DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 3 – 2010

Mai / Juni

20. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Einblicke

Staatsministerin übergibt Welttagsbuch an blinde Schülerin | libreka! unterstützt Aufbau einer globalen Bibliothek für blinde und sehbehinderte Menschen

Grußwort

Die Öffentlichkeitsarbeit in "neuen bewährten" Händen

Wie war das damals?

Vor 100 Jahren: I. Deutscher Blindentag in Dresden

Die Kramkiste

Alphonse Daudet: "Briefe aus meiner Mühle"

Elisabeth Schulz-Semrau: "Liane und ihr Baby"

Lieblingsbücher der Deutschen

Thomas Mann: "Der Zauberberg"

LOUIS

Die Bibel, das Alte und Neue Testament, mit mehreren Ausgaben und Suchfunktion auf CD-ROM

Info-Service

Rückblick: Buchmesse

Vorschau I: Fachmesse

Vorschau II: Tag der offenen Tür

Gleisbauarbeiten im Goerdelerring

Tagungsband DAISY2009

Unitag der TU Dresden - die Arbeitsgruppe Studium für Blinde und Sehbehinderte stellt sich vor

Sozialrechtsberatung für Menschen mit Behinderung jetzt auch beim BSK e.V.

Erster Tag des Blindenfußballs

"Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger"

Tandem-Termine

Impressum

Vorbemerkung

Nun ist es ja doch irgendwie Frühling geworden! Ganz im Einklang mit den wärmenden Temperaturen und frischen Energien bauen wir die Organisationsstruktur der DZB etwas um, damit wir effektiver arbeiten und unsere Dienstleistungen für Sie weiter verbessern können. Nähere Erläuterungen dazu liefert Christiane Felsmann in der Rubrik "Einblicke".
Dass die Umstrukturierung nicht das Einzige ist, was uns umtreibt, belegt der Besuch unserer Staatsministerin Frau Prof. Dr. Dr. Sabine Freifrau von Schorlemer anlässlich des Welttages des Buches in der DZB. Das Grußwort der Staatsministerin und die diesbezügliche Presseerklärung, in der außerdem die Rede von einer Kooperation zwischen der DZB und der E-book-Plattform libreka! ist, finden Sie unter der Rubrik „Einblicke“.
Weiterhin widmet sich Dr. Werner Uhlig in einer historischen Betrachtung unter „Wie war das damals?“ dem I. Deutschen Blindentag in Dresden vor 100 Jahren. Und Ulrich Jander schlägt in „LOUIS“ eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem er das „Buch der Bücher“ in einem elektronischen Format vorstellt.
Im „Info-Service“ schließlich berichtet Katja Lucke von den neuen Visitenkarten des Leipziger Oberbürgermeisters und macht Sie auf einige interessante Termine aufmerksam. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist sicher der Hinweis zum diesjährigen „Tag der offenen Tür“ der DZB.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse

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Einblicke

Staatsministerin übergibt Welttagsbuch an blinde Schülerin | libreka! unterstützt Aufbau einer globalen Bibliothek für blinde und sehbehinderte Menschen

Übergabe des Buches "Ich schenk dir eine Geschichte" durch Staatsministerin von Schorlemer an blinde Schülerin / Kooperation im Rahmen des Projekts "Leibniz" der DZB mit der E-Book-Plattform libreka!, die Daten zur Erstellung von blinden- und sehbehindertengerechten Büchern liefert (Pressemitteilung)
Anlässlich des Welttages des Buches besuchte die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Prof. Dr. Dr. Sabine Freifrau von Schorlemer, am 23. April 2010 die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB). Während einer Führung durch die Produktions- und Servicebereiche der Leipziger Institution zeigte sie sich begeistert von der hohen Qualität der Bücher, die in der ältesten Leihbücherei für Blinde produziert werden.
Im Anschluss daran übergab die Staatsministerin das diesjährige Welttagsbuch "Ich schenk dir eine Geschichte" an die Siebtklässlerin Lisa-Maria Holland von der hiesigen Wladimir-Filatow-Schule.
Um auch blinden und sehbehinderten Schülern die Teilhabe an dem Lesefest anlässlich des Welttages des Buches zu ermöglichen, überträgt die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) das Welttagsbuch in Blindenschrift. Bereits zum vierten Mal unterstützte die DZB durch großzügige Finanzierung des Fördervereins "Freunde der DZB e.V." diese Aktion und verschickte das Buch an interessierte Schulen deutschlandweit. Damit steht es am gleichen Tag wie für sehende Kinder auch nichtsehenden Bücherwürmern zur Verfügung. Erstmals wurde das Buch in diesem Jahr nicht nur als gedrucktes Medium in Voll- und Kurzschrift angeboten, sondern auch als digitales E-Book. Auf diese Weise macht die DZB Literatur einem noch größeren Kreis an Menschen, die Gedrucktes nicht lesen können, zugänglich.
Gleichzeitig teilt die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig mit, dass sie in ihrer Arbeit zukünftig von der E-Book-Plattform libreka! unterstützt wird. Im Rahmen des Projektes "Leibniz" fördert libreka! den Aufbau einer umfassenden und globalen Bibliothek für blinde und sehbehinderte Menschen. libreka! stellt der DZB künftig digitalisierte Buchdaten zur Verfügung, aus denen die DZB blinden- und sehbehindertengerechte Titel im Braille- oder DAISY-Format produziert. Die Titel werden dann in der Blindenbibliothek der DZB zugänglich gemacht. Voraussetzung für die Weiterleitung von Buchdaten ist die Zustimmung der jeweiligen Partner-Verlage von libreka!.
"Als zentraler Partner der Buchbranche engagiert sich libreka! dafür, dass blinde und sehbehinderte Menschen künftig leichter Zugang zu Bildung und Wissen erhalten. Ich hoffe, dass möglichst viele Verlage die DZB aktiv unterstützen und ihre Titel zur Verfügung stellen", sagt Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, die libreka! betreibt.
"Nur ein Bruchteil der rund 100.000 Titel, die jährlich erscheinen, sind auch für Sehbehinderte und Blinde aufbereitet. Die Kooperation mit libreka! ist ein wichtiger Schritt, das Angebot der in der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen (MEDIBUS) zusammengeschlossenen Bibliotheken deutlich auszubauen", sagt Thomas Kahlisch, Direktor der DZB.
Verlage, die das Projekt unterstützen möchten, unterzeichnen hierfür einen Kooperationsvertrag mit der DZB. Darin wird geregelt, welche der in libreka! eingestellten Titel des Verlags der DZB bereitgestellt werden. Die Daten der genannten Titel werden dann von libreka! an die DZB weitergeleitet und dort in für sehbehinderte und blinde Nutzer geeignete Formate umgewandelt.
Im Zentrum des Projekts "Leibniz" der DZB steht die Umsetzung der gesellschaftlichen Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen im beruflichen und akademischen Umfeld. In den nächsten drei Jahren wird ein universelles Werkzeug entwickelt, um später jedem Nutzer der DZB dringend benötigte Fachinformationen so zur Verfügung zu stellen, wie es seinen individuellen Bedürfnissen und Wünschen entspricht. Zentrales Ziel ist der Aufbau einer globalen Bibliothek für Menschen, die gedruckte Informationen nicht lesen können. Das Projekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Hintergrund: Über die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Seit über hundert Jahren ist es die Aufgabe der DZB Leipzig, Literatur und Informationen in blinden- und sehbehindertengerechter Form zu erstellen und anzubieten. Sie ist die älteste öffentliche Leihbücherei für Blinde in Deutschland. Punktschriftliteratur wurde hier von Beginn an produziert und verlegt.
Die Bibliothek bietet Bücher in Blindenschrift und im digitalen Hörbuchformat DAISY in allen literarischen Genres an. Im Verlag werden vielfältige Produkte in Blindenschrift und als Relief sowie im DAISY-Format angeboten.

