DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 2 – 2010

März / April

20. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

In stillem Gedenken

Postecke

Einblicke

Die DZB im Jahr 2009

Die Kramkiste

Brian Moore: "Schwarzrock"

Bernard-G. Landry: "Gefährliche Freundschaft"

Autorenportrait

Jerome D. Salinger: "Der Fänger im Roggen"

Lieblingsbücher der Deutschen

Rang 21: Joanne K. Rowling: "Harry Potter und der Orden des Phönix"

LOUIS

DAISY-Gerätetechnik und ihre aktuelle Betriebsversion

Info-Service

Restexemplare Relief-Wandkalender

Ausstellungen im Frühjahr 2010

"GEOlino" und "NEON"

8. Deutsche Hörfilmpreis-Verleihung

Kalender von Kindern mit Behinderung 2011

Neuigkeiten von Tandem-Hilfen e.V.

Autorallye für Blinde und Sehbehinderte

Info Recht

Erfolgsmeldung aus der Welt der Normen

Orientierungsveranstaltung

16. International Camp on Communication & Computers

Aufruf des DBSV: Hilfe für Haiti

Impressum

Vorbemerkung

Traditionell liefern wir in dieser zweiten Ausgabe des neuen Jahres einen Bericht über die im Vorjahr geleistete Arbeit.
Eine weitere Tradition ist mit der alljährlich im Frühjahr stattfindenden Leipziger Buchmesse verbunden, auf der auch wieder die DZB mit einem eigenen Stand vertreten sein wird. Wir verraten Ihnen heute schon die DZB-Highlights der dann stattfindenden Präsentationen.
Die DAISY-Version dieser „DZB-Nachrichten“ enthält als Zusatzmaterial eine deutsche Übersetzung des zweimal im Jahr erscheinenden Newsletters der IFLA, des Internationalen Verbandes der bibliothekarischen Vereine und Institutionen mit fast 1.700 Mitgliedern aus 150 Ländern, der sich besonders den Aktivitäten der Blindenbibliotheken widmet.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse

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In stillem Gedenken

Wir gedenken Dorothea Garlin (1937-2009) und Astrid Bless (1944-2009). Die Schauspielerinnen und langjährigen Sprecherinnen von Hörbüchern für die DZB sind im Dezember des vergangenen Jahres verstorben.
Astrid Bless war u.a. als Synchronsprecherin die deutsche Stimme von Sophia Loren und Claudia Cardinale, trat noch im Sommer in Lessings "Minna von Barnhelm" auf. Dorothea Garlin war für das Fernsehen tätig und hat über 100 Bücher für die DZB aufgesprochen.
Zumindest die Stimmen beider Künstlerinnen werden in vielen unserer Hörbücher weiterleben.

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Anregung

»(…) Können die Titel der Hörbücher in Schwarzdruck auch auf die CD-Hülle gedruckt werden? Auf der CD ist der Text für Sehbehinderte nicht oder nur sehr schlecht zu lesen. (…)«
[Frau C. Tesch aus Dahlen]
Anmerkung der Redaktion
Die Antwort auf diese Frage gibt Jörg Klemm, der Leiter der Abteilung Bibliothek:
"Es kommt öfter zur Frage, warum wir nicht auch auf die CD-Hüllen den Autor/Titel in Schwarzschrift aufbringen, da die Schrift auf den reflektierenden silbernen CDs doch etwas schlecht zu lesen ist. Diese silbernen CDs verwenden wir, weil sie preiswerter sind als die weißen - wir müssen alle Sparmöglichkeiten nutzen.
Das Aufbringen der Texte auf der Hülle wäre aus dreierlei Gründen problematisch:
Erstens Datenschutz: Möchte wirklich jeder Hörer, dass alle sehen können, welches Buch er gerade erhält? Das könnte zweitens auch den Diebstahl fördern, wenn erkennbar ist, was sich in der Box befindet. Und drittens: Wir haben jetzt über 20.000 Boxen im Verleih - es wäre ein immenser Aufwand, diese auch noch zu beschriften, zumal wir bereits Blindenschrift aufgebracht haben.
Mehr ist uns zur Zeit leider nicht möglich, wenn wir die Ausleihe weiterhin kostenlos anbieten wollen.

