DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 4 – 2012

Juli / August

22. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Einblicke

Abschlusskommentar der Weltblindenunion zum Weltkongress Braille21 Deutschland 2011

Mini-Pocket

Bild - Abbild - Natur

Die Kramkiste

Wassili Schukschin: "Gespräche bei hellem Mondschein"

Stefan Heym: "Ahasver"

LOUIS

Das Programm MAILEDIT

Ein neues Digitalradio

Info-Service

Ein Jahr Bookshare

Berühren, Staunen, Begreifen! - Tag der offenen Tür 2012

Benefizkonzert des Bundespräsidenten

Autorallye

überall dabei - Das inklusive Filmfestival der Aktion Mensch

Hörspielpreis der Kriegsblinden verliehen

Reichstag mit neuem Audioguide

Impressum

Vorbemerkung

Die in der letzten Ausgabe enthaltene Übersicht der in der DZB erscheinenden Zeitschriften offenbarte eine Lücke, die alle Tierfreunde wahrscheinlich bemerkt haben: die Zeitschrift "Ein Herz für Tiere" fehlte in der Aufzählung. Ich bitte um Nachsicht und benutze gleich die Gelegenheit, um Ihnen diese Zeitschrift besonders ans Herz zu legen!
Europas größte Tierzeitschrift wird von der DZB in Zusammenarbeit mit dem Gong-Verlag als DAISY-CD für Blinde und Sehbehinderte produziert. "Ein Herz für Tiere" wendet sich mit Neuigkeiten aus heimischer und exotischer Tierwelt an alle Tierfreunde; gibt außerdem praktische Tipps zu Haltung, Ernährung und Pflege aller beliebten Haustiere; berichtet über Zoos und Wildparks und beantwortet Fragen zu Tierschutz und -recht.
Die DAISY-CD hat eine Länge von ca. 150 Minuten, der Jahrespreis für 12 Ausgaben beträgt 36,00 €. Weitere Informationen erhalten Sie unter 0341 7113-120 bzw. per E-Mail: Verkauf@dzb.de.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Einblicke

Abschlusskommentar der Weltblindenunion zum Weltkongress Braille21 Deutschland 2011

Der Weltkongress Braille21 fand vom 28.-30.9. in Leipzig statt. Über 400 Delegierte aus 50 Ländern nahmen teil.
Ziel des Kongresses war, die Bedeutung der Brailleschrift - die Informationsaufnahme über den Tastsinn ermöglicht - für eine maximale Unabhängigkeit in verschiedenen Bereichen des Alltags zu würdigen, und eine Plattform für Innovationen zu schaffen, die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Braille zu erhöhen.
Der Kongress stellt fest, dass Braille für blinde Menschen überall auf der Welt ein essentielles Medium zur Informationsaufnahme ist und merkt an, dass die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen das Recht auf Zugang zu Informationen und die Notwendigkeit eines qualitativ hochwertigen Brailleunterrichts beinhaltet.
Der Kongress ruft die Interessengruppen auf, zusammenzuarbeiten, damit Braille in Zukunft besser verfügbar, in der Gesellschaft präsenter und für alle bezahlbar ist.
Der Kongress ruft Forscher und Entwickler auf, Kooperationen einzugehen, damit bezahlbare Lösungen zur Unterstützung der Braillenutzung für die gesamte Welt entstehen können, wobei bezahlbare Brailletechnologien in den Bereichen Bildung, erfolgreiche Teilhabe am Berufsleben, Unabhängigkeit im Alltag, so wie schnelle Übertragung und Lesbarkeit von Braille besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Der Kongress ruft alle Staaten auf, die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu unterzeichnen und ihre Umsetzung voranzutreiben, speziell auch die Artikel, die sich auf das Recht auf Zugang zu Informationen und die Notwendigkeit höherer Standards im Brailleunterricht beziehen.
(Hinweis der Redaktion: Die Tagungsdokumentation in englischer Sprache ist in der DZB als Brailledruck und in Schwarzschrift inkl. Digitalausgabe auf CD zu je 45 Euro erhältlich, alle drei Versionen zu 85 Euro. Bestellung unter info@braille21.net oder Tel.: 0341 7113-162.)

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Mini-Pocket

Kleine Bücher für kleine Leute
"Mini-Pocket" lautet der Name einer neuen Kinderbuch-Reihe aus der DZB. "Mini-Pocket" steht für ein kleines, besonders handliches Buchformat und wendet sich an Kinder im Erstlesealter, also zwischen 6 und 8 Jahren.
Die speziell für dieses Alter geeigneten Texte werden ausschließlich in Vollschrift mit Großschreibung angeboten. Zur besseren Orientierung folgt auf jede Textzeile eine Leerzeile.
Zum Text gesellen sich in jedem Titel 1-5 attraktive Relief-Illustrationen auf Schwellpapier. Deren gemeinsames spielerisches Erforschen sorgt nicht nur für Unterhaltung, sondern schult auch die Ausbildung der taktilen Fähigkeiten der kleinen Leserinnen und Leser.
Um den jüngsten Lesern das gebündelte Lesevergnügen direkt in die Hand zu geben, haben alle Bücher der Mini-Pocket-Reihe das sehr praktische Format von 240 x 210 mm. Sie werden durch eine metallic-blaue Ringbindung zusammengehalten und haben einen markanten, strapazierfähigen Einband aus orangematter Klarsichtfolie. "Kleine Bücher für kleine Leute" - so wird es hier tatsächlich umgesetzt.
Dem jeweiligen Titel beigefügt ist eine Broschur mit der vollschriftidentischen Großdruckausgabe (16 p) einschließlich farbiger Illustrationen zur Wiedergabe der Schwellpapierreliefs, um gemeinsames Lesen zu fördern und erlebbar zu machen.
Jeder Band der Mini-Pocket-Reihe wartet mit einer abgeschlossenen Geschichte auf.
"Mini-Pocket" startet zunächst mit drei Titeln: "Wo schläft die Maus?" und "Kleine Katze Nina" von Erwin Moser, sowie "Finn und Lili auf dem Bauernhof" von Hanneliese Schulze; fortgesetzt wird dann zunächst mit den Geschichten aus der wunderbaren Welt Erwin Mosers, der es als Erzähler und Illustrator versteht, Freude beim Lesen zu bereiten.
Alle Mini-Pockets erhalten Sie im Verkauf für 11,90 € oder in der Ausleihe.

