DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 2 – 2013

März / April

23. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Der neue Rundfunkbeitrag

Zum Welttag des Buches

Die DZB auf der SightCity

Wie war das damals?

Vor 60 Jahren (Teil 2)

Die Kramkiste

Jerzy Edigey : "Der Pfeil aus Elam"

Robert Merle: "Madrapour"

Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Aus dem Punktschriftbestand

Aus dem Hörbuchbestand

LOUIS

DAISY-aktuell: Der neue PLEXTALK Linio Pocket ist da

Info-Service

Nachtragskataloge 2012 der Bibliothek

Die DZB ist dabei und öffnet die Türen

ARD baut weitere Barrieren für seh- und hörgeschädigte Menschen ab

Otfried Preußler verstorben

Audio-Wegweiser durch die digitale Welt

Europäisches Parlament beschließt Schutz vor leisen Autos

Meerbuscher Literaturpreis 2013

Bildschirmlesegerät in Chemnitzer Bibliothek

Gateway Online - Studium und Karriere ohne Barriere

Impressum

Vorbemerkung

Von ARD und MDR erhielten wir ausführliche Informationen zur neuen Rundfunkgebühr. Wir geben diese Informationen in der "Postecke" und in der Rubrik "Einblicke" an Sie weiter.
Die zwischen dem 10.02.2013 und dem 30.01.2014 geborenen neuen Erdenbürger zählen laut chinesischem Tierkreis zum Zeichen der Schlange. Und da die chinesischen Tierkreiszeichen einem Zwölfjahres-Rhythmus unterliegen, zählen z.B. auch alle im Zeitraum vom 02.02.1965 bis 20.01.1966 oder vom 14.02.1953 bis 02.02.1954 Geborenen zu diesem Tierkreiszeichen. Schlangen gelten u.a. als besonders anpassungsfähig, fruchtbar und geheimnisvoll … Aufgrund der besonders positiven Resonanz auf den Reliefwandkalender 2012 "Chinesische Tierkreiszeichen" ist nun in der DZB ein ganz besonderer Satz von Geburtstagskarten im Format A5 erschienen, der auf den zwölf Motiven des Kalenders beruht. Entsprechendes Informationsmaterial hilft dabei herauszufinden, welchem Geburtsdatum welches Tierkreiszeichen zuzuordnen ist. Und natürlich können Sie diese Information auch telefonisch erhalten, wenn Sie das Geburtsdatum des zu Beglückwünschenden parat haben. Also, gratulieren Sie ruhig mal fernöstlich und überraschen Sie Ihren Jubilar mit der Nennung einiger besonderer Eigenschaften!
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Informationen zum Rundfunkbeitrag für Menschen mit Behinderung

»(…) Sehr geehrter Herr Dr. Kahlisch, beim Kontaktgespräch zwischen MDR und Vertretern aus Organisationen, Verbänden und Institutionen für Menschen mit Behinderungen im Oktober 2012 hatte ich Ihnen zugesagt, Sie weiter über relevante Entwicklungen im Themenfeld Rundfunkbeitrag und Ausbau der Barrierefreiheit zu informieren.
In diesen Tagen werden die ersten Rechnungen über den ermäßigten Rundfunkbeitrag an Menschen mit Schwerbehinderung versendet. Das führt möglicherweise verstärkt zu Rückfragen in Ihren Verbänden und Organisationen.
Wir haben Ihnen daher ein kleines Informationspaket zusammengestellt, das auf wesentliche Fragen eingeht. Gern können Sie diese Informationen bei Anfragen weitergeben.
Wer bisher aus gesundheitlichen Gründen von der Rundfunkgebührenpflicht befreit war, wurde zum 1. Januar 2013 automatisch auf den ermäßigten Beitrag umgestellt und zahlt von nun an monatlich 5,99 Euro. Taubblinde Menschen und Empfänger von Blindenhilfe können sich wie bisher auf Antrag ganz befreien lassen.
Erhalten Menschen mit Behinderung bestimmte staatliche Sozialleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder BAföG, können sie mit dem Nachweis der betreffenden Behörde die Befreiung vom Rundfunkbeitrag beantragen. Die Antragsformulare sind bei Städten und Gemeinden, bei zuständigen Behörden sowie im Internet unter www.rundfunkbeitrag.de erhältlich. Sie können per Post direkt an den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, 50656 Köln geschickt werden.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.rundfunkbeitrag.de. Neben Details zum Beitrag und Hintergründen zur Reform der Rundfunkfinanzierung lassen sich hier auch Merkblätter für Bürgerinnen und Bürger barrierefrei anschauen und herunterladen.
Für weitere Fragen kann man ein Online-Kontaktformular nutzen oder sich unter 0185 99950100 an die Servicenummer des zentralen Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio wenden. Für konkrete Anliegen der betroffenen Personen steht natürlich auch die Abteilung Beitragsservice des MDR unter der Mailadresse beitragsservice@mdr.de oder der Servicenummer 0341 3005960 zur Verfügung.
Die Maßnahmen zum Ausbau der Barrierefreiheit in den Programmangeboten des MDR hatte ich Ihnen bei unserem Treffen im Oktober 2012 ausführlich vorgestellt, mittlerweile sind wir mitten in der Umsetzung. Im MDR FERNSEHEN werden 2013 alle regionalen Informationssendungen zwischen 18 Uhr und 22 Uhr untertitelt. Die Zahl der hier ausgestrahlten Hörfilme erhöht sich um rund 50 Prozent. Bis 2016 hebt der MDR seine Untertitelungsquote auf mindestens 75 Prozent. (…)
Die Anzahl seiner jährlich produzierten Hörfilme wird der MDR ab 2013 verdoppeln, die Anzahl der ausgestrahlten um die Hälfte auf mehr als 300. Außerdem sollen weitere Genres wie Reportagen, Unterhaltungssendungen und Dokumentationen mit Audiodeskriptionen versehen werden. Das Hörfilmangebot kann ebenso wie die untertitelten Sendungen auch in der MDR-Mediathek genutzt werden.
Zusätzlich zu den bereits seit 2009 komplett mit Audiodeskription versehenen fiktionalen Produktionen werden die unter Federführung des MDR für DAS ERSTE produzierten Dienstagsserien wie "In aller Freundschaft", "Um Himmels Willen", "Tierärztin Dr. Mertins", "Familie Dr. Kleist" und "Weissensee" mit Audiodeskription angeboten; ebenso die Naturfilme, die in der Primetime des Ersten gesendet werden.
Auch die ARD insgesamt hat einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit ihrer Angebote unternommen. Nähere Informationen dazu finden Sie in der ebenfalls beigefügten ARD-Mitteilung von Anfang Februar 2013. (…)«
[Frau Prof. Dr. Karola Wille, MDR-Intendantin]

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Nachlese

»(…) mit großem Interesse las ich in der letzten Nummer der DZB-Nachrichten den Beitrag von Herrn Dr. Uhlig über Max Schöffler. Ich finde es beschämend, dass man es bisher versäumt hat, ihm ein literarisches Denkmal zu errichten. Die Zeit der ideologischen Scheuklappen dürfte doch allmählich hinter uns liegen. Schließlich hat der Mann zum Wohle seiner Schicksalsgefährten sich mannhaft mit seinen Parteioberen angelegt und war unter den Nazis fünfmal im Zuchthaus. Herr Dr. Uhlig, könnten Sie nicht eine Biografie über diesen Pionier des Blindenwesens schreiben? (…)«
[Herr Günther Schmohl aus Gernsbach]

