DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 4 – 2013

Juli / August

23. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Einblicke

Gewürze geben dem Essen Pfiff - der Wandkalender 2014 stellt zwölf vor

Top Ten Hörbuch 2012

Neu im Regal

Die Kramkiste

Rosemarie Schuder: "Paracelsus und der Garten der Lüste"

Horst Beseler: "Käuzchenkuhle"

Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Aus dem Punktschriftbestand

Aus dem Hörbuchbestand

LOUIS

Der neue Victor Reader Stream ist da!

Info-Service

Herzlich willkommen zum Tag der offenen Tür 2013

Vormerken! DZB bei REHACARE in Düsseldorf

Unterstützen Sie die blinden Menschen in Sachsen-Anhalt beim Blindengeldkampf!

Neue zentrale Service-Nummer bei der Deutschen Bahn

Wir zeigen es Euch - Die schönen Seiten des Internets

Projekt "m4guide"

Zwölfte Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2013

Neues INCOBS-Projekt

Impressum

Vorbemerkung

Herzlich willkommen, liebe Leserinnen und Leser! Wie gewohnt wollen wir gar nicht erst einen Gedanken ans Sommerloch aufkommen lassen und bieten Ihnen in dieser Ausgabe z.B. umfangreiche Informationen zum neuen Reliefwandkalender für das Jahr 2014 an. Über die ebenfalls ab sofort lieferbaren weiteren DZB-Kalender für das nächste Jahr informiert Sie die beiliegende "Leipziger Bücherliste".
Auf eine Neuerung in unserem Kalenderangebot möchte ich Sie aber noch besonders aufmerksam machen: Es handelt sich um den Großdrucktaschenkalender FLEXI, der erstmals in diesem Jahr das Kalenderangebot ergänzt. Wie sein "älterer Bruder", der Taschenkalender FLEXI in Blindenkurzschrift, verfügt er über einen flexiblen PVC-Einband mit einer Ring-Mechanik, die das variable Einheften von zusätzlichen Notizblättern erlaubt. Und auch beim Großdruck-FLEXI sind 25 Einlegeblätter bereits im Lieferumfang enthalten.
Da wir nun zwei "FLEXIS" anbieten, ist es wichtig, dass Sie bei Ihrer Bestellung immer auch angeben, ob Sie einen Großdruck-FLEXI oder einen Braille-FLEXI wünschen. Alternativ ermöglicht natürlich immer auch die Angabe der richtigen Bestellnummer eine fehlerfreie Auslieferung.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Einblicke

Gewürze geben dem Essen Pfiff - der Wandkalender 2014 stellt zwölf vor

Gabi Schulze
Kochen liegt voll im Trend. Kein Wunder! Selbstgekochtes schmeckt nun mal besser. Nicht nur, weil man weiß, was im Essen ist. Es macht auch Spaß mit Freunden oder der Familie Speisen zuzubereiten und diese dann gemeinsam zu genießen. Wer gern kocht, hat mehr als nur die Klassiker Salz, Pfeffer und Paprika im Regal. Erst Gewürze wie Chili, Kardamon und Muskat verleihen dem Essen die entsprechende Würze und Schärfe und geben dem Ganzen mehr Pfiff.
Zauber der Gewürze
Den Zauber der Gewürze haben wir zum Thema des Reliefwandkalenders 2014 gemacht. Unsere Idee war, ausgewählte Gewürze in Bild und Text vorzustellen. Nun - die Welt der Gewürze ist riesig! Welche zwölf Gewürze sollen im Kalender Platz finden? Karsten Sachse, Lektor in der DZB, der schon seit vielen Jahren die Themen und Inhalte der Kalender festlegt, hatte die Qual der Wahl. "Wichtig bei der Auswahl ist vor allem, dass die Formen der Bildmotive mannigfaltig und die Farben vielfältig und kontrastreich sind" erklärt er, "schließlich soll keine Langeweile beim Ertasten der Bilder aufkommen und die Motive müssen auch für Sehbehinderte sehr gut zu erkennen sein." Hinzu kommt, dass der Kalender in wenigen Sätzen auch viel Interessantes über die Herkunft und die Verwendung der Gewürze aussagen soll.
Deshalb haben diese Gewürze das Rennen gemacht: Vanille, Anatto, Ingwer, Kakao, Chili, Zimt, Pfeffer, Gewürznelke, Muskatnuss, Safran, Kardamon und Sternanis. Riechen Sie schon die unterschiedlichen verführerischen Düfte? Den zarten Blütenduft der Vanille oder den eher würzig-scharfen Duft des Zimts?
Gewürze werden zu tastbaren Reliefs
"Ohne das richtige Gewürz, sind viele Speisen nur halb so schmackhaft. Ich koche gern mit Ingwer", erklärt Petra Büttner, Mitarbeiterin in der Relieftechnik der DZB. Gemeinsam mit Anke Nordmann ist sie für die Gestaltung der Reliefs verantwortlich. Beide legen fest, welche charakteristischen Linien und Konturen hervorzuheben sind, wie viele Ebenen das Reliefbild hat und wie die Oberfläche dargestellt werden soll. "Neu an diesem Kalender ist, dass für die Reliefs statt Zeichnungen Fotos als Vorlage verwendet wurden", meint Anke Nordmann und fügt hinzu: "Mir hat die Arbeit am Kalender sehr viel Spaß gemacht. So aromatisch wie die Düfte der Gewürze sind, so vielfältig sind die Konturen und Oberflächen der Pflanzen, Blüten und Früchte, die wir im Relief dargestellt haben." Ergänzt werden die tastbaren Abbildungen durch ein Monatskalendarium und durch kurze Texte in Großdruck und Brailleschrift. Der Leser erfährt Interessantes über Herkunft, Verwendung und gesundheitsfördernde Wirkung der Gewürze. Welches ist das teuerste Gewürz der Welt? Wo wächst eigentlich der Pfeffer? Welche heilsame Wirkung hat Ingwer?
Nicht nur für Hobby-Köche
"Wir haben das Kochen zu unserem Hobby gemacht und finden deshalb die Idee, Gewürze als Thema des Kalenders zu wählen, wirklich toll. Wir sind schon sehr gespannt auf den Reliefwandkalender 2014", schwärmen Jaqueline und Maurice Schönefeld, zwei ehrenamtliche blinde Mitarbeiter der DZB.
Ein würzig-aromatischer Geruch vermischt mit einem süßlichen, mandelähnlichen Duft, der an Lebkuchen und Weihnachten erinnert, liegt in der Buchbinderei, wo die einzelnen Blätter des Kalenders mit einer Ringbindung versehen werden. Oder ist das nur Einbildung? Das können Sie selbst feststellen, wenn Sie den "Zauber der Gewürze" in den Händen halten.
Den Kalender gibt es für 19,90 Euro in der DZB zu kaufen, Bestell-Nr. 7349.