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Bild - Abbild - Natur

Erstmals Gemeinschaftsausstellung der Leipziger Institutionen Naturkundemuseum und Deutsche Zentralbücherei für Blinde!
Heidrun Güntzel
Seit 32 Jahren erscheinen in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig Reliefwandkalender, bestehend aus einem tastbaren Titelblatt, den 12 monatlichen Seiten mit je einer Reliefdarstellung und dem Kalendarium in Blindenschrift. Die tastbaren Bilder des ersten Wandkalenders stellten jeweils ein Tier dar.
1985 wandelte sich der Kalender grundlegend. Im Alltag leben oft Blinde, Sehbehinderte und Sehende zusammen. Erstrebenswert ist also ein Kalender, der den Bedürfnissen aller gerecht werden kann. Farbe kam ins Spiel. Die Abbildungen sind ab 1985 nicht nur tastbar, sondern auch farbig. Die erläuternden Texte und das Kalendarium erscheinen nicht nur in Punktschrift, sondern auch in Großdruck. Der erste farbige Reliefwandkalender trug den Titel "Blumen".
Auffällig in der nun schon über 32-jährigen Geschichte der Kalenderherstellung in der DZB ist der immer wieder auftauchende thematische Bezug zur NATUR, neben Kalenderthemen aus der Welt der Technik, Architektur, Historie oder Literatur.
Themen sind: Blätter und Früchte, Blattformen, die Wunderwelt der Insekten, duftende und essbare Blumen, fleischfressende und exotische Pflanzen, Saurier und andere Tiere der Neuzeit, Pilze im Jahr.
Daher eigentlich folgerichtig in der Kalenderentwicklung der DZB ist eine Zusammenarbeit mit dem Naturkundemuseum Leipzig. Nicht nur ein Bild der Natur für Blinde und Sehende schaffen, sondern die Möglichkeit Natur in der Realität anfassen, begreifen und bestaunen zu können.
Der Reliefwandkalender für das Jahr 2013 "Natur be-greifen" bietet ein breites Spektrum an Darstellungen der Natur aus Botanik, Zoologie aber auch Geologie. Und es gelingt, sich ein Bild zu machen von Natur im weitesten Sinne, ohne den Einsatz unseres Hauptsinnes.
Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet der neue Reliefwandkalender, die Herstellung eines Reliefwandkalenders von der Idee, über die Erarbeitung einer Matrize bis zum Tiefziehen der Relieffolie.
Den direkt fühlbaren Vergleich vom Bild in unserem Kopf mit der Wirklichkeit ermöglichen die Ausstellungsstücke des Naturkundemuseums Leipzig. Weitere Kalender-Reliefs aus früheren Jahren zum Thema Natur komplettieren die Ausstellung.
Interessant sind Ausstellungsstücke zur Geschichte der Naturdarstellungen für Blinde aus der Zeit, als man begann, sich darüber Gedanken zu machen, wie man blinden Menschen erfühlbar ein Bild von Natur vermitteln kann, z.B. durch Tierspuren im Boden, verschiedenste taktile Formen und Oberflächen wie Fell, Federn, Panzer aber auch akustische Naturerlebnisse.Die Gemeinschaftsausstellung der Deutschen Zentralbücherei für Blinde und dem Naturkundemuseum in Leipzig wird am 15. Juli 2012, um 11 Uhr, eröffnet.
Am 15. Juli ab 13 Uhr steht diese Sonderausstellung allen Interessierten offen.
Öffnungszeiten des Naturkundemuseums
Dienstag-Donnerstag: 9.00-18.00 Uhr
Freitag: 9.00-13.00 Uhr
Sonnabend/Sonntag: 10.00-16.30 Uhr
Sonntag 15.07.: 13.00-16.30 Uhr
Die Möglichkeit einer Führung für blinde und sehbehinderte Besucher besteht nach Absprache mit dem Naturkundemuseum jeden Mittwochnachmittag.
Kontakt
Tel.: 0341-98221-0
E-Mail: naturkundemuseum@leipzig.de

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Wassili Schukschin: "Gespräche bei hellem Mondschein"

