DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 2 – 2012

März / April

22. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Zum 80. Geburtstag von Hans Lanzke

Einblicke

Die Arbeit von Braille Press China

Wie war das damals?

Das Studio der DZB 1959

Die Kramkiste

Karl Heinrich Waggerl: "Fröhliche Armut"

Peter Abraham: "Meine Hochzeit mit der Prinzessin"

"Friedrich der Große" (1712-1786) im Bestand der DZB

Punktschriftbibliothek

Hörbücherei

LOUIS

DAISY aktuell - neue Victor-Geräte von Humanware: Victor Stratus

Info-Service

Welcher ist der beliebteste Hörfilm des Jahres 2011?

Der Hörfilmpreis

"Jubiläums-cSc"

Impressum

Vorbemerkung

Wir würdigen unseren ehemaligen Studioleiter und langjährigen Studiosprecher Hans Lanzke anlässlich seines bevorstehenden 80. Geburtstages im März! Anschließend sind Sie eingeladen, Braille Press China kennenzulernen, bevor wir Sie auf eine Zeitreise in das DZB-Studio der 50er-Jahre entführen. Das "Friedrich-Jahr" geht auch an uns nicht spurlos vorüber, wir informieren Sie über jene Bestandteile unseres Literaturbestandes, die den "Alten Fritz" zum Gegenstand haben. Die technisch Ambitionierteren unter Ihnen werden sich schließlich über die Vorstellung der neuen Victor-Geräte freuen.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Zum 80. Geburtstag von Hans Lanzke

Anke Saurin (Studioleiterin)
Den meisten unserer Hörerinnen und Hörer wird seine charakteristische Stimme bekannt sein: Hans Lanzke, langjähriger Sprecher und Leiter des Studios der DZB.
Geboren 1932, studiert er am Theaterinstitut in Weimar mit dem Berufswunsch Schauspieler und wird doch Theaterwissenschaftler. Noch während des Studiums bewirbt er sich als Sprecher an der DZB, aber man meint in ihm den besseren Dramaturgen zu erkennen. 1961, da ist das Studio erst 5 Jahre alt, klappt es dann doch: Hans Lanzke wird Aufnahmeleiter und Sprecher, ab 1967 leitet er das Studio.
Als er im Jahr 1997 als Studioleiter in den wohlverdienten Ruhestand geht, hat er bereits mehrere hundert Titel auf Band gelesen. Auch Jahre danach bleibt seine Stimme vielen Blinden und Sehbehinderten in Hörbuchproduktionen der DZB wohl vertraut.
Heute - kurz vor seinem 80. Geburtstag am 29.03.2012 - verzeichnen die Kataloge der DZB fast 660 Titel, die Hans Lanzke zum Klingen gebracht hat. Wir wünschen von Herzen alles Gute und Gesundheit!

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Einblicke

Etwas über ein Jahr ist es jetzt her, dass die DZB Besuch aus China erhielt. Im Herbst 2010 besuchte uns eine charmante junge Frau, die mehr über die Blindenbibliothek in Leipzig wissen wollte. Sie war aus China angereist, zu Besuch in Deutschland. Da sie in ihrem Land für Blinde tätig war, interessierte sie sich für die Arbeit hier. Gern informierten wir sie, waren aber unsererseits genauso neugierig auf die Arbeit für blinde und sehbehinderte Menschen in China. So gaben wir der Mitarbeiterin der Braille Press China unsere Fragen mit. Die Antworten darauf veröffentlichen wir gern für Sie in den DZB-Nachrichten.