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Top Ten Hörbuch 2012

Jana Waldt
1. Sabine Ebert: "Hebammen-Saga"
Die fünfteilige Saga über die Hebamme Marthe, die sich über dreißig Jahre erstreckt, führt in die Zeit der Regentschaft Kaiser Barbarossas und seines Sohnes Heinrich VI.
Sprecherin aller 5 Teile: Sylke-Kristin Deimig, Spieldauer pro Teil ca. 23 h
2. Iny Lorentz: "Trettin Trilogie", bestehend aus "Dezembersturm", "Aprilgewitter", "Juliregen"
Der Leser wird in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts entführt, eine Epoche voller Umbrüche und Entdeckungen. Und wieder steht eine starke Frau im Mittelpunkt des Geschehens, die ihrem Schicksal trotzt und ihren Weg geht. Die Geschichte beginnt im Jahr 1875 in Ostpreußen.
Sprecherin aller 3 Teile: Steffi Böttger, Spieldauer pro Teil ca. 20 h
3. Ken Follett: "Die Tore der Welt"
- Fortsetzung von "Die Säulen der Erde" -
Im Mittelpunkt der im 14. Jahrhundert im südenglischen Kingsbridge angesiedelten Geschichte stehen die Nachfahren der Helden von einst: Caris, Wollhändlertochter und Nachkomme von Jack Builder, will Ärztin werden. Merthin, ein Nachfahre von Jack, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Gwenda, Kind eines Tagelöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und Godwyn, Caris' Vetter, will Prior von Kingsbridge werden - um jeden Preis.
Sprecher: Tobias Kluckert, Spieldauer: 2 CDs mit jeweils 25 h
4. Christiane Gohl [als Ricarda Jordan]: "Die Pestärztin"
Mainz 1348: Der schwarze Tod wütet in der Stadt, und eine junge Heilkundige nimmt den Kampf mit ihm auf: Lucia verfügt über außergewöhnliche medizinische Kenntnisse. Doch auf dem Höhepunkt der Epidemie verliert sie ihren wichtigsten Mitstreiter und den Mann, den sie liebt.
Sprecherin: Maja Chrenko, Spieldauer: knapp 20 h
5. Lynn Austin: "Die Apfelpflückerin"
Eine junge verwitwete Mutter von drei Kindern, kämpft um die Rettung ihrer Obstplantage. Hilfe kann sie gut gebrauchen. Eines Tages steht ein Fremder vor ihrer Tür. Rettender Engel oder Schuft? Eine Reise in die Geheimnisse vergangener Tage beginnt.
Sprecherin: Maja Chrenko, Spieldauer: 16 h
6. Angeline Bauer: "Die Närrin des Königs"
Paris im 16. Jahrhundert. Mathurine, die Närrin am Hof Heinrichs III., ist schwanger - von einem Günstling des Königs. Nur heimlich kann sie ihre Tochter zur Welt bringen. Als sie an den Hof zurückkehrt, ist der König ermordet worden. Mathurine schafft es jedoch, ihre Stellung nicht zu verlieren. Doch große Sorgen muss sie sich um ihre Tochter machen, die bald im Zentrum einer verwickelten Liebesaffäre steht. Die junge Charlotte soll ausgerechnet an ihren eigenen Vater verheiratet werden.
Sprecherin: Andrea Jope, Spieldauer: 11 h
7. Ella Theiss: "Die Spucke des Teufels"
Lisbeth, die erst kürzlich verwitwete Wirtin des Gasthauses zum Ochsen, ist entschlossen, die Geschäfte allein weiterzuführen. Schon bald muss sie sich bewähren, denn bei ihr quartieren sich preußische Gardisten ein. Der Lohn: ein Sack Kartoffeln und die Nachstellungen eines Majors. Der Müller Willem und der fahrende Barbier Jost versuchen, Lisbeth zu helfen, doch sie wissen nicht, dass sie ein Geheimnis hat … Eine mitreißende Erzählung über eine Frau, die für ihre Unabhängigkeit über Leichen geht, und über die Bemühungen Friedrichs II., seinem Volk die Kartoffel schmackhaft zu machen.
Sprecherin: Ingrid Hille, Spieldauer: 10 h
8. Kristín Marja Baldursdóttir: "Die Eismalerin"
Die Witwe Steinunn Olafsdóttir zieht mit ihren sechs Kindern in eine kleine Stadt im Norden Islands, damit sie dort die Schule besuchen können. Hart sind die Zeiten um 1900, hart ist auch die Arbeit in der Fischfabrik, wo die Frauen wochenlang im Akkord Hering einsalzen müssen. Dennoch entdeckt Karitas, die jüngste Tochter, ihr künstlerisches Talent. Ihr größter Wunsch ist es, Malerin zu werden. Doch dann lernt sie den großen, gutaussehenden, grünäugigen Sigmar kennen und lieben, und sie steht vor der folgenschwersten Entscheidung ihres Lebens.
Sprecherin: Sylke-Kristin Deimig, Spieldauer: 18 h
9. Martin Suter: "Allmen und die Libellen"
Allmen, eleganter Lebemann und Feingeist, ist über die Jahre finanziell in die Bredouille geraten. Fünf zauberhafte Jugendstil-Schalen bringen ihn und sein Faktotum Carlos auf eine Geschäftsidee: eine Firma für die Wiederbeschaffung von schönen Dingen. Die Geburt eines ungewöhnlichen Ermittlerduos und der Start einer wunderbaren Krimiserie.
Sprecher: Thomas Becker, Spieldauer: 4 h
10. Christiane Gohl [als Ricarda Jordan]: "Das Geheimnis der Pilgerin"
Burg Falkenberg, Oberpfalz, 1192: Für ihren Stand und ihre Zeit gilt die zweiundzwanzigjährige Gerlin von Falkenberg fast schon als alte Jungfer. Dabei ist sie außergewöhnlich schön und hat am Minnehof der Eleonore von Aquitanien eine exzellente Erziehung genossen. Der Tag, da ihr Vater ihre Vermählung mit einem jungen Grafen beschließt, wird ihr Schicksalstag. Ein Leben voller Glück und Liebe, aber auch voller Intrigen, Gefahren und Abenteuer beginnt.
Sprecherin: Maja Chrenko, Spieldauer: 18 h