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Einblicke

Die DZB im Jahr 2009

Dr. Thomas Kahlisch
Das vergangene Jahr war für die DZB u. a. durch zwei Ereignisse mit großer Außenwirkung geprägt.
Zum einen begingen die blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen der Welt den 200. Geburtstag des Erfinders der Blindenschrift, Louis Braille. In zahlreichen Veranstaltungen und Initiativen zeigten Brailles Enkel auf, welchen großen Stellenwert für sie die Anwendung der Punktschrift hat und dass ihre gesellschaftliche Teilhabe ohne dieses Informations- und Kommunikationsmittel unvorstellbar ist. Die Mitarbeiter der DZB waren mit ihren Produkten und Angeboten bei zahlreichen Veranstaltungen, wie der Eröffnung der "Tour de Braille" in der französischen Botschaft in Berlin, beim Punktschriftlesewettbewerb auf der Leipziger Buchmesse, auf dem Louis-Braille-Festival im Sommer in Hannover, der Ausstellung "6 Richtige" im Museum für Kommunikation in Berlin und der Festveranstaltung zu "200 Jahre Blindenbildung in Sachsen". Allerorts wurde 2009 aus Braillebüchern der DZB vorgelesen. Nur einige Beispielorte sind der Leipziger Zoo, der Hörspielsommer und die im Internet übertragene Vorleseaktion "Braillestorming".
Zum anderen organisierte die DZB gemeinsam mit verschiedenen nationalen und internationalen Partnern die Veranstaltungswoche DAISY2009, die aufgrund ihrer hohen Qualität in Inhalt und Ausgestaltung große Anerkennung bei den Experten fand. Über 350 Besucher aus insgesamt 22 Ländern der Welt versammelten sich Ende September zum bislang größten und - wie der Newsletter des DAISY-Konsortiums bestätigte - "best Event ever had" im Bereich DAISY-Technologie. Die Ergebnisse der Veranstaltungswoche sind auf www.daisy2009.de dokumentiert und die Fachinhalte der 20 deutschsprachigen und 50 internationalen Vorträge werden als Mitschnitte im DAISY-Format und als gedruckte wissenschaftliche Publikation zur Verfügung gestellt.
Von herausragendem Wert für die Entwicklung des Hauses sind, neben der internationalen Fachtagung und den zahlreichen Initiativen zur Vermittlung von Wissen über die Brailleschrift, der erfolgreiche Abschluss des vom BMAS geförderten Drittmittelprojektes "DaCapo II" und der Beginn der Förderung des neuen Projektvorhabens "Leibniz - Sach- und Fachbuchaufbereitung für Blinde und Sehbehinderte", das ebenfalls für drei Jahre vom Bundesministerium gefördert wird.
"Das Buch als Medium - die Zukunft barrierefrei" heißt die Lehrveranstaltung, die der Direktor der DZB, Dr. Thomas Kahlisch, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses am Institut für Kommunikations-, Medien- und Buchwissenschaften der Universität Leipzig anbietet. Zwölf Studierende zeigten sich im Wintersemester 2009/2010 begeistert von der Vielfalt und Qualität der in der DZB gefertigten Produkte. Das Seminar wird ab Sommersemester 2010 als regelmäßige Veranstaltung für den Masterstudiengang angeboten.
Auch an der HTWK Leipzig wird in enger Kooperation mit der DZB an Themenfeldern der barrierefreien Informationsaufbereitung gearbeitet. 2009 wurden Diplomarbeiten in den Fachbereichen Informatik, Bibliothekswissenschaften, Medieninformatik und Verlagsherstellung erstellt, die sich unmittelbar mit Aufgabenfeldern der DZB befassten. Ergebnisse dieser Arbeiten sind u. a. in die Aufgabenfelder des Leibniz-Projektes eingeflossen und finden Niederschlag in der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Erlernen und Anwenden von Braillenoten.
Ein weiteres Feld der Kooperationen bilden Projekte, in denen konkrete neue Produkte entstanden sind. Zu nennen ist hierbei u. a. die Herstellung eines Relief-Führers "Stadt-ge--schicht--liches Museum Leipzig" für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projektes "Lernstadtmuseum" der Wladimir-Filatow-Schule und die Übernahme des Auftrages zur Herstellung einer DAISY-Ausgabe der Zeitschrift "DIALOG" der Bundesagentur für Arbeit ab 2010.
Ihre Fortsetzung finden die Projekte "DBSV-Inform" und die Kooperationen mit dem Argon-Verlag sowie dem Verlag Radioropa. Dank der Unterstützung durch die Studiotechnik haben die beiden zuletzt genannten Verlage umfangreiche Hörbuchangebote im DAISY-Format auf den kommerziellen Markt gebracht.
Was das breite Spektrum an Eigenproduktionen angeht, berichtet der Verlag der DZB in seinem Jahresbericht: Die Neuproduktion von Titeln ist gegenüber 2008 leicht gestiegen. Bei gleicher Titelzahl an Sachliteratur stieg die Zahl der fertig gestellten Belletristik, die Kinderliteratur sank dagegen. Die Produktion des deutschsprachigen Welt-Atlas konnte nach einer finanzierungsbedingten Unterbrechung mit den Karten Asien und Arktis fortgesetzt werden. Die Zahl der käuflichen DAISY-Bücher liegt jetzt bei 46 Titeln. Als Beispiel genannt seien hier der Abschluss der Reihe "Sprachkurse für Einsteiger" von Birkenbihl mit den Ausgaben Französisch und Italienisch, die als DAISY, aber auch in Punktdruck und Großdruck, übertragen wurden. Die Kooperation mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führte zu drei neuen Ratgeber-Büchern im DAISY-Format für den Verkauf und soll auch 2010 fortgesetzt werden.
Mit rund 70 Neuzugängen ist das Musikalien-Angebot im Verkauf deutlich gewachsen und umfasst jetzt mehr als 580 Titel. Neben den üblichen Verkaufstiteln im Notenbereich bietet die im Rahmen des DaCapo-Projektes entwickelte Software auch die Möglichkeit, dass Musiker via Internet zeitnah Musikstücke in die Braillenotenschrift übertragen bekommen können. Dieser Service wurde 2009 350-mal genutzt.
Das Reliefbuch für Kinder im Erstlesealter "Der Maulwurf und die Zahlen" wurde 2009 fertig gestellt. Ein weiteres neues Relief-Sachbuch "Wolansky: Aktive (häusliche) Fußgymnastik" wurde für die Produktion vorbereitet und erscheint zur Leipziger Buchmesse 2010.
Die DZB produzierte im vergangenen Jahr 20 eigene Zeitschriften in insgesamt 40 verschiedenen Ausgaben. Nach umfangreichen Bemühungen ist es gelungen, für die Zeitschrift "Schachbrücke" eine neue Redakteurin zu finden. Damit kann die Herausgabe der mit 50 Jahren ältesten Blindenzeitung in Deutschland fortgesetzt werden. "HörZu-Fon" nennt sich der TV- und Radio-Programminformationsservice, der via Telefon abonniert werden kann. Der neue Dienst bietet mehr Sender, höhere Aktualität und mehr Informationen zu den Sendungen als die beiden im DAISY-Format angebotenen Zeitschriften. Aus diesem Grund wurde zum Jahreswechsel 2010 die aufwändige Herstellung der CD-Programminformationen eingestellt. Leider gab es 2009 einige Probleme bei der Datenanlieferung und Stabilität der Telefondienstleistung. An der Verbesserung des Angebotes wird jedoch gearbeitet und es ist davon auszugehen, dass 2010 diese neue Form der Programminformationen sich endgültig etablieren kann.
Besonderes Highlight in der Zeitschriftenherstellung war die Vorbereitung des neuen Angebots für Kinder und Jugendliche durch die Kooperation mit dem Verlag Gruner + Jahr. Die Kinderzeitschrift GEOlino erscheint ab 2010 in Voll- und in Kurzschrift und löst die Zeitschrift Kinderland ab. Das Magazin NEON für junge Erwachsene wird ab 2010 in vollem Umfang der Druckfassung als DAISY-Ausgabe erscheinen und löst die Zeitschrift Ketchup ab.
Es gibt also neue Aufgaben für die Produktionsbereiche des Hauses. Was die Titelproduktion 2009 angeht, so konnten ca. 70.500 Seiten übertragen und 208 neue Werke in der Abteilung Blindenschrift fertig gestellt werden. In der Druckerei/Buchbinderei wurden über 4.300 neue Bände Blindenschrift für den Verlag und die Bibliothek gefertigt. Im vergangenen Jahr wurden in den Studios 142 neue Hörbuchtitel aufgesprochen und 640 analoge Werke ins DAISY-Format gebracht.
Begonnen hat die Produktion in den beiden neuen Studios, in denen Sprecher ohne Aufnahmeleiter belletristische Werke sowie Zeitschriftenartikel auflesen. Die Mehrproduktion im Bereich Hörbuch führt natürlich auch zu einem größeren Speicherplatzbedarf, da erwies es sich als ein guter Zeitpunkt, dass die DZB mit ihren beiden Anträgen auf Finanzierung von Investitionen aus dem Konjunkturpaket II Erfolg hatte. Die Puma 7, eine Punziermaschine der aktuellsten Generation, ermöglicht jetzt die Erweiterung der Zeitschriften und Schulbuchproduktion in der Druckvorstufe der Blindenschriftproduktion und ein modernes Großspeichersystem SAN (Storage Area Network) sichert seit Herbst 2009 die anfallenden Produktionsdaten aller Fachbereiche.
Nicht nur die Eigenproduktion trägt dazu bei, dass die Festplatten in der Hörbücherei voller werden. Die unter dem Dach MEDIBUS zusammengeschlossenen Blindenschriftbibliotheken im deutschen Sprachraum hatten sich zum Ziel gesetzt, dass zum Ende der Kassettenausleihe 30.000 DAISY-Titel verfügbar sind. Dieses Ziel wurde erreicht und auch die Umstellung aller Hörer auf das praktische digitale Format erfolgte ausnahmslos zum 31.12.2009 in allen deutschen Hörbüchereien. Zum Jahreswechsel zählten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB-Hörbuchausleihe 11.372 DAISY-Titel im Bestand ihrer Bibliothek. Das sind 2.519 mehr als 12 Monate zuvor. Die Punktschriftbibliothek wuchs dank Eigenproduktion, der Übernahme von Titeln aus dem Altbestand der Stuttgarter Einrichtung und der Übernahme aus anderen Blindenschriftverlagen um 1.147 auf 15.274 Werke.
Die Ausleihzahlen waren noch nie so hoch wie 2009. Insgesamt über 180.600 Ausleihen sprechen eine deutliche Sprache, was das Interesse an Literatur angeht. Davon sind noch 31.700 Kassettenwerke und schon über 136.000 DAISY-Ausleihen zu nennen. Die Anzahl der Punktschriftausleihen ist ebenfalls leicht gestiegen, ebenso stieg erneut die Nachfrage an verschiedensten Musiknotenwerken, die vom DaCapo-Team hergestellt wurden. Die Anzahl der Bibliotheksnutzer ist im vergangenen Jahr erneut um ca. vier Prozent gestiegen. Insgesamt sind jetzt 9.113 (+ 359) Blinde und Sehbehinderte aus ganz Deutschland Leserin und Leser der Hör- und Punktschriftbibliothek.
Das Interesse an der WBB, der wissenschaftlichen Bibliothek des Blindenwesens, ist Dank ihrer verstärkten Internetpräsenz und der zahlreichen Studien- und Diplomarbeiten gestiegen. Derzeit sind 614 Periodika und 4.868 Monografien recherchierbar, das sind 207 mehr als im vergangenen Jahr. Mit der Unterstützung der Sächsischen Landes- und Universitäts-Bibliothek in Dresden gelang es, 120 Bände aus dem Altbestand der WBB, die aus dem 19. Jahrhundert stammen und dringend restauriert werden mussten, zu entsäuern und ihren Bestand damit zu sichern. Gleichzeitig begannen die Arbeiten zur Digitalisierung dieser historischen Drucke, die auf diese Art und Weise schrittweise allen Studierenden und Forschern zur Verfügung gestellt werden können.
Aufgabe von Bibliothekaren ist es heute, so sagen es die Spezialisten selbst, nicht nur umfassend zu Themen im Bereich Literatur zu vermitteln, sondern die Nutzer auch zu beraten, wie sie an Informationen über das Wissen der Welt im allgemeinen Sinne gelangen können. Sie sind daran interessiert, qualifizierter als große Internetsuchmaschinen auf Anfragen reagieren zu können und die Nutzer gezielter zu beraten.
Seit über zehn Jahren existiert ein besonderer Beratungsdienst für Anwender der Computertechnik für Blinde und Sehbehinderte. 2009 war für LOUIS-Mitarbeiter Ulrich Jander (Leipziger Online Unterstützungs- und Informationsservice für Sehgeschädigte) noch einmal ein besonderes DAISY-Jahr, in dem nicht nur durch die Verfügbarkeit vieler neuer Abspielgeräte ein hoher Informationsbedarf bei den Umsteigern von Kassette auf digitale Angebote zu verzeichnen war. Unterstützung fand er dabei durch die Mitarbeiterinnen in der Hörbücherei, im Verkaufsbereich und der Öffentlichkeitsarbeit, aber auch durch das DAISY-Mobil-Team, das ehrenamtlich in vielen Einsätzen landauf und -ab vom Förderverein der DZB organisiert Abspielgeräte vorstellte und Fragen beantwortete. "Dankeschön Kassette - hallo DAISY" hieß es im September auf dem Anwenderforum von DAISY2009. Elke Dittmer, Vorsitzende von MEDIBUS, und Mitglied des Vorstands Dr. Thomas Kahlisch läuteten anschaulich die letzten 100 Tage der guten alten Hörkassette ein, in dem sie ein extra von den Mitarbeiterinnen der Buchbinderei/Druckerei gefertigtes Maßband abschnitten und eine überdimensionale Kassette in Ehren zu Grabe trugen.
Seit 1.1.2010 werden Nutzerinnen und Nutzer aller deutschen Hörbüchereien ausschließlich mit CDs im DAISY-Format beliefert. Dank des im Dezember des vergangenen Jahres abgeschlossenen Gesamtvertrages von MEDIBUS mit der VG Wort ist der Weg nun frei, in den nächsten Jahren die Entwicklungen für einen medienfreien Verleih von Hörangeboten über das Internet zu entwickeln. Dies bedeutet, konsequent neue Wege zu gehen und diese so auszugestalten, dass sie von jedermann auch begangen werden können.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Brian Moore: "Schwarzrock"

