Storm unterwegs und greifen dafür auf den umfangreichen Bestand der Leipziger Bücherei zurück.
"Tour de Braille" in Leipzig: Am 1. April plant der Direktor der DZB, interessierten Besuchern und Bewohnern des Leipziger Zoos im Affenhaus aus dem Dschungelbuch vorzulesen. Die Leserinnen und Leser der DZBN dürfen gespannt sein, ob es sich dabei um einen Aprilscherz handelt. Für den UNESCO Welttag des Buches am 23. April steht der aktuelle Titel aus der Reihe "Ich schenk dir eine Geschichte" wieder im Produktionsplan der Blindenschriftherstellung. Dieses Buch wird dann bereits zum dritten Mal vom Förderverein der DZB finanziert und an alle 60 Blindenbildungseinrichtungen in Deutschland kostenfrei versandt.
SightCity ist die größte Deutsche Messe zum Themenfeld Informationszugang für blinde und sehbehinderte Menschen, die jährlich im Mai in Frankfurt a.M. stattfindet. Am eigenen Stand informiert die DZB gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der WBH Münster über MEDIBUS-Angebote, neue Titel aus der Relief-, DAISY- und Blindenschriftproduktion.
Die Sommermonate bringen viele Fachtagungen und Kongresse. Besonderer Höhepunkt für Leipzig ist der 9. Deutsche Seniorentag, der unter der Schirmherrschaft von Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel stattfindet. In einem Workshop präsentieren DBSV und DVBS in Zusammenarbeit mit der DZB das praktische und einfach zu handhabende Hörbuchformat DAISY. Schließlich wollen Menschen, deren Sehvermögen im hohen Alter nachlässt, nicht abgekoppelt sein vom Zugang zu Büchern und Zeitschriften.
Im August endet die Förderung des Projektes DaCapo II durch das Bundesministerium für Soziales und Arbeit. Die Arbeit des leistungsfähigen Notenübertragungsservices geht weiter. Informationen, was der Dienst bietet und wie er genutzt werden kann, findet der Leser im Internet unter www.dzb.de/dacapo. Im Sommer werden auch die beliebten "DZB-Informationen 2009" produziert und an über 10.000 Nutzer verschickt. In diesem Jahr wird dieses Informationsmittel letztmalig auch als Kassette erscheinen.
Tradition ist es, dass am Tag der offenen Tür, 2009 ist dies der 5. September, der neue Wandkalender vorgestellt wird. Das Thema dieses allseits beliebten und bereits mehrfach ausgezeichneten Reliefwerks für das Jahr 2010 lautet: "Historische Handwerkszeichen".
Höhepunkt für die DZB ist im kommenden Jahr DAISY2009. Die Veranstaltungsreihe unter dem Motto: "Die Zukunft verbinden" findet vom 21. bis 27. September im Ramada Hotel Leipzig statt. Neben 2 Fachtagungen, Workshops und Arbeitstreffen verschiedener internationaler und nationaler Gremien, dürfte Leser und Hörer der DZBN das DAISY-Anwenderforum besonders ansprechen, das am Mittwoch, 23. September, geplant ist. An diesem Tag lohnt es sich besonders, nach Leipzig zu kommen, um sich über die aktuellsten Entwicklungen zu informieren oder einfach mal zu schnuppern und auszuprobieren, wie die Abspielgeräte funktionieren und welche neuen Angebote zu erwarten sind. Also, planen Sie früh und organisieren Sie doch eine schöne Tagesfahrt zum Herbstanfang in die Medien- und Bücherstadt Leipzig.
Für den Herbst steht im Produktionsplan der DZB u. a. die Fertigstellung eines neuen Reliefkinderbuches "Der Maulwurf und die Zahlen". Die Ergebnisse, Vorträge und Präsentationen der Veranstaltungen von DAISY2009 werden dokumentiert und im Anschluss an die Veranstaltungsreihe allen Interessierten zugänglich gemacht. Unter dem Motto: "DAISY für Alle" werden wir Sie das ganze Jahr mit Informationen darüber begleiten, wie einfach und praktisch Sie auch 2010 und darüber hinaus Bücher und Zeitschriften MEDIBUS-weit genießen können. Nicht alle Vorhaben, Pläne oder Ideen, die uns 2009 umtreiben werden, haben Eingang in diesen kleinen Ausblick gefunden. Einige Überraschungen sparen wir uns auf, um Sie in den kommenden Ausgaben der DZBN darüber ausführlich zu informieren. Also, freuen Sie sich auf das Kommende aus "Ihrer DZB". Wie immer "...ganz Ohr und zum Greifen nah!".

