DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 3 – 2014

Mai / Juni

24. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Einblicke

Die DZB im Jahr 2013

DZB trifft Politik

120 Jahre DZB

Blinde Musiker brauchen Noten

Die Kramkiste

Siegfried Epperlein: "Karl der Große. Eine Biographie."

Arnold Zweig: "Junge Frau von 1914"

Neu im Regal

Ben Nevis: "Die drei ??? - das düstere Vermächtnis"

Autorenporträt

Gabriel Garcia Márquez (1928 - 2014)

LOUIS

Wo und wie erhalte ich Reiseinformationen über meine künftige Fernbusfahrt?

Sehbehinderte und blinde Menschen bedienen Smartphones - Veranstaltung der DZB zum Sehbehindertentag am 06.06.2014

Info-Service

Änderungen im „Literaturtreff“ 2014

Wir sind kein Museum!

Sight City: Wir kommen!

"EBU Onkyo World Braille Essay Contest 2014 - Europe"

Autorallye für Blinde und Sehbehinderte

Fachtagung zum Thema "Sehen im Alter"

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Impressum

Vorbemerkung

Einen weitaus größeren zeitlichen Rahmen behandelt die Rubrik „120 Jahre DZB“. Im Mittelpunkt steht heute das Thema „Blinde Musiker und ihre Noten“.
Es schließen sich die literarischen Empfehlungen an, gefolgt von einem Autorenporträt des kürzlich verstorbenen Literaturnobelpreiträgers Gabriel Garcia Márquez.
Thema in „LOUIS“ ist, wie man an Informationen zu den neuen Fernbusverbindungen gelangen kann. Außerdem lädt Sie Ulrich Jander zu einer Veranstaltung ein, die am 6. Juni anlässlich des Sehbehindertentages in der DZB stattfindet.
Leserinnen und Leser der Zeitschrift „Literaturtreff“ erfahren Neuigkeiten im „Info-Service“, der mit weiteren Informationen und Terminen aus verschiedenen Bereichen aufwartet, u.a., wo Sie uns zur bevorstehenden Sight City finden können.
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Einblicke