Angelika Müller
[Punktschriftbibliothek]
Brian Moore wurde 1921 in Belfast geboren und starb 1999 in Kalifornien. Als Sohn eines irischen Chirurgen und Nationalsozialisten wurde er streng katholisch erzogen. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Sanitäter und nach dem Krieg arbeitete er für das UN-Hilfswerk in Polen und begann Reportagen zu schreiben. 1948 wanderte er aus Irland aus und wurde kanadischer Staatsbürger.
Historischer Hintergrund von "Schwarzrock" sind die Bekehrungsbestrebungen französischer Jesuiten mit Hilfe angeheuerter Indianer. Der Roman gewährt einen faszinierenden Einblick in die Welt der nordamerikanischen Ureinwohner. Das frühe 17. Jahrhundert wird vom Autor sehr gut recherchiert, es wird beschrieben wie die Jesuiten in den französischen Teil Nordamerikas kamen, um die sogenannten "Wilden" zur höheren Ehre Gottes zu bekehren und zu taufen. Im Inhalt der Handlung wird dem Leser das absolute Nichtverstehen zwischen den Indianern und den Europäern verdeutlicht.
Ein junger Priester macht sich auf den Weg nach Neu-Frankreich, um den Indianern den christlichen Glauben zu vermitteln. Für ihn sind die Indianer arme "Heiden" die Gottes Hilfe benötigen. Doch ohne die Hilfe Einheimischer kann er die weitentfernte Missionsstation nicht erreichen. Er lässt sich auf eine lange und abenteuerliche Reise ein. Mit kleinen Kanus der Einheimischen geht es in Richtung Norden. Von den Indianern wird der Priester in seinem schwarzen Gewand scherzhaft "Schwarzrock" genannt. Geprägt ist er von europäischen Gesellschaftsformen und auch Verboten. Die Indianer stehen im Gegensatz zu dieser Einstellung und gehen ohne Scham ihren Trieben nach und erscheinen sehr lebensfroh. Die erotischen Passagen sind fern jeder Lüsternheit gestaltet. Doch zunächst wird diese Offenheit von ihm abgelehnt , aber es entsteht allmählich eine gegenseitige Faszination.
Mit seinen Begleitern gerät er auf der Reise zur Missionsstation in die grausame Welt der Irokesen.
Das Leben in der Wildnis wird im Roman in aller Schönheit beschrieben, aber auch in aller Härte. Die tiefe Religösität und auch die grausamen Praktiken der Indianer regen sehr zum Nachdenken an.
1 Bd., rkzp., BNA 8025
Weitere Titel von Brian Moore im Punktschriftbestand
Titel von Brian Moore als Hörbuch