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Wassili Schukschin war ein Multitalent - Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Geboren wurde er 1929 in einem Dorf in Sibirien, im Altai, gestorben ist er mit 45 Jahren in Moskau. Da er aus einer Bauernfamilie stammt, arbeitete er auch zunächst in der Landwirtschaft, dann auf dem Bau und einige Jahre lang fuhr er zur See. Von 1954 bis 1960 studierte er an der Moskauer Filmhochschule. Ab da entstanden seine Filme, bei denen er nicht nur Regie führte, sondern auch die Szenarien schrieb und als Schauspieler auftrat. Vor allem war es 1973 sein letzter Film "Kalina krasnaja" (Schöner Schneeballstrauch), der auch international große Beachtung fand. Daneben schrieb er Prosa: Romane und besonders Erzählungen. Gegen Ende seines Lebens wurde ihm das Schreiben immer wichtiger.
In dieser Ausgabe "Gespräche bei hellem Mondschein" (Teil 1 BNA 6473, 10 Bände, rkh. und Teil 2 BNA 6474, 12 Bände, rkh.) sind seine Erzählungen nahezu vollständig versammelt. Es handelt sich um meist kurze Texte, fast stets mit einem überraschenden Moment, die in immer neuen Variationen Szenen aus dem Alltag schildern. Sie umfassen alles - Tragik, Komik und manchmal beides zusammen. Natürlich könnte man meinen, auf uns wirkt das fast exotisch - Sibirien, der sowjetische Alltag im Dorf in lang zurückliegender Zeit, wo den Protagonisten der 2.Weltkrieg zeitlich näher ist, als uns die Wende.Aber diese scheinbare Ferne hat auch ihren Reiz. Viele der Gestalten in den Geschichten plagen sich mit einem "Seelenwurm" herum, einer quälenden Schwermut. Z.B. sagt der alte Sattler in "Allein":
"Mein Lebtag hab ich dagesessen und gegrübelt, aber eingebracht hat's mir nichts als Hämorrhoiden! Und wie hab ich gerackert! Nun frag mich, was ich Gutes gesehn hab? Reinweg nichts … hab mich mit dreizehn Jahren an die Arbeit gesetzt, und da sitz ich noch heute - mit bald siebzig. Jetzt wüsste ich gern - wofür habe ich mich eigentlich geschunden? Auf Geld war ich nie aus, ich pfeif drauf. Ein großes Tier bin ich nicht geworden. Sogar mein Handwerk stirbt bald aus - keiner braucht dann noch Sattler. Wozu, fragt sich, war ich auf der Welt?"
Es gibt Erzählungen darunter, so voller Tragik, dass es einem das Herz abdrückt. Wenn etwa in "Stjopka", ein Bursche in sein Heimatdorf kommt, ganz unerwartet für seine Verwandten, denn er saß im Gefängnis und sollte erst im Herbst freikommen. Vater, Mutter freuen sich, und seine stumme Schwester ganz besonders, sie hatte die Tage bis zur seiner Entlassung sogar abgestrichen. Die Nachbarn versammeln sich, ein fröhliches, spontanes Fest beginnt. Bis der Dorfpolizist erscheint und den Burschen mit nach draußen nimmt. Es stellt sich raus, er war nicht entlassen worden, er war geflohen.
"… 'Aber es waren doch nur noch drei Monate!' Der Milizionär brüllte fast. ‚Jetzt brummen sie dir noch ein paar Jahre auf.'
‚Macht nichts. Bin jetzt gestärkt … Die vielen Träume hätten mich sonst fertiggemacht - andauernd hab ich vom Dorf geträumt, jede Nacht.'
Dann kam die Stumme hinzu, und als sie begriffen hatte, warum ihr Bruder abgeführt worden war‚ … brannte in ihren Augen, den blauen, erschrockenen, ein so unmenschliches Leid auf, ein solcher Schmerz, dass der Milizionär stockte. Die Stumme sah den Bruder an. Der war bleich geworden, stand wie versteinert, sah die Schwester ebenfalls an. …"
In diesen Erzählungen ist vom Sozialismus kaum die Rede. Für die Leute gibt es einfach nur die Obrigkeit. Viel wichtiger ist der Gegensatz zwischen Dorf und Stadt, zwischen Jung und Alt. Die Jungen wollen nicht mehr so rackern und leben wie die Alten, die sich uneigennützig aufopfern. Die Jungen sind egoistischer, denken mehr an sich, an ihre eigenen Interessen, wie in der Erzählung "Von der Seite und von vorn".
Im Vordergrund steht die ethische Bewährung von Menschen ("Wölfe") und die Frage wie man richtig leben soll ("Wie der Hase an Luftballons hing und flog").
Es gibt da auch immer noch die Armut. Da ist z. B. der alte Pelztierjäger, dem bei einer Begegnung in der Taiga das Gewehr gestohlen wird, und der dann den Dieb verfolgt, weil ihm sonst mit dem Gewehr die Lebensgrundlage genommen worden wäre, da er sich kein neues leisten kann ("Die Lust zu leben"). Oder da ist der Junge, der bei einem Rentner zur Untermiete wohnen muss, weil es in seinem eigenen Heimatdorf keine Schule gibt. Dieser Junge ist Halbwaise, seine Mutter ist fern und muss auch noch irgendwie seine kleineren Geschwister versorgen, deshalb fehlt es ihm an Unterstützung und er muss öfters mit leerem Magen lernen ("Der Kosmos, das Nervensystem und ein Stück Speck").
Aber bei Schukschin gibt es auch solche humorvollen Erzählungen wie "Mille Pardon, Madame!" oder "Die Starken gehen weiter".
Weitere Titel von Wassili Schukschin in unserer Punktschriftbibliothek
Titel von Wassili Schukschin in der Hörbücherei