Die DZB im Jahr 2013

Prof. Dr. Thomas Kahlisch | Gabi Schulze
Blicken wir auf das Jahr 2013 zurück, dann war es vor allem ein Jahr, in dem wir weitere Voraussetzungen für die umfangreichen Vorhaben der kommenden Jahre geschaffen haben. Denn in Zukunft möchten wir unseren NutzerInnen zeitgemäße Informations- und Literaturangebote und umfassende moderne Serviceleistungen anbieten können. Dazu gehören u. a. Zeitschriften und Bücher online verfügbar und E-Books barrierefrei zugänglich zu machen. Grundlage dafür ist der Einsatz moderner Informationstechnologien und IT-Verfahren.
Im Bereich Informatik wurde die Mediendatenbank in zwei Teilbereichen weiterentwickelt. Zum einen ging es um die durchgängige digitale Unterstützung der Produktionsabläufe, zum anderen um die Verbesserung und Weiterentwicklung der Software im Bibliotheksbereich. So wurde zum Beispiel eine für die Bereiche Hörbuch- und Punktschriftausleihe festgelegte neue Klassifikation in die Datenbank integriert und eine sehr detaillierte Statistikfunktionalität aufgebaut. In der Blindenschriftherstellung erfolgte die schrittweise Implementierung der Werkzeuge aus dem Projekt Leibniz in den Arbeitsprozess. Die Mitarbeiter arbeiteten sich in den Leibniz-Workflow ein und haben viel Zeit in die Titelbearbeitung mit dem Leibniz-Editor und die Quelldatenverwaltung investiert. Dieser Arbeitsprozess ist weiterhin im Ausbau und noch nicht abgeschlossen. Gegenwärtig liegt die Stärke des Leibniz-Editors in der Vielfalt der herstellbaren Zielmedien. Eine effektivere und schnellere Übertragung mit Hilfe der Leibniz-Werkzeuge ist das langfristige Ziel.
Die Modernisierung der PC-Arbeitsplätze und der Umstieg auf das Betriebssystem Windows 7 (64-Bit) und Office 2010, sowie der Austausch der verschlissenen ADR-Brennrobotersysteme durch neue aktuelle Modelle waren eine wichtige Grundlage für das effektive Arbeiten der Produktions- und Servicebereiche.
Zugang zu unserem vielfältigen Informations- und Literaturangebot erhalten die NutzerInnen über den Bereich Bibliothek-Beratung-Verkauf. Ende 2013 umfasste der DAISY-Hörbuchbestand 26.848 ausleihbare Titel. An Brailleschriftbüchern sind 16.206 Titel im Bestand und 6.233 Notentitel ausleihbar. Es meldeten sich 173 neue Leser in der Punktschriftbibliothek und 333 neue Hörer in der Hörbücherei an. Auch das hauseigene Archiv zum Blindenwesen (WBB) wurde vielfach genutzt. Die DZB hat 5.358 aktive Nutzer, darunter 1.189 Punktschriftleser, 4.578 Hörer und 85 Nutzer, die Noten ausleihen. Insgesamt angemeldet sind 9.800 Nutzer. Die angemeldeten Nutzer zu motivieren, wieder Bücher zu bestellen, aber auch neue Nutzer zu gewinnen, muss unser Ziel in den nächsten Jahren sein, denn die Existenzberechtigung einer jeden Bibliothek wird u. a. an der Zahl ihrer Nutzer gemessen.
Im Verkauf ist der Umsatz gegenüber 2012 um 11,9% gestiegen, wesentlichen Anteil an der Steigerung haben dabei die Einzelverkäufe und Aufträge. 283 neue Titel konnten 2013 für den Verkauf bereitgestellt werden, das sind 30 Titel mehr im Vergleich zu 2012. Bei der Sachliteratur gab es einen leichten Rückgang, bei Belletristik und Kinderliteratur eine deutliche Zunahme. Weitere aktuelle Bücher des Leipziger Lesekompass und der Minipocket-Reihe für Leseanfänger wurden produziert und herausgegeben. Ein ganz besonderes Buch für Kinder im Alter bis sechs Jahren ist das Tastbilderbuch "Der Löwe, der nicht schreiben konnte" mit taktilen Abbildungen aus verschiedenen Materialien. Ein weiteres Highlight und neues Produkt im Verkauf ist die Adaption des Kartenspiels Black Stories, ebenfalls ein sehr aufwändig herzustellendes Erzeugnis. Die Produktion des deutsch- und englischsprachigen Weltatlas fand im vergangenen Jahr ihren Abschluss. "Zauber der Gewürze" so heißt der Reliefwandkalender