DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 1 – 2013

Januar / Februar

23. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

"Willkommen und Abschied"

Lyrik in Leipzig?

Senioren im Internet

Wie war das damals?

Vor 60 Jahren

Die Kramkiste

Jakob Wassermann: "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens"

Romain Gary: "Lady L."

Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Aus dem Punktschriftbestand

Aus dem Hörbuchbestand

LOUIS

Kostenlose Wörterbücher im HTML-Format

Kostenloser Audio-Jahreskalender 2013

Info-Service

§52a um zwei Jahre verlängert

Taubblindheit wird als Behinderung eigener Art anerkannt

Deutscher Hörbuchpreis 2013

Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte

Wissen für alle!

Informationen für Frauen

Neue EURO-Scheine ab Mai

Internetportal

Impressum

Vorbemerkung

Zum neuen Jahr die besten Wünsche und herzlich willkommen im 23. Jahrgang der "DZB-Nachrichten"!
Ich freue mich, Sie wieder begrüßen zu können! Sämtliche Rubriken sind mit Inhalten gefüllt, die nunmehr von Ihnen entdeckt werden wollen. So starten wir ins neue Jahr:
Unter „Wie war das damals?“ beginnt ein zweiteiliger Beitrag von Dr. Werner Uhlig über die ersten zwei Direktoren der DZB. Weiterhin starten wir in dieser Ausgabe mit einem sechsteiligen Special voller literarischer Empfehlungen, die sich mit dem Thema „Völkerschlacht bei Leipzig“ befassen, denn im Oktober gedenken wir des 200. Jahrestages dieses kriegerischen Ereignisses. Ebenfalls neu - und zwar in der DZB - ist Herr Ronald Krause, dem unsere Kollegin Heidrum Güntzel zum Jahresbeginn den Staffelstab für unsere Pressearbeit übergeben hat. Herzlich willkommen, Herr Krause, vielen Dank und weiterhin alles Gute, Frau Güntzel!
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Dialog des MDR

»(…) Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für die wieder sehr vielfältig informative Ausgabe Ihrer Hauszeitschrift. Insbesondere die Blicke über den Tellerrand finde ich sehr interessant. Einige Gedanken äußern möchte ich zum Dialog des MDR mit den Behindertenverbänden.Die in DZBN 6/2012 abgedruckte Presseinformation des MDR macht aus meiner Sicht deutlich, was wir auch schon beim NDR beobachten konnten. Die Hörbehinderten und Gehörlosen sind in der Umsetzung ihrer Ansprüche deutlich weiter als die Blinden und Sehbehinderten. Hier gibt es sogar ernste Rückschläge.
Wie ich aus der Berufsvereinigung der deutschen Hörfilmbeschreiber erfuhr, hat der MDR gerade ein großes Auftragspaket an eine Firma vergeben, die mit Niedrigstpreisen antritt, zu denen freie Autorenteams nicht arbeiten können. Damit wird nicht nur die Qualität des Angebots in Frage gestellt, sondern ein freiberufliches Tätigkeitsfeld für blinde Hörfilm-Beschreiber zerstört. Gerade anspruchsvolle Filme brauchen hochwertige Beschreibungen, wie sie von gemischten Teams aus blinden und sehbehinderten Beschreibern geliefert werden. 5.000 € Produktionskosten für die Audiodeskription eines 90-minütigen Spielfilms galten bislang als Richtschnur. Das ist ein Bruchteil der Produktionskosten solcher Filme und vermutlich weniger als das, was die Herstellung eines Trailers kostet und angemessen für mehrtätige qualifizierte Teamarbeit.
Unsere Interessenvertreter sollten bei den Sendern also anfragen, ob denn auch die Budgets den neuen Aufgaben angepasst werden.
Vielleicht bedarf es auch noch einiger Aufklärung über den Hörfilm. In den abgedruckten Pressetext des MDR hat sich jedenfalls ein bemerkenswerter Fehler eingeschlichen, wenn es da heißt: ’Ebenfalls schon vom nächsten Jahresbeginn an wird der MDR die Dienstagabendserien sowie seine Tierdokumentationen im Ersten in einer Hörfunkfassung anbieten.’Hörfilme ermöglichen Teilhabe am Fernsehen, dem Leitmedium unserer Tage. Und es hat mich sehr gefreut, dass der Direktor der DZB in der Mitteilung zitiert wird und sich genau für das einsetzt, worum es geht, dass nämlich auch Betroffene in Redaktion und Produktion einbezogen werden. Erst das ist Inklusion im umfassenden Sinne. (…)«
[Dr. Jürgen Trinkus per E-Mail]

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Einblicke

"Willkommen und Abschied"

Öffentlichkeitsarbeit der DZB neu besetzt
Die DZB hat einen neuen PR-Referenten: Seit Anfang Dezember 2012 unterstützt Ronald Krause das Haus in allen Belangen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. "Ich freue mich, jetzt für eine ganz besondere Leipziger Institution tätig sein zu können", so Krause. "Es ist nun meine Aufgabe, mit der Hausspitze der DZB und den neuen Kollegen den ’Fahrplan’ der Kommunikation festzulegen und umzusetzen. Ob bei Veranstaltungen, Führungen oder im Pressegespräch, es gilt, die Leistungen der traditionsreichen Blindenbibliothek für die potentiellen Nutzer, das breite Publikum und die Medien in Sachsen und darüber hinaus noch besser ins rechte Licht zu rücken. Hierfür möchte ich gern meine langjährige Berufserfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Mein Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität Leipzig gab und gibt mir dabei das passende Rüstzeug."
Ronald Krause, geboren 1974 in Leipzig, war zuletzt für die Pressestelle des Sächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in Dresden tätig. "Mit meiner Heimatstadt bin ich sehr verbunden, ich habe hier Familie und bin gern wieder hier. Auch wenn das Thema Blindheit und Sehbehinderung für mich in der Öffentlichkeitsarbeit neu ist, ich werde mich mit Freude für diese Belange einsetzen, die lange Geschichte der DZB repräsentieren und deren Zukunft mit gestalten."
Kontakt:
Ronald Krause
PR-Referent
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, D 04105 Leipzig
Telefon: +49 341 7113-239
Fax: +49 341 7113-125
E-Mail: ronald.krause@dzb.de
Internet: www.dzb.de
Heidrun Güntzel, die bisher für die Öffentlichkeitsarbeit der DZB stand, verabschiedet sich im Januar von der DZB und aus Leipzig. Sie hat ihr privates Glück in Sachsen-Anhalt gefunden und wird sich nun dort beruflich neu orientieren.
Heidrun Güntzel ist seit 1998 für die DZB tätig gewesen. Bevor sie 2011 in die Öffentlichkeitsarbeit berufen wurde, war sie Aufnahmeleiterin für DAISY-Hörbücher und -Zeitschriften im hauseigenen Tonstudio. "Mit meiner Arbeit in der DZB verbinde ich viele schöne Erinnerungen", so Güntzel. "Für die zahlreiche Unterstützung im Haus und die nette Bestätigung von Kunden oder Partnern der DZB möchte ich mich herzlich bedanken."
Auch die DZB möchte sich für die langjährige wertvolle Arbeit bei Heidrun Güntzel bedanken und wünscht für den weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute.

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Lyrik in Leipzig?