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Stefan Heym: "Ahasver"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Stefan Heym nähert sich aus drei Richtungen der Legende vom Ewigen Juden:
Ein Schauplatz ist das Deutschland des Martin Luther, ein weiterer Handlungsstrang entspinnt sich in einem mythologischen Raum zwischen Erschaffung und Untergang der Welt, der dritte Handlungsstrang entspinnt sich im Briefwechsel zweier Wissenschaftler - einem ostdeutschen Atheisten und einem in Israel lebenden Religionsforscher.
Die lebendigste und prallste der drei Handlungsebenen ist die um den Theologen Paul von Eitzen, der sowohl Lucifer als auch den ewigen Juden mehrmals trifft. Lucifer unterstützt Eitzen bei seiner theologischen Karriere.
Die mythologische Handlung erschließt sich schwerer. Ahasver ist hier nicht der dem leidenden Jesus die Hilfe versagende Jude, sondern ein Engel, der mit Lucifer gemeinsame Sache macht und von Gott verbannt wird. Lucifer hält die Welt für mangelhaft und tut alles, dass diese an ihrer Unzulänglichkeit zugrunde geht. Daher macht Lucifer stets und über die Zeitenwandel hinweg gemeinsame Sache mit den Herrschenden, denn diese, meint er, und wer will ihm widersprechen? tragen durch die Durchsetzung ihrer Interessen zur Beschleunigung des Untergangs der Welt bei.
Ahasver hingegen sieht im Menschen, hier durch Adam verkörpert, nur seine Potenziale, und hilft, wo sich Menschen ihren Obrigkeiten entgegensetzen. So versucht er Jesus zu überreden, das Volk in die Freiheit zu führen. Doch Jesus will nicht, und Ahasver scheucht ihn zornig, nicht böswillig oder gar Hilfe verweigernd, davon. Hierfür verflucht ihn Jesus, bis ans Ende aller Zeiten zu wandeln (eigentlich ein verpuffender Fluch, denn Ahasver ward schon von Gott zum gefallenen Engel und somit einem ewigen Geschöpf gemacht.)
Später beweist Ahasver Jesus, dass dessen stummes Leiden nichts änderte - die Menschen sind immer noch schlecht. Jesus erhebt sich gegen Gott, womit er die Apokalypse auslöst. Ahasver vereint sich mit Jesus, und da dieser mit Gott identisch ist, ist Ahasver endlich heimgekehrt.
Die dritte Handlung ist der Briefwechsel zwischen einem Professor Leuchtentrager (das bedeutet Lucifer) und Siegfried Beifuß vom Institut für wissenschaftlichen Atheismus in Ostberlin. Die beiden besprechen in ihren Briefen die Legende vom Ahasver. Leuchtentrager beweist Ahasvers Existenz, doch Beifuß wird von seinen realsozialistischen Direktoren zum ideologisch erforderlichen Abstreiten gezwungen. Für das Befolgen dieser Instruktionen wird er wie Eitzen am Ende vom Teufel geholt, was von der DDR-Obrigkeit als Republikflucht dargestellt wird.
Erstaunlich ist die unterschiedliche Sprache jeder dieser Handlungen, biblisch-mythisch, prall-eulenspiegelhaft und trocken-bürokratisch. Und herausfordernd ist das Interpretieren: vom Sinnen über Motive aus Gold- und Pechmarie der Brüder Grimm bis zu Reminiszenzen an Bulgakows "Meister und Margarita" ist vieles herauszulesen.
Wer nun Lust auf Nachdenken und philosophische Experimente hat, hier die Hörbuchnummer: H0067921, der Sprecher Hans Lanzke, Umfang ca. 10 Stunden.
Weitere Titel von Stefan Heym im Hörbuch
Titel von Stefan Heym in Punktschrift