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Grußwort

Grußwort der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer, anlässlich der Veranstaltung "Die Zukunft des Buches barrierefrei" am 23. April 2010, dem UNESCO-Welttag des Buches, in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig
Sehr geehrter Herr Dr. Kahlisch,
sehr geehrter Herr Pöhler,
sehr geehrter Herr Professor Lokatis,
sehr geehrter Herr Imsieke,
sehr geehrter Herr Doubrava,
liebe Schülerinnen und Schüler der Wladimir-Filatow-Schule,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB,
liebe Gäste,
meine sehr verehrten Damen und Herren!
Als Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen begrüße ich Sie alle sehr herzlich zu dieser Veranstaltung aus Anlass des UNESCO-Welttages des Buches unter dem Motto "Die Zukunft des Buches barrierefrei".
Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der Führung durch das Ephraim-Carlebach-Haus, den Staatsbetrieb "Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig", die ich heute zum ersten Mal besuche - liegt doch die DZB im Geschäftsbereich des von mir geführten SMWK.
Herzlichen Dank, Herr Dr. Kahlisch, Ihnen und Ihren Mitarbeitern für Ihre engagierte Führung durch das Haus. Die Herstellung von Braille-Schrift mit Punziermaschinen, die Produktion von Hörformaten schriftlicher Informationen für ein "Digital Accessible Information System" mit dem hübschen Namen DAISY im eigenen Tonstudio oder die Relief-Anfertigung von gemeinhin visuellen kulturellen Inhalten, damit sich Bildtafeln auch durch den Tastsinn erfassen lassen - dies alles ist doch neu, bestimmt auch faszinierend, wenn man selbst gewohnt ist, sich die kognitive Welt über das Lesen von Büchern und Zeitschriften "in Schwarzschrift" zu erschließen.
Meine Damen und Herren, mit Ihrem Motto "Die Zukunft des Buches barrierefrei" öffnen Sie den Blick auf ein in wachsendem Maße wichtiges Thema, mit dem wir in unserer alternden Gesellschaft angesichts des demografischen Wandels möglicherweise in Zukunft in stärkerem Maße als bisher umzugehen haben. Schließlich begegnen viele von uns im Laufe ihres Lebens der zunehmenden Einschränkung ihrer Seh-Fähigkeiten, gegen die man sich nicht immer durch herkömmliche Hilfsmittel behelfen kann.
Das Thema wird uns aber auch in der Perspektive globaler Verantwortung in der Zukunft intensiver beschäftigen, wenn wir an die Millionen Menschen denken, die in anderen Teilen der Welt von Sehbehinderung und Blindheit betroffen sind.
Was hat es mit dem "Welttag des Buches und des Urheberrechts" auf sich? Die UN-Organisation für Kultur und Bildung, die UNESCO, hat 1995 den 23. April zum weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren erklärt. Eine europäische Region hat dabei Pate gestanden, denn die UNESCO hat sich von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Heiligen Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Der 23. April ist auch als der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes und als Geburtstag des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halldór Laxness bedeutsam. Seit 1996 feiern wir den "Welttag des Buches" auch in Deutschland - in Buchhandlungen, Verlagen, aber auch in unseren Schulen und Bibliotheken.
Wenn wir von Barrierefreiheit für Information sprechen und den Betrachtungswinkel auf eine globale Perspektive einrichten, so ist in diesem Zusammenhang freilich die seit dem 26. März 2009 in Deutschland in Kraft getretene Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen besonders hervorzuheben. Dieses internationale Übereinkommen hat zum Ziel, die Chancengleichheit behinderter Menschen zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft zu unterbinden. Stärker als bisher sollen dabei die Menschenrechte gegen unfreiwillige Ausgrenzungen aus Gemeinschaften oder der Gesellschaft entfaltet werden.
Die UN-Konvention verlangt - wie es in ihren Allgemeinen Grundsätzen (Art. 3) heißt - "die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft. (…) Die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit".
Wissen und Kunst für jedermann erfahrbar zu machen ist eine Aufgabe, der sich die Deutsche Zentralbücherei für Blinde schon seit 115 Jahren stellt. Als Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen handelt es sich bei der DZB um ein modernes Kompetenzzentrum für die barrierefreie Aufbereitung von Informationen das es gilt in die Zukunft zu führen.
Ich konnte mich heute persönlich von der Leistungsfähigkeit, Innovativität und vom Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überzeugen. Dank einer geschickten Kombination aus Tradition und Moderne wachsen in der DZB die Leseangebote sehender und nichtsehender Menschen zusammen. Die technischen Innovationen der DAISY-Bücher begeisterten nicht nur die über 300 Experten aus der ganzen Welt zum DAISY-Kongress im September 2009 hier in Leipzig, sie wecken auch verlegerisches und wissenschaftliches Interesse, E-Books und andere Informationsangebote barrierefrei zu gestalten.
Meine Damen und Herren, am Zusammenwachsen des DAISY- und des EPUB-Formates vollzieht sich gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen ganz konkret und verdeutlicht, was die in Deutschland ratifizierte und auch in den Ländern umzusetzende Behindertenrechtskonvention mit "Inklusiver Gesellschaft" bezeichnet.
Wer nicht sehen kann, hat trotzdem großen Spaß am Lesen und gerade die Brailleschrift als Informations- und Kommunikationsmittel trägt dazu bei, dass nichtsehende Menschen Zugang zu Bildung erhalten und beruflich ihre Frau oder ihren Mann stehen können. So ist es sehr zu begrüßen, dass die DZB die Initiative übernommen hat und im Jahr 2011 den Weltkongress "BRAILLE21" in Leipzig ausrichten wird. Die breite internationale und nationale Unterstützung, die sie schon heute für dieses ehrgeizige Projekt erhält, ist Ausdruck der hohen Wertschätzung, die diese sächsische Einrichtung erfährt.
Die DZB hat zu dem heutigen Tag das eigens zum Welttag des Buches von renommierten Kinder- und Jugendbuch-Autoren verfasste Welttags-Verschenkbuch für Kinder "Ich schenk dir eine Geschichte" in Brailleschrift übertragen. 2010 steht das Verschenkbuch ganz im Zeichen von "Freundschaftsgeschichten".
Es ist also schon etwas Besonderes und mir deshalb auch eine große Freude, wenn wir heute dieses Buch in Braille-Schrift an die Wladimir-Filatow-Schule Leipzig verschenken.

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Die Öffentlichkeitsarbeit in "neuen bewährten" Händen

Christiane Felsmann
Im September 2004 wurde mit meiner Einstellung in der DZB erstmals eine Ansprechperson ausschließlich für die Belange der Öffentlichkeitsarbeit engagiert.
Eine vielschichtige und umfangreiche Aufgabe. Geht es doch darum, unser Haus in der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Aufgaben der DZB gesellschaftlich wie politisch zu positionieren. Veranstaltungen im und außer Haus gilt es zu organisieren und durchzuführen. Informationsmaterialien für die Bibliotheken, Projekte und Angebote müssen zeitnah und umfassend erstellt und auch aktualisiert werden. Überdies werden individuelle Anfragen per Mail oder am Telefon beantwortet. Spontan und zeitlich anspruchsvoll sind darüber hinaus journalistische Fragen. Generell erhalten alle Interessierten aktuelle Informationen über den Newsletter bzw. über die Pressemitteilungen des Hauses. Der persönliche Kontakt mit anderen Institutionen, Vereinen und Verbänden ist für unsere Öffentlichkeitsarbeit ein zusätzliches Betätigungsfeld.
Dennoch gibt es noch eine ganze Reihe an Aufgaben - die durchaus auch an die PR-Arbeit grenzen - die bisher kaum Beachtung finden. Um diesen gerecht zu werden, widme ich mich seit dem 01. April 2010 jenen Tätigkeiten. So wird die Entwicklung eines modernen Bibliothek-Marketings unter Berücksichtigung der bedeutenden Aufgaben unserer Bibliotheksarbeit zu meinen künftigen Aufgabengebieten gehören. Arbeitsabläufe sollen effektiver gestaltet und der Service für unsere Nutzer und Kunden verbessert werden. Der Fokus der Arbeit liegt vorerst in der Gestaltung interner Strukturen.
Ich freue mich auf die vor mir liegenden spannenden, aber auch herausfordernden Aufgaben. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen können wir unser Arbeitsumfeld bewusst und kreativ gestalten. Schrittweise und den Arbeitsprozessen entsprechend werden wir spezifische Aufgabenfelder wie auch die Bereiche Dienstleistung und Service stärken.
Die neue PR-Referentin der DZB wird Katja Lucke sein. Sie ist allerdings in dieser Aufgabe auch schon eine bewährte Kollegin. Frau Lucke widmete sich der Öffentlichkeitsarbeit bereits während der einjährigen Elternzeit von Christiane Felsmann.
Sie erreichen unsere PR-Referentin Katja Lucke unter der Rufnummer 0341 7113-131 und per Mail unter katja.lucke@dzb.de.
Christiane Felsmann ist nun unter der Rufnummer 0341 7113-173 und per Mail unter christiane.felsmann@dzb.de zu kontaktieren.