Die Arbeit von Braille Press China

SUSANNE SIEMS UND YI CHEN
1. Welche Aufgaben hat Braille Press China?
Braille Press China gewährt Blinden in China vielfältige Unterstützung, um ihnen ein vollwertiges Leben und die feste Integration in der Gesellschaft zu ermöglichen. Braille Press China ist dabei auf sechs Hauptfeldern aktiv:
Dazu gehört die Nationale Braille Bibliothek, die für alle Blinde in China kulturelle Dienstleistungen anbietet.
Darüber hinaus initiiert und fördert Braille Press China die Forschung und Entwicklung von computergestützten Hilfsmitteln und Technologien für Blinde.
2. Seit wann gibt es diese Einrichtung?
Braille Press China wurde im Jahr 1953 gegründet.
3. Wie viele blinde bzw. sehbehinderte Menschen gibt es in China?
In China gibt es 16,91 Millionen Menschen mit Sehbehinderungen. Von ihnen sind 5,23 Millionen blind und rund 7,10 Millionen sehbehindert. Weitere 4,58 Millionen Sehbehinderte leben noch mit weiteren Behinderungen.
4. Versorgt Braille Press China das ganze Land?
Die Verantwortung für die Angelegenheiten der Blinden in ganz China nimmt die China Disabled Persons Federation (CDPF/Chinesischer Behinderten Verband) wahr. Braille Press China unterstützt alle Blinden in China mit bestimmten kulturellen Dienstleistungen.
5. Gibt es weitere Einrichtungen mit ähnlichen Aufgaben in China?
In allen Provinzen verfügt ein Teil der öffentlichen Bibliotheken über ein Lesezimmer, das blinden Nutzern entsprechende Bücher in Blindenschrift oder Großdruck, kostenlosen Verleihservice sowie weitere Dienstleistungen bietet.
6. Welche Bedeutung hat die Brailleschrift für blinde Menschen in China?
Die Brailleschrift ist für die schulische Ausbildung der Blinden unverzichtbar. Durch das Erlernen der Brailleschrift eröffnen sich den Blinden bessere Beschäftigungsmöglichkeiten.
7. Welche Schwierigkeiten hat Braille Press China derzeit zu überwinden?
Die Lebenssituation der Blinden in China ist noch nicht zufriedenstellend. An erster Stelle der Probleme ist dabei der ungenügende Bildungsstand bei blinden Menschen zu nennen. Noch zu wenige von ihnen beherrschen die Brailleschrift.
Dennoch braucht es auch jetzt schon mehr Hörbücher und Bücher in Blindenschrift bzw. Großdruck, um ihre geistig-kulturellen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie haben ebenso ein Recht, ihre geistigen Ansprüche erfüllen zu können, wie andere Menschen auch.
Mit einem höheren Bildungsstand unter den Blinden und Sehbehinderten wird es möglich sein, nicht nur ihre Lebensqualität zu erhöhen, sondern auch mehr von ihnen zu einer Erwerbstätigkeit zu verhelfen.
Braille Press China unternimmt große Anstrengungen um durch die Verbreitung entsprechender Hilfsmittel, Hörbücher und Bücher in Blindenschrift bzw. Großdruck den Bildungsstand der Blinden zu verbessern.
8. Welche Ziele verfolgt Braille Press China in den nächsten 5 bis 10 Jahren?
Braille Press China strebt vor allem an, seine Dienstleistungen weiter auszubauen und zu verbessern. Die Produktion der entsprechenden Bücher und Hilfsmittel für Blinde soll weiter erhöht werden. In diesem Zusammenhang will Braille Press:
Das Chinesische Kultur- und Informationszentrum für Sehbehinderte, das gerade neu gebaut wurde, wird sich in Zukunft zu einer wichtigen öffentlichen Dienstleistungsanstalt für Blinde entwickeln. Es wird seinen Bestand an Büchern in Blindenschrift und Großdruck stark ausbauen und die Ausleihzahlen werden sich erhöhen. Das Kultur- und Informationszentrum für Sehbehinderte steht dabei allen Blinden aus ganz China offen. Es stellt eine Leiteinrichtung für das ganze Land dar, von ihm sollen wichtige Impulse auch für die Entwicklung neuer technischer Hilfsmittel ausgehen. Das Zentrum wird aktiv dazu beitragen, dass für Blinde mehr Möglichkeiten der Berufsausbildung geschaffen werden, um deren gesellschaftliche Eingliederung zu verbessern.
9. Welche Formen der Zusammenarbeit sehen Sie zwischen der Braille Press China und der DZB Leipzig?
Braille Press China möchte mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde vor allem Erfahrungen bei der Publikation von Büchern für Blinde austauschen. Dies schließt die Zusammenarbeit der Bibliotheken auf dem Feld der Dienstleistungen und des Service für Blinde mit ein. Vielleicht bestehen Möglichkeiten, bestimmte Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Wichtig scheint es uns auch, Möglichkeiten zur gemeinsamen Entwicklung von neuen Hilfsmitteln auf der Basis der modernen Informationstechnologien auszuloten. Und schließlich möchten wir gemeinsam mit der DZB Leipzig ein internationales Forum organisieren, das die Zusammenarbeit bei der Unterstützung von Blinden fördert.

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Wie war das damals?

