DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 5 – 2011

September / Oktober

21. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Die DZB unterwegs ins Jahr 2020 - Umgestaltung und Modernisierung

Zeitschriftenangebot 2012

Brailleschrift - Relikt oder Chance?

Die Zukunft von Braille aus der Sicht eines Lehrers

Neuerscheinungen zu Braille21

Programm Braille-Tag in Deutschland

Die Kramkiste

Nikos Kazantzakis: "Alexis Sorbas"

François Mauriac: "Natterngezücht"

Danke und Alles Gute!

LOUIS

WikiTaxi als Nachschlagewerk

Wikipedia-Enzyklopädie am Telefon

Info-Service

Neue Verpackung bei Hörzeitschriften

Die DZB auf der REHACARE

Silbermedaille für Reliefwandkalender 2012 "Chinesische Tierkreiszeichen"

"via regia" - Führung für Blinde und Sehbehinderte

Tandem-Hilfen e.V.

Impressum

Vorbemerkung

Eine Beilage zur Brailleausgabe und ein Vorspann in der DAISY-Fassung dieser DZBN informieren über die Neugestaltung unseres Zeitschriftenangebotes im nächsten Jahr. In der Rubrik "Einblicke" äußert sich Dr. Thomas Kahlisch zu den Hintergründen. Eine Auflistung der im nächsten Jahr angebotenen Zeitschriften schließt sich an.
Und natürlich steht diese Ausgabe auch im Zeichen des Ende September in Leipzig stattfindenden Kongresses "Braille21". Neben einem weiteren Diskussionsbeitrag finden Sie das komplette Programm vom Braille-Tag in Deutschland am 27.09. mit allen Vortrags- und Workshop-Themen und Referenten nebst Ortsangaben.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Nachlese

»(…) Es war von jeher der Wunsch der Blindenbewegung, aus der Nische in das volle Leben der Gesellschaft eingegliedert zu werden. Diesen Wunsch hat Herr Georg Strutz in seinem Artikel in der Juli/August-Ausgabe der DZB-Nachrichten aufgegriffen.
Louis Braille hat nicht wissen können, dass die Entwicklung in der Welt so laufen wird, wie sie jetzt läuft. Alles in Blindenschrift zu beschriften ist ein Wunsch, den ich zwar begrüße, den ich aber andererseits nicht befürworten kann.
Die Entwicklung in unserer Gesellschaft ist für unseren Personenkreis nicht günstig. Für Vollblinde ist diese Entwicklung erst recht nicht günstig. Von Vollblinden zu verlangen, allein einkaufen zu gehen, ist eine richtige Zumutung, ebenso seinen Weg allein zur Arbeitsstelle finden zu sollen, ist erst recht eine Zumutung, die gut überlegt werden muss. Das soll nun nicht heißen, dass der Blinde überhaupt nicht arbeiten soll, er soll seine Begabungen einbringen so gut er kann. Jeder, ob sehend oder blind, der eine Dienstleistung wünscht bzw. auf eine Dienstleistung angewiesen ist, soll bzw. muss sie auch bekommen dürfen. Blinde haben ein Recht auf eine Grundakzeptanz. (…)«
[Herr Helmut Illig]

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Punktschrift

»(…) Für mich ist die Punktschrift lebenswichtig - nicht nur als Hilfe im Alltag, sondern auch für entspanntes Lesen in der Freizeit. Ich lese gern und viel und schätze die Qualität der Punktschrifterzeugnisse der DZB sehr. Deshalb wäre auch ich nicht glücklich darüber, aus Zeit- und Kostengründen unkorrigierte Bücher bereitzustellen. Da wäre die DZB sich selbst nicht mehr treu. Ich hatte schon solche Texte unter den Fingern - erst neulich ein christliches Liederbuch, das mit Fehlern durchsetzt war, schon weil der Computer die Umlaute so falsch umsetzte, dass die Lesbarkeit erschwert war. Auch wenn die Texterkennungssysteme wesentlich besser sind als früher, würde ich mich doch nicht voll darauf verlassen. Computer können bei der Umsetzung sehr eigenwillig sein, wie das Liederbuch zeigt.
Mir scheint, dass wir in Sachen Nutzung von Büchern vor einem Generationswechsel stehen. Ich bin bekennender Technikmuffel, obwohl ich auf Arbeit einen Computerarbeitsplatz mit Braillezeile und Sprachausgabe nutze. Ich bewundere diejenigen, die stundenlang Braillezeile lesen können. Als ich das anfangs versuchte, bekam ich fast eine Sehnen--scheidenentzündung. Beim Lesen von Gedrucktem ist der Arm beweglicher. Auch mag ich nicht lange Zeit synthetische Stimmen hören. Deshalb habe ich mir im vergangenen Jahr den Tätigkeitsbericht des DBSV als Beilage zur ‚Gegenwart' nicht ‚angetan'. Da ist mir ein gesprochenes Hörbuch lieber.
Ich bedaure sehr, dass die Ausleihe von Punktschriftbüchern und die Zahl der Abonnements von Punktschriftbüchern zurückgegangen sind. Diese Druckerzeugnisse möchte ich nicht missen und denke auch an jene älteren Menschen, die sich nicht mehr auf Elektronik umstellen können oder wollen. Dass elektronische Bücher platzsparend sind, spricht natürlich für dieses Medium.
Als Grund für den Rückgang der Punktschriftausleihe sehe ich auch die Tatsache, dass deutschlandweit immer mehr Postfilialen geschlossen werden und somit die Wege zur nächsten Postagentur sehr weit sein können, besonders wenn man die schweren Büchersendungen hintragen muss. Ich kenne selbst einen Blinden, dem es so geht und der deshalb nur noch Hörbücher ausleiht.
Auch ich finde es nicht gut, dass Lehrer an Blindenschulen nicht zum Lernen der Punktschrift verpflichtet werden. Solche Lehrer können natürlich die Kinder auch nicht zum Lesen von Punktschrift anregen. (…)«
[Frau Ursula Steinbrich]

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Punktschriftbücher

»(…) Liebe Leserinnen und Leser! Zum Thema Punktschriftbücher möchte ich einsteigen in die Diskussion. Ich wurde 1968 in der Blindenschule Chemnitz mit drei Jahren Verspätung eingeschult, ich war damals schon fast blind und freute mich, endlich lesen und schreiben zu lernen. Ich war und bin dieser Punktschrift gegenüber immer ohne Vorurteile. Zuerst lernten wir die Vollschrift, erst steckten wir die Buchstaben mit der Steckleiste. Wenn wir fleißig mitarbeiteten, durften wir dann die Buchstaben bzw. kleinere Worte oder Sätze mit der Maschine schreiben. Gegen Ende des 1. Schuljahres korrespondierte ich dann schon mit meinen Eltern in Punktschrift. Auch wurde ich Stammgast in der Leihbücherei im Haus 5. Hier umfasste mein erstes Ausleihbuch 7 Seiten, darüber konnte ich nur lachen. Im 2. Schuljahr lernten wir dann mit der Tafel zu schreiben, die sogenannte Spiegelschrift. Zum Glück lernten wir sie nur; im Unterricht hätte ich sie nicht anwenden wollen. Mir war das zu mühselig, man brauchte Konzentration und Zeit. Aber mit der Tafel habe ich mir kurze Notizen gemacht, wenn keine Maschine vorhanden war. Im 4. Schuljahr kam dann die sogenannte alte Kurzschrift, ich lernte sie wie man beispielsweise eine Fremdsprache lernt. Kurze Zeit später kam dann die reformierte Kurzschrift. Auch die Kurzschrift ist ein Segen, reduziert sie doch die Punktschriftbücher vom Umfang her erheblich. Die Computer haben ja spezielle Umwandlungsprogramme, so dass man entweder Vollschrift oder Kurzschrift lesen oder schreiben kann. Im Unterricht haben wir dann die neuen Schriftsysteme gleich angewandt. So kann man den Stoff am besten vertiefen. Jedoch bis es jeweils neue Bücher in den neuen Schriftformen gab, dauerte es lange. Die Schulbuchproduktion hinkte ja ständig hinterher. Und so kam es, dass ich einen Mischmasch aus alter und neuer Kurzschrift im Gedächtnis habe. Um Regeln habe ich mich wenig gekümmert. Und bisher konnte aber noch jeder, der der Punktschrift mächtig ist, meine Texte lesen. Und wenn mal eine Kürzung in einem fortlaufenden Text ist, die man nicht kennt, dann ergibt es sich doch aus dem Zusammenhang, was das wohl heißen könnte! Für mich wäre es schlimm, wenn ich nicht mehr mit den Fingern lesen könnte. Denn was man unter den Fingern hat, kann man sich viel besser einprägen.Noch etwas zu den Punktschriftbüchern: In den Katalogen wird meist darauf hingewiesen, in welcher Schriftform und in welchem Format das jeweilige Buch in welcher Bücherei zu bekommen ist. Sicher: Hörbücher, ob Audio oder DAISY, sind gut, aber bei mir wird ein Punktschriftbuch immer den Vorzug haben. Sicher: Man kommt auf diese Weise nicht zum aktuellsten Bestseller, aber dafür gibt es den PC. Ich erstelle mir bei zwei Büchereien Bestsellerlisten, welche der Reihe nach abgearbeitet werden. Und jeder Bücherkoffer ist für mich ein Überraschungspaket, und ich schaue nach: was für ein Buch ist es diesmal? Wo wurde es gedruckt? Welches Format hat es? Umfang und Ausstattung sind für mich erstmal zweitrangig, ich bin eben eine Leseratte. Sehende, die sich Bücher aus der Bücherei holen, sind da wahrscheinlich auch nicht so wählerisch. Sonst würden sie sich ja die Bücher kaufen. Die Koffer oder Kartons, womit Punktschriftbücher verschickt werden, sind manchmal recht mitgenommen, und die Post tut sich zuweilen recht schwer mit der Zustellung. Und hoffentlich bleibt es noch recht lange bei der portofreien Versendung von Punktschrifterzeugnissen! Es gibt noch so vieles, was ich lesen möchte, und allein deshalb hoffe und wünsche ich, dass ich recht alt und geistig frisch bleibe! Bedauerlicherweise hat der Tag nur 24 Stunden. Vielleicht sollten junge Leute ihre Maßstäbe nicht zu hoch ansetzen; man muss auch lernen, sich mit manchen Gegebenheiten zu arrangieren. Herzliche Grüße! (…)«
[Frau Claudia Major]