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Auszeichnung

DZB Leipzig als "Ausgewählter Ort" im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" 2009 prämiert
Die DZB Leipzig ist für 2009 als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" unter mehr als 2.000 Bewerbungen ausgezeichnet. Damit ist sie Teil der Veranstaltungsreihe "365 Orte im Land der Ideen", die gemeinsam von der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" und der Deutschen Bank durchgeführt wird.
Die DZB Leipzig wird unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler im Jahr 2009 Deutschland als das "Land der Ideen" repräsentieren und die Innovationsfreude des Landes erlebbar machen.
DAISY2009 [www.daisy2009.de] ist hierbei die Schlüsselveranstaltung der Leipziger Einrichtung für Blinde und Sehbehinderte. Vom 21. bis 27. 09. 2009 richtet die DZB ein internationales Großereignis aus: DAISY2009. Der internationale Treffpunkt für Anwender und Entwickler moderner Informationstechnologien rund um das Thema DAISY [Digital Accessible Information System]. Neben der International Technical Conference, bei der Fachexperten aus aller Welt Möglichkeiten und Entwicklungen des DAISY-Standards diskutieren, findet die Fachtagung "Barrierefreie Aufbereitung von Dokumenten" statt. DAISY2009 führt Vertreter von Bibliotheken, Verlagen sowie IT-Unternehmen und Anwender des DAISY-Standards zusammen. Begleitet und verknüpft werden die Konferenzen durch eine Hilfsmittelausstellung und das öffentliche DAISY Anwenderforum.
DAISY2009 bietet am 24. 09. 2009 den Rahmen, um die offizielle Auszeichnung als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" entgegenzunehmen.
[Quelle: PRESSEMITTEILUNG 14/2008]

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Michail Scholochow: "Der Stille Don"

