DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 3 – 2013

Mai / Juni

23. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Die DZB im Jahr 2012

Einblicke

Erklärung zum Merkzeichen für taubblinde Menschen

Wer ist taubblind?

Neu im Regal

Thomas Kunze: "Von der Sowjetunion in die Unabhängigkeit: eine Reise durch die 15 früheren Sowjetrepubliken"

Die Kramkiste

Stefan Heym: "Der Fall Glasenapp"

Eduard von Keyserling: "Abendliche Häuser"

Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Aus dem Punktschriftbestand

AUS DEM HÖRBUCHBESTAND

LOUIS

Ulrich Hankes Softwaresammlung

Info-Service

Hilfetelefon für Frauen freigeschaltet

Blindenfußballsaison eröffnet

Preisträger des 11. Deutschen Hörfilmpreises

Impressum

Spenden

Vorbemerkung

Liebe Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe möchte ich Sie besonders auf unsere neue literarische Rubrik hinweisen: „Neu im Regal - der aktuelle Buchtipp". Im Gegensatz zur „Kramkiste“ werden hier keine Altbestände vorgestellt, sondern solche Titel aus der jüngeren Produktion empfohlen, die entweder im Gespräch sind oder deren Inhalt besonders erwähnenswert ist.
Ebenfalls empfehlenswert: Der Jahresbericht vom Direktor der DZB über die im vergangenen Jahr erreichten Ergebnisse.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Wenn Sie keine Veröffentlichung wünschen, vermerken Sie dies bitte.

Nachlese

»(…) Über die Anregung von Herrn Günther Schmohl aus Bernsbach in DZBN Nr. 2 d. J. habe ich mich sehr gefreut. Sie haben Recht, Herr Schmohl, Max Schöffler hat es verdient, ein Bild über seinen unermüdlichen Einsatz für bessere Lebensbedingungen der Blinden in Deutschland aufzuzeichnen, und wenn es kein Anderer tut - ich werde es versuchen. (…)«
[Dr. Werner Uhlig aus Leipzig]