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Einblicke

Die DZB unterwegs ins Jahr 2020 - Umgestaltung und Modernisierung

Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der DZB)
Derzeit enthalten die Hör- und Punktdruckzeitschriften der DZB einen Vorspann bzw. eine Beilage, der bzw. die über große Veränderungen in unserer DZB-Zeitschriftenlandschaft informiert. Zusätzlich werden alle Abonnenten per Post ein Schreiben mit dem gleichen Text erhalten. Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen die Hintergründe für die Umgestaltung nennen, damit die geplanten Veränderungen mit Ihrem Verständnis und Ihrer Unterstützung durchgeführt werden können.
Die DZB Leipzig erhält eine Grundförderung durch den Freistaat Sachsen. Diese deckt zum großen Teil unsere Personalkosten. Sachmittel, wie Blindenschriftpapier für Bücher und Zeitschriften, CDs zur Herstellung von Hörbüchern, Honorarkosten oder neue Technik müssen durch Einnahmen (Verkaufserlöse) und Spenden finanziert werden.
Wenn wir heute durch moderne Produktionsverfahren mehr Bücher als früher übertragen, steigt für Sie als unsere Kunden die Zahl der zugänglichen Titel. Für uns werden durch die Mehrproduktion aber höhere Kosten verursacht: mehr Lizenzgebühren, mehr Bucheinkäufe, mehr Sprecherhonorare. Diese höheren Kosten können nicht durch Einnahmen ausgeglichen werden, Verkaufs- und Spendeneinnahmen gingen in den letzten Jahren zurück, die Ausleihe in unserer Bibliothek ist kostenlos und wir sind nach wie vor der Gemeinnützigkeit verpflichtet.
Um Ausgaben zu senken und Einnahmen zu steigern, werden zukünftig alle Arbeitsbereiche dementsprechend gesichtet und gestrafft. Zeitschriftenredaktion, Studio, Punktschriftausleihe und Öffentlichkeitsarbeit stehen am Beginn des Prozesses, weitere Bereiche folgen. Wie Sie bereits bemerkt haben, verstärken wir auch unsere Aktivitäten, Spendengelder einzuwerben, damit genügend Geld zur Verfügung steht, um die Veränderungen durchführen zu können. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Angeboten auf dem Gebiet der digitalen Medien. Was wir schrittweise entwickeln und anbieten wollen sind Zeitschriften zum Download, Brailledaten auf CD, Online-Shop und Web2.0-Anwendungen, bei denen sich unsere Nutzer aktiv einbringen können.
Der Umgestaltungs- und Modernisierungsprozess startet also mit den geplanten Veränderungen im Zeitschriftenangebot. Langjährige Leserinnen und Leser wissen: über einen sehr langen Zeitraum konnten wir Ihnen ein vielfältiges Zeitschriftensortiment zu einem unveränderten Preis anbieten. Eine Preisanpassung ist deshalb schon länger unumgänglich. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch intensiver auf die mehrheitlichen Interessen unserer Kunden konzentrieren und uns notgedrungen von solchen Zeitschriften trennen, deren Abonnementszahlen seit Jahren stark sinken. Dies sind "Hörmagazin", "Kultur und Freizeit", "Kurzgeschichte international", "Schachbrücke", "Tiermagazin", "Wissen und Fortschritt". Die betroffenen Abonnements laufen automatisch zum Jahresende aus. Nichtsdestoweniger gilt unser Dank den aktiven Leserinnen und Lesern dieser Zeitschriften für die über viele Jahre andauernde Treue zu Ihrer Zeitschrift!
Schließlich benötigen wir für die Modernisierung und Ausgestaltung unserer Online-Präsenz kompetentes redaktionelles Personal. Die frei werdenden Kapazitäten in unserer Redaktion und angrenzenden Abteilungen werden wir also dafür nutzen, um den Anforderungen der modernen Medienlandschaft gerecht zu werden und Ihnen zukünftig auch im Bereich der digitalen Medien moderne Verlags- und Bibliotheksangebote offerieren zu können.
Dass es all dies nicht zum Null-Tarif gibt, ist uns bewusst. Daher rufe ich Sie auf und bitte Sie, uns bei unseren Modernisierungsbestrebungen zu unterstützen! Halten Sie Ihrer DZB die Treue, erfreuen Sie sich auch weiterhin an den hochwertigen Literatur- und Zeitschriftenangeboten in Brailleschrift und auf DAISY-CD und ermöglichen uns durch Ihre Unterstützung das für Sie kostenlose Ausleihangebot unserer Bibliothek auszubauen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Dr. Thomas Kahlisch

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Zeitschriftenangebot 2012

Folgende Zeitschriften sind ab 01.01.2012 in der DZB abonnierbar:
IMMER AKTUELL
"Radio/TV" Informationsdienst
Tagesaktuelle Programminformationen am Telefon für ca. 120 Fernseh- und 60 Radiosender.
WÖCHENTLICH
"Literaturtreff"
Spannende Romane und Erzählungen in Fortsetzung.
ZWEIWÖCHENTLICH
"stern/Zeit Braille"
Das Nachrichtenmagazin - Aktuelle Hintergründe, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Soziales und Kultur.
MONATLICH
"Das Gesundheitsmagazin"
Ihr Ratgeber für eine gesunde Lebensweise.
"Geolino"
Das Erlebnisheft für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren.
"NEON"
Das moderne Magazin für junge Menschen. Mit Themen aus Beruf, Gesellschaft und Politik, Partnerschaft, Reise sowie Musikkultur.
"Ratgeber Aktuell"
Für den kritischen Verbraucher von Produkten und Dienstleistungen. Aktuelles aus "test" und "Finanztest".
ZWEIMONATLICH
"DZB-Nachrichten"
Informationen aus der DZB und dem Blindenwesen, mit praktischen Tipps für blinde Computernutzer sowie Literaturhinweisen.
"Leipziger Bücherliste"
Neue Literatur aus Verlag, Punktschriftbibliothek und Hörbücherei.
"Sechs mal Sex"
Erotische Geschichten - lustvoll, verführerisch und sinnlich.
VIERTELJÄHRLICH
"Deutschlandrevue"
Entdecken Sie Deutschland. Eine Reise zu Städten, Landschaften, Sehenswürdigkeiten, berühmten Personen u. v. a. m.
Abonnementsbedingungen
Die Preisangaben gelten für ein Jahresabonnement. Ein Abonnement kann jederzeit gebucht werden. Erfolgt die Buchung eines Abonnements im laufenden Kalenderjahr, so erfolgt eine anteilige Berechnung der Abonnementsgebühr.
Die Abonnements werden für die Dauer eines Kalenderjahres abgeschlossen und können jährlich bis zum 30. September für das Folgejahr gekündigt werden. Sollte bis zu diesem Zeitpunkt keine Kündigung erfolgt sein, verlängert sich das Abonnement automatisch um das folgende Kalenderjahr.
Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen [AGB], Stand: 01. 01. 2011. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.
Für Rückfragen und weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gern telefonisch zur Verfügung:
Tel.: 0341 7113-120 oder schreiben Sie eine Mail an abo@dzb.de.

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Brailleschrift - Relikt oder Chance?

Im September findet in Leipzig der Weltkongress "Braille21" statt, an dessen Vorbereitung und Organisation die DZB maßgeblich beteiligt ist. "Braille21" wird sich mit der Gegenwart und Zukunft der Brailleschrift befassen.
Die aktuelle Sicht auf das System der Brailleschrift und deren Perspektiven in der modernen Mediengesellschaft ist durchaus differenziert. Wir möchten Ihnen in Vorbereitung auf "Braille21" unterschiedliche Sichtweisen auf das Sechs-Punkte-System von Louis Braille vorstellen und hoffen auf diese Weise Anreize für eine lebhafte Diskussion zum Thema Braille in Gegenwart und Zukunft setzen zu können - gerne auch in der "Postecke".
Als letzten Beitrag vor dem Kongress veröffentlichen wir heute die Wortmeldung von Michael Schäffler, Sonderschullehrer für Blinde an der Schloss-Schule Ilvesheim. Er ist der Leiter des Medienberatungszentrums für blinde und hochgradig sehbehinderte Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg.