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Neu im Regal

Nicolai Lilin: "Sibirische Erziehung"

(DAISY-HÖRBUCH, EMPFOHLEN VON JÖRG KLEMM)
Nicolai Lilin, Abkömmling der sibirischen Urki, eines Kriminellenclans, erzählt vom Aufwachsen in Transnistrien, wohin die Urki 1938 auf Stalins Befehl umgesiedelt wurden, und von der Urki-Erziehung, die aus ihm den lebenden Widerspruch eines "ehrbaren Kriminellen" machen sollte.
Ihr Ziel allerdings, die auf Gedeih und Verderb zusammenhaltende Gemeinschaft der unbequemen Sibirer durch deren Verfrachtung in einen anderen Teil des Landes zu zerstören, erreichten die Kreml-Herrscher nicht. Eher das Gegenteil trat ein - in Not und Bedrückung schloss man sich noch fester zusammen und lebte eisern nach den überkommenen Prinzipien.
Nicolai Lilins autobiografischer Bericht über seine Kindheit ist hart, realistisch und spart kaum eine Brutalität aus. Von Anfang an nennt man den Jungen "Kolima" - ein Spitzname, wie ihn jeder in seiner Umgebung hat. Großvater und Vater des Helden sind Kriminelle. Deren Verhaltensregeln geben auch dem Jungen von Klein auf seine Handlungsspielräume vor. Mit 6 Jahren bekommt er sein erstes Messer. Wenig später findet er sich schon inmitten von blutigen Kämpfen zwischen Kinder- und Jugendbanden, während ihm in hohem Ansehen stehende alte Männer, die sich aus dem Banditengewerbe zurückgezogen haben, die "sibirische Erziehung" angedeihen lassen. Schließlich, im Alter von gerade einmal 13 Jahren, landet er zum ersten Mal im Jugendgefängnis und lernt dort das Überleben unter den unmenschlichsten Bedingungen. Er muss auf russischer Seite an den Kämpfen in Tschetschenien teilnehmen - bis ihm der Absprung gelingt, nach Italien.
Hier nun die Bestellangaben:
Nicolai Lilin: Sibirische Erziehung. Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Berlin : Suhrkamp, 2010. Sprecher: Enrico Petters (Leipzig). 1 CD DAISY (13:50 h) H020813

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Rosemarie Schuder: "Paracelsus und der Garten der Lüste"