für das Jahr 2014. Er wurde 1.170-mal verkauft und erhielt bei der internationalen Kalenderschau des Graphischen Klubs Stuttgart eine Auszeichnung in Silber. Das Notenangebot im Verkauf wuchs auf ca. 730 Titel an, 30 Notentitel kamen hinzu. Leider ist sowohl die Anzahl der Abonnenten, als auch die Anzahl der Zeitschriftenabos wieder leicht gesunken. Die erhoffte Steigerung der Abonnements bei "NEON" und bei "Ein Herz für Tiere" blieb aus. Erfreulich ist, dass die Anzahl der Aufträge im Vergleich zu 2012 zugenommen hat, von 165 auf 185 Aufträge, und damit auch der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen ist. Das zeigt: Die individuelle Auftragsbearbeitung ist zu einem wichtigen Bestandteil der Serviceleistungen der DZB geworden.
Dieser Zuwachs an Auftragsleistungen widerspiegelt sich auch im Produktionsbereich Blindenschriftherstellung. Für interne und externe Aufträge wurden 3817 Seiten übertragen, 646 Seiten mehr als 2012. Dazu kommen noch 2288 Notenseiten, die auf Anfrage im Rahmen der individuellen Dienstleistung MakeBraille produziert wurden. Die Mitarbeiter übertrugen 220 Plantitel in Brailleschrift. Mit über 71.800 Gesamtseiten im Bereich Neuproduktion wurde die avisierte Planzahl von 68.500 Gesamtseiten überboten.
Zum Tag der offenen Tür konnte Vertretern der Wladimir-Filatow-Schule Leipzig das Tastbilderbuch "Der Löwe, der nicht schreiben konnte" übergeben werden. Mitarbeiter der Relieftechnik fertigten die taktilen Illustrationen aus verschiedenen Materialien in aufwändiger Handarbeit an. Das Buch wird gern gekauft und zurzeit in seiner 3. Auflage herausgegeben. Ebenfalls an diesem Tag wurde dem Auftraggeber Grüner Ring/Gemeinde Borsdorf die Reliefkarte zum Gewässerverbund Leipziger Neuseenland übergeben. Die Reliefkarte kann auch in der DZB gekauft werden. Insgesamt gestalteten die Mitarbeiter in der Relieftechnik 113 Zeichnungen und stellten 123 Matrizen, sowie 30.986 Reliefs aus Folie her. Dazu gehören u. a. auch der Reliefwandkalender "Zauber der Gewürze", die Reliefkinderbücher "Cowboy Klaus und Otto der Ochsenfrosch" und "Pfoten hoch!", die restlichen geografischen Karten zum Weltatlas und Glückwunschkarten mit neuen Motiven. Aus Mikrokapselpapier/Schwellpapier wurden insgesamt 436 Reliefs angefertigt, u. a. für die Kinderbücher der Mini-Pocket-Reihe.
Die taktilen Karten und Bilder werden in der Buchbinderei zu Büchern oder Broschuren gebunden. Ganz gleich ob Auftrags- oder DZB-Produkt - in der Druckerei/Buchbinderei erhält jedes Produkt seine fertige Gestalt. 2013 verarbeiteten die Mitarbeiter der Abteilung 31 Tonnen Blindenschriftpapier für Zeitschriften und Bücher am Automaten, Tiegel und Schnelldrucker, um über 4.460.000 Seiten in Brailleschrift herzustellen. 3.809 Brailleschriftbände wurden neu gebunden (Vergleich zu 2012: 3.690) und 10.046 Broschuren mit Ringbindung versehen. Auftragsbroschuren mit Reliefkarten, wie zum Beispiel der Ausstellungsführer für blinde Besucher "Stadtgeschichtliches Museum" Leipzig, der taktile Übersichtsplan einer Wanderausstellung für 11 verschiedene Städte und die schon oben erwähnte Gewässerkarte wurden gedruckt, zugeschnitten und spiralisiert bzw. gebunden. Hinzu kamen Reliefkinderbücher, die Kalenderproduktion sowie das Drucken von Visitenkarten und Auftragsflyern. Ein neues Produkt, an dessen Herstellung die Buchbinderei einen großen Anteil hat, ist die Adaption des Kartenspiels "Black Stories". Durch die Anschaffung neuer Drucktechnik in der Schwarzdruckerei konnten die Kalenderblätter für den Reliefwandkalender und die Schwarzdruck-Kataloge im Haus gedruckt werden. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Anzahl der hergestellten Schwarzdruckseiten auf das Doppelte (über 654.000 Seiten).