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Einblicke

Der neue Rundfunkbeitrag

Am 1. Januar 2013 hat der Rundfunkbeitrag die bisherige geräteabhängige Rundfunkgebühr abgelöst. Jetzt gilt für alle Bürgerinnen und Bürger: Eine Wohnung - ein Beitrag. Wie viele Radios, Fernseher oder Computer es in einer Wohnung gibt, spielt keine Rolle mehr.
Neu ist, dass sich nun auch Menschen mit Behinderung mit einem reduzierten Beitrag an der Rundfunkfinanzierung beteiligen. Damit folgt der Gesetzgeber einem Urteil des Bundessozialgerichtes. Dieses hatte entschieden, dass für eine vollständige Befreiung von der Beitragspflicht aus dem Gleichheitsgedanken heraus allein finanzielle Gründe und soziale Bedürftigkeit gelten dürfen.
Mehr Programmangebote für Menschen mit Behinderung
ARD, ZDF und Deutschlandradio engagieren sich derzeit verstärkt dafür, den barrierefreien Zugang zu ihren Programmangeboten für Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Bis Ende des Jahres sollen alle Erstsendungen im Ersten mit einer Videotext-Untertitelung für Gehörlose und Schwerhörige angeboten werden. Viele weitere Sendungen im Ersten werden bereits seit Anfang des Jahres mit Untertiteln ausgestrahlt, beispielsweise das Morgen- und Mittagsmagazin sowie die Serien und Spielfilme am Hauptabend. Zudem werden im Hauptabendprogramm des Ersten bis Ende des Jahres alle fiktionalen Formate sowie sämtliche Tier- und Naturdokumentationen mit einer Audiodeskription, also einer Hörfilmfassung für Blinde, angeboten.
In ihren Mediatheken wird die ARD verstärkt Gebärdensprachdolmetscher einblenden: Die Tagesschau um 20 Uhr, die Phoenix mit Gebärdensprachdolmetscher-Einblendungen sendet, ist ebenfalls bereits in der Mediathek des Ersten und der ARD abrufbar. Darüber hinaus soll eine wöchentliche Sendung des Ersten Programms, zum Beispiel ein politisches Magazin, mit Gebärdensprache versehen und in dieser Fassung in den Mediatheken bereitgestellt werden. Zudem gibt es auch in einigen Landesrundfunkanstalten Überlegungen, barrierefreie Sendungen in die Mediatheken einzustellen.
Die Onlineangebote der ARD werden weiterhin weitgehend barrierefrei gestaltet werden.
Befreiungsmöglichkeiten und weitere Informationen
Wer bisher aus gesundheitlichen Gründen von der Rundfunkgebührenpflicht befreit war, wurde zum 1. Januar 2013 automatisch auf den ermäßigten Beitrag umgestellt und zahlt von nun an monatlich 5,99 Euro. Taubblinde Menschen und Empfänger von Blindenhilfe können sich wie bisher auf Antrag ganz befreien lassen.
Erhalten Menschen mit Behinderung bestimmte staatliche Sozialleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder BAföG, können sie mit dem Nachweis der betreffenden Behörde die Befreiung vom Rundfunkbeitrag beantragen. Die Antragsformulare sind bei Städten und Gemeinden, bei zuständigen Behörden sowie im Internet unter www.rundfunkbeitrag.de erhältlich. Sie können per Post direkt an den Beitragsservice geschickt werden (ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, 50656 Köln).
Weitere Informationen und Formulare finden sich im Internet unter www.rundfunkbeitrag.de. Neben Details zum Beitrag und Hintergründen zur Reform der Rundfunkfinanzierung lassen sich hier auch Flyer für Bürgerinnen und Bürger barrierefrei anschauen und herunterladen.
Für weitere Fragen kann man ein Online-Kontaktformular nutzen oder sich an die Hotline wenden: 0185 99950100.
Ermäßigung des Rundfunkbeitrags und Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht
Informationen für sehgeschädigte Menschen im Überblick (Frage - Antwort):
Frage: 1. Seit dem 01.01.2013 gilt:
Antwort: Eine Wohnung - ein Beitrag
Frage: 2. Wie hoch ist der Beitrag?
Antwort: 17,98 € im Monat
Frage: 3. Was gilt für Wohngemeinschaften?
Antwort: Pro Wohnung muss nur ein Beitrag gezahlt werden. Es ist egal, wie viele Personen in der Wohnung leben.
Frage: 4. Welche Regelung gilt für Studentenwohnheime?
Antwort: Zimmer in Studentenwohnheimen gelten als Wohnung. Studenten müssen also ihr Zimmer im Studentenwohnheim anmelden.
Frage: 5. Wer kann eine Ermäßigung bekommen?
Antwort: Eine Ermäßigung ist aus gesundheitlichen Gründen möglich - z. B. für Sehgeschädigte mit dem Merkzeichen RF im Schwerbehindertenausweis. Hinweis: Bei Personen, die bisher aus gesundheitlichen Gründen befreit waren, ist deren Beitragskonto automatisch auf den ermäßigten Beitrag umgestellt worden.
Frage: 6. Wie hoch ist der ermäßigte Beitrag?
Antwort: 5,99 € im Monat
Frage: 7. Wer kann eine Befreiung bekommen?
Antwort: Eine Befreiung ist aus folgenden Gründen möglich: Befreit werden u. a.
Frage: 8. Wo gibt es den Antrag auf Befreiung oder Ermäßigung?
Antwort: Die Antragsformulare gibt es z. B.
Frage: 9. Wie können Sie die Befreiung oder Ermäßigung beantragen?
Antwort: Den Antrag bitte ausfüllen und unterschreiben. Fügen Sie bitte den erforderlichen Nachweis bei. Ein Nachweis ist z.B.
Antwort: Wichtig: Den aktuellen Bescheid bitte in beglaubigter Kopie, alternativ im Original, einreichen. Wir empfehlen, die beglaubigte Kopie zu schicken. Einige Behörden (z.B. die Arbeitsagenturen) stellen auch spezielle Bescheinigungen für eine Befreiung oder Ermäßigung aus. Bitte bei der zuständigen Behörde fragen.
Frage: 10. Wann beginnt Ihre Befreiung oder Ermäßigung?
Antwort: Sie bekommen die Befreiung oder Ermäßigung ab dem Leistungsbeginn. Dieser steht auf dem Bescheid (z.B. Sozialhilfebescheid). Wenn Sie den Bescheid haben, haben Sie zwei Monate Zeit, den Antrag beim Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio in Köln zu stellen.
Antwort: Geht der Antrag erst nach Ablauf der zwei Monate beim Beitragsservice ein, beginnt die Befreiung oder Ermäßigung ab dem Folgemonat nach Eingang des Antrags.
Frage: 11. Gilt die Befreiung oder Ermäßigung auch für die Mitbewohner?
Antwort: Die Befreiung oder Ermäßigung gilt auch für den Ehepartner und den eingetragenen Lebenspartner. Sie gilt aber nicht für andere Mitbewohner.
Frage: 12. Wohin senden Sie den Antrag?
ARD ZDF Deutschlandradio
Beitragsservice
50656 Köln

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Zum Welttag des Buches

"Ich schenk dir eine Geschichte", die auch blinde Kinder lesen können
Gabi Schulze
Welttage gibt es viele: Welttag des Jazz, Welttag der Poesie, Welttag der Muttersprache …
Es werden immer mehr, seit außer den Vereinten Nationen auch andere Organisationen und Vereine diese Gedenktage ausrufen können.
Doch der Welttag des Buches am 23. April ist ein ganz besonderer. Er geht auf eine alte Tradition der Katalanen zurück, die sich zum Namenstag des Volksheiligen Sant Jordi (Sankt Georg) mit Blumen und seit 1923 auch mit Büchern beschenken.
1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum Welttag des Buches, der übrigens auch der Todestag zweier berühmter Dichter - Miguel de Cervantes und William Shakespeares - ist.
Gerade im Zeitalter digitaler Informationstechnologien soll der Welttag hervorheben, wie wichtig und unverzichtbar Bücher im kulturellen und gesellschaftlichen Leben sind. Bücher vermitteln Wissen und sie bewahren es. Damit prägen sie Kulturen, pflegen Traditionen, dokumentieren Geschichte, fördern Kommunikation.
Am 23. April 2013 startet auch in Deutschland wieder ein großes Lesefest, das vor allem junge Menschen für Bücher begeistern soll und von Buchhandlungen, Verlagen, Schulen und Bibliotheken gefeiert wird. Alle Kinder der 4. und 5. Klassen erhalten deutschlandweit das Welttagsbuch "Ich schenk dir eine Geschichte". Die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Stiftung Lesen und der Verlagsgruppe Random House initiierte Aktion möchte die Kinder mit spannenden Geschichten fesseln und damit die Freude am Lesen wecken und fördern.
Auch blinde und sehbehinderte Kinder können am Lesefest teilnehmen und das Welttagsbuch unter dem Motto "Ich schenk dir eine Geschichte" in Brailleschrift lesen. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) verschenkt das Buch an alle interessierten Blindenschulen, Bibliotheken, Vereine und Privatpersonen. Dank der großzügigen Finanzierung des Fördervereins "Freunde der DZB e. V." ist sie in der Lage, das Buch in Blindenvoll- und Kurzschrift zu übertragen, zu drucken und ein digitales eBraille zu erstellen. Viele Blindenschulen nehmen das Angebot dankend an und bestellen Bücher für ihre Schulbibliothek, aber auch Klassensätze für den Unterricht. Sie wissen den Beitrag der DZB zur Leseförderung sehr zu schätzen.
In diesem Jahr dürfen sich sehende und blinde Kinder auf den spannenden Roman "Der Wald der Abenteuer" von Jürgen Banscherus freuen. Zum Inhalt sei an dieser Stelle nur so viel verraten: Die Nachtwanderung der 5b verläuft nicht so, wie eigentlich geplant war. Ein Schüler stürzt, so dass ein Krankenwagen geholt werden muss. Hannes und Greta entfernen sich heimlich von der Klasse und suchen später nach einem Weg zurück ins Landschulheim. Doch ein Gewitter kommt auf und unheimliche Geräusche machen beiden Angst …
"Die Geschichte erzählt von Ausgrenzung und Solidarität, von Angst und Mut, vom Gewinnen und Verlieren, von Dunkelheit und Licht. Sie lädt die Leserinnen und Leser ein, sich mit den Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise in die Nacht zu begeben", so der Autor zu seinem Buch.
"Ich schenk dir eine Geschichte" heißt es auch in diesem Jahr zum Welttag des Buches. Eine Geschichte, die nicht nur sehende, sondern auch blinde Kinder lesen können.