Die Zukunft von Braille aus der Sicht eines Lehrers

Michael Schäffler
Als Lehrer an einer Schule für blinde Schülerinnen und Schüler, der sowohl interne Schüler unterrichtet als auch Schüler an allgemeinen Schulen begleitet, wurde ich gebeten, aus pädagogischer Sicht Bezug zu Pete Osbornes Artikel "Die Zukunft von Braille" zu nehmen. Dazu möchte ich gerne sowohl meine aktuellen Erfahrungen aus der Schule einbeziehen als auch die aktuellen technischen Entwicklungen berücksichtigen, die mich als Leiter des Baden-Württembergischen Medienberatungszentrums für blinde Schülerinnen und Schüler beschäftigen.
Gedrucktes Braille
Blinde Menschen haben in der Regel nicht wie Sehende die Möglichkeit, sich am Kiosk eine Tageszeitung oder Zeitschrift zu kaufen, die sie lesen können. Ebenso wenig finden sie in der örtlichen Buchhandlung einen aktuellen Bestseller oder Klassiker, den sie mitnehmen und direkt darin Schmökern können. Die Barrieren, die durch die Gutenberg’sche Technik für Blinde aufgebaut sind, stellen hier zunächst unüberwindbare Hürden dar.
Dank der Brailleschrift und Einrichtungen, wie z.B. der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde in Leipzig, gibt es für blinde Menschen heute Möglichkeiten, Zugang zu Literatur zu erhalten - dies aber leider nur mit Zeitverzögerung. Die Brailledruckereien und -bibliotheken in Deutschland leisten sehr gute Arbeit, aber Brailledruck ist sowohl zeitlich als auch finanziell aufwändig. Ein Komfort und eine Verfügbarkeit, wie sie ein Kiosk oder eine Buchhandlung aus der "Gutenberggalaxis" bietet, ist mit gedrucktem Braille nicht erreichbar. In den Braillebibliotheken stehen eher Klassiker als aktuelle Bestseller zur Verfügung - von der druckfrischen Tageszeitung ganz zu schweigen. Diese Zeitverzögerung kann als Ausgrenzung empfunden werden, insbesondere wenn man an blinde Kinder und Jugendliche denkt, die als Teil einer Klasse mit 30 sehenden Mitschülern, gerne an den Gesprächen zu aktuellen Artikeln, Büchern etc. in und außerhalb des Unterrichts aktiv teilnehmen möchten.
Digitale Revolution
Nach meiner eher pessimistischen Einschätzung zur Verfügbarkeit aktueller Literatur in gedruckter Brailleschrift trifft es sich gut, dass das Gutenbergzeitalter seinen Höhepunkt mit dem Voranschreiten der digitalen Revolution überschritten zu haben scheint.
Mit der Kombination aus einem Computer, einer Braillezeile und einem Screenreader können blinde Menschen heute an den meisten digitalen Texten teilhaben. Durch Scanner und OCR (Text-Erkennung) gibt es schon seit längerem die Möglichkeit, ein Schwarzschriftbuch in den Computer einzulesen und in einen digitalen Text wandeln zu lassen. Das Beispiel einer Schülerin, die auf dem Höhepunkt des Harry Potter-Hypes nachts um 24.00 Uhr in der Schlange stand, um den Lesestoff nur wenige Stunden später (nach einer mehrstündigen Scanaktion) auf der Braillezeile lesen zu können, zeugt von dem tatsächlichen Gebrauch dieser Möglichkeiten, aber auch von dem enormen Bedürfnis, in der Gemeinschaft der Klasse mitreden zu wollen und können.
iPad und Co
Und mit dem Einzug der E-Books, die auf braillezeilenkompatiblen E-Book-Readern, wie zum Beispiel der Software iBooks auf dem iPhone/iPad, veröffentlicht werden, fällt auch noch die Mühe des Einscannens und Umwandelns weg. Jürgen Neffe schreibt in der ZEIT im Artikel "Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende" (2009): "Wie schon bei der Musik, dem Film und auch Photos zerfällt mit den E-Books der älteste serienmäßig herstellbare Datenträger in Gefäß und Inhalt." Für blinde Menschen ist genau dies eine Chance. Es ist egal, in welches Gefäß der Inhalt (der Text) kommt, ob auf Papier, auf den Monitor, auf das Handy, auf das Tablet, auf die Braillezeile oder dank Sprachausgaben auf das Ohr. Die Vorteile digitaler Braillebücher direkt aus dem Netz liegen auf der Hand: (Fast) alles was digital verfügbar ist, ist auch für blinde Menschen zugänglich - in Echtzeit. Schöne neue Welt!? Die in Deutschland von den öffentlichen Kostenträgern finanzierten Braillezeilen ermöglichen es, nach wie vor Braille zu lesen. Und das in jeder gewünschten Form, egal ob 8-Punkt, in 6-Punkt Voll- oder sogar Kurzschrift.
Technisch gesehen gibt es an der einen oder anderen Stelle zwar noch Verbesserungsbedarf, insgesamt scheint der Weg aber in die richtige Richtung zu gehen.
Schrift (ob digital oder auf Papier) ist weiterhin elementarer Bestandteil unserer Kultur
Braille auf der Braillezeile zu lesen birgt allerdings auch Nachteile: Auf Papier liest es sich angenehmer und die Fläche und Ausdehnung des Buchs ist besser begreifbar als mit einer 40-Zeichen umfassenden Braillezeile (siehe U. Kalina, Th. Kahlisch (2009)). Insgesamt erinnert die Diskussion aber an Diskussionen, die bei Büchern für Sehende zwischen Vertretern des gedruckten Buchs und den Vertretern der neuen elektronischen E-Books geführt werden. Letztendlich ist es Geschmackssache, ob man den Text lieber auf einem sehr guten (E-Ink-)Display liest oder auf Papier. Wichtiger ist, dass der Mensch überhaupt einen guten Text liest. Fakt ist: Mit der begonnenen Ablösung des Fernsehens als Medium Nummer eins durch den internetfähigen PC mit WWW, E-Mail, Chat, Sozialen Netzwerken oder auch SMS auf Handys ist die Befürchtung vieler, dass sich unsere Gesellschaft zu einer visuell geprägten Gesellschaft voller Analphabeten entwickelt, zunächst einmal zurückgedrängt. Ganz im Gegenteil. Es wird viel mehr gelesen und auch geschrieben. Ohne jetzt auf die Qualität der Schriftsprache in SMS und Co. eingehen zu wollen, ist die Schrift mehr denn je ein elementarer Bestandteil unserer Kultur.
Sprachausgaben
Das genannte trifft auf die sehende Welt und Schwarzschrift zu. Bei Brailleschrift bzw. ihrer digitalen Ausformung auf der Braillezeile kommt eine Komponente hinzu, welche die Situation verändert: Die Sprachausgabe: E-Mails und Internet-Seiten oder aber auch längere Texte und sogar ganze Bücher werden von einer synthetischen Computerstimme vorgelesen. Das gleiche funktioniert sogar auf einem Handy, die empfangene SMS lässt sich so bequem unterwegs anhören. Spezielle Programme wandeln beliebige digitale Texte schnell zum Anhören in sogenannte DAISY-Bücher, die auf einem kleinen, dem MP3-Player ähnlichen Gerät, dem DAISY-Player, wieder abgespielt werden können.
Pete Osborne bestätigt dies in seinem Artikel "Die Zukunft der Brailleschrift", wenn er sagt, dass viele blinde Menschen "keine Punktschriftbücher mehr [zu] lesen". Er meint damit, dass viele hören statt zu lesen.
Auch Sehende konsumieren gerne Hörbücher. "Gibt's das Buch auch als Hörbuch?" ist eine immer häufiger von Schülern gestellte Frage, die den Lehrer die Stirn runzeln lässt.
Es kursiert bereits die Meinung, dass das Gutenbergzeitalter auch nur eine 550 Jahre andauernde Episode war und nun die einstmals in Buchstaben eingesperrte gesprochene Sprache wieder zurück zu ihrem Ursprung kehrt. Vielleicht bietet diese Entwicklung auch Chancen. Burkhard Spinnen fragt in seinem Artikel aus der "Zeit" (30/2010) "Wie das Hörbuch unsere Literatur verändert": "Kann das Hörbuch zu einer akustischen Alphabetisierung auch bislang leseunwilliger Gruppen führen?" Ist also alles nicht so schlimm?
Sprachausgabe und Rechtschreibfähigkeiten
Bei Sehenden sind die Hörbücher - so scheint es mir - nicht so verbreitet, wie die Hör- bzw. DAISY-Bücher bei blinden Menschen. Und Web-Seiten, E-Mails und SMS lassen sich die wenigsten sehenden Menschen vorlesen. Oder umgekehrt, es gibt blinde Menschen, die nur noch ganz wenig mit der Punktschrift konfrontiert werden - sie lassen sich alles per Sprachausgabe vorlesen. Und das beunruhigt mich als Pädagogen, der sonst der digitalen Welt eigentlich sehr offen gegenübersteht. Wird es bald Schüler geben, die Abitur nur noch per Sprachausgabe machen? Der Autor stellt bei nicht wenigen seiner blinden Schüler fest, dass die Rechtschreibfähigkeit doch erhebliches Verbesserungspotential aufweist. Verbreitet sind die typischen Fehler, die entstehen, wenn man das Wort nur hörend kennt, und einem das Schriftbild folglich nicht vertraut ist. Woher soll es der Schüler auch kennen, wenn die meisten Texte von der Sprachausgabe vorgelesen werden.
Und wieder kann man sagen, dass dieser Nachteil der digitalen Welt, in diesem Fall die schlechten Rechtschreibfähigkeiten im Internet und E-Mail-Zeitalter, ein allgemein-gesellschaftlicher ist. Die Texte im Internet werden schneller produziert, kosten fast nichts und können jederzeit korrigiert werden. Sprich, es steht weniger Zeit für die Textproduktion zur Verfügung und wenn Fehler gemacht werden, dann ist's auch nicht so schlimm, denn die wenigsten SMS oder E-Mails werden ausgedruckt und archiviert. Hinzu kommt, dass die modernen Textverarbeitungen selbstverständlich immer besser werdende Rechtschreibprüfungen eingebaut haben, so dass der Mensch beim Schreiben nicht mehr ganz auf sich gestellt ist, was die korrekte Rechtschreibung anbelangt.
Schule und Brailleschrift
Nur trotz allem, die Gefahr besteht, Brailleschriftlesen nicht zu praktizieren und damit die in der Grundschule mühsam erlernten Fähigkeiten in der weiterführenden Schule und später im Berufsleben nicht weiter auszubauen, sondern eher vielleicht wieder zu verlernen. Und sobald eine Fähigkeit nicht so verinnerlicht ist, dass sie wie von selbst geht, sondern nur mühsam abläuft, wird sie umso seltener eingesetzt werden. Ein Teufelskreis, den die Pädagogen in der Schule nicht alleine verhindern können. Hier sind sowohl die Verbände, die Bildungspolitiker, die Eltern, die Brailledruckereien und nicht zuletzt die blinden Menschen selbst gefordert. Eine mit Rechtschreibfehlern gespickte Bewerbung führt in den seltensten Fällen zu einem neuen Arbeitsplatz! Dieser Aspekt scheint mir auch im Zusammenhang mit der 6-Punkt/8-Punkt-Diskussion zu wenig beachtet zu werden. Das oberste Ziel in diesem Zusammenhang sollte es sein, dass die Schüler die deutsche (und auch fremdsprachliche) Rechtschreibung möglichst fehlerfrei beherrschen. Stärkeren Schülern kann zudem auch zugemutet werden, die verschiedenen Blindenschriften zu erlernen. Bei schwächeren Schülern sollten Prioritäten gesetzt und keine Dogmatismen eingefordert werden. Das führt sonst im Zweifelsfall dazu, dass die Schüler am Ende ihrer Schulzeit keine einzige Schrift wirklich beherrschen. Zumal bedacht werden sollte, dass neben der Kulturtechnik Lesen und Schreiben die Kulturtechnik EDV mit einem nicht unerheblichen Zeitbedarf zu den bisherigen Unterrichtsinhalten hinzugekommen ist.
Eine ganz wichtige Bedeutung in diesem Zusammenhang kommt der Grundschule zu. Die Grundschule legt die Grundlage für lebenslanges Braillelesen. Wenn die Schüler in der Grundschulzeit mit Braille sozialisiert werden, Spaß am Lesen finden, dann besteht Hoffnung, dass sie diese Freude auch in ihrem weiteren Leben fortführen möchten. Fraglich ist es, ob der Spaß getrübt wird, wenn die Schule den Anspruch hat, mehrere Brailleschriftarten einzuüben. Insbesondere bei schwächeren Schülern ist nicht auszuschließen, dass durch den Anspruch mehrere Punktschriften zu lehren, es dazu führt, dass keine wirklich sicher gekonnt wird, der Lesefluss und die Rechtschreibung darunter leiden und als Konsequenz im späteren Leben lieber mit der Sprachausgabe gearbeitet wird, als mit Braille.
Das richtige Maß bei der Vermittlung dieser vielen Inhalte zu finden, wird eine der großen Herausforderungen von gut ausgebildeten Blindenlehrern bleiben. Nicht zuletzt die großen Erfahrungswerte, die die Institutionen und ihre Mitarbeiter zusammengetragen haben, helfen bei dieser schwierigen Aufgabe. Dies gilt es auch bei der Umsetzung der Inklusionsforderungen zu berücksichtigen. Die Bedeutung der Vermittlung der Brailleschrift und die Begleitung des Brailleleselernprozesses, der weit über die Grundschule hinaus geht, droht dann in Vergessenheit zu geraten, wenn die Blindenpädagogen im Zuge der Inklusion immer mehr vom Lehrer zum Berater degradiert werden. Wenn die Schüler nur noch Schüler der allgemeinen Schule sind und hier nur noch der Bildungsplan der allgemeinen Schule verbindlich ist, während die verbindlichen Bildungsplaninhalte der Blindenschulen, wie beispielsweise die Vermittlung von Braille, nur noch wachsweiche Empfehlungen des Beratungslehrers sind, welche die allgemeine Schule befolgen kann, aber nicht muss. Ein Doppelstatus als Schüler der allgemeinen Schule und des blindenpädagogischen Kompetenzzentrums, mit verbindlichen blindenspezifischen Bildungsplaninhalten wäre hier eine mögliche Lösung.
Attraktivität von Braille
Der Autor kann die Initiative von Pete Osborne nur unterstützen und hält die Brailleschrift weiterhin für notwendig und erhaltenswert. Deswegen lasst uns gemeinsam darüber nachdenken, wie die Punktschrift und das Erlernen derselben attraktiv bleiben. Nur so wird sie auch erhalten bleiben. Dazu gehört neben der bildungspolitischen Diskussion dringend die einheitliche Definition der Standard-Punktschrift auf elektronischen Geräten (möglichst europa- oder weltweit) und deren Akzeptanz als vollwertige Punktschrift. Des weiteren die Forschung nach besseren Braillezeilen, die sich mehr nach Papierlesen anfühlen, als heutige Zeilen. Zu untersuchen wäre beispielsweise, ob die Sprachausgabe auch deswegen so beliebt ist, weil das serielle Lesen auf der Braillezeile im Gegensatz zum flächigen Schwarzschriftlesen keinen Mehrwert gegenüber der ebenfalls seriellen Sprachausgabe besitzt. Im Gegenteil, geübte Schüler sind in der Lage, die Sprachausgabe in einer Geschwindigkeit zu verstehen, die die Lesegeschwindigkeit selbst von geübten Kurzschriftlesern deutlich übersteigt. Es wäre also zu untersuchen, in welchen Kontexten die Sprachausgabe das bessere Medium ist (z.B. am kompakten Handy, beim Navigieren im Dateisystem) und in welcher Situation das Lesen der Brailleschrift von Vorteil ist (z.B. beim Lesen von längeren Texten). Und wie die Schule mit diesen beiden konkurrierenden Systemen umgeht. Braille wird neben der Sprachausgabe nur dann überleben, wenn sie einen Mehrwert gegenüber der Sprachausgabe bietet.
Quellen:

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Neuerscheinungen zu Braille21

Anlässlich des Weltkongresses wartet die DZB mit mehreren neuen Produkten auf, die beispielhaft Braille-Anwendungen im Druckbereich dokumentieren. Von der Grußkarte über den Weltatlas bis zur künstlerischen Verbindung von Grafik, taktiler Gestaltung und Text in Groß- sowie Brailleschrift reicht dabei die Bandbreite. Nachfolgend werden die einzelnen Produkte vorgestellt.
CITY-Plan LEIPZIG
Hierbei handelt es sich um einen Plan vom Stadtzentrum. Als Vorlage diente die "Citykarte für Menschen mit Behinderungen - Leipzig".
Die Reliefkarte soll Leipzig-Besuchern die Orientierung im Stadtzentrum erleichtern. Sie besteht aus einem transparenten Relief mit unterlegtem Schwarzdruck und ist damit sowohl für Blinde als auch für sehende Begleitpersonen gut nutzbar. Besondere Gebäude sind benannt, die Lage des jeweiligen Haupteingangs gekennzeichnet. Fußgängerzonen, Grünflächen, Gewässer, Behindertentoiletten, barrierefreie Straßenbahnhaltestellen sowie die Straßenbahn-linien und die mit diesen zu erreichenden nahen Ziele ermöglichen eine umfassende Information.
Um auch ausländischen Gästen den Besuch in Leipzig zu erleichtern, gibt es die Reliefkarte sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache (Vollschrift). Hinweise zu nahe liegenden Sehenswürdigkeiten komplettieren dieses neue touristische DZB-Angebot.
GRUßKARTEN
Zum Braille-Tag in Deutschland können Besucher am Stand des Erlebnisbriefmarkenteams Grüße versenden - in Brailleschrift und in Schwarzschrift. Ihre Sendungen bekommen an diesem Tag den Sonderstempel "Braille-Tag in Deutschland".
Speziell dafür und natürlich auch als Andenken wurden drei Grußkarten gestaltet. Als Motive wurden die Silhouette Leipzigs mit Völkerschlachtdenkmal, Opernhaus und Stadthochhaus, eine Büste des bekannten Komponisten Johann Sebastian Bach sowie ein stilisierter Löwenkopf als Leipzigs Stadtemblem verwendet.Die Klappkarten sind wahlweise mit deutscher oder englischer Beschriftung erhältlich.
WELTATLAS
Passend zum Welt-Kongress erscheinen auch zwei weitere Bausteine zu dem von der DZB herausgegebenen Welt-Atlas: Afrika und Asien. Entsprechend den jeweils unterschiedlichen Anforderungen von Blinden, Sehbehinderten und Sehenden werden drei Ausgabevarianten realisiert:
  1. Relief-Ausgabe für Blinde
  2. Großdruck-Ausgabe für Sehbehinderte und Sehende
  3. Deckungsgleiche Kombination als transparentes Relief mit unterlegtem Großdruck
Das Projekt ist mehrsprachig angelegt. Um die besonders aufwändige Reliefherstellung zu optimieren, werden die Matrizen sprachunabhängig durch Nutzung von internationalen Kürzeln gefertigt und lediglich ein austauschbarer Titelbereich mit der jeweiligen Sprache versehen. Die Registerseiten enthalten dann alle Erläuterungen in der Sprache der Ausgabe. Der weniger aufwändige Großdruck der Karten enthält alle Textangaben in der konkreten Sprache der Ausgabe.
"KAMASUTRA - DIE 21 BESTEN STELLUNGEN"
Einen editorischen Höhepunkt und ein Experiment zugleich stellt der letzte Titel dieser kurzen Vorschau dar.
Das Kamasutra (Sanskrit: = "Verse des Verlangens") wurde vermutlich zwischen 200 und 300 n. Chr. geschrieben. Das Werk gilt als einer der einflussreichsten Texte der Weltkulturgeschichte zum Thema der erotischen Liebe. Viele Druckausgaben des Kamasutra sind mit komplizierten Zeichnungen illustriert. Moderne Ausgaben des Kamasutra zeigen die historischen Abbildungen neben Fotos mit Paaren in den betreffenden Kamasutra-Positionen.
Ein solcher Bildband (Randi Foxx: Das Foto-Kamasutra. Bassermann 2007) war Vorlage für die Auswahl von jenen Positionen, die in taktile Reliefdarstellungen adaptiert wurden. Sehbehinderte und natürlich auch sehende Interessierte werden durch die künstlerischen Schwarz-Weiß-Grafiken angesprochen, in die die Fotografien quasi rückübertragen wurden und mit denen die transparenten Reliefdarstellungen unterlegt sind. Jeder Abbildung ist ein Text in Großdruck und Blindenvollschrift zugeordnet, der die betreffende Stellung beschreibt.
Die Ausstattung des Buches ist aufwändig: Die Seiten haben das Format von 310 x 300 mm, das Papier ist elfenbeinfarben und zeichnet sich aus durch einen feinen Strich, das Buch ist mit einem Lesebändchen ausgestattet, ein roter, seidiger Vollleineneinband, Fadenheftung sowie Front- und Buchrückenbeschriftung runden den hochwertigen Eindruck ab. Wer möchte, kann diesen sogar noch steigern, indem er den optional gegen Aufpreis erhältlichen Schuber erwirbt, der ebenfalls vollständig mit dem Einbandleinen überzogen ist.
Kontakt:
Ilona Portleroy
Telefon: +49(0)341 7113-119
E-Mail: ilona.portleroy@dzb.de