Das Studio der DZB 1959

Susanne Siems
Die Hörbücherei der DZB wurde am 14. März 1956 eröffnet. Den nachstehenden Beitrag fanden wir im Heft 2 der "Gegenwart" von 1959. Autor ist Herbert Jakob. Er war von 1955 bis zu seinem Tod 1975 Direktor der DZB. Der Artikel beginnt mit dem Zitat eines Leserbriefes:
"‚… Ich schrieb Ihnen ja bereits, daß ich mich nebenher auch für mit dem Tonbandgerät zusammenhängende technische Dinge interessiere und mich auch damit beschäftige. So hatte ich schon lange gedacht, daß beispielsweise in der Gegenwart einmal ein ausführlicher Artikel über die technische Einrichtung der Hörbücherei erscheinen würde. Leider - wenigstens für mich - war das noch nicht der Fall. Vielleicht können Sie diesen Gedanken als Anregung für einen solchen Bericht nehmen. Insbesondere würde mich auch die Arbeitsweise des schon vor längerer Zeit in Aussicht gestellten Cuttergerätes interessieren, mit dem das Cuttern auf elektrischem Wege möglich sein soll. Daneben wäre es sehr interessant, etwas über die von Ihnen benutzte Kopieranlage und die sonstigen technischen Einrichtungen wie Aufnahmemaschinen, die für die Herstellung der Mutterbänder verwendeten Geschwindigkeiten, die Mikrofone, die Studioräume usw. zu erfahren.'
Dieser Brief kommt aus Westdeutschland, und nicht nur dieser Hörer, sondern viele andere stellen an uns immer wieder die verschiedensten Fragen. Über den Aufbau unseres Studios zu schreiben, scheint also tatsächlich einmal notwendig.
Es ist an dieser Stelle schon des öfteren darüber berichtet worden, mit welcher Großzügigkeit die Deutsche Zentralbücherei für Blinde von den zuständigen Regierungsstellen beim Auf- und Ausbau ihrer gesamten Einrichtung, also auch des Studios, gefördert wird. Für die technische Ausrüstung und die Einrichtung des ‚Sprechenden Buches' wurden bis heute insgesamt mehr als 300.000 DM zur Verfügung gestellt. In dieser Summe sind die jährlichen Unterhaltskosten, Löhne, Material usw. nicht mit enthalten. Diese Unterstützung ermöglichte es uns auch, innerhalb von zweieinhalb Jahren 325 Titel herzustellen. Sie machte es aber vor allen Dingen möglich, daß wir diese Titel unseren Hörern in bester technischer und künstlerischer Qualität anbieten können.
Machen wir einmal einen kleinen Rundgang durch das Studio und fangen damit im Sprecherraum an. Dieser Raum ist auf besondere Weise isoliert und mit sogenannten Schallschluckeinrichtungen versehen, die gegenwärtig eine Nachhallzeit von 0,175 Sekunden zulassen. Die Praxis jedoch hat gezeigt, daß dieser Nachhall zu hoch ist. Wir sind bemüht, eine Einrichtung zu schaffen, mit deren Hilfe es uns möglich ist, eine Nachhallzeit von nur 0,060 Sekunden zu erzielen. In der Mitte des Raumes befindet sich ein mit Filz abgedeckter runder Sprechertisch, auf dem das Mikrofon installiert ist. Wir verwenden für unsere Aufnahmen den neuesten Typ des Neumann-Mikrofons, das sich sowohl beim Rundfunk als auch bei anderen Sprechstudios bisher ausgezeichnet bewährt hat. Der Sprecherraum ist mit dem Aufnahmeraum, in dem Techniker und Regisseur die Aufnahme überwachen, durch eine Wechselsprechanlage verbunden, so daß Sprecher, Regisseur und Techniker sich unterhalten können, falls das notwendig ist. Eine doppelte, mit einer besonderen schallisolierenden Masse ausgefüllte Wand trennt Sprecher- und Aufnahmeraum. Das sogenannte Regiefenster, in diese beiden Wände eingelassen, besteht aus fünf in verschiedenen Stellungen angebrachten Scheiben, ist also ebenfalls völlig schallundurchlässig.
Im Aufnahmeraum, das sagt schon der Name, befinden sich die für die Aufnahme erforderlichen Anlagen: das Regiepult, zwei Studiomaschinen und die Verstärkeranlage. Unser Regiepult ist so gebaut, daß zwei Mikrofone und vier Maschinen angeschlossen werden können. Aus diesem Grunde war es uns auch möglich, im eigenen Hause bereits zwei Hörspiele zu produzieren. Obwohl wir - vor allem räumlich - nicht über die erforderlichen technischen Voraussetzungen verfügen, glauben wir doch, daß die Qualität unserer Hörspiele ‚Der Beweis' und ‚Sechs Punkte lösten das Problem' den Freunden unseres Studios genügt. Lesen Sie selbst, was der Autor des Hörspiels ‚Sechs Punkte lösten das Problem' hierzu sagt: ‚Ich habe vom Rundfunk noch keine Stellungnahme erhalten, könnte mir aber denken, daß er auf diese vorzügliche Aufnahme gern zurückgreift, wenn sie ihm zu Gehör kommt.'