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Das Programm MAILEDIT

Internet- und Mailadressen spielend leicht verwalten und in andere Programme einfügen
Ulrich Jander
Heute möchte ich ein kleines, kostenfreies Windows-Programm vorstellen, welches der blinde Hobbyprogrammierer Wolfgang Floßdorf aus Köln entwickelt hat. Gerade wenn man mehrere Computer einsetzt, im Büro und zu Hause, oder wenn neue Versionen des Mailprogramms und des Internetbrowsers in den Rechner eingespielt werden, dann sucht man eventuell Mail- oder Internetadressen, die man schon einmal besaß, aber jetzt nicht wiederfindet.
Hier bietet sich das kleine Programm MAILEDIT an, welches nicht einmal installiert werden muss. Man kann es herunterladen von Wolfram Floßdorfs Internetseite www.softcologne.de, im Bereich und dem Link Windows-Programme, dort fast am Schluss der Aufstellung. Wolfgang Floßdorf schreibt dort selbst dazu:
Zitatbeginn:
"Wenn Sie an verschiedenen Computern immer denselben Adressenbestand haben wollen, sollten Sie sich nicht länger ärgern, weil Ihnen wieder einmal eine Mailanschrift fehlt. MAILEDIT zeigt Ihnen in jedem Windowsprogramm auf Knopfdruck alle Mailanschriften und Internetadressen an und mit ENTER oder Steuerung plus C fügt MAILEDIT die Anschrift in das laufende Programm ein. Die Archivdatei wird einfach auf den anderen Rechner kopiert. Die Datei heißt immer: mailedit.txt. Diese Datei muss im selben Ordner liegen, in dem mailedit.exe kopiert wurde. Im ZIP-Archiv sind einerseits das Programm: mailedit.exe und eine ausführliche Bedienungsanleitung zu MAILEDIT vorhanden. Nun kann Microsoft ruhig neue Mailprogramme oder einen neuen Internet Explorer anbieten, wodurch oft genug die Favoriten oder die Kontakte zerstört werden. MAILEDIT hat damit nichts zu tun, denn Ihre mühsam gesammelten Adressen bleiben davon unberührt.
Freuen Sie sich, denn MAILEDIT brauchen Sie nicht zu installieren!
Diese Version läuft unter Windows 2000, XP und Vista. Eine Version, die auch unter Windows98, ME und NT läuft, finden Sie als zweiten Download-Link."
Zitatende.
MAILEDIT ist lediglich 1,64 Mb groß; es ist eine zip-Datei, also gepackt, die mit einem Auspackprogramm, wie Winzip, entpackt werden muss.
Das Programm wird auch auf der Internetseite der Interessengemeinschaft sehgeschädigter Computerbenutzer (ISCB) auf www.iscb.de im Link Fundgrube, dort im Downloadcenter und da wiederum in der Windowsabteilung unter der Ordnungszahl 29 angeboten. Dort schreibt Ulrich Hanke wie folgt dazu:
Zitatbeginn:
"MAILEDIT kann spielend leicht Internet- und Mailadressen verwalten. Das Programm muss nicht installiert werden. Kopieren Sie die Dateien aus dem Archiv in einen beliebigen Ordner. Das Programm erstellt dann beim ersten Aufruf eine Textdatei namens mailedit.txt. In dieser Datei können Sie Ihre Mail- und Internet-Adressen ablegen. Jede einzelne Adresse wird mit Enter abgeschlossen, und Sie können hinter einer Leertaste persönliche Kommentare ablegen, weil diese später beim Einfügen ignoriert werden. Diese Datei könnte also beispielsweise so aussehen:
w.u.hanke@t-online.de Ulrich Hanke
ulrich1hanke@bundeswehr.org Ulrich Hanke im Büro
info@softcologne.de Wolfram Floßdorf, Entwickler von Mailedit
http://www.softcologne.de Webseite von Wolfram Floßdorf
Erstellen Sie nun eine Verknüpfung zum Programm MAILEDIT auf dem Desktop und weisen dieser Verknüpfung eine Tastenkombination zu. Wenn Sie dann in einem beliebigen Programm eine Mailadresse oder Internetadresse nutzen wollen, drücken Sie die Tastenkombination, die Sie festgelegt haben, und es erscheint ein alphabetisch sortiertes Listenfeld aller von ihnen eingetragenen Adressen. Suchen Sie mit dem Cursor oder durch Eingabe von Textteilen die gewünschte Adresse heraus. Wenn Sie sie nicht genau kennen, können Sie mit der Funktion Strg+F das Listenfeld nach Suchstrings durchsuchen lassen. Ist der erste Treffer nicht der richtige, gehen Sie mit F3 weiter zum nächsten. Haben Sie den richtigen Eintrag gefunden, drücken Sie ENTER oder besser Strg + C. Sie stehen nun sofort wieder in der Anwendung an der Stelle, von der aus Sie MAILEDIT gestartet haben. Mit dem Befehl STRG + V wird die gewählte Adresse an der Cursorposition über die Windows-Zwischenablage eingefügt. Mail- und Internet-Adressen können Sie bearbeiten, indem Sie die Datei mailedit.txt mit einem Editor bearbeiten. Sie können dies aber auch aus dem Programm mailedit.exe heraus machen, indem Sie mit der Tastenkombination Alt+B einen integrierten Editor öffnen. Wollen Sie eine bestimmte Eintragung bearbeiten, gehen Sie vorher mit dem Cursor darauf. Nach dem Bearbeiten speichern Sie die Änderungen mit Alt+S, oder Sie verlassen den Editor ohne Änderungen mit Escape wieder."
Zitatende.
Ergänzen möchte ich, dass man die Darstellungsform in mailedit.txt ändern kann. Ulrich Hanke hat in seinem Beispiel, wie Zeilen der Textdatei aussehen können, immer die Mail- oder Internetadresse zuerst aufgeführt und danach die Erläuterung dazu. Dies kann man mit Alttaste + s auch herumdrehen, so dass zuerst die Erläuterung, z. B. der Name, und dann die Adresse erscheint. Meine Tests haben ergeben, dass eine solche Reihenfolge vor allem dann sinnvoll ist, wenn man nach Namen suchen möchte. Hat man MAILEDIT aufgerufen und steht man in der Textdatei, dann kann man mit Eingabe eines Buchstabens an die entsprechende Zeile in der Datei springen.
Um an verschiedenen Orten, an mehreren Rechnern, auf denselben Mail- und Internetadressenbestand zurückgreifen zu können, muss auf jedem Rechner das kleine Programm MAILEDIT vorhanden sein. Die kleine Textdatei mailedit.txt, die diesen Bestand enthält, kann man ohne große Mühe kopieren oder per Mail versenden und sie dann am anderen Rechner im Verzeichnis von MAILEDIT einfügen. Auf diese Weise sorgt man immer für einen aktuellen Adressenbestand.
Auf Anfrage bei Wolfram Floßdorf sicherte er mir nochmals zu, dass MAILEDIT auf allen Windows-Plattformen funktioniert, auch auf Windows 7. Die in der zip-Datei mitgelieferte Anleitung erläutert umfassend die Funktionen und Bedienung von MAILEDIT. An dieser Stelle möchte ich Wolfram Floßdorf, dem Entwickler von MAILEDIT, herzlichen Dank sagen!
Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Programm haben, dann stehe ich Ihnen gern in der DZB zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit diesem kleinen, aber wichtigen Helfer.