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Bernard-G. Landry: "Gefährliche Freundschaft"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Das Buch wurde 1966 im Verlag Volk und Welt zu Berlin veröffentlicht.
Es ist die bittere Geschichte eines französischen Kleinbürgers namens Louis Vincent, der stets auf das große Erlebnis wartet und aus menschlichem Unbefriedigtsein, Geltungssucht und politischer Ignoranz in die Abhängigkeit einer der OAS verbundenen Geheimorganisation gerät, die für diese im Jahre 1961 Plastikbomben herstellt.
Sein Leben verläuft in Mittelmäßigkeit. Als kleiner Bürochef ist er nur ein Rädchen in der Maschinerie der Gesellschaft - an der Seite einer allzu braven Frau lebend, sehnt er sich vergeblich nach dem großen amourösen Abenteuer. Da bringt die Einladung eines entfernten Bekannten Unruhe in sein Dasein. Eine geheimnisvolle Organisation bemüht sich um seine Mitarbeit. Vincents Wünsche auf politische Karriere, vor allem aber auf einen außerehelichen Zeitvertreib scheinen in Erfüllung zu gehen. Ehe er sich versieht, wird aus dem kleinen Büroangestellten der Handlanger einer gefährlichen Verbrecherclique.
Als Louis den wahren Charakter seiner "Freunde" erkennt und ihm die Verwerflichkeit seines Tuns bewusst wird, ist es zu spät für ihn.
Die Organisation armée secrète (OAS) war eine französische Untergrundbewegung während der Endphase des Algerienkriegs. Sie wurde im Winter 1960/1961 von Offizieren und Generälen gegründet, die den Verbleib der französischen Departments Algerien bei Frankreich mit militärischen Mitteln erzwingen wollten. Das Zeichen der OAS war das Keltenkreuz, der Wahlspruch lautete "L'Algérie française". Die OAS war systematisch in drei Flügel gegliedert: in einen politischen, militärischen und propagandistischen. Ihre Absicht bestand darin, angesichts der sich abzeichnenden und von den Amerikanern unterstützten Sezession Algeriens das Land durch Militäraktionen zu befrieden und gleichzeitig zu der wichtigsten politischen Interessenvertretung der französischen Patrioten in Algerien aufzusteigen. Die Gewaltakte gegen Muslime sollten zu einer Gewalteskalation auf allen Seiten führen und so die auf Beschwichtigung ausgerichtete Algerienpolitik de Gaulles sabotieren. Die OAS hegte die Hoffnung, die bevorstehende Unabhängigkeit auf diese Weise doch noch abwenden zu können. Die Hauptleidtragenden waren die Algerier: Mehrere Tausend fielen den Aktionen der OAS zum Opfer (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie).
Die Mittel, derer sich Landry bedient, ähneln der eines Unterhaltungsromans, wohl weil er in seiner Heimat breite Schichten des Bürgertums für die Thematik des Romans gewinnen wollte. In einer Fülle von Reflexionen, aber auch mit recht naturalistischen Mitteln zeichnet der Autor ein überzeugendes Bild eines charakterschwachen Menschen.
Mit diesem Buch hat der Autor das erregende Bild einer Zeit gezeichnet, in der reaktionäre Militärs und politische Abenteurer in Frankreich eine Herrschaft der Gewalt und des Terrors zu errichten suchten.
Sprecher: Hans Gora. 436 Minuten. 1 CD DAISY 1879

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Autorenportrait

Jerome D. Salinger: "Der Fänger im Roggen"

Susanne Siems
Jede Zeit hat ihre Bücher. Während mein Sohn noch vor wenigen Jahren mit Harry, Ron und Hermine im Internat in Hogwarts spannende Abenteuer erlebte, machten meine Eltern in ihrer Kindheit mit Tom und Huckleberry Finn den Mississippi unsicher. Bei mir war es einer, der drei Tage durch New York streunte, Holdon Caulfield hieß und eine Heimat suchte zwischen Kindheit und Erwachsenenland. Bekannt wurde er als der "Fänger im Roggen", der Ende der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts das Lebensgefühl einer ganzen Generation verkörperte.
Sein literarischer Vater, der amerikanische Schriftsteller Jerome David Salinger, starb im Januar 2010 im Alter von 91 Jahren. Anlass für uns, sein Schaffen und seine Person in einem Autorenporträt zu würdigen.
1919 in New York geboren, begann Salinger bereits während seiner Ausbildung an der Valley Forge Military Academy zu schreiben. Auch als Herausgeber der Kadettenzeitschrift Crossed Sabres (Gekreuzte Säbel) versuchte er sich. Salinger studierte an einem College in Pennsylvania und an der Columbia Universität in New York, verließ beide aber ohne Abschluss. Stattdessen verfasste er Film- und Theaterkritiken, arbeitete als Kolumnist und 1940 schließlich erschien seine erste Kurzgeschichte.
Ab 1942 zerstörte der Krieg dieses fruchtbringende und relativ ruhige Leben, denn Salinger nahm aktiv am Zweiten Weltkrieg in Frankreich teil, u. a. war er auf amerikanischer Seite bei der deutschen Ardennenoffensive dabei. Trotz der Schrecken des Krieges gab es in dieser Zeit eine Begegnung, die sehr erfreulich für Salinger gewesen sein dürfte. In Paris traf er Ernest Hemingway und der damalige Kriegskorrespondent sprach von dem großen Talent des jungen Schriftstellers. Nach dem Krieg war Salinger in psychotherapeutischer Behandlung. Das seelisch Zerstörende des Krieges wird fortan in seinem literarischen Werk immer wieder zur Sprache kommen, stellvertretend sei hier die Kurzgeschichte "Ein herrlicher Tag für Bananenfisch" genannt, die 1948 erschien. Gerade diese Geschichte hat mich sehr bewegt, sie ist in dem Band "Neun Erzählungen" enthalten. Hans Lanzke hat das Buch für die Hörbücherei der DZB aufgesprochen.
1951 dann der Roman, mit dem sein Autor Kultstatus erlangen sollte - "The catcher in the rye" - "Der Fänger im Roggen". Holden Caulfield ist sechzehn und das vierte Mal von der Schule geflogen. Das Internat in Pencey hat er nach einem Streit mit seinem Zimmerkumpel Stratwater fast panikartig verlassen. Als Sohn reicher Eltern ist Geld nicht sein größtes Problem. Er fährt mit dem Zug aus dem Vorort in die City von New York und sucht dort nach Menschen, die seinem ziellos dahintreibenden Dasein wieder einen Sinn geben. Da er aber nur auf Unverständnis trifft, rutscht er immer tiefer in die Verzweiflung. Er spürt, dass die Erlebnisse der Kindheit nur noch Erinnerungen und Träume sind, dass die Welt der Erwachsenen aber durchaus nicht das ist, was er sich für sein zukünftiges Leben wünscht. Sinnvoll kann er sich sein Leben nur als der Roggenfänger vorstellen. Der Fänger im Roggen ist eine Figur aus einem Gedicht von Richard Burns. Dieser Mann steht in einem Roggenfeld, in dem Kinder fangen spielen. Neben dem Feld ist ein Abgrund, die Kinder laufen Gefahr, beim Spiel abzustürzen. Der Fänger im Roggen greift möglichst viele von ihnen, um sie vor dem Abgrund zu bewahren.
Nicht allein die Handlung, macht die Faszination dieses Romans aus. Die Sprache des jugendlichen Helden, seine schnoddrige Art, das Coolsein nach Außen und die innere Wärme sind es, die mich wie auch Millionen anderer Leser seit der deutschen Erstveröffentlichung 1954 in Bann gezogen haben. Kritische Stimmen sagen, die deutsche Übersetzung sei geschönt, durch die Bearbeitung von Heinrich Böll zu literarisch ausgefallen. Der wirkliche Zauber des Buches erschließe sich nur beim Lesen des amerikanischen Originaltextes. Mögen die Leser der Punktschriftbibliothek sich anhand der übertragenen Ausgabe des Verlages Volk und Welt aus dem Jahr 1965 selbst ein Bild machen. Die Hörbuchausgabe wurde von Manfred Schmidt sehr gut gelesen. Die englische Ausgabe, in Zürich aufgesprochen, kann ebenfalls in der Hörbücherei ausgeliehen werden.
Mir erscheint Holden Caulfield mit seiner Erlebnis- und Gefühlswelt sehr real und nah. Er passt sehr gut zu der Sehnsucht, die die meisten von uns wohl in sich tragen, der Sehnsucht, nie ganz erwachsen werden zu müssen.
Nach der Erstveröffentlichung dieses Romans gab es einen Riesenrummel. Die Kritik war begeistert, man feierte den Autor. Zunehmend abgestoßen von dieser Art von Publicity zog sich Salinger nach 1954 konsequent aus dem öffentlichen Leben zurück. Er bekannte offen, dass er schreibe für sich selbst, nicht für irgendeine Berühmtheit oder für den Leser. So sind nach diesem großen Roman auch nur noch wenige Erzählungen veröffentlicht worden. Geschrieben hat er dennoch sein ganzes Leben, Schreiben war für ihn leben an sich. Ich sage nicht: schade, dass es nur diesen einen großen Roman von ihm gibt. Qualität ist nicht mit Masse gleichzusetzen, ein gutes Buch wiegt oft mehr als ein Lebenswerk, dass nach Regalmetern gemessen werden kann.
Salinger in der Punktschriftbibliothek
Salinger in der Hörbücherei