SUSANNE SIEMS
[PUNKTSCHRIFTBIBLIOTHEK]
Vergebens suchte ich ihn in Kindlers Literaturlexikon, den Namen Michail Scholochow und die mit diesem sowjetischen Schriftsteller verbundenen Romane "Der stille Don" und "Neuland unterm Pflug". Verwunderlich, denn Scholochow erhielt 1965 für den erstgenannten Roman den Literatur-Nobelpreis. Verwunderlich auch wiederum nicht, wenn man die Diskussionen um die Urheberschaft dieses Romans verfolgt. Bis heute ist sich die Literaturwissenschaft nicht einig, ob Michail Scholochow wirklich der Autor des "Stillen Don" ist. Der Vorwurf des Plagiats bzw. des Heranziehens von Ghostwritern taucht in Abständen immer wieder auf. Auffallend dabei ist die stark politisch geprägte Diskussion. Scholochow, der sich selbst nicht mehr dazu äußern kann, denn er starb bereits 1984, galt als linientreuer Kommunist. Das gab u. a. auch Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn Anlass zu der Frage, ob denn aus der Feder eines Mitglieds des Zentralkomitees der KPdSU ein solch reifer und epocheschreibender Roman kommen könne. Außerdem wäre Scholochow doch mit 23 Jahren zu jung, um ein solches umfassendes Werk zu schreiben. Als ob Meisterschaft und künstlerische Reife an ein Lebensalter gebunden wären! 1928, als Scholochow die Arbeit am "Stillen Don" begann, lag eine bewegte Zeit in der russischen Geschichte gerade hinter dem Land. Und genau diese Umbrüche und Wirren werden in dem Buch dargestellt.
Erzählt wird die Lebensgeschichte von Grigori Melechow. Als Donkosak kämpft er an der Front des ersten Weltkrieges, erlebt die Oktoberrevolution mit und gerät in die Wirren des darauf folgenden Bürgerkrieges. Melechow kämpft sowohl für die Bolschewiki, als auch für die Weißgardisten. Aber keine der gegensätzlichen politischen Ansichten trifft wirklich sein Bedürfnis nach einem friedlichen und eigenständigen Kosakenleben. So wird er zwischen den Fronten zerrieben auf seiner Suche nach dem eigenen Weg. Letztendlich passt er sich dem Lauf der Geschichte an.
In drei Sätzen die Handlung eines 1000-Seiten- Werkes wiederzugeben, ist schier unmöglich. Natürlich geht es im Werk sowohl um die persönliche Lebensgeschichte Grigoris, sein Lieben und Leiden, als auch um die großen politischen Ereignisse dieser Zeit. Als aufmerksamer Leser erfährt man sehr viel über die Kosaken und ihr Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Für mich hat das Werk einen ähnlich hohen Stellenwert wie Alexej Tolstois Trilogie "Der Leidensweg" oder sogar Leo Tolstois "Krieg und Frieden". Es ist für mich eine einzigartige Möglichkeit, ein Stück Vergangenheit in einem fremden Land näher kennen zu lernen.
Wenn ich ehrlich bin, ist es mir relativ egal, wer denn nun eigentlich diesen Roman geschrieben hat, obwohl ich schon von der Autorenschaft Scholochows überzeugt bin. Ist es nicht so, dass wir Künstler und Werk losgelöst betrachten sollten? Sicher fließen immer autobiographische Züge in ein Werk ein, aber für mich als Leser ist doch das Werk entscheidend und was ich darin für mich finde. Das verpflichtet doch aber den Schriftsteller nicht zwangsläufig dazu, im wirklichen Leben so zu handeln wie seine erdachten Romanfiguren. Aber bevor ich die Leser der "DZB-Nachrichten" mit allzu philosophischen Gedanken langweile, richte ich Ihr Interesse lieber auf das hier empfohlene Buch. Sie können sich selbst einen Eindruck verschaffen oder sich auch wieder einmal an diesen wunderbaren Roman erinnern sowohl in unserer Punktschrift, als auch Hörbibliothek:
Punktschrift
Hörbuch (Sprecher: Hans-Joachim Hegewald)

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Günter Görlich: "Das Mädchen und der Junge"