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Wie war das damals?

Vor 100 Jahren: I. Deutscher Blindentag in Dresden

Dr. Werner Uhlig
Ein ganz entscheidender Meilenstein in der Geschichte der Blindenselbsthilfe Deutschlands war der I. Deutsche Blindentag in Dresden. Es war Pfingsten 1909. Da fuhren 236 stimmberechtigte Mitglieder aus deutschen Ortsblindenvereinen nach Dresden, um vom 2. bis 5. Juni über die brennendsten Probleme der deutschen Blinden, insbesondere über die Schaffung eines Reichsverbandes der Blinden im Deutschen Kaiserreich, zu beraten.
Zur Vorgeschichte: Im 19. Jahrhundert war annähernd alles, was für Blinde getan worden ist, von Blindenlehrern oder in ihrer Regie geschaffen worden. Auf dem I. Deutschen Blindenlehrerkongress in Wien im Jahre 1873 hatten die Pädagogen der Blindenanstalten Deutschlands und Österreichs eine gut funktionierende Organisation gegründet, die große nationale und internationale Anerkennung genoss, über ein eigenes Verbandsorgan, den "Blindenfreund", verfügte und im Abstand von jeweils drei Jahren Blindenlehrerkongresse durchführte. Bei Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden ebenso wie bei privaten und kirchlichen Wohlfahrtseinrichtungen galten die Blindenlehrer als die fachlich kompetenten Verhandlungspartner in allen Blindenangelegenheiten, wurden vollauf akzeptiert und allseits in der Öffentlichkeit hoch geachtet. Ab den 1870er Jahren entstanden im Deutschen Reich die ersten Blindenselbsthilfeorganisationen als Ortsvereine. Blinde wollten nun selbst die Regelung ihrer Angelegenheiten in die Hand nehmen. Das war auch bei uns in Sachsen so.
Die ersten beiden Ortsblindenvereine hier sind die "Blindenvereinigung Leipzig", gegründet am 17.10.1892, und der "Verein der erwerbtreibenden Blinden von Leipzig und Umgegend", gegründet am 22.6.1901. Es folgten der "Verein der Blinden in Dresden und Umgegend", gegründet am 8.10.1901, der "Westsächsische Blindenverein", Sitz Crimmitschau, gegründet am 19.11.1902 (das war ein regionaler Verein, denn er erfasste außer Crimmitschau auch die Städte Werdau, Mylau, Netzschkau, Reichenbach, Meerane, Glauchau, Lichtenstein, Lößnitz, Waldenburg, Callenberg, Hohenstein-Ernstthal und Zwickau), der christliche Dresdner Blindenverein "Trost im Leid", gegründet am 12.10.1904, der "Verein der Blinden in Bautzen und Umgegend", gegründet am 3.9.1905, der "Verein der Blinden von Freiberg und Umgegend", gegründet am 1.10.1905, der "Ortsblindenverein Eilenburg", gegründet im Januar 1907, und der "Verein der Blinden von Zwickau und Umgegend", gegründet am 8.4.1908.
In den nunmehr bereits neun kommunalen bzw. regionalen Blindenvereinen wurde bald erkannt, dass wirksame Interessenvertretung der Blinden bei dieser Struktur nur auf Teilgebieten und auch nur sehr differenziert möglich war.
Was aber die einzelnen Ortsvereine miteinander verband, das waren die im Grunde überall gleichen Zielstellungen, nämlich die dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen für Blinde. Wollte man vorwärtskommen, dann mussten die Selbsthilfegruppen koordiniert Einfluss auf Sozialgesetzgebung gewinnen. Auf Grund der föderalistischen Struktur Deutschlands erfolgte auch damals Sozialgesetzgebung auf Landes- und Reichsebene. Es mussten also Vertretungskörperschaften der Blinden auf Landes- und Reichsebene geschaffen werden, wollte man über lokale Grenzen hinauskommen.
Mit neun Blindenvereinen nahm Sachsen unter den deutschen Ländern beim Aufbau der Blindenselbsthilfe damals den ersten Platz ein. Um eine von der Öffentlichkeit im Deutschen Kaiserreich respektierte Interessenvertretung der Blinden zu schaffen, bot es sich an, eine gleichberechtigte Partnerschaft mit den Blindenlehrern aufzubauen.
Dieses Ansinnen jedoch stieß damals bei den Blindenpädagogen auf Ablehnung. Nachdrücklich fand das seine Bestätigung auf dem Hamburger Blindenlehrerkongress im Jahre 1907. Mit dem Ziel, vielleicht doch noch zu gleichberechtigter Zusammenarbeit zwischen Blindenselbsthilfe und Blindenlehrern zu kommen, nahm eine Delegation von sechs Vertretern verschiedener Ortsblindenvereine an diesem Kongress teil. Es waren die Herren Nathan und Falius vom Blindenverein Hamburg, Tiebach vom "Allgemeinen Blindenverein Berlin", Vierling und Baron vom "Verein der Blinden in Dresden und Umgegend" und Röger vom "Westsächsischen Blindenverein".
Die Vorschläge und Anträge dieser Delegierten der Blindenvereine wurden von den Blindenlehrern aber regelrecht abgeschmettert, z. T. mit ausgesprochen demagogischen Argumenten. Hier ein Beispiel dafür.
Einer der angesehenen Blindenpädagogen, der sich in der Berichterstattung als "ungenannter Kongressteilnehmer" bezeichnete, schrieb:
"Man reagierte unfreundlich auf den Vorstoß, den die Blinden als geschlossene Vereinigung unternahmen, um … den Blindenlehrern ihre Ansichten … als Richtschnur für die Erziehung der Gesamtheit der Blinden aufzuzwingen."
Doch in die Schulangelegenheiten wollten sich die Vertreter der Blindenselbsthilfevereine ja gar nicht einmischen. Sie wollten die hundert Jahre währende Vormundschaft der Blindenlehrer gegenüber den Blinden überwinden, die innerhalb und außerhalb der Blindenanstalten, also quasi lebenslänglich, ausgeübt wurde, und sie wollten, dass die erwachsenen Blinden selbst als gleichberechtigte Partner in einer konstruktiven Zusammenarbeit bei allen Blindenangelegenheiten anerkannt werden.
Johann Nathan, der blinde Organist an der Hamburger Kreuzkirche, begründete das Anliegen der Blindenvereine in seinem Diskussionsbeitrag ganz anders als vom "ungenannten Kongressteilnehmer" unterstellt. Nathan sagte:
"Wenn die Verhandlungen und Beschlüsse der Kongresse sich in den Grenzen der Schule und des Schulwesens hielten, so würde es mir nicht eingefallen sein, für das Stimmrecht der Blinden einzutreten. Aber die Tatsache steht fest, dass die Beschlüsse, die hier gefasst werden, tief, sehr tief auch in das Leben der erwachsenen Blinden eingreifen. … Wir haben von manchen Beschlüssen des Kongresses lediglich die Kosten zu tragen. Es sind das oft sehr viele Kosten, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Sie beschließen und können die Tragweite der Beschlüsse für die erwachsenen Blinden nicht kennen."
Es blieb also 1907 alles beim Alten. Die Blindenlehrer waren nicht bereit, ihre Monopolstellung in Blindenangelegenheiten aufzugeben, und die Fronten zwischen den Lehrern und den Blindenvereinen hatten sich eher noch verhärtet. Es war an der Zeit, dass etwas geschah.
"Nach Beendigung des Hamburger Kongresses lud Dr. Sommer, der, selbst auch blind, eine höhere Privatschule in Bergedorf bei Hamburg eingerichtet hatte, die blinden Kongressteilnehmer dorthin ein. Hier wurde der Gedanke einer selbstständigen Blindentagung erwogen. Der blinde Verlagsbuchhändler F. W. Vogel, Hamburg, griff den Gedanken energisch auf, und der Dresdner Vertreter Vierling erklärte sich bereit, die erste Tagung dieser Art in Dresden vorzubereiten."
Es wurde Kontakt zu den Blindenvereinen in Deutschland und Österreich aufgenommen, und die Vorsitzenden der Ortsblindenvereine in Hamburg, Dresden, Berlin, Breslau und Wien bildeten den vorbereitenden Ausschuss für den I. Deutschen Blindentag. Herr Falius vom Hamburger Blindenverein verfasste und unterzeichnete den Aufruf zum Blindentag in Dresden, und von der Verlagsbuchhandlung F. W. Vogel wurde dieser Aufruf gedruckt und verbreitet.
Doch nun wurde Widerstand gegen die aufstrebende demokratische Blindenselbsthilfebewegung inszeniert. Überall in der Tagespresse erschien im Sommer 1908 die Einladung zu einem Blindenkongress in Hannover. Organisiert hatte das im Alleingang der bei einem Manöver erblindete Hauptmann Luthmer aus Hagenau im Elsass. Als konservativer Monarchist wollte er ein Gegengewicht zur demokratischen Blindenbewegung schaffen, war jedoch mit dieser Absicht zum Scheitern verurteilt. Zwar hat die Tagung in Hannover stattgefunden, konnte aber die Vorbereitung des Dresdner Blindentages nicht aufhalten.
1. Tag
Vor mehr als 300 Teilnehmern - unter den Gästen viele sächsische Blindenlehrer - eröffnete ein hoher Staatsbeamter der sächsischen Landesregierung die dreitägige Veranstaltung. Dresden 1909 war nicht mehr Hamburg 1907. Die Chemnitzer und Leipziger Blindenlehrer hatten erkannt, dass es für das Jubiläum "Hundert Jahre Blindenbildung in Sachsen" gar kein besseres Forum hätte geben können als den Dresdner Blindentag. Eine informative Ausstellung empfing die Tagungsteilnehmer. In Bild und Schrift wurde gezeigt, dass Sachsen als erstes der deutschen Länder 1873 die Schulpflicht für blinde Kinder einführte, dass es ab 1862 in Hubertusburg die erste deutsche Vorschuleinrichtung für blinde Kinder gab und ab 1888 in Königswartha eine Hilfsschule für Blinde. Das Moritzburger Gesellenheim mit Werkstätten, die Chemnitzer Blindenanstalt, die Leipziger Blindenanstalt und die Deutsche Zentralbücherei für Blinde waren zu sehen.
Die Themen dieses Tages galten den drängenden Problemen blinder Handwerker und Berufsmusiker. Eine große Rolle spielten dabei Diskussionen um das Für und Wider von Genossenschaften des Blindenhandwerks und die Gründung einer Zentrale für die Beschaffung von Noten in Blindennotenschrift.
2. Tag
Da ging es um wichtige Anliegen blinder Frauen und Akademiker. Die Blindenanstalten wurden aufgefordert, Unterricht für Hauswirtschaft und weibliche Handarbeiten in ihr Ausbildungsprogramm aufzunehmen.
Der Schwerpunkt der Debatten blinder Hochschullehrer bestand im Erfahrungsaustausch darüber, welche Fachrichtungen an Universitäten und Hochschulen für befähigte Blinde am erfolgversprechendsten sind und welche lieber gemieden werden sollten.
Zu einem besonderen Ereignis wurde das unerwartete Erscheinen und Auftreten des Hauptmanns Luthmer. Als kaisertreu und deutsch-national missbilligte er den sozialdemokratischen Geist des Dresdner Blindentages und verurteilte die Anwesenheit von Blinden aus Österreich und der Schweiz unter den Gästen. Damit provozierte Luthmer lautstarke Empörung der Tagungsteilnehmer und verließ unter Protest den Saal.
3. Tag
Der letzte Tag war dem Hauptanliegen der Veranstaltung vorbehalten, der Schaffung einer deutschen Blindenselbsthilfeorganisation auf Reichsebene. Das grundlegende Referat dazu hielt Martin Ritz aus Mainz. Sein Thema lautete: "Die Organisation der Vereine der Blinden zu Verbänden und zu einem Bunde". Zu diesem Referat beschlossen die Delegierten einen Antrag, in dem es heißt: "Der I. Deutsche Blindentag in Dresden beschließt, dass ein Bund von Blindenvereinen in Deutschland gegründet werden soll."
Mit der Berufung einer Arbeitsgruppe für die erforderlichen Vorarbeiten endete der Dresdner Blindentag.
1912, auf dem II. Deutschen Blindentag in Braunschweig, ist der Reichsdeutsche Blindenverband geschaffen worden.
[Quelle: beim Autor]