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Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ging 2004 dieser Frage nach. Wir nennen Ihnen die ersten 100 Plätze. Titel, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir ausführlicher vor.

Rang 21: Joanne K. Rowling: "Harry Potter und der Orden des Phönix"

Beim "Orden des Phönix" handelt es sich um den 5. Band der Abenteuer des Zauberlehrlings, es ist nunmehr das zweite Buch aus der sieben Teile umfassenden Reihe, das uns in der Aufzählung der Lieblingsbücher der Deutschen begegnet. Übertroffen wurde es lediglich vom ersten Teil "Harry Potter und der Stein der Weisen" auf Platz 9 der Liste.
"Harry Potter and the Order of the Phoenix" entstand zwischen 2000 und 2003 und wurde am 21. Juni 2003 in englischer Sprache veröffentlicht. Die Erstauflage umfasste beim britischen Bloomsbury-Verlag 2,5 Millionen und beim amerikanischen Scholastic-Verlag 8,5 Millionen Exemplare. Und: Es ist das erste englischsprachige Buch, das es auf Platz 1 der deutschen Bestsellerliste geschafft hat.
Mit 766 Seiten in der britischen bzw. 1022 Seiten in der deutschen Ausgabe ist der "Orden des Phönix" das umfangreichste Werk der Reihe. Die lizenzierte deutsche Ausgabe erschien am 8. November 2003 beim Carlsen Verlag mit einer Startauflage von zwei Millionen Stück.
Warum hat nun ausgerechnet der fünfte Band die Bände 2, 3 und 4 in der Lesergunst überholt? Nun, ein Grund mag sein, dass die Umfrage des ZDF, auf der die Liste der "Lieblingsbücher" basiert, 2004 stattfand, also kurz nachdem der "Orden des Phönix" erschienen war. Der Lese-eindruck war frisch und Band 6 war noch nicht erschienen.
Weiterhin sollte man nicht vergessen, dass jeder der sieben Bände ein Schul- und Lebensjahr von Harry Potter beschreibt, beginnend kurz vor seinem elften Geburtstag. Mit dem fünften Band sind wir damit in den Kreisen der 15-16-Jährigen gelandet, also bei pubertierenden Adoleszenten und (zumindest nach dem Dafürhalten der Betroffenen) den Kinderschuhen entwachsen. Von Band zu Band zieht die Autorin immer stärkere Register. "Der Orden des Phönix" war das bisher dunkelste Buch der Reihe, das psychologischste, es geht flotter, rabiater und schlagfertiger zu. Was in der Summe wahrscheinlich zur Folge hatte, dass sich nun auch mehr umfragerelevante Erwachsene für das Buch interessiert haben. Gleichzeitig versuchte Rowling aber auch, die jüngeren Leser bei der Stange zu halten: das "All-Age-Buch", die Lektüre für jedes Alter, ist mittlerweile ein gängiger Begriff. Man kann also davon ausgehen, dass der "Orden des Phönix" damals tatsächlich sehr viele Leser hatte. Es ist gleichzeitig zu vermuten, dass das Umfrageergebnis heute anders lauten würde - soviel zu Objektivität und allgemeinem Wert von Umfragen.
Worum geht es nun eigentlich in "Harry Potter und der Orden des Phönix"? Das Zauberministerium leugnet die Rückkehr des Lord Voldemort. Harry, mittlerweile ein 15-jähriger Teenager, soll zum Schweigen gebracht werden. Doch er und die Mitglieder des geheimnisvollen Ordens des Phönix stellen sich dem Kampf gegen das Böse.
Natürlich sind alle Folgen der Harry-Potter-Romane in unserer Bibliothek vorhanden. Weniger bekannt ist vielleicht die Tatsache, dass Joanne K. Rowling auch noch Texte verfasst hat, die sie gewissermaßen den dicken Romanen an die Seite stellt. Der neueste Titel heißt "Die Märchen von Beedle dem Barden", schon früher erschienen sind "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" sowie "Quidditch im Wandel der Zeiten" - auch Harrys Schulbücher genannt. Diese bieten wir übrigens Punktschriftlesern auch zum Kauf an, ebenso die ersten drei Harry-Potter-Bände.
Harry Potter in der DZB
[Quelle: Das Buch der 1000 Bücher : Werke, die die Welt bewegten ; Autoren und Entstehung, Inhalt und Wirkung. Mannheim : Bibliographisches Institut, 2005 ; Kindlers Literatur-Lexikon / hrsg. von Heinz Ludwig Arnold. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2009 ; www.wikipedia.de]

