DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 3 – 2009

Mai / Juni

19. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Einblicke

"DAISY FÜR ALLE" - Umstellung der deutschlandweiten Hörbuchproduktion 2010

Interview "Auf der Lernkurve dabei sein"

Wie war das damals?

Dr. Karl August Georgi - erster Direktor der staatlichen Königlich-Sächsischen Blindenanstalt in Dresden

Die Kramkiste

Lion Feuchtwanger: "Erfolg"

Katja Mann: "Meine ungeschriebenen Memoiren"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Johann Wolfgang von Goethe: "Faust. Der Tragödie erster Teil"

Autorenportrait

Anneliese Probst

LOUIS

DAISY-Hörbücher auf Handys abspielen

Info-Service

Hinweis für Hörzeitschriftenabonnenten

Die DZB auf der SightCity

Seniorentag und SenNova in Leipzig

"200 Jahre Blindenbildung in Sachsen"

Die DZB auf Tour (de Braille)

Tag der offenen Tür

Zugreifen!

Festival der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe

"voy" - Stadionzeitung des DBSV

Nicht nur interessant für Hamburger

Online-Schriftenreihe zum Blindenrecht aktualisiert und ergänzt

Impressum

Vorbemerkung

Für die Kundinnen und Kunden der Züricher Hörbücherei ist es bereits Realität, ab 2010 wird es auch für die Hörerinnen und Hörer der DZB zutreffen: Die Umstellung von Kassette auf CD DAISY ist dann abgeschlossen und es wird in Ausleihe und Zeitschriftenabonnement keine Kassetten mehr geben. Und das wird deutschlandweit der Fall sein.
Klar ist, dass wir bestrebt sind, unseren Noch-Kassettennutzern den Umstieg so leicht wie möglich zu machen. Dazu gibt es in dieser Ausgabe der DZBN entsprechende Beiträge. Die Bibliothek wird außerdem in der nächsten Zeit an alle Kassettenhörer eine Informationskassette senden, die entsprechende Erklärungen, Tipps und Hinweise enthält. Sollten sich darüber hinaus Fragen ergeben, stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verlag und Bibliothek gern für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Herzlichst grüßt
Ihr Karsten Sachse

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Einblicke

"DAISY FÜR ALLE" - Umstellung der deutschlandweiten Hörbuchproduktion 2010

Wussten Sie, dass in nur fünf Jahren bereits 25.000 Hörbücher im DAISY-Format produziert wurden? Neue Technik vereinfacht die Aufnahme. Moderne Ausleihpraktiken den Versand. Der Entschluss zur endgültigen Umstellung auf DAISY ab Januar 2010 wurde deutschlandweit gefasst und wird von allen Hörbüchereien vollzogen. DAISY steht hierbei für "Zugang zu Informationen". Die Abkürzung kann auch einfach in "Deutschland-weit Alle In einem System" übersetzt werden.
Der Hörer hat die Möglichkeit, ein Buch lediglich abzuspielen oder aber sich zusätzlich im Inhalt zu bewegen. In einer DAISY-Zeitschrift kann man auf diese Weise gezielt einen gewünschten Artikel ansteuern, bei einem Roman direkt zu dem bestimmten Kapitel oder einer Textstelle springen. Möglich wird dies über die Bedienungstasten des Abspielgerätes. Diese DAISY-Geräte sind für Menschen jeden Alters einfach zu bedienen und sagen an, welche Taste gedrückt wird. Die Spieler merken sich bei CD-Wechsel die Position, bei der die Wiedergabe unterbrochen wurde. Mit einem Speicher für bis zu 40 Stunden lange Hörbücher sprengen DAISY-CDs das Volumen einer herkömmlichen Audio-CD. Der Nutzer hält zu seinem Vorteil nur noch eine CD in der Hand. Die Menge der Informationen ist hierbei immens. Daher benötigt man ein DAISY-Gerät. Auch viele mp3-fähige CD-Spieler können DAISY-Bücher abspielen, sind aber nur sehenden Auges zu bedienen. Deshalb sprechen die einfache Bedienung wie auch die speziell für sehbehinderte Menschen entwickelte akustische Bedienführung für einen DAISY-Spieler. Die Geräte sind bei der Mehrheit der Hilfsmittelanbieter erhältlich, einige bieten auch eine Miet- oder Probierzeit für die Geräte an. Lassen Sie sich persönlich beraten, um das für Sie beste Abspielgerät zu erhalten.
Ein weiterer Vorteil: Alle Hörbücher wie auch Musik-CDs können bequem über DAISY gehört werden.
Neben der Hörbuchausleihe werden auch die Hörzeitschriften der DZB ab 2010 auf DAISY umgestellt. Abonnierte Kassetten liefern wir dann automatisch als DAISY-CD aus. Die Preise ändern sich mit der Umstellung nicht. Zu beachten ist, dass die Zeitschriften auf CD im Unterschied zur Kassette nicht zurückgesendet werden, sondern beim Hörer verbleiben. - Falls dieser Übergang nicht gewünscht ist, erbitten wir eine Mitteilung bis zum 30.09.09.
Sollten Sie sich erst zu einem späteren Zeitpunkt für DAISY entscheiden, nehmen wir Sie sehr gern wieder in den Kreis unserer Hörer auf.
"DAISY FÜR ALLE!" - Überzeugen Sie sich selbst!
Bei Fragen sind wir gern für Sie da!
Ihre DZB Leipzig

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Interview "Auf der Lernkurve dabei sein"