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Im Mittelpunkt dieses Buches steht eine faszinierende historische Gestalt - der Arzt und Naturphilosoph Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, der von 1494 bis 1541 lebte.
Rosemarie Schuder hatte auch in anderen Romanen herausragende Personen ins Zentrum gestellt, etwa Michelangelo, Johannes Kepler oder den Meister des Naumburger Domes. Was war nun das Besondere an Paracelsus?
Geboren wurde er in Einsiedeln in der Schweiz, sein Vater stammt aus einem verarmten schwäbischen Adelsgeschlecht und war Arzt und Alchemist. Von seiner Mutter weiß man nicht einmal den Namen, nur dass sie früh starb und Leibeigene des Klosters in Einsiedeln war. Er wuchs in bitterer Armut auf, die ihn auch sein Leben lang begleiten sollte. Vom Vater erhielt er den ersten Unterricht, in Medizin und Alchemie, und von ihm sagte er später, dass er der einzige Mensch gewesen wäre, der ihn nie verlassen hätte.
Die Ärzte jener Zeit hielten immer noch an der antiken Lehre des Hippokrates fest. Die Gesundheit beruhte demnach auf der richtigen Mischung der vier Körpersäfte Blut, Schleim, gelber und schwarzer Galle. Paracelsus hatte zwar auch seinen Doktor gemacht, an der Universität von Ferrara, aber er sah, dass die Schulmedizin, so wie sie gelehrt wurde, für die Behandlung der Menschen nicht taugte.
"Nicht Titel und Beredsamkeit, nicht Sprachkenntnisse, nicht das Lesen zahlreicher Bücher sind Erfordernisse eines Arztes, sondern die tiefste Kenntnis der Naturdinge und Naturgeheimnisse …"
So zog er nach dem Studium durch viele Länder Europas, von Spanien bis Litauen, von England über Kroatien bis in die Walachei. Überall sammelte er Erfahrungen und Wissen, sprach mit heilkundigen Menschen, Kräuterweibern, Badern, Alchemisten, Scharfrichtern. Dazu entwickelte er eigene Gedanken und Verfahren zur Gewinnung von wirksamen Arzneimitteln. Wie er das bewältigte, ist schon erstaunlich, denn er hatte durch einen angeborenen Zungenfehler einen Sprechdefekt, weshalb er auch später in öffentlichen Disputationen häufig unterlag. Seine Gedanken waren schneller, als die Fertigkeit der Zunge sie zu formen. Trotzdem hielt er 1527 in Basel Vorlesungen, die großen Zuspruch fanden. Ein Ausweg war die Gedanken aufzuschreiben, "befehle also dem pappir, was mein maul nit vollenden mag". Er hinterließ zahlreiche Schriften, meist zu medizinischen Themen, aber auch über Religion, Natur, Gesellschaft. Es war die Zeit des Bauernkrieges und Paracelsus wurde verdächtigt mit den Aufständischen verbunden zu sein. Von diesen Schriften wurden nur ganz wenige zu seinen Lebzeiten gedruckt, die Veröffentlichung der anderen wurde verhindert. Er hatte viele Feinde, vor allem die Zunft der Ärzte und Apotheker, die seinen Ruhm bei den Patienten fürchteten. Denn Paracelsus war ein genialer Arzt, ein unübertrefflicher Meister der inneren Medizin und Chirurgie. Es gab auch noch andere mächtige Gegner. So grassierte damals in Europa die Syphilis. Ein eifrig propagiertes Mittel dagegen war das Holz des Gujakbaumes, das extra aus Südamerika eingeführt wurde. Das Handelshaus der Fugger hatte große Bestände davon angelegt und machte viel Geld mit dem Verkauf dieses Holzes. Paracelsus, der sich gerade in Nürnberg aufhielt, wies jedoch nach, dass es als Heilmittel völlig wirkungslos war. Doch auf Betreiben des Dekans der ärztlichen Fakultät Leipzig, der eng mit den Fuggern verbunden war, wurde es ihm verboten, Schriften darüber zu veröffentlichen. Wieder musste er weiterziehen, er blieb heimatlos, obwohl selbst die Großen, wie Fürsten und Kaiser, ihn als Arzt konsultierten.
Rosemarie Schuder wählt für ihren Roman die Episode, als Paracelsus nach Basel gerufen wird, um den berühmten Buchdrucker Johannes Froben zu heilen. Als Dank für die Genesung verschafft ihm Froben die Stellung als Stadtarzt, was mit einem Lehrauftrag an der Universität verbunden ist. Für eine kurze Zeit bekommt Paracelsus die Möglichkeit öffentlicher Wirksamkeit.
Der im Titel des Romans genannte Garten der Lüste bezieht sich auf ein Gemälde des Hieronymus Bosch, über welches ein Freund des Paracelsus in Briefen berichtet.
Bestelldaten: BNA 5517, 6 Bände, rkh.
Weitere Titel von Rosemarie Schuder im Punktschriftbestand
Titel von Rosemarie Schuder im Hörbuchbestand

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Horst Beseler: "Käuzchenkuhle"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Die hier verwendete Buchausgabe stammt vom Verlag Neues Leben, Berlin 1965.
Jean-Paul, Spitzname Jampoll, fährt in den Ferien aufs Land, ins Dorf seiner Großeltern. Diesen Sommer begegnet er am Bahnhof einem geheimnisvollen Fremden. Vom Regen überrascht, lässt sich Jampoll von diesem Fremden, einem Herrn Kohlweis, auf dem Rad mit zum Dorf nehmen. Er soll seinen Opa grüßen … und Opa Kalmus erschrickt und ist fortan nicht mehr derselbe. Etwas scheint ihm auf der Seele zu liegen. Mit seinen Freunden Schraube, der diesen Spitznamen zu Recht trägt, baut und schraubt er doch nach Herzenslust an allerlei Geräten herum, und Christian macht sich Jampoll an die Lüftung des Geheimnisses, welches den Fremden und den Großvater zu verbinden scheint. Herr Kohlweis, der Fremde, nunmehr im Sägewerk arbeitend, treibt sich gern in der Gegend umher - auch um den nahen Mummelsee. Am Ende finden die Jungen mehr über die unselige Verbindung beider heraus: Kohlweis, einst SS-Offizier und Dieb von Kunstschätzen, versteckte eine Kiste in diesem See. Der Großvater und der taubstumme Gotthold stibitzten die Kiste und verbargen sie in der Käuzchenkuhle, einem Ort, in dem es von jeher spuken soll, so glauben die Dorfbewohner. Der stumme Gotthold kam während des Versteckens um, was Jampolls Großvater seither schwer auf der Seele liegt. Die Kiste schlummert noch heute in der Käuzchenkuhle, und Kohlweis ist gekommen, sie zu bergen.
Die Jungen weihen schließlich die Polizei ein, der es gelingt, den Diebstahl zu verhindern und die Verbrecher zu stellen.
Ein spannendes Jugendbuch, erzählt im flirrenden Licht eines lange vergangenen Sommers in der DDR, aus welchem einem die Erinnerungen an auf dem Land verbrachte Kinderzeiten und an die Nachkriegsjahre anwehen. "Käuzchenkuhle" war Pflichtlektüre in ostdeutschen Klassen, und im Unterschied zu manch anderer Pflichtlektüre machte es Spaß - und den empfindet man heute noch, wenn man sich auf diese Zeitreise macht.
Bestellangaben: Sprecher: Jürgen Muck, 14:34 h, Bestellnummer H001823.
Titel von Horst Beseler im Punktschriftbestand

