DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 4 – 2010

Juli / August

20. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Aufruf zur Unterstützung des WIPO-Vertrages über den grenzüberschreitenden Austausch von Büchern in barrierefreien Formaten

Braille21

"Weltkongress Braille21 - Innovationen in Braille im 21. Jahrhundert"

Die Magie der Brailleschrift in der ganzen Welt

Die Kramkiste

Halldór Laxness: "Das Fischkonzert"

Erich Kästner: "Als ich ein kleiner Junge war"

Lieblingsbücher der Deutschen

Margaret Mitchell: "Vom Winde verweht"

LOUIS

Voice of DAISY im Test

Info-Service

Angela Fischer und Dr. Thomas Kahlisch im Präsidium des DBSV e.V.

Hörbuchkatalog mit Updatefunktion

Berühren, Staunen, Begreifen! - Tag der offenen Tür 2010

Nele Müller erhält Sonderpreis beim AKEP Award 2010

Auflösung EBS

Beipackzettel überwinden Barrieren

Neuigkeiten von Tandem-Hilfen e.V.

Dank für Anteilnahme und Spenden

400 km bei Tandem für alle

Abrufbare Übersicht Freizeiten und Studienreisen

Punktschriftkurse 2011

Wegweiser durch die digitale Welt

Mietservice für DAISY-Geräte

Seminarausschreibungen

Resolution für eine gerechte Blindengeldlösung

Impressum

Vorbemerkung

Eine Konferenz über die Brailleschrift, ein Aufruf zur Unterstützung des grenzüberschreitenden Austausches von Büchern in barrierefreien Formaten, eine Resolution für eine gerechte Blindengeldlösung, Braille, Barrierefreiheit, Iphone und "Vom Winde verweht" - Sie merken schon, dass es auch diese Ausgabe der DZBN wieder in sich hat und ein breites Informationsspektrum anbietet.
Von Sommerpause also keine Spur - was mich aber nicht davon abhalten soll, uns allen schöne Sommermonate zu wünschen!
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Aufruf zur Unterstützung des WIPO-Vertrages über den grenzüberschreitenden Austausch von Büchern in barrierefreien Formaten

Expertenschätzungen zufolge erscheinen in den reichen Industrieländern nur 5 Prozent aller veröffentlichten Bücher in einem Format, das blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich ist. In den Entwicklungsländern beträgt der entsprechende Anteil kaum 1 Prozent. Die Weltblindenunion (WBU), die die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen in 163 Ländern vertritt, hat unlängst diesen inakzeptablen Zustand als "Büchernot" charakterisiert.
Die Mehrzahl der Bücher in barrierefreien Formaten wird von gemeinnützigen Spezialeinrichtungen des Blindenwesens produziert, denen hierfür nur sehr beschränkt finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Um diese begrenzten Ressourcen möglichst effektiv nutzen zu können, ist es dringend erforderlich, dass die genannten Einrichtungen ihre Bücher und Buchdateien legal grenzüberschreitend tauschen können. Der gemeinsamen Nutzung des Materials stehen jedoch internationale Barrieren im Urheberrecht entgegen, weil die Gestaltung der Ausnahmen für behinderte Menschen in den einzelnen Ländern unterschiedlich ist. Ausnahmen vom Urheberrecht gibt es zudem nur in rund 60 Ländern.
Vom Problem des grenzüberschreitenden Bücheraustausches sind auch die deutschen Blindenbibliotheken betroffen, weil zum Beispiel blinde und sehbehinderte Studierende und Wissenschaftler keinen Zugang zur "Library of Congress", der weltweit größten Blindenbibliothek in Washington, haben. Da die US-Bibliothek ihre Bestände nur an behinderte Bürgerinnen und Bürger im eigenen Land ausleiht, muss für die Nutzung in Deutschland neu produziert werden. Das heißt, eine deutsche Blindenhörbücherei muss zunächst die Lizenz erwerben und dann das benötigte Werk mit erheblichem Kostenaufwand und häufig unter großer zeitlicher Verzögerung in ein zugängliches Format übertragen.
Der wirksamste Weg zur Beseitigung der "Büchernot" ist aus Sicht des DBSV deshalb ein verbindlicher Vertrag zwischen den Einrichtungen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe und den Rechteinhabern. Den Entwurf zu einem solchen "Blindenvertrag" hat die WBU bereits im vergangenen Jahr bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum in Genf (WIPO) vorgelegt, über den der zuständige WIPO-Ausschuss in seiner Sitzung vom 21. bis 25. Juni 2010 entscheidet. Zahlreiche Länder, unter ihnen die USA, haben ihre Unterstützung des "Blindenvertrages" signalisiert. Deutschland und eine Reihe weiterer Mitgliedstaaten dagegen lehnen den Vertrag strikt ab, weil sie "flexibleren Regelungen" den Vorzug geben.
Artikel 21 der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen stellt fest, dass behinderte Menschen das Recht auf Lesen haben. Artikel 30 dieser Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten zudem dazu, blinden und sehbehinderten Menschen einen verbesserten Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken zu ermöglichen. "Deutschland hat die UN-Konvention ratifiziert, steht jetzt also in der Pflicht, für ihre Umsetzung zu sorgen", sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann. "Die Bundesregierung sollte deshalb ihre Blockadehaltung aufgeben und eine Vorreiterrolle bei den Verhandlungen um den WIPO-Vertrag wahrnehmen."
Jeder Einzelne kann etwas dafür tun, dass bei den Ende dieses Monats anstehenden WIPO-Verhandlungen die Weichen für den "Blindenvertrag" gestellt werden. Die WIPO hat eine Internetseite eingerichtet, auf der man Stellung zu diesem Thema beziehen kann. Zwar ist diese Seite auf Englisch abgefasst, Sie können Ihren Kommentar aber selbstverständlich auch auf Deutsch veröffentlichen. Bitte beteiligen Sie sich an dem Forum und unterstützen Sie den Vertrag im Namen Ihres Verbandes oder auch persönlich.
WIPO-Forum zum grenzüberschreitenden Bücheraustausch:
https://www3.wipo.int/forum/?p=36
[Quelle: dbsv-direkt Nr. 31-10 ]

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Braille21

"Weltkongress Braille21 - Innovationen in Braille im 21. Jahrhundert"

Jenni Handschack
Über ein Neues internationales Kongressprojekt der DZB Leipzig
Nach dem erfolgreichen und fruchtbaren Verlauf des Veranstaltungsprojektes DAISY2009 wird die DZB Leipzig im Jahr 2011 erneut Gastgeberin eines internationalen Kongresses sein. Das Thema ist diesmal die Brailleschrift in Gegenwart und Zukunft. In Kooperation mit der Weltblindenunion und unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel entwickelt sich Braille21 derweil Stück für Stück zu einer Plattform, bei der sich Menschen aus aller Welt mit den Innovationen der Punktschrift im 21. Jahrhundert auseinandersetzen werden.
In Workshops, Podiumsdiskussionen, Fachvorträgen, Präsentationen, Wettbewerben und kulturellen Angeboten werden diese sechs Schwerpunktthemen behandelt:
  1. Schulbildung und Lesefähigkeit
  2. Berufsausbildung, Arbeitsplatz und lebenslanges Lernen
  3. Forschung und Entwicklung
  4. Verbesserung des Zugangs zu Informationen
  5. Braille als Bestandteil des Universellen Designs
  6. Die Rolle von Braille für ein unabhängiges Leben
Braille21 wird vom 27. bis 30. September 2011 im Campus am Augustusplatz der Universität Leipzig stattfinden.
Für blinde und sehbehinderte Menschen aus Deutschland veranstaltet die DZB am 27. September 2011 einen bunten Tag rund um die Brailleschrift. In einer der kommenden Ausgaben der DZB-Nachrichten berichten wir über dessen Inhalte.
Weitere Informationen finden Sie unter www.braille21.net. Ansprechpartnerin ist Jenni Handschack (E-Mail: info@braille21.net, 0341/7113-162).