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Die DZB im Jahr 2012

Dr. Thomas Kahlisch
Im Jahr 2012 beging die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Deutschland ihr hundertjähriges Gründungsjubiläum. Die DZB als korporatives Mitglied des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes (DBSV) war dabei und präsentierte ihre Angebote u. a. auf dem Festival der Begegnung, das im Sommer des Jubiläumsjahres in Berlin viele Menschen begeisterte. Der Festivalstand war nur eine der zahlreichen Aktivitäten, die im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit im vergangenen Jahr stattfanden und auf die am Ende dieses Berichtes noch einmal zurückgekommen wird.
Damit neue Angebote unter die Finger und in die Ohren unserer literaturbegeisterten Leserinnen und Leser gelangen können, sind Titel aus dem überreichlichen Angebot der Verlage auszuwählen und in Brailleschrift oder als DAISY-Hörbuch zu übertragen. Zu Beginn dieses Berichtes sei deshalb ein Blick in die produzierenden Bereiche unseres Hauses gestattet.
Annette Diener ist seit April 2012 Abteilungsleiterin der Blindenschriftherstellung. Aus ihrem Jahresbericht ist zu entnehmen, dass im vergangenen Jahr über 81.000 Seiten in die Blindenschrift übertragen wurden. Dies sind 12% mehr als im Jahr zuvor. Der Zuwachs ist vor allem auf eine Steigerung der Seitenzahlen bei der Buchübertragung und Erstellung individueller Aufträge zurückzuführen. Dagegen sank der Umfang der übertragenen Seiten im Zeitschriftenbereich.
Der Musiknotendienst DaCapo hat sich etabliert. Es wurden im vergangenen Jahr über 2.700 Seiten Braillemusiknoten übertragen. Dazu kommen noch mehr als 2.100 Seiten Noten, die mittels der individuellen Dienstleistung Make-Braille auf Anfrage und besonders zeitnah für Musiker gefertigt wurden.
Für den Nutzer einer Braillezeile werden aktuelle Titel aus dem Verlagsangebot jetzt auch als eBraille-Datei angeboten. Dies bedeutet, dass der Text des Werkes in Blindenkurzschrift übertragen in eine HTML-Datei integriert wird. Der Vorteil dieses Formates ist, dass der Anwender auf der Braillezeile lesen und im Inhaltsverzeichnis direkt Textpassagen anspringen kann. Ein komfortables Blättern und Stöbern im digitalen Braille-Text wird somit möglich.
Ein wichtiges Ziel der kommenden Jahre ist es, sowohl dem Leser gedruckter Brailletexte als auch dem Anwender digitaler Lesegeräte mehr Angebote zu unterbreiten. Aus diesem Grund arbeiten Entwickler, Verlagshersteller, Übertrager und Korrektoren im Rahmen des vom BMAS geförderten Projektes Leibniz an neuen Werkzeugen zur automatisierten Übertragung von Verlagsdaten in verschiedene barrierefreie Formate. Zum Ende des Förderzeitraumes präsentierten die Mitarbeiter die Ergebnisse auf einer Veranstaltung in der schönen Villa Rosental, die sich in der Nähe der DZB befindet. Im Frühjahr dieses Jahres ist geplant, die neue Software schrittweise in der Blindenschriftherstellung der DZB einzusetzen.
Nach Übertragung und Korrektur der Literatur in der Abteilung Blindenschriftherstellung erfolgt die weitere Verarbeitung der Texte in der Abteilung Druckerei/Buchbinderei. Im vergangenen Jahr wurden für Zeitschriften und Bücher 33,0 Tonnen Blindenschriftpapier verarbeitet, um über 4.700.000 Seiten in Punktschrift herzustellen. Neben der umfangreichen Eigen- und Auftragszeitschriftenproduktion wurden im vergangenen Jahr für die Punktschriftausleihe 171 neue Titel, 219 nachproduzierte Titel und 70 als Datensatz übernommene Titel anderer Blindenschriftbibliotheken gedruckt. 3.690 Bände wurden in der Buchbinderei neu gefertigt und mehr als 1.000 verschlissene Bände für die Bibliothek repariert und wieder ausleihbar gemacht.
Seit vergangenem Jahr werden neue Titel in Blindenschrift zunächst nur für die Bibliotheks-ausleihe gefertigt. Wird ein Titel über den Verkaufskatalog bestellt, so erfolgt die Produktion und Auslieferung zeitnah, dies ist ein erster und wichtiger Schritt für einen Braille-on-Demand-Service. Durch den Einsatz von Spendengeldern konnte am Ende des vergangenen Jahres neue Drucktechnik für den Farbdruck beschafft werden.
Die Produktion im Bereich der Reliefherstellung umfasste im Jahr 2012 den folgenden Umfang: Insgesamt wurden 122 Matrizen und 111 Grafiken für Reliefs entwickelt und hergestellt. Es wurden insgesamt über 35.700 Reliefdarstellungen aus Folie produziert, sowie 386 Reliefdarstellungen aus Mikrokapselpapier/Schwellpapier.
Dank der Spendengelder, die dankenswerterweise von den Nutzern des Hauses erbracht wurden, konnte der im Vorjahr entstandene Rückstand bei der Hörbuchaufsprache wieder aufgeholt werden. Insgesamt wurden 2012 622 Audioproduktionen in vier Studios produziert, wovon 181 neue Hörbuchtitel die DAISY-Ausleihe der Bibliothek erweitern. Dazu kommen die Zeitschriftenproduktionen und zahlreiche Aufträge wie Rentenbescheide, Auftragszeitschriften und Podcast-Episoden, die in den Studios umgesetzt wurden.
Mit Beginn des Jahres 2012 übernahm eine Aufnahmeleiterin den Aufgabenbereich der Öffentlichkeitsarbeit der DZB. Was zur Folge hatte, dass die Hörbuchaufsprachen verstärkt in den 2 Selbstfahrerstudios durchgeführt werden. In diesem Jahr wird das dritte regiegeführte Aufnahmestudio umgebaut, sodass nach Abschluss der Maßnahme wieder insgesamt 5 Studios für die Hörbuchproduktion genutzt werden können.
Wachsende digitale Hörbuchbestände, neue Softwareentwicklungen bei der Übertragung von Verlagsdaten in barrierefreie Formate, die Gestaltung und Herstellung von Farbdrucken für sehbehinderte Menschen und die vielfältigen Anforderungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ein vernetztes Arbeiten im gesamten Haus bedingen den Einsatz moderner Informationstechnologien. Dank einer umfangreichen Investition des Freistaates Sachsen besitzt die DZB seit Ende letzten Jahres eine zeitgemäße Ausstattung der IT-Infrastruktur und leistungsstarke PC-Technik, die mit entsprechender Software ausgestattet ist. Ein weiterer Erfolg im Bereich Informationstechnologien stellt der seit Herbst 2012 neue Internetzugang der DZB dar, der jetzt über das Rechenzentrum der Universität Leipzig realisiert wird.