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Programm Braille-Tag in Deutschland

am 27.09.2011, Universität Leipzig
Vormittags
10.30-12.00 Uhr: Workshop "Effektives Lesen" - Raum: S204
(Rosemarie Lüthi)
Erfahren Sie Tricks und Übungen für schnelleres und besseres Punktschriftlesen.
Üben Sie mit erfahrenen Fachleuten und tauschen Sie sich untereinander aus.
10.30-12.00 Uhr: Braille-Einsteigerkurs für Blinde und Sehende - Raum S205
(Bianca Weigert, Landeshilfsmittelzentrum Sachsen)
Lernen Sie in 90 Minuten das Punktschrift-Alphabet. Erfahren Sie, wie die Punktschrift aufgebaut ist, wie man sie schreibt und liest - mit den Fingern oder mit den Augen. Ein Angebot für Interessierte mit und ohne Sehvermögen.
10.30-12.00 Uhr: Braille-Lehrer-Forum - Hörsaal HS 10
(Regina Vollbrecht und Ursula Weber)
Wir laden haupt-, neben- und ehrenamtliche Braille-Lehrerinnen und -Lehrer zu einem Erfahrungsaustausch ein. Im Zentrum dieses Forums stehen die Vorstellung von Methoden, Materialien und Lehrbüchern sowie der Austausch über Erkenntnisse, Tricks und Verfahren beim Braille-Unterricht. Weiterhin gibt dieses Forum die Möglichkeit zur intensiven Vernetzung.
10.30-13.30 Uhr: Fachvorträge - Hörsaal HS 11
(Moderation: Elke Dittmer)
Nachmittags
12.30-14.30 Uhr: "Braille ist Zukunft", Workshops
15.00-17.00 Uhr: Abschlussveranstaltung: "Braille21 goes Germany" - Hörsaal HS9
Moderation: Andreas Bethke, Geschäftsführer des DBSV und Steffi Böttger, Hörbuch-Sprecherin der DZB Leipzig
In Gesprächsrunden wird die aktuelle Situation der Brailleschrift in Wissenschaft, Technik und Anwendung diskutiert. Der Gitarrist und Sänger Rainer Husel umrahmt das Programm musikalisch.
Runde 1: Was bedeutet dir heute die Brailleschrift?
Gäste:
Runde 2: Wohin geht es mit dem Braille-Code?Gäste:
Runde 3: Finale und Präsentation des Leseworkshops für Schüler
Ganztags
10.00-15.00 Uhr: Markt der Möglichkeiten - Räume S201-S203
10.00-15.00: Mein Lieblingstext in Braille - 2. OG, Übergang Hörsaalgebäude zum Seminargebäude, Tisch 1
Bringen Sie Ihren Lieblingstext in Schwarzschrift mit, zum Beispiel ein Buchkapitel, eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht. Der Text wird vor Ort eingescannt, bearbeitet, in Punktschrift umgewandelt, ausgedruckt und gebunden. Diese computerbasierten Arbeitsschritte können Sie auch selbst unter Anleitung ausprobieren. Erfahren Sie, wie ein Text in Punktschrift entsteht.
10.00-15.00: Team "Erlebnis: Briefmarken" der Deutschen Post - Stand Nr. 1
Am Stand des Erlebnisbriefmarkenteams können Sie Grüße vom Braille-Tag in Deutschland versenden - in Brailleschrift und in Schwarzschrift. Ihre Sendungen bekommen an diesem Tag den Sonderstempel "Braille-Tag in Deutschland".
10.00-16.00 Uhr: Blindheit erfahren - für drei Minuten: der Erlebnisgang der Christoffel-Blindenmission - draußen, auf dem Augustusplatz
Es dauert nur wenige Minuten und beeindruckt: Im Erlebnisgang der CBM erleben Sehende für einige Minuten den Alltag eines blinden Menschen hautnah.
Eine unachtsam abgestellte Mülltonne, ein Fahrrad mitten im Weg, eine tiefe Pfütze - für Sehende kein Problem, für blinde oder sehbehinderte Menschen schnell eine Gefahr.
Mit dem Erlebnisgang sensibilisiert die CBM für alltägliche Herausforderungen blinder und sehbehinderter Menschen und gibt Anregungen für den hilfsbereiten Umgang miteinander.
In der Zeit von 12.00 bis 14.00 Uhr wird in der Mensa eine Möglichkeit der Mittagsverpflegung angeboten.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Nikos Kazantzakis: "Alexis Sorbas"

Susanne Siems [Punktschriftbibliothek]
Auf welche Weise findet man das Glück im Leben? Möglichst nahe an den Pulsadern der Natur, bei täglicher praktischer Arbeit und abends beim Wein im Kreis einfacher, aber lebenslustiger Menschen? Oder als bildungshungriger Bürger, "papierverschlingende Maus", wie es im vorliegenden Roman heißt? In der Literatur ist er nicht unbekannt, dieser Konflikt zwischen Schreibtischmenschen und praktischen Arbeitern, man denke nur an die Geschichte vom "Seewolf". Letztendlich gibt es keine Antwort auf diese Frage nach dem Glück, weil jeder Mensch etwas Besonderes, ganz Eigenes ist und selbst finden muss, was ihn glücklich macht. Nikos Kazant-zakis beschreibt es in seinem großen Roman "Alexis Sorbas" wie folgt:
"Konfuzius sagt: 'Viele suchen das Glück über Menschenmaß, andere darunter. Aber das Glück entspricht der Größe des Menschen.' Danach gibt es so viele Arten von Glück, wie es menschliche Größen gibt. … Ich messe und messe es [mein Glück] wieder, um zu sehen, welche Größe ich jetzt habe. Denn Du weißt ja, dass die Größe des Menschen nicht immer die gleiche ist."
Alexis Sorbas ist ein kretischer Arbeiter, der seine Lebensweisheit aus der Begegnung mit den Menschen und mit der Arbeit gewonnen hat. Er ist ein sinnlicher, wacher und poetischer Mensch, der seiner Hände Arbeit, die Frauen und sein Santuri, ein ursprünglich indisches Musikinstrument, liebt. Seine tiefsten Gefühle drückt er tanzend aus.
Diesem Menschen begegnet der Ich-Erzähler des Romans, die eingangs zitierte "papiervernichtende Maus", ein Schriftsteller in tiefer Schaffenskrise. Er möchte weg von seinem "Büchergefängnis" in das praktische Leben eintauchen und versucht sich als Bergwerksunternehmer auf der Insel Kreta.
Alexis Sorbas ist sein Vorarbeiter, der, der die wirklich praktische Arbeit des ganzen Unternehmens leistet. Und gleichzeitig sein Lehrer im Bezug auf Lebensfreude.
Abends, nach getaner Arbeit in der Kohlenmine, kommt Sorbas zum "Chef", kocht für ihn und erzählt aus seinem Leben. Manchmal packt er das Santuri aus und spielt und manchmal, in ganz besonders intensiv erlebten Momenten, tanzt er.
Von dieser einfachen und sehr klaren Lebensphilosophie der kretischen Menschen wird die "papiervernichtende Maus" immer mehr angesteckt. "Wir haben die Pflicht, dem ewigen Rhythmus der Natur mit Vertrauen zu folgen." - diesen Gedanken lebt ihm Sorbas vor und er wird dem Schriftsteller auch immer klarer. Bis hin zu der Erkenntnis, dass auch die Arbeit am Schreibtisch ihren Platz in der Welt hat und den Menschen Erfüllung bringen kann, jedem eben auf seine Weise.
Kazantzakis schrieb diesen Roman erst am Ende seines Lebens. Und so liest sich das Buch auch als die Lebenserfahrung und Erkenntnis eines weise gewordenen Mannes. Ohne dabei langweilig zu werden.
Kazantzakis versteht es, Menschen vor unserem inneren Auge lebendig werden zu lassen, sei es Sorbas selbst oder sei es die alte Sirene Bubulina.
Alexis Sorbas ist eine authentische Figur und Kazantzakis war selbst auf Kreta sein "Schüler". Unbedingt wollte er diesem besonderen Menschen ein Denkmal setzen und seine lebensnahe Philosophie so fortleben lassen. Das Buch gehört heute zur Weltliteratur. Wegen seiner antiklerikalen Haltung im Roman wurde Kazantzakis übrigens von der griechischen Kirche exkommuniziert.
Meiner Ansicht nach bedauerlich ist, dass die Lektüre des Buches oft in den Hintergrund rückt angesichts des Filmes. Dieser ist mit der Besetzung des Sorbas durch Anthony Quinn und der Filmmusik von Mikis Theodorakis zwar durchaus beachtenswert, kann aber keinesfalls das Leseerlebnis ersetzen.
Möchten Sie den Roman in unserer Punktschriftbibliothek ausleihen? Das Werk steht unter der Nummer 5483 in 4 Bänden Kurzschrift zu Ihrer Verfügung.
Weitere Titel von Nikos Kazantzakis im Punktschriftbestand
Titel von Nikos Kazantzakis als Hörbuch