Ein Hinweis sei uns an dieser Stelle noch gestattet: Die in unserem üblichen Vorspann geforderte Begrenzung beim Abhören unserer Bänder ist für das Hörspiel ‚Sechs Punkte lösten das Problem' aufgehoben. Unsere Tonbandhörer sollten sich darum bemühen, dieses Hörspiel einem großen Kreis Sehender nahezubringen.
Die Aufnahme erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 38,01 cm/sec und gestattet uns somit ein einwandfreies Cuttern. Unsere Sprecher sind Menschen, und beim Vorlesen unterläuft jedem einmal ein Versprecher. Zuweilen passiert es auch, daß sich ein Fremdgeräusch einschleicht (Brummen, Rauschen oder von außen eindringende Geräusche). Das alles muß beseitigt werden, denn wir möchten unseren Hörern reine und gut gesprochene Bänder vorlegen. Im allgemeinen erfolgt das Cuttern heute noch mit der Hand, d. h. die unerwünschten Stellen werden mit der Schere herausgeschnitten, und das Band wird so zusammengeklebt, daß es einwandfrei ist. Jeder Tonbandamateur kennt diesen Vorgang.
Von einem Ingenieur des Staatlichen Rundfunkkomitees wurde nun vor einiger Zeit eine Truhe entwickelt, die es gestattet, zu cuttern ohne zu schneiden. Wie bei jeder guten Erfindung ist auch hier das Problem genial einfach gelöst. In diese Truhe sind zwei Tonbandgeräte eingebaut, bei uns mit einer Ablaufgeschwindigkeit von 38,01 cm/sec, denn die Geschwindigkeit der Kopie muß ja der Geschwindigkeit des Originalbandes entsprechen. Das Pult ist schräg, und die Maschinen liegen untereinander. Auf die untere Maschine wird das Originalband aufgelegt, auf die obere ein leeres. Eine sinnvolle und komplizierte Relais-Schaltung bringt es nun zuwege, daß beide Maschinen gleichzeitig anlaufen und daß vom vollen auf das leere Band kopiert wird. Die Cutterin arbeitet mit dem vom Sprecher fertiggelesenen Buch, in das der Regisseur überall dort seine Zeichen gemacht hat, wo Versprecher oder Fremdgeräusche herausgenommen werden müssen. Kommt eine solche Stelle, so werden zunächst beide Bänder angehalten, die unsaubere Stelle auf dem Normalband läuft allein durch, und beide Maschinen werden erst dann wieder eingeschaltet, wenn der klare Text beginnt. Auf diese Weise vermeiden wir gegenwärtig 10 bis 13 % Bandverlust, denn die Originalbänder werden anschließend wieder zur Aufnahme benutzt.
Mit einer eigens für die Deutsche Zentralbücherei angefertigten Kopieranlage werden nun die Bänder in handelsüblicher Geschwindigkeit hergestellt. Wir haben dazu ein Gerät mit 38,01 cm/sec sowie ein Gerät mit 76,02 cm/sec, auf die die gecutterten Bänder gelegt werden, und acht Geräte mit 19,05 cm/sec Ablaufgeschwindigkeit. Daraus ist zu ersehen, daß wir von jedem Titel acht Kopien anfertigen, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, die unsere Hörer an uns stellen. Die Bänder mit einer Geschwindigkeit von 19,05 cm/sec werden im Normaltempo von dem Gerät mit 38,01 cm/sec. kopiert. Der Vorgang ist denkbar einfach. Die Bänder mit 9,5 cm/sec dagegen kopieren wir mit doppelter Vorlaufgeschwindigkeit, d. h. das mit 38,01 cm/sec aufgenommene Band läuft auf einer Maschine mit 76,02 cm/sec auf fünf Geräte mit 19,05 cm/sec Ablaufgeschwindigkeit. Die dabei entstehende Endgeschwindigkeit beträgt 9,5 cm/sec bei einer Frequenz bis zu 10 kHz. Das reicht für eine einwandfreie Wiedergabe auf jedem Tonbandgerät vollständig aus.
In unserem Studio arbeiten z. Zt. sechs Kolleginnen und Kollegen, die sich für das Jahr 1959 eine Produktion von 33.000 gelesenen Seiten vorgenommen haben. Dadurch, daß der Techniker nicht nur seine Anlage, d. h. seinen Pegel, überwacht, sondern auch scharf auf jedes Fremdgeräusch hört, und dadurch, daß wir einen Regisseur haben, der jedes Buch eingehend durcharbeitet und bei der Aufnahme den Sprecher streng kontrolliert, ist die gute Qualität unserer Bänder gewährleistet.
Zitieren wir am Schluß noch einmal aus dem Brief eines westdeutschen Hörers: ‚… Ein Vergleich mit mehreren anderen Blindenhörbüchereien zeigt deutlich sowohl hinsichtlich der Qualität der Aufnahmen als auch in Bezug auf den Vortrag der Werke einen Vorsprung der Blindenhörbücherei in Leipzig.'"
Soweit unsere "Zeitreise" in die 50er-Jahre. Die beiden im Text genannten Hörspiele sind in unsere Hörbücherei immer noch ausleihbar:
In einer der nächsten Ausgaben der DZBN werden wir über das moderne DZB-Tonstudio im Jahr 2012 berichten.

