DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 6 – 2013

November / Dezember

23. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Einblicke

Leseförderung in der DZB

Kinderbücher - empfohlen vom Leipziger Lesekompass

Welt-Atlas für Blinde und Sehbehinderte komplett

Zauber der Gewürze - der Reliefwandkalender 2014

Mit Geschichten gegen Schaufelbagger und Baukräne

Die Kramkiste

Hans Scherfig: "Der verschwundene Kanzleirat"

Heinrich Mann: "Der Untertan"

Neu im Regal

Andrea Sawatzki: "Ein allzu braves Mädchen"

LOUIS

NF Reader - ein kostenfreies Podcast-Programm

Info-Service

Taubblinden-Demo

Blindenfußball

Portal Fernstudium Direkt

Kostenlose iPhone-Applikation SehBiS simuliert typische Sehbehinderungen

Kostenloser Hörfilm-Service

Alle Jahre wieder: Schließzeiten zum Jahreswechsel

Impressum

Spenden

Vorbemerkung

Heute sorgen wir sogar für Ihr leibliches Wohlergehen: Ronald Krause stellt Ihnen im Zusammenhang mit unserem neuen Reliefwandkalender 2014 eine kulinarische Aktion vor, die zwölf Wochen andauert und Gabi Schulze macht Sie näher mit einem Buch aus unserem 2014er "Literaturtreff" bekannt, das auch die Lachmuskeln beanspruchen soll. Und Lachen ist ja bekanntermaßen gesund!
Sie merken: die Weichen für das nächste Jahr sind bereits gestellt und es gibt auch 2014 wieder interessante Produkte aus der DZB zu entdecken.
Doch bevor es soweit ist, finden Sie ja vielleicht unter den weiteren Literaturtipps dieser Ausgabe die eine oder andere Anregung, wie Sie Ihren Lieben oder sich selbst noch im alten Jahr eine kleine Freude bereiten können. Der Welt-Atlas für Blinde und Sehbehinderte liegt nun erstmals vollständig vor und die beiliegende "Leipziger Bücherliste" enthält besonders viel Kinder- und Jugendliteratur …
Ich wünsche Ihnen einen beschaulichen Jahresausklang und einen guten Start in den Neujahrsmorgen!
Ihr Karsten Sachse

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Einblicke

Leseförderung in der DZB

Susanne Siems
Es gibt da so Gerüchte - in zwanzig Jahren existieren keine gedruckten Bücher mehr. Ich glaube das nicht, Bücher werden immer wichtig sein, sich in die Medienlandschaft einordnen wie alle Medien bisher. Das ist aber nur ein Thema, und nicht das Wichtigste, wenn es um das Lesen geht. Das Wichtigste an Literatur ist immer noch ihr Inhalt. Und mit der Vermittlung dieser Lese-inhalte sollte man so zeitig wie möglich beginnen. In einer Welt, in der die Teletubbies in die Herzen der Kleinsten eingezogen sind, ist es wichtig, Helden wie der Tigerente, dem kleinen Maulwurf und Pippi Langstrumpf die verdienten Auftritte zu verschaffen. Öffentliche Bibliotheken haben das längst erkannt, sie starten jedes Jahr unzählige Aktionen zum Thema Leseförderung für Kinder und Jugendliche.
Auch die DZB möchte, neben den vielen attraktiven Büchern für erwachsene Blinde und Sehbehinderte, ihr Angebot für junge Menschen stärker bewerben und natürlich auch ausbauen. Unsere Bibliothek widmet sich darum verstärkt auch dem Thema Leseförderung.
Ein großer Teil der Kinderwelt findet in der Schule statt. Wir besuchten darum die Förderschulen in Leipzig und Chemnitz und unterhielten uns mit Grundschülern und Lehrern über Bücher und das Lesen. Dabei zeigte sich, dass unser doch recht reichhaltiges Angebot an Punktschriftbüchern nur von wenigen Kindern genutzt werden kann, zum Glück möchte man fast sagen. Achtzig Prozent der Kinder sind sehbehindert und lesen Schwarzschrift. Meist nutzen sie die Angebote der allgemeinen Bibliotheken; die Lehrer suchen gezielt Literatur mit größerer Schrift. Im Erstlesealter ist das noch möglich, bei der Literatur für größere Kinder kommt man, was die Schriftgröße angeht, schnell an Grenzen. Bücher in Großdruck wären hier hilfreich, nur sind die urheberrechtlichen Bestimmungen in Deutschland diesbezüglich sehr kompliziert. Für die Übertragung eines Buches in Blindenschrift oder als spezielles Hörbuch gibt es Regelungen. Die Gruppe der Menschen aber, von denen man nicht genau weiß, was sie eigentlich sehen, ist in der Verlagswelt nicht einzuordnen und wird mit Misstrauen betrachtet. Hier muss die Politik dringend Lösungen finden, um auch sehbehinderten Menschen den barrierefreien Zugang zum gedruckten Buch zu ermöglichen.
Aber zurück zur Leseförderung in der DZB. Wichtig ist in jedem Fall, dass wir als Bibliothek das Gespräch über Bücher und Literatur mit Schülern und Lehrern immer wieder suchen und auch konkrete Angebote machen. Eines dieser neuen Angebote nennt sich Lesekompass. Den Leipziger Lesekompass gibt es seit der Buchmesse 2012. Eine Jury aus unabhängigen Fachleuten, aber auch Jugendlichen und sogar Bloggern prämiert aktuelle Titel der Kinder- und Jugendliteratur. Die Buchauswahlkommission der DZB wählt für ihre Produktion geeignete Titel der Preisträgerliste aus.
Leseförderung in der DZB bedeutet aber noch mehr: Derzeit werden erste Lesekoffer zusammengestellt, sie enthalten Zeitschriftenangebote, Materialbücher für die ganz Kleinen, Hörbücher und auch Punktschriftbücher für blinde Kinder und Jugendliche. Diese Koffer werden den Schulen oder, falls es sie gibt, der jeweiligen Schulbibliothek, als Leihgabe für ein Schuljahr zur Verfügung gestellt. Die in unserem Bestand vorhandene Literatur wird dafür thematisch durchgesehen, für Kinder relevante Themen wie Abenteuer, Tiere, auch das Thema Behinderung oder Fantasy kommen in die Koffer. Wir möchten auf diese Weise den Kontakt zwischen Bibliothek und Schule ausbauen. Natürlich sollen da auch die Eltern mitmachen können. Ein Thema für die Zukunft sind sicherlich Kinder, die integrativ beschult werden.
Aber die DZB will nicht nur in die Schulen gehen, auch das Angebot, als Schulklasse oder Familie unser Haus zu besuchen, gibt es. Seit einigen Jahren wird am 15. November ein bundesweiter Vorlesetag durchgeführt, eine Initiative der Stiftung Lesen und des Börsenvereins. Wir als DZB haben für diesen Tag eine Grundschulklasse blinder und sehbehinderter Kinder eingeladen und eine Klasse einer Grundschule hier aus Leipzig. Geplant ist, dass diese Kinder sich gegenseitig etwas vorlesen und anschließend bei einer kleinen Führung gemeinsam das Haus entdecken.
Viele Dinge, die im Rahmen der Leseförderung unternommen werden, sind ganz gewiss nicht neu. Für die DZB-Mitarbeiter ist es Gelegenheit, sich einmal wieder auf andere Weise mit dem vorhandenen Literaturbestand auseinanderzusetzen und auch neue Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Kinder kennenzulernen. Für die Kinder und Jugendlichen erhoffen wir eine intensivere Begegnung mit dem Medium Buch und mit dem Abenteuer Lesen. Was gäbe es wichtigeres im Zeitalter von Information und Kommunikation, als miteinander zu reden und sich auszutauschen?
In diesem Sinne möchte ich alle Leser - ob jung oder alt - daran erinnern: Es ist Zeit, mal wieder ein gutes Buch zu lesen! Die DZB-Mitarbeiter beraten gern!