Argon ist das erste Hörbuchlabel, das - in Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig - DAISY-Hörbücher in größerer Anzahl auch kommerziell vertreibt. Für Börsenblatt.net sprach Nils Kahlefendt mit Argon-Geschäftsführer Henning Stumpp über die Motive für das Pilotprojekt und seinen bisherigen Verlauf.
Blinden und sehbehinderten Menschen fällt es aufgrund der optischen Bedienung der CD-Player meist schwer, Hörbücher auf Audio-CDs zu nutzen. Aus diesem Grund entwickelte ein internationales Konsortium von Blindenbibliotheken bereits in den 90er Jahren den digitalen Standard DAISY (Digital Accessible Information System), der den Benutzern von Audiobooks weit reichende Navigationsmöglichkeiten und Zusatzinformationen bietet. Bisher waren DAISY-Hörbücher, bis auf wenige Ausnahmen, nur in Blindenbibliotheken auszuleihen.
Frage: Wie weit ist das Projekt gediehen?
Antwort: Stumpp: Wir haben im Mai 2008 begonnen und zur Buchmesse die ersten 20 Titel der "argon daisy edition" vorgestellt. Von den inzwischen vorliegenden 100 DAISY-Ausgaben, die wir jeweils in Mini-Auflagen von 50 Exemplaren hergestellt haben, wurden bislang rund 4500 Exemplare verkauft; mit einem Drittel der Titel sind wir daher schon in der zweiten Auflage. Kalkulatorisch befinden wir uns unter Berücksichtigung von Gemeinkosten sicherlich noch in der Investitionsphase, allerdings bei überschaubarem Risiko.
Frage: Warum hat sich Argon überhaupt in Sachen DAISY engagiert?
Antwort: Stumpp: Die Blinden und Sehbehinderten sind für mich eine absolut valide Zielgruppe. Es gibt für mich keinen Sinn, dass wir die Audioinhalte einerseits schon haben, sie aber andererseits noch einmal von der DZB für die Leihbücherei erstellt werden. An der Stelle gibt es eine sinnvollere Lösung, die der Markt herstellen kann. Es muss sich natürlich in irgend einer Weise kommerzialisierbar machen lassen - zumindest müssen wir unsere Kosten wieder einspielen. Daran arbeiten wir gerade. Wir müssen Erfahrungen sammeln - und die lassen sich nur in der Praxis gewinnen. Eine zweite Überlegung ist das Thema Medienkonvergenz, also die enge Verzahnung mit den Printverlagen, die bei Holtzbrinck gegeben ist. Die Frage ist: Wie kriegt man Print und Audio auf eine Umgebung? Mit dem DAISY-Format sind wir in der Lage, Text- und Audio-Inhalte in einer Form zusammenzubringen, wo sie mit entsprechendem technischen Gerät wieder an die Oberfläche zu bringen sind. Wenn der E-book-Reader etwa DAISY-fähig wäre, könnte man Nutzungstopologien erarbeiten, die weit über die jetzige getrennte Verwertung hinausgehen.
Frage: Das klingt spannend - in der Praxis läuft es mühsamer?
Antwort: Stumpp: Warum sollte ein Gerätehersteller eine technische Funktion gewährleisten, für die es in der Praxis keine Anwendungsbeispiele gibt? Das ist das, was Leute wie Thomas Kahlisch (Direktor der DZB - N.K.) nicht aufhören zu predigen: Man muss halt irgendwann mal den Anfang machen!
Frage: Noch stehen Sie mit Ihrem Engagement am Markt relativ allein auf weiter Flur …
Antwort: Stumpp: Es gibt auch ein eklatantes Rechte-Problem. Wir als Hörbuchverlage können ja nicht umfangreiche Texte aufbringen. Momentan beschränkt sich das auf Navigations-Informationen, Überschriften, Strukturen, Gliederungen - im Prinzip all das, was dem Sehenden bei der Betrachtung eines Buches ins Auge fällt, ohne Buchstabe für Buchstabe gelesen zu werden. Mit den Blinden und Sehbehinderten haben Sie eine relativ abgeschlossene Zielgruppe, für die berechtigte Ausnahmen im Urheberrecht existieren. Sobald Sie Inhalte über die Zielgruppe hinaus kommerziell nutzen wollen, wird's schwierig. Je länger und intensiver man sich mit der Materie beschäftigt, desto komplexer wird das ganze Gebilde. Man kann nicht einfach machen, was man gern machen möchte.
Frage: Warum lassen Sie sich, bei allen Unwägbarkeiten, dennoch auf dieses Projekt ein?
Antwort: Stumpp: Weil ich davon lernen kann! Was die DZB da im Audiobereich macht, ist uns, sowohl technisch, als auch von den Anwendungen her, um Jahrzehnte voraus! Uns gibt diese Kooperation Möglichkeiten, mit dem Format zu spielen - auch wenn ich heute noch gar nicht sagen kann, wohin die Entwicklung in drei, vier Jahren treibt. Es gibt ja jede Menge Nutzer, die schon heute älteren Semesters sind, die vielleicht noch keine ausgeprägte Sehschwäche haben - aber dort hineinwachsen. Sie haben eine Zielgruppe, die nicht von Kindesbeinen an blind ist, sich in dieser Community nicht perfekt bewegen kann - sondern mit einfachen technischen Mitteln die Ausfälle kompensieren muss. Da brauchen wir über kurz oder lang Antworten! Und wenn Sie sich jetzt noch die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft anschauen, nehmen die Fragen, die da auf uns zukommen, eher zu als ab. Hier Erfahrungen zu sammeln, auf der Lernkurve dabei zu sein - das finde ich nicht wenig spannend!
[Quelle: http://www.boersenblatt.net/306086/]

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Wie war das damals

Dr. Karl August Georgi - erster Direktor der staatlichen Königlich-Sächsischen Blindenanstalt in Dresden