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Die Kramkiste

Im Bestand der Bibliothek gekramt
Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Karl Heinrich Waggerl: "Fröhliche Armut"

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Erst war ich doch einigermaßen überrascht gewesen dieses Buch in unserem Bestand zu finden, und dass es bereits 1983 - also in tiefster sozialistischer Zeit - bei uns übertragen worden ist. Die Schwarzdruckvorlage dazu war im St. Benno-Verlag Leipzig herausgekommen. Denn der Autor - Karl Heinrich Waggerl (1897-1973) - war aufgrund seiner politischen Haltung und Publikationen immer umstritten gewesen.
Und doch, dieses Buch kann sehr viel Zustimmung finden, weil es, trotz all der geschilderten Lebensnöte auch Trost vermitteln kann.
Waggerl schrieb mal: "Was ich darstelle bewegt mich nicht selber, mir liegt nur daran, dass es andere bewege. Aus eingeborenem Instinkt und langzeitiger Erfahrung weiß ich um die Mittel, diese Wirkung zu erreichen, und ich wende sie bewusst an."
Seine Beliebtheit bei den Lesern ist schon phänomenal, erst im Dritten Reich, dann in den Jahrzehnten nach dem Krieg, ohne Bruch.
Hier handelt es sich um Kindheitserinnerungen, humorvoll erzählt. Angefangen bei der Geburt, bis er von zu Hause in die Welt hinauszog, alles noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Der Vater war ein schwerhöriger Zimmermann, und die Mutter führte neben dem Haushalt Näharbeiten für die Nachbarn aus. Und arm waren sie, wie es im ländlichen Österreich damals verbreitet war. Der kleine Karl, der mit einer schlechten Gesundheit geschlagen war, hockte zu Füßen der schneidernden Mutter. Stoffreste, Bänder und Knöpfe rieselten auf ihn herunter, während er sich mit seiner Mutter unterhielt.
"Die Mutter war wohlbeschlagen mit Kenntnissen aus der Geschichte zwischen Pilatus und Napoleon. Etliches musste ich mir ja später anders erzählen lassen, aber ich kann nicht sagen, dass ich viel dabei gewonnen hätte."
Später hat er seine Mutter begleitet, wenn sie irgendwohin gerufen wurde, um für eine Hochzeit zu nähen. Dafür wurde dann die Nähmaschine, das Werkzeug und die Kleiderpuppe auf einen Schubkarren geladen und während die Mutter schob, musste er für das Gleichgewicht sorgen. Das gehört zu seinen schönsten Erinnerungen, wie sie so übers Land zogen.
Doch die Familie geriet immer tiefer in die Not. Bis sie schließlich in seinem fünften Lebensjahr auf Wanderschaft gehen musste. Das Glück wendete sich erst wieder, als der Vater eine Stelle als Briefträger annahm. Ganz aus kindlicher Sicht beschreibt er, wie es war, als er noch eine Schwester bekam. Genauso amüsant sind seine Erinnerungen an die erste Schulzeit. Ein Original war auch der Pfarrer des Ortes, mit seinem Bemühen jeglichen Streit zu schlichten und seiner selbstlosen Freigiebigkeit. Mit ihm zog Karl manchmal stundenlang durch die Wälder.
"Ihm verdanke ich es, wenn ich noch heute jeden Pilz und jedes Kraut beim Namen nennen kann, obgleich mir vieles, was ich damals sah, später nie wieder vor Augen kam."
Es ist vor allem auch dies, was Waggerl angekreidet wurde, sein Lob des einfachen, ländlichen Lebens, im Gegensatz zur Stadt und seine Ablehnung jeglichen Fortschrittsglaubens. Nachdem er z.B. wieder einmal lange krank gewesen war - auch der Doktor ist so eine schrullig-liebenswürdige Gestalt - kam er zur Erholung auf eine Sennerei in den Bergen. Dort war auch ein alter Knecht, der schon mal draußen, in der Welt jenseits der Berge, gewesen war, als man ihn einst zu den Soldaten holte. Er hatte es aber vor Heimweh nicht aushalten können und war einfach davon gelaufen, bis er wieder in seiner heimatlichen Bauernhütte lag. Da haben sie ihn erneut geholt, er bewährte sich, hätte auch beim Militär bleiben können - doch die Stadt behagte ihm nicht.
"Diese himmelhohen Häuser, und nicht so viel Land dazwischen, das nur einer aus dem ganzen Leutehaufen seinen Laib Brot davon haben könnte. Alles unnütz.
Das sagte die leibhaftige Armut neben mir, in ihrem geflickten Rock, dieser alte Knecht, der mühselig sein Gnadenbrot kaute."