Hörbücher sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Bibliotheksausleihe. 178.388 Hörbücher wurden 2013 ausgeliehen, davon 9.807 sofort gebrannt. Erfreulich ist, dass im Vorjahr erstmals über 200 neue Hörbuchtitel in unserem Studio produziert und der Hörbücherei zur Ausleihe bereitgestellt werden konnten. Insgesamt entstanden 672 Audioproduktionen. Neben den Hörbuchtiteln zählen sowohl eigene als auch Auftragszeitschriften, zahlreiche Auftragswerke und Podcasts dazu.
Der DZB als Dienstleister, der blinden und sehbehinderten Menschen Literatur und Informationen zugänglich macht, liegt auch sehr am Herzen, dass ihr Haus ein Ort der Begegnung ist, der vielfältige Veranstaltungen im Umgang mit Literatur zum Erlebnis werden lässt.
Zum Literaturfest "Leipzig liest" lud die DZB zu einer Lesung mit Roman Töppel, der zum 200. Gedenkjahr an die Völkerschlacht aus seinem Buch "Die Sachsen und Napoleon - ein Stimmungsbild 1806-1813" las. Etwas Besonderes war die von der DZB organisierte Lesung von Sabrye Tenberken in der Leipziger Stadtbibliothek, die das Publikum begeisterte und gute Medienresonanz fand. Zur Museumsnacht im Mai herrschte auch im Haus der DZB "Jagdfieber". Zwei Thomaner lasen aus ihrem kleinen Krimi "Leichen lieben nicht". Rund 300 Besucher wurden Anfang September zum bunten Programm am Tag der offenen Tür begrüßt. Und unserer Einladung zum Vorlesetag am 15. November folgten Schüler einer Grundschule in Leipzig und der Landesblindenschule Chemnitz. Letzterer übergab die DZB eine Lesekiste, weitere an andere Schulen sollen folgen. Mit diesem Literaturangebot, wozu auch die Produktion des Kinderbuches "Ich schenk dir eine Geschichte" in Brailleschrift gehört, möchte die DZB die Leseförderung blinder und sehbehinderter Kinder unterstützen. So engagierte sie sich im Vorjahr auch für eine enge Zusammenarbeit mit den Blindenschulen in Leipzig, Chemnitz und Weimar, die fortgesetzt werden soll.
Die DZB war auf verschiedenen Messen (Leipziger Buchmesse, Sight City in Frankfurt und RehaCare in Düsseldorf) präsent, zu Veranstaltungen und Aktionen von Vereinen unterwegs und stellte dort ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Im Haus selbst empfing sie im Vorjahr 285 Erwachsene und 624 Kinder zu insgesamt 65 Führungen. Seit September letzten Jahres ist die DZB auch auf Facebook präsent und hat seitdem eine stetig wachsende Fangemeinde. Diesen und vielen anderen Nutzern schickte die DZB ihre jährliche Info-CD mit Neuigkeiten aus dem Haus.
Ausblick auf im Jahr 2014 anstehende Vorhaben und Ziele
Im Jahr 2014 führt die DZB ein neues Buchhaltungssystem ein und stellt ihr Berichtswesen auf das sogenannte neue Steuerungsmodell des Freistaates Sachsen um. Nach erfolgter Umstellung wird sich der Verkaufsbereich auf Basis neuer Softwarelösungen weiterentwickeln und u. a. eine verbesserte Präsenz unserer Erzeugnisse im Internet ermöglichen. Aktuell steht die Einführung des neuen Hörbuchausleihsystems DIBBS an, welches von der Norddeutschen Blindenhörbücherei entwickelt wurde und bereits in Berlin und Marburg Anwendung findet. Damit wird schrittweise eine Angleichung von Systemen in der MEDIBUS-Gemeinschaft erreicht, die auch den Download von Hörbüchern unterstützen kann. Konkrete Projekte müssen in diesem Bereich 2014 verabredet und geplant werden. Die Medienvielfalt zu stärken und neue Angebotsformen zu erschließen, beschreibt das Konzept der DZB, der sich ständig verändernden Medienlandschaft Rechnung zu tragen. Neue Felder des Engagements sind dabei E-Books und auch Literatur in Großdruck, die für Schulen und Ausbildungseinrichtungen angeboten werden. Leibniz-Werkzeuge, Weiterentwicklungen im Bereich der Produktionssteuerung, die Umstellung der Bibliotheks- und Buchhaltungssoftware auf neue Lösungen schaffen dafür die erforderlichen Voraussetzungen.