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Die DZB auf der SightCity

Christiane Felsmann
Vom 24.-26. April ist es wieder soweit: Wir sehen uns auf der SightCity!
Der Frühjahrstreff für alle Neugierigen und Interessierten bietet auch 2013 mit noch mehr Ausstellern viele Möglichkeiten der Begegnung und Information.
Uns finden Sie - wie bereits im vergangenen Jahr - in der 2. Etage, Stand H1 gemeinsam mit der Westdeutschen Hörbücherei und der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V., Medibus.
Neben den Angeboten unserer Bibliothek bieten wir Ihnen neue literarische wie auch praktische Produkte. Im Folgenden möchte ich Sie schon jetzt auf folgende aktuelle Auswahl aufmerksam machen.
Kinder- und Jugendbücher in Voll- oder Kurschrift, mit Abbildungen oder ohne werden eine besondere Rolle spielen.
Mit der Reihe "Mini-Pocket" bieten wir bereits sechs Titel in Vollschrift für unsere jüngsten Leser. Dem Titel getreu handelt es sich hierbei um kleine Bücher, die in jede Tasche passen. Kurze, phantasievolle Geschichten und ganzseitige Relief-Abbildungen auf Schwellpapier wecken die Leselust und schulen das Tastvermögen. Allen Büchern liegt ein der Braille-Ausgabe identisches Heft in Großdruck bei.
Lesespaß bietet auch unsere attraktive Auswahl aus dem Leipziger Lesekompass. Die ausgezeichneten Bücher - von pfiffig über schräg und liebenswert bis hin zu spannend und wissenswert - gibt es im A4-Format je in Voll- und Kurzschrift. Zusätzlich sind alle Titel auch im eBraille-Format auf CD-ROM zu erwerben. Diese sind mit der Braille-Zeile lesbar, zusätzlich ermöglicht die HTML-Struktur ein Navigieren am Computer.
Mit dem Buch "Die geheimnisvolle Spur" präsentieren wir Ihnen einen besonderen Titel und auch eine völlig neue Herstellungsweise. Das interaktive Multi-Material-Buch für die Frühförderung blinder und sehbehinderter Kinder soll möglichst frühzeitig das Interesse an Büchern allgemein, insbesondere aber auch an der Brailleschrift wecken. Doch die Buchseiten bieten viel mehr. Hier warten viele Dinge darauf, entdeckt und bewegt zu werden!
Zum Tasten und [Wieder-] Entdecken laden auch unsere neuen Glückwunschkarten ein. Die Reliefkarten im A5-Format mit den zwölf chinesischen Tierkreiszeichen sind der ideale Geburtstagsgruß! Die heiteren, unbeschwerten Zeichnungen transportieren die Jahrtausende alte auf Ausgleich und Harmonie bedachte fernöstliche Tradition! Die einzelnen Karten stellen im Relief, unterlegt mit farbigem Großdruck, das jeweilige Tier und das diesem zugehörige chinesische Schriftzeichen dar. Kurze Informationen zur Charakteristik finden Sie im Innenteil in Voll- wie auch in Schwarzschrift.
Endlich ist es auch soweit, dass wir "Ohne Maus" fortführen. Mit dem Titel "Word 2010 ohne Maus" von Doris Hippeli schließen wir an die im Selbstverlag erschienene Reihe an. Sie erhalten hiermit unter anderem Informationen zur Texteingabe, zum Formatieren von Zeichen und Absätzen, dem Einrichten von Seiten, Tabellen oder Listen oder von Format- und Dokumentvorlagen unter WINDOWS 7.
Erhältlich ist „Word 2010 ohne Maus“ in Kurzschrift, als Daten-CD, im Großdruck und auch im DAISY-Format.
Selbstverständlich haben Sie zur SightCity die Möglichkeit, diese Titel wie auch eine weitere Auswahl unseres Angebotes direkt vor Ort zu erwerben. So gibt es Hörbücher unseres Hauses wie auch aus der argon daisy edition, Gruß- und Glückwunschkarten und weitere Kinderbücher.
Gern stellen wir Ihnen zudem an unserem Stand schon die Kalender für 2014 vor! Lassen Sie sich überraschen!
Wir freuen uns auf Sie!

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Wie war das damals?

Vor 60 Jahren (Teil 2)

