DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 6 – 2009

November / Dezember

19. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

DAISY2009: Internationale technische Konferenz

Brauchen wir im Notebook-Zeitalter noch Punktschrift auf dem Papier?

Buchpatenschaften 2010

Die Kramkiste

Knut Hamsun: "Segen der Erde"

Ludwig Renn: "Inflation"

Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Dan Brown: "Illuminati"

LOUIS

Neue DAISY-Geräte auf dem Hilfsmittelmarkt

Plextalk PTN2, ein CD-Tischgerät mit SD-Karten-Einschub und USB-Anschluss

Info-Service

DZB ist "Ausgewählter Ort"

Schließzeiten zum Jahresende

Ende der Kassettenausleihe

Neu 2010: "GEOlino" und "NEON"

Programmzeitschriften ab 2010

DBSV-Ehrenmedaille

Haus Storchennest lädt ein - 2010

Impressum

Vorbemerkung

Aus einem ereignisreichen Jahr mit vielen Höhepunkten ragt besonders die von der DZB veranstaltete internationale Tagung DAISY2009 heraus. Entwickler, Experten und Anwender trafen sich vom 21. bis 27. September in Leipzig. Neben dem Angebot von Basisinformationen und individuellen Nutzerberatungen stand dabei der professionelle Austausch der über 50 Vortragenden aus rund 20 Ländern im Mittelpunkt. Im Newsletter des DAISY-Consortiums wurde das Ereignis ausführlich gewürdigt (www.daisy.org). Sie finden den ins Deutsche übersetzten Wortlaut in der Rubrik "Einblicke". Dass man sich zudem immer noch viele Gedanken über Punktschrift macht, zeigt der zweite Beitrag der Rubrik.
Nichtsdestoweniger bewegen wir uns trotzdem auf das Jahresende zu, willkommener Anlass, inne zu halten, tief durchzuatmen und nun doch etwas Beschaulichkeit aufkommen zu lassen mit den besten Wünschen für ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes und friedliches 2010!
Herzlichst
Ihr Karsten Sachse

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Anfrage an den Punktdruckverlag

»(…) Wäre es möglich, bei mehrbändigen Romanen mit Worterklärungen diese am Ende jedes Bandes anzubringen? In aller Regel können diese 2 - 3 Seiten doch das Buch nicht allzu sehr verteuern. Es wäre halt schön, wenn ich meine Lektüre nicht unterbrechen müsste, um den ersten Band herzusuchen, den ich dann womöglich schon wieder zurückgeschickt habe. (…)«
[Herr Günther Schmohl aus Gernsbach]
Bemerkung der Redaktion
Es antwortet Wolfgang Erndt, Abteilungsleiter Blindenschriftherstellung:
"In der DZB werden die Übertragungen nach Arbeitsanleitungen ausgeführt, die nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte aufgestellt worden sind. Durch die Anleitungen für alle oft wiederkehrenden Sachverhalte kann gewährleistet werden, dass jeder Mitarbeiter die vorliegenden Übertragungsaufgaben im gleichen Stil durchführt. Der Vorteil liegt darin, dass unsere Leser immer eine gleiche Gestaltung unserer Bücher vorfinden werden.
Bei einem Anmerkungsverzeichnis, das im Schwarzdruck oft am Ende des Buches vorliegt, werden die Anmerkungen auf die einzelnen Bände aufgeteilt.
Bei einem Glossar, das ebenfalls im Schwarzdruck oft am Ende des Buches vorzufinden ist, wird die Blindenschriftfassung im Allgemeinen am Ende des 1. Bandes positioniert, weil bei mehrbändigen Werken oft auf Wunsch die Bände nacheinander zugestellt werden. Wäre das Glossar im letzten Band untergebracht, erhielte der Leser dieses Wörterverzeichnis erst mit der letzten Lieferung. Somit kann in diesem 1. Band bis zum Beenden der gesamten Lektüre bei Bedarf nachgeschlagen werden.
Es gibt aber auch Bücher, bei denen wir so, wie Sie es sich wünschen, verfahren. Dabei muss der Umfang des Glossars angemessen sein und sein Inhalt eine besondere Wichtigkeit zum Verständnis des Buches aufweisen - der Leser würde wahrscheinlich oft nachschlagen. Bei Sach- und Fachbüchern wird in der Regel dann so verfahren.

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Dankeschön

»(…) Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Punktschrift- und Hörbuchausleihe, heute möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, am Ende des Jahres Dankeschön zu sagen.
Ich bin mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden, auch sind Sie immer sehr freundlich am Telefon. Festgestellt habe ich auch, dass Sie immer auf Wünsche eingehen, so weit es Ihnen möglich ist. Machen Sie weiter so! (…)«
[Frau Simone Schlack aus Wolgast]