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Die Magie der Brailleschrift in der ganzen Welt

Pedro A. Zurita (ehemaliger Generalsekretär der Weltblindenunion)
Referat anlässlich des Kongresses zum 200. Geburtstag von Louis Braille im Januar 2009 in Paris.
Es freut mich sehr, Gelegenheit zu haben, in den von Blinden aus aller Welt gehaltenen Chor der Lobreden und Würdigungen einzustimmen. Sie alle, liebe Kongressteilnehmer, haben jeden Tag die Möglichkeit, den Braillecode mit seinen erhabenen Punkten zum Lesen und Schreiben zu gebrauchen. Lieber Louis, herzlichen Dank!
Universelle Nutzung der Brailleschrift
Ja Louis, du darfst wirklich stolz darauf sein, was trotz aller Hürden aus deinem 1825 der Welt vorgestellten universellen System geworden ist.
Bereits zu deinen Lebzeiten fand dein System im Westen Verbreitung. Aber nach und nach wurde deine Schrift, nun nach deinem Familiennamen Braille benannt, in die ganze Welt getragen. Sogar in Ländern, deren Schrift nicht auf einem Alphabet beruht, wurde deine Schrift übernommen. In China beispielsweise musste man einen phonetischen Übertragungscode verwenden, der übrigens heute als offizieller Code für die Transkription chinesischer Wörter ins europäische Alphabet dient.
Ich weiß, dass Sabriye Tenberken vor einiger Zeit einen Braillecode für das Tibetische erarbeitet hat; dass kürzlich Braillecodes für die wichtigste Sprache von Bhutan, für afrikanische Sprachen, sowie für das in Paraguay gesprochene Guarani entwickelt worden sind.
Die Brailleschrift als unschuldiges Opfer
Die Verwendung deines Codes, Louis, begeistert weltweit alle, die ihn kennen. Viele Gemeinschaften empfehlen heute das Verwenden der Brailleschrift. In der Europäischen Union wurden sogar Richtlinien verabschiedet, die das Kennzeichnen der Lifte und der Arzneimittelpackungen in Brailleschrift für obligatorisch erklären.
Ich kann aber erahnen, Louis, warum dein Tastcode zugleich ein unschuldiges Opfer derer werden soll, die immer wieder technologische Fortschritte der Informationserschließung als Ersatz für Braille ins Feld führen.
Doch ein scharfsinniger Psychologe würde die irrationalen Gründe rasch zu Tage fördern, die gewisse Leute zu der Behauptung veranlassen, deine Schrift sei ungeeignet oder es fehle ihr an Eleganz. Offenbar ist die Versuchung sehr stark, den Wert von Personen lediglich hinsichtlich ihrer visuellen Fähigkeiten zu beurteilen. Der, der sieht, gilt demnach mehr als der, der schlecht sieht; und wer auch nur ein wenig sieht, kommt vor demjenigen, der gar nichts sieht.
Ich bin glücklich, dass heute dank augenärztlicher Diagnoseinstrumente, optischer Hilfsmittel und Rehabilitation von Sehschwächen dazu ermutigt wird, den Sehrest zu nutzen. Dies zum Wohl von Personen mit einem Sehrest.
Dennoch, ohne den Wert eines noch so kleinen Sehrestes zu unterschätzen, bei der Wahl einer Lese- und Schreibmethode für ein Kind muss das Hauptkriterium der einfache Zugang zum Lesen sein. Manche Kinder, die nur sehr wenig sehen, sollten daher zum Lesen und Schreiben auf die Brailleschrift zurückgreifen.
Brailleschrift und neue Technologien
Die neuen Technologien haben den Horizont der Blinden und Sehschwachen erheblich erweitert. Dank der Fortschritte in der Informatik und insbesondere im Internet sind die Einschränkungen des Zugangs zur Information weitgehend verschwunden. Darauf sind wir stolz und es stimmt uns für die Zukunft zuversichtlich. Leider werden diese neuen Technologien oft dargestellt, als ob sie die Brailleschrift als etwas Überholtes ausschließen würden.
Es müssen sich aber unbedingt alle Fachleute bewusst werden, dass Braille nach wie vor ein wertvolles Instrument ist, das Sehbehinderten Freiheit und Wissenszugang ermöglicht. Die neuen Technologien und Braille bilden somit ein harmonisches Paar.
Denn gleichzeitig mit den Errungenschaften, die Braille überflüssig zu machen scheinen, sind in der automatischen Transkription digitalisierter Texte in die Brailleschrift Riesenschritte zurückgelegt worden. Vor kurzem habe ich begonnen, die wunderbare und einfache Textverarbeitungssoftware eines italienischen Blinden, Giuseppe di Grande, zu nutzen. Diese Software, Biblos genannt, berücksichtigt die speziellen Bedürfnisse blinder Anwender und macht es seit einigen Monaten möglich, auf sehr einfache Art in Braille zu drucken. Die Braille-Drucker werden dabei ebenso schnell konfiguriert wie jeder andere handelsübliche Drucker. Und auch Tabellen können in jeder Sprache erstellt werden. Wir dürfen also ohne Umschweife sagen, dass die neuen Technologien gleichzeitig zur Verbreitung von Braille beitragen, indem sie den Druck von Brailleschrift auf Papier zu einem angemessenen Preis und mit hoher Geschwindigkeit ermöglichen. Computerbenutzer können von der intelligenten Kombination zwischen der Sprachsynthese und elektronischen Texten in Brailleschrift sehr profitieren. Zwar sind die Kosten der herkömmlichen Braillezeilen für viele unbezahlbar. Aber deutsche und japanische Labors haben bereits Produkte entwickelt, die neue Möglichkeiten zur Anzeige elektronischer Brailleschrift bieten und erheblich kostengünstiger und platzsparender sind, die sogar in Mobiltelefone eingebaut werden können. In Bezug auf die Preise dieser Anzeigegeräte stimmen uns die Fortschritte zuversichtlich.
Wenn man etwa in Japan Chancengleichheit im öffentlichen Bereich schaffen will, wird im ganzen Land daran gearbeitet und nicht nur an gewissen symbolträchtigen Orten. Beispielsweise wird geplant, alle Fahrkartenautomaten des öffentlichen Verkehrs und alle öffentlichen Informationsmodule mit Brailleanzeigegeräten auszustatten. Ein solches Projekt würde eine Produktion von Brailleanzeigegeräten in großer Zahl erfordern und die Entwicklung von Geräten ermöglichen, die heute noch zu kostspielig wären. Das japanische Beispiel würde zu einem Modell für andere Länder.
Weltbraille-Rat
Ich habe mein Amt als Generalsekretär des Weltblindenbundes mit der großen Befriedigung abgegeben, dass die Weltversammlung dieser internationalen Organisation, die im November 2000 im australischen Melbourne stattfand, einstimmig die Bildung eines Weltbraille-Rats genehmigt hat. Allerdings bedauere ich sehr, dass dieses Projekt noch nicht in die Tat umgesetzt worden ist.
Überall auf der Welt hat die Entwicklung der Informationsgesellschaft zu Reformen in der Brailleschrift gedrängt. In verschiedenen Sprachgemeinschaften sind erfolgreich Stellungnahmen erfolgt und Vereinbarungen getroffen worden: in frankophonen, in englischsprachigen sowie den spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern. Es fehlt jedoch ein universeller Bezugspunkt über die Sprachgrenzen hinaus, der eine zweckmäßige Einheit, zum Beispiel im Gebrauch gewisser Satzzeichen, suchen würde. Das heute in elektronischen Adressen weltweit übliche Zeichen "at" wird in den meisten Sprachen mit unterschiedlichen Zeichen transkribiert, und so weit verbreitete Satzzeichen wie die Klammern sind in nah miteinander verwandten Sprachen wie Französisch, Englisch und Spanisch anders. Die Aufgabe des Vereinheitlichens ist nicht einfach, muss aber vorrangig gelöst werden. Wir würden eine Gruppe benötigen, die als weltweite Informationsquelle und Autorität handeln könnte.
Es wäre wünschenswert, dass Anstrengungen, die wissenschaftlichen und mathematischen Zeichen zu vereinheitlichen, zum Entstehen eines universellen Codes und nicht zum Schaffen eines neuen Codes, der zu den bereits bestehenden hinzukäme, führten.
Ich hoffe, dass die in Paris im Januar 2009 versammelten Fachleute energisch verlangen werden, dass sich dieser Rat nun wirklich an die Arbeit macht. Anfang der 50er-Jahre gab es innerhalb der UNESCO bereits einen Braillewelt-Rat, der ein sehr brauchbares Werk veröffentlichte: "Brailleschrift weltweit". In diesem sind die Braillecodes zahlreicher Sprachen aufgelistet und es nennt die Grundlagen, die von allen Codes einzuhalten sind. 1990 veröffentlichte die UNESCO eine zweite Auflage des Werkes, das zahlreiche Fehler aufwies.
Ich weiß, dass es gewisse Leute gern gesehen hätten, wenn anlässlich dieses Kongresses in Paris eine überarbeitete Auflage der Sammlung veröffentlicht würde. Die Aufgabe ist sicher nicht einfach. Aber es würde sich lohnen, Anstrengungen im Hinblick auf eine bessere internationale Zusammenarbeit zu unternehmen.
Schlusswort
Ich habe immer versucht, mich fern jedes Fanatismus für die Brailleschrift einzusetzen. Ich denke, dass der Wortlaut des letzten Absatzes im offenen Brief, den ich im März 1996 in Montevideo (Uruguay) beim Weltalphabetisierungsforum an Louis Braille richtete, sich noch immer eignet, um mein heutiges Referat zu schließen:
"Ich verspreche feierlich, dir treu zu sein, obwohl ich weiß, dass, - wenn letzten Endes vielleicht auf irgendeine Weise und mit welchen Mitteln auch immer -, irgendjemand eines Tages etwas findet, dass besser ist als das System, das du der Welt im Jahr 1825 vorgeschlagen hast, du, ich und jeder andere überglücklich sein wird."