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Kinderbücher - empfohlen vom Leipziger Lesekompass

Karsten Sachse
Zur Leipziger Buchmesse 2012 wurde in Zusammenarbeit zwischen Stiftung Lesen und Leipziger Messe erstmals der "Leipziger Lesekompass" vorgestellt. Dieser soll eine Orientierung unter den etwa 8.000 jährlich neu erscheinenden Kinderbuchtiteln ermöglichen und ist als langjähriges Projekt ausgelegt (Informationen unter http://www.leipziger-buchmesse.de/lesekompass/).
Der Leipziger Lesekompass gibt allen Interessierten einmal im Jahr konkrete Hilfe für die Auswahl geeigneter Literatur an die Hand, die Kindern die Lust am Lesen vermitteln soll. Eine unabhängige Jury wählt dafür Titel aus, die aktuelle Trends aufgreifen, einen Bezug zu den Lebenswelten von Kindern herstellen und die Lesespaß mit einem lesefördernden Ansatz verbinden.
Nach dem Motto "Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler", gehören auch Kinder zu der Jury, die jeweils insgesamt 30 Titel in drei Kategorien aussucht: 2-6 Jahre, 6-10 Jahre, 10-14 Jahre.
Die DZB hat es sich zur Aufgabe gemacht, die für eine Übertragung geeigneten Titel aus dem Lesekompass blinden Schülerinnen und Schülern zugänglich machen. Ein Großteil der 2013 empfohlenen Titel konnte entsprechend umgesetzt werden und wird in der beiliegenden "Leipziger Bücherliste“ genauer vorgestellt.

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Welt-Atlas für Blinde und Sehbehinderte komplett

Deutsche und englische Ausgabe komplett
Werner Nitschke
Nach insgesamt 7 Jahren können wir den Abschluss der Edition des Welt-Atlas für Blinde und Sehbehinderte verkünden. Die kartografischen Daten der Ernst Klett Verlag GmbH bilden die Basis für die umfangreichen Kartenmaterialien.
Entsprechend den unterschiedlichen Anforderungen blinder, sehbehinderter und auch sehender Menschen wird der Welt-Atlas in folgenden drei Ausgabevarianten angeboten:
Der Welt-Atlas hat 12 Teile: eine Übersicht Erde, einen Statistik-Teil und 10 Kontinent-Darstellungen (Nordamerika, Südamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien, Arktis, Antarktis, Atlantischer und Indischer Ozean, Pazifischer Ozean).
Jeder Kontinent enthält eine Übersichtskarte, gefolgt von einer physischen Karte und mehreren Detailkarten.
Die Ausschnitte der Kontinente sind so gelegt, dass jeder Staat einmal vollständig abgebildet wird. Die topografischen Bezeichnungen in den Karten sind mit internationalen Kürzeln versehen, die in den zugehörigen Registerseiten nutzerfreundlich erklärt sind.
Alle Karten sind zur einfachen Identifikation durchnummeriert. Ein Inhaltsverzeichnis mit übergreifendem Suchregister erleichtert das Auffinden der Karten und Staaten.
Der Umfang der Gesamtausgabe des Welt-Atlas beträgt in der deutschen und englischen Version jeweils 44 Karten. Hinzu kommen jeweils über 110 Seiten mit Register und Legende.
Das Format der Karten ist 35 x 41cm. Zum Abheften der Kartenteile werden Sammelordner angeboten. Je nach Umfang sind bis zu 3 Ordner notwendig. Jeder Kartenteil ist einzeln bestellbar.
Preisübersicht Gesamtausgabe Welt-Atlas für Blinde und Sehbehinderte:
Variante 1 - Relief
Reliefkarten aus transparenter Folie mit Erläuterungen in Blindenschrift
Variante 2 - Großdruck
Großdruckkarten in Farbe mit Erläuterungen in Großdruck
Variante 3 - Kombination
Reliefkarten aus transparenter Folie mit farbigen Großdruckkarten unterlegt