Dr. Werner Uhlig
(Fortsetzung und Schluss)
Wohl hatte Georgi nun ein gutes Stück Geld zur Verfügung, es war jedoch zweckbestimmt zu verwenden - für die Blindenanstalt. Viele Freistellen für arme Blinde konnten damit finanziert werden, auch viele andere nützliche Dinge für die Blindenanstalt, nicht aber Georgis Vorhaben für die entlassenen Blinden im Lande ringsum. Es musste möglich sein, auf andere Weise einen dafür nötigen Fonds zu schaffen, und bis dahin sollte es gar nicht mehr lange dauern. Man musste Spenden sammeln, es gab keine Alternative. Georgi wusste von den Franckeschen Stiftungen in Halle, dass diese auch ursprünglich aus vielen kleinen Spenden hervorgegangen waren. Für sein Projekt musste er ähnliches in Sachsen in Angriff nehmen. Zum Ausgangspunkt für dieses Spendenwerben machte Georgi eine rührselige Begebenheit in der Adventszeit des Jahres 1843.
Zitat: "Vereinsamt und unbeachtet wohnte dort hoch oben in einem engen Dachgeschoss (nahe der Annenkirche und der Dresdner Blindenanstalt - d. V.) eine rechtschaffene, aber bitterarme Frau. Johanna Rosina Krothe … hatte sich ihr Leben lang redlich gemüht und das Wenige, was sie als ledige Person zu ihrem Lebensunterhalte brauchte, mit Flicken, Nähen, Waschen und anderer Arbeit sauer verdient. Darüber war sie alt geworden. … Trotz heftigem inneren Widerstandes war sie der Armenpflege ihrer Kirchgemeinde schließlich immer mehr und mehr anheim gefallen. … Jetzt aber, siebenundsiebzig--jährig, an schwerer Lungenentzündung erkrankt, fühlte sie sich endlich dem ersehnten Tode nahe und rüstete sich, gefasst und ohne Bitterkeit, zum Abschied nehmen. … Aber sie war noch bei vollem Bewusstsein und lauschte … den Worten des Pfarrers, der sich zu ihr niederbeugte und ihr Trost zusprach. Es war der Pfarrer Pfeilschmidt, der wackere Diakonus der Annenparochie …
Da … brach es … aus ihr hervor: ’Oh, Herr Pfarrer, … das Geld … es liegt im Kasten.’ Was hatte Johanna Krothe ihm gestanden? … Sie sei, so hatte sie gebeichtet, durchaus nicht so gänzlich arm wie es scheine. … In der Ecke des einen Kommodenkastens fände sich, … fest in einem Beutel verschnürt, die immerhin beachtliche Summe von 50 Talern. … Der Gedanke an die Armenbestattung, die ihrer harre, sei ihr schon immer so quälend und beschämend gewesen. Sie habe das Geld daher zu ihrem dereinstigen Begräbnis bestimmt, es heimlich verwahrt und niemandem etwas davon verraten. Jetzt aber … erscheine ihr dies als sündhafte Eitelkeit. Sie wolle darum das Abendmahl nicht eher nehmen und könne nicht eher in Frieden sterben, als bis der Pfarrer ihr fest versprochen habe, dies kleine Erbteil einem würdigeren Zwecke zuzuführen. Sie habe dabei an die Blinden drüben an der Chemnitzer Straße gedacht. … Nur dürfe er um Gottes Willen nie oder doch wenigstens nicht vor ihrem Begräbnisse verraten, von wem es sei. … Ja war das nicht wie ein Fingerzeig, … mit seinem Plane eines großangelegten Fürsorgewerkes für die sächsischen Blinden jetzt endlich einmal ernst zu machen!"
[Quelle: Johanna Rosina Krothe - eine Adventserzählung aus der Geschichte der sächsischen Blindenfürsorge. In: "Nachrichten für die Blinden und Blindenfreunde im Freistaat Sachsen" Nr. 6, Oktober-Dezember 1933, S. 2 - 7. ]
Johanna Rosina bekam ihr Abendmahl und Dr. Georgi die 50 Taler, Pfarrer Pfeilschmidt hielt Wort und gab den Namen der edlen Spenderin wirklich erst nach ihrem Tod bekannt. Darauf musste Georgi jedoch länger warten als alle vermuteten. Johanna Rosina starb nämlich noch gar nicht. Sie erholte sich von ihrer Krankheit und spazierte noch fünf Jahre lang ab und zu gesund und munter an der Blindenanstalt vorbei, wo sie ihre verschwiegenen Taler gut angelegt wusste. Georgi indessen, der sich darauf verstand, machte aus dieser Begebenheit in der Adventszeit 1843 eine wirksame Weihnachtsgeschichte für Dresdner Zeitungen und konnte im Jahre 1844 seinen Fonds für entlassene Blinde, den sächsischen "Blindenstock" gründen. Die Spenden flossen reichlich, der Fonds wuchs und Georgis System entwickelte bald eine Art Eigendynamik. Es gab damals noch kein Telefon. Möglichst enge Kontakte zwischen dem Sitz des Fonds und den blinden Handwerkern im ganzen Land waren aber nötig. Da gewann Georgi überall dort, wo entlassene Blinde wohnten, angesehene Personen als Vertrauensleute, mit denen er korrespondieren konnte, die ein Auge auf das Leben der Blinden hatten und die sich oft zugleich als Multiplikatoren für die gute Sache in der Öffentlichkeit erwiesen. Meistens sind es Lehrer oder Pfarrer gewesen. So oft er konnte, besuchte Georgi auch persönlich die entlassenen Blinden und sah nach dem Rechten. Falls einer der blinden Handwerker im Arbeitswillen nachließ, sich dem Alkohol ergab oder sein Einkommen durch Betteln aufzubessern versuchte, scheute Georgi keine Auseinandersetzung oder, wenn es ganz schlimm war, den Abbruch der Zusammenarbeit und der Unterstützungen. Das trug wesentlich dazu bei, dass es in Sachsen kaum blinde Bettler gegeben hat.
Das Volumen des Fonds für entlassene Blinde war bis 1867, dem Todesjahr Georgis, auf rund 200 000 Mark angestiegen, und erreichte um das Jahr 1900 bereits mehr als eine Million. Die Inflation um 1923 hat natürlich auch den "Stock für entlassene Blinde" stark reduziert. Immerhin konnten auch danach noch Blindenwerkstätten und Arbeiterwohnheime in Chemnitz, Dresden, Dorfchemnitz und Königswartha sowie Verkaufseinrichtungen für Blindenwaren in Chemnitz und Dresden weiter betrieben werden. Als nach dem zweiten Weltkrieg die Landesblindenstiftung Sachsen gegründet worden ist, wurde der "Stock" in diese Einrichtung integriert.
Wenige Jahre vor seinem Tod erwarb Georgi noch einmal pädagogischen Ruhm. Gegen nicht geringen Widerstand setzte er 1863 die Eröffnung der ersten Vorschule für blinde Kinder durch. In unmittelbarer Nachbarschaft von Schloss Hubertusburg, wo genau hundert Jahre zuvor der unselige Siebenjährige Krieg mit dem Friedensvertrag zwischen Sachsen und Preußen (Friede zu Hubertusburg) sein Ende fand, ist mit dieser ersten Außenstelle der Dresdner Blindenanstalt ein wichtiger Beitrag dazu geleistet worden, dass bereits zehn Jahre vor Einführung der gesetzlichen Schulpflicht für blinde Kinder in Sachsen kaum noch blinde Analphabeten anzutreffen waren. Georgi ist der Direktor mit der längsten Amtszeit an der Sächsischen Blindenanstalt gewesen (1832-1867), und er schmiedete mit Langzeitwirkung an der Blindenbildung und an einem System zur Gewährleistung eines Mindestmaßes an sozialer Sicherheit durch eigener Hände Arbeit für erwachsene sächsische Blinde im 19. Jahrhundert.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Lion Feuchtwanger: "Erfolg"

Susanne Siems
[Punktschriftbibliothek]
Wer sich für die Geschichte Deutschlands in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts interessiert, der ist bei Feuchtwangers Roman "Erfolg" gut aufgehoben. Das Buch ist der erste Teil der so genannten Wartesaaltrilogie, deren bekanntestes Werk sicherlich Band 2, "Die Geschwister Oppenheim" ist, der dritte Teil heißt übrigens "Exil". Gezeigt wird das langsame Wiedererwachen des Terrors in Deutschland und, in den Teilen 2 und 3, das Leben und Leiden mit diesem Terror. Ich möchte mich in dieser Kramkiste auf den Teil 1 beschränken, denn der Roman "Die Geschwister Oppenheim" wurde bereits früher von Frau Waldt vorgestellt.
"Erfolg" spielt, wie anfangs bereits gesagt, in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in Bayern. Der angesehene, fortschrittlich gesinnte Kunsthistoriker Krüger wird zu Unrecht verurteilt und ins Gefängnis gebracht. Alle Bemühungen seiner energischen Freundin Johanna und vieler Bekannter, die sich für ihn einsetzen, bleiben lange Zeit ohne Erfolg. Kurz vor der endlich bewirkten Entlassung stirbt Krüger an Herzversagen. Neben den beiden zentralen Figuren Krüger und seiner Freundin Johanna und der Geschichte einer ungerechten, politisch motivierten Verurteilung eines Unbequemen wird der Leser in das politische, kulturelle und alltägliche Leben des Landes Bayern in jener Zeit geführt. Bringt der Leser außerdem noch ein wenig Kenntnis historischer Persönlichkeiten mit, wird er sein Vergnügen am Wiedererkennungswert einiger Romanfiguren haben. So findet man relativ schnell heraus, wer die meisten autobiographischen Züge Feuchtwangers trägt (der Schweizer Schriftsteller Tüverlin) und in wem das Gedankengut des erstarkenden Diktators Hitler am meisten zu Hause ist (der Kleinbürger Kutzner steht dafür). Noch wirken die Handlungen der Deutschnationalen grotesk und lächerlich, aber mit dem Geschichtswissen von heute spürt man förmlich in jedem Winkel die sich anbahnende Katastrophe des Nationalsozialismus.
Feuchtwanger veröffentlichte dieses Werk 1930, also noch vor Machtergreifung Hitlers. Umso beeindruckender aber für mich, mit welcher Intensität, welch politischem Verstand, aber auch mit welcher Liebe zu seinem Land, und hier ist in erster Linie Bayern gemeint, er die Zeitereignisse wertet und in die traurige Zukunft blickt. Noch glaubt er, indem er den Schriftsteller Tüverlin reden lässt, dass die Vernunft eine Größe ist, die Kleingeist und Größenwahn besiegen kann, dass hier eine Aufgabe insbesondere des Künstlers ist. Wir hätten uns alle gewünscht, dass er damit Recht behalten hätte.
Für mich ein sehr interessantes Buch, das mir die Zeit nahe bringt, und auch ein sehr menschliches Buch, in dem man mit den Personen leiden und lachen kann.
Gern empfehle ich Ihnen die Lektüre in Punktschrift unter der Bestellnummer 954, 13 Bände kh. oder als Hörbuch Bestellnummer 849, 1 980 Min., gesprochen von Ingeborg Ottmann.
Und natürlich finden Sie in unserer Bibliothek auch weitere Titel von Lion Feuchtwanger.