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Halldór Laxness: "Das Fischkonzert"

Angelika Müller
Punktschriftbibliothek
In dieser Kramkiste möchte ich einen isländischen Autor und sein Werk "Das Fischkonzert" vorstellen.
Halldór Laxness (geboren 1902, gestorben 1998) war ein großer Meister der isländischen Literatur. Er stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus und konnte seine Bildung durch zahlreiche Reisen vervollständigen. Seine Enkelin Audur Jónsdóttir ist ebenfalls Schriftstellerin.
Der Roman "Das Fischkonzert" spielt nach der Wende zum 20. Jahrhundert auf dem Hof Brekkukot in der Nähe von Reykjavik. Zur damaligen Zeit war Reykjavik eine größere Ortschaft in Island und hatte einige tausend Einwohner.
Der Inhalt des Buches beschreibt den Anbruch einer neuen Zeit, einen Aufbruch in eine neue Epoche, geprägt von moralischen Werteverfall und Handel neuer Waren.
Der junge Mann Alfgrimur berichtet über seine Kindheit und Jugendzeit bei den Großeltern, die eigentlich nicht seine Großeltern sind. Seine Mutter hat ihn hier im Haus bei den älteren Leuten geboren und auch hier zurückgelassen. Sie wollte ohne Kind nach Amerika auswandern. Fortan wird Alfgrimur in ländlicher Tradition liebevoll erzogen. Mit dem Großvater fährt er zum Fischfang und die Großmutter lehrt ihn Schreiben und Lesen. Mit Unterstützung eines Studenten lernt Alfgrimur sogar Latein und wird damit gut auf ein Studium vorbereitet.
Der kleine Hof der Großeltern dient als Herberge und Zufluchtort für Alte, Kranke und mittellose Durchreisende. Aus der Sicht von Alfgrimur werden Verhältnisse und Beobachtungen beschrieben. Der Leser erfährt jedoch nicht, was er persönlich denkt.
Der Sänger, Gardar Holm, der längere Zeit im Ausland lebt und in Island sehr berühmt ist, hilft im Gespräch Alfgrimur seine Entscheidungen fürs Leben selbst zu finden. Von allen Menschen wird Gardar Holm bewundert und er nutzt seine Berühmtheit, um die Menschen finanziell auszunutzen. Sein Ende verläuft tragisch.
Nichtsdestotrotz wird der Inhalt des Romans mit viel Humor erzählt. Als Beispiel dient das Thema in einer politischen Versammlung, ob ein Friseurladen erlaubt werden soll und falls ja, welche Öffnungszeiten sollten angeboten werden.
"Das Fischkonzert"
Zahlreiche weitere Titel von Halldór Laxness bieten Hör- und Punktschriftbibliothek zur Ausleihe an.