Jana Waldt
[Hörbücherei]
Ein Grund für die Auswahl meiner heutigen „Kramkiste“ sind häufige Nachfragen von Hörern, die besorgt sind, dass bekannte DDR-Romane eventuell nicht in das DAISY-Format übertragen werden.
Ich habe mir daher ein ganz bekanntes Jugendbuch, welches ich selbst früher gern gelesen habe, ausgesucht: "Das Mädchen und der Junge" von Günter Görlich.
Günter Görlich zählt zu den erfolgreichsten Autoren der ehemaligen DDR. Er veröffentlichte neben Unterhaltungsromanen auch zahlreiche Jugendbücher.
Das jetzt besprochene Buch "Das Mädchen und der Junge" handelt von der ersten Liebe der 14-jährigen Kathrin zum drei Jahre älteren Frank. Beide lernen sich auf der Eisbahn kennen - Frank fährt sie an und kümmert sich anschließend sehr um sie. Kathrin ist zum ersten Mal verliebt, und plötzlich ist alles um sie herum anders. Dinge, die ihr früher wichtig waren, wie z. B. der jährliche Winterurlaub mit den Eltern in einer Hütte in den Bergen oder Schule, geraten nun in den Hintergrund und werden unwichtig. Was zählt, sind die gemeinsamen Stunden mit Frank. Vater versteht sie nicht - sie war für ihn immer die "Kleine", die keine Geheimnisse vor ihm hatte. Das ist nun anders. Mutter ist anders, verständnisvoll. Schließlich hat sie alles schon einmal erlebt - bei Kathrins älterer Schwester Gabriele.
Wochen vergehen, Kathrin lernt Franks Eltern kennen, er die ihren. Die Jugendweihe rückt heran, und Kathrin ist stolz, Frank ihrer Familie und ihrer Klasse präsentieren zu können. Sie ist glücklich.
Als Kathrin mit ihrer Klasse nach Prag fahren will, anstatt lieber mit Frank nach Stralsund, stellt er sie vor die Wahl. Kathrin muss sich entscheiden.
Obwohl dieser Roman ca. Anfang der 80er Jahre in der DDR spielt, hat sein Thema - erste Liebe - nichts an Aktualität verloren. Ich habe das Buch jedenfalls gern noch einmal gelesen und mich an meine Jugend erinnert.
Aufgelesen hat das Buch Käte Koch. Es ist unter der Bestellnummer 4866 als CD DAISY oder auf 3 Kassetten ausleihbar. In Blindenschrift gibt es dieses Buch leider nicht.
Sowohl in der Hörbücherei als auch in der Punktschriftbibliothek sind zahlreiche weitere Bücher von Günter Görlich ausleihbar.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel. 0341 7113-145, Fax 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.
Herr Heinz-Peter Engels machte mich auf das Thema Datensicherung im PC aufmerksam und schickte mir einen Beitrag über ein entsprechendes Programm. Diesen Text können Sie jetzt ungekürzt lesen bzw. hören; anschließend werde ich noch ein paar Anmerkungen dazu machen.

Computerdaten sichern mit dem Programm Langmeier Backup

Heinz-Peter Engels
Hallo liebe Leserinnen und Leser, Kennen Sie das Gefühl, wenn eine Festplatte oder ein Rechner seinen Geist aufgibt und man denkt Ohje! Jetzt sind meine Daten weg. Es ist schon eine große Disziplin erforderlich, um regelmäßig die Daten von Hand zu sichern, die von unschätzbarer Bedeutung sind. Und wenn man sicher gehen wollte, müsste man 2 Sicherungsmedien nutzen, damit man einen doppelten Boden hat.
Das Programm Langmeier Backup nimmt ihnen diese lästigen Arbeiten ab. Im einfachen Modus kann es mehrere Aufträge verwalten. Jeder Auftrag kann verschiedene Verzeichnisse oder Dateien beinhalten. Mit einer Desktopverknüpfung lässt sich jederzeit ein Backup durchführen. Darüber hinaus können geplante Backups eingerichtet werden. So gewährleistet z. B. der Punkt vor dem Abmelden, dass auf jeden Fall eine Sicherung vor dem Herunterfahren durchgeführt wird. Darüber hinaus lassen sich auch Internetfavoriten und Outlookdaten sichern. Im professionellen Modus ist es sogar möglich, in einem Auftrag Backups auf verschiedene Medien zu sichern. Natürlich lassen sich die gesicherten Daten ebenso gut wieder zurückspielen, sogar auf einen anderen Rechner, wenn er die gleiche Verzeichnisstruktur besitzt.
Weitere Möglichkeiten:
Damit in Jaws die Schalter erkannt werden, muss eine Fensterklasse wie folgt zugeordnet werden:
Der direkte Downloadlink lautet: ftp://langmeier-software.com/download/langmeier_backup_de.exe
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung unter: hp-engels@gmx.de