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Literaturtipps zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege. Anlässlich ihres 200. Jahrestages möchten wir Ihnen in jeder Ausgabe dieses Jahres Bücher empfehlen, die sich mit dem Thema Völkerschlacht und Befreiungskriege beschäftigen.
Aus dem Punktschriftbestand
Andreas Schütze muss den Hof seiner Eltern als Jugendlicher übernehmen. Napoleons Sieg bringt ihm zwar die Befreiung von den feudalen Fesseln, aber das Desinteresse am Hofe König "Lustiks" stößt ihn zusehends ab. Schließlich schließt er sich den Schill´schen Reitern an und kämpft.
Aus dem Hörbuchbestand
Der Dichter verbindet die historische Schilderung der Kämpfe Russlands gegen Napoleon 1812/13 mit der Darstellung individueller Einzelschicksale und weltanschaulicher Fragen seiner Epoche.
In breit angelegten Schilderungen werden in diesem Roman die letzten Lebensjahre des Lyrikers Theodor Körner (1791 bis 1813), der auch der Dichter der Befreiungskriege genannt wird, behandelt.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de). Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Der neue Victor Reader Stream ist da!

Ulrich Jander
Nachdem die Firma Plextalk mit dem Linio Pocket den Nachfolger des PTP1 herausgebracht hat, folgt nun die Firma Humanware aus Kanada und bietet auf dem Markt mit dem Victor Reader Stream (New Generation) den Nachfolger des Victor Reader Stream an, der im Bereich der DAISY-Speicherkartengeräte das allererste Modell war. Der neue Stream, seit der SightCity-Messe Ende April dieses Jahres in Deutschland erhältlich, weist alle Funktionen und Merkmale auf, die der bisherige Victor Stream auch beherrscht, wie z. B.:
Der Victor Reader Stream (New Generation) hat in seiner Funktionalität die Online-Möglichkeit hinzubekommen. Dafür gibt es eine zusätzliche Taste direkt über der Ziffer Zwei. Online bedeutet, dass der neue Stream, wie die Plextalk-Kartengeräte, über die WLAN-Funktion in das Internet gehen kann. Die zusätzliche Online-Taste schaltet die WLAN-Funktion ein bzw. aus. Bei eingeschalteter WLAN-Funktion ändert sich das Funktionsmenü über Taste Sieben. Man kann darin das vorhandene WLAN-Netz suchen, Einstellungen vornehmen und eine Information als Text von der Internetseite des Herstellers Humanware abrufen. Bisher, gegenwärtig ist die Betriebsversion 4.1.6 aktuell, ist es lediglich möglich, über WLAN ein Update der Betriebsversion vorzunehmen, was sehr schön bequem und ohne Sucherei auf englischsprachigen Internetseiten funktioniert, aber auch eine entschieden längere Downloadzeit als am PC benötigt.
Die neue WLAN-Möglichkeit ist das Fundament für weitere Funktionen des Stream (New Generation), (NG), die mit künftigen Updates der Betriebsversion ab August 2013 angeboten werden sollen. Dazu zählen Internetradio, Podcast und das Herunterladen von Hörbüchern bzw. Zeitschriften. Letztere Funktion ist in Deutschland leider noch nicht verfügbar, da hierfür noch die verschiedensten Voraussetzungen geschaffen werden müssen.
Die Aufnahmefunktionen des neuen Stream wurden erweitert. Der bisherige Stream besitzt eine Aufnahmefunktion für Notizen. Am neuen Stream wurde dies durch einstellbare Aufnahmeformate erweitert; es besteht die Möglichkeit, zwischen MP3 128 und 192 Kb/S sowie PCM 16 Bit Wave zu wählen. Man kann jetzt Aufnahmen über das interne oder externe Mikrofon oder über Line-in tätigen. Außerdem besteht die Auswahl zwischen Mono und Stereo.
Der Victor Reader Stream (NG) hat ein gefälliges Aussehen, er liegt gut in der Hand. Die Seitenkanten links, rechts und unten sind leicht nach unten abgeschrägt. Das Tastenfeld auf der Oberseite, abgesehen von der dazugekommenen Online-Taste, und die Tasten auf der linken Seite sind vom bisherigen Stream bekannt. An der Unterseite des liegenden Stream befindet sich jetzt der USB-Anschluss, der sowohl für den Datentransfer als auch für das Laden des Akkus zu nutzen ist. Der Mini-USB-Stecker des mitgelieferten Kabels besitzt kleine hervorstehende Kanten, so dass ein übliches USB-Kabel mit Mini-USB-Stecker in aller Regel nicht verwendet werden kann. Die obere Schmalseite beherbergt neben dem Speicherkartenschlitz und dem Kopfhöreranschluss auch an der hinteren Gehäusekante den kleinen Lautsprecher, der für seine geringe Größe erstaunlich gut und deutlich klingt. An der rechten Schmalseite befinden sich der Klinkenstecker-Anschluss, 3,5 mm, und die Aufnahmetaste. Dieser Eingang ist im Gegensatz zum Kopfhöreranschluss etwas im Gehäuse des Stream versenkt, was zur Folge hat, dass Klinkenstecker, die in ihrer Ausführung etwas dicker sind, nicht völlig eingesteckt werden können. Das Ergebnis kann dabei sein, dass die Funktionalität nicht vollständig gewährleistet ist, dass z. B. trotz der Menüeinstellung "Stereoaufnahme" nur in Mono aufgenommen wird. In der Rückseite ist der Akku untergebracht, der in der Gehäuserückwand integriert ist und leicht vom Stream entfernt werden kann. Außerdem sind in der Nähe der oberen und unteren Kante der Gehäuserückseite erhabene, gummierte Streifen angebracht, die das Gerät auf einer Oberfläche nicht rutschen lassen. Der neue Stream ist als liegendes Gerät bezüglich der Abmessungen der Tiefe und Breite sehr ähnlich dem bisherigen Stream, jedoch der Neue ist etwas dünner und leichter geworden. Die Werte im Vergleich sind:
bisheriger Stream
Victor Stream (NG)
Der Preis für den Victor Reader Stream (NG) liegt bei ca. 370 Euro, also ähnlich dem bisherigen Stream. Zum Lieferumfang des neuen Stream gehört neben verschiedenen Kabeln auch eine gummierte Schutzhülle, die das Gerät halb umschließt. Man kann jedoch zusätzlich für reichlich 50 Euro eine vollständig umschließende Ledertasche erwerben. Der neue Stream und Zusatzausrüstungen können bei den bekannten Hilfsmittelanbietern bestellt werden, z. B. bei:
KS-Cassetten GmbH
Brinkeweg 24
D - 33758 Schloß Holte - Stukenbrock
Tel.: +49(0)520795410
Fax.: +49(0)5207954111
e-Mail: info@ks-cassetten.de
Ich bedanke mich bei der Firma KS-Cassetten für die Zurverfügungstellung eines Victor Stream NG zum Test und für Vorführungen. Wer ein neues DAISY-Speicherkartengerät sucht, ist mit dem neuen Stream genauso gut beraten wie mit dem Linio Pocket von Plextalk, vorausgesetzt, dass der neue Stream die dargestellten Online-Funktionen durch Updates noch erhält. Den Kaufentschlossenen wünsche ich viel Freude mit dem neuen Stream. Für Fragen oder Anregungen stehe ich in der DZB gern zur Verfügung.