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Erich Kästner: "Als ich ein kleiner Junge war"

Jörg Klemm
Hörbücherei
Heute habe ich einen Erich Kästner herausgekramt - und zwar den Titel "Als ich ein kleiner Junge war". Als Vorlage für die Aufsprache wurde das Buch aus dem Dressler-Verlag in Berlin (1957) verwendet.
Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren und starb 1974 in München. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, wurde Volksschullehrer, kam 1917 zum Wehrdienst, wo er wegen eines Herzleidens entlassen wurde, und studierte mit einem Stipendium der Stadt Dresden in Leipzig, Rostock und Berlin Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theatergeschichte und promovierte 1925. Bald wurde er zum Romancier für Kinder und Erwachsene.
Seit 1927 lebte er als freier Schriftsteller und Journalist in Berlin, wo er u.a. für die "Weltbühne" arbeitete.
In den letzten Jahren der Weimarer Republik schrieb er in rascher Folge Gedichtbände, die sich durch treffsichere Satire und ihren Witz auszeichneten.
Seine Satire traf die spießbürgerliche Moral, Militarismus und aufkommenden Faschismus. Sein erfolgreiches Buch wurde aber der Kinderroman "Emil und die Detektive" (1928). Auch die späteren Kinderbücher, die humorvoll Kinder in schwierigen Situationen zeigen, sind bis in die Gegenwart populär.
Obwohl 1933 seine Bücher verbrannt und verboten wurden (1942 erhielt er totales Schreibverbot), emigrierte er nicht und publizierte im Ausland. Die während dieser Zeit entstandenen und in der Schweiz publizierten Romane sind unpolitsch-unterhaltsam (u.a. "Drei Männer im Schnee"). Nach 1945 war er u.a. Feuilletonredakteur der "Neuen Zeitung" in München und Mitglied des Kabaretts "Schaubude".
Zum Buch: "Die Monate haben es eilig. Die Jahre haben es eiliger. Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten. Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns. Besonders dann, wenn wir mit ihnen Geduld haben", schreibt Erich Kästner in seinem Nachwort zu seinen Kindheitserinnerungen ›Als ich ein kleiner Junge war‹.
Kästner erzählt von den Jahren 1907 bis 1914 in seiner Heimatstadt Dresden, aber auch sehr anschaulich von der Kindheit seiner Eltern und seiner Großeltern.
Er beschreibt das Alltagsleben seiner Familie, die gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen, das Treiben auf den Straßen und Plätzen Dresdens. Besonders liebevoll erinnert sich Erich Kästner an seine Mutter, der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt.
Kästner wurde als Kind des Sattlermeisters Emil Kästner und seiner Frau Ida Augustin geboren, die ihren Mann niemals geliebt hatte. Erst nach Erich Kästners Tod enthüllte der Kabarettist Werner Schneyder, dass nicht Emil Kästner Erichs biologischer Vater war.
Letztlich lässt es die Charakterstärke des Emil Kästner nur in noch glänzenderem Licht erscheinen, denn dass Ida Kästner ihren Mann stets spüren ließ, dass sie und ihr Augapfel Erich eigentlich etwas Besseres verdient hätten, blieb auch dem kleinen Jungen Erich nicht verborgen. Herzzerreißend sind Kästners Schilderungen von den Weihnachtsabenden, an denen die Eltern sich einen stillen Kampf um die Gunst Erichs in der Auswahl der Geschenke lieferten.
Doch trotz dieser melancholischen Grundstimmung und der manchmal bedrückenden materiellen Not blickt Erich voller Wärme auf seine frühen Jahre zurück, denn es ist ein reiches Kinderleben! Idas große Verwandtschaft und natürlich Ida selbst sorgen dafür, dass es Erich an nichts mangelt. Er erzählt von den Spielen, von seinen Freunden und von der Schule, die er mit großem Ernst und Ehrgeiz als Musterschüler immer gerne besucht. Er erzählt von sommerlichen Wanderungen durch die sächsische Schweiz und von der Freiheit, die seine Mutter ihm in allen Entscheidungen ließ, da sie sich wiederum Erichs großer Zuneigung sicher sein konnte.
Das Buch endet 1914 mit der Mobilmachung zum 1. Weltkrieg durch den Kaiser.
"Als ich ein kleiner Junge war."
Bleibt noch zu erwähnen, dass Hör- und Punktschriftbibliothek zahlreiche weitere Titel von Erich Kästner zur Ausleihe anbieten.

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Lieblingsbücher der Deutschen

Welche Bücher sind die Lieblingsbücher der Deutschen? Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ging 2004 dieser Frage nach. Wir nennen Ihnen die ersten 100 Plätze. Titel, die Sie in der DZB ausleihen können, stellen wir ausführlicher vor.
Wir setzen heute fort mit Platz Nr. 23:
Margaret Mitchell: "Vom Winde verweht"

Margaret Mitchell: "Vom Winde verweht"