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Einblicke

DAISY2009: Internationale technische Konferenz

Lynn Leith
Erfolgsgeschichten aus Leipzig
Die von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) organisierte Konferenz DAISY2009 bot viele neue Informationen. Fast 150 Teilnehmer waren aus aller Welt gekommen und zeigten sich hellauf begeistert von der Veranstaltung. In den Beiträgen wurde der aktuelle Stand der DAISY-Anwendungen und -Tools erläutert, und, noch viel wichtiger, Einblick in die Entwicklung neuer Tools und Systeme für die Zukunft gegeben.
Am Mittwochabend wurde die Konferenz offiziell eröffnet, mit Begrüßungsansprachen von Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der DZB), Elke Dittmer (Vorsitzende der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen, MEDIBUS) und Marc Van der Aa von Plextor (Premium1-Sponsor der Konferenz). Kahlisch stellte die Aufgabe für den Abend: "Essen, Trinken und Kontakte knüpfen", und das taten alle Anwesenden.
Zu Beginn der eigentlichen Konferenz am Donnerstagmorgen wurden die Teilnehmer von Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst und Schirmherrin der Veranstaltung, begrüßt. Es gab 4 inspirierende und informative Hauptvorträge, 2 zu Beginn jedes Konferenztages. Dann fanden insgesamt 50 Vorträge in jeweils 2 Parallelveranstaltungen statt, und vielleicht war es das Schwierigste an der Konferenz, sich immer zwischen Vorträgen entscheiden zu müssen. Eines der wichtigsten Themen, das an beiden Tagen immer wieder aufkam, war der Austausch (von Ideen, DAISY-Inhalten, Tools und Systemen). Zwar war dieses Thema ständig präsent, aber doch ganz besonders in den Hauptvorträgen von Betsy Beaumon (Vizepräsidentin von Benetech) "Bookshare: Partnerschaft für barrierefreies Onlinematerial", und Hiroshi Kawamura (Präsident des DAISY-Konsortiums) "Entwicklung einer globalen Bibliothek für Menschen mit funktionellen Leseeinschränkungen", und im Abschlussvortrag von Margaret McGrory (Vizepräsidentin des CNIB) "Neue Wege gehen: Eine virtuelle globale Bibliothek bringt Menschen mit funktionellen Leseeinschränkungen besseren Zugang zu Literatur". Überall war DAISY, in fast jedem Vortrag und an fast jedem Ausstellerstand. In seinem Hauptvortrag, "Fachzeitschriften in DAISY", sagte John Gardner (Präsident von Viewplus): "DAISY ist nicht nur für blinde Menschen. Dieses Format ist allen zugänglich." George Kerscher (Generalsekretär des DAISY-Konsortiums) und Markus Gylling (technischer Entwickler beim DAISY-Konsortium) hielten gemeinsam den Hauptvortrag "DAISY-Entwicklungsplan 2009", der den Teilnehmern das zentrale Thema der Konferenz, "Mit DAISY in die Zukunft gehen", näher brachte. Hauptbestandteile dieses Vortrags waren der Entwicklungsplan und Neuerungen beim DAISY-Standard.
Die Themen der Vorträge waren vielfältig: Entwicklung von DAISY-Tools, neue Anwendungen, Distributionsmodelle (DAISY-Online-Distribution stand mehrfach im Mittelpunkt), Blindenschrift und DAISY, Bilder in DAISY, Umwandeln und Erstellen von Inhalten und Vieles mehr. Informationen zu Arbeitsgängen und Entwicklungsplänen wurden rege ausgetauscht. Hier eine kleine Auswahl herausragender Statements der beiden Konferenztage, die die Schwerpunkte "Mit DAISY in die Zukunft gehen" und Austausch besonders anschaulich machen.
Erster Tag
"Wir wollen das Rad nicht noch einmal erfinden, sondern ein existierendes Rad mit einem neuen Reifen versehen." (Trish Egan)
"In Indien leben über 20 Millionen stark sehbehinderte Menschen … In Zukunft müssen Menschen mit Behinderungen gefördert und gestärkt werden." (P.K.M. Swamy)
Ole Holst Andersen von NOTA erläuterte den in seiner Einrichtung entwickelten Online-DAISY-Reader und machte die Bereitschaft, ihn an Andere weiterzugeben, deutlich.
"Die Nachfrage der Nutzer muss die Produktentwicklung steuern." (Greg Gladman)
"Das Wichtigste ist Einfachheit für den Endnutzer." (Stephan Knecht, Bones Inc.)
Christian Egli (SBS) beschrieb den DAISY Producer, das GPL-Produktionssystem, das zurzeit entwickelt wird, und lud Nutzer, Tester und Entwickler zur Mitarbeit ein.
Thomas Kahlisch sprach über das Projekt DaCapo zur Übertragung von Musiknoten in Blindenschrift und stellte das Leibniz-Projekt zur Unterstützung individueller Übertragungsdienstleistungen für Fachliteratur vor.
"Wir wollen DAISY auf Allem abspielen." (Stephen King, RNIB)
Kulturprogramm: Gewandhaus und Ratskeller
Für den Donnerstagabend hatte die DZB eigens ein Privatkonzert im weltberühmten Gewandhaus arrangiert. Anschließend gab es ein Abendessen im Ratskeller, einem der schönsten Restaurants in Leipzig. Wer am Kulturprogramm teilnahm, wurde mit einer herausragenden musikalischen Darbietung, sowie der wunderbaren Einrichtung und traditionellen Feinschmeckerküche im Ratskeller verwöhnt. Als Thomas Kahlisch vor dem Essen nach den Aufgaben des Abends fragte, antworteten alle 100 Gäste im Chor: "Essen, Trinken und Kontakte knüpfen", und so wurde es gemacht!
Zweiter Tag
"So wie der DAISY4-Standard entwickelt ist, werden Tools erstellt und in Umlauf gebracht." (George Kerscher, DAISY-Konsortium)
"Nur 2% der blinden Kinder in Entwicklungsländern werden je eine Ausbildung bekommen; nur 5% von ihnen werden einen richtigen Beruf ergreifen können", "Bookshare heißt Bücheraustausch, und dabei ist der Austausch ebenso wichtig wie die Bücher", "Bookshare nimmt jeden Monat 1 000 neue Titel in seinen Bestand auf, und es sollen einmal 2 000+ werden", und "Bookshare hat bereits 36 Partnerverlage, von denen die Meisten weltweite Rechte vergeben". (Betsy Beaumon, Benetech)
In seinem gemeinsamen Hauptvortrag mit George Kerscher rief Markus Gylling (DAISY-Konsortium) zur Mithilfe beim Überarbeiten und Testen des neuen DAISY-Standards auf.
Guillaume Olivrin (Meraka Institute) erläuterte die Notwendigkeit der Strukturierung von Büchern in Gebärdensprache, sie seien keine einfachen Videos und müssten durchsucht werden können, und die Nutzer müssten entscheiden können, wo ein Video in Gebärdensprache zu sehen ist. Außerdem beschrieb er AbTi, ein System, bei dem Input und Output den Nutzerbedürfnissen angepasst werden. Die Arbeitsgruppe ist an der Überarbeitung des DAISY-Standards beteiligt.
Ted Van der Togt (Dedicon) erläuterte Prep-Talk, ein Projekt zur Erhöhung der Qualität, Effizienz und Geschwindigkeit synthetischer Sprachausgaben in der DAISY-Buchproduktion. Das System erkennt Einheiten und Muster und überprüft sie im Lexikon (Ausnahmedatenbanken). Als phonetisches Alphabet wird X-SAMPA genutzt. Van der Togt regte den Austausch von Ausnahmedatenbanken an.
Olav Indergaard (Norsk lydog blindeskriftbibliotek) beschrieb das norwegische PipeOnline-Projekt, das gemeinsam mit dem DAISY-Konsortium durchgeführt wird. Es wird weiter gepflegt und kann gerne von anderen übernommen werden.
Daniel Weck (DAISY-Konsortium) erläuterte, wie Tobi, das Tool des DAISY-Konsortiums zur Erstellung von digitalen DAISY3-Hörbüchern mit vollständigem Text- und Audioinhalt entwickelt wurde und führte es vor. Es handelt sich um eine umfassende Software-Lösung zur Erstellung barrierefreier Publikationen nach den neusten Standards, die voraussichtlich Anfang 2010 veröffentlicht werden kann. Tobi ist zu 100% Open Source.
Die beiden am häufigsten diskutierten Themen der internationalen technischen Konferenz DAISY2009 waren wohl die DAISY-Pipeline und die Online-Distribution von DAISY-Inhalten. Letztere war natürlich Bestandteil der Zukunftspläne von Organisationen und Entwicklern gleichermaßen. Die DAISY-Pipeline wurde in viele Tools und Systeme integriert. In den nächsten 2 Wochen beginnen die Arbeiten an ihrer nächsten Generation, wobei die Oberfläche mit neuen Technologien versehen wird (Pipeline Lite, Pipeline UI und PipeOnline). Natürlich ist, wie bei vielen der vorgestellten Projekte, auch bei der Entwicklung der Pipeline 2 Mitarbeit erwünscht.
Margaret McGrory (CNIB) hielt den letzten Vortrag der Konferenz: "Neue Wege gehen: Eine virtuelle globale Bibliothek bringt Menschen mit funktionellen Leseeinschränkungen besseren Zugang zu Literatur". McGrory betonte die Notwendigkeit des Austauschs zwischen den Organisationen. Sie erläuterte den Ursprung des Projekts und Herausforderungen bei seiner Umsetzung. Hier geht es "nicht nur um Bücher, sondern auch um Lesefähigkeit, Bildung, lebenslanges Lernen, Berufstätigkeit und Lebensqualität". Informationen zur Globalen Bibliothek finden Sie auf den Webseiten der IFLA/LPD (Libraries Serving Persons with Print Disabilities Section) und von DAISY.
Zum Abschluss der Konferenz dankte Elke Dittmer allen, die zum Gelingen beigetragen hatten, ganz besonders aber Thomas Kahlisch. Dann zitierte sie noch einen indischen Konferenzteilnehmer: "Lang lebe DAISY!"
Die Vorträge werden als Texte und Audiodateien auf der DAISY2009-Website veröffentlicht.
Lynn Leith ist Redakteurin des Newsletters DAISY Planet
[Übersetzung: Anja Michels]
[Quelle: http://www.daisy.org/news/newsletters/index.php]

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Brauchen wir im Notebook-Zeitalter noch Punktschrift auf dem Papier?