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Katja Mann: "Meine ungeschriebenen Memoiren"

Jana Waldt
[Hörbücherei]
Das Buch "Meine ungeschriebenen Memoiren" macht Sie näher mit Katja Mann, der Ehefrau Thomas Manns bekannt. Wer war diese Frau, die fünfzig Jahre an der Seite Thomas Manns lebte und ihm den Rücken frei hielt, damit er sich ganz auf seine schriftstellerische Arbeit konzentrieren konnte?
Katharina Mann wurde 1883 als jüngstes Kind und einzige Tochter des vermögenden Mathematikprofessors Alfred Pringsheim und der ehemaligen Schauspielerin Hedwig Pringsheim geboren. Sie wuchs in äußerst wohlhabenden und liberalen Verhältnissen auf. Obwohl beide Eltern jüdischer Herkunft waren, wurde sie - wie ihre Brüder - evangelisch getauft. Die Stadtvilla ihrer Eltern in der Münchener Arcisstraße 12 galt unter der Regie ihrer Mutter Hedwig Pringsheim lange Zeit als gesellschaftlicher Mittelpunkt Münchens.
Katja war die erste Abiturientin Münchens und begann ihrem geliebten Vater zuliebe ein Mathematik- und Physikstudium in München, wo sie auch von Konrad Röntgen unterrichtet wurde.
1904 lernte sie Thomas Mann kennen, und 1905 heirateten beide. Innerhalb von 15 Jahren wurden die sechs Kinder des Paares geboren (Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael).
Das Buch "Meine ungeschriebenen Memoiren" ist das Ergebnis vieler Gespräche, die die Herausgeber - unter ihnen auch der Sohn Michael - mit Katja Mann führten. Es gelang ihnen, Katja Manns Lebensgeschichte zu entlocken, denn Katjas Grundsatz war: "Ich habe tatsächlich mein ganzes, allzu langes Leben immer strikt im Privaten gehalten. Nie bin ich hervorgetreten, ich fand, das ziemte sich nicht."
Letztlich erschienen ist dieses Buch nach Katharina Manns 70. Geburtstag. Das Ergebnis ist ein überaus privates "Büchlein" voller interessanter Details zur Familiengeschichte und auch zur Entstehung von Thomas Manns Werken. Es macht Lust, dazu wieder oder überhaupt einmal die Bücher von Thomas Mann zur Hand zu nehmen.
Sie können "Meine ungeschriebenen Memoiren" als Hörbuch unter der Bestellnummer 4091 ausleihen. Gelesen wurde es von Ingeborg Ottmann.
Auch in drei Bänden Blindenkurzschrift können Sie das Buch unter der Bestellnummer 6015 entleihen.

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ist 2004 dieser Frage nachgegangen. Wir nennen Ihnen die ersten 100 Plätze. Titel, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Platz Nr. 15:
Johann Wolfgang von Goethe: "Faust. Der Tragödie erster Teil"

Johann Wolfgang von Goethe: "Faust. Der Tragödie erster Teil"

Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832) Versdichtung "Faust" gehört zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur.
Die erste literarische Version des Faust-Themas, das zuerst 1587 gedruckte Volksbuch "Historia von D. Johann Fausten", erlebte zahllose Auflagen und fällt, allerdings nur in einer Vulgärversion, schon dem Knaben Goethe in die Hände. Zugleich lernt er den Stoff als Puppenspielfabel kennen, zu der die 1594 aufgeführte "Tragische Geschichte vom Dr. Faustus" von Chr. Marlowe über die englischen Wanderbühnen geworden war. Später dürfte ihm Lessings Fragment aus dem 17. Literaturbrief von 1759 bekannt geworden sein, wie auch die Gerichtsakten der 1772 hingerichteten Kindsmörderin Susanne Margaretha Brandt, die sich vom Teufel beeinflusst glaubte. Goethe hat sich schließlich selbst über Jahrzehnte mit dem Thema befasst und daran gearbeitet. Sein "Urfaust" entstand zwischen 1772 und 1775, 1790 veröffentlichte er "Faust, ein Fragment", zwischen 1779 und 1806 entstand "Faust. Der Tragödie erster Teil", Teil 2 wurde 1832 postum herausgegeben.
Trotz der 60-jährigen Schaffenszeit und der Mannigfaltigkeit der theatralischen wie poetischen Mittel, z. B. reichen die Versmaße von den Versformen des Barock und Knittelverse bis hin zu freien Formen des Sturm und Drang, bildet die Dichtung eine dramatisch-strukturelle Einheit, deren Handlungsziel durch die Wette des HERRN mit Mephisto festgelegt ist. Der verworrene Mensch ist zur Klarheit prädestiniert, der Irrende wird zum Urquell zurückfinden, "ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst".
Der Universalgelehrte Heinrich Faust schließt einen Pakt mit Mephisto, dem Teufel, indem er sein irdisches Leben gegen einen erfüllten, schönen Augenblick setzt. Es drängt ihn - das ist sein Lebensziel - aus dem unfruchtbaren Kerkerdasein heraus nach aktiver Teilhabe am schöpferischen Weltprozess. Mephisto führt den von rastlosem, unstillbarem Erkenntnisdrang Getriebenen durch die Welten und Zeiten und versucht, ihn mit immer neuen sinnlichen Reizen zu ködern. Auf der nun beginnenden Weltfahrt wendet sich Faust ebenso angeekelt von der bornierten Studentenrunde in Auerbachs Keller wie vom Spuk der Hexenküche ab. Er wird von der Sinnenschönheit des Weibes im Zauberspiegel hingerissen und duldet nur widerwillig die Verjüngung durch den Hexentrank. Das 14-jährige Mädchen Margarete, das den faszinierenden Weltmann hingebend liebt, ist schließlich das erste Opfer seines maßlosen Unendlichkeitsverlangens, das sich nach anfänglicher Natureinstimmigkeit in Wald und Höhle zu fatalistischer Raserei steigert. Gretchens Schicksal wird besiegelt. Faust verschuldet den Tod von Mutter und Bruder, flieht vor Blutbann und Liebesenttäuschung und lässt sich von Mephisto ins Satanstreiben der Brockenwalpurgisnacht schleppen. Doch aus den obszönen Orgien jagt ihn die Vision des unglücklichen Gretchen auf. Er kommt zu spät, Gretchen tötete ihr Kind, vor ihrem Elend im Kerker fasst ihn der Menschheit ganzer Jammer an, er verwirft sich selbst: "O wär ich nie geboren!" Gretchen entsetzt sich, zwischen Fieberwahn und Hellwachheit, vor dem einst Geliebten, "Heinrich, mir graut vor dir!", den Mephisto eilig zu sich zwingt, doch der von irdischen Instanzen Gerichteten verkündet eine Stimme von oben die Rettung. Im Frühlingsmorgen erwacht Faust - damit beginnt der 2. Teil - nach dem Heilschlaf des Vergessens zu neuem Leben, erneut nach höchstem Dasein strebend.
Es gibt zwei Aspekte der Faustdichtung: sie ist Charaktertragödie wie Menschheitsdrama. Die in extremen Konfliktspannungen angelegte Faustfigur hat symbolische Repräsentanz. In der einzelmenschlichen Lebensbewegung mit ihren verhängnisvollen Irrtümern und Verwicklungen spiegelt sich die Menschheitsentwicklung. Das macht das Werk zeitlos.
Natürlich finden Sie auch weitere Titel von Johann Wolfgang von Goethe in der DZB.
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur (c) Alfred Kröner Verlag.]