Ebenfalls gelang mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig eine besondere Kooperation. Zusammen mit den Wissenschaftlern wurde eine Nutzerbefragung vorbereitet und im Sommer des Jahres durchgeführt. Aufgrund der Spezifik unserer Leserstruktur entschieden sich die Fachleute für eine geteilte Befragung per Mail und Telefon. Es wurden insgesamt rund 3.500 aktive Nutzer der Hör- und Punktschriftbücherei aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Mit rund 1.000 komplett ausgefüllten Fragebögen wurde die Online-Befragung im August abgeschlossen. Zusätzlich wurden 300 telefonische Befragungen durchgeführt. Die Auswertung der detailreichen Interviews übernahm eine Studentin innerhalb ihrer Masterarbeit. Die Ergebnisse werden im ersten Quartal dieses Jahres vorliegen.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Berliner Argon Verlag erreichte im Jahr 2012 eine besondere Intensität. Es wurde die gesamte Argon DAISY Edition in das Verkaufsprogramm aufgenommen. Eine größere Auswahl von Titeln ist in der Hörbücherei ausleihbar. Neben der Übernahme von Titeln aus der Argon Daisy Edition wurde unser Hörangebot durch Einarbeitung von ca. 100 russischsprachigen Hörbüchern - als Geschenk von der Estnischen Blindenbücherei in Tallinn - erweitert. Zahlreiche Übernahmen aus anderen MEDIBUS-Bibliotheken ließen den Bestand an DAISY-Titeln stark ansteigen.
Mit dem Jahresbeginn 2012 startete das Angebot der Sofortbrennungen für Hörbücher. Neben der bisher praktizierten Bestandsausleihe - also dem Verleih der bekannten Hörbuchboxen - bieten wir nun auch eine Sofortausleihe. Eine Sofortausleihe wird dann vorgenommen, wenn der Titel noch nicht im DZB-Hörbuchbestand ist oder alle Boxen des Titels ausgeliehen sind. Dazu wird das Buch auf CD gebrannt und für den Versand fertig gemacht. Verschickt werden diese Hörbücher nicht in den üblichen Boxen sondern in speziellen Papierumschlägen, die über einen wieder verwendbaren Klebeverschluss und zwei Fächer verfügen. Dies erleichtert dem Nutzer die Rücksendung dieser Werke. Die Anzahl der monatlichen Sofortbrennungen liegt im Jahresdurchschnitt bei ca. 460 CDs, mit steigender Tendenz. 432 neue Hörer konnten im vergangenen Jahr gewonnen werden. Der DAISY-Buchbestand umfasste am Ende des Jahres über 22.800 ausleihbare Titel. Es meldeten sich 148 neue Leser in der Punktschriftbibliothek an, die jetzt aus einem Bestand von 15.900 Werken und mehr als 6.200 Notentiteln auswählen können.
Die Produktion des deutschsprachigen Welt-Atlas konnte bis auf den im aktuellen Jahr geplanten Europa-Teil abgeschlossen werden.
Mit der Mini-Pocket-Reihe entstand ein völlig neues Produkt für Kinder im Erstlesealter, das durch kurze Texte in Braille mit Schwellpapierreliefs im handlichen und stabilen Einband gekennzeichnet ist. Mit dem Buch "Die Geheimnisvolle Spur" wurde das Angebot an anspruchsvollen Multimaterialbüchern im Vorschulbereich erweitert. Für junge Leseratten aller Altersgruppen wurden Titel des "Leipziger Lesekompass" in Braille übertragen, damit diese Leseempfehlungen Sehenden und Blinden gleichermaßen zur Verfügung stehen.
Mit 43 Neuzugängen ist das Musikalien-Angebot im Verkauf wieder deutlich gewachsen und umfasst jetzt ca. 700 Titel.
Für die Gestaltung des Reliefwandkalenders 2013 zum Thema "Natur be-greifen" konnte das Naturkundemuseum Leipzig als kompetenter Partner gewonnen werden. Der Kalender erhielt eine Auszeichnung in Silber bei der internationalen Kalenderschau des Graphischen Klubs Stuttgart. In einer Sonderausstellung verwirklichten Mitarbeiter des Museums zusammen mit der DZB das Motto des Kalenders und machten Natur begreifbar für alle.
Seit Januar 2012 erscheinen 12 eigene Zeitschriften der DZB in insgesamt 20 verschiedenen Ausgaben. Die 2010 eingeführten Angebote für Kinder (GEOlino in Voll- und in Kurzschrift) und für Jugendliche (NEON als DAISY) wurden in Kooperation mit dem Verlag Gruner + Jahr erfolgreich fortgesetzt. Neu geplant und realisiert wurde die DAISY-Zeitschrift "Ein Herz für Tiere", die in Kooperation mit dem Gong Verlag GmbH Ismaning angeboten wird.
Die DZB präsentierte ihre Produkte wie bereits erwähnt auf dem Festival der Begegnung, auf verschiedenen Messen und zahlreichen Veranstaltungen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe. Dazu kamen verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, die in der DZB direkt organisiert wurden:
Das vergangene Jahr war für die DZB aber auch ein Jahr des Weiterdenkens. Beauftragt durch den Verwaltungsrat erarbeiteten wir ein umfangreiches Konzeptpapier "DZB2020", das die Entwicklungen für die kommenden Jahre absteckt. Wichtige Ziele sind, verstärkt digitale Angebote zu realisieren und die Medienvielfalt der DZB weiter auszubauen.
Zeitschriften und Bücher online verfügbar anzubieten, eBooks in Kooperation mit Verlagen barrierefrei zugänglich zu machen, die Weiterführung des Angebotes an Multimaterialbüchern und neue Technologien wie den 3D-Druck auf ihre Einsetzbarkeit für die Herstellung von Reliefdarstellungen zu untersuchen, sind Themenfelder, denen verstärkt unsere Aufmerksamkeit gilt. Daneben bleibt das große und wichtige Ziel, das Angebot an Braille-Literatur und DAISY-Hörbüchern ständig auszubauen, als Kernaufgabe aktueller und zukünftiger Vorhaben.
Die Zukunft barrierefrei zu gestalten kann als Motto der DZB-Beschäftigten gelten. Konsequent erarbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Leitbild und brachten sich aktiv in die Erstellung des Entwicklungskonzeptes „DZB2020“ ein.