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Info-Service

Herzlich willkommen zum Tag der offenen Tür 2013

Gabi Schulze
Am 7. September 2013 von 10 bis 16 Uhr lädt die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) zum Tag der offenen Tür in die Leipziger Gustav-Adolf-Straße 7 ein. Derzeit feilen wir noch an einem bunten Programm. So viel sei aber schon verraten: Neben interessanten Führungen durch die Produktionsbereiche der DZB präsentieren wir unseren Reliefwandkalender 2014 "Zauber der Gewürze". Und passend dazu wird auch das Programm "würzig" werden… Natürlich gibt es in unserem offenen Haus auch kulturelle und kulinarische Highlights und für Groß und Klein viel Spiel und Spaß. Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch! Schauen Sie doch immer mal auf www.dzb.de - da steht demnächst das volle Programm.

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Vormerken! DZB bei REHACARE in Düsseldorf

Ronald Krause
Vom 25.-28. September 2013 findet in Düsseldorf die REHACARE, die internationale Fachmesse und der Kongress für Rehabilitation, Pflege, Prävention und Integration, statt.
Die DZB ist hier dabei und präsentiert die aktuellen Verlagsprodukte - unter anderem Braille-, Hörbücher, Reliefe und Kalender für Blinde und Sehbehinderte. Erstmalig auf einer Messe wird zum Beispiel gezeigt: "Der Löwe, der nicht schreiben konnte" - das neue Tastbuch für Kinder, welches liebevoll mit unterschiedlichsten Materialien konzipiert und umgesetzt wurde. Besucher können sich auf ein buntes Angebot freuen: Die DZB ist, gemeinsam mit der Firma Papenmeier, wie im vergangenen Jahr in Halle 5 am Stand A09 zu finden. Wir heißen Sie herzlich willkommen!

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Unterstützen Sie die blinden Menschen in Sachsen-Anhalt beim Blindengeldkampf!