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Zauber der Gewürze - der Reliefwandkalender 2014

Ronald Krause
Gefüllte Datteln mit Ziegenkäse und rotem Pfeffer - klingt das lecker? Pfeffer ist auf jeden Fall eines der auserwählten Gewürze im Reliefwandkalender für das nächste Jahr. "Teuer wie Pfeffer" lautete im Mittelalter eine beliebte Redensart. Kein Wunder: Abgaben, Steuern, Zollgebühren und auch Schmiergelder zahlte man häufig in Form von Pfeffer statt mit barer Münze. Heute gehört der Pfeffer zu den Standardgewürzen in jeder Küche.
Passend zum "Zauber der Gewürze" läuft nun eine kleine Aktion im Internet unter www.dzb.de: Zwölf Wochen lang werden le-ckere Rezepte mit den einzelnen Gewürzen präsentiert. Jede Woche gibt es ein neues zu entdecken. Und diese Woche ist folgendes Rezept aktuell:
Gefüllte Datteln mit Ziegenkäse und rotem Pfeffer
Zutaten für 4 Personen
12 Datteln, entkernt (Gibt es am Obst- und Gemüsestand.)
12 Scheiben Schinken (bzw. Speck)
130 g Käse (Ziegengouda)
1 Zweig Rosmarin
2 TL Olivenöl
rote Pfefferbeeren
Zubereitungszeit: ca. 20 Min.
Zubereitung
Ziegengouda in 12 Stücke schneiden. Datteln an der Seite, wo bereits die Kerne entnommen wurden, leicht öffnen, mit Ziegengouda und 1-2 Pfefferkörnern füllen. Mit Schinken umwickeln und mit Zahnstochern fixieren. Circa 1 TL Olivenöl in eine kleine Auflaufform geben. Ein paar Rosmarinnadeln und die Pfefferkörner dazugeben. Dann die gefüllten Datteln in die Form legen. Mit etwas Olivenöl beträufeln. Im Ofen zehn Minuten bei 220 Grad Celsius backen, bis der Speck knusprig ist. Mmh, pikant. Viel Freude beim Ausprobieren!
Kalenderverkauf und alle Infos
Telefon: 0341 7113-119
E-Mail: verkauf@dzb.de
Übrigens: Der Reliefwandkalender "Zauber der Gewürze" wurde mit der Silbermedaille des gregor international calendar award ausgezeichnet. Das freute uns natürlich.

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Mit Geschichten gegen Schaufelbagger und Baukräne

Gabi Schulze
In der Wochenzeitschrift "Literaturtreff" erscheint auch im nächsten Jahr so manches gute Buch in Fortsetzungen (Vorschau in DZBN 5/2013). Dazu gehört u. a. der Roman "Brot und Unwetter" des italienischen Autors Stefano Benni.
Die Bewohner eines kleinen - nein, nicht gallischen, sondern italienischen Dorfes namens Montelfo leisten unbeirrt Widerstand. Nur im Gegensatz zu ihren gallischen Freunden haben sie sich - im Zeitalter der Globalisierung - ganz anderen Gegnern zur Wehr zu setzen: Schaufelbaggern und Baukränen, korrupten Beamten und Bauspekulanten. Ausgerechnet ihre Bar "Sport" soll einem Einkaufszentrum, einem Centro Commerciale, weichen. Es gibt viele Gründe, warum die Dorfbewohner ihre Bar "Sport" retten wollen: Hier treffen sie sich zum Frühstück oder kurz auf einen Kaffee. Hier spielen sie gemeinsam Karten, flirten und tauschen den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Hier wird getrunken, debattiert und gestritten. Und während sich die Schaufelbagger immer weiter einen Weg durch den angrenzenden Wald hin zum Dorf freischaufeln, überlegen die Bewohner von Montelfo auf ihre ganz eigene Art und Weise, wie sie diese stoppen können: Sie erzählen sich Geschichten.
Die Bar "Sport" und ihre schrägen Vögel
Stefano Benni lässt in seiner Bar unverwechselbare, skurrile Gestalten zusammenkommen, schräge Vögel und verschrobene Existenzen, die er mit viel Witz porträtiert und überspitzt in Szene setzt: Trincone, den Wirt der Bar, Igelo Goldhand, den alles reparierenden Handwerker, Archimedes, genannt Archivio, "geschichtliches Bewusstsein" des Dorfes, Simona Bellini, die "Frau mit dem weisen Blick auf die Welt", Frida Fon, Friseurin und Erfinderin des supertoupierten Haars. Allen voran Nonno Stregone, auch Opa Seher genannt, weil er spürt, was unter der Erde und über den Wolken geschieht, weil er wie ein Falke sehen und die leisesten Geräusche wahrnehmen kann. Der Alte erzählt heitere Geschichten aus vergangenen Zeiten, von den geschäftsuntüchtigen Besitzern der Bar, vom legendären Hundewettkampf im Dorf, vom Kochwettstreit zwischen Sofronia und Rasputin, von der Presse und den Kannibalenhühnern in Montelfo und von Trincone, dem unglücklich Verliebten. Eine Geschichte nach der anderen fügt sich zu einem Bild, das die vielfältige Art italienischen Alltags im Dorf widerspiegelt. Im Zentrum die Bar "Sport", die als Mittelpunkt sozialen Lebens eine wichtige Rolle spielt.
Eine rabenschwarze Vision
Aber Benni wäre nicht einer der großen Satiriker Italiens, wenn er dieses Stück italienischer Wirklichkeit nicht auch plastisch karikieren würde. Mit einem lachenden und weinenden Auge schildert er den Zerfall gemeinschaftlicher Strukturen, greift verlogene und korrupte Politiker an, zieht gegen Globalisierung, die Profitgier der Investoren und die Macht der Medien zu Felde. Zuweilen nehmen seine Geschichten märchenhafte, fantastische und surreale Züge an. Dann geistern Gnome durch den Wald, können Hunde Auto fahren, spielt der Teufel Pingpong, wird die Bar "Sport" verhext. Manche seiner ulkigen Geschichten klingen deshalb unglaubwürdig. Doch lässt sich der Leser darauf ein, findet er den tieferen Sinn dahinter.
Stefano Bennis eigenwillige Satire gipfelt in einer rabenschwarzen Vision, in der es zur Finanzkrise und noch schlimmer, zu einer Klima- und Umweltkatastrophe kommt. Makaberer geht's nicht: Die Dorfbewohner haben Glück im Unglück, die Krise rettet ihre Bar "Sport". Am Ende überwiegt der Melancholiker in Benni: Er beschwört eine Utopie herauf, in der seine Helden sich auf ein Leben im Einklang mit der Natur besinnen. Sie und ihre Vorfahren "haben schon immer Brot und Unwetter gegessen und können sich auch mit diesem messen", lässt er Opa Seher erklären. Wirklich wichtig sind nur die Geschichten und der Ort, wo sie erzählt und gehört werden.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Hans Scherfig: "Der verschwundene Kanzleirat"