Heidrun Güntzel
Flatterte doch im September eine Einladung in die DZB mit der merkwürdigen Frage: Ob Bibliothekare oder Bibliothekarinnen Gedichte lesen? Absender: die Gesellschaft für Zeitgenössische Lyrik (GZL), die 1992 in Tübingen gegründet, schon 4 Jahre später nach Leipzig übersiedelte.
Nun ist ja die DZB nicht nur zentraldeutsch, sondern eben auch eine Leipziger Bibliothek. Also machten sich zwei Kolleginnen am 13. November 2012 auf den Weg in die frisch sanierte, eben wiedereröffnete Stadtbibliothek, um zusammen mit anderen KollegInnen aus Leipziger Bibliotheken über Lieblingsgedichte zu sprechen, sie vorzustellen und einander zuzuhören. Ein tieferer Sinn dieser Veranstaltung ist natürlich auch, über diesen Umweg die Lyrik einander besser kennenzulernen und vielleicht zukünftig in der Arbeit zu unterstützen.
Alle versammelten sich im Huldreich-Groß-Saal. Huldreich Groß war nicht nur huldreich, nein, er war auch geldreich und vermachte 1677 der Stadt Leipzig sein gesamtes Vermögen und seine 4000 Bücher mit der Auflage "in Leipzig eine Bibliothek zum Nutzen der studierenden Stadtjugend einzurichten". Das war die Initialzündung zur Entstehung einer Bibliothek in Leipzig. Das jetzt nur für die, die gedacht haben, Huldreich Groß, so einen Namen gibt's doch gar nicht, wer hat sich denn den ausgedacht, sicher ein spinnerter Lyriker.
Eröffnet wurde der Abend vom Vorsitzenden der GZL Ralph Grüneberger, der den richtigen Ton traf und jedes Lampenfieber oder jeden übergroßen Respekt vor den hehren Worten großer Dichter verjagte. Das erste Gedicht steuerte der Leiter der Stadtbibliothek Herr Dr. Arne Ackermann bei: "Sonette find ich so was von beschissen…". Kenner der Gegenwartslyrik wissen, es geht um die "Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs" von Robert Gernhard.
Es folgten Gedichte von Rose Ausländer, Wolfgang Hilbig, Ernst Jandl, Eva Strittmatter u. v. a. m., auch ganz privat Gedichtetes der Mutter einer Bibliothekarin. Eine große Überraschung war die improvisierte und trotzdem gelungene szenische Darstellung der "Bürgschaft" von Schiller. Anja Lehmann, als Vertreterin der DZB trug "Anahorish" des Iren Seamus Heaney vor, erst im Original, dann in deutscher Übertragung. Das brachte das internationale Flair.
Für immer wieder frische Aufnahmefähigkeit sorgte das Trio - Gitarre, Cello, Percussion - "Die lyrischen Saiten" mit großem Charme und Einfühlungsvermögen.
Da die Veranstaltung "Leipziger Bibliothekarinnen und Bibliothekare lesen ihr Lieblingsgedicht" so gut angenommen wurde, schlägt die GZL vor, sie jährlich zum Tag der Poesie" (21.März 2013) aber immer in einer anderen Leipziger Bibliothek stattfinden zu lassen.
Am Abend des 13. November gab es noch eine Begegnung der lyrischen Art. Das "Poesiealbum", eine in der DDR beliebte, kleine Lyrik-Edition, gibt es inzwischen bereits im 6. Jahrgang als "Poesiealbum neu".
Vielleicht hat Lyrik in unserer Stadt wieder eine Chance?

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Senioren im Internet

Gabi Schulze
Wie nützlich das Internet auch für ältere Menschen sein kann und wie es ihren Lebensalltag erleichtert - das erfuhren sowohl sehende als auch blinde Menschen, die am 30. Oktober 2012 die Einladung der DZB wahrnahmen und trotz nasskalten Wetters die Veranstaltung "Senioren im Netz" in der Gustav-Adolf-Straße besuchten. Diese fand im Rahmen der von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) initiierten bundesweiten Internetwoche vom 29. Oktober bis 4. November 2012 statt. Sie war eine von vielen Aktionen, die Senioren fürs Internet begeistern und dessen Chancen und Möglichkeiten aufzeigen sollten.Da sich die DZB Leipzig für barrierefreie Internetseiten stark macht und sich im Interesse blinder und sehbehinderter Menschen für einen barrierefreien Zugang zu digitalen Informationen engagiert, liegt es nahe, dass sie damit auch für sehende ältere Menschen aktiv wird. Diesen Menschen die Vorteile des Internets zu veranschaulichen, sie aber gleichzeitig in Sachen Verbraucherschutz zu beraten, war Gegenstand der Veranstaltung "Senioren im Netz".
Guido Steinke, Mitarbeiter der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. (Bundesverband) aus Berlin und einer der Referenten an diesem Tag, weckte mit seinem Vortrag "Kleine Einführung in (und durch) das Internet" großes Interesse bei allen Teilnehmern. Treffend und anschaulich skizzierte er die Probleme, mit denen sich Interneteinsteiger auseinandersetzen müssen. Nicht ohne im Gegenzug Partner und Initiativen aufzuzeigen, die den Hilfesuchenden Unterstützung anbieten. Dass diese Internethelfer und -Stammtische in anderen Bundesländern viel besser organisiert sind als in Sachsen, wurde u. a. auch zum Thema der sich anschließenden Diskussion.
Voll ins Schwarze traf Guido Steinke mit seinen Ausführungen zur Sicherheit und zum Datenschutz im Netz: Welchen Seiten im Internet darf man trauen, welche sind unseriös? Anhand konkreter Webseiten veranschaulichte er die Thematik und sprach auch Verhaltensregeln beim Online-Shopping an.
Über konkrete Angebote des Freistaates Sachsen in Sachen Internet für Senioren informierte Dietmar Gattwinkel aus der Sächsischen Staatskanzlei. Er stellte einige der wichtigsten Internetportale des Freistaates für diese Zielgruppe vor. Die Seiten amt24.sachsen.de berichten z. B. über aktuelle Informationen zu den unterschiedlichsten Lebenslagen, geben Auskunft über Dienstleistungen, liefern elektronische Vordrucke - und ersparen den älteren Bürgern Behördengänge, so Gattwinkel. Er hob die rasante technische Entwicklung hervor, die gerade für Senioren und Menschen mit Behinderung einen enormen Fortschritt darstellt, solange ihnen der Zugang nicht verwehrt bleibt. Die sächsische Staatskanzlei arbeitet bei der technischen Realisierung barrierefreier Internetauftritte des Landes Sachsen eng mit der DZB zusammen, um das Potenzial der Technik voll ausschöpfen zu können.
Dass Wissen hilft, die Ängste vor der digitalen Welt abzubauen, weiß auch Walther Friedrich, Computerkurslehrer im Verein Aktive Senioren e. V. Leipzig. Er gab den Beteiligten einen kleinen Einblick in seine Arbeit.
Die Diskussion im Anschluss daran zeigte, dass viele der sehenden und blinden Teilnehmer aktiv werden wollen, jedoch nach Ansprechpartnern und einem gemeinsamen Ort suchen. Das ist ein landesweites Problem, Vereine und Internethelfer sind in Sachsen kaum bekannt oder vernetzt, stellt Michael Wendelin, Stellvertretender Vorsitzender des Landesseniorenbeirats Sachsen, fest. Er wünschte sich ein koordiniertes Zusammenwirken von Einrichtungen im Freistaat auf diesem Gebiet, besonders auch im ländlichen Raum. Das erfordert aus seiner Sicht mehr Engagement von der Staatsregierung, aber auch mehr Öffentlichkeitsarbeit in den Städten und Gemeinden.
Sicher kann dann auf diesem Gebiet mehr bewegt werden. Großes Interesse von Seiten blinder und sehender Internetnutzer, das ließ die Veranstaltung erkennen, besteht auf jeden Fall. "Wir prüfen, wie wir diesem wachsenden Interesse gerecht werden können", resümierte Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der DZB, am Ende dieses sehr erfolgreichen Treffens.

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Wie war das damals?