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Ein neues Digitalradio

Für blinde und sehbehinderte Nutzer bedienbar
Ulrich Jander
Vom Bayerischen Blindenbund und von der Internetseite des Herstellers erhielten wir Informationen zu einem neuen Radiogerät, welches für blinde und sehbehinderte Menschen besonders gut bedienbar sein soll. Es heißt NOXON dRadio 110 von der Firma Terratec. Es ist ein Netzgerät mit einem eingebauten Lautsprecher und verfügt neben UKW über die digitalen Standards DAB und DAB plus. Besonders interessant ist es durch seine fühlbaren Bedientasten, Signaltöne im Menü und Sprachunterstützung bei der Bedienung im DAB-Bereich durch Audiodateien auf einem angeschlossenen USB-Stick sowie durch eine Audio-Bedienungsanleitung.
Das Gerät verfügt über folgende Anschlüsse: Stereokopfhörer, Stereo-Lineout und USB sowie für das Netzkabel. Der auch vorhandene Anten-nenanschluss steht für die mitgelieferte An-tenne, aber auch für externe Antennen zur Verfügung. Die Abmessungen sind: 240 x 150 x 160 mm (B x H x T), das Gewicht beträgt 900 g. Das dRadio 110 kostet 89,99 Euro.
Anfragen können gestellt werden an die Firma Terratec unter Telefon 02157 8179-14 (Montag bis Freitag, 10-13 und 14-18 Uhr) sowie per E-Mail unter briefkasten@terratec.de.
Bisher konnte ich das Gerät nicht testen. Sobald mir ein Testgerät zur Verfügung steht, werde ich nach ausführlichen Tests darüber berichten. Digitalradios sind insbesondere interessant, weil es kein Rauschen gibt, der Sender wird empfangen oder nicht, und weil eine Sendersuche nach Ortswechsel entfällt; außerdem können Sender gegenüber UKW hinzukommen, z. B. bereits gegenwärtig Deutschlandradio Wissen.

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Info-Service

Ein Jahr Bookshare

Jana Waldt
Seit Juli 2011 können Nutzer der DZB die digitale Bibliothek Bookshare nutzen. Bereits 20 Kunden nutzen den Zugang zu fremdsprachiger Literatur, die meist in Englisch angeboten wird. Die zur Verfügung gestellten Daten können in Brailleschrift und synthetischer Sprache ausgegeben werden.
Für die Nutzung ist ein Nachweis der Sehbehinderung notwendig. Im Rahmen einer Kooperation übernehmen wir für unsere Nutzer die verbindliche Bestätigung der Sehbehinderung.
Die jährliche Nutzungsgebühr beträgt 50 US$. Zudem wird eine einmalige Anmeldegebühr von 25 US$ fällig. Nach Entrichtung der Gebühr an Bookshare (nur per Kreditkarte möglich) stehen dem Nutzer alle international zugänglichen Texte (über 30.000 Titel) zur Verfügung. Bis zu 100 Texte können monatlich heruntergeladen werden. Zudem stehen verschiedene Abspielmöglichkeiten kostenfrei zum Herunterladen bereit.
Info:
www.dzb.de/bookshare
www.bookshare.org

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Berühren, Staunen, Begreifen! - Tag der offenen Tür 2012

Heidrun Güntzel
Sie interessieren sich dafür, wie Blinde und Sehbehinderte Zugang zu Literatur und Informationen erhalten? Wie sie lesen? Wie Bücher, Zeitschriften und andere Medienangebote für diese Menschen hergestellt werden? Sie kennen schon unser Haus? Sie nutzen schon lange unsere Angebote? Oder Sie wollen unser Haus und unsere Produkte erst kennenlernen?
Wir öffnen für Sie am 8. September von 10 bis 16 Uhr unsere Türen.
Unser Tag der offenen Tür steht unter dem Motto NATUR. Das Thema ist unserem neuen Reliefwandkalender geschuldet, der im Jahr 2013 den Titel "Natur be-greifen" trägt.
Das Naturkundemuseum hat unser Haus maßgeblich bei Idee und Entwurf des Kalenders unterstützt. Das Museum wird mit einem eigenen Stand zugegen sein und unseren Besuchern damit die Möglichkeit geben, Exponate aus der Natur tatsächlich zu b e g r e i f e n und Fragen zu Biologie, Geologie, Botanik, Zoologie oder auch Präparation an kompetente Fachleute zu richten. An diesem Tag kann man bei uns Natur nicht nur anfassen, sondern auch riechen und schmecken. Diesen Sinnen wird sich ein köstliches Angebot annehmen.
In unserem kabarettistischen Programm setzt sich das Thema Natur fort, sind wir als Menschen letztlich doch auch Teil der Natur.
Unsere Kollegen, die Sie durch das Haus begleiten, stehen Rede und Antwort zur Reliefherstellung, zum Handwerk der Buchdruck- und Buchbindekunst, aber auch zur Herstellung ganz neuer digitaler Medienangebote, die zunehmend auf Interesse bei Blinden und Sehbehinderten stoßen.
Lernen Sie die Übertragung des gedruckten Wortes in Brailleschrift kennen, die Worte für Blinde lesbar macht. Sie können sich sogar selbst darin versuchen.
Erleben Sie die Aufsprache von Büchern in unseren Studios mit, die Worte für uns hörbar macht.
Im Haus stellen sich verschiedenste Selbsthilfeverbände und Hilfsmittelanbieter vor, sodass Sie einen Einblick in neueste technische Entwicklungen und ihre Anwendung erhalten.
Die Mitarbeiter unseres Hauses beraten Sie gern zu unseren Produkten und wie Sie vom interessierten Besucher zum Nutzer unserer Einrichtung werden können.
Für die kulinarische Versorgung unserer Besucher wird selbstverständlich gesorgt.
Größere Gruppen bitten wir um Anmeldung um längere Wartezeiten zu vermeiden unter: info@dzb.de oder Tel.: 0341-7113-0.
Seien Sie uns willkommen zum Tag der offenen Tür 2012, am 8. September von 10 bis 16 Uhr!