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François Mauriac: "Natterngezücht"

Jana Waldt [Hörbücherei]
Der 1885 geborene französische Schriftsteller gilt als einer der wichtigsten Romanciers der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. 1952 erhielt er für seine Romane den Literaturnobelpreis. François Mauriac starb 1970 in Paris.
Der hier nun näher vorgestellte Roman "Natterngezücht" erschien 1936 erstmals in deutscher Sprache:
Ein schwerkranker, reicher, verbitterter Rechtsanwalt schreibt Anfang der 1930er Jahre kurz vor seinem Tod seinen Lebensbericht, der voller Hass und Verachtung gegenüber seiner Familie ist. Ihn will er statt des ersehnten Erbes seiner Familie überlassen. Er lässt sein ganzes Leben noch einmal an sich vorüberziehen: Seine Frau hat ihn nie wirklich geliebt, sie genoss vielmehr das sorglose Leben an seiner Seite. Zu seinen beiden Kindern Geneviève und Hubert hatte er nie eine enge Beziehung, und auch deren spätere Ehegatten und Kinder suchten seine Nähe nur, wenn sie Geld brauchten. Sie sahen in ihm lediglich den zu beerbenden Großverdiener. Kurz, er war von "Nattern" umgeben.
In jungen Jahren suchte und fand er Liebe bei einer anderen Frau, die ihm ebenfalls einen Sohn schenkte. Zu beiden hatte er jedoch keinen Kontakt und auch später, kurz vor seinem Tod, wurde er von beiden bitter enttäuscht.
Ein kurzer Lichtblick war für ihn sein Neffe Luc, Sohn der Schwester seiner Frau, der ihm sehr ähnlich war. Beide lebten eine Zeit bei ihm und seiner Familie. Leider kehrte Luc aus dem I. Weltkrieg nicht zurück.
Mitten in die Planungen, sein Vermögen beiseite zu schaffen, trifft ihn der unerwartete Tod seiner Frau. Durch dieses Ereignis, das ihn bis ins Tiefste erschüttert, durchlebt der fast siebzigjährige Mann eine Wandlung und sieht viele Geschehnisse plötzlich mit anderen Augen. Er schafft es, sich mit seinen beiden Kindern auszusöhnen, und in seinen letzten Monaten kehrt tatsächlich so etwas wie ein normales Familienleben ein. Sein Vermögen hinterlässt er schließlich doch seinen Kindern.
Der Sprecher Konrad Gericke bringt durch seine sprachliche Gestaltung sowohl die Verbitterung als auch gegen Ende des Buches die Wandlung zu einem mit seiner Familie versöhnten Mann hervorragend zur Geltung.
Obwohl dieses Hörbuch bereits 1971 aufgelesen wurde, lässt die Hörqualität nichts zu wünschen übrig. Die Spieldauer beträgt 8 Stunden und 26 Minuten.
Bestellen können Sie dieses Hörbuch auf einer CD DAISY unter der Bestellnummer 3462. Auch in Kurzschrift ist dieser Roman ausleihbar. Sie können 4 Bände Kurzschrift unter der Bestellnummer 5174 anfordern.

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Danke und Alles Gute!

Christiane Felsmann (Leiterin Abteilung BBV)
21 Arbeitsjahre, das sind rund 4.851 Arbeitstage. So lange schon ist Angelika Müller in der DZB Leipzig tätig. Die Diplom-Bibliothekarin begann in unserem Haus Anfang der neunziger Jahre in der Hörbücherei zu arbeiten.
Nach drei Jahren wechselte Angelika Müller den Tätigkeitsbereich. Der Aufbau einer "Wissenschaftlichen Bibliothek des Blindenwesens" wurde ihren Händen anvertraut. Die Rückführung des Bestandes der Informations- und Dokumentationsstelle Berlin machte das bibliothekarische Erschließen aller Werke erforderlich. Zusätzlich wurden die Zeitschriften mehrerer Dekaden erfasst und inhaltlich ausgewertet. Angelika Müller arbeitete engagiert daran, den Zugang zur Literatur über das Blindenwesen zu ermöglichen. Neben den bibliothekarischen Aufgaben zeigte sie in zahlreichen Führungen interessierten Gruppen die Produktion in der DZB.
Und nun sind es ganze zehn Jahre, in denen Angelika Müller die Punktschriftausleihe anführt. Unsere Brailleleser kennen sie und sie kennt unsere Brailleleser.
So ist es sehr verständlich, dass sowohl wir in der DZB wie auch die Leser traurig sind, dass diese Zusammenarbeit am 30. September endet. Die Bibliothekarin wird uns zu diesem Zeitpunkt auf eigenen Wunsch verlassen.
Wir danken Angelika Müller für ihr Engagement, ihre soziale Kompetenz, ihr stets offenes Ohr und ihre Leidenschaft zum Wohle ihrer Leserinnen und Leser.
Ihnen stehen weiterhin die bekannten Kontakte zur Verfügung: Fragen zur Punktschriftausleihe beantworten Ihnen gern Heiko Kampa und Anatoli Krüger unter der Rufnummer 0341 7113-114 bzw. senden Sie eine Mail an punktschriftausleihe@dzb.de.
Angelika Müller gilt unser Dank! Wir wünschen ihr von Herzen alles Gute!

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.
Sie kennen sicherlich Wikipedia, die freie Enzyklopädie, also das umfangreiche Nachschlagewerk im Internet, erreichbar unter http://de.wikipedia.org. Diese Nachschlagemöglichkeit, zumindest bezüglich der dargebotenen Texte, können Sie entweder auf Ihren Computer laden und ohne Internet benutzen oder Sie bedienen Ihr Telefon und benutzen die Enzyklopädie darüber.
Den ersten Teil hat Herr Michael Staib aus Dresden in einem Beitrag verfasst, den ich Ihnen nachfolgend präsentieren möchte. Anschließend äußere ich mich zum zweiten Teil, Wikipedia am Telefon. Nun zuerst Herr Staib, bei dem ich mich sehr herzlich für seinen Beitrag bedanke:

WikiTaxi als Nachschlagewerk

Michael Staib
Mit der Freeware WikiTaxi holt man sich die gesamte Wikipedia Enzyklopädie auf die eigene Festplatte und hat sie somit auch unabhängig vom Internet offline jederzeit verfügbar, zum Beispiel als Enzyklopädie für unterwegs auf dem Laptop. Aufgrund der enormen Datenmenge sind jedoch nur die Text-Beiträge (ohne Bilder) verfügbar. Eine Suchfunktion ist ebenfalls enthalten, mit der man nach Seitentiteln suchen kann.
WikiTaxi kann man recht einfach von der WikiTaxi-Webside auf
http://www.wikitaxi.org
herunterladen. Dort gibt es unter der Überschrift "WikiTaxi Quick Info" 2 Download-Links für WikiTaxi in zwei verschiedenen Archiv-Formaten: WikiTaxi_1.3.0.7z und das bekanntere Zip-Format WikiTaxi_1.3.0.zip. Diese Links kann man leicht anklicken und danach kommt das übliche Download-Fenster, mit dem sich das ausgewählte Archiv bequem in einem Ordner auf der lokalen Festplatte speichern lässt. Dort kann man mit einem der gerade gängigen Entpacker wie z.B. Winzip das Archiv in einen separaten Ordner entpacken.
Die eigene lokale Wikipedia muss jedoch erst einmal zusammengebastelt werden. Dafür lädt man sich über den folgenden Link den gesamten Inhalt von Wikipedia in Form einer 2,2 GigaByte großen XML-Datei im *.bz2-Archiv (Datenstand vom 21.06.2011, DSL-Download-Zeit cirka 2 Stunden) auf die eigene Festplatte:
http://download.wikimedia.org/dewiki/20110621/dewiki-20110621-pages-articles.xml.bz2
Dann startet man das im Ordner von WikiTaxi enthaltene Tool WikiTaxi_Importer.exe. Das Fenster des Importers enthält zwei Eingabefelder. In das erste Eingabefeld des Importers wird der Dateiname der xml.bz2-Datei mit Pfad eingetragen. Danach geht man mit Tabulator auf das zweite Eingabefeld und trägt dort, auch mit Pfad, den Namen der Taxi-Datei *.taxi ein. Dafür kann man die Durchsuchen-Schalter (Browser) zu Hilfe nehmen. Nun geht man mit dem Jaws-Cursor auf den Schalter "Import now" und drückt die linke Maustaste auf dem Nummernblock. Damit startet der Import und man erzeugt aus dieser XML.BZ2-Datei eine lokale Wikipedia-Datenbank im Format *.taxi von knapp 4 GB Größe. Das dauert einige Minuten, also nicht die Geduld verlieren!
Nach dem Programmaufruf von WikiTaxi.exe muss man unbedingt mit dem Jaws-Cursor die vom Programm gefundene Datendatei *.taxi anklicken und aktivieren! Anschließend kann man mit WikiTaxi.exe Inhalte von Wikipedia offline nach Stichworten durchsuchen und Text-Beiträge in Ruhe durchstöbern. Die Suche ist leider nur nach Seitentiteln/Stichworten möglich, jedoch nicht im Volltext von Wikipedia. Der Suchbegriff lässt sich mit dem Screen-Reader Jaws 12 leicht eintippen und starten, das wirklich schnell gefundene und angezeigte Suchergebnis muss mit dem Jaws-Cursor gelesen werden. Durch Anklicken der unter Umständen im Text enthaltenen Links kann man weiter beim Lesen verzweigen. Mit einem Script könnte man Jaws bestimmt noch besser an die Programmoberfläche von WikiTaxi anpassen. Die Programmoberfläche ist in Englisch. Wegen der Aktualität der Wikipedia-Daten sollte man sich immer mal wieder einen neueren Datenbestand von Wikipedia von
http://download.wikimedia.org/dewiki/
herunterladen und in WikiTaxi importieren.
Möglich ist natürlich auch der Import einer englischen, französischen oder spanischen Textvariante der Wikipedia. Informationen dazu und zum Programm WikiTaxi findet man auf der englischen Seite
http://www.wikitaxi.org/delphi/doku.php/products/wikitaxi/index
Anmerkung Ulrich Jander: Für weitere Fragen zu diesem Beitrag kann man Herrn Michael Staib auf der Startseite seiner Homepage unter
http://www.5ws0tkottoz8.webpage.t-com.de
eine Nachricht senden.
Ich möchte zum Beitrag von Herrn Staib ergänzen, dass es wesentlich auf den vom Nutzer verwendeten Screenreader abhängt, wie gut und komfortabel man mit Wikitaxi umgehen kann. Man wird generell nicht umhin kommen, die Maussimulation des Screenreaders zu verwenden, also bei JAWS den JAWS-Cursor, bei COBRA den Bildschirmbetrachter etc. Je aktueller der Screenreader mit seiner Version ist, desto eher ist damit zu rechnen, dass man im Wikitaxi gut recherchieren kann. Bei COBRA 9.1 trifft das im Großen und Ganzen zu. JAWS 12 ist hier natürlich auch besser als JAWS 10, womit ich das Programm hier getestet habe. Auch mit dem kostenlosen NVDA-2011-Screenreader funktioniert die Benutzung von Wikitaxi einigermaßen. Letztendlich muss man das Programm mit seiner jeweiligen Screenreader-Software ausprobieren. Die Testneugier ist hier vom Vorteil, begünstigt dadurch, dass Wikitaxi nur ausgepackt, nicht einmal installiert werden muss.
Nun zum zweiten Teil:

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Wikipedia-Enzyklopädie am Telefon

Ulrich Jander
Hier lautet der Name Wikifon. Der gesamte Ansagedienst wird von der Firma PhonePublisher bereitgestellt, die auch die akustische Programmvorschau am Telefon für Radio und Fernsehen technisch betreut. Sie können sich ausführlich auf der Internetseite www.wikifon.de, eine Seite von PhonePublisher, informieren. Die wichtigen Passagen möchte ich von dort zitieren, denn ich meine, besser kann man es nicht formulieren.
Zitatbeginn: "Das Wikifon stellt sich vor: Der Telefondienst Wikifon ermöglicht es, mit jedem beliebigen Telefon alle Artikel von Wikipedia anzuhören. Dabei gibt man das gesuchte Stichwort am Telefon ein und kann sich den passenden Artikel dazu vorlesen lassen. Stichwörter müssen oft nicht komplett eingegeben werden, denn das Wikifon schlägt nach der Eingabe jedes Buchstabens passend dazu die 10 am häufigsten verwendeten Stichwörter vor, welche mit den bereits eingegebenen Buchstaben beginnen. So findet man innerhalb sehr kurzer Zeit schnell den gesuchten Wikipedia-Artikel.
Auf die meisten der auftretenden Fragen findet man im Internet bei Wikipedia eine Antwort. Doch was, wenn man gerade kein Internet zur Hand hat, oder vielleicht sogar blind ist? Die Lösung heißt Wikifon. Mit dem Wikifon kann man von jedem beliebigen Telefon aus auf die Millionen Artikel von Wikipedia zugreifen und sich diese vorlesen lassen. Es gibt viele Situationen, in welchen das Internet gerade nicht verfügbar ist, aber ein Telefon/Handy schon. In manchen Situationen will man Fragen gleich klären und nicht erst warten, bis eine Zugangsmöglichkeit zum Internet sich anbietet. Das Wikifon soll und kann die visuelle Darstellung des Wikipediawissens nicht ersetzen - wohl aber sinnvoll erweitern.
Hinweis: Der Dienst Wikifon befindet sich im Testbetrieb. Das kann zur Folge haben, dass es zu kleinen Verzögerungen kommt, bis ein Artikel vorgelesen wird. Falls solch eine Verzögerung auftritt, ist in dieser Zeit ein regelmäßiger Signalton zu hören. Damit wird signalisiert, dass der vorzulesende Text noch in Sprache konvertiert werden muss. Anregungen für eine bessere Bedienbarkeit des Dienstes oder andere Kommentare sind uns willkommen und können an die Email-Adresse: info@phonepublisher.com geschickt werden. In der Betreffzeile sollte möglichst ’Kommentar zum Wikifon’ stehen.
Das Wikifon ist telefonisch erreichbar unter der Osnabrücker Ortsnummer: 0541 44441 8880. Es handelt sich also um keine Sonderrufnummer, bei welcher extra Kosten anfallen.
Bedienung
Generell muss man sich keine Tastenfunktionen merken, denn immer, wenn einige Sekunden keine Taste am Telefon gedrückt wird, werden alle möglichen Tastenfunktionen angesagt. So kann man auch ohne Lesen der Bedienungsanleitung das Wikifon sofort nutzen. Dabei ist es gerade am Anfang sinnvoll, sich die entsprechenden Ansagetexte bis zum Ende anzuhören, weil so Bedienfehler und Missverständnisse vermieden werden. Wenn bereits bekannt ist, welche Funktionen die Tasten besitzen, kann auch mitten im gesprochenen Text die gewünschte Taste gedrückt werden - die Funktion wird direkt ausgeführt, ohne dass eine Ansage abgewartet werden muss.
Anleitung
Nach der Anwahl der Telefonnummer besteht die Möglichkeit, durch Drücken der Taste 1 eine Kurzanleitung zu hören. Das Betätigen jeder anderen Taste ermöglicht die sofortige Nutzung des Wikifon.
Zuerst gibt man mit den Tasten 1 bis 9 Buchstabe für Buchstabe das gesuchte Stichwort ein. Den Tasten sind ähnlich wie beim Schreiben einer SMS jeweils 4 bis 5 Buchstaben zugeordnet. Wenn eine dieser Tasten gedrückt wird, hört man zur Kontrolle den zugeordneten Buchstaben. Ein erneutes Drücken derselben Taste sagt den nächsten Buchstaben an, welcher dieser Taste zugeordnet ist. Wird zum Beispiel die Taste 2 das erste Mal gedrückt, wird der Buchstabe A angesagt, beim erneuten Drücken der Buchstabe B, beim erneuten Drücken der Buchstabe C, beim erneuten Drücken die Zahl 2, beim erneuten Drücken der Buchstabe Ä, beim erneuten Drücken wieder der Buchstabe A usw. So kann in Ruhe der richtige Buchstabe mit den Tasten 1 bis 9 gesucht werden. Wichtig - im Gegensatz zum Schreiben einer SMS, muss jeder gefundene Buchstabe separat mit der #-Taste ’gemerkt’ werden. Im Gegensatz dazu kann jeweils der letzte Buchstabe mit der *-Taste wieder gelöscht werden. Immer, wenn ein Buchstabe mit der #-Taste übernommen wird, wird zur Kontrolle der Buchstabe angesagt, danach die bereits eingegebenen Buchstaben und danach als Wortvorschlag das erste Stichwort, welches Wikipedia in seiner Stichwortliste dazu gefunden hat. Dadurch muss man oft nur wenige Buchstaben des gesuchten Stichwortes eingeben und kann bereits hören, ob das richtige Stichwort gefunden wurde.
Während der Eingabe der Buchstaben - genauer gesagt, nach jedem Betätigen der #-Taste, wird im Hintergrund eine Liste der 10 am häufigsten gesuchten Stichwörter erzeugt, welche mit den eingegebenen Buchstaben anfangen. Zu dieser Liste gelangt man jederzeit durch Drücken der Taste 0. Mit der #-Taste und der *-Taste kann man sich dann vorwärts und rückwärts durch die Liste bewegen und die gefundenen Stichwörter vorlesen lassen. Wichtig! - nur, wenn man sich innerhalb dieser Stichwortliste befindet, kann zu dem angesagten Stichwort der passende Wikipedia-Artikel angehört werden. Dies geschieht durch Drücken der Taste 0. Um weitere Buchstaben einzugeben, wechselt man mit dem Drücken einer beliebigen Taste von 1 bis 9 wieder zurück in den Eingabemodus für Buchstaben. Wurde nun das Vorlesen des gewählten Artikels über die Taste 0 gestartet, sind auch während des Vorlesens weitere Tasteneingaben möglich. Die Taste 0 pausiert das Vorlesen. Ein erneutes Drücken der Taste 0 setzt das Vorlesen fort, bis das Ende des Artikels erreicht wurde, oder eine andere Tastenfunktion aufgerufen wird. Mit der #-Taste kann man zum nächsten und mit der *-Taste zum vorhergehenden Abschnitt des Artikels springen. Dabei wird das Vorlesen automatisch gestoppt, wenn der Abschnitt zu Ende ist. Will man den Artikel bis zum Ende ohne Unterbrechung hören, muss dieser wieder mit der Taste 0 fortgesetzt werden. Das Überspringen von Absätzen kann sehr sinnvoll sein, weil oft das Hören des gesamten Artikels sehr zeitaufwendig ist und bei manchen Artikeln am Anfang Informationen vorgelesen werden, welche nicht so interessant sind (z. B. beim Stichwort Leukämie - die Klassifikation nach ICD-10). Während des Vorlesens des Artikels gelangt man durch Drücken einer Taste von 1 bis 9 wieder zurück in den Bereich, wo Buchstaben eingegeben werden können, bzw. die Liste der gefundenen Stichwörter angehört werden kann.
Natürlich kann das Wikifon jederzeit durch Auflegen des Telefons beendet werden." Zitatende.
Bislang sieht es für blinde Interessierte nicht besonders gut aus, wenn man ein selbständig bedienbares Lexikon haben möchte. Ich verwies bisher immer auf Wikipedia im Internet. Nun sind zwei Wikipedia-Alternativen hinzugekommen. Vielleicht findet das bei dem Einen oder Anderen Interesse. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Freude bei der Nutzung.Für Fragen oder Anregungen stehe ich Ihnen natürlich gern, wie immer, in der DZB Leipzig zur Verfügung.