Ulrich Kalina / Dr. Thomas Kahlisch
Vortrag, gehalten im Rahmen der VBS-Tagung "Wenn die Punkte mit den Strichen ..." im Juni 2009 in Friedberg
Einleitung
Die im Titel gestellte Frage ist nicht neu - aber dennoch aktuell. Sie durchzieht den pädagogischen Diskurs innerhalb der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik seit vielen Jahren - und sie wird uns Lehrkräften fast täglich neu gestellt - und zwar von unseren Schülerinnen und Schülern.
An der Carl-Strehl-Schule Marburg werden seit einigen Jahren schon alle Schülerinnen und Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe mit einem Notebook ausgestattet. Wenn man dann als Lehrer mit einem Stapel Punktschriftmaterial in die Klasse kommt, wird man nicht selten von Schülern gefragt: "Wenn Sie den Text in Braille haben, haben Sie ihn doch bestimmt auch als RTF-Datei. Warum geben Sie uns nicht gleich die elektronische Version?" Einige findige Schüler versuchen ihre offenkundige Abneigung gegen Punktschrift auf Papier noch mit dem Hinweis zu kaschieren, eine elektronische Fassung sei doch auch viel billiger - und die ganz besonders schlauen fügen noch hinzu, sie sei doch außerdem auch ökologischer.
Auf der anderen Seite wird beim Pädagogischen Tag der CSS im Jahr 2007 in einer AG zum Thema "Lesekompetenz" kritisch gefragt: "Ist Hörverstehen auch Leseverstehen?" Dahinter verbirgt sich - etwas drastischer formuliert - die Frage: "Führt der zunehmende Einsatz von PC und Sprachausgabe an Stelle von Punktschrift auf Papier zu einem Verlust an Lesekompetenz?" - und das in einer Zeit, in der der "Förderung von Lesekompetenz" in der allgemeinen pädagogischen Diskussion eine herausragende Bedeutung zugemessen wird.
Es stellt sich also die Frage: Welche Arbeitstechnik für Blinde (und Sehbehinderte) fördert am besten deren Schreib- und Lesekompetenz (einschließlich des Leseverstehens)?
Betrachtet man die Frage genauer, so identifiziert man ein Beziehungsdreieck zwischen folgenden Faktoren:
  1. Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehens. Diese werden konfrontiert mit
  2. Lerngegenständen, Materialien, Aufgaben und Anforderungen, die zu bewältigen sind. Zur Bewältigung dieser Aufgaben bedienen sie sich
  3. bestimmter Werkzeuge und Arbeitstechniken.
Bei jedem einzelnen dieser Faktoren ist nun eine große Vielfalt unterschiedlicher Ausprägungen zu beobachten:
Angesichts dieser Komplexität und Vielfalt wird klar, dass es die eine richtige Arbeitstechnik für jeden blinden Menschen und jede Anforderung nicht geben kann. Diese Position hat sich offenkundig inzwischen auch allgemein durchgesetzt: Es geht nicht um ein "Entweder-oder", sondern um ein "Sowohl-als-auch" (vgl. Aldridge 2009, Bericht von der Tagung der VBS-AG Braille im Februar 2009). Aber für die Pädagogen bleibt die Frage: Welche Arbeitstechnik vermittle ich ganz konkret meinem Schüler bzw. meinen Schülern in welcher Anforderungssituation?
Auf der Suche nach einer Antwort liegt es nahe, die Wissenschaft zu befragen. Tatsächlich geben die wenigen vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen zu diesem Thema (z.B. Degenhardt 1999, Lang 1989, 1999, 2009) einige wertvolle Hinweise, können aber angesichts der oben dargestellten Vielfalt der Einflussfaktoren keine umfassenden empirisch abgesicherten Ergebnisse liefern: Die Zahl der Probanden ist gering, ihre individuellen Besonderheiten dagegen sind vielfältig. Um wenigstens annähernde Vergleichbarkeit zu gewinnen, beschränken sich die empirischen Untersuchungen auf spezifische Fragestellungen (Euro-Braille im Erst-Schreib-Leseunterricht bei Lang, Bewegungsmuster beim Braillelesen bei Degenhardt …). Statistisch abgesicherte und allgemeingültige Aussagen sind auf dieser Basis aber nicht zu gewinnen: "Bei der kleinen und stark heterogenen Population ist keine Kontrollgruppenuntersuchung der 'klassisch-vergleichenden' empirischen Forschung möglich … Einzelfallstudien … können und müssen Thesen abschwächen oder stärken." (Degenhardt 1999)
Was also bleibt, sind argumentative Betrachtungen und individuelle Beobachtungen, um einer Antwort näher zu kommen.
Im Folgenden führen wir eine Liste von Argumenten auf, die wir aus zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen zusammengetragen haben. Die Liste erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch gibt sie eine Rangfolge nach Wichtigkeit wider. Teilweise handelt es sich auch um ganz subjektive Einschätzungen und Empfindungen, die aber deswegen aus unserer Sicht nicht weniger ernst zu nehmen sind.
Welche Vorteile bietet der PC?
Elektronische Dokumente sind gegenüber Punktschriftbüchern leichter zu transportieren, billiger, einfacher und schneller zu produzieren, benötigen weniger Platz, ermöglichen eine direkte Kommunikation zwischen Blinden und Sehenden, können sowohl auditiv als auch taktil gelesen werden.
Der PC ermöglicht gegenüber der Punktschriftmaschine den vollen Editier-Komfort einer Textverarbeitung, das Suchen über Suchfunktionen.
Welche Vorteile bietet das Papier gegenüber dem PC?
Papier muss nicht "hochfahren" und kann nicht "abstürzen". Kritiker des Notebook-Einsatzes fragen: Wie lange dauert es, bis die Schüler am Anfang einer Stunde arbeitsbereit sind? Wie viele Störungen entstehen während des Unterrichts durch technische Probleme?
Papier braucht keinen Strom, keinen Akku und erzeugt kein Lüfter-Geräusch. Dabei geht es weniger um das Stromsparen, sondern vielmehr um den "Wohlfühl-Effekt" und eine angenehme Lese-Atmosphäre.
Papier braucht keine Navigation per Tasten und erlaubt beim Lesen einen schnelleren Zeilenübergang (vermeidet Kunstpausen beim lauten Vorlesen).
Als flächiges Medium ermöglicht Papier einen schnellen, intuitiven Überblick über die Strukturmerkmale eines Textes. Hierzu gehören:
Besonders bei jüngeren Schülerinnen und Schülern ist die unmittelbare, sinnliche Erfahrung dieser Strukturmerkmale wichtig, um überhaupt eine Strukturvorstellung zu entwickeln: Auf dem Papier unterscheidet sich eine Überschrift 1. Ordnung durch ihre Gestaltung konkret fühlbar von einer Überschrift 2. Ordnung. Die Braillezeile oder Sprachausgabe vermittelt zwar die gleiche Strukturinformation - aber nur in Form eines abstrakten Begriffs.
Papier ermöglicht das Wiederfinden von Textstellen mit bestimmtem Bedeutungsgehalt durch die Lokalisation im Text ("eine ähnliche Andeutung stand schon mal ungefähr drei Seiten vorher ganz oben auf der Seite") - nicht zu verwechseln mit dem Suchen nach eindeutigen Textmustern.