("Fröhliche Armut", BNA 6704, 2 Bde., rkh.)
Weitere Titel von Karl Heinrich Waggerl in unserem Punktschriftbestand:

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Peter Abraham: "Meine Hochzeit mit der Prinzessin"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Das Buch erschien 1972 im Verlag Neues Leben zu Berlin.
"In der Phantasie hatte ich mindestens hundertmal geheiratet …" - doch als Roland, der Kraftfahrer, sich in Christel, die Tochter seines Chefs, verliebt und sie sich in ihn, wird ihm "der Mund trocken."
Roland ist ein quirliger junger Mann, der mit Christel erstmals eine große Liebe trifft. Die anfänglichen Ressentiments des künftigen Schwiegervaters räumt er schnell aus. Das Zusammenleben des Liebespaares beginnt nicht ganz konventionell. Wegen der angespannten Wohnungslage bezieht das junge Paar eine Ladenwohnung, die mit Hilfe der Arbeitskollegen hergerichtet wird, und heiratet - fast überstürzt. Die unterschiedlichen Lebenspläne, die abweichenden Ordnungs- und Stilbegriffe beider, lassen sie jedoch ihren Alltag hart ankommen. Roland liebt alte Möbel und ein kreatives gemütliches Zuhause, Christel bevorzugt neue, sterile Möbel und ist von nachgerade mathematischem Ordnungssinn. Roland ist ein selbstbewusster und koboldhafter junger Mann, Christel muss sich erst mühsam erarbeiten, dass es unwichtig ist, wie etwas "aussieht" oder was "man" von anderen denkt. Roland, von einer hart arbeitenden Mutter allein aufgezogen, hat keine Ressentiments und unterstützt die lernbegierige Christel beim Studium und im Alltag, ja, er ordnet sich seiner Frau und deren ehrgeizigen beruflichen Zielen eine Zeitlang unter. Er selbst liebt seinen Beruf und ist mit diesem zufrieden. Doch der Alltag beider wartet mit Stolpersteinen auf: mitten in der Ausbildung wird Christel schwanger und bekommt ein Töchterchen, dessen Geschrei nun das Leben in der winzigen Ladenwohnung untermalt. Auf einer Studienfeier Christels trifft Roland die begehrenswerte Jana … Kurz: Den Leser beschleicht bald schon ein ungutes Gefühl, die Dauerhaftigkeit der Ehe betreffend.
Doch Roland lässt nur eine Freundschaft mit Jana zu. Als er bei einer Überlandfahrt einen jungen Tramper aufliest, der in einer Erziehungsanstalt lebt, beginnt er sich um diesen Jungen namens Ronny zu kümmern und kommt gegen Ende der Erzählung auf den Gedanken, eine Laufbahn als Erzieher oder Lehrer ins Auge zu fassen.
Der Roman ist in der Ich-Perspektive Rolands verfasst, so dass man dem allmählichen Reifen und den überraschend klaren Einsichten des Erzählers, der voll Neugier auch die Ehen seiner Mitmenschen betrachtet, folgen kann. Dadurch bleibt die weibliche Hauptfigur Christel leider etwas unergründlich.
Doch das Besondere, Faszinierende an dem Roman ist, dass eigentlich nichts passiert - nichts, was nicht die meisten nicht selbst erlebten, sei es am eigenen Leibe oder im Kreis der Mitmenschen - und man trotzdem gern weiterliest, vielleicht gerade weil es so unspektakulär zugeht. Der Roman ist eine "Es-war-einmal-Geschichte" aus dem realen Sozialismus, die uns mit einer zeitlichen Distanz von fast 40 Jahren längst vergessene Episoden und ein erstaunlich authentisches Lebensgefühl aus dem DDR-Alltag schildert und dabei ein seltsames Gefühl von Erinnerung und ein eigentümliches Lokalkolorit wachruft, jedoch frei von jeder unangebrachten oder peinlichen Nostalgie. Wie in fast jedem DDR-Buch, welches heute noch gelesen wird, steht die Kritik am planlosen Wirtschaften hier zwischen den Zeilen, doch eigentlich geht es nicht um Kritik oder Politik. Es wird erzählt, wie zwei junge Leute versuchen zurechtzukommen. Das Ende bleibt nahezu offen, alles ist möglich …
Dieses Buch wird Ihr Leben nicht verändern, aber es ist ein lohnenswerter und vergnüglicher Spaziergang in eine längst vergangene Zeit.
Sprecher ist Dieter Bellmann. Die Spieldauer beträgt 6:23 h, die Bestellnummer lautet H003845.
Weitere Titel von Peter Abraham im Hörbuchbestand
Titel von Peter Abraham in Punktschrift