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Autorenportrait

Anneliese Probst

Jedes ihrer vielen Bücher ist auf irgendeine Weise erlebt - Das erstaunliche Comeback der mitteldeutschen Schriftstellerin
"Am 23.3.1926 wurde ich in Düsseldorf geboren. 1933 zogen meine Eltern nach Halle/S. Dort besuchte ich die Schule, die ich 1944 mit dem Abiturzeugnis verließ. Im gleichen Jahr heiratete ich meinen ersten Mann Dr. Matthias Probst. 1945, 1947 und 1957 wurden unsere drei Söhne geboren.
Ich habe keinen Beruf erlernt, begann etwa 1946 mit dem Schreiben. Es entstanden Kinder- und Jugendbücher, später Erzählungen und Romane für Erwachsene. Von 1952 bis 1953 arbeitete ich als Dramaturgin beim Kinderfilmstudio der DEFA. In dieser Zeit schrieb ich das Szenarium zu meinem Spielfilm ‚Der Teufel vom Mühlenberg'.
Nach dem Tode meines ersten Mannes heiratete ich den Pastor Christof Seidler. 1978 zogen wir von Halle nach Beesenstedt. Hier war mein Mann bis Herbst 1994 als Pfarrer tätig - und ich als die dazugehörige Pfarrfrau. Im Februar 1997 zogen wir aus dem Pfarrhaus in eine nahegelegene Wohnung. Im März 1997 starb mein Mann sehr plötzlich. Mein vorläufig letztes Buch ‚Das lange Gespräch' setzt sich intensiv mit den Fragen des Sterbens und des Todes auseinander.
Insgesamt sind von mir 50 Bücher erschienen in einer Gesamtauflage von etwa 1,7 Mio. Exemplaren. Es gibt Übersetzungen ins Bulgarische, Chinesische, Norwegische, Russische, Tschechische und Amerikanische. Von besonderer Bedeutung für mich waren die Begegnung mit Ricarda Huch auf dem ersten gesamtdeutschen Schriftstellerkongress und die Bekanntschaft mit Heinrich Böll. Dem Schriftstellerverband der DDR gehörte ich von seiner Gründung bis zu seiner Auflösung an." (1)
Eine Wette um Lebensmittelmarken bewog Anneliese Probst 1946, sich als Dichterin auszuprobieren. Aus dem Spaß wurde alsbald Ernst. Den ersten Deutschen Schriftstellerkongress besuchte sie 1947 als jüngste Kandidatin. Sie erinnert sich noch, dass die greise Ricarda Huch sie mit den Worten "Kindchen, pass auf!" unter ihre Fittiche nahm. In den 50ern besaß sie bereits solches Renommee, dass die DEFA sie als Drehbuchautorin verpflichtete. Ermuntert durch ihren Freund und Lektor Johannes Bobrowski, veröffentlichte sie Romane und Novellen im Union Verlag, die rasch vergriffen waren. Viele Jahre galt Anneliese Probst als Geheimtipp. Ihre Bücher zählten wie die ihres Kollegen Hanns Cibulka zur begehrten Bückware. In der Wendezeit hörte man geraume Weile wenig von ihr. Inzwischen ist die Nachfrage nach ihren Werken wieder enorm angestiegen. Als eine von wenigen Schriftstellerinnen der Ex-DDR erlebt sie heute Sternstunden.
Beesenstedt im Mansfelder Land, wo Anneliese Probst seit mehr als zwei Jahrzehnten wohnt, liegt in einer kulturträchtigen Gegend. Wettin ist nicht weit, auch Eisleben und Hettstedt befinden sich in der Nähe. In diesem typischen Saalkreisdorf schrieb die 83-Jährige etliche ihrer bestsellerverdächtigen Bücher. Das erste war eine Kindergeschichte, vor über 50 Jahren im Mitteldeutschen Verlag Halle erschienen. Insgesamt erzielte sie zu DDR-Zeiten eine Werk-Auflage von 1,5 Millionen. Stolz erzählt sie, dass kein einziges Stück zum Ladenhüter wurde, obwohl man sie lediglich als "geduldete, aber nicht als geförderte Autorin" handelte. Eine Flaute stellte sich erst 1990 ein, als ihre Stammverlage ökonomisch ins Schlingern gerieten. In freundlichen Mitteilungen übertrug man ihr alle Rechte zurück. Auch der Konstanzer Friedrich-Bahn-Verlag, der ihre Texte vor der Maueröffnung in Lizenz druckte, lehnte eine weitere Zusammenarbeit ab. Anneliese Probst quittierte den schmerzlichen Einschnitt sarkastisch: "Ich bekam ein paar galante Zeilen. In denen hieß es: Gnädige Frau, Ihre Stoffe interessieren nicht mehr." Enttäuscht zog sie sich zurück. In einer autobiografischen Notiz aus dieser Phase heißt es: "Ich schaffe Ordnung auf meinem Schreibtisch, schloss Manuskripte und Entwürfe weg und beschäftige mich mit anderen Dingen." Orgelspiel, Gemeindedienst und die Pflege von zwei Dutzend Katzen halfen der Pfarrersfrau "über manche lähmende Stunde hinweg". Doch die Abstinenz vom Stift dauerte nicht lange. Bald trieb es sie wieder zu ihrem verwaisten Schreibplatz. Sie verfasste den Band "Von Whiskey, Wodka und anderen Lieblingen", der 1996 im Querfurter Dingsda-Verlag herauskam und mit 6000 verkauften Exemplaren sofort ein großer Erfolg wurde. Inzwischen sind bei Dingsda weitere Bücher erschienen, die sich starken Zuspruchs erfreuen. Außerdem eine Hörkassette. Dem Verleger Joachim Jahns gibt das erstaunliche Comeback seiner Autorin Rätsel auf. Bei Lesungen, die er organisierte, begegnete er Leuten, die extra Urlaub nahmen, um von außerhalb anzureisen und "ihre Schriftstellerin" auf dem Podium zu sehen. Manche von ihnen erwarben dann fünf Bücher auf einen Schlag. Worin besteht das Geheimnis von Anneliese Probst? Weshalb stoßen ihre Storys und Romane auf solchen Anklang? Beruht ihre Renaissance darauf, dass sie Tabu-Themen wie Tod und Alter nicht ausspart oder dass sie das allzu Menschliche auf sympathische Art in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung rückt?
Natürlich grübelt sie selbst darüber nach, was Leute veranlasst, zu ihren Lesungen zu strömen. Dass der Zulauf etwas mit der Qualität ihrer Texte zu tun hat, glaubt sie nicht. Bescheiden meint sie, ihre Prosa tauge gerade einmal als "Gebrauchsliteratur für den Alltag". Eine mögliche Erklärung hat sie indes parat: Jedes ihrer Bücher sei auf irgendeine Weise erlebt und erlitten. Sie habe nichts konstruiert oder zusammengepuzzelt, sondern alles durchgestanden: "Angst empfand ich in der DDR nie." Als CDU-Mitglied machte sie auch in brenzligen Situationen "den Mund auf", etwa als Pfarrer Oskar Brüsewitz sich 1976 in Zeitz verbrannte. Eine dicke Stasi-Akte war die Folge. Lästerzungen nennen Probst spöttisch eine "christliche Hedwig Courths-Mahler". Als "Kirchliche Autorin" fühlt sich die vitale alte Dame jedoch nicht: "Man hat mir diesen Stempel früher aufgedrückt, aber ich mag diese Terminologie nicht." Fast täglich erhält Anneliese Probst Leserbriefe, auch an Einladungen zu Veranstaltungen mangelt es nicht. Demgegenüber gibt es kaum ein Medienecho. Rezensionen ihrer Bücher sind heute ebenso selten wie vor 1989. Die Autorin hat sich damit abgefunden. Ohnehin gilt ihr der "direkte Kontakt mit dem Publikum mehr als eine wohlwollende Kritik in der Tagespresse".
[Ulf Heise, 2000]
[Quelle: (1) Anneliese Probst, http://www.foerderkreis-halle.de/probst.htm]