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Soweit der Artikel von Heinz-Peter Engels. Anmerken möchte ich, dass die Software ein Windowsprogramm ist und sogar ab dem Betriebssystem Windows 95 läuft, dort und bei Windows 98 aber unter der Voraussetzung, dass mindestens der Internet Explorer Version 4.01 installiert ist. Die Installation des Langmeier Backup-Programms erfolgt zuverlässig mit Hilfe des Screenreaders. Ruft man dann die Software auf, dann hängt es vom verwendeten Screenreader oder der Brückensoftware ab, wie gut die Unterstützung über Braillezeile und Sprachausgabe ist. Für Jaws hat es Herr Engels bereits erklärt, und das funktioniert nach der beschriebenen Vorgehensweise dann prächtig. Unter Cobra 8.0, dem neuen Screenreader von Baum, gibt es auch keine Probleme. Bei den anderen Screenreadern, wie Virgo, HAL oder Blindows, wird auf jeden Fall eine Anpassung an die Fensterklassen erforderlich sein. Konkret testen konnte ich das leider nicht.
Das Langmeier Backup-Programm ist zum Testen 30 Tage kostenlos, dann muss man es freischalten lassen, und es kostet dann mindestens ca. 25 Euro in der günstigsten Variante (Easy, für die einfacheren Vorgänge, vor allem für zu Hause) oder in der Standardversion mit weitreichenderen Funktionen für ca. 45 Euro. Zu diesem Thema und zu diesem Programm können Sie noch mehr Informationen erhalten bei Langmeier Backup unter www.langmeier-backup.de.
Zum Schluss möchte ich noch auf ein weiteres Backup-Programm hinweisen: die Drive Snapshot-Software. Auch dieses Programm kostet etwas, ca. 30 bis 40 Euro. Es ist allerdings englischsprachig und lässt sich mit Screenreadern gut bedienen. Weitere Informationen erhält man unter www.snapshot.de oder per Mail bei shop@blindzeln.de.
Viel Erfolg beim Datensichern und viel Freude mit der Backup-Software.

Info-Service

Schließtage und Tag der offenen Tür 2009

Am 22. Mai und vom 28. Dezember 2009 bis zum 30. Dezember 2009 bleibt die DZB geschlossen.
Am 05. September 2009 ist der Tag der offenen Tür.

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Buchpatenschaften 2009

Susanne Siems
Liebe Literaturfreunde, auch in diesem Jahr gibt es für Sie die Möglichkeit, für einzelne Titel der Hör- bzw. Punktschriftproduktion eine Buchpatenschaft zu übernehmen. Die aktuellen Vorschlagslisten finden Sie im Internet auf der Seite www.buch-patenschaft.de oder Sie erfragen Sie bei Susanne Siems am Telefon (0341 7113-115). Eine Buchpatenschaft auf einen der vorgeschlagenen Titel ist ab 100 Euro möglich. Gern können Sie aber auch für eines Ihrer in der DZB produzierten Lieblingsbücher eine Patenschaft übernehmen, dann ab 250 Euro. Uns helfen Sie mit Ihrer Spende, noch mehr Bücher für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen - für Sie ist es vielleicht eine Möglichkeit, besondere Verbundenheit mit einem bestimmten Buch auszudrücken. Auch Gruppenspenden und eine Buchpatenschaft als Geschenk sind möglich. Näheres dazu erfahren Sie ebenfalls im Internet oder bei Susanne Siems.

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DAISY-News per Mail

Interessenten können sich die monatlichen DAISY-Neuerscheinungen in einer Gesamtliste (Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur, Sachliteratur - Eigenproduktionen und Übernahmen) per E-Mail zusenden lassen.
Zur Registrierung senden Sie bitte unter dem Betreff "DAISY-News" eine E-Mail mit Ihrer Adresse und (wenn bekannt) Hörernummer an bibliothek@dzb.de.

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Geänderte Bezugsadresse

Der kostenlose "Ratgeber für erfolgreiches Altern" (DZBN 2008-6) wird ab sofort von ATZ e.V., Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde, vertrieben. Tel.: 05531 7153, E-Mail: atz@blindenzeitung.de

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Vergrößerung

Seit Dezember 2008 erhalten die Label auf den CD-Taschen der DZB eine größere Beschriftung.