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"Friedrich der Große" (1712-1786) im Bestand der DZB

Punktschriftbibliothek
Sachliteratur
Belletristik
Hörbücherei
Sachliteratur
Belletristik

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

DAISY aktuell - neue Victor-Geräte von Humanware: Victor Stratus

Ulrich Jander
Heute möchte ich im Bereich der DAISY-Abspieltechnik vier neue Geräte vorstellen. Die kanadische Firma Humanware ist in Deutschland vor allem durch ihre Victor-DAISY-Geräte bekannt. Bisher gab es als CD-Geräte die Victor-Classic-Generation. Diese ist im Herbst letzten Jahres durch die vier Nachfolgegeräte der Victor-Stratus-Reihe abgelöst worden. Gemeinsam ist bei allen vier Geräten:
Im Folgenden möchte ich die vier verschiedenen Victor-Stratus-Geräte vorstellen, wobei ich aus Platzgründen leider nicht auf alles zum einzelnen Gerät eingehen kann. Ich beginne mit dem einfachen Modell
Victor Reader Stratus 4
Er ist in der Bedienweise sehr ähnlich seinem Vorgänger Victor Reader Classic X. Die Ziffer vier in der Bezeichnung bezieht sich auf die vier in der Mitte des Gerätes befindlichen Navigationstasten, mit deren Hilfe man in DAISY-Büchern blättern bzw. springen kann. Die darüber liegenden drei Tastenpaare für Klang, Lautstärke und Geschwindigkeit sind in der Anordnung und Funktion gegenüber dem Classic X gleich geblieben. Inmitten des Navigationskreuzes befindet sich jetzt die kleine Info-Taste. Unterhalb der Navigationstasten fühlt man, fast an der Vorderkante des Gerätes, die drei nebeneinander liegenden Tasten für Rückspulen, Wiedergabe/Stopp und Vorspulen. Direkt hinter der Wiedergabe/Stopptaste ist die halbmondförmige Einschlaftaste angeordnet, die zusätzlich eine Uhrzeit- und Datumsansage beinhaltet. Rechts neben den Navigationstasten befindet sich lediglich die Ein- bzw. Ausschalttaste. Auf der linken Oberseite, unterhalb des Lautsprechers, liegen drei Tasten, von oben nach unten, die Bücherregaltaste, die Lesezeichentaste und die CD-Auswurftaste. An der rechten Gehäuseseite befindet sich die Klinkenstecker-Anschlussbuchse für den Kopfhörer und andere Geräte; an der Rückseite, etwas rechts versetzt, ist die Anschlussbuchse für das Netzkabel befindlich. Gegenüber dem Classic X haben drei Tasten ihre Position geändert, eine Taste, die Bücherregaltaste, ist hinzugekommen. Diese ist dann sehr nützlich, wenn auf einer DAISY-CD mehrere Bücher gespeichert sind. Man betätigt die Bücherregaltaste und springt dann mit der rechten Navigationstaste vorwärts von Buch zu Buch und mit der linken Navigationstaste entsprechend rückwärts. Es ist gut, dass Humanware auch weiterhin einen einfachen DAISY-Spieler mit dem Stratus 4 im Lieferprogramm belassen hat, denn wer einfach nur DAISY-Bücher hören möchte, ist mit dem Victor Stratus 4 gut beraten und wird durch das Fehlen umfangreicherer Funktionen und einer größeren Tastenanzahl nicht verwirrt. Außerdem ist der Stratus 4 auch mit einer Abdeckhaube erhältlich, die dann nur die wichtigsten Bedientasten frei lässt.
Als zweites Gerät gibt es den
Victor Reader Stratus 4 M
Das M steht für Multimedia. Äußerlich sieht der Stratus 4 M sehr dem zuvor beschriebenen Modell ähnlich. Die Tastenanordnung ist identisch. Lediglich an der rechten Seite befinden sich neben dem Kopfhöreranschluss nach hinten die USB-Buchse und der SD-Kartenschlitz. Der Stratus 4 M ist in der Lage, als DAISY- und CD-Spieler, wie der Stratus 4, zu fungieren und zusätzlich diese Wiedergabefunktionen auch über eine SD-Speicherkarte oder über ein USB-Speichermedium abzurufen. Der Stratus 4 M vermag auch Textdateien zu lesen. Dateien können mit dem Stratus 4 M über die CD-Auswurftaste gelöscht werden. Trotzdem verfügt er, wie der Stratus 4, neben den anderen Bedientasten nur über die vier in der Mitte befindlichen Navigationstasten.
Das dritte Gerät ist der
Victor Reader Stratus 12
Der Stratus 12 ist grundsätzlich so aufgebaut wie sein Vorgänger Victor Reader Classic X plus mit den zwölf Zifferntasten. Die Bedientasten sind identisch zum Stratus 4, lediglich statt der vier Navigationstasten und der Info-Taste besitzt der Stratus 12 die insgesamt zwölf Tasten in der Mitte des Gerätes. Er weist an der rechten Gehäuseseite lediglich den Anschluss für Kopfhörer bzw. andere externe Geräte auf, es existieren weder USB-Anschlussbuchse noch der SD-Speicherkartenschlitz. Die Zifferntasten zwei, vier, sechs und acht dienen als Navigationstasten. Mit Hilfe des gesamten Ziffernblocks kann man sehr bequem Seitenzahlen von DAISY-Büchern eingeben, wenn das Buch über Seitenzahlen verfügt. Der Stratus 12 vermag, wie die beiden vorangegangenen Geräte auch, sowohl DAISY- als auch MP3- bzw. Musik-CDs abzuspielen. Textdateien kann der Stratus 12 nicht wiedergeben.
Das vierte Gerät meiner Übersicht ist der
Victor Reader Stratus 12 M
Dieses Gerät vereint die Eigenschaften der beiden voran beschriebenen Geräte Stratus 12 und Stratus 4 M. Der Victor Stratus 12 M verfügt über die komplette Tastatur wie der Stratus 12 mit insgesamt 26 Tasten. Außerdem befinden sich an der rechten Gehäuseseite der Kopfhöreranschluss, der SD-Kartenschlitz und die USB-Anschlussbuchse. Die Funktionseigenschaften sind vielfältig. Die Wiedergabe von DAISY- und MP3-Büchern bzw. von Musik sowie Textdateien ist möglich, und dies sowohl von einer CD als auch einer SD-Speicherkarte bzw. von einem USB-Speichermedium. Als Kopierer zwischen CD und SD-Speicherkarte bzw. USB-Gerät kann man das Gerät einsetzen. Allerdings legt der Stratus 12 M auf der Speicherkarte bzw. dem USB-Gerät eine Ordnerstruktur an, in die er das jeweilige CD-Material hineinkopiert. Er weist eine Reihe von Einstellmöglichkeiten über das Menü mit Hilfe der Ziffer sieben, gegebenenfalls mehrmals betätigen, und mit Hilfe der Ziffer neun bezüglich Wiedergabeauswahl auf. Auch das Löschen von Dateien ist kein Problem (Zifferntaste drei). Mit Hilfe der Suche-Taste kann nicht nur nach Seiten oder Überschriften, sondern auch nach einem bestimmten Text bzw. Wörtern gesucht werden. Die Eingabe der Buchstaben geschieht über die Zifferntastatur entsprechend dem Eintippen eines SMS-Textes. Sowohl der Stratus 12 M als auch der Stratus 4 M verfügen über ein integriertes Benutzerhandbuch, welches beim 12 M über die Zifferntaste eins, länger betätigen, und beim 4 M über die Bücherregaltaste, direkt unter dem Lautsprecher, ebenfalls länger betätigen, ein- und ausgeschaltet wird.
Die beiden Geräte Stratus 4 M und 12 M können auch alternativ ohne CD-Wiedergabe und damit ohne CD-Laufwerk geliefert werden. Dann stehen nur die Zugänge für SD-Karte und USB-Gerät zur Verfügung. Zukünftig wird es auch eine weitere Alternative bei den beiden M-Geräten geben. Diese zwei Stratus-Geräte können zusätzlich mit einer Internetverbindung, als W-LAN- oder 3G-Mobilfunkvariante, ausgerüstet werden, die es einmal erlauben wird, z. B. DAISY-Bücher direkt aus dem Internet zu beziehen.
Die hier vorgestellten vier Stratus-Geräte sind in Deutschland bei den verschiedenen Hilfsmittelanbietern erhältlich, wie z. B. bei:
Eine Ausleihmöglichkeit der Geräte besteht auch bei:
Nicht überall wird jede Modellvariante verfügbar sein. Die Preise für die einzelnen Geräte sind je nach Ausführung des Gerätes und von Händler zu Händler etwas unterschiedlich und bewegen sich zwischen ca. 350 und 400 Euro. Ein konkretes Erfragen beim jeweiligen Anbieter ist somit unerlässlich.
Falls Sie Interesse für das eine oder andere Stratus-Gerät haben sollten, wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Wenn Sie weitere Fragen oder Anliegen haben, so stehe ich Ihnen in der DZB gern zur Verfügung.