Papier ermöglicht eine ästhetisch ansprechende Gestaltung, die den Lesegenuss erhöhen kann.
Papier ermöglicht eine direkte Kombination von Text und taktiler Abbildung.
Welche Vorteile bietet Schrift gegenüber Sprache?
  1. Schrift vermittelt auch die Rechtschreibung (Wie schreibt man "Hartz IV"?).
  2. Kurzschriftlesen kommt dem Lesen von "Wortbildern", d.h. dem Erkennen eines Wortes auf einen "Blick" näher und ermöglicht dadurch ein flüssigeres Lesen und erleichtert dabei auch das Erkennen von Rechtschreibfehlern (Beispiele: k für kann, vt für vielleicht oder ggh für Gelegenheit).
  3. Schrift erfordert ein "aktives" Lesen statt "passives" Zuhören und ermöglicht so ein intensiveres "Erfassen" des Inhalts - im wahrsten Sinne des Wortes.
  4. Schrift lässt mehr Raum für die eigene Phantasie. Bei einem Hörbuch kann die Stimme des Sprechers beeinflussend wirken. Synthetische Stimmen werden dagegen oft als monoton empfunden. Ihnen konzentriert zuzuhören ist auf die Dauer anstrengend.
  5. Schrift ermöglicht ein Lesen und Orientieren im Text und gleichzeitiges Zuhören und Verfolgen akustischer Ereignisse im Raum.
  6. Schrift ermöglicht insbesondere das selbstständige, flüssige Vorlesen. Wenig sinnvoll ist dagegen der Versuch, einen Text laut vorzutragen, den man selbst quasi simultan von der Sprachausgabe per Kopfhörer vorgelesen bekommt. Noch weniger akzeptabel ist es, die synthetische Sprachausgabe direkt laut vorlesen zu lassen, statt selbst zu sprechen - eine Idee, auf die manche Schüler durchaus kommen.
  7. Kommerzielle Hörbücher sind häufig gegenüber der Schriftfassung gekürzt.
  8. Tasten statt hören kann entspannend wirken (Entlastung des sonst sehr stark beanspruchten Hörsinns).
Welche Vorteile bietet Sprache gegenüber Schrift?
  1. Zum Zuhören benötigt man keine aufwändige Schulung wie bei der Kurzschrift und kein intensives Tasttraining.
  2. Das Hören kann bei hoher Sprechgeschwindigkeit schneller sein als das Tasten.
  3. Beim Hören kann man nebenbei noch andere Dinge tun, weil man die Hände frei hat.
  4. Bei Fremdsprachen hört man die korrekte Aussprache der Vokabeln gleich mit.
Aus dieser Darstellung wird deutlich: Die verschiedenen, heute zur Verfügung stehenden Arbeitstechniken und Medien schließen sich nicht aus und machen sich nicht gegenseitig überflüssig, sondern sie ergänzen sich.
Hierzu noch ein Beispiel. Es geht um Text-Arbeit im Deutschunterricht: Während der Lektüre eines Textes (z.B. Roman, Theaterstück) kann es nützlich sein, wenn man eigene Lesezeichen, Anmerkungen, Markierungen im Dokument anbringen kann, insbesondere dann, wenn der Text von vornherein unter dem Blickwinkel bestimmter Fragestellungen zu lesen ist. Hier bietet sich das Arbeiten mit einer elektronischen Fassung am PC an.
Wenn dagegen Fragestellungen zu bearbeiten sind, die sich erst im Anschluss an die Lektüre ergeben oder gestellt werden (z.B. spontan im Unterrichtsgespräch oder in einer Klausur), ist ein schnelles Auffinden und In-Beziehung-Setzen verschiedener Textstellen erforderlich. Hier hat die Papierfassung Vorteile.
Es stellt sich immer noch die Frage: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Pädagogik? Was sollen wir vermitteln?
Die einfache Antwort lautet: Alles! Angesichts der Vielfalt der Faktoren müssen wir die Schüler dahin bringen, dass sie irgendwann selbst kompetent entscheiden können, welche Arbeitstechnik in welcher Situation für sie persönlich die richtige ist. Dies setzt voraus, dass wir sie in allen Arbeitstechniken ausreichend schulen und trainieren.
Aber: Das Erlernen der Arbeitstechniken ist teilweise sehr zeitintensiv (Kurzschrift, PC-Arbeitstechniken, volle Funktionalität von DAISY, ...).
Woher nehmen wir - und vor allem die Schüler - die Zeit? Immerhin steht "Arbeitstechnik" nicht im 1. Curriculum - ist also zusätzlicher Stoff zum allgemeinen Lehrplan.
Und: Besitzen wir Pädagogen selbst die notwendigen Ressourcen (das Wissen, die entsprechenden Medien und Materialien bzw. die Zeit, um beides zu erwerben und zu vermitteln?
Aber selbst dann, wenn diese Ressourcen zur Verfügung stehen, bleibt die Frage der Motivation der Schülerinnen und Schüler.
Und damit sind wir wieder bei der Eingangsfrage des Schülers: "Warum Punktschrift auf Papier?" Ist es sinnvoll, einen Schüler zur Kurzschrift zu zwingen, wenn er sie ablehnt? Lernt er dann überhaupt etwas? Ist ein solches "Lernen auf Vorrat" sinnvoll? Andererseits: Die Vorteile von Kurzschrift auf dem Papier kann man nur erkennen, wenn man sie einigermaßen beherrscht - und allein dazu ist die Durststrecke eines langwierigen Lernprozesses erforderlich.
Außerdem fragen wir die Kinder schließlich auch nicht, ob sie Prozentrechnung gut finden. Wir bringen es ihnen bei, weil wir wissen, dass sie sie später (im wirklichen Leben) brauchen werden.
Versuch, einer Lösung näher zu kommen
Ein erster Schritt könnte darin bestehen, Lernsituationen zu arrangieren, in denen die spezifischen Vorteile der einzelnen Arbeitstechniken für die Schüler deutlich werden. Falsch (wenn auch manchmal verführerisch) wäre es dagegen, alle Lernsituationen an einer einmal erlernten Arbeitstechnik auszurichten. Auch hier konkurriert wieder das erste gegen das zweite Curriculum.
In der Unterrichtspraxis kann das z.B. bedeuten:
Auf der Ebene der Schul- und Unterrichtsorganisation bedeutet dies:
Schluss
Das Medium "Punktschrift auf dem Papier" ermöglicht spezifische Formen der Textarbeit, die so kein anderes Medium bieten kann.
Mit Punktschrift auf dem Papier arbeiten zu können gehört daher zur schulischen Grund- und Allgemeinbildung blinder Schülerinnen und Schüler - wie es zur Allgemeinbildung normalsichtiger Kinder und Jugendlicher gehört, mit Stift, Heft und Printmedien umgehen zu können.
Dies widerspricht keineswegs dem Gedanken, dass die Schülerinnen und Schüler im Verlauf des Bildungsprozesses nach und nach ihre eigene, ganz individuelle Präferenz in Bezug auf die Arbeitstechnik finden können und sollen - vielleicht sogar mit dem Ergebnis, dass sie auf Printmedien in Braille weitgehend verzichten. Im Gegenteil: eine solche Entscheidung kann der Betroffene selbst nur dann kompetent treffen, wenn er aus eigener Erfahrung weiß, wofür und wogegen er sich entscheidet.
Für die Titelfrage: "Brauchen wir im Notebook-Zeitalter noch Punktschrift auf dem Papier?" ergibt sich hieraus konsequenterweise die Antwort: In der Blinden-Allgemeinbildung brauchen wir diese Technik auch weiterhin - auch wenn es einzelne Betroffene geben mag, die für sich persönlich alternative Techniken bevorzugen.
Literatur