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Tandem-Hilfen 2009 mit neuen Angeboten

Dr. Thomas Nicolai
Neu oder wieder entdecken: Das ist die Devise einer Tandem-Freizeit, die die Initiative "Tandem-Hilfen" zusammen mit dem AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen und in Kooperation mit dem ADFC Wismar vom 27. April bis 3. Mai 2009 veranstaltet. Bei fünf geführten Touren erleben Anfänger und Wiedereinsteiger die reizvolle Landschaft zwischen Lübeck und der Insel Poel. Piloten und Tandems können gegen Aufpreis in begrenztem Maße gestellt werden.
Vom 10. bis 20. Juli 2009 findet in Köthen bei Berlin das 6. Internationale Tandem-Camp für blinde und sehbehinderte Jugendliche statt. Teilnehmer aus 7 osteuropäischen Ländern sowie aus Deutschland sind dazu eingeladen (Teilnehmerzahl begrenzt). Veranstalter ist die private Initiative „Tandem-Hilfen“ in Kooperation mit weiteren Partnern.
Erstmals veranstaltet die Initiative "Tandem-Hilfen" in Kooperation mit aktiv-tours vom 30. Juli bis 09. August 2009 eine Tandem-Freizeit für Eltern mit ihren blinden oder sehbehinderten Kindern (Alter ca. 10 bis 15). Ziel ist die Landschaft des Senftenberger Seenlandes mit Sehenswürdigkeiten der Region.

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"Urlaub in Berlin" auf Literaturport.de

Der Autor Ingo Schulze verknüpft sehenswerte Orte Berlins mit seiner eigenen Lebensgeschichte und legt dabei besonderen Wert auf die architektonischen Besonderheiten der verschiedenen Bezirke. "Von Haustür zu Haustür oder Der Weg ans Meer" führt durch die Bezirke Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain und Prenzlauer Berg. Teilweise kann man die Wege des literarischen Spaziergangs auch per Schiff zurücklegen. Die digital aufbereitete Tour ist als bebilderter Text sowie als akustischer Download verfügbar.
Ingo Schulze ist der 15. Schriftsteller, der für Literaturport.de eine Berliner Literatour verfasst hat. Bisher finden sich Touren von Thilo Bock, Bas Böttcher, Tanja Dückers, Julia Franck, Judith Hermann, Katja Lange-Müller, Kristof Magnusson, Veronika und Christoph Peters, Tilman Rammstedt, Wolfgang Schlüter und Elke Schmitter. Ebenfalls verfügbar sind Literatouren durch Brandenburg.
Literatouren wird durch die Berliner Landesinitiative "Projekt Zukunft" ermöglicht und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
[Quelle: www.literaturport.de]

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Nachfolger für DAISY-Leser

Der Nachfolger des beliebten DAISY-Abspielprogrammes DAISY-Leser der DZB heißt "Max DAISY-Player". Die Firma Dräger & Lienert entwickelt dieses Programm in Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB). In wenigen Tagen startet eine Betatest-Phase, an der alle Interessenten gerne teilnehmen können.
Hier eine Liste von Neuerungen und Änderungen:
Die DZB und die Firma Dräger & Lienert bedanken sich für die guten Ideen, die von Testanwendern kamen. In Zukunft wird es ein offenes Forum geben, in dem die Weiterentwicklung vorangetrieben wird. Wer am Beta-Test des DAISY-Players teilnehmen will, schickt eine E-Mail mit einem entsprechenden Vermerk an: info@dlinfo.de
Der DAISY-Player ist genau wie sein Vorgänger kostenlos. Die Veröffentlichung ist für den 1. Januar 2009 geplant.

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: verlag@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen:
Sylvia Thormann
Telefon: 0341 7113-120
Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto-Nr.: 1 100 830 010
DZB 2009

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