Die amerikanische Romanautorin Margaret Mitchell wurde am 8. November 1900 in Atlanta, Georgia, als Tochter eines Rechtsanwalts geboren. Nachdem sie ihre Schul- und Collegeausbildung absolviert hatte und ursprünglich Ärztin werden wollte, übernahm sie nach dem frühen Tod der Mutter 1918 den elterlichen Haushalt und begann, für die Zeitung Atlanta Journal eine wöchentliche Kolumne in der Sonntagsausgabe zu schreiben. Mitchell heiratete 1922, wurde 1924 geschieden und heiratete im Jahr darauf John Marsh, einen Freund ihres Ex-Mannes.
Ihren Roman "Vom Winde verweht" begann Mitchell 1926 auf einer gebrauchten Remington-Reiseschreibmaschine zu schreiben und stellte im Lauf der folgenden zehn Jahre das mehr als 1000 Seiten umfassende Buch fertig. Der Roman erschien am 30. Juni 1936. Im gleichen Jahr verkaufte Mitchell die Filmrechte an ihrem Buch. 1937 brachte ihr das Buch den Pulitzer-Preis ein, 1939 kam die gleichnamige Verfilmung in die US-amerikanischen Kinos und wurde zu einem der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten.
Ab den 1940er Jahren arbeitete Mitchell ausschließlich ehrenamtlich für wohltätige Zwecke. Unter anderem sponserte sie die medizinische Ausbildung von unterprivilegierten College-Absolventen, gründete Notfallaufnahmen für Schwarze und Weiße am Grady Hospital in Atlanta, engagierte sich in der Afro-Amerikanischen Bewegung für Rechte und Ausbildung der Schwarzen in Atlanta und half während des 2. Weltkriegs in verschiedenen Krankenhäusern.
Am 11. August 1949 überfuhr ein betrunkener Taxifahrer Margaret Mitchell beim Überqueren der Straße; sie starb am 16. August 1949 und ist auf dem Oakland Cemetery in Atlanta begraben.
1987 erschien das Buch "Stolz und unbeugsam wie Scarlett" - Margaret Mitchells Briefe an ihren Jugendfreund Allen Edee aus der Zeit zwischen 1919 und 1921. 1995 wurde dann im Nachlass eines Jugendfreundes zusammen mit Briefen und Fotos von Margaret Mitchell ihr Roman "Insel der verlorenen Träume" entdeckt und 1996 veröffentlicht. Im Jahr 2000 erschien schließlich "Before Scarlett", eine Sammlung von bis dahin unveröffentlichten Geschichten und Novellen, die Margaret Mitchell im Alter zwischen sieben und 18 Jahren geschrieben hatte.
"Vom Winde verweht" (Gone with the Wind) erschien am 30. Juni 1936 und wurde sogleich einer der größten Bestseller in der Geschichte der amerikanischen Literatur, bereits im Oktober waren mehr als 1 Million Exemplare verkauft.
Die kokette 16-jährige Romanheldin Scarlett O'Hara lebt mit ihren Eltern und zwei Schwestern auf der Baumwollplantage Tara. Sie liebt Ashley Wilkes, den Erben der Nachbarplantage Twelve Oaks, der jedoch seine Cousine Melanie Hamilton heiratet. Aus Trotz heiratet Scarlett Melanies Bruder Charles, der jedoch im gerade beginnenden Bürgerkrieg stirbt.
In der Hoffnung, Ashley wiederzusehen, zieht Scarlett nach Atlanta zu Melanie und Tante "Pittypat". Hier trifft sie den Abenteurer Rhett Butler, der sie in einer Wohltätigkeitsauktion als Tanzpartnerin "ersteigert". Als die Truppen der Nordstaaten Atlanta angreifen, verhilft Rhett Scarlett zusammen mit der gerade niedergekommenen Melanie zur Flucht in die vom Krieg verwüstete Heimat.
Scarletts Mutter ist einige Tage zuvor an Typhus gestorben, ihr Vater hat darüber den Verstand verloren, die beiden Schwestern sind krank und neben den Yankees haben konföderierte Marodeure und befreite Schwarze fast alles gestohlen. Scarlett beschließt, Tara wieder aufzubauen.
Um die Steuern für Tara bezahlen zu können, heiratet Scarlett den langjährigen Verlobten ihrer Schwester, den Kaufmann Frank Kennedy, und entwickelt sich zur Geschäftsfrau. Nach einem Überfall auf Scarlett nimmt ihr Mann an einem Racheakt des neu gegründeten Ku-Klux-Klan teil, der ihn das Leben kostet. Rhett Butler, der schon lange heimlich in Scarlett verliebt war, macht ihr einen Heiratsantrag, den sie annimmt.
Ihr gemeinsames Kind stirbt schließlich bei einem Unfall. Außerdem ist die Ehe durch Scarletts nach wie vor nicht erloschene Schwärmerei für Ashley belastet. Erst durch den Tod Melanies, die an einer Fehlgeburt stirbt, erkennt Scarlett, dass ihre Liebe zu Ashley ein Hirngespinst war und sie eigentlich schon lange ihren Ehemann Rhett Butler liebt. Sie bittet Rhett um Vergebung. Doch für Rhett kommt diese Erkenntnis zu spät. Auf ihr Flehen erwidert er nur: "My dear, I don't give a damn." ("Meine Liebe, es ist mir gleichgültig.") Er verlässt sie und Scarlett beschließt, nach Tara zurückzukehren.
Dieser weltbekannte Roman wirkte zum Zeitpunkt seines Erscheinens als romantische Bestätigung der Legende vom (verklärten) ›alten‹ Süden und setzte einer etwas realistischeren Periode in der Selbsteinschätzung des Südens ein Ende. Die konventionell-romantische Sentimentalität überwiegt weitaus. Trotz zweifellos vorhandener rassistischer Elemente konnten sich viele Frauen mit Scarlett O'Hara identifizieren, ihre Zähigkeit diente ihnen in schweren Zeiten als beispielhafte Ermutigung, sich vorhandenen Widrigkeiten nicht zu unterwerfen.
Scarlett O'Haras Geschichte sollte mit Margaret Mitchells Roman nicht abgeschlossen sein. Unter dem Titel "Scarlett" erschien 1991 ein Roman von Alexandra Ripley, der eine Fortsetzung des Romans darstellt, autorisiert von Margaret Mitchells Erben, ihren Neffen Joe und Eugène Mitchell, die für die Fortsetzungsrechte eine Umsatzbeteiligung an Scarlett erhielten. Die Handlung spielt in den 1870er Jahren in Atlanta und in Irland. Hauptfigur ist wieder Scarlett O'Hara.
2007 erschien schließlich der Roman "Rhett" von Donald McCaig, der die Geschichte aus Sicht des Protagonisten Rhett Butler schildert und ebenfalls von Mitchells Erben autorisiert wurde.
[Quelle: Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur | Harenberg. Das Buch der 1000 Bücher. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 2005 | Wikipedia, die freie Enzyklopädie]
In der DZB vorhanden:

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.
Heute möchte unsere Praktikantin, Frau Nuray Gürler, ein Programm einschätzend vorstellen, welches als Neuheit in I-Phone-Geräte der Firma Apple installiert werden kann. I-Phones sind, wie Sie vielleicht wissen, sehr moderne und komfortable Mobiltelefone, die durch Fingerberührung bedient werden. Eine Sprachsoftware im Gerät erlaubt auch die Benutzung durch blinde Menschen. Der Beitrag zeigt sehr anschaulich die Möglichkeiten, aber auch Grenzen gegenwärtiger, moderner Technik."