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Dieser satirische Roman spielt im Dänemark der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. In Kopenhagen verschwanden, nahezu zeitgleich, zwei Männer. Auf den ersten Blick hatten sie nichts miteinander zu tun - ein höherer Beamter und ein Vagabund. Das Verschwinden des einen, Theodor Amsted, eines pflichtbewussten Beamten im Kriegsministerium, wurde noch am gleichen Tag von seiner besorgten Frau gemeldet. Das Verschwinden des anderen, Michael Mogensen, wurde erst drei Tage später von seiner Hauswirtin bei der Polizei gemeldet, und auch das nur, wegen der fälligen Miete für die armselige Dachkammer, die er bei ihr bewohnte. Einen Tag später wurde auf einem nahegelegenen Truppenübungsplatz die unkenntliche Leiche eines Mannes gefunden, der sich mit Dynamit in die Luft gesprengt hatte. Aus den Stofffetzen und einem Abschiedsbrief schlussfolgerte man, dass es sich um Theodor Amsted handelte. Nun begann ein großes Rätselraten. Was konnte ihn zu so einer Tat bewegen, in dessen Leben alles so vortrefflich geregelt schien, der glücklich verheiratet war, einen Sohn hatte und materiell bestens abgesichert war. Um den anderen bekümmerte sich niemand.
Was noch niemand ahnte war, dass die beiden Männer sehr wohl etwas verband. Sie waren einst Schulkameraden gewesen, doch während Amsted eine geordnete bürgerliche Laufbahn einschlug, wurde Mogensen ein Aussteiger, arm, aber ungebunden. "Er lebte in keiner Weise ausschweifend, sondern im Gegenteil wie ein Asket. Er las ständig in dicken Büchern. Auch in ausländischen …"
Während Amsted wie in einem Uhrwerk gefangen war, bewunderte er die Freiheit des Freundes, den er heimlich besuchte und ihm z. B. seine abgetragenen Anzüge gab.
Mogensen erkrankte an einer unheilbaren, tödlichen Krankheit und Amsted gewann viel Geld in der Lotterie. Das brachte sie auf den Gedanken, dass sich Mogensen, der sowieso nicht mehr lange zu leben hätte, anstelle von Amsted umbringt und so diesem die Möglichkeit gibt, mit einer neuen Identität und dem Geld aus der Lotterie ein neues, freies Leben anzufangen. So gelangte Amsted unter einem neuen Namen in ein Dorf nach Jütland, wo er sich aber gar nicht frei fühlte, denn den Bewohnern dort war er als Fremder äußerst verdächtig. Und da gab es auch noch einen eifrigen Kriminalbeamten in Kopenhagen, der diesen rätselhaften Selbstmord unbedingt lösen wollte.
Zuletzt landet Amsted, als angeblicher Mörder im Gefängnis, wo er aber seine Erfüllung findet.
"Er wollte ausprobieren, wie das ist, wenn man ganz frei ist. Verschiedene Umstände trafen zusammen und gaben ihm eine Chance. Aber er eignete sich nicht für die Freiheit. Er war nicht für die Freiheit erzogen. Sein Leben war von Anfang an darauf angelegt, unter Kontrolle zu verlaufen."
Der dänische Schriftsteller Hans Scherfig lebte von 1905 bis 1979. Obwohl sein Vater der Direktor einer Aktiengesellschaft war und durchaus politisch-koservative Ansichten vertrat, verzichtete er darauf sie seinem Sohn aufzuzwingen. So nahm er es auch sehr gelassen hin, als dieser in die kommunistische Partei eintrat. Scherfig wollte ursprünglich Zoologie studieren, die Liebe zur Natur hatte er von seinem Vater übernommen, er veröffentlichte auch später mehrere Arbeiten über die Süßwasserfauna. Daneben war er auch ein begabter Zeichner und Maler. Der Gedanke Berufsschriftsteller zu werden kam ihm Anfang der 30er Jahre, als bei ihm eine schwere Augenkrankheit begann. In seinem Schreiben orientierte er sich an den dänischen satirischen Autoren des 18. Jahrhunderts und an Martin Andersen Nexö. Seit jener Zeit, besonders aber nach dem 2. Weltkrieg, war er auch publizistisch tätig, vor allem in der kommunistischen Zeitung "Land og Folk". "Der verschwundene Kanzleirat" war sein zweites Buch und erschien 1938. Während der deutschen Okkupation kam Scherfig als Kommunist ins Gefängnis, wo ihn ironischerweise sein Augenleiden rettete. Es verschlimmerte sich so stark, dass die Gefängnisleitung sich gezwungen sah, ihn in ein Krankenhaus zu überführen. Dort wurde er einer Augenoperation unterzogen und konnte anschließend freikommen. Die Bücher von Scherfig erreichten hohe Auflagenzahlen, obwohl er kein Bestsellerautor war und von der Kritik wegen seiner marxistischen Anschauungen lange Zeit übergangen wurde.
Das Buch umfasst 3 Punktschriftbände, ist in alter Kurzschrift handgeschrieben, und kann unter der BNA 1077 bestellt werden.
Ein weiterer Roman von Hans Scherfig in der Punktschriftbibliothek
Weitere Titel von Hans Scherfig im Hörbuchbestand