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DZB trifft Politik

Ronald Krause
Ja, das ist zeitlich ein kleiner Rückblick. Was die Wirkung von zwei "politischen" Terminen im März angeht, schauen wir aber nach vorn.
Im Landtag
Zunächst hatte die DZB, Prof. Dr. Thomas Kahlisch, am 26. März die Gelegenheit, sich im Sächsischen Landtag als Experte zu einem Gesetzentwurf zu positionieren. Es geht um das Sächsische E-Government-Gesetz (Kürzel: Sächs.EGovG). Hierin soll geregelt werden, was für eine künftige elektronische Verwaltungsarbeit gelten soll. Also beispielsweise, wie das komplette Antragsverfahren zwischen Bürger und Amt digital abgewickelt werden kann - ähnlich kommerziellen Transaktionen im Internet. Der Ansatz ist gut, kann Kosten sparen und einige Wege. Vieles muss allerdings bedacht werden. Allein ein Aspekt ist, ob die angedachten Verfahren barrierefrei zugänglich sind und wie stringent das im Gesetz festgeschrieben ist. Dazu wurde im entsprechenden Landtagsausschuss auch die DZB angehört. Wir vertraten unter anderem die Meinung, dass in der Kommunikation einer modernen Verwaltung Barrierefreiheit unbedingt gewährleistet sein soll. Dazu sprach auch der blinde Richter a. D. Uwe Boysen. Einige haben gewiss schon von ihm gehört. Viele weitere Sachverständige gaben ihre Statements zu wichtigen Belangen des Gesetzentwurfs ab - etwa zur Verfassungsmäßigkeit, zur Datensicherheit oder zur Finanzierung. Damit können sich die Ausschussmitglieder aller Parteien nun Meinungen bilden, die sie in das weitere Gesetzgebungsverfahren einbringen. Das war auf jeden Fall ein sehr interessanter Termin, bei dem auch die Belange von sehbehinderten und blinden Bürgern in Sachsen nicht zu kurz kamen!
Staatsekretärin im Haus
Der Tag darauf hatte wieder eine politische Dimension - hoher Besuch aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hatte sich angekündigt und kam zum ersten Mal in die DZB. Ihre Hände strichen liebevoll über die handwerklich gebundenen Braillebücher und tasteten die Reliefs in den Kinderbüchern - die Parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller ist gelernte Buchhändlerin und weiß die Arbeit für ein gutes Buch zu schätzen. In der Produktion einer Blindenbücherei war sie allerdings zum ersten Mal. Die Staatssekretärin wurde von einer Bundestagsabgeordneten aus Leipzig, Daniela Kolbe, und einer Teilnehmerin des "Girls Day" - fand just am 27. März statt - begleitet. Die Besucherinnen interessierten sich auch für die neuen Wege der Literaturaufbereitung für Blinde und Sehbehinderte. Neben Anwendungen der Übertragungssoftware Leibniz (gefördert vom BMAS) ging es so um das neue Projekt BADI, dessen Ziel es ist, Bücher im eBook-Format barrierefrei zugänglich zu machen. Nicht nur nach diesem Besuch ist festzuhalten: Es ist sicher gut, wenn die Politik über die Arbeit der DZB für blinde und sehbehinderte Menschen informiert ist und das Engagement zu schätzen weiß.