Herbert Jakob, der neue Direktor der Leipziger Blindenbücherei nach max Schöffler
Dr. Werner Uhlig
(Anmerkung d. Redaktion: Teil 1 erschien in den DZBN 2013-01 und endete damit, dass Max Schöffler am Jahresende 1954 als Direktor der DZB abgesetzt worden war.)
Mit Wirkung vom 1. Januar 1955 nahm Herbert Jakob seine Tätigkeit als DZB-Direktor auf. Er übernahm nicht nur die DZB, sondern auch die Redaktion der "Gegenwart", die somit aus Berlin wieder nach Leipzig zurückkehrte. Von Haus aus Journalist, vermochte sich Jakob rasch in sein neues Aufgabengebiet einzuarbeiten. Er war der zweite blinde Direktor der DZB.
Jahrgang 1921, von Geburt an blind, in Fehrenbach (Kreis Hildburghausen) aufgewachsen, besuchte er zunächst die Volksschule im Ort, die Blindenschule in Gotha von 1931-1935 und ging dann zur Berufsausbildung 1935-1939 in die Blindenschule Weimar. Herbert Jakob erlernte das Bürstenmacherhandwerk, Abschluss Facharbeiterprüfung. Als Bürstenmacher hat er dann aber gar nicht gearbeitet, sondern als Packer im Zieh- und Stanzwerk Schleusingen 1939-1941 und danach bis 1943 wiederum als Packer in Suhl bei der Firma C. G. Hähnel. Jakob wollte durchaus nicht ewig als Packer arbeiten. Sein Intelligenzquotient, wie wir heute sagen würden, war nämlich recht gut, und er hatte von der Blindenstudienanstalt in Marburg gehört. Da wollte er hin. Doch aus diesem Plan wurde nichts. Sein Vater war Glasmacher im Thüringer Wald. Den notwendigen finanziellen Zuschuss für eine Ausbildung in Marburg konnte er nicht aufbringen. Ein Antrag auf Kostenübernahme durch den Gau Thüringen ist abgelehnt worden. Begründung: Jakob habe Anlass gegeben, ihn als politisch unzuverlässig einzuschätzen. Man schlug ihm aber vor, an die Blindenschule nach Nürnberg zu gehen und dort eine Umschulung zum Stenotypisten und Telefonisten zu machen. Das fände Unterstützung, und Jakob nahm dieses Angebot an. 1944/45 qualifizierte sich Herbert Jakob also in Nürnberg. Dann war der Krieg zu Ende. Er kehrte in seine Heimat zurück und meldete sich als Arbeitssuchender beim Arbeitsamt in Hildburghausen, und das Arbeitsamt behielt ihn gleich selbst als Telefonisten. Bis 1951 blieb Jakob dort. Zu dieser Zeit suchte der Landessender Weimar befähigte und interessierte Mitarbeiter, die bereit waren, sich für redaktionelle Tätigkeit weiterzubilden. Jakob meldete sich und wurde Nachrichtenredakteur. Diese Tätigkeit beim Rundfunk währte nicht lange, denn noch im Jahre 1952 sind alle eigenständigen Landessender hier im Osten aufgelöst worden und verblieben lediglich als Funkhäuser von Radio DDR in Berlin. Nun ging Herbert Jakob als Redakteur zur Presse, und zwar zur Kreisredaktion Weimar der in Erfurt erscheinenden Bezirkszeitung "Das Volk". Das ging zwei Jahre. Dort machte ihn nämlich der zweite Arbeitsausschuss für Blindenfragen der DDR, geleitet von Helmut Pielasch, ausfindig. Nachdem Schöffler gehen musste, wurde ja in Leipzig ein neuer DZB-Direktor gebraucht. Natürlich sollte der Mann die erforderlichen Qualifikationen haben, und er sollte blind sein. Mit Unterstützung des Kulturministeriums der DDR, dem ja die DZB unterstand, ist Herbert Jakob mit seiner Familie, er hatte Frau und zwei Söhne, aus Weimar nach Leipzig geholt worden, und am 1. Januar 1955 übernahm er auf Beschluss des Ministeriums für Arbeit und des Kulturministeriums der DDR als neuer Chef die Blindenbücherei und auch gleich noch die Redaktion der Zeitschrift "Die Gegenwart".
Es standen große Aufgaben an. 1955 erfolgte die Subventionierung der Preise für Bücher in Blindendruck, die in Leipzig hergestellt wurden. Danach kosteten Blindenschriftbücher genauso viel wie Schwarzdruckbücher in jeder beliebigen Buchhandlung. Selbstverständlich stieg damit die Nachfrage nach Punktschriftbüchern enorm, und die DZB musste ihre Buchproduktion beträchtlich erhöhen. Weil jedes für den Verkauf gedruckte DZB-Buch aber auch als Leihexemplar bereit gehalten wird, füllten sich zusehends die Regale, und es zeichnete sich gravierender Platzmangel ab. Es musste angebaut werden. Bei laufendem Betrieb wurde die DZB zur Baustelle. Links und rechts vom Gebäude Gustav-Adolf-Straße 7 entstanden die Häuser Nr. 5 und Nr. 9. Der DZB-Direktor Herbert Jakob wurde zum Bauherren. Und da kam noch etwas anderes auf ihn zu. Es begann der Siegeszug der Tonbandgeräte, und damit kamen die Hörbücher auf. Zur Blindenschriftbücherei kam die Hörbücherei. Zunächst sind Hörbücher auf Offenspulen hergestellt worden. Kassetten kamen erst später. Jedenfalls hat im März 1956 das Tonstudio der DZB seinen Betrieb aufgenommen. Rundfunksprecher und Leipziger Schauspieler gingen im Haus ein und aus, und schon die Hörbücher auf Offenspulen aus dem Tonstudio in der Gustav-Adolf-Straße sind von hervorragender Qualität gewesen.
Wie alle anderen blinden DZB-Direktoren - das liegt in der Natur der Sache - kam auch Herbert Jakob nicht umhin, sich intensiv in Leitungsprozesse der organisierten Blindenselbsthilfe einzubringen. Für Jakob hatte das eine ganz besondere Bewandtnis. Im Juli 1954 war unter Vorsitz von Helmut Pielasch in Berlin der zweite Arbeitsausschuss für Blindenfragen der DDR konstituiert worden. Alle ostdeutschen Länder waren darin vertreten. Die sächsischen Blindenausschüsse, ausgenommen Karl-Marx-Stadt, verweigerten ihre Mitarbeit. Viel zu tief noch herrschte Enttäuschung und Zorn darüber, dass 1953 ihre stärksten Repräsentanten, Hausdorf und Schöffler, gefeuert worden waren.
Es setzte sich natürlich allmählich auch in den Sächsischen Bezirksblindenausschüssen die Einsicht durch, dass es auf Dauer keinen Sinn hatte, den zweiten Arbeitsausschuss für Blindenfragen in Berlin zu boykottieren. So delegierten die Chemnitzer Blinden im November 1954 Gerhard Fichtner in den von Helmut Pielasch geleiteten Arbeitsausschuss. Nun verweigerten nur die Leipziger und Dresdner Blinden noch immer hartnäckig eine Mitarbeit. Helmut Pielasch war aber nicht der Mann, der sich das lange tatenlos bieten ließ. Der neue Chef in der DZB musste es richten. Es hatte ja zweifellos seine Logik, dass Jakob als DZB-Direktor und Redakteur der "Gegenwart" zur Zusammenarbeit mit dem Berliner Arbeitsausschuss für Blindenfragen der DDR herangezogen wurde.
Herbert Jakob hatte mit den alten Querelen ja nichts zu tun, und da sich der zugereiste Thüringer hier als ein sehr geselliger Mensch erwies, gelang es ihm relativ schnell, das Vertrauen der Leipziger Blinden zu gewinnen. So ist der DZB-Direktor Jakob von 1957 bis 1965 auch Vorsitzender des Bezirksvorstandes Leipzig des Allgemeinen Deutschen Blindenverbandes (ADBV) gewesen.
Krankheitsbedingt musste sich Herbert Jakob 1956/57 in Bad Berka aufhalten. Während dieser Zeit unterstützten ihn Horst Fischer und Lothar Gildemeister bei der Redaktion der "Gegenwart".
Die 60er Jahre sind Jakobs leistungsstärkste gewesen. Einerseits gehörte er zur Führungsspitze des DDR-Blindenverbandes - er war von 1961-1967 Mitglied des Präsidiums des Zentralvorstandes und Vorsitzender der zentralen Kulturkommission - andererseits hat es zumindest in Sachsen keine Kreisorganisation gegeben, in welcher er nicht mehrmals sozusagen an der Mitgliederbasis aufgetaucht wäre. So lange es seine Gesundheit hergab, bemühte er sich um persönliche Weiterbildung. Weil er ja kein Abitur gemacht hatte, aber ein Hochschulstudium aufnehmen wollte, legte er 1959 an der Leipziger Uni die Sonderreifeprüfung ab und begann mit einem Fernstudium an der Fakultät für Journalistik und an der Fakultät für Kulturwissenschaften. In beiden Fachrichtungen kam es jedoch zu keinem Abschluss mehr. Seine Krankheit brach erneut aus, erwies sich als unheilbar und zwang ihn, auf allen Tätigkeitsgebieten zurückzustecken und schließlich ganz aus dem Berufsleben auszuscheiden. Im Alter von nur 54 Jahren ist Herbert Jakob am 05.11.1975 verstorben. Am 11.11.1975 ist er auf dem Leipziger Südfriedhof begraben worden.
Sein Nachfolger als neuer DZB-Direktor wurde Prof. Dr. Siegfried Tschirner. Aber das ist dann schon wieder ein anderes Kapitel.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Jerzy Edigey : "Der Pfeil aus Elam"