Vor 60 Jahren

Als der Eine gehen musste und der Andere kam
Dr. Werner Uhlig
Die Rede ist hier von zwei Direktoren der DZB. Beide waren blind, beide haben sich nach besten Kräften für die Leipziger Blindenbücherei eingesetzt.
Max Schöffler hatte sich schon in den Jahren der Weimarer Republik in der Deutschen Blindenselbsthilfe einen Namen gemacht. Er ist Vorsitzender des Allgemeinen Blindenvereins für Leipzig und Umgebung, Anfang der 30er-Jahre Vorstandsmitglied des Reichsdeutschen Blindenverbandes und unmittelbar vor Beginn der Nazizeit Geschäftsführer des Bayrischen Blindenbundes gewesen. Während der Jahre von 1933 bis 1945 wurde er fünfmal verhaftet, zuletzt saß er ein im Zuchthaus Bautzen. Als unbeirrbarer Kommunist hat er den Nazis immer wieder Schwierigkeiten gemacht und ist darum immer aufs Neue hinter Schloss und Riegel gebracht worden. Aber mit Kriegsende 1945 war er sofort wieder im sächsischen und darüber hinaus überhaupt im ostdeutschen Blindenwesen aktiv. Er war der richtige Mann, der erfolgreich die Wiedereröffnung der 1943 völlig zerstörten Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig betreiben konnte. Als erster blinder Direktor der DZB machte er sich mit einigen bewährten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern daran, die noch vorhandenen Punktschriftbände zu erfassen. Noch vorhanden bzw. vom ehemaligen Bestand der DZB übrig geblieben waren nur wenige Bücher, die zurzeit des Bombenangriffs am 4. Dezember 1943 gerade ausgeliehen gewesen sind.Die ersten Bibliotheksarbeiten begannen unter primitiven Bedingungen im Keller einer Fabrik in der Weißenfelser Straße. Als Verfolgter des Naziregimes (VVN) hatte Max Schöffler gute Kontakte zum neuen Rat der Stadt und setzte es durch, dass eine konfiszierte Villa in Leipzig-Leutzsch als neues Domizil für die DZB bereitgestellt wurde. Es handelte sich um das Gebäude Baumgarten-Crusius-Straße 10. Dort verblieb die DZB bis 1953, und dort hat Max Schöffler ab 1947 auch "Die Gegenwart, Zeitschrift für Blindenfragen" herausgegeben. Zunächst durfte "Die Gegenwart" nur in Schwarzschrift erscheinen, ab 1949 aber auch in Punktschrift.
Es gab noch keine BRD und noch keine DDR, da sind wieder Punktschriftbücher in Leipzig gedruckt worden, und zwar mit einem Drucktiegel, der einmal dem Reichsdeutschen Blindenverband gehört hat, und der wegen der Luftangriffe auf Berlin in den letzten Kriegsjahren nach Wernigerode gebracht worden war. Ohne Drucktiegel keine Punktschriftbücher. An eine Neubeschaffung einer solchen Maschine war damals nicht zu denken. Schöffler hat aber gewusst, wo einer ungenutzt stand, und Wernigerode lag noch in der sowjetischen Besatzungszone. Mit seinem technischem Leiter, das ist damals Paul Georgi gewesen, fuhr er nach Wernigerode und holte das Monstrum nach Leipzig. Nun wurde gedruckt, und bald war kein Platz mehr für die Punktschriftbücher in der Leutzscher Villa. Die DZB brauchte ein größeres Gebäude. Schöffler beschaffte es. Es ist das Haus Gustav-Adolf-Straße 7, der Mittelbau der heutigen DZB. Die Häuser 5 und 9 sind erst später errichtet worden. 1953 zog die DZB um.
Max Schöffler war aber nicht nur DZB-Direktor und Redakteur der "Gegenwart". Unermüdlich und hartnäckig - das war seine Wesensart - arbeitete er mit im Leipziger Blindenausschuss und im Landesblindenausschuss Sachsen, und er hatte maßgeblich seine Hände im Spiel beim ersten Landesblindenkongress Sachsen 1947 in Dresden und beim zweiten Sächsischen Landesblindenkongress 1948, ebenfalls in Dresden. Zusammen mit Johannes Hausdorf, der in der Landesregierung die Position eines Ministerialrats inne hatte und der entscheidende Mann für die Entwicklung der Blindenselbsthilfe Sachsen nach dem 2. Weltkrieg gewesen ist, inszenierte Max Schöffler die Vorbereitung und Durchführung des ersten Blindenkongresses der DDR 1950 in Berlin und gehörte dem von Hausdorf geleiteten Arbeitsausschuss für Blindenfragen der DDR an. Das ist das Leitgremium für die Blindenausschüsse im Osten Deutschlands gewesen, dem außer Hausdorf und Schöffler noch Dr. Walter Warnecke, Erfurt, und Gerhard Hiller, Berlin, angehörten.
Dieser Arbeitsausschuss für Blindenfragen ging ab 1952 auf Konfrontationskurs zur Regierung der DDR, und Max Schöffler erwies sich dabei als der "Harte Hund". Das Zentralkomitee der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und die DDR-Regierung hatten 1952 einen "Feldzug zur strengsten Sparsamkeit" beschlossen. Das ging mit Erhöhungen der Arbeitsnormen und Sozialabbau, in starkem Maße auch für Blinde einher, und das führte bekanntlich im Jahre 1953 zu den Streiks und Demonstrationen vom 17. Juni. Hinzu kamen einschneidende Auswirkungen der Verwaltungsreform. Das bedeutete nämlich, dass die Existenz der fünf ostdeutschen Länder und natürlich auch ihre Landesregierungen abgeschafft worden sind. Statt dessen wurden 15 Bezirke gebildet und neue Kreise, an deren Spitze jeweils Räte der Bezirke und Räte der Kreise standen. Weil es keine Länder mehr gab, hatten auch die Landesblindenausschüsse keine Existenzberechtigung mehr. Neue Bezirks- und Kreisblindenausschüsse mussten konstituiert werden, neue Sozialämter wurden gebildet, und überall rückten neue Leute ein in die Ämter und Dienstellen der reformierten Verwaltungsstruktur. Die Landesregierungen hatten die Tätigkeit der Blindenausschüsse akzeptiert und konstruktiv mit ihnen zusammengearbeitet. Die Ministerien in Berlin, die Räte der Bezirke und Kreise waren dazu zeitweilig nur sehr differenziert und in manchen Fällen gar nicht bereit. Es gab jetzt vorübergehend nicht wenige Ämter, von denen die Blindenausschüsse einfach ignoriert worden sind. Da konnte es nicht verwundern, dass der Arbeitsausschuss für Blindenfragen gegen solche Entwicklungen vehement Front gemacht hat.
Schöffler erreichte andererseits, dass die DZB dem Ministerium für Kultur unterstellt worden ist. Das bedeutete Bestandssicherheit und Perspektive für dieses geistig-kulturelle Zentrum der Blinden im Osten Deutschlands. Er nutzte aber auch seine Möglichkeiten als Herausgeber von Zeitschriften und Redakteur, um öffentlich gegen Sozialabbau und gravierende sozialpolitische Fehlentscheidungen heftig zu protestieren. In der "Gegenwart" zählte er mehr als 20 Positionen der Verschlechterung der Lebensbedingungen Blinder auf, warf der DDR-Regierung vor, sie habe den Lebensstandard Blinder auf das Niveau der Kaiserzeit vor dem 1. Weltkrieg zurück geworfen und verlangte die Rücknahme aller Maßnahmen dieser sozialen Demontage. Erich Loest, damals noch Redakteur bei der Leipziger Volkszeitung, veröffentlichte im "Sonntag", einer kulturpolitischen Zeitschrift der DDR, einen brisanten Artikel unter der Überschrift "Elfenbeinturm und Rote Fahne". Schöffler übernahm sofort diesen Artikel und druckte ihn in der damals von der DZB herausgegebenen Zeitschrift "Die Gegenwart in Kunst, Politik und Wissenschaft" ab. Loest wurde eingesperrt, Schöffler kam mit einem Parteiverfahren davon.Die Landesblindengenossenschaften des Handwerks mussten aufgelöst werden. An ihrer Stelle wurden Produktionsgenossenschaften des Blindenhandwerks gebildet. Schöffler protestierte öffentlich dagegen. Als alter Kommunist stellte er sich jetzt den konkreten Beschlüssen für den "Aufbau der Grundlagen des Sozialismus" entgegen. Das musste ihm immer größere Schwierigkeiten bringen. In den ersten Nachkriegsjahren waren auf Initiative der Blindenausschüsse in den Sozialämtern großer Städte und vieler Landkreise Sachgebiete für Blindenfragen geschaffen worden. Sachgebietsleiter sind jeweils Blinde gewesen, die über große Erfahrungen auf dem Gebiet des Blindenwesens verfügten und als fachlich kompetente Berater in diesen Dienststellen wirkten. Ab 1952 wurden diese Sachgebiete aufgelöst und die blinden Sachgebietsleiter in der Regel als Telefonisten in Betriebe und Verwaltungen vermittelt. Schöffler protestierte dagegen.
Am 14. Mai 1953 war für die Mitglieder des Arbeitsausschusses für Blindenfragen das Maß voll. Johannes Hausdorf, Max Schöffler, Dr. Walter Warnecke und Gerhard Hiller richteten ein Ultimatum an die Ministerien der DDR-Regierung. Falls bis Juni der Sozialabbau im Blindenwesen nicht gestoppt und alle Fehlentscheidungen rückgängig gemacht würden, werde der Arbeitsausschuss für Blindenfragen seine Tätigkeit einstellen. Es werde dann keine legitimierte Interessenvertretung der Blinden in der DDR mehr geben. Das war zu viel.
Der Arbeitsausschuss für Blindenfragen wurde aufgelöst. Im Dezember 1953 ist Max Schöffler als Redakteur der "Gegenwart" abgesetzt worden. Von Januar 1954 an war Erwin Mante, Berlin, verantwortlicher Redakteur dieser Zeitschrift, und am Jahresende 1954 ist Schöffler auch als Direktor der DZB abgesetzt worden. Man hatte inzwischen einen Nachfolger gefunden. Schöffler musste gehen.
Wird in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Jakob Wassermann: "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens"