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Alphonse Daudet: "Briefe aus meiner Mühle"

Susanne Siems
Punktschriftbibliothek
Sicher haben Sie Ihr Urlaubsziel für dieses Jahr schon geplant, liebe Leserinnen und Leser. Aber vielleicht kommt meine Empfehlung ja für das nächste Jahr zurecht oder Sie gehören sogar zu den Kurzentschlossenen. Wobei das wiederum nicht so recht zum Stil des Buches passen möchte, das ich Ihnen heute für die Lektüre empfehle. Kommen Sie mit auf eine Reise nach Frankreich, und zwar in das südliche Frankreich. Wenn Sie es ganz genau wissen möchten, wir reisen in die Provence. Ja, die Provence, das ist der Landstrich, wo wohl scheinbar alles nach Lavendel, Orangenbäumen und Rosmarin duftet. Ich war selbst auch noch nicht dort, aber eine leise heimliche Sehnsucht zieht mich dorthin, und nachdem ich Alphonse Daudets "Briefe aus meiner Mühle" gelesen habe, wird es wohl auch nicht mehr allzu lange dauern, dass ich zumindest einen Versuch starte, meine Sehnsucht zu stillen.
Alphonse Daudet, dieser französische Schriftsteller aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, pflegte einen heiter-ironischen Stil, mit dem er die häufige Bitternis der Realität zu beschreiben suchte. Das Leben der provenzalischen Menschen des 19. Jahrhunderts wird dem Leser mit sehr poetischen und heiteren Schilderungen nahegebracht. Es handelt sich nicht wirklich um Briefe und der Schelm Daudet, wie wir ihn später in seinem berühmten Roman über Tatarin von Tarascon treffen, hat diese Erzählungen auch niemals in der Provence, sondern in Paris verfasst. All die beschauliche Zurückgezogenheit in eine alte Mühle ist also ein bisschen mit Abstand und gesunder Skepsis zu betrachten.
So schön manche Dinge klingen, wenn man sie voll Poesie beschreibt, die Wirklichkeit ist trotzdem oft nicht weniger hart und schonungslos. Die "Briefe" haben sehr unterschiedlichen Charakter, viel Sagen- und Märchenmaterial wird verwendet, so zum Beispiel in der Erzählung "Die Ziege des Herrn Seguin". Eine weiße Ziege verlässt ihr sicheres Gehege bei Herrn Seguin, um die saftigen und nach Abenteuer duftenden Wiesen in den Bergen zu erkunden. Der Wolf lauert schon, die Ziege kämpft eine ganze Nacht lang gegen ihn und im ersten Morgendämmern unterliegt sie und wird vom Wolf gefressen. Auch tragische Erlebnisse der bäuerlichen Wirklichkeit werden in den Erzählungen beschrieben, so zum Beispiel die Geschichte eines jungen Bauern, der sich wegen einer unglücklichen Liebe zu einem Mädchen aus der Stadt vom Heuboden stürzt und stirbt. Über allen Erzählungen liegt dieser feine ironische, aber auch fast zärtliche Ton, bei dem man Daudets Liebe zu Landschaft und Menschen spürt. In der Literaturwissenschaft wird das als literarischer Impressionismus bezeichnet, sozusagen eine verschwommene Abbildung der Realität. Es ist für mich auch nicht verwunderlich, dass hinter diesem anmutigen, bildhaft verspielten Stil ein strenger Wille zu Form und Struktur steht. Nur allzu oft begegnet es uns doch in der Kunst und anderswo, dass Dinge, die durch ihre offensichtliche Leichtigkeit bezaubern, nur mit großer Anstrengung und Willenskraft hervorgebracht wurden.
Am Ende möchte ich noch einmal auf das Reiseziel Provence kommen. Wenn Sie nicht die Möglichkeiten haben, in die Provence zu reisen, vielleicht ist es auch verlockend, im Garten zu sitzen, die Sonne zu spüren, neben sich ein Kräuterbeet mit Lavendel und Rosmarin und auf dem Schoß ein gutes Buch. Freuen würde ich mich, wenn es das hier Vorgestellte wäre. Vielleicht aber auch ein anderes von Daudet oder eben das, was gerade zu Ihrer Stimmung passt.
Folgende Titel Daudets können Sie in der DZB ausleihen:
Punktschrift