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Die Handlung in diesem Buch führt uns in biblische Zeiten zurück, in das Babylon Nebukadnezars II., der letzten großen Machtentfaltung des babylonischen Reiches.
Der Autor Jerzy Edigey (1912 - 1983) schrieb einfache Unterhaltungsliteratur, über 30 Kriminalromane und historische Abenteuererzählungen. Hier nun kombiniert er beides miteinander.
Der Hundertschaftsführer Ribat, ein alt gedienter Soldat, der sich als Befehlshaber in einer entlegenen Garnisonsstadt den Zorn korrupter Beamter zugezogen hatte, ist zurück nach Babylon versetzt worden. Bei seinem ersten nächtlichen Rundgang mit der Wache, bemerken sie eine verdächtige Gestalt, die sich aus einem Haus schleicht. Bei der anschließenden Verfolgung wird er von dem Flüchtenden mit einem Pfeil verwundet. In dem betreffenden Haus finden sie einen bewusstlosen Kaufmann, der um eine große Geldsumme beraubt worden war. Der Fall kommt an den Obersten Richter und dieser betraut Udanai, einen Fremden aus dem Norden, der bei einer anderen Gelegenheit schon außerordentlichen Scharfsinn bewiesen hatte, mit der Aufklärung des Verbrechens. Dazu erhält er die Befugnis alle Personen zu befragen, die ihm bei der Aufklärung wichtig erscheinen.
Durch diesen Kniff, dass ein Ortsfremder überall herumgeführt wird und Erläuterungen bekommt, erfährt man viele kulturhistorische Einzelheiten. Er besichtigt den Turm von Babel, etliche Tempel, die Festungswälle, eine Nachbarstadt; spricht mit Bauern, Kaufleuten, Priestern, Soldaten. Zuletzt gelingt es ihm den Verbrecher bei einer Löwenjagd zu überführen. Nebenbei lenkt er auch das Leben einiger Beteiligter in glücklichere Bahnen.
Jerzy Edigey studierte Jura an der Warschauer Universität und war als Jurist tätig. Während des 2. Weltkrieges war er im polnischen Widerstand aktiv, aber aus kommunistischer Sicht im falschen. Deshalb durfte er, aus politischen Gründen, nach dem Krieg seinen Beruf als Jurist nicht mehr ausüben. Er wurde Sportreporter, Trainer in einem Ruderklub und ab 1961 verlegte er sich ganz aufs Schreiben.
Für einen Polen ist Edigey ein ungewöhnlicher Name. Tatsächlich ist es ein Pseudonym, er hieß eigentlich Jerzy Korycki. Aber wiederum ist es auch kein richtiges Pseudonym, denn der Autor stammt von Tataren ab, die sich um 1400 im Großfürstentum Litauen angesiedelt hatten, später in den Adelsstand erhoben und polonisiert worden sind. Edigey sagte, dass alle seine männlichen Vorfahren diesen Namen als Vatersnamen geführt haben. Das hatte die Folge, dass Edigey in der ehemaligen Sowjetunion, vor allem in Kasachstan, ungemein populär war. Nicht wegen seiner Kriminalromane, in denen nebenbei die Arbeit der Miliz und der Staatsorgane in höchsten Tönen gelobt wird, sondern wegen seines Namens. Denn Edigey hieß auch ein Beherrscher der Goldenen Horde, der u.a. 1408 Moskau belagerte, der bei den Völkern Mittelasiens in die Volksüberlieferung eingegangen ist, als ein Nationalheld. Jerzy Edigey ist mit seinem Bruder bei einem Verkehrsunfall 1983 ums Leben gekommen und wurde auf dem muslimischen Friedhof "Tatarski" in Warschau beerdigt.Das Buch hat die BNA 5781 und umfasst 4 Bände, kh.
Weitere Titel im Punktschriftbestand
Weitere Titel im Hörbuchbestand

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Robert Merle: "Madrapour"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Ein literarisches Kammerspiel, geschrieben von Robert Merle 1976. Die hier verwendete Buchausgabe stammt aus dem Aufbau-Verlag Berlin aus dem Jahre 1979.
In Paris verlässt ein Passagierflugzeug mit 15 Gästen an Bord den menschenleeren Flughafen. Ziel ist der unerforschte indische Staat Madrapour. Einige der Gäste suchen dort Luxus und Erholung, einer ist in zwielichtigen Geschäften unterwegs, jeder auf der Suche und in Erwartung seines eigenen persönlichen Abenteuers. Doch kurz nach dem Start bereits wird klar, dass einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint: die Passagiere werden ihrer Pässe und ihres Geldes beraubt, das Cockpit scheint leer, die Maschine ferngesteuert und ohne Verbindung zur Erde zu sein, und auch das geheimnisvolle Madrapour wird mehr und mehr zur Fiktion. Haben Luftpiraten das Flugzeug gekapert? Wohin fliegt man? Was erwartet einen? Ist man in Sicherheit? Man weiß, dass man nichts weiß, und in all der Unsicherheit fängt man an, zu plaudern, zu flirten, zu scherzen, zu streiten. Und so entspinnt sich im geheimnisvollen Nichts, wo nur das Woher klar ist, nicht jedoch das Wohin und schon gar nicht das Warum, doch ein scheinbar alltäglicher Dialog unter Zufallsbekannten. Es gibt Ohnmachten und scheinbare Tode, Diebstahl und Entführungen, doch da hier nichts ist, wie es sein könnte, überrascht uns der Autor mit neuen Wendungen und Entwicklungen. Und am Ende ist dann alles offen … oder doch nicht? Der Ich-Erzähler erlebt auf dem Flug die große Liebe seines Lebens, oder nicht?
Die Passagiere werden detailliert beschrieben, respektvoll charakterisiert - Archetypen sind an Bord!
Und bei all diesen Rätseln läuft das Buch nicht Gefahr, den Leser zurückzulassen, langweilt ihn nicht; und schon gar nicht landet der Leser in einem kafkaesken Dickicht, welches er durch energisches Zuklappen des Buchs verlässt. Nein, man amüsiert sich, man liest Gleichnisse und Philosophisches und denkt den Plaudereien der Passagiere hinterher. Die packende Geschichte entpuppt sich als ein Gleichnis des Lebens, auch, weil das offene Ende der eigenen Phantasie Raum lässt.
Der Roman fasziniert durch die genauen, gelegentlich etwas gnadenlos beobachteten Charaktere der Protagonisten, die schöne Sprache und die Ernsthaftigkeit in den Auseinandersetzungen und Gesprächen aller Anwesenden und ist kurzweilig und eine lohnenswerte Lektüre.
Wer dieses Buch nun ausleihen möchte: Sprecher Hans Lanzke, 12:24 Stunden, Bestellnummer: H004979.
Weitere Titel von Robert Merle im Punktschriftbestand
Weitere Titel von Robert Merle im Hörbuchbestand