Susanne Siems
[Punktschriftbibliothek]
Ist es nicht so, liebe Leserinnen und Leser, was wir nicht kennen, was uns fremd ist, macht uns Angst? Unsere Unsicherheit mögen wir nicht zeigen, lieber demonstrieren wir Überlegenheit. Je vermeintlich schwächer das Gegenüber, um so selbstsicherer werden wir. Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich vor einiger Zeit wieder einmal die Geschichte von Caspar Hauser in die Hand nahm. Wie misstrauisch sind wir doch, wenn jemand anders ist, gleich wittern wir Betrug und Täuschung dahinter, weil doch nicht sein kann, das etwas anders ist, als wir es kennen. Beispiele für die Tragik menschlicher Schicksale gibt es viele. Wolfskinder, Kinder die isoliert von menschlicher Gesellschaft aufgewachsen sind, finden sich im realen Leben wie im Roman. Berühmteste Beispiele aus der Literatur sind wohl Mowgli aus dem Dschungelbuch von Kipling und Tarzan; oder eben Caspar Hauser.
Jakob Wassermann schrieb die Geschichte des Caspar Hauser nach authentischen Vorlagen nieder. Der Roman hält sich beeindruckend genau an die geschichtlichen Fakten, die zur Entstehungszeit des Romans - 1908 - bekannt waren. Danach wurde Hauser als Erbprinz um 1812 in Baden geboren, kurz nach der Geburt vertauscht und dann mehr als anderthalb Jahrzehnte in einem Verlies gefangen gehalten. 1828 tauchte er mit ca. 17 Jahren in Nürnberg auf, kaum der Sprache mächtig, als Nahrung Wasser und Brot liebend und angstvoll vor jedem Geräusch, dem Schein des Lichts und jeder Berührung. Er wurde, von den Amtsleuten der Stadt aufgegriffen und eingesperrt, vom Nürnberger Volk begafft und angepöbelt. Das Unwahrscheinliche nicht begreifend, bezichtigten ihn viele der Täuschung. Wassermanns Roman verfolgt die Lebensgeschichte Hausers bis zu seiner Ermordung im Jahr 1833. Er zeigt Hauser als ein sanftes, gutmütiges und intelligentes Wesen, dass den Interessen und Intrigen derer, die sich um ihn kümmern, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Schmerzlich deutlich wird beim Lesen des Romans, dass es den Personen um Caspar Hauser nur sehr selten um den Menschen Caspar und seine Entwicklung ging. Jene, die sich seiner annahmen, ihn bildeten und förderten, verfolgten nur allzu oft ihre eigennützigen Ziele. Der Lehrer Daumer ist so lange für Caspar da, bis der beginnt, einen eigenen Willen zu zeigen. Freiherr von Tucher unterwirft den jungen Mann einem in seiner Strenge militärisch anmutenden Erziehungsplan. Dann taucht ein englischer Lord auf, dem es mit Geschenken und Schmeicheleien gelingt, Caspars Herz zu erobern. In Wirklichkeit ist der Lord ein gedungener Mörder mit dem Auftrag, Caspar Hauser umzubringen. Aber auch offener Hass ist nicht selten, ein erster Anschlag auf das Leben des Findlings misslingt. Der einzig wirkliche Freund, den Caspar besitzt, der Präsident Feuerbach, wird 1932 ermordet. Schließlich gelingt der 2. Anschlag auf Caspar und er stirbt 1833.
Wassermann glaubte fest an die Geschichte vom gefangen gehaltenen Erbprinzen. Von Beginn an bis heute gab es aber immer wieder bedeutende Zweifel an dieser Theorie. Wer Caspar Hauser wirklich war und was an seiner Biographie Wahrheit und was Dichtung ist bleibt bis in die Gegenwart ungeklärt. In Bezug auf den Roman von Wassermann ist das allerdings zweitrangig. Lesenswert ist die Geschichte, wie sie von Wassermann aufgeschrieben wurde, die Zeichnung der Figur Hauser und der Menschen um ihn herum. Da sind sie wieder, die Fragen und Gedanken, die ich am Anfang der Kramkiste aufgeworden habe. Welche Motive bewegen unser Handeln, unsere Gedanken? Wenn wir anderen helfen, sie unterstützen, tun wir das um ihretwillen oder weil es für unser Leben von Bedeutung ist? Ist das eine gut und das andere schlecht? Gibt es wie meist im Leben, kein Entweder-Oder sondern nur ein "Beides hat seinen Platz"?
Jakob Wassermann (1873-1934), befreundet u. a. mit Arthur Schnitzler und Thomas Mann, war zu seiner Zeit bekannt für seine biographischen Romane, die von einem hohen Gerechtigkeitsempfinden sprachen. Der bekannteste "Der Fall Maurizius", wurde bereits in einer früheren Kramkiste vorgestellt. Ich lege Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz besonders die Geschichte um Caspar Hauser, aber auch die anderen Romane und Erzählungen Wassermanns sehr ans Herz.
Der Roman "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens" kann in der Punktschriftbibliothek unter der Bestellnummer 14396 in 5 Bänden Kurzschrift ausgeliehen werden.
Weitere Titel von Jakob Wassermann im Punktschriftbestand:
Titel von Jakob Wassermann im Hörbuchbestand:

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Romain Gary: "Lady L."