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Buchpatenschaften 2010

Susanne Siems
Liebe Bücherfreunde, wieder ist ein Jahr fast um und es kommt traditionell die Zeit, in der man schenkt und beschenkt wird, die voll Hektik ist und doch eigentlich Besinnlichkeit meint. Auch die Zeit der Spendenaufrufe und - Sie ahnen sicherlich schon, was jetzt kommt, - unsere Bitte, eine Buchpatenschaft zu übernehmen. Viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, unterstützen die DZB aktiv mit einmaligen oder regelmäßigen Spenden und ich möchte in diesem Zusammenhang nicht versäumen, ganz laut Danke dafür zu sagen.
Um diese finanzielle Unterstützung für Sie etwas attraktiver zu machen, rief der Förderverein der DZB 2005 das Projekt Buchpatenschaften ins Leben. Unter www.buch-patenschaft.de ist es seither möglich, ab einem Betrag von 100 Euro die Patenschaft für Hör- und Punktschriftbücher der DZB zu übernehmen.
Nun scheint es uns an der Zeit, dieser guten Idee von damals neue Nahrung und auch eine klein wenig andere Richtung zu geben. Der Schwerpunkt der Buchpatenschaften wird zukünftig auf der Digitalisierung alter Punktschriftbestände liegen. Zwei Dinge sind der DZB auch im Zeitalter von DAISY und Co. wichtig: die Bewahrung und Förderung der Brailleschrift als einem, wenn nicht dem wichtigsten Hilfsmittel für blinde Menschen und die Bewahrung literarischer Schätze in dieser Schrift. Immer noch fast 6.000 handschriftliche Titel der Weltliteratur gibt es in unserer Punktschriftbibliothek. Nur durch die Digitalisierung ihrer Inhalte können diese für die Zukunft bewahrt werden. Ab Januar werden Sie in der Titelliste des Projektes Buchpatenschaften darum in erster Linie Bücher aus der Punktschriftbibliothek finden. Das Verfahren für eine Patenschaft wird vereinfacht, man kann ab 5 Euro für ein Buch spenden, die namentliche Nennung der Spender im Buch entfällt. Die Titel, die nach einem halben Jahr die meisten Spender angelockt haben oder auch die höchste Spendensumme erreicht haben, werden als nächstes digitalisiert und somit in verschiedenen Formaten zugänglich gemacht.
Wir hoffen, mit diesem Angebot einerseits näher an den Interessen der DZB-Nutzer zu sein, andererseits auch sehende Literaturfreunde mehr für diese Art von Buchpatenschaften zu interessieren.
Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf, wie diese Veränderung angenommen wird. Geplant ist der Start der überarbeiteten Seite zum Januar 2010. Bis dahin läuft alles wie bisher weiter, Spenden für die derzeit im Internet stehenden Titel sind jederzeit möglich.
Natürlich sei an dieser Stelle erwähnt, dass auch ohne die Möglichkeit des Internetzuganges die Übernahme einer Buchpatenschaft möglich ist. Die Liste wird in der Januarausgabe der DZBN veröffentlicht und gern senden wir Ihnen auch eine Liste in für Sie geeigneter Form zu. Ihre Ansprechpartnerin für das Projekt ist Susanne Siems, Tel. 0341-7113-115

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden - zur Erinnerung für die "Alten" und zur Information für die "Jungen".

Knut Hamsun: "Segen der Erde"

Angelika Müller
[Punktschriftbibliothek]
Angesichts des üppigen Speiseangebotes auf den Selbstbedienungsbüffets der Urlaubsorte, bestmöglich "All-inclusive" mit Sonnengarantie (je südlicher, desto besser!), musste ich auch an die Menschen denken, für die das alltägliche Brot nicht alltäglich ist. Ich erinnerte mich an einen Titel von Knut Hamsun: "Hunger", den ich vor vielen Jahren las. In diesem Roman wird die autobiographische Geschichte eines im Elend lebenden jungen Schriftstellers erzählt, der um Anerkennung, aber auch ums Überleben kämpft. Doch leider ist dieser Titel in unserer Punktschriftbibliothek nicht ausleihbar. Dennoch wollte ich den Autor und eines seiner Werke vorstellen, da er mehrere Romane über Entbehrungen und über zivilisationskritische Themen schrieb. Mir schien deshalb der Titel "Segen der Erde" als geeignet.
Mit diesem Werk erlangte der Dichter Weltruhm. 1920 wurde er, der eigentlich Knut Petersen hieß und 1859 in Norwegen geboren wurde und bis 1952 lebte, mit dem Nobelpreis geehrt. Auch hier in diesem Werk werden autobiographische Elemente verwendet. Die Hauptperson ist Isak und es ist seine Lebensgeschichte und die seiner Familie. Isak ist Bauer und in der Einsamkeit des Nordlandes ringt er Stück für Stück dem Moor Erde ab, macht es urbar und zu einer fruchtbaren Oase. Zunächst kämpft er allein diesen schweren Kampf von Tagesanbruch bis zum Einbruch der Nacht. Sein Ziel ist es, hier Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, um sich selbst ernähren zu können. Die schwere körperliche Arbeit bewältigt er gut, doch um alles konnte er sich nicht kümmern. Es fehlt eine weitere Arbeitskraft, die das Vieh und die Wirtschaft versorgt. Es fand sich lange keine Dienstmagd oder eine Frau, die sich zu ihm auf die Ansiedlung begab. Nach vielen Jahren meldet sich Inger, eine kräftige junge Frau bei ihm, die aber durch eine offene Gaumenspalte, genannt "Hasenscharte", entstellt ist und dadurch auch sehr undeutlich sprechen kann. Sie bleibt bei dem wortkargen Isak, führt gut die Wirtschaft und wird seine Frau. Es werden Kinder geboren. Zunächst zwei Söhne und später eine Tochter. Diese Tochter hat Inger sofort nach der Geburt erstickt, weil sie ebenso wie sie selber mit einer "Hasenscharte" entstellt war. Der Grund für diesen Mord war ihr Mitgefühl mit diesem Kind. Es sollte nicht das durchleben müssen, wie sie es erdulden musste, nämlich viele Demütigungen und Hänseleien. Für diesen Kindesmord muss sie, obwohl schwanger, für mehrere Jahre ins Gefängnis. Nach der verbüßten Strafe kehrt sie zu ihrer Familie zurück. Äußerlich hat sie sich sehr verändert, denn die Gaumenspalte wurde operiert und sie brachte auch die im Gefängnis geborene Tochter mit. Im Gefängnis lernte sie nähen und darin war sie sehr geschickt. Das Leben war für Isak nun wieder angenehm, da die Familie komplett war. Die beiden großen Söhne entwickelten sich sehr unterschiedlich. Der erste Sohn lernte in der Stadt Lesen und Schreiben und sich gut auszudrücken. Er wollte nicht mehr auf das Ödland zu seinen Eltern zurück. Das Stadtleben hat er bevorzugt und es zog ihn dahin zurück, obwohl er oft die Eltern um Geld bitten musste, wenn er keine Anstellung bekam. Der zweite Sohn bleibt bei den Eltern und unterstützt diese bei ihrer schweren Arbeit.
Der Roman ist in einer einfachen Sprache geschrieben. Auch Sätze wiederholen sich. Das einfache bäuerliche Landleben wird aufgezeigt und den Zivilisationsmenschen wird der Weg "Zurück zur Natur" empfohlen: 4 Bde., kzp.98, BNA 441.
Weitere Titel von Knut Hamsun im Punktschriftbestand:
Titel von Knut Hamsun als Hörbuch:

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Ludwig Renn: "Inflation"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Vielleicht passend zur Wirtschaftskrise - das, was hoffentlich nicht eintritt: Der Titel "Inflation" von Ludwig Renn. Sein wirklicher Name war Arnold Friedrich Vieth von Golßenau. Er wurde 1889 in Dresden geboren und starb 1979 in Berlin. Er gab nach dem 1. Weltkrieg die Offizierslaufbahn auf, studierte u.a. Jura, Nationalökonomie, Kunstgeschichte und Archäologie, trat 1928 der KPD bei, war von 1929 bis 1932 Mitherausgeber der Zeitschriften "Aufbruch" und "Linkskurve". Während der Zeit des Nationalsozialismus musste er eine zweieinhalbjährige Gefängnishaft bis 1935 verbüßen und emigrierte 1936 in die Schweiz. Im spanischen Bürgerkrieg war er Offizier bei den Internationalen Brigaden. Von 1939 bis 1947 lebte er in Mexiko. 1947 wurde er Professor für Anthropologie in Dresden und lebte seit 1952 als freier Schriftsteller in Berlin.
Sein reportageartiger Roman "Krieg" (1928), in dem er den Krieg aus der Sicht des einfachen Soldaten zeigt, wurde ein Welterfolg. In der Fortsetzung "Nachkrieg" (1930) schildert Renn die innenpolitischen Kämpfe von 1919/20. Er schrieb außerdem zeitgeschichtliche Erlebnisberichte, Romane mit autobiografischen Zügen sowie Kinder- und Jugendbücher.
Zum Buch: Die vorliegende Schwarzdruckausgabe erschien 1963 im Aufbau-Verlag zu Berlin.
Während der Inflation nach dem 1. Weltkrieg gründen die Offiziere a. D. von Selow und Wolf von Burg eine Gesellschaft namens Cura, die Wertgegenstände in Kommission nimmt, mit Gewinnbeteiligung wieder verkauft und das Vermögen der zumeist adligen Verkäufer verwaltet. Da der geldgierige Selow durch skrupellose Schwarzgeschäfte ein Betrugsunternehmen entwickelt, tritt Burg, an einer gerechten sozialen Ordnung interessiert, nach der Inflation aus der Gesellschaft aus. Er fragt sich schon lange, ob diese Tätigkeit allein wohltätigen Zwecken dient. Ist das wirklich sein Leben, mit Prinzen und ehemaligen Generälen, Gräfinnen und Baronen zu konversieren, während draußen die Kämpfe stattfinden? Und so geht er seinen Weg - wie, das muss der Leser selbst "erhören".
Mit bestechender Menschen- und Milieukenntnis und psychologischem Einfühlungsvermögen zeigt Renn an einer Reihe differenziert dargestellter Charaktere den durch die Inflation beschleunigten Untergang des Adels.
Der gedankenreiche Roman enthält zahlreiche sachkundige Bemerkungen über Kunst der 20er Jahre und trägt unverkennbar Züge des Autors in Form der Hauptfigur Wolf von Burg.
Wer nun diesen Titel gern ausleihen möchte: Sprecher: Wolf Goette. 1 DAISY-CD mit 504 Minuten. Bestellnummer: 1252.
Weitere Titel von Ludwig Renn im Hörbuchbestand:
Titel von Ludwig Renn in Punktschrift:

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Die 100 Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ist 2004 dieser Frage nachgegangen. Wir nennen Ihnen die ersten 100 Plätze. Titel, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Platz Nr. 19:
Dan Brown: "Illuminati"

Dan Brown: "Illuminati"

"Illuminati" ist der deutsche Titel eines im März 2003 erschienenen Thrillers von Dan Brown (Originaltitel: Angels and Demons, 2000) mit einer weltweiten Auflage von acht Millionen Exemplaren.
Der Amerikaner Dan Brown wurde am 22. Juni 1964 in Exeter, New Hampshire, geboren. Er unterrichtete Englisch und Spanisch und startete sogar eine Musikkarriere. Heute lebt er mit seiner Frau zusammen in Neuengland und ist einer der bekanntesten US-amerikanischen Thriller-Autoren.
Im Vorgänger von "Sakrileg" wird der uralte Konflikt zwischen moderner Forschung und konservativem Glauben von Brown zu einer actiongeladenen Schnitzeljagd quer durch das Rom der Gegenwart ausgebaut:
Harvard-Professor Robert Langdon hat bislang ein eher beschauliches Leben geführt. Er lehrt an seiner Universität Symbologie und hat über diese Thematik ein Buch veröffentlicht. Genau dieses Buch führt dazu, dass er bald in eine Geschichte verwickelt wird, die das Gefüge der Welt verändern wird. Eines Nachts erhält er einen mysteriösen Anruf, worauf er sich kurze Zeit später auf den Weg nach Genf zu CERN aufmacht, dem höchstentwickelten Forschungsinstitut Europas. Dort eingetroffen, wird er mit einem schrecklichen Mordfall konfrontiert, was eigentlich nicht in seinem Aufgabenbereich liegt. Doch als Langdon den toten Leonardo Vetra zu sehen bekommt, wird ihm so einiges klar: Der Leichnam ist bedeckt mit einem geheimnisvollen Symbol auf der Brust - dem Symbol der Illuminati, eines Geheimbundes, der längst in Vergessenheit geraten ist. Erst als klar wird, dass der ermordete Wissenschaftler an der Herstellung von Antimaterie gearbeitet hat und als auch ein großer Teil der Antimaterie verschwunden ist, scheint klar: Jemand, der sich der Symbolik der Illuminaten bedient, plant einen Angriff, der verheerende Folgen haben könnte. Gemeinsam mit der Tochter des Ermordeten macht sich Langdon auf die Spurensuche und landet im Vatikan, wo noch viele weitere böse Überraschungen lauern …
In Rom haben sich die höchsten Würdenträger des Christentums versammelt. Der Papst ist verstorben und ein Nachfolger muss gefunden werden. Doch die vier aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt sind entführt worden, unter den Augen der Schweizergarde, die sie verzweifelt sucht. Ein offensichtlich wahnsinniger Fanatiker verspricht, sie medienwirksam jede volle Stunde an öffentlichen Plätzen in Rom zu opfern, versehen mit je einem Brandzeichen der Illuminaten, den vier klassischen Elementen des Altertums (Feuer, Erde, Wasser, Luft). Danach soll als Krönung der Vatikan in die Luft fliegen, gesprengt durch Antimaterie, den Triumph moderner Wissenschaft - für Langdon beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn es bleiben nicht einmal mehr 24 Stunden.
Der Roman hat bei seinem Erscheinen einiges an Echos hervorgerufen. Brown ist geschickt in der Vermischung von Tatsachen und Fiktion. Das Forschungslabor CERN in der Schweiz existiert wirklich. Und es stimmt z.B., dass dort das Internet erfunden wurde (in Zusammenarbeit mit den amerikanischen Instituten). Auch Antimaterie wird dort "produziert", allerdings in mikroskopischen Mengen. Inzwischen hat CERN sogar eine Internet-Seite für häufig gestellte Fragen eingerichtet (auf Englisch: http://public.web.cern.ch/public/en/Spotlight/SpotlightAandD-en.html).
Tatsächliches, Halbwahres und frei Erfundenes finden sich auch in den zahlreichen Referenzen zu kunst- und kirchenhistorischen Begebenheiten und Denkmälern. Brown erfindet geschichtliche Zusammenhänge, ignoriert weltanschauliche Positionen, vernachlässigt physikalische Gesetzmäßigkeiten - aber auf so überzeugende Art und Weise, dass er sich sogar Anfeindungen der Kirche ausgesetzt sah und viele Menschen seine Geschichte für nahezu bare Münze nahmen.
Tatsächlich wurden die Illuminaten erst 1176 in Ingolstadt gegründet und waren ein zunächst der Freimaurerei nahestehender Geheimbund, der durch die Prinzipien der Aufklärung weltbürgerliche Gesinnung fördern und das monarchistische Prinzip bekämpfen wollte. Mitglieder waren u.a. Herder und Goethe. Ab 1784/85 wurde der Orden verfolgt und aufgelöst (siehe Brockhaus Enzyklopädie, 21. Aufl., Bd. 13). Demzufolge existierten die Illuminaten tatsächlich erst lange nach Galileis Wirken (1564-1642), und auch Bernini (1598-1680) starb lange vor der Gründung des Ordens im Jahr 1776. Der von Brown hergestellte Zusammenhang ist also Fiktion. Auch der Geheimgang zwischen dem Castel St. Angelo und dem Vatikan existiert wirklich, doch die Verbindung wurde schon von Bonifazius IX. zur Sicherheit der Päpste angelegt und diente diesen während der Plünderung Roms im Jahr 1527 als Fluchttunnel.
Brown selbst gibt im Vorwort zu "Illuminati" an, dass lediglich "Kunstwerke, Gruften, Tunnel und Bauten in Rom" auf Tatsachen beruhen. Wenn auch nicht gerade kunstvoll geschrieben und in der Charakterzeichnung sehr schematisch, voller sogenannter "Cliffhanger", die verhindern sollen, dass man am Schluss eines Kapitels das Buch weglegt, ist "Illuminati" nicht mehr und nicht weniger als ein Fiction-Thriller, der auch in Zukunft noch Raum für Spekulationen geben wird und damit genau für das sorgt, was er ist: Unterhaltung.
Weitere Titel von Dan Brown im Hörbuchbestand:
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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Neue DAISY-Geräte auf dem Hilfsmittelmarkt