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Elisabeth Schulz-Semrau: "Liane und ihr Baby"

Jana Waldt
Hörbücherei
Die aus Königsberg stammende Autorin Elisabeth Schulz-Semrau hat neben zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern auch andere Romane, darunter "Suche nach Karalautschi", in dem sie über die Stadt ihrer Kindheit erzählt, geschrieben. Nach der Wende hat sie weitere Bücher über Königsberg veröffentlicht, die aber in der DZB nicht erhältlich sind.
In "Liane und ihr Baby" geht es um die 15-jährige Liane, die nach einem mit ihrem Freund verbrachten Wochenende feststellt, dass sie schwanger ist. Weil Timm sich aber in den letzten Wochen von ihr etwas zurückgezogen hat, verschweigt sie es ihm.
Elisabeth Schulz-Semrau beschreibt in ihrem Buch, wie hin- und hergerissen Liane ist: Soll sie das Kind bekommen? Wie soll sie es ihrer Mutter beibringen? Die Eltern sind geschieden und Mutter hat einen neuen Freund. Was wird sie sagen?
Sie vertraut sich schließlich ihrer Oma an, die sehr liebevoll und ohne Vorwürfe auf sie eingeht. Als sie es schließlich schweren Herzens ihrer Mutter beichtet, bricht für die eine Welt zusammen. Sie kann nicht verstehen, warum Liane sich ihr ganzes Leben verbauen will und drängt auf eine Abtreibung. Dies lehnt Liane aber entschieden ab. Schließlich arrangieren sich alle mit der Situation. Sogar Lianes kleine Schwester bietet ihre Hilfe an, wenn das Baby da ist. Auch Timms Eltern werden eingeweiht. Sie sind ebenfalls nicht begeistert, versprechen aber Unterstützung. Timm hält sich zurück, kann mit der Situation nicht umgehen.
Als Sue, so heißt Lianes Baby, dann geboren ist, versteht Liane langsam, was ihre Mutter meinte, als sie sagte, sie solle das ganze nicht unterschätzen. Die Wohnung ist eng, aber Sue hat ihr Plätzchen. Lianes Mutter hilft zwar, nimmt ihr aber nicht die ganze Verantwortung ab. Liane fühlt sich teilweise etwas überfordert - wenn da Oma nicht wäre. Die hat eine Idee …
Elisabeth Schulz-Semrau erzählt Lianes Ängste und Nöte psychologisch sehr einfühlsam.
Auch wenn das 1988 erschienene Buch für Leserinnen ab 13 Jahren empfohlen wird, können es gern auch ältere Hörerinnen hören. Vielleicht kennt es die eine oder andere noch aus Ihrer Jugend?
Gelesen wird das Hörbuch von Bettina Riebesel. Sie fühlt sich gut in die Stimmungen ein.
Sie können "Liane und ihr Baby" unter Bestellnummer 6701 als DAISY-Hörbuch ausleihen.
Wir haben von Elisabeth Schulz-Semrau noch folgende Hörbücher im Bestand, die Sie demnächst ebenfalls als DAISY-Hörbücher ausleihen können:
In Blindenkurzschrift sind folgende Titel von ihr erhältlich:

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Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ging 2004 dieser Frage nach. Wir nennen Ihnen die ersten 100 Plätze. Titel, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Platz Nr. 22: Thomas Mann: "Der Zauberberg".

Thomas Mann: "Der Zauberberg"