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Heinrich Mann: "Der Untertan"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
Die hier verwendete Buchausgabe stammt vom Verlag Volk und Wissen, Berlin, 1950.
Die Geschichte, welche später von Tucholsky als ein "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnet wird, erzählt aus dem Leben von Diederich Heßling. Diese Hauptfigur des Romans wird geboren in die Familie eines deutschen Papierfabrikanten und wächst unter strenger väterlicher Fuchtel im nationalistischen Geiste erzogen auf. Diederich entzieht sich dem Militärdienst mittels eines fingierten Attests und studiert in Berlin. Dort tritt er eine alkoholgeschwängerte Mitgliedschaft in einer studentischen Verbindung an, deren Netzwerke er sich im Verlauf seines Lebens immer und immer wieder zu bedienen weiß. Er trifft in Berlin seine wohl einzige Liebe, Agnes, und heiratet sie eben nicht - ein Mädchen, welches so leichtfertig mit seiner Ehre umginge, könne nicht die Mutter seiner Kinder werden, verweigert er sich Agnes und dem Wunsch ihres angstvollen Vaters nach einer Hochzeit. Stattdessen geht Heßling in seine kleine Heimatstadt zurück und steigt dort mit Intrigen und Händeln, bei denen er sich auch sozialdemokratischer Untergebener bedient, zu einer festen lokalen und nicht zuletzt sehr reichen Größe auf. Heßling heiratet die üppige Guste Daimchen, nachdem er sie mittels einer Intrige ihrem Verlobten ausgespannt hat, hintergeht aber Guste bald mit einer anrüchigen Geliebten. Den deutschen Kaiser nennt Heßling sein großes Vorbild und lebt als nationalistischer Kriegstreiber in einem miefig-bürgerlichen Umfeld.
Heinrich Mann erzählt die Episoden und den Verlauf von Heßlings Leben mit ironischer und distanzierter Sprache als Lebensgeschichte des untertänigen deutschen Mannes, der feige und voll Kadavergehorsam seiner Obrigkeit dient, aber die ihm Untergebenen und von ihm Abhängigen, Arbeiter, Ehefrau und Schwestern kurzhält, täuscht und tyrannisiert. Mangels Phantasie und Erfahrung und verblendet von der Propaganda der Ära Wilhelm des II. sehnt Heßling den Krieg herbei. Deutsche Historiker sehen den Untertan Diederich Heßling als Karikatur des meinungsbildenden akademischen Bürgers, der den demokratiefeindlichen Nationalismus im kaiserlichen Deutschland erst möglich machte.
Heinrich Mann zeigt uns mit der Beschreibung Heßlings und dessen gesellschaftlichen Umfeldes das Deutschland, in dessen Atmosphäre Nationalismus zu wuchern begann und schließlich den furchtbaren I. Weltkrieg heraufbeschwor. Ein Hauch Verzweiflung senkt sich in das Herz des Lesers. Und doch: nicht nur die Sprache und Erzählkunst ist ein Grund, nach dem "Untertan" zu greifen, sondern man vergnügt sich tatsächlich bei der Lektüre. Dieser Roman war ein weiterer Zankapfel zwischen den Brüdern Heinrich und Thomas Mann, da letzterer seinem Bruder Ästhetizismus vorwarf. Doch ebenjener Ästhetizismus in der Erzählweise von Heinrich Mann macht großen Spaß!
Heinrich Mann begann schon 1906 mit den ersten Gedanken und Notizen zum Buch mit Dokumentationen zum "bürgerlichen Deutschen" in der Kaiserzeit unter Wilhelm dem II. Der Erstabdruck wurde in der Zeitschrift "Zeit im Bild" vom 1. Januar bis 8. August 1913 veröffentlicht. Die spätere Romanauflage erschien in leicht überarbeiteter Form.
Sprecher: Wolf Goette, 15:23 h, Bestellnummer: H000390.
Weitere Titel von Heinrich Mann im Hörbuchbestand
Weitere Titel von Heinrich Mann im Punktschriftbestand