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Einblicke

Erklärung zum Merkzeichen für taubblinde Menschen

Gemeinsamer Fachausschuss hörsehbehindert/ taubblind
Der gemeinsame Fachausschuss hörsehbehindert / taubblind (GFTB) fordert seit Jahren ein Merkzeichen für taubblinde Menschen im Schwerbehindertenausweis. Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) hat dieses im Oktober 2012 einstimmig beschlossen.
Nun treten GFTB und DBSV gemeinsam mit der Forderung auf, dass das Merkzeichen in der laufenden Legislaturperiode eingeführt wird. Im Rundschreiben 21/2013 "Merkzeichen für taubblinde Menschen" bittet der DBSV deshalb alle Landesvereine und -verbände im DBSV, die korporativen Mitglieder und die Mitglieder des DBSV-Präsidiums, sich entsprechend einzusetzen.
Taubblindheit ist eine Behinderung eigener Art und nicht mit anderen Behinderungen vergleichbar oder als Summe von Blindheit und Gehörlosigkeit anzusehen. Taubblinde Menschen brauchen dringend die Möglichkeit, nachweisen zu können, dass sie einen taubblindenspezifischen Bedarf an Hilfen, Assistenz, Dolmetschung, Beratung, Bildung und Rehabilitation haben.
Ein Merkzeichen für Taubblindheit muss schnell als erster Schritt zu einer zeitnahen Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung für den vom GFTB vorgeschlagenen Personenkreis eingeführt werden. Der dringende Bedarf der Betroffenen darf nicht im Zuge bürokratischer oder politischer Verfahren auf die lange Bank geschoben werden.

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Wer ist taubblind?

STELLUNGNAHME DES GEMEINSAMEN FACHAUSSCHUSSES HÖRSEHBEHINDERT / TAUBBLIND (GFTB)
Der GFTB geht davon aus, dass taubblinde Menschen im Sinne des für sie spezifischen Bedarfs Personen sind:
Diese Voraussetzungen sind regelmäßig gegeben, wenn
Taubblindheit kann nicht ausschließlich als körperliche Einschränkung im medizinischen Sinn verstanden werden, sondern als Beschränkung der Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Daher müssen taubblinde Menschen außer durch den Nachweis des Hör- und Sehvermögens in den o. g. Grenzen auch weitere Möglichkeiten haben, ihre spezifische Behinderung nachzuweisen, besonders dann:
Eine Regelung zur Einstufung und Feststellung von Taubblindheit sollte also
  1. schnell die o. g. Grenzen als Kriterien einführen,
  2. mittelfristig ein ergänzendes Verfahren einführen für Menschen, die ihre Taubblindheit nicht mit den o. g. Grenzen nachweisen können.
Kontakt
Gemeinsamer Fachausschuss hörsehbehindert/taubblind (GFTB)
c/o Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband
www.taubblind.dbsv.org
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Reiner Delgado, Sozialreferent
Tel: 030-285387-240, Fax: 030-285387-200
Mail: r.delgado@dbsv.org

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Neu im Regal

Thomas Kunze: "Von der Sowjetunion in die Unabhängigkeit: eine Reise durch die 15 früheren Sowjetrepubliken"

(DAISY-Hörbuch, empfohlen von Jörg Klemm)
Ein höchst aufschlussreiches Buch, das als historischer Rückblick auf die wechselvolle Umbruchsituation der ehemaligen UdSSR betrachtet werden kann. Viele der hierbei geschilderten Kontraste und Widersprüche sind auch die der Europäischen Union - nur viel drastischer!
Das Buch gibt dem Leser einen gut nachvollziehbaren Einblick in die heutige Lage der früheren Länder der Sowjetunion, denn diese sind übersichtlich mit tabellarischen Überblicken aufbereitet. Wer auch die aktuelle Entwicklung von Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken verfolgt und verstehen will, dem ist das Buch sehr zu empfehlen.
Wen interessiert es nicht, wie es nach dem Zerfall der Sowjetunion weiterging? Früher wurde die Sowjetunion als Ganzes behandelt, aus den Einzelrepubliken erfuhr man wenig. Doch nun sieht es anders aus: Nach dem Putsch gegen Michail Gorbatschow wurde Ende 1991 die Sowjetunion aufgelöst. Die 15 Teilrepubliken konstituierten sich zu eigenständigen Staaten. Russland wird seitdem mit starker Hand regiert. Die baltischen Länder wurden Mitglied der Europäischen Union. Im Kaukasus und in Mittelasien erstarkte der Islamismus, mancherorts etablierten sich autoritäre Herrscher und gewannen dubiose Oligarchen an Macht. Zugleich gibt es viel Verbindendes.
Der ostdeutsche Historiker Thomas Kunze und der Schweizer Journalist Thomas Vogel zeichnen die dramatischen Veränderungen der letzten 20 Jahre nach. Sie beschreiben erhalten gebliebene Gemeinsamkeiten und markante Unterschiede. Ihr Buch ist eine Verbindung aus zeitgeschichtlicher Analyse und lebendigem Reisebericht durch alle 15 früheren Sowjetrepubliken. Persönliche Eindrücke, die die Autoren auf Reisen und in Gesprächen sammeln, werden mit Fakten und Beispielen unterlegt.
Hier nun die Bestellangaben:

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Stefan Heym: "Der Fall Glasenapp"