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Info-Service

Neue Verpackung bei Hörzeitschriften

Die Abonnenten der DAISY-Zeitschriften haben sie schon zum Beginn des Monats September mit ihrer CD erhalten: Die neue Verpackung der Hörzeitschriften.
Sie halten von nun an eine moderne Stecktasche aus Karton in den Händen. Diese ist mit einem Farbdruck versehen. Auf der Rückseite steht der Kurztitel der Zeitschrift in Braille und im Schwarzdruck wie auch die Kontaktdaten der DZB. Der Nutzer kann so die CD-Sendung von anderer Post eindeutig unterscheiden.
Die neue Hülle ist leichter zu verarbeiten und verursacht deutlich weniger Abfall.
Wir hoffen, unseren Abonnenten auf diese Weise ein verlässliches Produkt bieten zu können.

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Die DZB auf der REHACARE

Die REHACARE bietet seit über 30 Jahren eine Informations- und Kommunikationsplattform für Menschen mit Behinderungen, mit Pflegebedarf im Alter und mit chronischen Krankheiten. Auf der Düsseldorfer Messe sind auch dieses Jahr über 700 Aussteller aus 30 Ländern vertreten. Damit ist die REHACARE die weltgrößte Fachmesse der Branche, an der wir in diesem Jahr das zweite Mal sehr gern teilnehmen, um unsere Produkte zu präsentieren.
Sie finden die DZB - gemeinsam mit der Hilfsmittelfirma Papenmeier - am Stand A09 in Halle 5. Dort stellen wir die neuesten Kalender, Braille-Bücher, Sprachkurse und Glückwunschkarten aus. Darüber hinaus bieten wir aktuelle DAISY-Hörbücher, Atlanten, Zeitschriften in Punktschrift sowie im DAISY-Format an.
Die Messe ist vom 21. bis 23. September von 10 bis 18 Uhr sowie am 24. September von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Weitere Infos unter:
http://www.rehacare.de

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Silbermedaille für Reliefwandkalender 2012 "Chinesische Tierkreiszeichen"

Die vom Graphischen Klub Stuttgart e.V. und Partnern geladenen Jurorinnen und Juroren für die Internationale Kalenderschau 2012 haben im August die Verkaufskalender der Verlage prämiert. Die Fachjury entschied sich in einem sorgfältigen Auswahlverfahren aus 852 eingereichten Kalendern, insgesamt 67 Auszeichnungen zu vergeben. Darüber hinaus wurden weitere 43 Kalender für eine Auszeichnung nominiert. Neben gestalterischen und technischen Kriterien wurden auch Käuferinteressen und Verbraucherverhalten beurteilt.
Der in Kooperation mit dem Konfuzius-Institut Leipzig entstandene Reliefwandkalender "Chinesische Tierkreiszeichen" aus der DZB wurde mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
Alle prämierten Kalender werden auf der Frankfurter Buchmesse, den Stuttgarter Buchwochen im Januar 2012 in Stuttgart anlässlich gregor - international calendar award 2012, der gleichnamigen Ausstellung in Karlsruhe und der Buchmesse in Leipzig mit den entsprechenden Medaillen gekennzeichnet präsentiert.
Relief-Wandkalender "Chinesische Tierkreiszeichen": 18,00 €, BNV 6951

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"via regia" - Führung für Blinde und Sehbehinderte

Dass eine Straße nicht nur eine Verbindung, sondern auch ein Hindernis sein kann, wissen besonders Menschen mit Sehbehinderungen. Damit alle interessierten Besucher der 3. Sächsischen Landesausstellung "via regia - 800 Jahre Bewegung und Begegnung" einen bleibenden Eindruck des Lebens, Handelns und Wirkens entlang der historischen Königsstraße erhalten, lädt die 3. Sächsische Landesausstellung herzlich zurFührung für Blinde und Sehbehinderte, am 27. Oktober, 16.30 Uhr in den Kaisertrutz Görlitz ein (Platz des 17. Juni, 02826 Görlitz).
In der Überblicksführung wird die 800-jährige Geschichte der berühmten Handelsstraße vorgestellt. Auf den fünf Ausstellungsebenen Fundament - Straße - Markt - Menschen - Ideen sind rund 450 Exponate aus dem In- und Ausland ausgestellt.
Das Ticket kostet 9 €. Die Teilnahme an der Führung ist im Ticketpreis bereits enthalten. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl (12 Personen) wird um Anmeldung gebeten. Anmeldung unter:
Tel.: 0351 49142011
Fax: 0351 49142001
www.landesausstellung-viaregia.de
Blindenführhunde können in die Ausstellung mitgenommen werden.

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Tandem-Hilfen e.V.

Tandem-Sternfahrt 2012
Vom 01.09. bis zum 31.12.11 kann man sich zur Teilnahme an der Sternfahrt anmelden.
Ab September gibt es bei der Koordinationsstelle der Tandem-Sternfahrt eine Telefonhotline. Im September ist auch das informative Faltblatt zur Tandem-Sternfahrt erhältlich. Es wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. sowie von der Koordinationsstelle an Verbände, Einrichtungen, Tandem-Gruppen und weitere Interessenten verschickt und wird im Internet zu finden sein. Jetzt beginnen die konkreten Absprachen, damit die 100 Tandems am 01. Juni 2012 sicher durch Berlin fahren können.
Anmeldung ab 01.09.2011 möglich. Informationen unter
www.tandemsternfahrt.de
Vorankündigung: Lichterfahrt durch Berlin
Tandemtour durch die erleuchtete Innenstadt von Berlin am Sonntag, 16.10.11, voraussichtlich 19:00 bis 20:00 Uhr! Beginn und Ende: voraussichtlich Hauptbahnhof, Ausgang Washingtonplatz.
Vom 12. bis 23. Oktober 2011 findet in Berlin das Festival of Lights statt, bei dem prominente Gebäude kunstvoll beleuchtet werden. Im letzten Jahr fand im Rahmen der Aktion "Augen-Licht" eine Tandemfahrt durch die erleuchtete Berliner Innenstadt statt, bei der die blinden und sehbehinderten Fahrer von ihren sehenden Piloten Erläuterungen zu den Leuchtkunstwerken erhalten haben. Die Rundfahrt ist bei allen Teilnehmern gut angekommen und wird deshalb auch in diesem Jahr angeboten.
Die Aktion "Augen-Licht" ist ein Kooperationsprojekt zwischen der City Stiftung Berlin e.V. und dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e.V. (ABSV) sowie weiteren Partnern.
Interessenten an der Tandemfahrt können sich bereits jetzt anmelden unter Tel. 030 895 88-0.Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, ob Sie mit eigenem Tandem und Pilotfahrer kommen.
Kontakt:
Dr. Thomas Nicolai (1. Vorsitzender), Französische Straße 16, 10117 Berlin.
Tel.: 030 2081720, Mobil: 0171 5307169; E-Mail: ThomasNicolai@gmx.de; www.tandem-hilfen.de
[Quelle: „DIE KETTE“ Neuigkeiten von Tandem-Hilfen e.V. Nr. 21 vom 16.08.2011]

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Impressum

»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich im Jahresabonnement wahlweise als CD-DAISY, in Blindenkurzschrift und in Schwarzschrift.
Kündigungsfrist: 3 Monate vor Ende des Kalenderjahres.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Online unter: www.dzb.de/zeitschriften/index.html
Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
E-Mail: verlag@dzb.de
Abonnements, Anzeigen
Sylvia Thormann
Tel.: 0341 7113-120
E-Mail: abo@dzb.de
Spenden
Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92
Konto 1 100 830 010
DZB 2011

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