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Benefizkonzert des Bundespräsidenten

Bundespräsident Joachim Gauck und der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, laden zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten nach Halle an der Saale. Zweimal im Jahr ist der Bundespräsident Ausrichter von Benefizkonzerten, die reihum in den Bundesländern stattfinden.
In der Georg-Friedrich-Händel-Halle stehen am 7. September um 19.30 Uhr die Suite Nr. 2 D-Dur HWV 349 aus der "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel, das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll von Ludwig van Beethoven sowie die Sinfonie Nr. 8 G-Dur von Antonin Dvorak auf dem Programm. Es spielt die Staatskapelle Halle unter der Leitung von Generalmusikdirektor Karl-Heinz Steffens, Solistin des Abends ist Ragna Schirmer. Die Pianistin genießt über die Grenzen Deutschlands hinaus einen hervorragenden Ruf. Gelobt wird ihr breit gefächertes Repertoire ebenso wie ihr dramaturgisches Feingefühl und ihre nuancierten Interpretationen. Bereits in jungen Jahren machte sie Furore, als sie 1992 und 1998 den Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb gewann - ein Doppelerfolg, der in der Geschichte des Wettbewerbs einmalig ist. Als 28-Jährige auf eine Professur an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Mannheim berufen, unterrichtet die Wahl-Hallenserin seit 2009 begabte Nachwuchspianisten an der "Latina August Hermann Francke" in Halle.
Die das Benefizkonzert ausrichtenden Musiker und die Stadt Halle verzichten zugunsten des Benefizerlöses auf Honorare, Gagen und Mieteinnahmen. Mit dem Erlös des Konzerts unterstützen der Bundespräsident und der Ministerpräsident das gemeinsame Projekt "Punkte voll Klang" des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen-Anhalt und des DBSV, im Rahmen dessen für blinde und sehbehinderte Jugendliche Seminare zum Erlernen der Blindennotenschrift durchgeführt werden.
Die Daten zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten in Halle:
Freitag, 7. September 2012, 19.30 Uhr
Georg-Friedrich-Händel-Halle, Salzgrafenplatz 1, 06108 Halle (Saale)
Karten können erworben werden bei TiM-Ticket, Tel.: 03 45 / 2 02 97 71, oder bei den bekannten Vorverkaufsstellen.
Preiskategorien: 21 Euro / 26 Euro / 37 Euro / 42 Euro
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Autorallye

Der Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Sachsen e.V. Kreisorganisation Landkreis Leipzig lädt zur Auto-Rallye für Blinde und Sehbehinderte auf das Gelände der "Neuen Leipziger Messe" ein.
Termin: 29. September 2012
Zeit: 10.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr
Wir bitten um Anmeldung bis zum 20.09.2012.
Kontakt:
Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Sachsen e.V. Kreiorganisation Landkreis Leipzig
Markt 1
04683 Naunhof.
Tel.: 034293 421-49
Fax.: 034293 421-72
E-Mail: bsvs-naunhof@web.de

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überall dabei - Das inklusive Filmfestival der Aktion Mensch

Das fünfte Filmfestival der Aktion Mensch mit dem Titel "überall dabei" startet am 20. September 2012 in Berlin, Potsdam und Weimar. Es zeigt bis zum 8. Mai 2013 in 40 Städten in ganz Deutschland sechs ausgewählte Spiel- und Dokumentarfilme zur Inklusion von Menschen mit Behinderung.
Kaum etwas ist spannender als der Mensch selbst - ihn zu beobachten und über ihn zu sprechen. Die sechs Filme von "überall dabei", dem fünften Filmfestival der Aktion Mensch, machen den Menschen selbst zum Thema: Wie kommunizieren wir, wie nehmen wir die Welt wahr, wie überwinden wir die oftmals gleichen Hürden mit unterschiedlichen Fähigkeiten? Aber auch: Wie entwickeln wir uns weiter, wie verändern wir uns und unsere Gesellschaft?
Die Aktion Mensch hat im Jahr 2006 erstmals die Frage gestellt: "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" Seitdem plädiert sie auch mit ihrem Filmfestival für das gemeinsame Diskutieren über eine lebenswerte, gerechte, menschenwürdige und inklusive Gesellschaft. Sie organisiert dazu mit ihren bundesweiten und lokalen Partnern an jedem Veranstaltungsort ein Programm mit Publikumsdiskussionen und Expertengesprächen. Diese gemeinsame Auseinandersetzung erfordert, dass möglichst alle Menschen daran teilnehmen können - überall. Sie erfordert damit auch, dass Barrieren abgebaut werden - seien es technische, kulturelle oder soziale.
Und das können nur die Menschen selbst: Indem sie an Grenzen gehen, sich diese bewusst machen und sie manchmal auch überschreiten - um überall dabei zu sein. Durch sie entstehen neue Wege, durch sie entstehen Veränderungen, durch sie entsteht Inklusion. Für einzelne Menschen, für Gruppen, in den Köpfen und der realen Welt. Dafür steht auch das Filmfestival "überall dabei". Es ist einzigartig in Deutschland, weil es umfassend barrierefrei organisiert ist: Es stellt Audiodeskriptionen für sehbehinderte Menschen und Untertitel für hörbehinderte Menschen zu den Filmen bereit und begleitet die anschließenden Diskussionen mit Gebärdensprachdolmetschern für Gehörlose. So setzt die Aktion Mensch mit ihrem Filmfestival Inklusion praktisch um und ermöglicht den Menschen, beim Festival überall dabei zu sein.
Es folgen alle Filme im Überblick:
Blind
Eine durch einen Unfall erblindete ehemalige Polizeischülerin wird Zeugin eines Mordes und macht sich auf die Jagd nach dem Killer.
Deaf Jam
Die gehörlose Aneta kreiert mit der hörenden Tahani eine neue Art von Slam Poetry.
Die Kunst sich die Schuhe zu binden
Eine Gruppe geistig behinderter Menschen entflieht auf der Bühne ihrem Alltag.
Mensch 2.0 Die Evolution in unserer Hand
Die Regisseure Alexander Kluge und Basil Gelpke über die Auswirkungen von Biotechnologie und Computerzeitalter auf unser Menschenbild der Zukunft.
Rachels Weg. Aus dem Leben einer Sexarbeiterin
Die australische Sexarbeiterin Rachel hat sich auf Kunden mit einer Behinderung spezialisiert und kämpft für ihre Rechte und die ihrer Kunden.
Zwillingsbrüder. 53 Szenen einer Kindheit
Der Film begleitet die Zwillingsbrüder Gustav und Oskar, der kleinwüchsig ist, über zehn Jahre hinweg bis zum Alter von 19 Jahren.
[Quelle: http://www.aktion-mensch.de/filmfestival/]