Susanne Siems
[Punktschriftbibliothek]
Es gibt Menschen, deren Leben verläuft wie ein breiter Fluss, ruhig und gleichmäßig fließt das Wasser von der Quelle bis zur Mündung. Und es gibt Menschen, deren Leben wirkt wie ein reißender Bach mit endlos vielen Stromschnellen, die den Schwimmer vor und zurückwerfen, unter Wasser ziehen und weit hinaus ans Ufer schleudern. Von beidem findet man etwas, schaut man auf die Biographie und das Werk des deutschen Schriftstellers Stefan Heym. Er lebte in Deutschland, floh 1933 vor den Nazis nach Tschechien und dann in die USA. Als amerikanischer Soldat im Kampf gegen die deutschen Faschisten kehrte er nach Europa zurück und fand ab 1952 in der DDR sein zu Hause. 2001 starb er während einer Vortragsreise in Israel.
Überall fand er ein Stück Heimat, überall eckte er an, sei es wegen seiner jüdischen Herkunft oder seiner politischen Überzeugung. Diese innere Haltung, die sich gegen jede Form von Gewalt und Machtmissbrauch richtete, war das breite, mächtige Wasser, das ihn von der Quelle bis zur Mündung trug und ihm, dem Unbeugsamen und Querdenker, so manche Stromschnelle bescherte.
Wegen eines frühen Jugendgedichtes musste der Chemnitzer Junge Helmut Flieg Deutschland sehr plötzlich verlassen. Zunächst kam er nach Tschechien und nahm das Pseudonym Stefan Heym an. Auf Einladung der Universität Chicago kam er dann aber recht bald in die USA. Sie wurde ihm, trotz Emigration bald zur zweiten Heimat. Doch auch hier machte er sich bald wegen seiner klaren Haltung gegen jede Form von Krieg unbeliebt. Dann, ab 1952 in der DDR? Seine zahlreichen Romane behandelten aktuelle Themen der Gegenwart in historischem Gewand, um das sagen zu können, was zu sagen war. Wenn er mit offenen Worten Bezug auf die Situation bis 1990 nahm, wurden seine Bücher in der DDR nicht verlegt, z. B. der Roman "5 Tage im Juni", der sich mit den Ereignissen des 17. Juni 1953 beschäftigt. 1990 war er einer der ersten, der sich mit dem Aufruf "Für unser Land" für eine neue, selbständige ostdeutsche Republik aussprach. 1994 hielt Heym als Alterspräsident die Eröffnungsrede zum 13. Deutschen Bundestag, die Abgeordneten von CDU/CSU verweigerten den Schlussapplaus. 1995 legte Heym sein Mandat aus Protest gegen eine Diätenerhöhung nieder.
Heym war aber an erster Stelle immer Schriftsteller. All seine Erlebnisse, Sichtweisen, Handlungen finden Niederschlag in seinen Romanen und Erzählungen.
"Der Fall Glasenapp", 1942 in den USA geschrieben und sein erster Roman, führt den Leser in das Tschechien von 1939. Die deutschen Offiziere herrschen über die tschechische Bevölkerung mit Hass, Verachtung und Gewalt. Brutalität und Dummheit der deutschen Besetzer werden umso deutlicher, da es sich um die Feigsten und Engstirnigsten in der Machthierarchie Hitlers handelt, die, welche Angst haben an der Front zu kämpfen, die, welche es genießen, Macht über scheinbar Schwächere und Hilflose auszuüben. Doch nicht nur der Leser erkennt das sehr schnell, auch die Tschechen haben längst den Widerstand aufgebaut. Der historische Hintergrund ist dem Leser aus dem Geschichtsunterricht und aus vielen historischen Schriften bekannt. Die Einzelschicksale, die Heym beschreibt, sind das spannende und anrührende an diesem Roman. Warum starb der deutsche Offizier Glasenapp? Warum wurde daraus ein politischer Fall? Was denkt Gestapochef Reinhardt wirklich? Nach seiner Ansicht ist Hitler ein Mann, der kaum eine mittlere Schuhfabrik leiten kann, geschweige denn halb Europa. Aber warum initiiert er am "Fall Glasenapp" eine brutale Geiselnahme mit anschließendem Mord an Unschuldigen? Und wer ist der Tscheche Janoschik? Nur ein Toilettenwart? Und Breda, Milena? Heym gelingt es meisterhaft, die verschiedenen Charaktere zu zeichnen, ihre unterschiedlichen Motive darzustellen und sie miteinander zu verweben. Sieger und Verlierer 1939 sind klar, das lehrt die Geschichte. Aber wer sind die wirklichen Sieger, wie viel Kraft können Menschen aus Zusammenhalt, Liebe und Moral schöpfen? Das Buch ist eine Mischung aus spannendem Krimi, Liebesroman und antifaschistischem Zeitdokument.
Auch für den Schurken Reinhardt geht es am Ende nicht gut aus, aber der Preis ist hoch, sehr hoch, zu hoch. Zu viele müssen sterben.
Es ist ein unheimlich spannendes Buch, das Heym da geschrieben hat, aber kein Happy End erwartet den Leser und manchmal schmerzt es sehr, weiter lesen zu müssen, wie das Böse regiert. Aber was hätte er anderes schreiben sollen, zu jener Zeit? Und es ist ein Buch, das auch wieder den Menschen Heym zeigt, ehrlich, der Wahrheit ins Auge sehend und die Unbequemlichkeiten dafür in Kauf nehmend.
Anlässlich des hundertsten Geburtstages von Stefan Heym am 10. April 2013 empfehle ich Ihnen besonders gern die Lektüre dieses Romans und der anderen Werke von Stefan Heym in unserer Punktschriftbibliothek bzw. aufgesprochen als DAISY-Hörbuch.
Titel von Stefan Heym im Punktschriftbestand
Titel von Stefan Heym als DAISY-Hörbuch

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Eduard von Keyserling: "Abendliche Häuser"