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120 Jahre DZB

Blinde Musiker brauchen Noten

Gabi Schulze
Am 11. November 1948 treffen sich 28 blinde Berufsmusiker zu einer Arbeitsberatung im Bach-Saal der Zoo-Gaststätten in Leipzig. Eingeladen hat die Notenabteilung der DZB. Sie übernahm im Juli 1946 die Musikalien der Notenbeschaffungszentrale des ehemaligen Reichsdeutschen Blindenverbandes (NBZ) aus Wernigerode und baut nun eine eigene Notenherstellung auf. Deshalb sind ihr die Anregungen der speziellen Nutzer und deren Nachfrage nach Noten sehr wichtig. Die Tagung endet mit einem gemeinsamen Besuch im Gewandhaus und der Rat der Stadt Leipzig schenkt den Musikern sogar die Konzertkarten.
Besuch von Übersee
Bis zur Übernahme ihrer Musikalien an die DZB ist die NBZ in Berlin, später in Wernigerode, tätig. 1928 auf Anforderung blinder Musiker gegründet und von der "Arbeitsgemeinschaft zur Förderung blinder Berufsmusiker" unterstützt, stellt sie ihren Nutzern gedruckte und handschriftlich übertragene Noten bereit. Von 1928 bis 1945 sind ca. 150 Noten- bzw. musiktheoretische Werke im Auftrag der NBZ gedruckt worden. Diese kommen von den bestehenden Blindenschriftdruckereien, vor allem aus der Blindenstudienanstalt in Marburg, aber auch von der DZB in Leipzig. Die damalige Direktorin und Tochter eines Moskauer Konzertmeisters Marie Lomnitz-Klamroth hat in Leipzig ein Musikalienzentrum aufgebaut, das durch eine "großzügige Stiftung für den Ankauf der gesamten Notenschriftliteratur" von Prinzessin zu Waldenburg-Schönburg ermöglicht wurde. Sogar Besuch aus Übersee empfängt die Direktorin. Musikdirektor Kroh aus Valparaiso in Chile, der an seinem Konservatorium blinde Studenten unterrichtet, scheut die lange Reise nicht. Er erkundigt sich nach dem von Louis Braille entwickelten Notensystem und möchte wissen, ob es noch weitere, vielleicht einfachere Systeme gibt. Selbst nach der Vereinheitlichung der Regeln auf dem internationalen Kongress 1888 in Köln unterliegt die Notenschrift weiteren Veränderungen. Auch Tony Mahler, Bibliothekarin in der DZB, erarbeitet 1925 das so genannte "Leipziger Notenschrift-System für Blinde", das sich allerdings nicht durchsetzt. Herr Kroh ist jedoch begeistert davon und darf eine Abschrift "an seinem Konservatorium verwerten".
Noten fürs Studium und Schlagerhefte mit Hits
In einer Broschüre der DZB von 1919 findet sich eine Liste zum Fachgebiet Musik, die einige interessante Notenwerke aufführt: eine "fünfbändige Instrumentationslehre, eine Geschichte der Musik, Kahnts Musikalisches Fremdwörterbuch und einen Führer durch Robert Schumanns sämtliche Klavierkompositionen". Die Musikalienabteilung der DZB fördert das Studium musikinteressierter Blinder. Im Jahresbericht des Vereins zur Förderung der Deutschen Zentralbücherei für Blinde 1927 steht: Die DZB ist "mit der Herstellung wissenschaftlicher Literatur für Studium und Beruf ebenso stark beschäftigt wie für die Musikstudierenden am Leipziger Konservatorium". 1947 zählt der Gesamtbestand an Musikalien über 3.300 Titel, davon ca. 2.800 handschriftliche Übertragungen und über 520 Druckwerke. Diesen Bestand erhält und pflegt die DZB in den 50er und 60er Jahren. Vor allem aber vervollständigt sie die Werke der Klassiker, überträgt Noten für zeitgenössische Musik sowie Unterhaltungsmusik und produziert musiktheoretische Werke. So können blinde Hobby- und Berufsmusiker in der DZB weit über 5000 Notenwerke kostenlos ausleihen. Monatlich erscheinen die Musikzeitschriften "Lyra", in den 80er Jahren "Noten und Notizen" und das "Schlagerheft", in dem es die Noten der neuesten Hits zum Nachspielen gibt. Jährlich werden ca. 100 neue Notentitel hergestellt, darunter die Werke berühmter Komponisten der Musikgeschichte. So sind die Bachkompositionen fast vollständig vorhanden und können verliehen werden. Das ist vor allem das Verdienst des Notenexperten Heinrich Freigang, der bis 1987 Schwarzdrucknoten in Braillenoten überträgt. Als in den 80er Jahren die Nutzerzahlen dramatisch sinken, wird mit dem Ausscheiden Heinrich Freigangs aus der DZB die Notenproduktion eingestellt.
Vom Projekt zum Notenübertragungsservice DaCapo
Die von blinden Musikern ins Leben gerufene Arbeitsgruppe Notennetzwerk macht in den folgenden Jahren auf das fehlende Notenangebot und die große Nachfrage aufmerksam. Die DZB mit ihrer langjährigen Notentradition beschließt daraufhin 2001, die Braillenotenproduktion mithilfe neuer IT-Verfahren wieder aufzubauen. Die notwendige finanzielle Unterstützung findet sie bei der Blindenselbsthilfe und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. 2003 wird das Projekt "DaCapo" zum Wiederaufbau der Produktion von Braillenoten ins Leben gerufen. Es sollen softwarebasierte Technologien entwickelt werden, die eine effektivere Produktion von Braillenoten dauerhaft ermöglichen. Innerhalb von sechs Jahren wird der leistungsfähige Notenübertragungsservice DaCapo eingerichtet, der mit einer neu entwickelten Software anforderungsorientiert und effizient Schwarzschriftnoten in Braillenoten und umgekehrt auch Braillenoten in Schwarzdrucknoten übersetzt. So werden nicht nur wichtige Standardnotenwerke produziert, blinde Musiker können ihre eigenen Kompositionen und Arrangements kurzfristig und in sehr guter Qualität übertragen lassen. Die von DaCapo übertragenen Noten stellt die DZB allen Bibliotheksnutzern im Verleih kostenfrei zur Verfügung. Derzeit registriert die Notenausleihe über 460 angemeldete Nutzer. Mehr als 6200 Notentitel und musiktheoretische Werke gehören zum Bestand der Musikalien-Bibliothek. Etwa 730 Titel werden zum Verkauf angeboten. Neben Klavier- und Orgelnoten, Notenwerken für Flöte und Violine finden blinde Musiker in der DZB eine umfangreiche Auswahl an Gesangsnoten.
Die DZB nahm die Bedürfnisse ihres speziellen Nutzerkreises immer sehr ernst. Sowohl 1948 als auch 2001 wagte sie einen Neuanfang - beide Male mit Erfolg. Das größere Notenangebot hatte höhere Nutzer- und Ausleihzahlen zur Folge. Fest steht: Berufsmusiker brauchen eine Vielzahl an Noten, um ihren Beruf ausüben zu können. Und: Musiklehrer gestalten ihren Musikunterricht interessanter und können so manchen blinden Schüler für die Musik, vielleicht sogar für ein Instrument begeistern.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Siegfried Epperlein: "Karl der Große. Eine Biographie."