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

DAISY-Gerätetechnik und ihre aktuelle Betriebsversion

Ulrich Jander
Immer wieder werden Fragen von DAISY-CD-Nutzern an mich gestellt, wenn Hörbücher oder Zeitschriften gar nicht oder nur ansatzweise bzw. lediglich zum Teil abgespielt werden. Die Erfahrung zeigt, dass Ursache für solche auftretenden Fehler eine ältere Betriebsversion des Gerätes sein kann. Hat man eine Aktualisierung vorgenommen, kann eventuell alles wieder ordentlich abgespielt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass bei jeglichem auftretenden Problem die aktuelle Betriebsversion Abhilfe schafft. Jedoch dürfte es sich immer lohnen, die Aktualisierung der Betriebsversion vorzunehmen, bevor man auf Grund von Problemen das Gerät zur Überprüfung und Reparatur einschickt.
Die Aktualisierung der Betriebsversion kann von jedem Nutzer eines DAISY-Gerätes vorgenommen werden. Bei einem CD-Gerät, wie Victor oder Plextalk, benötigt der Nutzer eine CD, bei Speicherkartengeräten ist jeweils eine SD-Speicherkarte nötig, in jedem Fall müssen auf dem Medium die Datei bzw. Dateien für die Aktualisierung vorhanden sein.
Das DAISY-Gerät muss an die Steckdose angeschlossen werden, ganz gleich, welche Kapazität der Akku hat. Die SD-Karte mit der Aktualisierung ist in das Speicherkartengerät einzuschieben. Dann wird das Kartengerät bzw. der DAISY-CD-Spieler eingeschaltet; in den CD-Spieler ist jetzt die CD mit der Aktualisierung einzuschieben. In jedem Fall, ganz gleich ob Kartengerät oder CD-Spieler, ist nun einfach abzuwarten. Die Aktualisierungsdateien werden gesucht, es ertönt auch die Ansage, dass eine neue Betriebsversion gefunden worden ist (in Deutsch, aber manchmal auch in Englisch). Man muss jetzt nur warten, ca. eine bis drei Minuten. Wenn die Aktualisierung abgeschlossen ist, ertönt dies akustisch im Lautsprecher des Gerätes. In aller Regel schaltet sich das DAISY-Gerät automatisch aus und sofort wieder ein. Bei den Kartengeräten wird nach kurzer Einstellungsphase die neue Betriebsversionsnummer angesagt. Bei den CD-Spielern ertönt die Ansage, dass die Aktualisierung erfolgreich beendet ist, die CD wird automatisch ausgeworfen. Damit ist der Aktualisierungsvorgang bei den DAISY-Geräten beendet; die Ausnahme bildet der BookSense, ein SD-Speicherkartengerät, bei dem die Aktualisierung über einen Menüpunkt im Gerät angeschoben werden muss.
Zu jeder Zeit, sowohl vor als auch nach der Aktualisierung, kann die Versionsnummer des Betriebssystems abgefragt werden. Dies geschieht durch Betätigen der Informationstaste, die sich bei jedem Gerätetyp an einer anderen Stelle befinden kann bzw., gerade bei Kartengeräten, sich an unterschiedlichen Stellen des Funktionsmenüs finden lässt. Die zum jetzigen Redaktionsschluss aktuellen Versionsnummern der Betriebssysteme der DAISY-Geräte führe ich in unten stehender Aufstellung gerätetypbezogen an.
Eine Aktualisierung der Betriebsversion auf CD oder als Dateien für eine Speicherkarte können Sie bei Ihrem Hilfsmittelhändler erbitten. Wenn Sie möchten, biete ich Ihnen als Serviceleistung das Zusenden einer CD mit der Aktualisierung oder das Kopieren der erforderlichen Dateien auf eine Speicherkarte, die Sie mir zuschicken müssten, an. Möglich für Sie ist aber auch, wenn Sie Internetanschluss zur Verfügung haben, das Herunterladen der erforderlichen Dateien, das Auspacken dieser und das Brennen auf eine leere CD oder das Kopieren auf eine Speicherkarte. Die dafür notwendigen Angaben möchte ich Ihnen nachfolgend in einer Aufstellung für alle DAISY-Geräte geben. Aufgeführt werden die Adressen der Internetseiten, die konkrete Gerätebezeichnung, die zum jetzigen Redaktionsschluss aktuelle Versionsnummer des Betriebssystems und die konkrete Dateibezeichnung sowie Dateigröße.
Geräte von Plextalk
Internetadresse: http://www.plextalk.com/in/download.html
Victor-Geräte von Humanware
Internetadresse: http://www.humanware.com/en-canada/support (mit einer Übersicht aller Produkte, u.a. auch der Victor-Familie mit all ihren Geräten und Gerätegruppen mit ihren jeweiligen Links)
Milestone (SD-Speicherkartengeräte von Bones, Schweiz)
Internetadresse: http://www.bones.ch/bones/pages/ger/support/support.html (für alle drei Milestone-Geräte mit weiterführenden Links)
Tomboy (SD-Speicherkartengerät von Caretec)
Internetadresse: http://www.marland.de/footer/downloads/
BookSense von HIMS (Südkorea) (SD-Speicherkartengeräte)
Internetadresse: https://www.handytech.de/de/normal/service/downloads/andere-produkte/him/index.html#2321 (Zeilenwechsel beachten)
Ich wünsche Ihnen, dass Ihr DAISY-Gerät mit diesen Aktualisierungen noch besser und sicherer funktioniert. Für Fragen bzw. Anliegen stehe ich Ihnen natürlich, wie immer, in der DZB gern zur Verfügung.

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Info-Service

Restexemplare Relief-Wandkalender

Restexemplare des DZB-Reliefwandkalenders 2010 "Historische Handwerkszeichen" sind ab sofort zu einem reduzierten Preis von 10,- EUR pro Stück erhältlich (nur solange der Vorrat reicht).
Tel.: 0341 7113-119, E-Mail: verlag@dzb.de

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Ausstellungen im Frühjahr 2010

Katja Lucke
Wenn der meteorologische Frühling Einzug hält, ist der Bücherfrühling nicht mehr weit: Vom 18. bis 21. März findet in Leipzig wieder die Buchmesse statt. Zum nunmehr zehnten Mal präsentiert die DZB sich und ihre Angebote an einem eigenen Stand. In diesem Jahr haben die Mitarbeiter der ältesten deutschen Leihbücherei für Blinde gleich drei neue Highlights dabei: Erstmalig wird den Messebesuchern das Buch "Aktive (häusliche) Fußgymnastik" von Dr. med. Renate Wolansky in drei Editionsformen präsentiert - als Blindenschriftversion mit Reliefabbildungen, als Großdruck und als DAISY-Volltextversion. Für die jüngsten Messebesucher ist das Kinderbuch "Der Maulwurf und die Zahlen" zum Erlernen der Zahlen, mit lustigen Reimen und farbig unterlegten Reliefabbildungen. Das dritte Highlight in dieser Trilogie ist das DAISY-Buch "Hinter Aphrodites Augen" von Jennifer Sonntag, das sich mit den Themen Schönheit und Ästethik beschäftigt. Der Messestand der DZB befindet sich in Halle 3, am Stand B305.
In einer Tandemlesung unter dem Titel "Hinter Aphrodites Augen - Mut zur Schönheit" mit Jennifer Sonntag und Heike Herrmann zeigen die beiden Autorinnen, dass blinde Frauen sehr bewusst ihre ganz persönliche Definition von Weiblichkeit und Erotik leben und dass ihre Wahrnehmungsfähigkeit einen sehr sinnlichen Umgang mit dem Schönheitsbegriff ermöglicht. Die Lesung findet am 19. März, 20 Uhr in den Räumen der DZB statt.
Am 23. April ist es wieder soweit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest. Um bei Kindern das Interesse und die Begeisterung für das Lesen zu wecken, wird unter anderem das Buch "Ich schenk dir eine Geschichte" kostenlos verteilt. Um auch blinde Schüler an dem Lesefest teilhaben zu können, überträgt die DZB, mit Unterstützung ihres Fördervereins, das Buch in Blindenschrift und versendet es kostenfrei an die Blindenschulen deutschlandweit.
Vom 28. bis 30. April findet wieder die größte Fachmesse in Deutschland für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel, die "Sight City" statt. Berufsbildungswerke, Hilfsmittelanbieter, Verlage sowie Vereine und Verbände informieren über neueste Techniken und Hilfsmittel, geben Hilfestellung und präsentieren ihre Angebote. Auch in diesem Jahr stellt die DZB, an einem Gemeinschaftsstand mit der Westdeutschen Hörbücherei und Medibus, ihre neuesten Bücher aus, zeigt ihre Verkaufsangebote und beantwortet Fragen jeglicher Art. Interessierte Besucher finden die Mitarbeiter der DZB am Stand E1.