Jana Waldt
[Hörbücherei]
Eduard von Keyserling stammte aus einer baltischen Adelsfamilie, wurde 1855 im heutigen Lettland geboren und starb 1918 in München. Er galt als Schilderer des baltischen Landadels, dem er auch selbst entstammt. Obwohl die deutsche Oberschicht langsam ihre Vorherrschaft einbüßte, ging Keyserling in seinen Werken nicht darauf ein.
Die DZB wählte seinerzeit aus dem Erzählband "Abendliche Häuser" folgende Erzählungen und einen Kurzroman aus:
"Schwüle Tage" - hier verbringt der junge Bill von Fernow seine Sommerferien auf dem väterlichen Gut Fernow, um für Nachprüfungen zu lernen. Abwechslung hat er nur durch gelegentliche Verwandtenbesuche auf dem Nachbargut Warnow, einziger Lichtblick ist Cousine Gerda, in die er schon lange verliebt ist. Sein Vater, Graf von Fernow, ist gefühlskalt und fordert von ihm immer wieder "Haltung bewahren!", interessiert sich im Grunde aber kaum für seinen Sohn.
In "Dumala" ist Pastor Werner häufiger Gast bei Baron Werland auf Schloss Dumala. Der Baron kann nicht mehr laufen und wird von seiner jungen Frau Karola mit Hingabe gepflegt. Sie jedoch hat ein Verhältnis mit dem jungen Baron von Rast, trifft sich heimlich mit ihm. Eines Tages brennen beide durch. Der alte Baron liebt seine Frau abgöttisch und will ihr verzeihen, wenn sie nur zu ihm zurückkehrt.
Während "Dumala" eine Wintergeschichte ist, erzählt "Wellen" die Geschichte eines Badesommers. Die Gräfin von Palikow verbringt wie jedes Jahr mit Ihrer Tochter, Baronin von Buttlär, deren Mann und den Kindern Wedig, Nini und Lolo sowie Lolos Verlobtem Leutnant Hilmar den Sommer an der Ostsee. Nachbarn sind diesmal auch ein junger Maler mit seiner Frau Doralies, einer geschiedenen Gräfin, die von den adeligen Nachbarn geschnitten wird. Doch Lolo sucht immer wieder heimlich Kontakt zu dieser schönen geheimnisvollen Frau. Nachdem Doralies' Mann bei einem Unwetter ums Leben kommt, ist der verwachsene Geheimrat Knosperius der einzige, der zu ihr hält.
In "Abendliche Häuser" dreht sich alles um die Söhne und Töchter von vier benachbarten Adelsfamilien, ihre Lebens- und Liebeskonflikte.
Die Stimmung der um die Jahrhundertwende spielenden Erzählungen ist eher melancholisch. Keyserling beschreibt die Gestalten, deren Stimmungen und die Landschaften des Baltikums sehr genau.
Will Partisch, der Sprecher des Hörbuches, trifft die Stimmungen hervorragend. Es ist ein Genuss, ihm zuzuhören. Ausleihen können Sie dieses Hörbuch unter der Bestellnummer H003694. Die Spieldauer beträgt 16:46 Stunden.
Weitere Titel von Eduard von Keyserling im Hörbuchbestand
Titel von Eduard von Keyserling im Punktschriftbestand

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Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege. Anlässlich ihres 200. Jahrestages möchten wir Ihnen in jeder Ausgabe dieses Jahres Bücher empfehlen, die sich mit dem Thema Völkerschlacht und Befreiungskriege beschäftigen.

Aus dem Punktschriftbestand

Der Roman über den preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt (16.12.1742 bis 12.09.1819), der im Krieg gegen Napoleon zu Ehren kam und zu den Siegern der Schlacht bei Waterloo gehörte, stellt auch eine ganze Reihe ebenfalls berühmter Zeitgenossen vor, u.a.: Scharnhorst, Gneisenau, von Yorck, Fürst Smolenskoi, Freiherr vom und zum Stein, Freiherr von Lützow, Körner und Friedrich Ludwig Jahn.
Der Leipziger Johann Friedrich Rochlitz (12.02.1769 bis 16.12.1842) war ein deutscher Erzähler, Dramatiker und Musikschriftsteller. Rochlitz war mit zahlreichen Persönlichkeiten seiner Zeit bekannt und befreundet, so mit Goethe, Schiller, E. T. A. Hoffmann, Louis Spohr, Carl Maria von Weber. Nach der Veröffentlichung seiner autobiographischen Erzählung erhielt er im April 1822 folgenden Brief: "Ihre treffliche, mir wohlbekannte Schilderung jener Leipziger Unglückstage lese ich wieder und bewundere abermals die besondere Fügung, daß ein Mann von ihrem Geist und Sinn, in Augenblicken wo uns die Sinne vergehen, das Übergewicht eines angeborenen und wohlgeübten Talents empfindet, zur Feder greift, das Unerträgliche in der Gegenwart zu schildern ..." In seiner Zeitschrift Kunst und Altertum nannte Goethe die Aufzeichnungen von Rochlitz "eine der wundersamsten Produktionen, die sich je ereignet haben".