Jana Waldt
[Hörbücherei]
Die hier verwendete Buchausgabe stammt aus dem Jahr 1966 und erschien im Aufbau-Verlag Berlin.
Der französische Schriftsteller lässt in seinem Kurzroman eine hochgestellte Dame der englischen Aristokratie an Ihrem 80. Geburtstag einem langjährigen Verehrer das bis dahin sorgsam gehütete Geheimnis ihrer abenteuerlichen Lebensgeschichte erzählen.
Annette Boudin, Tochter eines anarchistischen Buchdruckers und einer Wäscherin, wächst in einem Pariser Elendsviertel auf. Als die Mutter stirbt, übernimmt Annette die Wäscherei. Schnell stellt sie fest, dass sie trotz Fleiß und größter Anstrengungen dem Elend niemals entkommen kann. Da sie sehr hübsch ist, wird sie ein Straßenmädchen und wenig später die Geliebte von Armand, einem Anarchisten gutbürgerlicher Herkunft. Diesem hilft sie bei verschiedenen Aktionen. Armand lässt sie von Hauslehrern in richtigen Umgangsformen unterrichten und macht sie mit dem Duke of Glendale, einem Mann in den Sechzigern, bekannt. Der fühlt sich zu Annette, die jetzt Marquise de Sudery heißt, gleich hingezogen. Beide verbringen viel Zeit miteinander. Annette genießt das unbeschwerte Leben an seiner Seite, liebt aber immer noch Armand und unterstützt ihn mit Geld, dass sie vom Duke erhält. Als dieser ihr schließlich einen Heiratsantrag macht, wird ihr klar, dass sie solch eine Chance nie wieder bekommt. Sie nimmt an, obwohl sie von Armand ein Kind erwartet. Um sich nun von Armand zu lösen, lässt sie ihn bei einem seiner Einbrüche in eine Falle tappen. Armand wird daraufhin verhaftet und kommt ins Gefängnis.
Jahre später treffen sich beide anlässlich eines Kostümballs, den Lady L. ausrichtet, wieder. Lady L. liebt Armand noch immer und trifft eine ungewöhnliche Entscheidung.
Die Geschichte des Aufstiegs der Annette Boudin vom armen Pariser Straßenmädchen zur Grand Dame der englischen Aristokratie ist eine köstliche Satire, amüsant erzählt. Die Lesung von Günter Bormann ist ein Genuss. Die Spieldauer beträgt 5:16 Stunden; die Bestellnummer lautet: H003136.
Dieser Roman ist auch in Kurzschrift (2 Bände) unter BNA 4305 und in Vollschrift (4 Bände) unter BNA 4554 ausleihbar.
Weitere Titel von Romain Gary, der unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte, im Hörbuchbestand:

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Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege. Dabei kämpften die Truppen der Verbündeten Österreich, Preußen, Russlands und Schweden gegen die Truppen Napoleons.
Mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Nationen war dieser Kampf bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die größte und blutigste Feldschlacht der Weltgeschichte. Jeder Fünfte fand den Tod oder erlag später seinen Verletzungen.
Die Niederlage zwang Napoleon dazu, sich aus Deutschland zurückzuziehen.
Anlässlich des 200. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig möchten wir Ihnen in jeder Ausgabe dieses Jahres Bücher empfehlen, die sich mit dem Thema Völkerschlacht und Befreiungskriege beschäftigen.

Aus dem Punktschriftbestand

Die Napoleonischen Kriege erschüttern das Land. Gerard Rörich, Sohn eines Tagelöhners aus dem Oberbergischen, kämpft wie alle "kleinen Leute" ums nackte Überleben. Er verdingt sich als Tagelöhner, Schleichhändler und Rebell, ständig in der Furcht, gefangengenommen oder denunziert zu werden. Dreimal wird er zur Armee eingezogen, dreimal gelingt ihm die Flucht. Aber die Aussicht auf ein lobenswertes Leben bietet sich ihm auch dann nicht, als Napoleons Truppen längst das Land verlassen haben.
In diesem Buch wird historische Vergangenheit als lebendiges Mosaikbild aus sorgfältig dokumentierten Einzelheiten rekonstruiert. Die klare, sachlich-präzise und doch literarisch geformte Sprache verzichtet auf Effekte und Pathos und erzielt trotzdem große Intensität und Eindringlichkeit. Feine seelische Regungen werden beschrieben. Dazu gehört starke Eingebundenheit der Menschen in die Landschaft, die sich auch in der mundartlich gefärbten Begrifflichkeit äußert. Trotzdem ist die dargestellte Lebenssituation örtlich und zeitlich übertragbar.
Nach mehrjähriger Recherchearbeit in lokalen Archiven entstand ein eindrucksvolles Stück Geschichtsschreibung, das sich der Alltagsgeschichte der armen Leute annimmt, sie nacherlebbar und anschaulich werden lässt. Das Buch liefert die Desillusionierung einer bisher vorwiegend heroisch gesehenen Zeit; es ist ein Plädoyer für die Menschenwürde.
Klas Ewert Everwyn, 1930 in Köln, südlich vom Severinstor geboren, wuchs im Bergischen Land zwischen Windeck und Waldbröl auf und kehrt in seinen Büchern immer wieder dorthin zurück. Für seine historischen Jugendromane "Der kleine Tambour und der große Krieg" sowie "Für fremde Kaiser und kein Vaterland" wurde er mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet; großes Aufsehen erregte auch sein Roman "Der Dormagener Störfall". Er schreibt neben Romanen auch Hörspiele, Kurzgeschichten und Lieder im rheinischen Dialekt.
Von Klas Ewert Everwyn gibt es außerdem als Hörbuch:

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Aus dem Hörbuchbestand

Brandenburg im Winter 1812/13: Unter dem Zauber der verschneiten Landschaft verbirgt sich ein aufgewühltes Land zwischen zwei Kriegen, eine Gesellschaft im Umbruch. Während die Reste von Napoleons geschlagener Grande Armee sich über den zugefrorenen Njemen retten, der preußische Landadel über Treue und Verrat diskutiert und die Berliner Studenten über nationale Erneuerung, feiert das Ancien Regime auf Schloss Guse sein letztes Silvester ….
"Vor dem Sturm" entfaltet ein Panorama der märkischen Adels-, Bürger- und Bauernwelt, rückblickend in die Geschichte und vorausschauend auf die Befreiungskriege gegen Napoleon. Im Mittelpunkt steht der junge Lewin Vitzewitz, der sich in romantischen Literaturzirkeln im fernen Berlin durchaus wohl fühlt, aber von seinem draufgängerischen Vater zu den Waffen gerufen wird, gegen die rückkehrenden Franzosenheere. Es bahnt sich ein Geschehen an, das Lewin beinahe mit dem Tod bezahlen muss.
"Vor dem Sturm", 1878 erschienen, ist Fontanes erster Roman, der großartige Auftakt seines epischen Lebenswerkes, der mit der Frage nach der historischen und sozialen Rolle des preußischen Adels ein Thema aufgreift, das ihn bis zu seinem letzten Roman, dem zwei Jahrzehnte später erschienenen "Stechlin" beschäftigte. Der Roman reicht in seiner Universalität an Tolstois Krieg und Frieden heran; schildert Tolstoi das ganze damalige Russland, so erscheint bei Fontane das ganze damalige Preußen. Die historische Situation, das höfische Leben, das Leben in Berlin und auf dem Land am Vorabend der Befreiungskriege werden beschrieben.
Theodor Fontane, am 30. Dezember 1819 in Neuruppin (Brandenburg) geboren, wurde zunächst wie sein Vater Apotheker. 1849 entschloss er sich jedoch, seine schriftstellerische Tätigkeit zum Hauptberuf zu machen, und arbeitete fortan als Auslandskorrespondent, Kriegsberichterstatter und Theaterkritiker. Erst mit fast sechzig Jahren begann er seine berühmten Romane und Erzählungen zu schreiben. Theodor Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.
In der DZB sind zahlreiche Werke Fontanes zur Ausleihe verfügbar.
Dieser Gesellschaftsroman aus der Zeit der Revolutions- und Befreiungskriege um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert erzählt die Geschichte des opferreichen und aktiven Lebens einer sächsischen Edelfrau.
Die Titelheldin des Romans, Eberhardine Freifräulein von Reckenburg, ist eine starke, selbstbewusste Frau. Der größte Teil des Buchs besteht aus ihren Erinnerungen, in denen sie ihre Kindheit und Jugend und ihre Arbeit auf dem Stammsitz ihrer Familie schildert. Die Rahmenhandlung führt uns einen invaliden, verarmten Soldaten vor, der gegen Napoleon gekämpft hat und der, als er am Ende seiner Kräfte ist, für seine kleine Tochter verzweifelt eine bessere Zukunft sucht. Der Lebensweg dieses Kindes ist mit dem der Titelheldin eng verknüpft und das Kind verkörpert die Zukunft, die nach dem Tod der letzten Reckenburgerin folgen wird.
Die Lebensgeschichte der letzten Reckenburgerin ist auch ein Abbild des politischen und sozialen Umbruchs in der Folge der Französischen Revolution von 1789 und der Napoleonischen Kriege. In den Erinnerungen von Hardine geht es um die Macht der Aristokratie und um die Entstehung eines deutschen Staates, um Napoleon und die Schrecken des Krieges.
"Eine Dichterin von Gottes Gnaden" nannte Gustav Freytag Louise von François in der Besprechung ihres Romans "Die letzte Reckenburgerin" und begründete damit ihren Ruhm.
Marie Louise von François (geboren am 27. Juni 1817 in Herzberg/Elster); verstorben am 25. September 1893 in Weißenfels) stammt aus einem Hugenottengeschlecht und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nach dem Tod ihres Vaters, des preußischen Majors Friedrich von François, verlor sie durch die Fahrlässigkeit ihres Vormundes ihr Vermögen und lebte dann längere Zeit in dem Haus ihres Onkels, des preußischen Generals Karl von François. Ihre Verlobung mit dem Grafen Goertz wurde aus Geldnot gelöst. Nach dem Tod des Onkels 1855 zu ihrer Mutter nach Weißenfels zurückgekehrt, begann sie mit kleineren Novellen im Cottaschen "Morgenblatt" meist anonym ihre schriftstellerische Laufbahn. Die materiell verarmte, intellektuell aber reich ausgestattete Adlige lebte vom Schreiben. Ihre Geschichten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigen die genaue Beobachterin, wichtige Ereignisse ihrer Zeit spiegelt sie in ganz besonderer Weise wider.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Kostenlose Wörterbücher im HTML-Format

Ulrich Jander
Wörterbücher, die für blinde Menschen nutzbar sind, sucht man oft vergebens. Es kann sein, dass man im Internet etwas vorfindet, z. B. auf www.duden.de für die Rechtschreibung. Leider ist man natürlich im Internet nie sicher, ob die Seiten, die gestern noch gut bedienbar waren, auch heute so bedienbar sind. Veränderungen sind zu jeder Zeit möglich, sowohl positiv als auch negativ.
Herr Marco Retzlaff, Landesjugendsprecher im Blinden- und Sehbehindertenverband Brandenburg e. V., informierte in einer Veröffentlichung über Wörterbücher, die man ohne Internetanbindung im Computer oder in portablen Geräten, wie z. B. im Pronto, Braille- oder Voicesense, bzw. in Smartphones als HTML-Anwendung nutzen kann. Herr Retzlaff schreibt in einer Mail an die Nutzer des Pronto:
Zitatbeginn:
"Da öfter mal mobile Wörterbücher gesucht wurden, die auch auf dem Pronto verwendbar sind, ohne Internetverbindung, habe ich jetzt welche gefunden.
Wörterbücher sind derzeit für Deutsch <-> Englisch, Deutsch <-> Italienisch und Deutsch <-> Türkisch vorhanden.
Weitere Informationen und den Download gibt es auf www.bb-jugend.de/Unterhaltsames/Informativ.
Gegen eine Aufwandsentschädigung von 5 Euro können die Wörterbücher auch auf CD versandt werden. Die Wörterbücher sind kostenlos und dürfen nicht verkauft werden. Die 5 Euro dienen ausschließlich der Aufwandsentschädigung und kommen der Jugendgruppe von Berlin und Brandenburg zugute und werden aktuell zum Aufbau eines Info- und Werbestandes verwendet. Weitere Infos dazu kann der Interessierte unter info@bb-jugend.de anfordern."
Zitatende
Die Wörterbücher stecken in drei Ordnern und stehen auf der genannten Internetseite der Jugendgruppe Berlin und Brandenburgs als gepackte zip-Datei zur Verfügung. Diese muss nach dem Herunterladen lediglich aktiviert und damit entpackt werden. Danach stehen die Wörterbücher sofort für den Einsatz zur Verfügung. Das jeweilige Wörterbuch wird im entsprechenden Verzeichnis am Computer mit der Datei index.html und an portablen Geräten mit der Datei mobile.html aufgerufen. Die dann erscheinende Seite ist einfach und übersichtlich gestaltet; gleich am Beginn befindet sich das Eingabefeld für das Suchwort oder die Suchwörter. Die übersetzten Ergebnisse stehen dann auf der nächsten Seite direkt nach dem Eingabefeld und dem Suchen-Schalter.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude bei der Nutzung dieser Nachschlagewerke.

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Kostenloser Audio-Jahreskalender 2013

Ulrich Jander
Herr Michael Staib hat einen Jahreskalender für 2013 im DAISY- und im MP3-Format erstellt und einen kleinen Text dazu mit den Links zum Herunterladen für die Rubrik LOUIS zur Verfügung gestellt. Herr Staib schreibt:
Zitatbeginn:
"Einen sprechenden Audio-Kalender 2013 im DAISY- und im MP3-Format kann man sich unter den nachfolgenden Links laden. Bei der DAISY-Version kann man auf Ebene 1 zwischen den Monaten und auf Ebene 2 zwischen den einzelnen Tagen des Jahres 2013 navigieren. Die MP3-Version gestattet das Springen von Kalenderwoche zu Kalenderwoche. In beiden Versionen ist eine Textdatei mit dem Jahreskalender 2013 enthalten, die auf dem Computer oder einem portablen Text-Reader ebenfalls für Blinde gut lesbar ist. Beide Audio-Versionen beginnen mit einer Liste für die gesetzlichen und einer nachfolgenden Liste für die allgemeinen Feiertage der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2013. Die Feiertage sind im Kalenderteil noch einmal kurz hinter dem aktuellen Tag vermerkt. Zu empfehlen ist der Einsatz auf Flash-Playern wie VictorReaderStream oder Milestone oder andere Geräte für die Hosentasche, man kann aber das ausgepackte Archiv auch auf CD brennen und dann mit einem passenden DAISY- bzw. MP3-CD-Player abspielen.
Zitatende.
Wenn man nach dem Herunterladen die jeweilige zip-Datei aktiviert, wird man in aller Regel zum Auspacken (Extrahieren) aufgefordert. Dies geht man mit Hilfe der Tab-Taste durch, indem man mehrmals den Schalter "weiter" betätigt. Im Ergebnis erhält man einen Ordner in dem Bereich, in welchem sich die zip-Datei befindet. In diesem Ordner liegt der komplette Jahreskalender 2013 mit seinen vielen Audiodateien einschließlich der Textdatei. Der Ordner kann nun an die Stelle kopiert oder auf eine leere CD gebrannt werden, die dann den Einsatz am jeweiligen Abspielgerät ermöglicht. Man hat nun einen kompletten Kalender mit einfacher Handhabung zur Verfügung. Herrn Staib danke ich an dieser Stelle für die Entwicklung und Bereitstellung des Kalenders in den zwei Formaten. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Info-Service