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel. 0341 7113-145, Fax 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

DAISY-Hörbücher auf Handys abspielen

Ulrich Jander
Im Heft 6/2008 der DZB-Nachrichten schrieb ich in der LOUIS-Rubrik über aktuelle Entwicklungen in der DAISY-Wiedergabetechnik, u.a., am Schluss des Beitrages, über DAISY-Wiedergabesoftware für Handys. Ich betrachtete dort kurz zwei Produkte, den Mobile DAISY-Player von Code Factory und den DAISY-Player zu Talks von Nuance. Zum Mobile DAISY-Player von Code Factory konnte ich leider gegenwärtig im Internet kein Programm und keinen Link mehr zum Herunterladen finden. Dagegen hat die Firma Nuance im April 2009 ihren DAISY-Player mit Namen "DAISY2go", ausgesprochen "DAISY to go", herausgebracht. Es ist ein komplettes DAISY-Wiedergabeprogramm mit vielen Funktionen, die man in der DAISY-Benutzung kennt. Leider funktioniert "DAISY2go" nicht auf jedem Handy. Das Wiedergabeprogramm ist mit dem aktuellen Sprachausgabeprogramm "Talks" gekoppelt, welches in der Version 4 auch jetzt im April 2009 auf den Markt gekommen ist. Das heißt als Voraussetzung: Das Handy muss ein "Talks"-fähiges Gerät sein (das sind längst nicht alle, meist Nokia-Telefone der Serie 60, die als Betriebssystem Symbian 3 besitzen), auf dem Handy der 3er-Edition muss "Talks" Version 4 installiert sein. Dann funktioniert "DAISY2go" sehr gut.
Bei älteren Telefonen der 2er-Edition (z. B. Nokia N70, 6600, 6630, 6680) oder auch bei aktuellen Handys der 3er-Edition (z. B. Nokia E60, E51), die eine ältere "Talks"-Version benutzen, z. B. Version 3.60 oder 3.52, ist "DAISY2go" nicht lauffähig.
Das kann bedeuten, dass man für die aktuelle "Talks"-Version 4 in den Geldbeutel langen muss, wenn man eine ältere "Talks"-Version besitzt, obwohl das Handy schon ein Aktuelles der 3er-Edition ist. Das hängt vom letzten Kauf- oder Update-Datum von "Talks" ab, welches November 2007 oder jünger sein muss, wenn die Aktualisierung auf "Talks" Version 4 kostenfrei ablaufen soll. Sonst kostet ein Update auf die aktuelle Version ca. 100 Euro, eine komplett neue Version von "Talks" liegt bei ca. 300 Euro.
Ich habe "DAISY2go" auf meinem Nokia N82 in den Telefonspeicher erfolgreich installiert. Es befindet sich im Menü im Ordner Programme. Wenn man möchte, kann man es auf eine der zwei Funktionstasten des Handys legen, damit der Aufruf des Programms schnell erfolgen kann. Auf die im Gerät befindliche Speicherkarte legte ich die DAISY-Bücher ab, jedes Hörbuch in ein eigenes Verzeichnis. Kurt Lehr, ein blinder Anwender des DAISY-Programms, beschrieb in der DAISY-Mailingliste die wichtigsten Funktionen wie folgt:
"Du kopierst das DAISY-Buch Deiner Wahl am besten auf die Karte des Handys, da der Telefonspeicher meist dafür zu klein ist.
Hat man auf diese Weise ein Buch im Player und öffnet ihn, so landet man in der Bücherliste. Dort wählt man das Buch mit Pfeil nach unten/oben aus und betätigt Auswahl. Man befindet sich im Text-Inhaltsverzeichnis.
Und noch was: Wer normale mp3-Dateien mit dem Player wiedergeben will, muss sie als DAISY-Buch mit dem Player einrichten.
Das geht ähnlich, wie beim Hinzufügen eines Buches:
(Eine Phrase ist ein Titel.)"
Herrn Kurt Lehr danke ich herzlich für diese Erklärungen, zumal das Handbuch für "Talks 4", und damit für "DAISY2go", zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses, 15.04.09, noch nicht vorlag.
Das Navigieren im DAISY-Buch geschieht am Praktischsten, ohne dass man das Vorlesen pausiert. Während des Vorlesens drückt man Cursor auf- oder abwärts, Phrase, Textblock oder Überschrift als Ebene wird angesagt, das Vorlesen unterbricht automatisch. Ist man an eine andere Stelle gesprungen, setzt das Vorlesen wieder ein.
Da ich nach dem Start von "DAISY2go" möglichst schnell und unkompliziert mit dem Vorlesen fortsetzen will, habe ich nach dem Aufruf des Programms unter Optionen "automatisch vorlesen" und "nach Start automatisch vorlesen" aktiviert. Dadurch merkt sich "DAISY2go" auch die Abbruchstelle im Hörbuch und setzt dort mit dem Vorlesen wieder ein, wo ich zuletzt aufgehört habe (Resume-Funktion).
In einem sehr ausführlichen Podcast aus der Schweiz wird sowohl über das aktuelle "Talks 4" als auch über "DAISY2go" berichtet. Den mp3-Beitrag können Sie herunterladen unter: http://sbv.podspot.de/files/talks4.mp3.
"Talks 4" zusammen mit "DAISY2go" in einer ZIP-Datei erhalten Sie bei verschiedenen Hilfsmittelfirmen auf deren Internetseite, z. B. bei Handytech unter www.handytech.de unter Downloads, HT Software, Talks & Braille Series 60. Die ZIP-Datei muss entpackt werden, z. B. mit Winzip. In dem damit angelegten Talks-4-Ordner befinden sich die einzelnen Dateien, auch "DAISY2go", die auf die Speicherkarte des Handys kopiert und von dort über den Dateimanager des Handys installiert werden müssen. Ohne Kauf und Registrierung kann "Talks 4" und "DAISY2go" auch als 10-Minuten-Demo oder mit einem anzufordernden Demoschlüssel für einen befristeten Zeitraum vollständig genutzt werden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren von "DAISY2go" und "Talks 4" und viel Freude beim Hören von DAISY-Büchern über Ihr Handy, wo auch immer Sie sich dann gerade befinden.