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"GEOlino" und "NEON"

Für Kinder und Jugendliche gibt es seit Januar 2010 zwei neue Zeitschriften in der DZB, die in Zusammenarbeit mit dem Verlag Gruner + Jahr produziert werden.
"GEOlino"
Das Erlebnisheft für Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren, bietet jeden Monat eine bunte Themenvielfalt aus Natur, Tierwelt, Technik, Menschen und Kulturen. Alle Kinder, die lesen, staunen, lernen und Spaß haben wollen, finden hier spannende Reportagen, interessante Berichte, lebendige Geschichten, knifflige Rätsel und ein Papierrelief als Titelblatt.
Die Zeitschrift erscheint monatlich in Blindenvollschrift und -kurzschrift und kostet im Jahresabonnement 19,20 €.
"NEON"
Die Zeitschrift richtet sich an junge Leute zwischen 20 und 35 Jahren und berichtet unterhaltsam-informativ über gesellschaftliche und politische Themen, Beruf und Karriere, Partnerschaft und Sexualität, Modetrends, Reisethemen und Popkultur.
Von Reportagen, die kritisch über gesellschaftliche Zustände berichten, über interessante Interviews mit Persönlichkeiten aus der Musik- und Filmszene bis hin zu Reiseberichten - "NEON" trifft genau den Nerv junger Leute, beleuchtet ihren Alltag und beschreibt ihr Lebensgefühl.
"NEON" erscheint monatlich in vollem Umfang der Print-Ausgabe auf CD-DAISY und kostet im Jahresabonnement 19,20 €.
Interessenten erhalten auf Anfrage ein kostenloses Probeexemplar sowohl der "NEON" als auch der "GEOlino".
Ihre Bestellung richten Sie bitte an:
Tel.: 03417113-120
E-Mail: verlag@dzb.de

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8. Deutsche Hörfilmpreis-Verleihung

Bekannte Schauspieler, Regisseure und Filmemacher aber auch blinde und sehbehinderte Menschen sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik schreiten am 23. März 2010 in Berlin über den roten Teppich zur 8. Deutschen Hörfilmpreis-Verleihung.
Aus 13 nominierten Hörfilmproduktionen wird die Jury die Sieger auswählen. Zu den nominierten Beiträgen gehören 2010 unter anderem preisgekrönte Filme wie das spanische Drama "Zerrissene Umarmungen", "Der Vorleser" mit Kate Winslet und dem deutschen Shootingstar David Kross oder der Fantasy-Film "Krabat".
Alle nominierten Hörfilme sowie weitere Informationen zum Deutschen Hörfilmpreis finden Sie unter www.deutscher-hoerfilmpreis.de.

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Kalender von Kindern mit Behinderung 2011

BSK-Malwettbewerb: "Draußen in der Natur" startet
Gleich zu Beginn des neuen Jahres startet das große Malprojekt für Kinder mit Körperbehinderung. "Draußen in der Natur" lautet diesmal das Thema des Wettbewerbs, an dem sich wieder Kinder mit einer Körperbehinderung im Alter von 6 bis 13 Jahren beteiligen können. Das Bild sollte ausschließlich im Hochformat DIN A 4 gemalt werden. Bitte keine Bleistiftzeichnungen und Collagen einsenden. Aus den Einsendungen wählt die Jury des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. zwölf Monatsbilder und ein Titelbild für den Kalender "Kleine Galerie 2011" aus. Der Einsendung sollen neben dem Originalbild mit Titelangabe auch ein kurzer Steckbrief und ein Foto des Künstlers/der Künstlerin (kein Passbild) beiliegen. Alle eingereichten Bilder bleiben Eigentum des BSK e.V.
Einsendungen bis 5. April 2010 an: BSK e.V., "Kleine Galerie", Altkrautheimer Straße 20, 74238 Krautheim.
Alle weiteren Infos und den Steckbrief für die Teilnahme unter www.bsk-ev.org/Kleine-Galerie-2011 oder telefonisch unter: 06294 428143.

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Neuigkeiten von Tandem-Hilfen e.V.

Tandem-Wochenende am Senftenberger See
Zwei geführte Tandem-Touren, Start Familienpark Großkoschen.
Deutschland per Tandem entdecken - Senftenberger Seenland
5 geführte Tandem-Touren und 1 Busausflug; Veranstaltungsort: Wassersportzentrum Senftenberger See.
Veranstalter:
Tandem-Hilfen e.V. und aktiv-tours
Eckhard Hoika
Straße zur Südsee 1
01986 Senftenberg/OT Großkoschen
Telefon: 03573 810333
Mobil: 0162-1537194
E-Mail: aktiv-tours@gmx.de
Internet: www.radlershuttle.de

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Autorallye für Blinde und Sehbehinderte

Die diesjährige Autorallye für Blinde und Sehbehinderte findet am 12. Mai 2010 auf dem Gelände der Neuen Leipziger Messe statt. Beginn ist 10:00 Uhr.
Anmeldung bis zum 03. Mai 2010 bei:
Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.,
Kreisorganisation Landkreis Leipzig
Markt 1
04683 Naunhof
Tel.: 034293 42149
Fax: 034293 42172

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Info Recht

Aus: "DBSV-direkt"
Krankenkasse muss DAISY-Player bezahlen
Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (L 5 KR 146/09) hat den Anspruch eines gesetzlich Krankenversicherten auf die Ausstattung mit einem DAISY-Player durch seine Krankenkasse bestätigt.
Hintergrund dieses zweitinstanzlichen Urteils war ein für den Betroffenen negatives Urteil des Sozialgerichtes Koblenz (S 8 KR 485/06), gegen welches dieser die Berufung eingelegt hatte. Hatte das Koblenzer Gericht noch ausgeführt, dass eine Ausstattung nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot entspräche, da mit diesem Gerät nur speziell im DAISY-Format aufbereitete Informationen zugänglich gemacht werden könnten, so ließ das Landessozialgericht bei weltweit über 128.000 produzierten Titeln keinen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Klargestellt hat es auch, dass es sich bei DAISY-Playern unzweifelhaft um Hilfsmittel im Sinne von § 33 SGB V und damit um Gebrauchsgegenstände des alltäglichen Lebens und keinesfalls nur um aufgerüstete CD-Abspielgeräte handle.
Krankenkasse muss Einkaufsfuchs bezahlen
Lt. Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (AZ.: L 4 KR 17/08) muss die Krankenkasse einem Blinden die sprechende Einkaufshilfe bezahlen.
Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschied: Der Einsatz des Einkaufsfuchses dient dem Ausgleich der bestehenden Sehunfähigkeit. Der alleinstehende Kläger profitiert davon nicht nur beim Einkauf, sondern auch bei der täglichen Zubereitung der Mahlzeiten.
Der Einkaufsfuchs fördert damit die Unabhängigkeit des Blinden von fremder Hilfe in vielen Lebensbereichen. Die Krankenkasse muss die dreitausend Euro zahlen.

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Erfolgsmeldung aus der Welt der Normen

Aus: "DBSV-direkt"
Vor allem sehbehinderte Menschen und Senioren mit nachlassendem Sehvermögen dürfen sich freuen, denn erstmals gibt es eine DIN-Norm, die Kontraste im öffentlichen Raum regelt. Der DBSV hat 15 Jahre lang dafür gekämpft, dass die Norm DIN 32975 "Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung" nun in Kraft treten konnte. Sie regelt Kontrastgrenzwerte, Beleuchtung, Größe von Informationselementen und Schriftzeichen sowie das Verhältnis, in dem diese Werte stehen müssen, um eine möglichst gute Wahrnehmbarkeit zu erreichen.
Weitere Infos zur "Kontraste-Norm" unter www.kontraste.dbsv.org.