§52a um zwei Jahre verlängert

Der Bundestag hat am 29. November den Gesetzentwurf von CDU/CSU und FDP zur Verlängerung des §52a UrhG angenommen. Damit können urheberrechtlich geschützte Inhalte zunächst bis Ende 2014 unter bestimmten Voraussetzungen einem abgegrenzten Personenkreis für Unterrichts- und Forschungszwecke zugänglich gemacht werden, z.B. auf universitären Lernplattformen. In den kommenden beiden Jahren soll über den Inhalt einer endgültigen, unbefristeten Regelung entschieden werden.

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Taubblindheit wird als Behinderung eigener Art anerkannt

Am 29.11.12 hat die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) in Hannover einstimmig beschlossen, dass im Schwerbehindertenausweis ein eigenes Merkzeichen für taubblinde Menschen eingeführt werden soll.
Nach Schätzungen des Gemeinsamen Fachausschusses "Hörsehbehindert/Taubblind" (GFTB) im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gibt es bundesweit 2.500 bis 6.000 taubblinde Menschen, die nicht angemessen mit Hilfsmitteln und Assistenzleistungen versorgt sind. Im Jahr 2007 hat der GFTB deshalb erstmals gefordert, dass die Betroffenen einen speziellen Eintrag "Tbl" im Schwerbehindertenausweis erhalten. So würde es den Betroffenen erleichtert, die Besonderheit ihrer Behinderung nachzuweisen und Zugang zu den nötigen Hilfen zu bekommen.
Jahrelang stießen die Taubblindenvertreter bei der Politik auf Ablehnung, doch jetzt ging es plötzlich ganz schnell. Mit der Rundfunkbeitragsbefreiung für taubblinde Menschen gibt es ab 2013 erstmals eine bundesweit geltende Regelung für die Betroffenen. Dies war den Bundesländern offenbar Anlass, nun auch einem besonderen Merkzeichen zuzustimmen.
Zusammen mit dem GFTB und weiteren Partnern wird sich der DBSV nun bei der Umsetzung des Beschlusses engagieren. "Von zentraler Bedeutung wird sein, dass auch Menschen mit noch geringen Hör- und Sehresten von dem neuen Merkzeichen profitieren", sagt DBSV-Sozialreferent Reiner Delgado. Denn ein besonderer taubblindenspezifischer Bedarf an Assistenz- und Dolmetsch-Leistungen besteht bereits dann, wenn man noch minimal hören oder sehen kann. Sobald das Merkzeichen eingeführt ist, muss es mit konkreten Hilfen für die Betroffenen verknüpft werden, darunter spezielle Hilfsmittel, persönliche Assistenz-, Bildungs- und Rehaangebote.
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Deutscher Hörbuchpreis 2013

18 Neuproduktionen aus 2012 sowie drei herausragende verlegerische Leistungen haben es ins Finale um den begehrten Preis geschafft. Eine Nominierungsjury aus Vertretern des Buchhandels, der Presse und der Medienwissenschaft hat die preiswürdigsten Produktionen ausgewählt. 80 Verlage hatten insgesamt 291 Titel für den Wettbewerb eingereicht.
In der Kategorie "Beste Interpretin" sind nunmehr Mechthild Großmann ("Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin), Dagmar Manzel ("August" von Christa Wolf) und Jessica Schwarz ("Herzenstimmen" von Jan-Philipp Sendker) in der Endrunde. Als "beste Interpreten" nominiert sind Robert Stadlober ("Pampa Blues" von Rolf Lappert), Armin Rohde ("Die Räuber-Hotzenplotz-Edition" von Otfried Preußler) und Gustav Peter Wöhler ("Vielen Dank für das Leben" von Sibylle Berg).
Weiterhin auf den Preis hoffen dürfen in der Kategorie "Bestes Hörspiel" die Macher von James Joyces "Ulysses", von "Im Feuer. SANDOW feat. Alexander Scheer" von Kai-Uwe Kohlschmidt sowie von Johanna Steiners "Übernacht".
Als "beste Kinderhörbücher" bestimmte die Nominierungsjury "Fennymores Reise oder Wie man Dackel im Salzmantel macht" von Kirsten Reinhardt, die Hörspielfassung von Cornelia Funkes "Geisterritter" und "Zorgamazoo" von Robert Paul Weston.
In der Kategorie "Bestes Sachhörbuch" haben Florian Illies' "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts", Jean-Henri Fabres "Der heilige Pillendreher. Ein elektroakustisches Hörbuch" und "Prima La Donna. Operndiven in Ton und Wort" von Thomas Voigt die Finalrunde erreicht. In der jährlich wechselnden Kategorie "Das besondere Hörbuch" wird diesmal die "Beste Unterhaltung" ausgezeichnet. Als solche wurden nominiert: "Die Känguru-Chroniken. Live und ungekürzt" von Marc-Uwe Kling, "Er ist wieder da" von Timur Vermes und "Die unerhörten Abenteuer von Sheldon & Mrs. Levine" von Sam Bobrick und Julie Stein. Und um die "Beste verlegerische Leistung" wetteifern der Hörverlag mit "Erzählerstimmen - Die Bibliothek der Autoren", der mairisch Verlag mit "pressplay 3. Die Anthologie der freien Hörspielszene" sowie Hörbuch Hamburg mit Tomas Tranströmers "Die Erinnerungen sehen mich".
Über die Gewinner befindet eine Preisjury, bestehend aus Journalisten, Wissen-schaftlern, Hörspielregisseuren und Buchhändlern sowie einem interessierten Hörer, der bei einer gemeinsamen Aktion des Deutschen Hörbuchpreis e.V. mit WDR 5 als Gewinner hervorgegangen ist.
Über das "Beste Kinderhörbuch" entscheidet eine fünfköpfige Kinderjury des Magazins "ZEIT LEO". Die Entscheidungen beider Jurys werden Ende Januar bekannt gegeben.
Der Deutsche Hörbuchpreis wird am 6. März 2013 im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz verliehen. Die Preisverleihung ist wie in den Vorjahren die Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.COLOGNE. Der Deutsche Hörbuchpreis ist je Kategorie mit einem Preisgeld von 3.333 Euro dotiert.
Auch die Partnerauszeichnungen "Hörbuch des Jahres" der hr2-Bestenliste und die Publikumspreise "HörKules" und "HÖRkulino" der "Buchwerbung der Neun" werden an diesem Abend vergeben. Als "Hörbuch des Jahres" wird "Ulysses" von James Joyce ausgezeichnet.
[Quelle: http://www.deutscher-hoerbuchpreis.de]

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Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte

Das Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) ist eine Einrichtung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Als Dienstleistungs- und Forschungseinrichtung unterstützt es blinde und sehbehinderte Studierende in allen an dem KIT angebotenen Studiengängen.
Jährlich bietet das SZS sehgeschädigten Oberstufenschülern und Schulabsolventen aus Deutschland sowie den deutschsprachigen Ländern eine spezielle Orientierungsveranstaltung an. Über drei Tage hinweg können alle Fragen rund um ein Hochschulstudium gestellt werden. Dabei wirken Referenten der jeweiligen Studiengänge, studentische Vertreter und sehgeschädigte Studierende der verschiedensten Fächer mit. Desweiteren das Studentenwerk, die Eingliederungshilfen der Stadt und Mobilitätstrainer.
Die Orientierungsphase möchte auch Studieninteressierte ansprechen, deren voraussichtlicher Studienort nicht Karlsruhe sein wird.
Termin: 06. Mai - 08. Mai 2013
Bitte melden Sie sich aus organisatorischen Gründen bis zum 09. April 2013 an. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldeformulare sowie weitere Infos können unter folgender Telefonnummer angefordert werden:
0721 608-41937 oder www.szs.kit.edu

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Wissen für alle!