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Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege. Anlässlich ihres 200. Jahrestages möchten wir Ihnen in jeder Ausgabe dieses Jahres Bücher empfehlen, die sich mit dem Thema Völkerschlacht und Befreiungskriege beschäftigen.
Aus dem Punktschriftbestand
Wahrscheinlich wäre Leipzig heute eine pulsierende Millionenstadt, wenn sich Napoleon nicht gerade vor den Toren unserer Stadt dem übermächtigen Feinde hätte stellen müssen und dadurch nach der Schlacht Krankheiten und Seuchen die Leipziger Bevölkerung aufs Ärgste reduzierten. Ja, wenn ... Da gab es einen, namens G. Heinrich, der im Jahre 1913 die Broschur "Leipzig vor hundert Jahren und die Völkerschlacht 1813" verfasste und verhältnismäßig zeitnah die Geschehnisse beleuchtete. Herausgeber E. Baage fand vor Jahren dieses historische Zeugnis. Und nun, noch einmal sind 100 Jahre ins sächsische Land gegangen, findet es seine Wiederkehr in diesem Buch. Für Leipziger ohnehin interessant, gibt das Büchlein auch dem historisch Interessierten so manche Antwort und Anregung.
In diesem Werk wird versucht, die Geschehnisse der Völkerschlacht in Leipzig 1813 wach zu halten und die historische Wahrheit dieses Ereignisses herauszuarbeiten. Der Schwerpunkt liegt darauf, die Geschichtsschreibung von nationalistischen Schilderungen zu befreien.
Aus dem Hörbuchbestand
Der kleine korsische Junge wurde zum Inbegriff von Erfolg, Macht, Kühnheit, er fegt Königreiche hinweg, bis auch er stürzt und von ihm nur die Legende bleibt.
Im Mittelpunkt steht der Mensch Napoleon - keine Legende, kein Held, sondern ein Mann mit beispielloser Karriere, immensem Willen zur Macht, großer Schwäche für schöne Frauen, bemerkenswerter Fürsorge für die Familie, unbarmherziger Härte im Umgang mit Gegnern. Napoleon ist ein Mythos, der in den bald zweihundert Jahren seit seinem Tod Tausende von Autoren inspiriert hat. Keinem ist eine so mitreißende und zugleich historisch getreue Darstellung gelungen wie Max Gallo!
"Bisher haben alle Biographen Napoleon in Stücke geschnitten. In den dreißiger Jahren schrieb man über Napoleon und die Frauen; später haben andere die Geschichte seines Kaiserreichs beschrieben; oder es ging um den Strategen … Mein Ziel war es, diesen in tausend Teile zersprungenen Mann wieder zusammenzufügen, ich wollte verstehen, wie man gleichzeitig den Code civil diktieren, eine Nacht mit einer Schauspielerin verbringen und den Plan für die Schlacht von Austerlitz entwerfen kann." (Max Gallo)
"Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Zurück ins Jahr 1806. Auf den Schlachtfeldern von Jena/ Auerstedt erleben die verbündeten preußischen und sächsischen Armeen durch Napoleon Bonaparte eine vernichtende Niederlage. Kursachsen wird noch im Oktober von französischen Truppen und Truppen der Rheinbundstaaten besetzt. Aus dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. wird von Napoleons Gnaden König Friedrich August I. von Sachsen und Sachsen damit ein Königreich.
1813, Sie ahnen den späten Schatten, jagen preußische und russische Armeen die Besatzer samt ihrem Kaiser aus Sachsen und Thüringen hinaus. Das Buch von Roman Töppel untersucht diesen Zeitraum von sieben Jahren. Er stellt nicht die diversen Heldentaten der jeweils wechselnden Kriegshelden dar. Er betreibt keine Hofberichterstattung. Er fragt nach der tatsächlichen Stimmung in der sächsischen Bevölkerung. Welche Kriegsereignisse, welche Kriegslasten haben diese Menschen besonders stark beeinflusst?
Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass erstmals in der Publikation Roman Töppels 200 Jahre nach diesem Krieg, die tatsächlichen Lebensumstände der Bevölkerung überhaupt in der Geschichtsschreibung Gehör finden. Töppel bezieht sein Wissen nicht aus den damaligen offiziellen Verlautbarungen oder schon erschienenen Geschichtsbüchern. Er gräbt sich ein in Originaldokumente der Zeit: Tagebücher, Kirchenbücher, Briefe, Memoiren (schon damals eine beliebte Gattung), öffentliche Bekanntmachungen, zeitgenössische Literatur, Reisebeschreibungen und - wie sich die Zeiten gleichen - Stimmungsberichte der geheimen Polizei.
Er gibt ein nahezu vollständiges Abbild der Lebensumstände der sogenannten "kleinen Leute" bei Brutalitäten der Einquartierung und Verelendung im Alltag. Der Leser erlebt Weltgeschichte in kleinen sächsischen Nestern wie sächsischen Metropolen. Er erfährt die Wucht der Ereignisse bis zur Völkerschlacht nicht als theoretische Abhandlung, sondern als Kette von nacherlebbaren Einzelschicksalen. Wir sind gewappnet für 2013." (Ronald Krause)

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

DAISY-aktuell: Der neue PLEXTALK Linio Pocket ist da

Ulrich Jander
Der Hersteller PLEXTALK kündigte Ende November 2012 ein neues DAISY-Speicherkartengerät an. Die genaue Bezeichnung lautet PLEXTALK Linio Pocket. Dieses neue Gerät wird jetzt im Frühjahr 2013 bei den bekannten Hilfsmittelanbietern verfügbar sein. Im Preis liegt es bei ca. 500 bis 550 Euro. Ich möchte nachfolgend dazu berichten und mich vergleichend auf den Vorgänger PLEXTALK Pocket PTP1 beziehen.
Äußerlich fühlt sich der neue Linio Pocket ziemlich gleich zum PTP1 an; das Gehäuse ist mit einer kleinen Ausnahme identisch, die Anordnung der Tasten und Bedienelemente ist auch gleich. Bezüglich der Abmessungen und des Gewichts habe ich ebenfalls keine Unterschiede festgestellt, demnach die Maße (B/L/H): 55 mm x 112 mm x 16 mm, das Gewicht: ca. 110 g. Lediglich auf der Rückseite, oberhalb der Akkuabdeckung fühlt man ein linienartiges Symbol, welches das Logo von PLEXTALK mit den beiden Aufschriften "PLEXTALK" und "DAISY" darstellt. Auch die Anschlüsse am Gerät sind identisch mit dem PTP1.
Alle Funktionseigenschaften des PTP1 weist der neue Linio Pocket auch auf, wie z. B. DAISY-Aufnahme und -Wiedergabe, Abspielen verschiedener Textformate, Sprachnotizen, Podcast-Abruf und Internetradio Dank des integrierten W-Lan-Empfängers.
Einige Funktionen sind hinzugekommen. Als Erstes zu nennen ist die Möglichkeit, DAISY-Bücher oder -Zeitschriften online über W-Lan entweder herunterzuladen oder als Stream, also ständig mit dem Internet verbunden, darüber diese Inhalte zu hören. Voraussetzung für diese Anwendung ist allerdings, dass die Medieneinrichtungen, z. B. Blindenbüchereien, ein Online-Angebot bereitstellen. In Deutschland ist das leider noch nicht der Fall, jedoch wird im Verbund aller deutschsprachiger Blindenbüchereien fleißig daran gearbeitet. Wann es soweit ist, kann ich gegenwärtig noch nicht sagen.
Der Linio Pocket weist weiterhin einen benutzbaren internen Speicher von reichlich sieben GB auf. Natürlich kann, wie beim PTP1, ein USB-Speichermedium angeschlossen werden. Das kann ein Speicher-Stick, ein anderes Plextalk-Gerät, z. B. der PTR2, oder auch ein externes CD-Laufwerk sein. Über solch ein Laufwerk ist es möglich, CDs auf die Speicherkarte oder in den internen Speicher des Linio Pocket zu kopieren. Jede Speichervariante des Linio, ob interner Speicher, die SD-Speicherkarte oder der USB-Speicher, kann vom Linio aus vollständig beeinflusst werden, d. h., es können jeweils Dateien oder Bücher angelegt oder kopiert, bearbeitet oder auch gelöscht werden. So umfassend ist dies mit dem bisherigen PTP1 nicht möglich.
Mit dem Linio Pocket können auch mehr Textformate wiedergegeben werden. Man kann sich jetzt PDF-Dateien und E-Book-Texte im Format epub2 vorlesen lassen. Die Stimmqualität beim Vorlesen ist wesentlich verbessert worden; es wurde, neben einer englischen Auswahlmöglichkeit, die Stimme Sarah integriert.
Mit der nächsten Aktualisierung der Betriebssoftware kommen für den Linio zwei weitere Funktionen hinzu; das sind eine Weckfunktion und ein Kalender. Zu beiden Möglichkeiten kann ich hier leider noch nichts sagen, da mein Linio-Testgerät diese Betriebsversion noch nicht beinhaltet.
Als kompakte Beschreibung für den Linio Pocket kann man bei einem der Händler, der Firma Handytech aus Horb am Neckar, folgendes lesen:
"Dieses kleine, leichte Gerät ist der weltweit erste tragbare DAISY-Online-Player und Rekorder. Er verfügt über acht Gigabyte internen Speicher, eine vier Gigabyte SD Karte wird zudem mitgeliefert. Es können SD, aber auch SDHC-Speicherkarten bis zu 32 GB genutzt werden.
Er ist mit einem sehr robusten mitternachtsblauen Kunststoffgehäuse ausgestattet und verfügt über eine spritzsichere und gut fühlbare Tastatur, die so konzipiert ist, dass alle Funktionen nur mit einem Finger ausgeführt werden können.
Mit dem Plextalk Linio können Sie überall, wo Sie Zugang zum Internet haben, direkt auf Materialien von Onlineservice-Anbietern zugreifen. Podcasts, Webradio, Zeitungen oder Bücher können so per Streaming oder Download direkt aus dem Internet abgerufen werden.
Folgende Formate werden vom Plextalk Linio unterstützt:
DAISY-Inhalte in DAISY 2.0, 2.02 und 3.0; Audiodateien: MP3, ungeschütztes WMA, AMR-WB+, Ogg Vorbis, Wave-Format (PCM), Musik-CDs (CD-DA) *2, Audible-Format 4 (.aa), LKF-Format, PDTB2 PDF, EPUB2, Microsoft Word DOC, DOCX, Nur-Text, HTML, BRL, BRF oder DAISY-Text.
Im Gerät ist eine hochwertige A-cappella-Sprachausgabe integriert. Dem Nutzer stehen zwei Stimmen zur Auswahl. Auch beim Plextalk Linio Pocket ist ein Lautsprecher und Mikrofon (mono) eingebaut. Das Gerät verfügt über Audio-Ein- und Ausgang, Kopfhöreranschluss (Stereo), externer Mikrofon-/Line-In-Anschluss (Stereo), USB 2.0 Anschluss, Lithium-Ionen-Akku. Weitere Spezifikationen, Handbücher und Software finden Sie auf der Herstellerseite bei:
http://www.plextalk.eu/de/top/produkte/liniopocket/."
Natürlich ist der neue Linio Pocket teurer als der bisherige PTP1. Jedoch einiges weist er als Eigenschaften mehr auf als der PTP1, es sind Funktionen hinzugekommen, die zwar leider zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland noch nicht alle genutzt werden können, jedoch ist das nur eine Frage der Zeit. Ich denke, im Bereich der Abonnements von Zeitschriften wird es vielleicht die ersten Möglichkeiten geben. Warten wir es ab. Wer jetzt einen neuen Plextalk als Speicherkartengerät kaufen möchte, der sollte den neuen Linio unbedingt in seine Überlegungen mit einbeziehen.
Erwähnen möchte ich am Schluss noch, dass die Konkurrenz auch nicht schläft. Vom kanadischen Hersteller Humanware soll im Frühjahr diesen Jahres der Nachfolger zum Speicherkartengerät "Victor Reader Stream" herauskommen. Er soll im Format ähnlich, jedoch dünner und leichter (ca. 110 g.) als der Bisherige sein. Online-Eigenschaften soll er auch besitzen und Podcast- sowie Internetradio-Anwendungen ermöglichen. Detaillierte Angaben zu Funktionen und Eigenschaften sind allerdings bisher noch nicht bekannt. Lassen wir uns überraschen.
Dieser Beitrag soll aufzeigen, in welche Richtung sich gegenwärtig die Entwicklung der DAISY-Geräte bewegt. Keiner muss jetzt sofort diese Entwicklung nachvollziehen; auch wenn Online-Nutzung möglich werden wird, so ist damit die CD nicht ausgestorben. Diese Ausleihvariante wird weiterhin zur Verfügung stehen. Jedoch kommen Möglichkeiten hinzu, die genutzt werden können. Wir als Blindenbüchereien stehen hier in besonderer Verantwortung, denn das Neue möchte natürlich auch zuverlässig funktionieren. Und soweit sind wir leider noch nicht, aber auf dem Weg.