Dass dieser Roman direkt vor Margaret Mitchells "Vom Winde verweht" landet, ist schon bemerkenswert, handelt es sich doch einerseits um eine vergleichsweise sehr anspruchsvolle Lektüre, und andererseits denkt man ja, dass sich das Bildungsbürgertum nicht gerade danach drängelt, an Umfragen teilzunehmen …
"Der Zauberberg" (Erstausgabe Berlin 1924) gehört zu den meistbeachteten Romanwerken Manns. Nach dem Erscheinen mischte sich große Bewunderung mit Kritik, vor allem an der Intellektualität des Romans, der Philosophie, Theologie, Medizin, Psychoanalyse und anderes ausgiebig verhandelt. Das Buch wird als groß angelegtes geistiges Panorama der Vorkriegszeit und des Endes einer ganzen bürgerlichen Kultur verstanden.
Der Romancier, Erzähler und Essayist Thomas Mann wurde am 6. 6. 1875 in Lübeck geboren und starb am 12. 8. 1955 in Kilchberg bei Zürich. Thomas Mann ist der Bruder des Schriftstellers Heinrich Mann (1871-1950) und das zweite Kind des Senators und Lübecker Kaufmanns Thomas Johann Heinrich Mann und dessen Ehefrau Julia.
Da weder des Senators älterer Sohn Heinrich noch der jüngere Thomas für die Fortführung der Lübecker Handelsfirma tauglich schien, verfügte der Vater die Liquidation. Nach dem Tod des Vaters 1891 zog der 18-jährige Thomas mit der Mutter nach München. Wie zuvor die Schule, brach er auch ein Volontariat in einer Versicherungsgesellschaft ab. Mit der Sicherheit einer kleinen Rente im Rücken wagte er die Schriftstellerlaufbahn und reiste zusammen mit Heinrich 1895-1897 nach Italien.
Die homoerotischen Gefühlsverwirrungen der Jünglingsjahre endeten auch nach der Heirat mit Katja Pringsheim (1905) nicht. Trotz wachsender Erfolge und unermüdlichen Schreibens geriet Mann in eine lang andauernde Krise. Mit "Buddenbrooks" (1901) hatte der noch nicht einmal 25-Jährige den ihm zugefallenen Weltstoff verbraucht; er musste sich die zweite, erweiterte Welt durch Erfahrung und Bildung erwerben. Sie stand ihm dann, vom "Zauberberg" an, zur Verfügung.
Mit dem Ersten Weltkrieg gerät der zuvor politisch Desinteressierte in die Zeitwirren. Das ohnehin seit Jahren prekäre Verhältnis zu Heinrich verschärft sich zum literarisch ausgetragenen Bruderzwist, dem erst 1922 mit dem Wandel Manns vom nationalkonservativen Polemiker zum Verteidiger der Weimarer Republik die Versöhnung folgt. Bis zum Untergang der Republik repräsentieren die Brüder gemeinsam deutsche Literatur. 1929 erhält Mann den Nobelpreis, ausdrücklich für "Buddenbrooks". 1933 wird die Rede zum 50. Todestag Wagners zum Anlass einer Kampagne; Mann kehrt nicht mehr nach Deutschland zurück. Nach anfänglicher Zurückhaltung erteilt Mann 1936/37 auch vor der Weltöffentlichkeit dem Hitlerregime die schneidende Absage. Die Stationen des Emigranten führen über Europa nach den USA; in Kalifornien glaubt er mit dem Bau eines Hauses die neue Heimat gefunden zu haben, aber die Vergiftung des amerikanischen Lebens durch die Umtriebe des McCarthy-Ausschusses treibt ihn schließlich nach Europa zurück.
Als satirisches Gegenstück zur venezianischen Erzählung war "Der Zauberberg" geplant und 1913 begonnen worden. Fortgeführt und vollendet wurde er nach 1918. Aber noch ehe das Ende des Weltkriegs abzusehen war, plante Mann bereits, die Erzählung vom kleinen Tannhäuser aus Hamburg, der ins Reich von Frau Venus gerät, in den Ausbruch des Kriegs münden zu lassen. Für sieben Jahre kommt der verwaiste Schiffsbauingenieur aus patrizischem Geschlecht dem Flachland und dem tätigen Leben abhanden, obwohl er nur den soldatischen, aber leider tuberkulösen Vetter im Hochgebirgssanatorium besuchen wollte.
Das Interesse für Tod und Krankheit, für das Pathologische, für den Verfall sei nur eine Art von Ausdruck für das Interesse am Leben, sagte der Dichter selbst, und wer sich für das Leben interessiere, der interessiere sich für den Tod. "Der Zauberberg" ist nicht nur der Schwanengesang einer luxuriösen spätbürgerlichen Existenzform, nicht nur eine satirische Kritik des Sanatoriumsmilieus, nicht nur eine Enzyklopädie und Diagnose der europäischen Dekadenz, eine epische Analyse der Vorkriegsepoche, sondern, mit einem Begriff des Dichters, auch ein Initiationsroman:
Ein simpler 24-jähriger Hamburger Patriziersohn, Hans Castorp, mit ererbtem Vermögen ausgestattet, mit dem Ingenieursdiplom versehen, besucht vor Antritt einer Volontärsstelle an einer Schiffsbauwerft seinen lungenkranken Vetter Joachim Ziemßen, der Offizier werden will, in einem Davoser Sanatorium und erliegt selbst wie der Siebenschläfer im Märchen einer hermetischen Verzauberung, aus der ihn erst am Schluss der Donnerschlag des Kriegsausbruchs erweckt.
Die Krankheit ist ein Abenteuer, das zum Tod oder zum Leben führen kann. In der ebenso makabren wie fiebrig-illuminierten Atmosphäre des Luxussanatoriums, in der Hans wirklich erkrankt, vermögen aber heilende Gegenkräfte zu wirken, und der einzige gesperrte Satz des Romans im 6. Kapitel lautet: ›Der Mensch soll um der Liebe und Güte willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.‹
Um dieses Haupt- und Grundthema ist das Romangeschehen konzentrisch geordnet. Hans Castorp erweist sich bei aller phlegmatischen Passivität als bildsam-lichtsuchende Jugend freundschaftlicher Belehrung zugänglich. Der Bildungsroman mischt sich mit den Elementen des Abenteuer- und Schelmenromans. Aus der Alltagswelt des Flachlandes wird der Jüngling auf den Zauberberg entrückt, der seinen leitmotivischen Namen aus Goethes Walpurgisnacht entlehnt, die am Ende des 1. Teils zudem im Karnevalstreiben imitiert wird. Die Siebenzahl spielt in Aufbau und epischer Ironie eine motivische Rolle: In 7 Kapiteln wird die Geschichte Hans Castorps berichtet, der 7 Jahre, von August 1907 bis August 1914, auf dem Berghof lebt, dort nacheinander an 7 Tischen speist usw.
Eine Grundthematik bildet der Zeitverlauf selbst. Die ersten Kapitel breiten nur Tage und Wochen aus, die letzten raffen in Spannen von Monaten und Jahren. In der Monotonie des nur spärlich von Ablenkungen unterbrochenen Normaltags mit seinem horizontalen Stumpfsinn gehen die Kranken des Zeitgefühls völlig verlustig.
Hans erfährt in vielerlei sinnlichen und geistigen Abenteuern eine ›alchimistische Steigerung‹ seines Wesens, in der er sich nicht nur dem fortschrittsoptimistischen Aufklärungshumanismus seines feurig-beredten Hauptmentors Settembrini öffnet, sondern auch der gefährlichen Agitation des asketischen Fanatikers und terroristischen Eschatologen Naphta ausgesetzt ist. Hans ist staunend betroffener wie zugleich verschmitzt lächelnder Zeuge der heftigen Kontroversen, die mit dem Duell der Antipoden enden, bei dem sich Naphta selbst erschießt; Settembrini siecht danach still dahin.
Hans kostet das morbide Liebesspiel mit der exotischen Madame Chauchat aus, erlebt des tapferen Soldaten Joachim schweres Sterben, treibt ernste biologische und anatomische Studien, wendet sich vom okkultistischen Modetreiben ab und begegnet der (Gerhart Hauptmann parodierenden) dionysisch-vitalen Figur Peeperkorns, der, unheilbar krank, sich am Ende vergiftet. Für den Dichter ist Hans Castorp das ›Sorgenkind des Lebens‹, der sich auf der Skitour in der elementaren Waldnatur verirrt und nach der Vision von der Ambivalenz des Lebens sich dem Tod entreißt, um von da an gegen alle todessüchtigen Verlockungen gefeit zu sein - doch vor der Weltkatastrophe am Schluss vermag ihn der Dichter ebensowenig zu bewahren wie die verwunschene Welt des Zauberbergs der Moribunden.
Zahlreiche weitere Titel von Thomas Mann hält unsere Bibliothek für die Ausleihe bereit.
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur ; Digitale Bibliothek Band 9: Killy Literaturlexikon ; Harenberg. Das Buch der 1000 Bücher. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 2005.]

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Die Bibel, das Alte und Neue Testament, mit mehreren Ausgaben und Suchfunktion auf CD-ROM