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Orientierungsveranstaltung

Jährlich bietet das Studienzentrum für Sehgeschädigte des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) blinden und sehbehinderten Oberstufenschülern und Schulabsolventen eine bundesweite Orientierungsveranstaltung an.
Über drei Tage können Fragen zu Studienmöglichkeiten, Studienorten, fachlichen Anforderungen, studentischem Wohnen, Orientierung/Mobilität und vor allem zu spezifischen pädagogischen und technischen Unterstützungen im Studium diskutiert werden.
Die Teilnahme an der Veranstaltung vom 10. bis 12. Mai 2010 ist kostenfrei! Unterkunft und Anfahrt müssen von den Teilnehmern selbst getragen werden. Eine Liste von Hotels und Pensionen wird den Teilnehmenden rechtzeitig zugeschickt.
Eltern bzw. Begleitpersonen wird ein gesondertes Programm geboten. Dieses kann über das SZS angefordert werden. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Anmeldung und weitere Informationen:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Susanne Schneider
Engesserstr. 4
76131 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-2760
Fax: 0721 608-2020
E-Mail: susanne.schneider@kit.edu
http://www.szs.kit.edu
Anmerkung der Redaktion
Die CD DAISY enthält im Verzeichnis "OPhase" neben diesem Aufruf eine Vorschau auf den Ablaufplan und eine Vorlage für das Anmeldeformular.

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16. International Camp on Communication & Computers

Wo können sehbehinderte und blinde Jugendliche Computerkenntnisse erwerben oder vorhandene Kenntnisse ausbauen? Welche Hard- und Software gibt es für sie? Wo können sie spezielle Tipps und Tricks lernen und sich untereinander austauschen?
Das ICC vermittelt einen praxisbezogenen Zugang zur Informations- und Kommunikationstechnologie unter Einsatz aktuellster Hilfsmitteltechnik für Sehgeschädigte. Kommuni-kative Kompetenzen und Schlüsselfertigkeiten werden gefördert. Die Verbesserung der Chancengleichheit im Blick auf die spätere Studien- und Berufswahl soll erreicht werden.
Eine kleine Auswahl aus ca. 40 angebotenen Workshops sind: Internet, Music and Computers, Office, Programming, Computer Games, Studying abroad, ICC-Newspaper, Relaxation Techniques, Communication skills und vieles mehr.
Die Teilnehmer aus 15 Ländern verständigen sich in der Campsprache Englisch. Ein attraktives landestypisches Freizeitprogramm erleichtert das Kennenlernen von Land und Leuten und fördert das grenzüberschreitende Zusammenwachsen im Sinne eines gemeinsamen Europas.
Dieses Jahr findet das von der Universität Karlsruhe (TH) in Zusammenarbeit mit der Universität Linz veranstaltete 16. ICC in Kastri, nahe bei Athen/Griechenland statt.
Das ICC wird von der Europäischen Kommission und verschiedenen nationalen und internationalen Förderern unterstützt. So zahlen Teilnehmende 400 Euro für Verpflegung, Workshops, Betreuung und Unterkunft pro Camp-Woche. Die Fahrtkosten fallen gesondert an.
Termine:
Informationen und Anmeldung:
Karlsruher Institut für Technologie
Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Angelika Scherwitz-Gallegos
Engesserstr. 4, 76131 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-4832, Fax: 0721 608-2020
http://www.szs.kit.edu/

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Aufruf des DBSV: Hilfe für Haiti

"DBSV-direkt"
Auch Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti bleibt die Lage im Katastrophengebiet weiter angespannt und unübersichtlich. Die Zahl der Todesopfer wird mittlerweile auf 200.000 geschätzt; den Überlebenden mangelt es buchstäblich an allem: Essen, sauberes Wasser, Medikamente - das Land steht vor dem Nichts.
Naturkatastrophen betreffen alle. Für Menschen mit Behinderungen dürfte das Erdbeben in Haiti jedoch besonders schlimme Auswirkungen haben, da sie im Bereich humanitärer Nothilfe zu den am stärksten vernachlässigten Bevölkerungsgruppen gehören. Die Bedürfnisse behinderter Menschen werden in den Evakuierungsplänen in der Regel nicht berücksichtigt. Der Zugang zu Nothilfemaßnahmen ist beschränkt. Rollstühle, Blindenstöcke, Prothesen und andere Hilfsmittel, die ein selbstständiges Fortbewegen ermöglichen, sind beschädigt oder zerstört. Ohne Unterstützung durch die Familie, Kirche oder Gemeinde sind behinderte Menschen außerstande, für sich selbst zu sorgen und fallen Infektionskrankheiten und Unterernährung schnell zum Opfer.
Das Präsidium des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) hat mit großer Bestürzung und tiefer Betroffenheit Kenntnis von dem Verlust der vielen Menschenleben in Haiti erhalten und ist in tiefer Sorge um das ungewisse Schicksal der blinden und sehbehinderten Menschen im Erdbebengebiet. Um zu gewährleisten, dass diese beim Wiederaufbau des Landes nicht vergessen werden, ruft das DBSV-Präsidium zu Spenden auf. "Angesichts der Schwere der Katastrophe und der insbesondere für unsere Brüder und Schwestern zu befürchtenden schlimmen Auswirkungen ist rasches Handeln geboten", sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann. "Ich rufe Sie daher auf, für Haiti zu spenden und mit Ihrem Beitrag dafür zu sorgen, dass die blinden und sehbehinderten Menschen wieder Zugang zu Bildung und Rehabilitation erhalten."
Über die Weltblindenunion hat der DBSV erfahren, dass die verheerenden Erdstöße auch die in der Nähe des zerstörten Präsidentenpalastes gelegene Blindenschule St. Vincent zum Einsturz gebracht haben. Unter den Toten sind blinde Schüler, Angehörige und Lehrer zu beklagen. Auch die Gebäude des Haitianischen Blindenverbandes sind schwer beschädigt. Nach Einschätzung der Weltblindenunion besteht der dringendste Bedarf derzeit an sofortigen Nothilfemaßnahmen. Hier kann die Selbsthilfe keinen Beitrag leisten, weil dies die Aufgabe der großen nationalen und internationalen humanitären Hilfsorganisationen ist. Sobald die Menschen mit Medikamenten und dem Allernotwendigsten jedoch versorgt sind, beginnt der Wiederaufbau des Landes. Hier will der DBSV mit Ihren Spenden zur Wiederherstellung des Blindenwesens, der Rehabilitationseinrichtungen und Blindenschulen in Haiti nachhaltig dazu beitragen, den blinden und sehbehinderten Überlebenden zu ermöglichen, erneut ein Leben in Würde aufzubauen.
Ihre Spenden erbitten wir unter dem Kennwort "Hilfe für Haiti" auf folgendes Konto: Bank für Sozialwirtschaft, Kto.-Nr. 3 273 303 (BLZ: 100 205 00). Bei Spenden ab 200 Euro erteilen wir automatisch eine Spendenquittung.

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: CD DAISY 7,68 €, Blindenkurzschrift 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten.
Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: verlag@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen
Tel.: 0341 7113-120
Spenden
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Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto 1 100 830 010
DZB 2010

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