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AUS DEM HÖRBUCHBESTAND

Der Historiker und Publizist Franz Herre schrieb eine fesselnde und facettenreiche Lebens- und Wirkungsgeschichte Napoleons aus der Sicht unserer heutigen Zeit. Der bekannte Biograf und exzellente Kenner der französischen und europäischen Geschichte porträtiert den faszinierenden Mann in all seinen Facetten und bezieht die positiven wie negativen Seiten seines Wirkens in das Gesamtbild ein. Napoleons Imperium währte nicht lange, seine Fremdherrschaft war bald abgeschüttelt, doch der von ihm geweckte Nationalismus wie die von ihm vermittelten Errungenschaften wirkten fort, sodass er auch als ein Wegbereiter des modernen Deutschland zu gelten hat. Durch die Herausarbeitung dieses Aspektes unterscheidet sich diese Biografie deutlich von einschlägigen französischen Darstellungen.
Die dichterisch freie Handlung schildert die Rettungsaktion für einen jungen Soldaten der verbündeten Armeen Mitte Oktober 1813 in den Dörfern Liebertwolkwitz und Störmthal südlich von Leipzig am Vorabend der Völkerschlacht. Zwei beherzte Jugendliche verbergen den Aufklärer einer Kosakeneinheit vor dem Zugriff französischer Soldaten.
Als Frau mit Napoleons Armee in Russland. Februar 1812: Die willensstarke Marketenderin Juliane Assenheimer beschließt, mit den württembergischen Truppen zu ziehen, die Napoleons Armee im Russlandfeldzug verstärken. Neben der harten Realität des Krieges macht ihr vor allem ihre Liebe zu Leutnant Gerter zu schaffen, die aufgrund des großen Standesunterschieds unerfüllbar zu sein scheint. Mit viel Energie und Mut kämpft sich Juliane bis nach Moskau durch, wo sich die Lage dramatisch zuspitzt … Ein spannender Roman über eine mutige Frau, die sich gegen Gewalt und Unrecht auflehnt.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Ulrich Hankes Softwaresammlung

Ulrich Jander
Das Internet bietet viele Möglichkeiten und man kann dort sehr viel entdecken. Heute möchte ich Ihnen einen Internetauftritt von dem sehgeschädigten Ulrich Hanke vorstellen, der auf seinen Seiten u.a. über 1.200 verschiedene Computerprogramme präsentiert. Diese führt er namentlich in einer alphabetischen Liste auf, jedoch kann man auch nach Kategorien eingeteilt suchen. Die Programme sind Freeware, Shareware oder Demosoftware. Hinter dem Link eines jeden Programms (wenn man den Link also aktiviert) wird über das Programm informiert, es gibt eine Kurzbeschreibung und den Hinweis zum Herunterladen.
Den Internetauftritt erreicht man unter der Adresse www.ulrichhanke.de.
In meinem Beitrag möchte ich aus dieser großen Sammlung ein paar wenige Programme als Beispiele vorstellen. Es sind Programme aus der Kategorie Büro, zwei aus der Unterkategorie "Tools für Fremdsprachen" und ein Programm, der historische Kalender, aus der Unterkategorie "Tools für alle möglichen Bürozwecke". Zu den einzelnen Kategorien gelangt man von der oben genannten Startseite über den Link "zur Programmsammlung" und dort über den Link "Kategorien" zu den Unterkategorien. Ulrich Hanke verweist selbst darauf, dass nicht sichergestellt werden kann, ob das ausgesuchte und installierte Programm am jeweiligen Rechner tatsächlich funktioniert bzw. wie gut oder in welcher Weise es mangelhaft bedienbar ist. Es hängt immer vom jeweiligen Betriebssystem und Screenreader ab.
Nun möchte ich mit dem historischen Kalender beginnen. Es ist ein einfaches Programm, welches lediglich ausgepackt, aber nicht installiert werden muss. Ulrich Hanke schreibt auf seiner Internetseite dazu:
Historischer Kalender, Version 11.06.2001
(Ereignisse und anderes mit gleichem Datum)
Beschreibung: Welchen Namenstag haben wir heute? Was geschah am gleichen Datum? Dieses Programm, das nicht installiert werden muss, zeigt es an. Nach Öffnen des Programms mit Doppelklick können Sie die Informationen mit dem JAWS-Cursor auslesen.Voraussetzungen: Windows 95, 98, ME, NT, 2000, XP und Vista, Lizenz: Freeware, Sprache: Deutsch, Dateigröße: 245 KB.
Ulrich Hanke spricht in seinen Beschreibungen oft vom "JAWS-Cursor". Damit ist die Maussimulation beim Screenreader JAWS gemeint. Jeder Screenreader verfügt über eine solche Funktion, jedoch wird sie in unterschiedlicher Weise ein- bzw. ausgeschaltet. Bei JAWS sind die Minus- und Plustasten auf dem Ziffernblock dafür zuständig; bei COBRA und VIRGO ist es die rechte Umschalt- oder Shifttaste, kurz hintereinander zweimal sowohl für das Ein- als auch Ausschalten betätigen.
Im Bereich der Fremdsprachen möchte ich kurz den Vokabeltrainer vorstellen. Hier kann man recht einfach Übungen und Überprüfungen, Englisch/Deutsch, durchführen. Ulrich Hanke schreibt:
Vokabeltrainer 1.0
(Vokabeln lernen und abfragen)
Beschreibung: Mit diesem barrierefreien Programm von Christian Punz kann man Vokabeln oder ähnliches lernen und abprüfen. Beim Lernen werden immer beide Zeilen angezeigt, aber beim Prüfen wird nur eine Zeile angezeigt, und man muss die zweite dann eintippen. Die Daten-Dateien kann man sich ganz leicht mit einem Editor, aber auch über das Programm erstellen. Eine Test-Datei und einige Audio-Dateien werden mit installiert. Voraussetzungen: Windows XP, Vista und 7, Lizenz: Freeware, Sprache: Deutsch, Dateigröße: 856 KB.
Bei diesem Vokabeltraining wird eine txt-Datei im Ordner "Daten" des Programms genutzt. Diese meint Herr Hanke. Man kann sie über das Programm verändern oder man erweitert bzw. verändert die Datei mit Hilfe eines Texteditors.
Als nächstes möchte ich auf ein Übersetzungsprogramm hinweisen, welches Texte aus dem Englischen in die deutsche Sprache übersetzt und umgekehrt. Allerdings kommt es hier sehr auf den eingesetzten Screenreader und deren Version an; man kann also nur ausprobieren. Ulrich Hanke schreibt hierzu:
Translate Plus 8 Special Edition
(Übersetzungsprogramm Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch)
Beschreibung: Bei der Installation erscheint das Fenster Registrierung. Hier müssen Sie die Seriennummer NQW2E-W6GWE-EDHU3 eingeben und mit OK bestätigen.
Mit dem Programm lassen sich E-Mails direkt in Outlook sowie beliebige Texte übersetzen. Kopieren Sie einfach einen englischen Text in das Programmfenster.
Geben Sie dann noch das Themengebiet und die Herkunftsregion (USA oder GB) sowie die gewünschte Variante der deutschen Rechtschreibung an. Nach erfolgter Übersetzung können Sie den deutschen Text speichern.
Voraussetzungen: Windows ME, 2000 und XP, Lizenz: Vollversion, Sprache: Deutsch, Datei-größe: 21,5 MB.
In der Unterkategorie "Tools für Fremdsprachen" finden Sie noch weitere Programme, z. B. ein Lateinwörterbuch oder das Programm "Amok Translator", eine Anwendung, die online über mehrere Wörterbücher sucht sowie Ergebnisse anzeigt und die nicht installiert werden muss. Im Ergebnis meiner Tests bekam ich leider diese beiden Programme weder mit JAWS 10 noch mit COBRA 10 so richtig gut zum Laufen. Das kann aber mit einem anderen Screenreader oder einer anderen Version besser oder schlechter funktionieren. Die Softwaresammlung von Ulrich Hanke ist riesig, man findet dort wirklich sehr viel. Ob und was davon auf dem eigenen Computersystem funktioniert, ist nur durch ein Ausprobieren herauszufinden. Das Ergebnis wird immer unterschiedlich sein. Ich wünsche Ihnen in jedem Fall viel Erfolg bei den Tests.