Ulrich Jander
Diesmal möchte ich Ihnen ein Computerprogramm auf CD-ROM vorstellen, welches sehr gut mit Hilfe von Braillezeile und/oder Sprachausgabe bedienbar ist. Wer sich für das älteste Buch der Bücher, die Bibel, interessiert, kennt diese Ausgabe vielleicht. Das Programm wurde von Günter Wild, einem blinden Computerprogrammierer, entwickelt. Der Verein KOM-IN-Netzwerk in Probstzella vertreibt diese CD-ROM und verkauft sie für 24,90 Euro. Dafür hat man über das zu installierende Programm Zugriff auf vier verschiedene Bibelausgaben des Alten und Neuen Testaments. Auf der Internetseite des Vereins, unter www.kom-in.de im Link Bibel finden Sie u.a. den folgenden Text:
"Günter Wild, selbst blind, hat … die KOM-IN-Bibel entwickelt. Sie ist auf die Bedürfnisse blinder Computernutzer besonders abgestimmt. Die wichtigsten Informationen und Menüs werden auf der Braillezeile stets direkt angezeigt. Alle Funktionen des Bibel-Programms können außerdem mit Tastaturkürzeln bedient werden. Damit ist ein schnelles Arbeiten möglich, ohne den ganzen Bildschirm durchsuchen oder von Schaltfläche zu Schaltfläche springen zu müssen. Die Programmoberfläche und die Benutzerführung ist selbst für Computeranfänger übersichtlich.
Einzigartig an der KOM-IN-Bibel ist die Nutzung verschiedener Bibelübersetzungen. So ist es möglich z.B. aus dem Lukasevangelium Kapitel 6 Vers 20 die Bergpredigt in der Lutherübersetzung zu lesen, und dann die gleiche Stelle in der Übertragung nach "Der Hoffnung für alle" aufzurufen. In der Komplettversion wird die KOM-IN-Bibel mit vier Übersetzungen ausgeliefert: Luther 1984, Hoffnung für alle, revidierte Elberfelder Bibel, Schlachter Übersetzung 1951. Die Nutzer der KOM-IN-Bibel haben somit die Möglichkeit, Bibeltexte in vertrauter Fassung (Luther), aber auch in moderner Übertragung (Hoffnung für alle) oder in Urtextnaher Übersetzung (Elberfelder) zu studieren.
Die KOM-IN-Bibel ist als CD-ROM in zwei Versionen erhältlich:
Das Bibelprogramm läuft sehr gut auf dem Rechner und ist gut zu bedienen. Durch Betätigen der Alt-Taste ruft man, wie üblich, das Funktionsmenü auf. Eine umfassende Hilfe steht auch zur Verfügung, die als normale Textdatei angezeigt wird.
Sehr gut und einfach ist tatsächlich der mögliche Wechsel von einer Bibelübersetzung in eine Andere, unter Beibehaltung der ausgewählten Textstelle.
Die Installation des Programms von der CD ist einfach und wird durch die in den PC's vorhandene Autorun-Funktion selbständig angeschoben. Mit Hilfe des Screenreaders wird der Nutzer durch die wenigen Installationsschritte sicher geführt. Die Installation verläuft sehr zügig und ist recht schnell ohne Probleme abgeschlossen.
Über die oben aufgeführte Internetseite können Sie im Bereich Bibel unter dem Link Download eine Demoversion herunterladen, die jedoch zum Ausprobieren nur ein paar wenige Bibeltexte enthält, aber zu Testzwecken vor einem eventuellen Kauf gut geeignet ist. Unter dem Link Bestellungen kann dann über das Ausfüllen eines Bestellformulars die Kaufanforderung der Bibel auf CD eingeleitet werden.
Durch diese gut handhabbare CD-ROM erhält der Interessent nicht nur eine, sondern entweder drei oder sogar vier sehr gut bedienbare Bibelübersetzungen, ohne dass er sich überlegen muss, wo er den Platz hernimmt, wenn er nur eine Bibelübersetzung in Blindenschrift mit 30 Bänden kaufen würde, die außerdem entschieden teurer wäre.
Wenn Sie Fragen zu dieser Bibelausgabe haben, so wenden Sie sich bitte an die folgende Anschrift des KOM-IN-Netzwerkes. Gern stehe ich Ihnen auch für Fragen in der DZB zur Verfügung.
KOM-IN-Netzwerk e.V.
Neustadt 12
D-07330 Probstzella/OT Unterloquitz
Tel.: 036731 22222
Fax: 036731 31985

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Info-Service

Rückblick: Buchmesse

Katja Lucke
Prominenten Besuch haben die Mitarbeiter der DZB an ihrem Messestand der Leipziger Buchmesse, Ende März 2010, empfangen: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung holte sich persönlich seine neuen Visitenkarten in Schwarzschrift und Blindenschrift ab - hergestellt von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig. "Eine tolle Sache, die werde ich künftig verteilen", so der Kommentar des Oberbürgermeisters, der sich am Stand auch in Blindenschriftschreiben versucht hatte.

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Vorschau I: Fachmesse

Katja Lucke
Mit Braille-Büchern, DAISY-Playern, Atlanten, Kinder- und Reliefbüchern ist auch in diesem Jahr die DZB mit einem eigenen Stand auf dem Publikumstag der Leipziger Fachmesse Orthopädie- und Rehatechnik präsent.
Der Publikumstag richtet sich an alle Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen sowie deren Angehörigen und Interessenten. Er findet am 15. Mai 2010, von 10 bis 18 Uhr auf dem Gelände der Leipziger Messe statt. Die Mitarbeiter der DZB finden Sie in Halle 5, Stand I 15.

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Vorschau II: Tag der offenen Tür

Katja Lucke
Interessierte der DZB können sich den folgenden Termin im Kalender notieren: Am 4. September 2010, von 10 bis 16 Uhr, öffnet die DZB wieder ihre Türen und lädt alle ein, hinter die Kulissen der Service- und Produktionsbereiche zu schauen. Besucher erfahren in Führungen durch das Haus mehr über Blindenschrift- und Hörbuchproduktion, können eine riesige Auswahl an taktilen Büchern bestaunen und ein spannendes Kulturprogramm erleben.

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Gleisbauarbeiten im Goerdelerring

Die Leipziger Verkehrsbetriebe planen in den Sommerferien Gleisbaumaßnahmen am Goerdelerring.
Nach derzeitigem Planungsstand wird die westliche Zufahrt zum Goerdelerring im Zeitraum vom 15.07. - 18.07.2010 gesperrt sein, so dass die Straßenbahnlinien 3, 4, 7, 13 und 15 über den Westplatz zum Goerdelerring umgeleitet werden müssen. Dies führt dazu, dass im benannten Zeitraum die Haltestelle "Leibnizstraße" nicht bedient werden kann. Der Einsatz von Schienenersatzverkehr ist aufgrund der durch die Baumaßnahme stark eingeschränkten verbleibenden Verkehrswege nicht möglich.
Alternativ ist die DZB dann nur von der Haltestelle "Goerdelerring" mit den Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14 und 15 erreichbar.

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Tagungsband DAISY2009

In der DZB sind noch Restexemplare des Tagungsbandes von DAISY2009 vorrätig. Es handelt sich um einen Schwarzdruck. Auf Wunsch können die Daten auch als RTF-Dokument, gebrannt auf eine CD, versandt werden.
Der Tagungsband hat folgende Inhalte: Aufsätze zu den Vorträgen der beiden Konferenzen "Barrierefreie Aufbereitung von Dokumenten" (in deutscher Sprache) und "DAISY International Technical Conference" (in englischer Sprache).
Der Preis pro Exemplar beträgt 30 €.
Kontakt: Jenni Handschack, jenni.handschack@dzb.de, Tel.: 0341 7113-162

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Unitag der TU Dresden - die Arbeitsgruppe Studium für Blinde und Sehbehinderte stellt sich vor

Die Arbeitsgruppe Studium für Blinde und Sehbehinderte (AG SBS) informiert am Samstag den 29. Mai 2010 am Uni-Tag der TU Dresden über die Angebote für blinde und sehbehinderte Studenten.
Dieser Tag bietet die Möglichkeit, sich bei der AG SBS von 10 bis 13 Uhr im Raum 1063 der Fakultät Informatik über das Studium im Allgemeinen und besonders über das studentische Leben zu informieren. Fragen z.B. zum Wohnen, zur Studienfinanzierung und vielem anderen rund ums Studium werden ebenfalls beantwortet.
Neben dem umfangreichen Programm überall an der Universität stellt die AG SBS auch aktuelle Forschungsergebnisse vor. Die im Projekt Hyperbraille entwickelte Stiftplatte kann ausprobiert werden, um z.B. Grafiken in Präsentationsfolien mittels Gesten zu ertasten, Texte zu lesen, im WWW zu surfen oder mit den Office Programmen zu arbeiten.
Für Fragen zum Uni-Tag steht Frau Brita Heinze, Tel.: 0351 46338435 und die Homepage http://elvis.inf.tu-dresden.de zur Verfügung.

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Sozialrechtsberatung für Menschen mit Behinderung jetzt auch beim BSK e.V.