Ulrich Jander
In der letzten Ausgabe der "DZB-Nachrichten" in diesem Jahr möchte ich, vielleicht rechtzeitig zum Schnuppern fürs Weihnachtsfest, neue DAISY-Technik vorstellen. Es sind ein CD-Gerät von Plextalk und zwei Speicherkartengeräte, auch Flash-Player genannt. Ich kann hier leider aus Platzgründen nicht auf alles und umfassend eingehen, will aber versuchen, das Wichtigste darzustellen. Beginnen wir sogleich mit der CD-Technik:
Plextalk PTN2, ein CD-Tischgerät mit SD-Karten-Einschub und USB-Anschluss
Das Gehäuse und die Form entspricht dem PTN1, an der Vorderseite der CD-Schlitz, ein Leselaufwerk, es ist daher keine Aufnahme auf CD möglich. Auf der linken Seite befindet sich in der Mitte der Kopfhöreranschluss, davor liegt der Einschubschlitz für SD-Speicherkarten bis zu einer Kapazität von 32 Gigabyte, und im hinteren Bereich der linken Seite ist der USB-Anschluss eingebaut, an welchem z. B. ein USB-Stick oder ein kleiner MP3-Player angeschlossen werden kann. Das bedeutet: Es besteht die Möglichkeit, im Gerät von CD auf SD-Karte oder auf USB-Teil oder auch von SD-Karte auf USB-Gerät oder umgekehrt zu kopieren. Außer einen Netzanschluss besitzt der PTN2 keine weiteren Ein- oder Ausgänge; es ist demnach nicht möglich, von externen Quellen, wie z. B. Mikrofon oder ähnlichem, aufzunehmen.
Auf der Oberseite des Plextalk befinden sich oben rechts, wie beim PTN1, der auch hier sehr gut klingende Lautsprecher und das gesamte Tastenfeld, insgesamt 27 Tasten. Diese können zum großen Teil durch eine Haube abgedeckt werden. Neun Tasten sind dann noch sicht- und bedienbar. Zum gesamten Tastenfeld gehören eine komplette Zifferntastatur, wie beim Telefon, vier Funktionstasten links, eine Taste zum Auswählen der Bücher und die vom PTN1 bekannten Tasten, wie z.B. Wiedergabe/Stopp, Rück- bzw. Vorlauf, Lautstärke, Klangfarbe, Geschwindigkeit etc. Der PTN2 verfügt über ein Menü, welches vier Hauptgruppen umfasst und eine ganze Reihe an Funktionen beinhaltet. Hält man die Menütaste länger gedrückt, dann wird die Tastenhilfe eingeschaltet. Jede betätigte Taste sagt ihre Funktion an, diese wird aber nicht ausgeführt. Über das längere Gedrückthalten der Menütaste wird die Tastenhilfe wieder ausgeschaltet. Eine komplette Bedienungsanleitung als DAISY-Buch befindet sich auf dem internen Speicher des Gerätes und kann mit der Zifferntaste Null aktiviert und deaktiviert werden. Als bisher einziges CD-Gerät ist der PTN2 in der Lage, auch Texte aus dem txt- oder html-Format mit der integrierten, synthetischen Stimme vorzulesen und darin zu navigieren.
Die Reaktionszeit nach dem Betätigen einer Taste ist gegenwärtig leider noch etwas lang; ein bis zwei Sekunden, bis die Ansage ertönt. Eine spätere Aktualisierung des Betriebssystems wird diesen kleinen Nachteil sicherlich beheben. Ansonsten ist es ein sehr schön komplexes Gerät, welches gerade für Nutzer von Speicherkarten oder USB-Geräten sehr interessant sein dürfte. Der Preis liegt voraussichtlich bei ca. 400 Euro. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses der "DZB-Nachrichten" war in den meisten Fällen noch nicht bekannt, welche Firmen den PTN2 verkaufen werden. Ich gehe davon aus, dass es Marland-Versand, der VzFB in Hannover, das LHZ in Dresden, Firma Handytech in Horb, Firma Papenmeier in Schwerte, Firma Ludwig Becker in Gleiszellen und Firma Baum in Wiesenbach, wie beim PTN1, wieder sein werden.
Das SD-Speicherkartengerät Tomboy von Caretec
Es existieren bereits in derselben Kategorie Victor Reader Stream, Plextalk PTP1 sowie Milestone 312 und der funktionsreduzierte Milestone 212, insbesondere für DAISY- und Audiobücher sowie für Sprachnotizen. Der Tomboy ist länglich und flach geformt, wie eine Fernbedienung. Die Tasten befinden sich alle, mit Ausnahme der Ein- bzw. Ausschalttaste, auf der Oberseite, sind mit wenigen Ausnahmen relativ groß und lassen sich zum teil leicht bedienen, was eventuell zu einer Fehlbedienung führen kann. Es befinden sich ein kompletter Ziffernblock, ein Pfeilkreuz mit Mitteltaste und zwei Funktionstasten auf dem Gerät, wobei damit die Oberseite fast völlig ausgefüllt ist. Der Lautsprecher ist auf der Rückseite integriert. Tomboy verfügt über zwei Anschlüsse, USB und Kopfhörer; ein eingebautes Mikrofon ist auf der Oberseite ganz vorn.
Der Tomboy verfügt über die Anwendungen MP3-Spieler, UKW-Radio, Recorder für Sprachnotizen, Textwiedergabe nur im txt-Format sowie Terminkalender und natürlich über DAISY- und Audiofunktionen. Mit der Taste Null schaltet man die Bedienungsanleitung ein bzw. aus. Das Gerät wird durch den Marland-Versand in Aulendorf angeboten und kostet 349 Euro.
Marland schreibt zu den technischen Daten und zum Lieferumfang:
Das SD-Speicherkartengerät Booksense von Handytech
Dieses Gerät ist kleiner und kompakter, nicht so lang wie der Tomboy, aber dicker als dieser. Es wiegt 115 g. Die Bedientasten sind auf der Oberseite sehr flach gehalten und gewöhnungsbedürftig, sie erfordern eine gute Tastfähigkeit. Im unteren Bereich auf der Oberseite befinden sich zwölf Tasten, wie ein Ziffernblock. Darüber liegt das Pfeilkreuz mit der in der Mitte erkennbaren Taste. Darüber sind Lautsprecher und das integrierte Mikrofon eingebaut. Die Tasten links und rechts am Booksense kann man besser erfühlen. Das Gerät wird in zwei Ausführungen angeboten, als "Booksense" und erweitert als "Booksense XT". Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses der "DZB-Nachrichten" stand der Termin der Auslieferung noch nicht fest, wobei damit zu rechnen ist, dass in wenigen Wochen das Gerät auf dem Markt erscheint. Es wird ausschließlich von der Firma Handytech angeboten. Der Preis beträgt für das "Booksense" 369 und für das "Booksense XT" 499 Euro.
Die Firma Handytech schreibt über die technischen Eigenschaften folgendes:
In der erweiterten Version als "BookSense XT" stehen folgende Funktionen zusätzlich zur Verfügung:
Bei den Speicherkartengeräten ist festzustellen, dass der Aufbau der Bedientasten und die Art und Weise der Bedienung unterschiedlich sind. Hier liegt es am künftigen Nutzer, welches Bedienkonzept ihm am Ehesten zusagt. Auch die Überlegung zu Eigenschaften wie UKW-Radio oder Terminkalender oder auswählbares Aufnahmesystem bezüglich Qualität, wie beim Plextalk PTP1, oder auch einfach ein sehr ausgeklügelter Player, wie der Victor Reader Stream, dürften für eine Kaufentscheidung von Belang sein. Nach wie vor ist der Milestone mit Abstand der Kleinste und mit ca. 50 g der leichteste SD-Kartenspieler, wobei gerade die Ausführung 312 bezüglich Vielfalt der technischen Eigenschaften den Vergleich nicht zu scheuen braucht.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Auswahl des richtigen DAISY-Gerätes für Sie. Wenn Sie möchten, berate ich Sie dabei gern, natürlich firmenunabhängig.