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Info-Service

Hinweis für Hörzeitschriftenabonnenten

Umstellung von Kassette auf DAISY ab 2010
Die Hörzeitschriften der DZB werden ab Januar 2010 ebenfalls komplett auf das DAISY-Format umgestellt. Ihre abonnierten Kassettenausgaben liefern wir Ihnen dann automatisch als CD DAISY aus, Sie müssen also nicht aktiv werden. Die Abonnement-Preise ändern sich durch die Umstellung nicht.
Beachten Sie bitte, dass Sie die Hörzeitschrift auf CD im Unterschied zur Kassette nicht an die DZB zurückschicken müssen, sondern behalten können.
Falls Sie die Belieferung im DAISY-Format nicht wünschen, teilen Sie uns das bitte bis zum 30.09.09 mit an Tel. 0341 7113-120 bzw. E-Mail: verlag@dzb.de

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Die DZB auf der SightCity

Vom 13. bis 15. Mai 2009 findet die jährliche Spitzenmesse zu Hilfsmitteln für Blinde und Sehbehinderte in Frankfurt/Main statt. In diesem Jahr stellen über 110 Aussteller ihre Produkte und Serviceleistungen vor. Neues und auch Bewährtes wird ausgestellt und zum Testen angeboten. Sie finden auf der SightCity eine große Produktvielfalt vor; von moderner Computertechnik bis hin zur sprechenden Uhr.
Die DZB Leipzig bringt aktuelle Produkte aus den Bereichen Punktschrift, DAISY und Relief mit. Gern beraten wir Sie vor Ort auch zu unserem Bibliotheksservice. Wir freuen uns über Ihren Besuch am Stand E 2. Hier finden Sie neben der DZB auch Informationen zu Medibus und zur WBH Münster.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
www.sightcity.net

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Seniorentag und SenNova in Leipzig

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen veranstaltet den 9. Deutschen Seniorentag vom 08. bis 10. Juni 2009 in Leipzig. Unter dem Motto "Alter leben - Verantwortung übernehmen" treffen sich die rund 100 Mitgliedsverbände zum Austausch. Immerhin geht es darum, die rund 13 Millionen älteren Menschen unserer Gesellschaft zu vertreten. Auf dem Leipziger Messegelände finden neben der Ausstellungsmesse SenNova viele Veranstaltungen und Foren statt. Die DZB beteiligt sich mit dem DBSV und dem DVBS, um das Format DAISY vorzustellen (08. Juni 2009, 10 bis 11.15 Uhr: DAISY - Hörbücher zum Blättern und Stöbern). Ein gemeinsamer Stand auf der Messe gibt allen Besuchern die Gelegenheit, sich über Sehbehinderung und Blindheit im Allgemeinen und mögliche Alltagshilfen zu informieren.
Besonderes "Schmankerl": Mit einer speziell für den Seniorentag produzierte Auflage werden den Besuchern bereits DZB-Großdruckkalender 2010 präsentiert.
Wir freuen uns über Ihren Besuch am Stand F 010.
www.deutscher-seniorentag.de

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"200 Jahre Blindenbildung in Sachsen"

Der 200. Geburtstag des Erfinders der Blindenschrift, der Franzose Louis Braille, wird in diesem Jahr weltweit gewürdigt.
In Sachsen hat man allen Grund noch mehr zu feiern. 2009 ist das Jubiläumsjahr für "200 Jahre Blindenbildung in Sachsen". In diesen letzten 200 Jahren hat sich sachsenweit sehr viel getan. Es gibt heute Einrichtungen, die blinde Kinder unterrichten, andere Einrichtungen bieten eine Berufsausbildung an, wieder andere produzieren Medien für blinde und sehbehinderte Menschen und weitere nehmen sich der Pflege älterer Blinder und Sehbehinderter an. Die Landschaft ist vielfältig. Am 23. Juni 2009 wird diese Vielfalt lebendig und die Institutionen des sächsischen Blindenwesens feiern gemeinsam in der Dreikönigskirche in Dresden.
www.dzb.de

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Die DZB auf Tour (de Braille)

Die Blindenschrift ist eine geniale Erfindung und fasziniert blinde und sehende Menschen gleichermaßen. Zu verdanken haben wir sie Louis Braille, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte. Aus diesem Anlass gibt es einen bundesweiten Lesemarathon, die Tour de Braille. Diese verbindet Punktschriftlesungen der außergewöhnlichen Art an besonderen Orten. Nachdem eifrige Leserinnen bereits Anfang April den Saisonstart im Leipziger Zoo mit einer Lesung aus dem "Dschungelbuch" bereichert haben, wird es in Leipzig zwei weitere Stationen der Tour de Braille geben.
Die Ausstellungen im Leipziger GRASSI-Museum sind barrierearm gestaltet. Dabei richtet sich das Museum nach dem Zwei-Sinne-Prinzip: Jede Information soll mindestens auf zwei verschiedenen Wegen zugänglich sein. So finden sich in fast allen Räumen Objekte zum Anfassen. Wie fühlt sich die Wand einer Jurte an? Wie klingt ein Tempelgong? Wie riecht ein indisches Haus? Ergänzt wird dieses Angebot von Hörführungen. Mit dem akustischen Führer der drei GRASSI-Museen können per Nummernanwahl Informationen zu bestimmten Objekten abgerufen werden.
Am 11. Juni, 17 Uhr, startet im "GRASSI" die Veranstaltung "Von Lederstrumpf bis Traumfänger - literarische Rundgänge in einer Welt".
Aus Punktschriftbüchern zum Thema liest Michael Scholz aus Leipzig. Dies ist eine Veranstaltung des Blinden- und Sehbehindertenverbands KO Leipzig gemeinsam mit dem GRASSI-Museum für Völkerkunde zu Leipzig und der DZB Leipzig. Für diese Veranstaltung wird eine Eintrittsgebühr erhoben (4 bzw. 2 €). Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Voranmeldung gebeten: Tel.: 0341 35542671.
Der Hörspielsommer ist Deutschlands größtes Festival für Hörspielfreunde jeden Alters. Zehn Tage - vom 03. bis 12. Juli 2009 - lädt der Hörspielsommer zum kostenfreien Hörvergnügen in den Stadtpark, es werden dort über 70 Produktionen gespielt.
Am 09. Juli wird die DZB zum einen im Kinderprogramm ab 18 Uhr und zum anderen beim Krimiabend ab 20.30 Uhr dabei sein. Kurze Lesungen aus entsprechenden Braillebüchern werden das Hörerlebnis aller Besucher bereichern.
www.hoerspielsommer.de

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Tag der offenen Tür

Berühren, Staunen, Begreifen! - Das ist unser Motto am 05. September 2009. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr kann man in einer Führung alle Produktionsabteilungen des Hauses kennen lernen. So erfahren Sie alles über das Geheimnis der Blindenschrift, die Brailledruckerei, die Reliefherstellung und das Studio. Auf Fragen wie: "Wie kommt die Blindenschrift auf das Papier?", "Wie kann aus einem Bindfaden ein Fluss werden?" und "Wer spricht eigentlich DAISY-Hörbücher für blinde und sehbehinderte Menschen auf?" werden wir Ihnen Antwort geben. Im Haus der DZB werden zudem Selbsthilfeverbände und Hilfsmittelanbieter vertreten sein.
Unsere Serviceabteilungen von Bibliothek und Verkauf haben für Sie gesondert geöffnet. Gern geben wir an diesem Tag auch eine individuelle Beratung zum Thema DAISY. Zahlreiche Geräte werden zum Testen bereit stehen.
Bei größeren Gruppen erbitten wir eine Anmeldung unter info@dzb.de oder unter der Rufnummer 0341 7113-0.
Überzeugen Sie sich selbst: Berühren, Staunen, Begreifen!
www.dzb.de

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Zugreifen!