Pressemitteilung
Rechtsberatung in Fragen zum Sozialrecht bietet ab sofort der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., BSK, im Rahmen einer Mitgliedschaft an.
Die Beratung erstreckt sich auf Auskünfte im Rahmen einer Erstberatung und das Widerspruchsverfahren für den Bereich des Sozialrechts, insbesondere die Sozialgesetzbücher II (Grundsicherung für Arbeitsuchende), V (Krankenversicherung), IX (Rehabilitation), XI (Pflegeversicherung) und XII (Grundsicherung für Erwerbsunfähige und Sozialhilfe) sowie das Verwaltungsrecht. Eine Beratung ist in darüber hinausgehenden Rechtsgebieten nach Absprache ebenfalls möglich.
Die Kosten für die anwaltlichen Auskünfte sowie viele weitere Vorteile für Menschen mit Körperbehinderung sind durch den Mitgliedsbeitrag im BSK e.V. (€ 28,-/Jahr) abgedeckt. Eine gerichtliche Vertretung der einzelnen Mitglieder des BSK ist darin nicht enthalten, kann aber nach Vereinbarung mit der Fachanwältin auf eigene Kosten in Anspruch genommen werden.
Der BSK ist eine bundesweite Interessenvertretung für Menschen mit Körperbehinderung und gemeinnützig tätig.
Weitere Auskünfte beim BSK e.V. Tel.: 06294 4281-42 oder per E-Mail: soziales@bsk-ev.org) oder auf der Internetseite: www.bsk-ev.org/sozialrechtsberatung.

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Erster Tag des Blindenfußballs

DBSV-direkt
Berlin, 22. April 2010. Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel findet am Donnerstag, 20. Mai 2010, in Berlin der Tag des Blindenfußballs statt. Von 10 bis 18 Uhr rollt erstmals der Rasselball vor dem Reichstag, um der politischen Prominenz ebenso wie zahlreichen Berlinern und Berlin-Touristen zu demonstrieren, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen Spaß am Fußball haben können und manche es sogar zu internationalen Ehren bringen. So wird die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft vor dem Westportal des Reichstags ihr erstes Länderspiel auf deutschem Boden bestreiten. Gegner ist an diesem Tag die Mannschaft der Türkei. Der Anpfiff zur Heimländerspiel-Premiere des Teams um Bundestrainer Ulrich Pfisterer erfolgt um 14.30 Uhr. Der Tag des Blindenfußballs, eine gemeinsame Veranstaltung der DFB-Stiftung Sepp Herberger, des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. (DBS) und des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV), wird von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert eröffnet. Rings um das Spielfeld ist ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Informationen über den Blindenfußball und die Blindenfußball-Bundesliga, mit Talkrunden, Mitmachangeboten und vielem mehr geplant. Dr. Thomas de Maizière, als Bundesinnenminister auch zuständig für die Förderung des Sports, hat seine Teilnahme zugesagt. Erwartet werden auch zahlreiche Mitglieder des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, darunter die Vorsitzende des Gremiums, Dagmar Freitag.
Der Tag des Blindenfußballs soll einer breiten Öffentlichkeit zeigen, dass der Blindenfußball in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Dafür gibt es in Deutschland keinen geeigneteren Ort als den Platz der Republik, unmittelbar vor dem Reichstagsgebäude. Die sportlichen Leistungen der blinden und sehbehinderten Fußballerinnen und Fußballer sind faszinierend und verdienen höchste Anerkennung.
Beim Blindenfußball spielen je Mannschaft vier blinde Feldspieler und ein sehender Torwart. Der Ball rasselt gut hörbar, zwei Rufer geben Orientierung. Das Feld (20x40m) ist mit Banden begrenzt. Die Spieler lernen, sich in bestimmten Formationen auf dem Spielfeld zu verteilen, sie dribbeln den Ball dicht zwischen den Füßen schnell übers Feld. Auf Zuruf laufen sie mit dem Ball aufs Tor zu und schießen. Wer sich ohne Ball bewegt, ruft "voy"; so werden Zusammenstöße vermieden. Wer den Ball von einem Mitspieler bekommt, ruft, damit er genau angespielt werden kann.
Gemeinsam organisieren die Sepp Herberger-Stiftung, DBS und DBSV seit dem Jahr 2008 die Blindenfußball-Bundesliga (DBFL). An der Spielserie, die in diesem Jahr an vier Spieltagen ausgetragen wird, beteiligen sich insgesamt neun Mannschaften.
Zum Ligastart hat der DBSV ein Lehrbuch für Blindenfußball fertig gestellt. Hier finden erfahrene Trainer und Spieler ebenso wie Einsteiger Grundlagen der Bewegung, Infos zu Spieltechnik und Strategie sowie viele Übungen. Das Lehrbuch ist im Internet zu finden unter www.blindenfussball.info.
Hintergrundinformationen zum Blindenfußball, Portraits der teilnehmenden Mannschaften sowie den kompletten Spielplan der diesjährigen DBFL-Saison finden Sie unter: www.blindenfussball.de.
Auf dieser Internetseite wird auch regelmäßig über den Tag des Blindenfußballs berichtet.

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"Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger"

DBSV-direkt
Das von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) herausgegebene Material erklärt gut verständlich und mit vielen Beispielen, wie man ins Internet kommt.
Für das Internet braucht man einen Computer, einen Internetzugang, eine E-Mail-Adresse und manches mehr. Wie das alles funktioniert, erklärt der BAGSO-Ratgeber, der mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) entstanden ist und wegen der großen Nachfrage immer wieder nachgedruckt wird.
Blinde und sehbehinderte Menschen müssen aber noch mehr wissen, wenn sie im Internet von zu Hause aus ihre Bankgeschäfte erledigen, Reisen buchen, einkaufen und viele Informationen bekommen wollen. Je nach Seheinschränkung oder Vorliebe arbeiten sie am Computer mit stark vergrößerter Schrift, synthetischer Sprachausgabe oder Blindenschriftanzeige. Um diese Themen hat das Büro für Barrierefreie Bildung in Herne den Wegweiser ergänzt. Die Spezialfassung geben DBSV, BAGSO und Blista Marburg mit Unterstützung des BMELV als DAISY-CD heraus.
Alle Abonnenten von DBSV-Inform haben den "Wegweiser durch die digitale Welt" frei Haus mit der April-Ausgabe bekommen.
Auf Anfrage kann der Wegweiser auf DAISY-CD auch über die DBSV-Landesvereine bezogen werden, Tel.: 01805 666456 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.).

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Tandem-Termine

"Die Kette"
Noch freie Plätze gibt es für die von Tandem-Hilfen e.V. und aktiv-tours organisierte Tandem-Freizeit im Senftenberger Seenland - 18. bis 25. September 2010.
Anmeldeschluss ist der 01. Mai 2010. Teilnehmergebühr: 330 EUR.
(Piloten und Tandems können gegen Gebühr gestellt werden.)
Nähere Informationen und Anmeldung bei:
aktiv-tours
Eckhard Hoika
Straße zur Südsee 1
01986 Senftenberg/OT Großkoschen
Tel.: 03573 810333
Mobil: 0162 1537194
E-Mail: aktiv-tours@gmx.de
Internet: www.radlershuttle.de
Vom 07. bis 14. August 2010 findet in Vsetin (Tschechien) ein Tandem-Camp statt. Die tschechischen Partner von Tandem-Hilfen e.V. haben Plätze für drei Tandem-Teams aus Deutschland reserviert. Die Teilnehmergebühr beträgt 100 EUR pro Person. Das eigene Tandem ist mitzubringen. Die Fahrtkosten tragen die Teilnehmer selbst. Vsetin ist von Prag ca. vier Eisenbahnstunden entfernt.
Interessenten melden sich bitte bei:
Tandem-Hilfen e.V.
Dr. Thomas Nicolai
Französische Straße 16
10117 Berlin
Tel.: 030 2081720
Mobil: 0171 5307169
E-Mail: ThomasNicolai@gmx.de
Internet: www.tandem-hilfen.de

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: CD DAISY 7,68 €, Blindenkurzschrift 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten.
Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: verlag@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen
Tel.: 0341 7113-120
Spenden
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Sparkasse Leipzig
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Konto 1 100 830 010
DZB 2010

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