Voice of DAISY im Test

Nuray Gürler
Mit dem iPhone ist es Apple wieder einmal gelungen, ein Produkt zu entwickeln, dass von Blinden wie von Sehenden gleichermaßen genutzt werden kann. Wie man es bereits von diversen iPod-Modellen kennt, kommt auch das Iphone mit VoiceOver, dem eingebauten Screenreader für Blinde und Sehbehinderte, das neben der Sprachunterstützung für Blinde auch mit Vergrößerung für Sehbehinderte ausgestattet ist.
Um der Eigenschaft des Allrounders für Blinde und Sehbehinderte, aber auch für Menschen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche noch ein ganzes Stück näher zu kommen, fehlte ihm anfangs die Fähigkeit, DAISY abspielen zu können.
Dieser Herausforderung hat sich die japanische Firma Cypac gestellt und veröffentlichte am 05.12.2009 Voice of DAISY, kurz VOD, in der Version 1.0, das zum Preis von 25 Dollar erhältlich ist.
Unterstützte Formate
VOD spielt lediglich Bücher im Format DAISY 2.02 ab. Alle übrigen Formate sind laut Cypac nicht nur nicht navigierbar, sondern können darüber hinaus auch nicht abgespielt werden.
Inbetriebnahme des Programms
Grundsätzlich sei zu erwähnen, dass die Anwendung in Englisch geschrieben ist. Neben den deutschen Übersetzungen wird im Folgenden stets die englische Bezeichnung genannt.
Beim ersten Start von VOD befindet man sich auf dem Ausgangsbildschirm, der aus den Schaltern Bücherregal (bookshelf), Hochladen (upload), Hilfe (help) und Info (info) besteht.
Um nun ein DAISY-Buch auf das Iphone zu übertragen, braucht man eine WLAN-Verbindung. VOD hat einen FTP-Server an Bord, der die einzige Möglichkeit darstellt, das Iphone mit DAISY-Lektüre zu bestücken. Und da das Iphone eine interne IP bekommen muss, kann die Übertragung ausschließlich über WLAN erfolgen. Auf dem Hochladen-Bildschirm kriegt der Nutzer den Hinweis, dass IP und Port vorgegeben sind, dass er diese jedoch auch unter Einstellungen\Allgemein\VOD\FTP ändern kann. Mit seinem Rechner baut man nun eine FTP-Verbindung zum Iphone auf und kopiert das DAISY-Material. Nun muss auf dem Iphone nur noch der Schalter "complete upload" gedrückt werden, damit das DAISY-Material intern zur Widergabe vorbereitet werden kann. Danach ist es im Bücherregal zu finden.
Wiedergabe von DAISY
Ab jetzt befindet sich beim Start von VOD auch ein Schalter auf dem Bildschirm, der den Namen des DAISY-Titels trägt. Dieser wird nicht aus dem Buch direkt entnommen, das heißt, er wird von VoiceOver vorgelesen. Löst man diesen aus, beginnt das Buch ab dem 1. Track zu spielen. Unmittelbar über der Home-Taste, dem einzigen Knopf auf der Oberfläche des iPhones, befindet sich die Play-Pause-Taste, links und rechts davon Zurück (previous) und Vor (next), wobei die Zweitbelegung der Play-Taste Stopp anstatt Pause ist. Eine Pause-Funktion ist leider nicht vorhanden. Während der Titel läuft, befinden sich auf dem Bildschirm die einzelnen Tracks als Links zur direkten Anwahl.
Bewertung
DAISY ist für den Nutzer gleichzusetzen mit entspanntem Hörbuchvergnügen. Komplexe Werke können auf unterschiedlichen Ebenen navigiert werden, auch besteht die Möglichkeit, Lesezeichen zu setzen. Die gängigen DAISY-Player sind alle mit einem Sleeptimer ausgestattet, so dass das Hörbuch nicht die ganze Nacht durchlaufen muss, wenn man beim Hören einschläft.
Stellt man diese Erwartungen jedoch an Voice of DAISY, wird man ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das erste, was negativ auffällt, ist die mangelnde Dokumentation. Denn obwohl VOD eine ausführliche Hilfefunktion zur Verfügung stellt, besteht für den Nutzer nicht die Möglichkeit, im Vorfeld eine Dokumentation zu lesen, die bereits Informationen über manche Einschränkung gibt und so die Möglichkeit bietet, über den Kauf der Software zu entscheiden. Bevor man den Download der Software anklickt, findet man allerdings einen unscheinbaren Link, der dem Nutzer einen groben Überblick über Funktionsumfang und Bedienung des Programms gibt. Hier ist also die Experimentierfreude des Einzelnen gefragt.
Hat man VOD in mühsamer Kleinarbeit gekauft, heruntergeladen und installiert, wird der Upload von DAISY-Material für einige sicher die nächste Hürde darstellen. Hierfür ist zwingend eine WLAN-Verbindung notwendig, mal schnell bei einem Bekannten das ersehnte Hörbuch aufs Handy kopieren ist gar nicht so einfach. Darüber hinaus ist die FTP-Verbindung sehr langsam. Für ein knapp 72 MB kleines DAISY-Buch habe ich fast zwei Stunden zum Upload gebraucht, nachdem mir mehrere Male die Verbindung abgebrochen ist und ich von Glück sagen konnte, dass der FTP-Client sich merkt, welche Datei zuletzt erfolgreich übertragen wurde. In diesen Fällen musste VOD neu gestartet werden. Es hatte immer wieder die WLAN-Verbindung verloren, obwohl der Zugangspunkt sich nur einen Raum weit entfernt befand. Ob das ein VOD-spezifisches oder das altbekannte WLAN-Problem von Apple ist, bleibt ungeklärt.
Die größte Enttäuschung erlebt der Nutzer jedoch, wenn er sich das Buch anhören möchte. Nicht nur, dass entgegen aller Gewohnheiten auf Lesezeichen und Sleeptimer verzichtet werden muss, VOD kommt nicht einmal mit Resume-Funktion. Wird das Buch also gestoppt, eine Pausenfunktion gibt es nicht, merkt sich VOD bei wiederholtem Drücken der Play-Taste lediglich den Anfang des jeweiligen Tracks, dabei ist eine Resume-Funktion wohl die mindeste Erwartung, die ein Nutzer an einen DAISY-Player stellen darf. Nicht mal die maximale Betriebszeit von acht Stunden lässt den Nutzer über die vorhandenen Mängel hinwegsehen.
Der Suchbegriff "voice of DAISY" führt in den einschlägigen Suchmaschinen zu sehr wenigen Treffern. Neben dem Link zur Cypac-Seite, der nicht gerade einfach zu finden ist, beschränken die Treffer sich meist auf Hilferufe in diversen Blogs. Auch auf der Seite vom DAISY-Konsortium gibt es keinen Link zu Cypac, allein im News-letter-Archiv findet man in der diesjährigen Februar-Ausgabe die kurze Mitteilung, dass Cypac einen DAISY-Player veröffentlicht habe.
Bleibt zu hoffen, dass die Zahl der experimentierfreudigen Tester und deren Feedback an die Entwickler die Weiterentwicklung der App vorantreiben.

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Info-Service

Angela Fischer und Dr. Thomas Kahlisch im Präsidium des DBSV e.V.

Michael Wallis
Der Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) hat am 18. Juni in Berlin das Führungsteam für die nächsten vier Jahre bestimmt. Als Präsidentin wurde Renate Reymann aus Peckatel in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Vizepräsident ist Werner Lange aus Hannover. Ins Präsidium, das durch sieben weitere Mitglieder komplettiert wird, zogen dieses Jahr gleich zwei Vertreter aus Sachsen ein. Künftig werden Angela Fischer aus Wallroda, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehinderten-Verbands Sachsen e.V., und Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der DZB Leipzig, im Präsidium mitarbeiten und dabei auch sächsische Interessen und Ideen einbringen. Für Dr. Thomas Kahlisch ist es die zweite Amtszeit im Präsidium des DBSV. Alle Mitglieder des Präsidiums sind blind oder sehbehindert. Die DZB ist korporativer Partner des DBSV.

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Hörbuchkatalog mit Updatefunktion

Der neue Gesamtkatalog der Hörbücherei auf CD-ROM liegt vor und ist ab sofort in der DZB erhältlich. Empfohlene Systemvoraussetzungen sind Windows XP/2000/Vista.
Der auf der CD befindliche sehr ausführliche Hilfe-Text unterstützt sowohl bei der Installation als auch bei Nutzung des Kataloges.
Neu ist, dass nun die Möglichkeit besteht, die Katalogdaten über das Internet zu aktualisieren. Ab Ende Mai 2010 kann dies zum ersten Mal ausprobiert werden.
Der Katalog kostet 25,60 EUR, incl. jährlichem kostenlosen Updateservice auf CD für 5 Jahre. Die monatlichen Updates über das Internet sind kostenfrei.