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Info-Service

Nachtragskataloge 2012 der Bibliothek

jana Waldt
Ab sofort steht Ihnen für die Hörbuchauswahl der "Nachtrag 2012" in allen Editionsformen zur Verfügung - gedruckt als Broschur zum Preis von 15,00 EUR (BNV 7807) oder aber als CD DAISY mit synthetischer Stimme auf 4 CDs für 12,00 EUR (BNV 7808). Die DAISY-Version ist wie jedes Jahr auch ausleihbar (H024229). Zu beachten ist aber, dass der Nachtragskatalog auf DAISY-CD in MP3-Abspielgeräten aufgrund seiner tiefen Strukturierung nicht einwandfrei abspielbar ist.
In Kürze wird auch der Hörbuch-Gesamtkatalog auf CD-ROM für den Computer in der Fassung 31.12.2012 erhältlich sein. Hier bekommen Sie für 25,60 EUR fünf Jahre lang ein kostenloses jährliches Update sowie die monatliche Updatemöglichkeit über das Internet (BNV 7896).
Auch an den Nachtragskatalogen 2012 für die Punktschriftleser wird mit Hochdruck gearbeitet. Bereits lieferbar ist der Nachtrag für die Musikalien - eine Broschur zum Preis von 5,10 EUR (BNV 7811) bzw. ausleihbar unter BNA M 6222. Die Nachträge für die leihbare Kurzschrift- und Vollschrift-Literatur werden ebenfalls in Kürze vorliegen. Ihre Bestellungen für diese Verzeichnisse nehmen wir gern schon entgegen.
Selbstverständlich sind auch weiterhin unsere Gesamtkataloge sowie Nachtragskataloge älterer Jahrgänge erhältlich. Wir beraten Sie gern:

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Die DZB ist dabei und öffnet die Türen

Nächste Veranstaltungstermine im Überblick
Ronald Krause
14.-17. März: Buchmesse
Die DZB präsentiert sich und ihre Angebote auf der Leipziger Buchmesse. Wir freuen uns auf Besuch in Halle 3, am Stand B 311.
15. März: Leipzig liest
"Leipzig liest" und die DZB präsentiert dazu im Völkerschlacht-Jubiläumsjahr "Die Sachsen und Napoleon - ein Stimmungsbild 1806-1813" in einer Lesung mit dem Buchautoren Dr. Roman Töppel. (siehe auch Literaturtipps zur Völkerschlacht). Die Moderation der öffentlichen Lesung aus dem Werk mit dem Autor am 15. März übernimmt Frau Dr. Sylke-Kristin Deimig, Vorsitzende des Fördervereins "Freunde der DZB e. V.". Gäste sind um 18 Uhr herzlich in die DZB eingeladen!
4. Mai: Museumsnacht in der DZB
"Jagdfieber", so lautet das Motto der Museumsnacht 2013, die in Halle und Leipzig veranstaltet wird.
Zahlreiche Museen in den Städten öffnen ihre Tore und bieten ein besonderes nächtliches Programm. Alle Infos gibt es ab April unter www.museumsnacht-halle-leipzig.de.
Die DZB ist dabei und wird Sie höchst spannend durch die diesjährige Museumsnacht begleiten. Willkommen bei uns! Die Museumsnachtsbesucher können zunächst mitfiebern, denn junge Thomaner lesen aus ihrem ersten Kriminalroman: "Leichen lieben nicht" ist ein kleiner Krimi von zwei Sängern des berühmten Leipziger Knabenchors, die hier höchst spannend ihrem Fall nachspüren. Das passt zum Abend in der DZB: Hier werden Krimis zum Tasten und Hören gemacht. Und die Jungs jagen auch musikalisch über die Tasten … Die erste Lesung beginnt am 4. Mai um 17.30 Uhr, die zweite um 19 Uhr.
Museumsnachtbesucher können in der DZB dann auch auf Punktejagd gehen, indem sie die DZB kennenlernen und beim Quiz Punkte sammeln - ein kleiner Rätselspaß rund ums Thema Tasten, Spüren, Hören.
Zum Vormerken: 7. September
Die DZB lädt ein zum Tag der offenen Tür! Traditionell, aber mit vielen neuen Überraschungen.
Aktuelle Infos: www.dzb.de

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ARD baut weitere Barrieren für seh- und hörgeschädigte Menschen ab