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Info-Service

Hilfetelefon für Frauen freigeschaltet

Im März hat das Bundesfamilienministerium das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" freigeschaltet.
Unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116016 können Frauen kompetente Ansprechpartnerinnen erreichen, die ihnen bei allen Formen von Gewalt vertraulich und anonym zur Seite stehen. Auf Wunsch werden die Hilfesuchenden an entsprechende Unterstützungseinrichtungen vor Ort weitervermittelt. Das barrierefreie Hilfetelefon ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Mehr Infos unter:
www.hilfetelefon.de.
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Blindenfußballsaison eröffnet

Die Deutsche Blindenfußball-Bundesliga (DBFL) ist in die sechste Saison gestartet. An sechs Spieltagen treten neun Teams aus ganz Deutschland gegeneinander an. Neben Titelverteidiger Marburg und Vize-Meister Stuttgart sind das die Teams aus Chemnitz, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamburg St. Pauli und Würzburg sowie die Spielgemeinschaften aus Braunschweig/Berlin und Köln/Düren.
Die Saison dauert von April bis September und wird in verschiedenen deutschen Städten ausgetragen, teilweise auf zentralen öffentlichen Plätzen. Der Eintritt ist frei, die Hörkommentare über Kopfhörer inklusive.
Die weiteren Spieltage der Saison 2013:
11.5., Hamburg, Rathausmarkt
15.6., Regensburg, Neupfarrplatz
6./7.7., Düren, Karl-Arnold-Straße 132-134
24.8. Soest, Parkplatz am ehemaligen Hallenbad/Wiesenstraße
14.9., Stuttgart, Schlossplatz
[Quelle: "DBSV-direkt"]

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Preisträger des 11. Deutschen Hörfilmpreises

Kategorie TV: "Der letzte schöne Tag" (WDR)Kategorie Kino: "Ziemlich beste Freunde" (Senator Home Entertainment)
Sonderpreis der Jury für die besondere Qualität der Filmbeschreibung:"9einhalbs Abschied" (HW Leasing)
Publikumspreis: "Türkisch für Anfänger" (Highlight Communications/ Constantin Film)

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
E-Mail: verlag@dzb.de
Abonnements, Anzeigen
Sylvia Thormann
Tel.: 0341 7113-120
E-Mail: abo@dzb.de
»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich im Jahresabonnement wahlweise als CD DAISY, in Blindenkurzschrift und in Schwarzschrift.
Jahresbezugspreis: 9,00 Euro.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften
Das Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.
Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.
DZB 2013

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Sparkasse Leipzig
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www.freunde-der-dzb.de

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