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Berühren, Staunen, Begreifen! - Tag der offenen Tür 2010

Michael Wallis
Am Samstag, den 04. September 2010, laden wir Sie von 10-16 Uhr ganz herzlich zu unserem traditionellen Tag der offenen Tür in die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig ein. Im Rahmen von Führungen können Sie unser gesamtes Haus kennenlernen. Dabei erfahren Sie alles über das Geheimnis der Blindenschrift, die Braille-Druckerei, die Reliefherstellung und unser Studio.
Dazu werden wir erstmals unseren beliebten Reliefkalender für blinde und sehbehinderte Menschen für das Jahr 2011 vorstellen. Dieser präsentiert fleischfressende Pflanzen. Daher freuen wir uns sehr, dass wir auch zwei Vorträge zum Thema fleischfressende Pflanzen anbieten können. Diese wird Dr. Martin Freiberg vom Botanischen Garten der Universität Leipzig halten, der auch einige echte fleischfressende Pflanzen mitbringen wird (11 Uhr Vortrag für Kinder, 14 Uhr Vortrag für Erwachsene). Als technisches Highlight wird die Firma Gaudio Braille aus Marburg den "SDR" vorstellen. Dabei handelt es sich um einen Digitalreceiver mit Sprachausgabe, eines der Highlights der Sight-City 2010. Im Haus werden natürlich auch dieses Jahr Selbsthilfeverbände und Hilfsmittelanbieter vertreten sein. Gruppen werden um Anmeldung unter info@dzb.de oder der Rufnummer 0341/7113-124 gebeten. Weitere Infos unter www.dzb.de.

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Nele Müller erhält Sonderpreis beim AKEP Award 2010

Michael Wallis
Die Diplomarbeit "Erstellen von Großdruck-eBooks im Format ePUB" von Nele Müller von der HTWK Leipzig hat den Sonderpreis "Beste Arbeit" beim AKEP Award 2010 in Berlin erhalten. Die Arbeit - als Kooperation mit der DZB entstanden - beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das wachsende eBook-Angebot auf dem Buchmarkt dazu geeignet ist, den Zugang für sehbehinderte Menschen zu Literatur zu verbessern. Beim AKEP Award zeichnet der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zukunftsweisende elektronische Entwicklungen in Verlagen aus. Die Arbeit von Nele Müller setzt dabei die erfolgreiche Auseinandersetzung sächsischer Akteure mit den Herausforderungen im Bereich des barrierefreien Publizierens fort. Schon 2008 lobte die AKEP ausdrücklich das DAISY-Engagement der DZB. 2009 wurden Wolfram Eberius und Alexander Haffner von der TU Dresden für ihre Diplomarbeit zur Erstellung eines DAISY-Webplayers mit dem Junior Award ausgezeichnet. Auch diese Arbeit war in Kooperation mit der DZB entstanden.

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Auflösung EBS

Dr. Hans-Eugen Schulze
Der EBS Deutschland wird demnächst aufgelöst werden. Die täglichen Losungen und die Weltgebetstagsordnung in Blindenschrift sowie die täglichen Andachten auf DAISY-CD können Sie ab 2011 in der Geschäftsstelle der neuen Dachorganisation DeBeSS = Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der EKD bestellen.
Die "ZeitZeichen" wird der Verlag selbst auf DAISY-CD lesen lassen.
"Der beste Freund" dagegen wird eingestellt.
DBSS, Ständeplatz 18, 34117 Kassel,
Tel.: 0561 72987161
E-Mail: buero@debess.de

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Beipackzettel überwinden Barrieren

Michael Wallis
"Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" - ersteres war Blinden und Sehbehinderten bisher nicht möglich. Der neue Patienten-Info-Service soll dem entgegenwirken. Blinde und sehbehinderte Menschen können in Zukunft die Gebrauchsinformationen von Arzneimitteln im Internet abrufen. Das zukunftsweisende Projekt wurde erstmalig im Rahmen des Verbandstages des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) präsentiert. Die Arzneimittelinformationen werden künftig in vier Formaten angeboten:
Der PatientenInfo-Service wurde von der Rote Liste® Service GmbH in enger Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) entwickelt. Die DZB ist für die DAISY-Beratung des Projektes verantwortlich.

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Neuigkeiten von Tandem-Hilfen e.V.

Aus dem Newsletter „Die kette“
Dank für Anteilnahme und Spenden
Am 28. Mai nahmen 120 Trauergäste Abschied von Ilona Nicolai, Mitbegründerin von Tandem-Hilfen. In den vielen Beileidsbekundungen, die Thomas Nicolai als E-Mail, als Briefpost oder als Anrufe erreichten, wurde insbesondere auch Ilonas Engagement für blinde und sehbehinderte Menschen sowie für die Ziele von Tandem-Hilfen hervorgehoben.
Viele Freunde und Bekannte sowie eine Reihe von langjährigen Unterstützern von Tandem-Hilfen haben dem Wunsch von Ilona Nicolai entsprochen und statt eines Blumengebindes eine Spende für Tandem-Hilfen e.V. übergeben.
Für die Anteilnahme, für die Würdigung und für die Spenden danken Tandem-Hilfen e.V. und Thomas Nicolai ganz herzlich.
Insgesamt wurden 2.234 € gespendet.
400 km bei Tandem für alle
30 Radfreunde waren vom 30.05. bis 07.06.2010 zwischen Lübeck und der Insel Poel mit Tandems unterwegs. "Tandem für alle" - initiiert von Tandem-Hilfen e.V. hatte mit dem AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen einen ausgezeichneten Ausgangspunkt und Zielort für die 7 Tagestouren. Die Teilnehmer kamen aus vielen Regionen Deutschlands - u.a. Aachen, Berlin, Lübeck, Magdeburg, Schwerin, Stuttgart, Wismar.
Die Piloten vom ADFC Wismar ermöglichten etlichen allein angereisten Blinden die Teilnahme. Und drei von der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neukloster ausgeliehene Tandems komplettierten den sehr gemischten Fuhrpark.
Ein Dankeschön an alle Helfer und Unterstützer!
"Tandem für alle" 2011 findet voraussichtlich vom 22. bis 29. Mai in Boltenhagen statt.
Wie Blinde per Tandem die Welt erleben
Im Ausstellungsbereich von Globetrotter in Berlin-Steglitz stellt Tandem-Hilfen e.V. im August 2010 seine Projekte vor. Bild- und Texttafeln geben Auskunft darüber, was Tandemfahren für blinde und sehbehinderte Menschen bedeutet und welche Ziele Tandem-Hilfen e.V. verfolgt.
Im Mittelpunkt steht dabei die "Sechs-Punkte-Tour" Berlin-Paris 2009. Exponate zum Thema Blindenschrift steuert das Deutsche Blindenmuseum bei. Und ein Tandem mit voller Ausstattung lässt erkennen, wie viel Spaß das Tandemfahren macht.
Am 26. August um 20.00 Uhr gibt es zur Ausstellung einen Vortrag - mit Diashow und Punktschriftlesung aus dem Tourentagebuch Berlin-Paris - gewürzt mit Liedern rund um das Radfahren.
Im Rahmen der Ausstellung stellt auch Sebastian Burger seine "Blind-Cycle-Tour" vor. 11.500 Kilometer von Bremen nach Singapur waren zwei "Tandem-Taxis" unterwegs, auf denen 18 Blinde aus mehreren Ländern mitfuhren.
Kontakt
Tel.: 030 2081720, Mobil: 0171 5307169
E-Mail: ThomasNicolai@gmx.de
www.tandem-hilfen.de