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt will ab dem kommenden Jahr das Blindengeld kürzen, um jährlich 5 Mio. Euro einzusparen. Dieses Sparziel ist auf fragwürdige Art und Weise zustande gekommen, denn die Landesregierung hat ihr eigenes Gutachten außen vor gelassen. Ginge es nach diesem Gutachten, müsste das monatliche Blindengeld in Sachsen-Anhalt, das zurzeit 350 Euro beträgt, nicht um 84 Euro gesenkt, sondern vielmehr um 100 Euro erhöht werden.
Blinde Menschen haben durch ihre Behinderung viele zusätzliche Kosten, bekommen aber kein Geld aus der Pflegeversicherung, sondern das so genannte Blindengeld. In den einzelnen Bundesländern gab es diverse Kürzungen, so dass derzeit - je nach Wohnort - völlig unterschiedliche Blindengeldbeträge gezahlt werden. Schlusslicht bei den Blindengeldzahlungen in Deutschland ist Brandenburg mit 266,- Euro monatlich.
Unter dem Motto "Hände weg vom Blindengeld!" hat der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt (BSVSA) eine Unterschriftenaktion gestartet. Der BSVSA ruft dazu auf, per Unterschrift gegen die Regierungspläne in Sachsen-Anhalt zu protestieren. Unterschriftenlisten können auf der Internetseite www.bsvsa.org heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle des BSVSA angefordert werden.
Kontakt:
Tel.: 0391 28962-39, E-Mail: info@bsvsa.org.
[Quelle: DBSV-direkt]

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Neue zentrale Service-Nummer bei der Deutschen Bahn

0180 6 99 66 33 rund um die Uhr erreichbar | Anrufe für Kunden erheblich preiswerter
Seit dem 1. Juni ist die Deutsche Bahn (DB) unter der neuen zentralen Service-Nummer 0180 6996633 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) zu erreichen. Damit werden Anrufe bei der DB für die Kunden erheblich preiswerter. Unabhängig von der Dauer des Gesprächs kostet ein Anruf dann 20 Cent aus dem Festnetz und 60 Cent aus dem Mobilfunknetz. Bisher lag der Durchschnittspreis bei Anrufen aus dem Festnetz bei 70 Cent und aus dem Mobilfunknetz bei 2,10 Euro.
"Durch die neue Service-Nummer mit dem günstigen Fixpreis wissen alle unsere Kunden jetzt verlässlich, wie viel ein Anruf bei der Deutschen Bahn kostet", sagt Birgit Bohle, Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Vertrieb GmbH.
Die neue Service-Nummer 0180 6996633 ist wie bisher rund um die Uhr zu erreichen und ermöglicht weiterhin einen direkten Zugang zu allen telefonischen Dienstleistungen der DB. Nach der Einwahl erreicht der Kunde schnell und einfach über Sprach- oder Tastaturbefehle den gewünschten Service, zum Beispiel die Buchung von Fahrkarten, die Fahrplaninformation, den Service für mobilitätseingeschränkte Reisende oder die Radfahrer-Hotline. Durch Kurz-Befehle oder Stichworte gelangen Vielfahrer direkt zu ihrem jeweiligen Stamm-Service.
[Quelle: Presseinfo der DB vom 24.5.13]

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Wir zeigen es Euch - Die schönen Seiten des Internets

Wettbewerb für die Generation 60plus startet
Immer mehr ältere Menschen nutzen das Internet. Dennoch haben 40% der 60- bis 69-Jährigen und 74% der über 70-Jährigen das Netz noch nicht für sich entdeckt. Diejenigen, die das Internet nutzen, können es sich oft nicht mehr aus ihrem Alltag wegdenken, die anderen stehen dem Internet, das sie selbst nicht kennen, sehr skeptisch gegenüber. Hier will der Wettbewerb "Wir zeigen es Euch - Die schönen Seiten des Internets" unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich, eine Brücke bauen.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO), Deutschland sicher im Netz e.V., die Stiftung Digitale Chancen und Google rufen ältere Menschen auf, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Mitmachen können alle Menschen über 60 Jahre, die anderen Senioren gern aufzeigen, welche Chancen das Internet für sie bietet. Dabei können Fragen aufgegriffen werden wie: Was begeistert mich am Internet und wo setze ich es sinnvoll ein? Wie nutze ich verschiedene Internetdienste und -angebote?
Zudem wird der IT-Trainer des Jahres prämiert. Viele Senioren geben ihr Wissen an Gleichaltrige weiter und motivieren sie, sich mit dem Internet auseinander zu setzen und die Scheu zu verlieren. Diese Aktiven sind aufgerufen, ihre Methoden und Materialien zu beschreiben.
Egal ob mailen, einkaufen, chatten, video-telefonieren, Websites erstellen, Routen planen oder sich einfach informieren - alle Aktivitäten können bis zum 15. September 2013 als Film-, Audio-, Bild, Web- oder Textbeitrag eingereicht werden. Besonders kreative Beiträge sind ausdrücklich erwünscht. Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 5.000 Euro. Zudem laden die Initiatoren die IT-Trainerinnen und Trainer zu einem Workshop ein, um gemeinsam mit Experten und Autoren Schulungs- und Informationsmaterialien nach eigenem Bedarf weiterzuentwickeln.
Die Preisverleihung findet am 28. November 2013 in Berlin statt. Zu dieser Veranstaltung sind alle Preisträger eingeladen.
Weitere Informationen zu "Wir zeigen es Euch - Die schönen Seiten des Internets" gibt es auch unter:
www.sicher-im-netz.de
www.bagso.de
www.digitale-chancen.de
[Quelle: Quelle: BAGSO-Pressemitteilung 6 / 2013 Berlin / Hamburg / Bonn, 27. Mai]

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Projekt "m4guide"