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Neu im Regal

Andrea Sawatzki: "Ein allzu braves Mädchen"

(DAISY-Hörbuch, empfohlen von Jana Waldt)
Die Hunde bellen stundenlang im Garten der Villa in einem Münchener Vorort, bevor man den Rentner Winfried Ott findet. Der 71-Jährige liegt nackt in seinem Schlafzimmer und ist offensichtlich mit einer scharfkantigen Waffe ermordet worden. Zur gleichen Zeit entdeckt die Polizei in einem Waldstück eine verstörte junge Frau. Sie hockt zitternd, dreckverkrustet und mit strähnigen Haaren unter den Zweigen einer Tanne - und kann sich nicht erinnern, wie sie an diesen Ort gelangt ist, weiß nicht einmal ihren Namen.
Nach der Einweisung in die Psychiatrie findet sie in der Therapie mit Hilfe einer einfühlsamen Ärztin in kleinen Schritten zu ihrer Erinnerung zurück, die tragisch, bewegend und schockierend zugleich ist.
Andrea Sawatzki, eine der bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen, hat in ihrem ersten Roman viel psychologisches Gespür und erzählerisches Talent bewiesen.
Der nur 170 Seiten lange spannende Roman zieht jeden Leser/Hörer in seinen Bann.
Bestellangaben

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

NF Reader - ein kostenfreies Podcast-Programm

Ulrich Jander
Heute möchte ich wieder einmal einen Beitrag von Michael Staib vorstellen. Er schreibt über ein kostenfreies, gut bedienbares Programm, mit dem man Podcasts, also Beiträge in akustischer Form oder als Text, aus dem Internet als Serie abonnieren, wiedergeben und speichern kann. Vor geraumer Zeit stellte ich einmal das Programm Juice vor. Das jetzt hier Vorgestellte kann dazu eine geeignete Alternative sein. Im Gegensatz zu Juice aktiviert man die Episoden, statt mit der Leertaste, hier mit der Entertaste. In aller Regel startet dann nicht direkt der Podcast, sondern man gelangt auf die Internetseite des abonnierten Podcasts und kann dort entweder den Text mit dem Screenreader lesen oder die akustische Wiedergabe starten. Aber lesen Sie bitte selbst. Allen, die sich damit befassen wollen, wünsche ich viel Erfolg. Rückfragen können natürlich gern an mich in der DZB gestellt werden.
Es folgt nun der Beitrag von Michael Staib, Stand 27.08.2013:
RSS-Feeds helfen uns, die Informationsflut täglich in den Griff zu bekommen
Wer aktuell wissen möchte, was in der Welt los ist, hat mit dem Internet eine nahezu unerschöpfliche, sich ständig aktualisierende Informationsquelle. Ob Nachrichten, Internetseiten zu Fachthemen oder Rezepte: Irgendein Journalist, Blogger oder Inhalte-Produzent hat sicherlich interessante Informationen zum gewünschten Thema veröffentlicht. Doch ohne spezielle elektronische Hilfsmittel ist es sehr zeitaufwändig, auf dem Laufenden zu bleiben. Das Informationsangebot im Internet ist heutzutage einfach zu groß. Rettung verspricht inzwischen ein Werkzeug mit dem englischen Namenskürzel RSS. Es hilft, die gigantischen Informationsmengen im Web sinnvoll zu organisieren und auf unseren Computer zu bekommen:
RSS (Really Simple Syndication, zu deutsch etwa "wirklich einfache Verbreitung") ist eine Technologie, die es ihren Nutzern erspart, zeit-intensiv jede Website einzeln aufzurufen und nachzuschauen, ob neue Artikel online verfügbar sind. RSS nimmt uns diese Arbeit ab und aktualisiert in einer Liste (Newsfeed) schnell lesbare und informative Artikelüberschriften, sobald bei einem abonnierten Internetangebot etwas Neues verfügbar ist. Wenn dann beim diagonalen Lesen der Listeneinträge dieses News-feeds etwas für uns Interessantes dabei ist, reicht es aus, die Enter-Taste zu drücken und die Information wird angezeigt oder abgespielt. Auf diese Weise werden mit RSS zum Beispiel halbstündliche Nachrichten, Podcast-Episoden mit Infos oder Rezepten, Radiobeiträge zum zeitversetzten Nachhören (radio on demand) oder auch Fernsehserien (Video oder Hörfilm) von den Sendern oder anderen Anbietern für einen begrenzten Zeitraum bereitgestellt.
Wie funktioniert RSS? Ob eine Webseite ihren Lesern RSS-Newsfeeds (sinngemäß "Einspeisung von Nachrichten") bietet, ist meist an einem orangefarbenem Symbol oder dem Vermerk "RSS" zu erkennen. Zu finden ist es in der Adresszeile des Browsers oder einfach mitten auf der Seite. Es gibt mehrere Wege, um diesen Service zu nutzen:
Ein empfehlenswerter RSS-NewsfeedReader für blinde Screenreader-Nutzer soll hier vorgestellt werden: Das barrierefreie und screenreadertaugliche Programm NF Reader 1.42 kann Newsfeeds abonnieren, lesen und speichern. Dieser kostenlose Feed-Reader für Windows XP, Vista, 7 und 8, der nicht installiert werden muss, unterstützt RSS-, Atom- und RDF-Feeds. Feeds und ganze Gruppen von Feeds können mit NF Reader in OPML-Format (ein Industriestandard) exportiert und wieder importiert werden. Damit kann man sich seine mühsam gesammelten Feed-Adressen (ähnlich wie Bookmarks oder Lesezeichen) sichern und in andere Newsfeed-Reader auf andere Endgeräte übertragen. Die Menüleiste erreicht man mit der Alt-Taste. Im Datei-Menü kann man Feeds importieren und exportieren und das Programm beenden. Im Feed-Menü kann man Feeds hinzufügen, bearbeiten und löschen, als gelesen oder ungelesen markieren und suchen.
Nach dem Programmstart steht man in der Strukturansicht, wählt den Feed in der alphabetisch sortierten Liste aus (zum Beispiel einen Rezept-Podcast), geht mit Tabulator in die Listenansicht mit den dort aufgeführten aktuellen Episoden und wählt die interessierende Episode (zum Beispiel einen Rezepttitel) mit Enter aus. Nun wird der in Windows voreingestellte Standard-Browser zum Anzeigen oder Abspielen des Inhalts der Episode gestartet. Das kann dann ein MP3-Audio, ein Video, eine Internetseite oder auch eine PDF-Datei sein, die im Browser Firefox oder im Internet Explorer angezeigt bzw. abgespielt wird. Wer die Informationen aus Zeitgründen erst später oder auf einem anderen Gerät (zum Beispiel MP3-Player oder Smartphone) anschauen, anhören oder lesen will, kann den Firefox oder auch den Internet Explorer im Downloadfenster so einstellen, dass alle Objekte der Episode vorerst nur im eingestellten Download-Ordner kopierfähig gespeichert werden, statt diese sofort abzuspielen oder anzuzeigen.
Die Aktualisierung der Feed-Inhalte erfolgt automatisch nach dem Programmstart von NF Reader und kann bei schnell wechselnden Inhalten (zum Beispiel bei Nachrichten-Tickern) manuell mit Shift+F5 erzwungen werden.
Download von NF Reader:
http://www.gaijin.at/getit.php?id=nfreader
Am Ende des Beitrages nun noch einige aktuell ausgewählte nützliche RSS-Newsfeed-Adressen zum kostenlosen Abonnieren:
Deutschlandradio Literatursendung Büchermarkt: http://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/buechermarkt/
Der ARD-Tatort als Hörfilm mit Audiodeskription: http://mediathek.daserste.de/export/rss?sendung=602916
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband mit seinem Podcast DBSV-Direkt: http://www.dbsv.org/no_cache/startseite/backend.php
Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig mit ihrem DZB-Podcast: http://www.dzb.de/aktuelles/podcast/rss.xml
Beiträge von Blinden für Blinde: http://www.anderssehen.at/anderssehen.xml
7 Rezept-Podcasts für Koch- und Backbegeisterte:
Rezept des Tages auf Chefkoch.de: http://www.chefkoch.de/rss/rezept-des-tages.php
ARD Buffet: http://mediathek.daserste.de/export/rss?sendung=428628
RBB Inforadio-Sendung Aufgegabelt: http://www.inforadio.de/podcast/feeds/aufgegabelt/aufgegabelt.feed.podcast.xml
SWR 4 Kochclub: http://www1.swr.de/podcast/xml/swr4/rp/kochclub.xml
Bayern 1: Clever kochen: http://www.br-online.de/podcast/clever-kochen-mit-alexander-herrmann/cast.xml
Bayern 3: Kinderleicht kochen: http://www.br-online.de/podcast/alfons-schuhbeck/cast.xml
WDR 2: Einfach Gote: http://podcast.wdr.de/radio/wdr2_einfach_gote.xml