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Abrufbare Übersicht Freizeiten und Studienreisen

Dr. Hans-Eugen Schulze
Beim Dachverband für die evangelische Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS) gibt es eine Übersicht über alle in diesem Jahr angebotenen Freizeiten und Studienreisen.
Tel.: 0561 72987161
E-Mail: buero@debess.de

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Punktschriftkurse 2011

Lydia Barkhau
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Mecklenburg-Vorpommern e. V. führt auch 2011 wieder sein bewährtes 5-teiliges Punktschriftkurssystem zum Erlernen der Braillevoll- und -kurzschrift mit Lydia Barkhau, Ursula Bamberg und Horst Schuldt, einen 3-teiligen Kurs zum Erlernen des 10-Fingerschreibens auf der PC-Tastatur mit Frau Soetbeer-Hansen sowie PC-Kurse für Windows mit Jaws für Einsteiger und fortgeschrittene Anwender mit Herrn Hasan Karahasan im Aurahotel "Ostseeperlen" Boltenhagen durch.
Punktschriftkurs-Termine
Der Pauschalpreis je Kurswoche beträgt 120 €.
Termine für das Erlernen des 10-Fingerschreibens
Pauschalpreis je Kursteil 151,50 €
Termine für PC-Kurse
Alle Kurse werden gefördert. Der Pauschalpreis enthält Unterkunft und Verpflegung.
Kursanmeldungen bzw. weitere Informationen bei Lydia Barkhau (Tel.: 038203 62993 /abends) oder am Tag 038203 62029 bzw. E-Mail: lydia.barkhau@online.de oder Aurahotel "Ostseeperlen" Boltenhagen, Tel.: 038825 3700, E-Mail: ostseeperlen@t-online.de.

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Wegweiser durch die digitale Welt

Dr. Hans-Eugen Schulze
Bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen ist auf DAISY-CD der "Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger" erhältlich. Um die richtige Fassung zu erhalten, müssen Sie jedoch dazu sagen oder schreiben, Sie brauchten ihn auf DAISY-CD, denn es gibt die Fassung auch in gedruckter Form.
Tel.: 0228 249993-0
E-Mail: kontakt@bagso.de

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Mietservice für DAISY-Geräte

Neben dem Mietservice für DAISY-Geräte KS-Cassetten gibt es in Sachsen-Anhalt die Firma "dats Weber. Digitaler Audio- und Textservice".
Ausleihe, Verkauf und auch Beratung zu den DAISY-Abspielgeräten sind nur einige von vielen Angeboten der Firma.
Aktuelle Informationen direkt:
dats Weber
Harald Weber
Martin-Luther-Straße 47
39288 Burg
Tel.: 03921 2560147
info@dats-weber.de
www.dats-weber.de

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Seminarausschreibungen

Excel-Kurs für Anfänger
29.08.-03.09.10
Kur- und Begegnungszentrum Aura-Hotel Saulgrub
870 € ; Unterkunft inkl. VP enthalten
Anmeldeschluss: 31.07.10
Excel-Kurs für Fortgeschrittene
24. - 29.10.10
Kur- und Begegnungszentrum Aura-Hotel Saulgrub
Voraussetzungen: Tastaturbeherrschung; Grund-kenntnisse im Arbeiten unter Windows; gute Kenntnisse der Brailleschrift und im Umgang mit einer Braillezeile
870 € ; Unterkunft inkl. VP enthalten
Anmeldeschluss: 25.09.10.
Diese Fortbildungen werden vom Integrationsamt Karlsruhe für schwerbehinderte/gleichgestellte berufstätige Personen anerkannt, die die Inhalte für ihren Beruf benötigen und durch die Teilnahme an dieser Veranstaltung ihre Eingliederung ins Erwerbsleben sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit dadurch erhalten.
Anmeldung: Ab sofort bei Bildung Ohne Barrieren - bitte verwenden Sie unser Anmeldeformular im Internet: http://www.bildung-ohne-barrieren.de/angebote/seminaranmeldung.html oder fordern Sie dieses bei uns an.
Bildung Ohne Barrieren
Bildungsinstitut für blinde
und sehbehinderte Menschen e. V.
Birnenwaldstr. 17
D-77866 Rheinau
Tel./Fax: 07844 911502
E-Mail: info@bildung-ohne-barrieren.de
Internet: www.bildung-ohne-barrieren.de

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Resolution für eine gerechte Blindengeldlösung

Die blinden Menschen in Deutschland haben unabhängig von ihrem Wohnort vergleichbare behinderungsbedingte Beeinträchtigungen und damit auch den gleichen Bedarf an Nachteilsausgleichen. Die Höhe dieses behinderungsbedingten Mehrbedarfs wurde im Sozialgesetzbuch XII festgestellt. Trotzdem gibt es in den Ländern völlig unterschiedliche Blindengeldbeträge. Hochgradig sehbehinderte Menschen haben in abgestufter Form vergleichbare Nachteile wie blinde Menschen und müssen deshalb ein abgestuftes Blindengeld erhalten. Dieses wird jedoch zurzeit nur in sechs Ländern gewährt.
Die blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland haben aber ein Recht darauf, dass die Leistungen in allen Ländern und in gleicher Höhe gewährt werden. Der durch das Sozialgesetzbuch XII festgestellte Mehrbedarf ist bundesweit als einkommens- und vermögensunabhängiger Nachteilsausgleich für blinde Menschen in voller Höhe und für hochgradig sehbehinderte Menschen abgestuft zu leisten. Taubblinde Menschen müssen aufgrund des wesentlich erhöhten Hilfebedarfs einen angemessen aufgestockten Nachteilsausgleich erhalten, damit sie insbesondere den hohen Aufwand an Kommunikationsassistenz finanzieren können.
Die blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland haben auch ein Recht auf Verlässlichkeit. Der Nachteilsausgleich muss ihnen garantiert werden und darf nicht Spielball eines politischen Verteilungskampfes um Haushaltsmittel sein.
Der Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV)
Die blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland stellen sich den Herausforderungen einer visuell orientierten Welt. Aber dafür brauchen sie Assistenz und technische Unterstützung, finanziert durch einen angemessenen Nachteilsausgleich.
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Jahresabonnement: CD DAISY 7,68 €, Blindenkurzschrift 7,68 €, Schwarzschrift 12,30 €.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Alle Rechte vorbehalten.
Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: verlag@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
Abonnements, Anzeigen
Tel.: 0341 7113-120
Spenden
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto 1 100 830 010
DZB 2010

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