Das Projekt "m4guide" befasst sich mit der lückenlosen Navigation von Tür zu Tür und plant hierfür die Entwicklung einer Applikation (App) für Smartphones. Um die Anforderungen blinder und sehbehinderter Menschen an diese App zu erheben, haben die Projektpartner eine Online-Umfrage gestartet.
Unter www.m4guide.dbsv.org ist bis zum 31. August 2013 ein Fragebogen zu finden, der unter anderem Fragen zum individuellen Mobilitätsverhalten und zum Umgang mit technischen Geräten umfasst. Der DBSV ruft alle Betroffenen auf, sich an der Umfrage zu beteiligen und ihre Erfahrungen und Erwartungen einzubringen.Das Navigationssystem "m4guide" soll auf Fußwegen, in Bus und Bahn wie auch innerhalb öffentlicher Gebäude einsetzbar sein. Neu an der Entwicklung sind vor allem die punktgenaue Ortung im Blindenstockradius und die Navigation im Indoor-Bereich. Erste Anwendungsgebiete der App werden Berlin-Mitte mit ausgewählten Großgebäuden sowie der Kreis Soest sein. Das dreijährige Projekt wird von 13 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung unter Beteiligung des DBSV durchgeführt und durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert.Mehr Infos zu den aktuellen Navigationsprojekten finden Sie im Internet unter:
www.m4guide.de
www.inmobs.de
[Quelle: DBSV-direkt]

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Zwölfte Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2013

"Einblick gewinnen!" heißt es während der diesjährigen Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober. Mit diesem Thema werden Augenärzte, Selbsthilfeorganisationen und internationale Hilfswerke bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit und die Lage blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und den ärmsten Ländern der Welt aufmerksam machen. Die Fernsehjournalistin Gundula Gause ist, wie auch in den Vorjahren, Schirmherrin der Kampagne.Blinde und sehbehinderte Menschen können selbst am besten vermitteln, welche Bedürfnisse sie haben und wie sie sich in ihrer Lage zurechtfinden - beispielsweise durch den Einsatz von Hilfsmitteln. Dies nutzt nicht nur anderen Betroffenen, sondern sensibilisiert auch Sehende für deren Belange. Aus diesem Grund laden die Selbsthilfeorganisationen in diesem Jahr ein: "Einblick gewinnen - in den Alltag sehbehinderter und blinder Menschen!"
[Quelle: dbsv.org]

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Neues INCOBS-Projekt

Seit Oktober 2012 gibt es ein neues Projekt: "INCOBS-Standardtechnologien - Modellvorhaben zur Nutzbarkeit von Standardtechnologien am Arbeitsplatz". Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus den Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert. Es hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird von der DIAS GmbH mit breiter Untertützung von Verbänden sehbehinderter Menschen, Integrationsämtern, Ausbildungseinrichtungen und Hilfsmittelanbietern durchgeführt.
Der Name "INCOBS Standardtechnologien" deutet schon die Neuausrichtung an. Es geht im neuen Projekt verstärkt um die Bewertung von Standardtechnologien - also allgemeine und ohne spezielle Hilfsmittel nutzbare Technologien. Smartphones, Tablets, und Navigationsgeräte werden immer wichtiger - auch im Berufsalltag von blinden und sehbehinderten Menschen. Bei immer mehr Geräten sind etwa Sprachausgaben bereits integriert.
Mit Produkttests soll herausgefunden werden, ob diese Geräte auch für Menschen mit Sehbehinderungen alltagstauglich sind.
Die bewährten INCOBS-Informationen und Marktübersichten werden im neuen Projekt überarbeitet und aktualisiert. Gleichzeitig verschiebt sich auch hier der Fokus hin zum Grad der Anpassbarkeit von technischen Hilfsmitteln an betrieblich genutzte Software. Der Hintergrund: Nach wie vor müssen oft die technischen Hilfsmittel, etwa Screenreader, durch spezielle Dienstleister angepasst werden, damit die Anwendungen überhaupt für blinde und sehbehinderte Menschen benutzbar sind. Diese Anpassungen kosten Zeit und Geld und sind nicht nachhaltig, denn neue Systemversionen machen oft erneute Anpassungen nötig. Eine bessere Lösung ist, die beruflich genutzte Software von vornherein möglichst barrierefrei zu gestalten. Zur Auswahl einer Arbeitsplatzausstattung braucht man also verlässliche Informationen darüber, ob die eingesetzte Software ohne Anpassungen nutzbar ist, wie leicht sie anderenfalls an bestimmte Hilfsmittel anpassbar ist, und wie nachhaltig die vorgenommenen Anpassungen sind.
Dafür wird das Projekt INCOBS Standardtechnologien einen ‚Anpassungsfinder' konzipieren und testen. Der Anpassungsfinder hat das Ziel, den Grad der Barrierefreiheit von Software und tatsächlich vorgenommene Hilfsmittelanpassungen im beruflichen Umfeld zu dokumentieren und hier mehr Transparenz zu schaffen.
Basierend auf diesen Daten funktioniert der Anpassungsfinder dann wie eine spezialisierte Suchmaschine. Er unterstützt betroffene Nutzer, Firmen, Integrationsämter, und Schwerbehindertenvertretungen bei der Suche nach möglichst barrierefreier Software oder nachhaltigen Anpassungen, und hilft damit bei der Bestimmung einer optimalen Arbeitsplatzausstattung für blinde und sehbehinderte Nutzer.
Dass Webangebot im aktualisiertem Design finden sie in Kürze unter der altbekannten Adresse www.incobs.de.
Information und Kontakt
Projektleiter Detlev Fischer (Tel. 040-431875-25, E-Mal: fischer@dias.de)
[Quelle: INCOBS-Infobrief - Ausgabe 01/2013]

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
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Redaktion
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Abonnements, Anzeigen
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Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
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