Deutschlands erstes Branchenbuch für Blinde und Sehbehinderte
Die BlindenSeiten bieten allen Ratsuchenden und Interessierten aus der Metropolregion Hamburg einen umfassenden Überblick über Angebote in ihrer Nähe. Das Informationsangebot umfasst die Bereiche Behörden + Ämter, Beratung + Information, Beruf + Bildung, Freizeit + Reise, Hilfsmittel + Optiker, Internet, Medien, Medizin + Rehabilitation, Selbsthilfe + Vereine und Sport. Neben den Informationen zur jeweiligen Leistung beinhalten die Einträge auch Logo und Kontaktinformationen.
Das erste Branchenbuch seiner Art gibt es nicht nur als gedrucktes Buch, sondern auch als DAISY-Hörbuch und als PDF zum Download - und das alles kostenlos und ganz ohne Werbung.Die BlindenSeiten werden herausgegeben von Oliver Simon, Mobilitätslehrer für Blinde und Sehbehinderte.
Bestellt werden können die BlindenSeiten unter:
www.blindeseiten.de.

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Informationen für Frauen

Informationen über Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und Sicherheitstipps für Frauen mit Seheinschränkung
Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe - Frauen gegen Gewalt (BFF), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen (HKBF) veröffentlichten am 25. November Informationen über Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und Sicherheitstipps für Frauen mit Seheinschränkung. "Mit unserer Broschüre informieren wir über die unterschiedlichen Formen von Gewalt und zeigen Möglichkeiten auf, sich zu wehren", so Rita Schroll, Leiterin des HKBF. Die Informationen werden in Blindenschrift, als Audio-CD im DAISY-Format und als barrierefreie PDF-Datei angeboten. Neben grundlegenden Informationen und konkreten Tipps werden auch zahlreiche Unterstützungsangebote genannt.
Die Broschüre beantwortet viele Fragen: Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich mich verfolgt fühle? Wie hole ich im Bus oder in der U-Bahn Hilfe? Wie schüttele ich als blinde oder sehbehinderte Frau einen Helfer ab, der mir zu nahe kommt? Die Tipps sollen die Frauen stärken. Denn - davon ist Helga Neumann überzeugt: "Jedes Mädchen und jede Frau kann sich wehren."
Die Initiative für die neuen Informationen entstand im Projekt "Zugang für alle!" des BFF. Das Projekt informiert behinderte Frauen, wie sie sich gegen Gewalt wehren können und sensibilisiert in Frauenberatungsstellen für die Lebenssituation der Betroffenen.
Die beiden Broschüren können kostenlos in Blindenschrift oder als DAISY-Hörbuch beim BFF bestellt werden:
Tel.: 030 32299500
E-Mail: zugangfueralle@bv-bff.de.
Auf der Webseite des DBSV stehen das Hörbuch und eine PDF-Datei auch zum Download bereit:
www.dbsv.org/index.php?id=1174
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Neue EURO-Scheine ab Mai

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) laufen die Druckerpressen auf Hochtouren. Ab Mai 2013 werden die neuen, motivisch unveränderten Euroscheine eingeführt. Die einzelnen Wertgrößen werden gestaffelt und in aufsteigender Abfolge über einen Zeitraum von mehreren Jahren ausgegeben. Den Anfang macht die 5-Euro-Note. Nicht geändert wurde die Stückelung: Neben dem 5-Euro-Schein wird es also wie bisher die Wertgrößen 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro geben. Die alten Banknoten behalten ihre Gültigkeit, bis sie von den Notenbanken nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden.
An der Gestaltung der neuen Euroscheine hat die Europäische Blindenunion (EBU) erneut mitgewirkt, um zu gewährleisten, dass die Banknoten für blinde und sehbehinderte Verbraucher möglichst einfach zu erkennen und unterscheiden sind. Für sehbehinderte Menschen erleichtert die farbliche Gestaltung der Scheine die Unterscheidung; jede Wertgröße hat ihre charakteristische Grundfarbe. Die Wertangaben auf der Vorderseite sind groß, fettgedruckt und befinden sich immer an der gleichen Stelle. Neu ist, dass die Wertzahl in erhabener, leicht zu ertastender Reliefschrift aufgebracht ist. Blinde Menschen können, wie bei den Scheinen der ersten Serie, die Wertgrößen anhand der jeweiligen Abmessungen unterscheiden. Zusätzlich haben alle Banknoten der neuen Serie am Rand tastbare Markierungen, um möglichen Verwechslungen vorzubeugen.
Mehr Infos in allen Amtssprachen der EU auf der Internetseite der EZB:
www.ecb.europa.eu/euro
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Internetportal

REHADAT-Bildung zeigt Wege zur beruflichen Teilhabe
Welche Berufe gibt es überhaupt? Welche besonderen Regelungen gelten für Menschen mit Handicap in der Ausbildung? Wie funktionieren Einstiegsqualifizierung, Kooperative Ausbildung oder Unterstützte Beschäftigung? Wer kann beraten? Wer unterstützt finanziell? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das neue Internetportal REHADAT-Bildung unter www.rehadat-bildung.de.
Das Portal bietet umfangreiche Informationen zum Thema Berufsorientierung, Qualifizierung und Ausbildung für junge Menschen mit Förderbedarf. Die Webseite will Jugendlichen und deren Eltern helfen, sich ein Bild über die vielfältigen Bildungs- und Ausbildungswege sowie Unterstützungsmöglichkeiten zu machen. Besonders praktisch ist zudem das umfangreiche Lexikon: Zahlreiche Fachbegriffe von "Aktivierungshilfe" bis "Zweiter Arbeitsmarkt" werden verständlich erklärt und sind mit weiterführenden Informationen (Adressen, Gesetzen, Literatur) verlinkt.
Darüber hinaus stehen für Pädagogen und Berater bundesweite und nach Bundesländern sortierte Informationen zur Verfügung, z.B. Infos zur sonderpädagogischen Förderung, zum Thema Inklusion, zum Übergangsmanagement oder zu Projekten und Initiativen.
REHADAT-Bildung richtet sich an junge Menschen mit Förderbedarf sowie alle, die sie bei der beruflichen Orientierung unterstützen. Das Portal gehört zum Informationssystem REHADAT - dem weltweit größten Informationsangebot zum Thema Behinderung und berufliche Teilhabe (www.rehadat.de).
Das Projekt ist im Institut der deutschen Wirtschaft Köln angesiedelt und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.
Für Rückfragen:
Andrea Kurtenacker, Tel. 0221 4981-848,
kurtenacker@iwkoeln.de,
www.rehadat-bildung.de
[Quelle: BBSB-Inform ]

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
E-Mail: verlag@dzb.de
Abonnements, Anzeigen
Sylvia Thormann
Tel.: 0341 7113-120
E-Mail: abo@dzb.de
»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich im Jahresabonnement wahlweise als CD DAISY, in Blindenkurzschrift und in Schwarzschrift.
Jahresbezugspreis: 9,00 Euro.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften
Das Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.
Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.
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