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Info-Service

Welcher ist der beliebteste Hörfilm des Jahres 2011?

Im Vorfeld des 10. Deutschen Hörfilmpreises sind seit dem 1. Februar alle Hörfilmfans aufgerufen, an der Publikumswahl teilzunehmen. Bereits zum dritten Mal haben sie die Möglichkeit, aus den nominierten Filmen ihren persönlichen Favoriten zu wählen. Obendrein winkt die Chance, am 27. März in Berlin dabei zu sein, wenn der Publikumspreis vergeben wird.
Unter www.deutscher-hoerfilmpreis.de werden die zehn nominierten Beiträge jeweils mit einem kurzen Hörausschnitt vorgestellt. Blinde, sehbehinderte, aber auch sehende Filmfans können ihr Votum bis zum 16. März 2012 per Internet, E-Mail oder Postkarte abgeben. Unter allen Einsendern wird eine Einladung für zwei Personen zur feierlichen Preisverleihung des 10. Deutschen Hörfilmpreises verlost (inklusive Anreise mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse, und einer Übernachtung).
Im vergangenen Jahr ging der Publikumspreis an den Film "Ganz nah bei Dir". Gemeinsam mit Regisseurin Almut Getto nahm Katharina Schüttler, die in dem Film eine blinde Musikerin spielt, den Preis entgegen.
Weitere Informationen unter www.deutscher-hoerfilmpreis.de
[Quelle: Newsletter "DBSV-direkt"]

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Der Hörfilmpreis

Den Preis verkörpert eine Skulptur des blinden Künstlers Dario Malkowski. Sie trägt den Namen "Die Lauschende".
Bronzerelief "Die Lauschende"
Das rund 3 Kilogramm schwere Bronzerelief zeigt ein Frauengesicht. "Die eine Hand liegt hinter dem Ohr, um das Hören deutlich zu machen, die andere Hand bedeckt gedankenvoll die Augen", beschreibt der blinde Künstler Dario Malkowski selbst die Darstellung. Das Kunstwerk symbolisiert in sehr direkter Weise wie blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen einen Hörfilm "sehen".
Der Künstler Dario Malkowski wurde 1926 in Schönebeck/Elbe geboren und blieb seiner Heimat bis heute treu. Schon früh setzten sich seine künstlerischen Neigungen immer mehr durch. Heute bekennt der Künstler: "Ich wollte immer Maler werden. Schon als Kind habe ich überall gemalt und gezeichnet."
Doch es sollte anders kommen, er verlor im November 1944 durch eine Granate das Augenlicht. Für den damals Achtzehnjährigen brach eine Welt zusammen. Aber der Drang, sich künstlerisch auszudrücken und sich anderen Menschen mitzuteilen, war geblieben.
Mit dem Mut des Verzweifelten begann Dario Malkowski mit Holzschnitzereien. Was nicht mehr optisch wahrzunehmen und zu überprüfen war, musste aus dem Gedächtnis durch Eindrücke ersetzt werden, die früher durch die Augen empfangen worden waren. Neue Eindrücke und künstlerische Vorlagen mussten ertastet werden. Seine Hände lernten "sehen".
Nach der Gewerbeprüfung als Holzschnitzer nahm er in Magdeburg und Leipzig an den Fachschulen für angewandte Kunst ein Studium auf, das er 1953 mit dem Staatsexamen abschloss. Heute, 50 Jahre später, sind die Plastiken, Skulpturen und Reliefs aus seiner Hand in Erfurt, Nordhausen und Leipzig, St. Petersburg, Paris und in den USA zu sehen. Als sehr bekannte Beispiele seien die lebensgroße Bronzefigur "Der lesende Blinde" in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig, die Büste von Louis Braille, dem Erfinder der Blindenschrift, im Braille-Museum in Paris sowie die Gedenkplastik "Sehende Hände durch Louis Braille" genannt. Auch die Bronzeplastik "Buch des Lebens", die nicht nur als Hörspielpreis des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands vergeben wurde, sondern sich auch in der Kongressbibliothek für Blinde und Sehbehinderte in Washington befindet, stammt aus seinen Händen.
[Quelle: http://www.deutscher-hoerfilmpreis.de/preis.html]

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"Jubiläums-cSc"

Unter dem Motto "Gemeinsam rollt's" findet am 02.09.2012 in Langenfeld/Rheinland Langforter-Straße 70 von 10 bis 17 Uhr eine Sportveranstaltung der besonderen Art statt. Behinderte und nicht behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen mit ihrem Tandemfahrrad, Liegerad, Einrad, Tretroller, Handbike oder Inlineskates mit. Neben dem Sportgeschehen rund um den Freizeitpark lockt ein buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie (Hüpfburg, Schminken, Angeln) Auf der Internationalen cSc Schlemmermeile werden alle satt.
Mehr Information im Internet unter
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[Quelle: cSc-Newsletter]

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