Die ARD hat einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit ihrer Angebote unternommen. Seh- und hörgeschädigte Menschen bekommen ein deutlich größeres Untertitel- und Hörfilmangebot. Seit Januar werden auch das ARD Morgen- und Mittagsmagazin mit Untertiteln ausgestrahlt. Serien, Spielfilme sowie Tier- und Naturdokumentationen im Hauptabendprogramm des Ersten werden ebenfalls untertitelt.
Bereits im vergangenen November wurde mit dem Ausbau des Vorabendprogramms begonnen. Weitere Sendungen folgen im Frühjahr, und bis zum Herbst wird das komplette Vorabendprogramm untertitelt. Sukzessive baut die ARD auch das Angebot an Reportagen, Dokumentationen und Politikmagazinen aus. Sportsendungen und Sendungen mit religiösem Inhalt sind bereits jetzt vollständig untertitelt, im Laufe des Jahres wird dies auch bei sämtlichen Unterhaltungssendungen der Fall sein. Bis Ende des Jahres will die ARD zudem alle Tagesschauausgaben - mit Ausnahme der kurzen Nachtsendungen - und die Tagesthemen untertiteln.
Im Januar waren bereits 78 Prozent des Ersten Programms mit Untertiteln versehen. 2012 waren es durchschnittlich 49,1 Prozent des Programmvolumens. "Die neun in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten nehmen ihre Aufgabe sehr ernst, den Ausbau der Barrierefreiheit voranzutreiben. So sollen möglichst alle Menschen gleichberechtigt an unserem facettenreichen Informations- und Unterhaltungsangebot teilhaben können", sagte der ARD-Vorsitzende und Intendant des NDR, Lutz Marmor, anlässlich der ARD-Intendantentagung am 05.02.2013 in Hamburg. "Unser Ziel ist es, bis Ende 2013 alle Erstsendungen im Ersten Programm zu untertiteln, so dass wir dann einer 100-prozentigen Untertitelung kommen."
Darüber hinaus hat die ARD auch ihr Hörfilmangebot für blinde Menschen zu Beginn des Jahres nachhaltig ausgeweitet. Regelmäßig gehören die Stücke der fiktionalen Hauptabendunterhaltung zu den Angeboten mit Audiodeskription, also die Krimis am Sonntagabend, Serien wie "In aller Freundschaft" oder "Um Himmels Willen" am Dienstagabend, der "FilmMittwoch" sowie der Freitagsfilm im Ersten.
Ziel ist es, bis Ende des Jahres alle Spielfilme, Krimis und Serien sowie die Tier- und Naturdokumentationen, die Das Erste im Hauptabendprogramm ausstrahlt, in einer Hörfilmfassung anzubieten. Die ARD kündigte an, die Zusammenarbeit mit den Behindertenverbänden fortzusetzen. "Aus den Gesprächen mit den Verbandsvertretern haben wir viele Vorschläge mitgenommen und umgesetzt", so Lutz Marmor.
Vertreter der Behindertenverbände hatten im Januar erklärt, dass sie angesichts der Steigerung barrierefreier Angebote mit dem seit dem 1. Januar geltenden ermäßigten Rundfunkbeitrag für Menschen mit Behinderungen einverstanden sind. Gleichzeitig riefen sie die ARD auf, den eingeschlagenen Ausbaukurs konsequent fortzusetzen.
[Quelle: ARD/Presseinformation, 5. Februar 2013]

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Otfried Preußler verstorben

Der Schriftsteller Otfried Preußler (89) ist am 18. Februar in Prien am Chiemsee gestorben. Seine Kinder- und Jugendbücher haben bislang weltweit eine Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren erreicht und liegen über 300 Übersetzungen in mehr als 50 Sprachen vor.
Bekannt wurde er durch die inzwischen zu Klassikern gewordenen Werke "Der kleine Wassermann" (1956), "Die kleine Hexe" (1957), "Der Räuber Hotzenplotz" (1962), "Das kleine Gespenst" (1966) und den Roman "Krabat" (1971), für den er den Deutschen wie den Europäischen Jugendbuchpreis erhielt. Seine Bühnenstücke zählen zu den meistgespielten Werken des zeitgenössischen Kindertheaters. Im Januar stand Preußlers Kinderbuch "Die kleine Hexe" im Fokus der Aufmerksamkeit, als in den Feuilletons über die sprachliche Modernisierung einiger Begriffe im Buch debattiert wurde.
[Quelle: Boersenblatt Newsletter vom 20.02.2013]

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Audio-Wegweiser durch die digitale Welt

Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) herausgegebene Broschüre "Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger" ist jetzt auch als Hörbuch für blinde und sehbehinderte Menschen erschienen.
Das Hörbuch und die Broschüre bieten besonders älteren Menschen wertvolle Ratschläge zum sicheren Surfen im Internet und erläutern die Chancen und Risiken des World Wide Web.
Das Hörbuch "Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger" erscheint voraussichtlich in der April-Ausgabe von DBSV-Inform. Der "Wegweiser durch die digitale Welt" kann beim DBSV auch kostenfrei als CD bestellt oder als Textdatei heruntergeladen werden.
Tel.: 030 285387-220
E-Mail:p.wolff@dbsv.org
www.senioren.dbsv.org
Als Leihtitel ist der "Wegweiser durch die digitale Welt" ab sofort bei allen Blindenbüchereien verfügbar, die sich unter dem Dach der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen (Medibus) zusammengeschlossen haben: www.medibus.info.
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Europäisches Parlament beschließt Schutz vor leisen Autos

Elektroautos und Hybridfahrzeuge sollen zukünftig mit einem speziellen akustischen System (AVAS) ausgestattet werden, das blinde und sehbehinderte Fußgänger vor nahenden Fahrzeugen warnt. Dank einer Kampagne der Europäischen Blindenunion (EBU) konnte in letzter Minute ein Änderungsantrag ins Plenum getragen werden, der die Automobilindustrie zum Einbau eines AVAS verpflichtet.
Mit der Entscheidung im Europäischen Parlament wurde ein erster wichtiger Teilerfolg erzielt. Nun müssen Parlament und Rat der Europäischen Union sich auf eine gemeinsame Fassung einigen. DBSV und EBU werden die Arbeit an dem Gesetzesvorschlag weiter kritisch begleiten, um blinde und sehbehinderte Menschen vor den stillen Gefahren der Elektromobilität zu schützen.
Hintergrund: Elektro- und Hybridfahrzeuge können wegen ihrer nahezu geräuschlosen Fortbewegung von blinden Menschen nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Das Unfallrisiko für leise Autos ist zweimal größer als für herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Gefährdet sind grundsätzlich alle Fußgänger. Blinde und sehbehinderte Menschen sind jedoch besonders bedroht, weil sie die Elektro- und Hybridfahrzeuge weder sehen noch hören können.
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Meerbuscher Literaturpreis 2013

Der Meerbuscher Kulturkreis hebt einen neuen Literaturpreis aus der Taufe: Gesucht werden bis zum 30. April Geschichten, Aphorismen und Gedichte zum Thema "Duft".
Nach Mitteilung der Preisstifter wird eine Jury aus den Einsendungen 12 Finalteilnehmer auswählen, die in einer öffentlichen Veranstaltung am 25. Mai ihre Werke präsentieren. Über den Preisträger des 1. Meerbuscher Literaturpreises entscheidet dann das Publikum. Die Auszeichnung ist mit einer Skulptur und einem Geldpreis verbunden.
Einsendungen an:
Roger Gerhold, Langster Strasse 34, 40668 Meerbusch, roger@rogerhold.de
[Quelle: Boersenblatt Newsletter vom 18.02.2013]

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Bildschirmlesegerät in Chemnitzer Bibliothek

Chemnitzern mit beeinträchtigtem Sehvermögen steht ab sofort in der Stadtbibliothek Chemnitz ein modernes Bildschirmlesegerät zur Verfügung.
Mit diesem Gerät können Texte und Bilder auf einem Bildschirm stark vergrößert und kontrastreich dargestellt werden. Nutzen kann das Gerät jeder Kunde, der die Stadtbibliothek Chemnitz besucht. Betroffene, die mit einem solchen Bildschirmlesegerät noch keine Erfahrung haben, können sich vom Personal in die Bedienung einweisen lassen.
Die Anschaffung des neuen Bildschirmlesegerätes wurde von dem Hersteller Optelec aus Hessen und der Chemnitzer Fielmann-Filiale finanziert.
[Quelle: "BSVS KOMPAKT"]

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Gateway Online - Studium und Karriere ohne Barriere

Seit Mitte 2012 präsentiert das Internetportal für Studierende, Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit einer Seh- oder Hörbehinderung in verschiedenen Formaten Informationen zur Studienvorbereitung und -gestaltung, Berufseinstieg und Karriereplanung.
Kontakt:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Tel.: +49 (0) 721 608-42760
E-Mail: info@szs.kit.edu
[Quelle: www.gateway-online.de]

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
E-Mail: verlag@dzb.de
Abonnements, Anzeigen
Sylvia Thormann
Tel.: 0341 7113-120
E-Mail: abo@dzb.de
»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich im Jahresabonnement wahlweise als CD DAISY, in Blindenkurzschrift und in Schwarzschrift.
Jahresbezugspreis: 9,00 Euro.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften
Das Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.
Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.
DZB 2013

Spenden

Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
BLZ 860 555 92Konto 1 100 830 010IBAN DE 44 860 555 921 100 830 010BIC WELADE8LXXX
www.freunde-der-dzb.de

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