Preiswerte Restbestände aus dem LITERATURTREFF 2008
"Literaturtreff" erscheint wöchentlich im Abonnement als Heft in Blindenkurzschrift und enthält Romane und Erzählungen in Fortsetzungen. Das Jahresabonnement ist zum Preis von 53,04 € erhältlich.
Auskünfte, Probeexemplare unter Tel.: 0341 7113-120 oder E-Mail: verlag@dzb.de.
Alle Hefte Plattendruck im Großformat, geklammert. Einmalige Gelegenheit, nur solange der Vorrat reicht!

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Festival der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe

Newsletter "DBSV-direkt"
Das Louis-Braille-Festival der Begegnung findet vom 28. bis 30. August 2009 in Hannover statt.
Das Programm reicht von Kultur über Sport und Spiel bis zu einem Marktplatz der Begegnungen. Neben dem DBSV-Musical "Stärker als die Dunkelheit" sorgen blinde und sehbehinderte Musiker aus ganz Deutschland für musikalische Höhepunkte, hinzu kommen zahlreiche kulturelle und Mitmach-Angebote.
Wer alten oder neuen Freunden begegnen möchte, kann sich ab sofort unter www.dbsv-festival.de in der Rubrik "Gästebuch" verabreden. Der Veranstaltungsort Wienecke XI ist vom Hauptbahnhof direkt mit der U-Bahn zu erreichen und es gibt ganz in der Nähe exzellente Parkmöglichkeiten für Busse. Vor Ort stehen zahlreiche Guides zur Verfügung, die für Orientierung und Begegnung sorgen.
Der Besuch des Festivals und aller Festivalveranstaltungen ist für angemeldete Gäste und ihre Begleitungen kostenfrei. Speisen und Getränke werden zu vergünstigten Preisen angeboten.
Anmeldungen nimmt das Festivalbüro entgegen. Übernachtungen zum günstigen Festivalpreis und damit verbundene Bahnermäßigungen vermittelt unser Reisepartner TUI, Tel.: 01805 860530 (0,14 Euro / Min.). Bitte beachten Sie: Mit der Buchung einer Unterkunft sind Sie noch nicht zum Festival angemeldet.
Wer Mitmachangebote, zum Beispiel auf dem Marktplatz der Begegnungen oder auf der offenen Bühne, präsentieren möchte, ist bei uns richtig. Oder haben Sie gar eine Idee für einen Rekordversuch, mit dem wir die Blindenschrift zum Abschluss der Tour de Braille ins Guinnessbuch der Rekorde bringen könnten? Wenden Sie sich an das Festivalbüro.
Kontakt: Christine Thurow,
DBSV-Festivalbüro,
Kühnsstr. 18, 30559 Hannover,
Tel.: 0511 5104-288, Fax: 0511 5104-444,
E-Mail: info@dbsv-festival.de
www.dbsv-festival.de

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"voy" - Stadionzeitung des DBSV

Newsletter "DBSV-direkt"
Von März bis Juni ringen neun Blindenfußballteams aus Berlin-Würzburg, Chemnitz, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamburg, Köln, Mainz, Marburg und Stuttgart erneut um den deutschen Meistertitel.
Der DBSV als Initiator von Blindenfußball in Deutschland und der DBFL wendet sich in dieser Saison besonders dem Service für blinde und sehbehinderte Fußballfans zu - mit umfangreichen Informationen und einem Begleitservice vor Ort.
"voy", die Stadionzeitung des DBSV zur DBFL, enthält alles, was Sie über Blindenfußball und die Liga wissen müssen: den Spielplan und die jeweils aktuelle Tabelle, Infos über die Spielorte und Wegbeschreibungen, Portraits der DBFL-Teams und -Spieler, das DBSV-Tippspiel zur Liga mit interessanten Preisen, allgemeine Infos über Blindenfußball und darüber, was Fans beachten sollten, Hinweise zum DBSV-Service für DBFL-Fans u. v. a. m.
"voy" liegt an allen Spielorten zum Mitnehmen aus und kann auf mp3-Spieler ausgeliehen werden. Wer nicht vor Ort ist, kann die kostenlose Stadionzeitung als DAISY-CD beim DBSV bestellen, Torsten Resa, Tel.: 030 285387-281, E-Mail: t.resa@dbsv.org. "voy" kann auch im Internet unter www.blindenfussball.info als Text- oder Audiodatei heruntergeladen werden.

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Nicht nur interessant für Hamburger

Susanne Siems
"Aus der Fürsorge in die Selbständigkeit" - so lautet der Titel eines lesenswerten Büchleins, das Rolf und Susanne Zacharias verfasst haben. Seit ca. 8 Jahren haben sie umfangreiches Material zur Geschichte der Blindenselbsthilfe in Hamburg gesammelt. Anlässlich des hundertsten Geburtstages des BSV Hamburg und des 200. von Louis Braille wurde dieses Buch nun veröffentlicht.
Ein echtes Selbsthilfebuch, möchte man sagen. Ohne die herausragenden Leistungen der Wohltäter der Blinden im 19. Jahrhundert zu schmälern, ist es Rolf und Susanne Zacharias gelungen, den Weg der Selbstfindung blinder Menschen vom bewahrten Zögling zum selbstbewusst handelnden Menschen aufzuzeigen.
Es ist doch schön, wenn sich Jubiläen so miteinander verbinden. Eine besondere Ehrung für den Erfinder der Blindenschrift, wenn sich an seinem Geburtstag eine Selbsthilfevereinigung Blinder gegründet hat. In der Wissenschaftlichen Bibliothek der DZB liegt das Buch vor. Es ist in großer Schrift gedruckt und kann zu den üblichen Leihbedingungen der WBB ausgeliehen werden: Tel. 0341 7113-115.

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Online-Schriftenreihe zum Blindenrecht aktualisiert und ergänzt

Aus Aktualitätsgründen ist die Schriftenreihe nur online vorhanden.
Heft 10 ("Rechtsschutz und Rechtsberatung") wurde neu eingestellt und das Heft 2 ("Selbstbestimmt leben - blinde und sehbehinderte Menschen in der Gesellschaft") wurde aktualisiert.
http://www.dbsv.org/ratgeber/recht/schriftenreihe-zum-blindenrecht/

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: verlag@dzb.de
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Abonnements, Anzeigen:
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Sparkasse Leipzig
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DZB 2009

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