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Info-Service

DZB ist "Ausgewählter Ort"

Die DZB erhielt am 05. September die Auszeichnung als "Ausgewählter Ort" im Rahmen der Initiative "Deutschland - Land der Ideen". Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler (www.land-der-ideen.de).

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Schließzeiten zum Jahresende

Die Weihnachtszeit rückt näher, und wir möchten Sie daran erinnern, dass die DZB vom 24. Dezember 2009 bis einschließlich 3. Januar 2010 geschlossen bleibt.
Somit können am 21.12. letztmalig Bestellungen realisiert werden.
Wenn Sie also zwischen den Feiertagen nicht auf Hör- oder Punktschriftbücher verzichten und eine größere Lieferung erhalten möchten, teilen Sie uns dies bitte bis spätestens 14. Dezember mit.
Liebe Hörer, sollten Sie konkrete Weihnachtsliteratur-Wünsche haben, können Sie uns dies ab sofort mitteilen, denn die Hörbuchtitel sind nicht in unbegrenzter Zahl verfügbar.
Erinnern möchten wir an dieser Stelle außerdem, dass alle Hörer, die ständig mehr als 3 Hörbücher im Umlauf haben, wie jedes Jahr automatisch zusätzliche Titel erhalten werden. Informieren Sie die Hörbücherei bitte rechtzeitig, falls Sie dies nicht wünschen.

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Ende der Kassettenausleihe

Zum Jahresende wird die Ausleihe von Kassetten-Hörbüchern eingestellt. Letzte Ausleihmöglichkeit von Kassetten ist aufgrund der Schließzeiten zum Jahresende der 21.12.2009. Ab 2010 sind dann in der Hörbücherei ausschließlich DAISY-Bücher ausleihbar.
Eine Übergangsfrist wird es bei jenen Verlags- und Bibliotheksangeboten geben, die Begleitmaterial in Form von Kassetten enthalten.

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Neu 2010: "GEOlino" und "NEON"

Die Auslieferung von Probeausgaben der 2010 neu erscheinenden Zeitschriften "GEOlino" in Brailleschrift und "NEON" im DAISY-Format hat begonnen.
Noch bis zum 30. November werden je zwei Abos der "GEOlino" in Vollschrift und Kurzschrift verlost, von der "NEON" gibt es zwei Jahresabonnements im DAISY-Format.
Und so geht's: Einfach bis zum 30. November 2009 eine Mail an zeitschriften@dzb.de mit den Kontaktdaten und der gewünschten Zeitschrift senden. Am 01.12.2009 wird dann die Glücksfee über die neuen Abonnenten entscheiden!
Kontakt: Probeexemplar, Abonnement, Fragen? Tel.: 0341 7113-120

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Programmzeitschriften ab 2010

Tagesaktuelle Programminformationen zu ca. 150 TV- und über 50 Radio-Sendern gibt es ab 2010 per Telefon über den Service "Hörzu-Fon".
Die Programmzeitschriften "DAISY-Radio" und "DAISY-TV" werden zum 31.12.2009 eingestellt.
Kontakt: Tel.: 0341 7113-120

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DBSV-Ehrenmedaille

DBSV-direkt
Im Rahmen des Kongresses DAISY2009 in Leipzig wurde Professor Dr. Ferdinand Melichar die DBSV-Ehrenmedaille verliehen. Melichar war langjähriger geschäftsführender Vorstand der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) und hat sich als solcher bei der Umsetzung des neuen Urheberrechts für blinde und sehbehinderte Menschen verdient gemacht.
Als Vertreter des DBSV-Präsidiums hielt Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), die Laudatio. Er würdigte Melichar als Autorität in Sachen Urheberrecht und dankte ihm für sein außerordentliches Engagement bei der Vermittlung zwischen den Interessen der Blindenhörbüchereien auf der einen Seite und der Autoren und Verlage auf der anderen Seite.
Während die Blindenbüchereien früher für jeden Titel einen Lizenzvertrag mit dem jeweiligen Rechteinhaber abschließen mussten, gibt es seit 2004 eine pauschale Vergütung, die an die VG Wort zu zahlen ist. Diese praxisnahe Regelung zwischen Medibus und der VG Wort trägt die Handschrift von Professor Dr. Melichar und hat die Produktion von blindengerechten Medien ganz erheblich vereinfacht.
Melichar nahm die Auszeichnung des DBSV dankend entgegen und appellierte an den Gesetzgeber, im Zuge der kommenden Urheberrechtsnovelle die Bestimmungen so zu erweitern, dass auch der elektronische Versand ohne individuelle Lizenz zulässig wird.
Mit der Ehrenmedaille des DBSV werden ausschließlich sehende Menschen ausgezeichnet, die sich für das Blinden- und Sehbehindertenwesen in besonderer Weise verdient gemacht haben.

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Haus Storchennest lädt ein - 2010

Seminar "Blinde Gartenfreunde treffen sich"
Seminar "Der duftende Garten für sinnesbehinderte Menschen" (für Landschaftsplaner und -gärtner und andere Interessierte)
Seminar "Mit drei Sinnen leben - Taubblindheit und ihre Folgen" (für Studenten und andere Interessierte)
Seminar "Punktschrift lernen" (vorwiegend für taubblinde Menschen)

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: Kassette oder Blindenkurzschrift oder CD DAISY 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten. Keine Reproduktion, Vervielfältigung oder Verbreitung ohne Genehmigung des Herausgebers.
Herausgeber, Verlag/Studio:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Telefon: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
Internet: www.dzb.de
E-Mail: verlag@dzb.de
Redaktion:
Karsten Sachse
Telefon: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen:
Sylvia Thormann
Telefon: 0341 7113-120
Spenden:
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto-Nr.: 1 100 830 010
DZB 2009

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