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Info-Service

Taubblinden-Demo

Rund 700 Menschen demonstrierten am 4. Oktober in Berlin weltweit erstmals für die Rechte taubblinder Menschen. In andächtiger Stille und an symbolische Eisenkugeln gekettet, zogen sie vom Reichstag zum Potsdamer Platz und forderten, dass die Isolation taubblinder Menschen mit den dringend nötigen Hilfen aufgebrochen wird.
Um auch ohne Hör- und Sehvermögen ein menschenwürdiges Leben führen zu können, brauchen Taubblinde persönliche Assistenz, Dolmetschung, Reha-Angebote und Hilfsmittel. Ein spezielles Merkzeichen im Behindertenausweis würde es erleichtern, solche Hilfen zu bekommen. Bisher ist die Einführung des Merkzeichens gescheitert.
In einem Brief des Kanzleramtes zur Demo heißt es: "Die Bundeskanzlerin nimmt die Anliegen und Anregungen taubblinder Menschen sehr ernst. [...] Mit einem eigenständigen Merkzeichen kann dokumentiert und ein Bewusstsein geschaffen werden, dass es sich bei Taubblindheit um eine Behinderung eigener Art handelt. Auch zu einer besseren Sensibilisierung bei den Ansprechpartnern in den Behörden wird ein Merkzeichen beitragen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird deshalb die Gespräche dazu mit den Ländern fortsetzen."
[Quelle: DBSV-direkt]