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Hörspielpreis der Kriegsblinden verliehen

Pressemitteilung der Film- und Medienstiftung NRW
Der 61. Hörspielpreis der Kriegsblinden, der vom Bund der Kriegsblinden e.V. (BKD) gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW ausgerichtet wird, wurde am 12.6.2012 im "Kleinen Sendesaal" des WDR in Köln verliehen. Die Entscheidung der Jury unter Vorsitz von Anna Dünnebier fiel auf das von Deutschlandradio Kultur produzierte Hörspiel "Testament. Verspätete Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Lear" von der Autorengruppe She She Pop.
Ihre Entscheidung für "Testament. Verspätete Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Lear" begründet die Jury wie folgt: "Anhand von Shakespeares ,König Lear' testet die Theatergruppe She She Pop, wie belastbar heute die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist - und zwar gemeinsam mit ihren wirklichen Vätern. Dieses Zusammenspiel ergibt eine Spannbreite zwischen Rollenspiel und Realität, zwischen Ökonomie und Gefühl, zwischen liebevollem Witz und roher Härte. Die Akteure selbst müssen sich oft entlang tasten zwischen Lust am Spiel und Angst vor persönlicher Verletzung. ,Testament' entstand zunächst als Bühnenstück, das schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Hörspielfassung ist noch einmal eine Steigerung durch die notwendige Verknappung und zugleich die Bereicherung durch die Diskussionen bei den Proben."
Das 1998 gegründete Berliner Performance-Kollektiv She She Pop besteht aus den Mitgliedern Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou und Berit Stumpf. Vom Berliner Theater Hebbel am Ufer aus tourt die Kompanie mit ihren abseits des klassischen Regietheaters entstehenden Produktionen regelmäßig auch durch freie Theater und Festivals im In- und Ausland. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden wird seit 1952 an ein von einem deutschsprachigen Sender konzipiertes Original-Hörspiel verliehen, das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert.

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Reichstag mit neuem Audioguide

Der Reichstag mit seiner berühmten Kuppel ist eine Top-Attraktion der Hauptstadt - und das nicht nur für sehende Touristen, denn seit 2007 stehen auf der Ebene des Plenarsaals Modelle des Gebäudes und der Umgebung zum Abtasten bereit. Diese Objekte werden ab kommendem Dienstag durch eine spezielle Audioguide-Führung ergänzt. Sie beschreibt mit vielen Details die spektakuläre Aussicht von der Reichstagskuppel.
DBSV-Präsidentin Renate Reymann lobt die Initiative, die vom Deutschen Bundestag ausging: "Das war eine Zusammenarbeit, wie man sie sich wünscht, denn von Anfang an wurden wir als Projektpartner einbezogen."
Ein Team aus fünf sehbehinderten und blinden Menschen war maßgeblich an der Erstellung des Audioguides beteiligt. DBSV-Sozialreferent Reiner Delgado gehörte dazu und weist auf zusätzliche Extras hin: "Als blinder Besucher kann ich mir zukünftig auch einen Koffer mit zwölf Tastreliefs ausleihen und mit in die Kuppel nehmen."
Die Audioguide-Führung für blinde und sehbehinderte Menschen wurde von Hörfilm e. V. erstellt und dauert ca. 45 Minuten. Eine Besichtigung der Kuppel und der Dachterrasse des Reichstagsgebäudes ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Fragen dazu beantwortet der Besucherdienst des Bundestages telefonisch unter 0 30 / 227-3 21 52 oder -3 59 08. Der Besuch beim Bundestag ist kostenlos. Dieses und weitere touristische Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen sind auch im Internet abrufbar: www.databus.dbsv.org.
[Quelle: DBSV-direkt]

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
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Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
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