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Blindenfußball

Der MTV Stuttgart hat den Meistertitel im Blindenfußball zurückerobert. Beim Saisonfinale lagen die Schwaben durch einen Sieg gegen den VfB Gelsenkirchen (1:0) bereits vor dem Spitzenspiel gegen die Titelverteidiger aus Marburg (2:2) uneinholbar vorne. Den begehrten Meisterpokal überreichten DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Als Torschützenkönige wurden Michael Wahl vom PSV Köln und Ali-Can Pektas von den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg ausgezeichnet, die beide am Saisonende zehn Treffer auf ihrem Konto vorweisen konnten.
Die Blindenfußball-Bundesliga wurde 2008 vom DBSV initiiert. Der Verband fördert die Teams für ihre Teilnahme an der Liga. Mitveranstalter sind die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutsche Behindertensportverband.
Abschlusstabelle der sechsten Blindenfußball-Bundesliga
  1. MTV Stuttgart, 20 Punkte
  2. SF Blau-Gelb Marburg, 16 Punkte
  3. SG Düren/Köln, 14 Punkte
  4. VfB Gelsenkirchen, 9 Punkte
  5. Chemnitzer FC, 9 Punkte
  6. ISC Victoria Dortmund, 9 Punkte
  7. SG Braunschweig/Berlin, 8 Punkte
  8. BFW/VSV Würzburg, 7 Punkte
  9. FC St. Pauli, 5 Punkte
Mehr Infos zur Liga und zum Blindenfußball unter:
www.blindenfussball.de
www.blindenfussball.net
www.blindenfussball.info
[Quelle: DBSV-direkt]

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Portal Fernstudium Direkt

Auf dem Portal Fernstudium Direkt ist ein Ratgeber online gestellt, der behinderten Menschen dabei helfen soll, die Bildungsalternative Fernstudium für sich zu entdecken und einen passenden Bildungsanbieter zu finden:
http://www.fernstudium-direkt.de/magazin/fernstudium-fuer-behinderte.html
Der Ratgeber steht auch als PDF-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung.
[Quelle: www.bloofusion.de]

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Kostenlose iPhone-Applikation SehBiS simuliert typische Sehbehinderungen

Was sehen Sehbehinderte bzw. was sehen sie nicht oder nur noch schlecht? Was genau ist ein Glaukom? Und wie wirkt sich eine Netzhautablösung auf meine ›Sichtweise‹ aus? Sich vorzustellen, was es heißt, sehbehindert zu sein, fällt Nicht-Sehbehinderten naturgemäß schwer. Dies soll sich mit der von der dkd Internet Service GmbH veröffentlichten iOS-App ›SehBiS‹ ändern. SehBiS ist ein kostenloser Sehbehinderungssimulator für das iPhone. Mit SehBiS lassen sich acht in Deutschland weit verbreitete Sehbehinderungen und Sehstörungen in jeweils drei Schweregraden simulieren. Zurzeit simuliert die App folgende Sehstörungen: Diabetische Retinopathie, Glaskörpertrübung, Grüner Star (Glaukom), Makuladegeneration, Netzhautablösung, Retinitis Pigmentosa, Astigmatismus, Grauer Star (Katarakt).
Unentgeltlich entwickelt hat das Programm die dkd Internet Service GmbH in Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e.V. (BSBH). Die mit SehBiS erstellten Fotos können lokal gespeichert oder dank der Social-Media-Anbindung an Facebook, Twitter und E-Mail direkt aus der Applikation heraus "geshart" (=geteilt) werden. So soll die App helfen, ein Bewusstsein für die Einschränkungen sehbehinderter Menschen zu schaffen und neue Unterstützer für die Arbeit des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen e.V. (BSBH) zu gewinnen.
Die iPhone-App SehBiS kann seit 20.08.2013 kostenlos über den Apple iTunes Store (http://itunes.apple.com/de/app/sehbehinderungssimulator/id622511699?l=en&m) heruntergeladen werden. Einfacher geht es mit der Eingabe von "Sehbehinderungssimulator" im Suchfeld des App-Stores.
[Quelle: Newsletter Blickpunkt Aktuell 19/2013 des DBSV vom 10.10.13.]

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Kostenloser Hörfilm-Service

Audiodeskription bei gesellschaftlichen, sportlichen Großereignissen und Hörfilmen im TV: hoerfilm.tvbutler.at bietet all dies - barrierefrei zugänglich - und noch weiteren speziellen Service.
Die gesamte Hörfilmliste der nächsten Wochen, täglich aktualisiert, ist immer unter diesem Link erreichbar:
http://hoerfilm.tvbutler.at/audiodeskription/hoerfilme/programm-liste/
Es gibt auch eine Liste mit den Hörfilmen des aktuellen Tages:
http://hoerfilm.tvbutler.at/audiodeskription/hoerfilme/hoerfilme+heute/
und des Folgetages:
http://hoerfilm.tvbutler.at/audiodeskription/hoerfilme/hoerfilme+morgen/
[Quelle: BSVS-KOMPAKT]

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Alle Jahre wieder: Schließzeiten zum Jahreswechsel

Jana Waldt
An dieser Stelle möchten wir unsere Bibliotheksnutzer daran erinnern, dass die DZB vom 27. Dezember 2013 bis einschließlich 1. Januar 2014 geschlossen bleibt. Am Freitag, dem 20.12., können letztmalig Ihre Bestellungen bearbeitet werden. Wenn Sie also zwischen den Feiertagen nicht auf Hör- oder Punktschriftbücher verzichten und eine größere Lieferung erhalten möchten, teilen Sie uns dies bitte bis spätestens 11. Dezember mit.
Konkrete Weihnachtsliteratur-Wünsche nehmen wir ab sofort entgegen.
Erinnern möchten wir an dieser Stelle außerdem, dass alle Hörer, die ständig mehr als 3 Hörbücher im Umlauf haben, wie jedes Jahr automatisch zusätzliche Titel erhalten werden. Informieren Sie uns bitte rechtzeitig, falls Sie dies nicht wünschen.

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
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Redaktion
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Tel.: 0341 7113-135
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Abonnements, Anzeigen
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»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich im Jahresabonnement wahlweise als CD DAISY, in Blindenkurzschrift und in Schwarzschrift.
Jahresbezugspreis: 9,00 Euro.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften
Das Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.
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