Anatoli Krüger
[Punktschriftbibliothek]
Unter den in diesem Jahr anstehenden Jubiläen befindet sich auch der Tod Karls des Großen vor 1200 Jahren.
Nach dem Ende des 2.Weltkrieges und mit dem Beginn der Ost-West-Teilung besann man sich in Westeuropa auf diese historische Gestalt, als einen Vorläufer der europäischen Einheit. Denn das Frankenreich unter Karl dem Großen umfasste ein Gebiet vom Baskenland bis zur Elbe, von Schleswig-Holstein bis nach Mittelitalien, vom Kanal bis nach Istrien und Österreich. Symbolhaft dafür ist der seit 1950 jährlich vergebene Karlspreis der Stadt Aachen, in deren Dom Karl der Große begraben liegt. Dieser Preis ist an Personen gerichtet, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.
In der Punktschriftbibliothek haben wir eine Biografie Karls des Großen von dem Historiker Siegfried Epperlein, die 1971 in Berlin (Ost) erschienen ist. Eine detaillierte, faktenreiche, keineswegs trockene Darstellung, die an vielen Stellen historische Quellen sprechen lässt - z.B. was der Langobardenkönig Desiderius dachte, als er von den Mauern der Stadt Pavia das Herannahen des fränkischen Heeres beobachtete. Oder die Schilderung der Awarenringe, das sind die gigantischen Wohn- und Befestigungsanlagen eines turktatarischen Nomadenstammes, der sich im 6. Jahrhundert in der Pusztaebene niedergelassen hatte. Oder die Persönlichkeit und das Familienleben Karls des Großen, geschildert von dem Augenzeugen Einhard.
Das Buch gliedert sich in vier Abschnitte. Zuerst als kurze Einleitung, die Geschichte des fränkischen Reiches bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts. Der zweite Abschnitt widmet sich Karls Weg zur Macht, mit solchen Etappen, wie dem Langobardenkrieg, dem Heereszug über die Pyrenäen nach Spanien, den Sachsenkriegen und dem Awarenkrieg.
Der dritte große Abschnitt behandelt die innere Organisation des Reiches nach der Kaiserkrönung Karls im Jahre 800 in Rom. Also Münzwesen, Schriftreform, Reichskirche, Bautätigkeit, Lehnswesen, das Leben am Hofe und die "karolingische Renaissance", die Förderung von Bildung und Kultur. Besonders die Bildung war ihm eine Herzenssache. Er legte sich auch eine große Büchersammlung zu, obwohl er weder lesen noch schreiben konnte. Er ließ sich vorlesen, besonders gern aus den Schriften des Augustinus. Der Chronist Einhard berichtet: "Auch zu schreiben versuchte er und pflegte deswegen Tafeln und Büchlein im Bett unter dem Kopfkissen bei sich zu führen, um in müßigen Stunden seine Hand an das Nachmachen von Buchstaben zu gewöhnen. Doch er hatte mit seinem verkehrten und zu spät angefangenen Bemühen wenig Erfolg."
Mit seinem Familienleben erregte Karl schon zu Lebzeiten großes Unbehagen in kirchlichen Kreisen. Nicht nur, dass er viermal verheiratet gewesen war, er hatte auch immer noch etliche Konkubinen um sich, dementsprechend groß war seine Nachkommenschaft. Der im Jahre 849 gestorbene Mönch Walahfrid Strabo verfasste eine Jenseitsvision, in der er Karl den Großen, wegen seines sündigen Lebenswandels, im Fegefeuer sah.
Im vierten Abschnitt widmet sich Epperlein kritisch dem Mythos und der Verklärung der Karlsgestalt als idealen Herrscher, der schon bald nach seinem Tod einsetzte. Ein erster Höhepunkt wurde erreicht, als Kaiser Otto III. im Jahre 1000 eine Wallfahrt zum Grab Karls des Großen unternahm und auch die Gruft öffnen ließ, um mit dem verehrten Toten in Berührung zu kommen. Der Staufer Friedrich I. Barbarossa ließ Karl den Großen 1165 heiligsprechen. Parallel dazu wurde Karl der Große, als "Charlemagne", auch in Frankreich zu einer nationalen Symbolgestalt. Im 19. Jahrhundert machten die deutschen Romantiker Karl den Großen zum "Erbauer des Abendlandes".
Ausleihen können Sie die Biographie in 3 Bänden kh. unter der Bestellnummer 5137.
Weitere Titel im Hörbuchbestand zu diesem Thema:

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Arnold Zweig: "Junge Frau von 1914"

Jana Waldt
[Hörbücherei]
Arnold Zweig wurde 1887 als Sohn eines jüdischen Sattlers in Schlesien geboren. Ab 1907 studierte er u. a. Germanistik und Philosophie. Sein literarisches Debüt hatte er 1912. 1915 wurde Arnold Zweig zum Militärdienst eingezogen. Zu Beginn war er eher preußisch-national gesinnt, wandelte sich aber durch seine Erlebnisse in Serbien, Belgien und bei Verdun zum Pazifisten. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden seine Bücher im Rahmen von Bücherverbrennungen öffentlich verbrannt. Er emigrierte über Frankreich nach Palästina. 1948 kehrte Arnold Zweig aus dem Exil nach Ost-Berlin zurück, wo sich ihm durch die ebenfalls zurückgekehrten Bertolt Brecht und Anna Seghers ein besseres Arbeitsfeld bot. Als bekennender Sozialist fand er in der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR Ehre und Anerkennung. Er starb 1968 in Berlin.Die hier verwendete Buchausgabe des Romans "Junge Frau von 1914" ist der 2. Band aus seinem bekannten Romanzyklus "Der große Krieg der weißen Männer" und erschien 1949 im Aufbau-Verlag Berlin.
Zweig schildert in seinem Roman die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland während der ersten Kriegsjahre am Schicksal von Werner Bertin, studierender Referendar, und seiner Freundin Leonore Wahl, behütete Tochter eines reichen jüdischen Bankiers. Beide verbringen eine unbeschwerte Zeit miteinander bis der Krieg sie überrascht.
Anfang 1915 wird Werner als Armierungssoldat eingezogen. Während einer der Wochenendbesuche Leonores in Küstrin, wo er stationiert ist, wird sie ungewollt schwanger. Da ihre Eltern einer Ehe niemals zustimmen würden und sie andererseits Angst hat, als ledige Mutter von der Gesellschaft verstoßen zu werden, entscheidet sie sich schweren Herzens für eine Unterbrechung der Schwangerschaft. Werner ist mit der Situation überfordert, und statt ihr beizustehen schreibt er ausführlich über seine Eindrücke als Soldat und meldet sich freiwillig zum Einsatz in Frankreich. Beim Abschied versöhnen sie sich jedoch.
Leonore beginnt als Lehrerin zu arbeiten. Dem Krieg steht sie immer kritischer gegenüber. Dazu tragen vor allem Berichte über Soldatenschicksale bei, die ihr zu Ohren kommen.
Auch das Leben von Leonores Familie verändert sich. Der für sie auserkorene Bräutigam ist an der Front gefallen, und ihrer Mutter ist das Verhältnis zu Werner Bertin, der mittlerweile als Schriftsteller Bekanntheit erlangt, nicht verborgen geblieben. Sie überredet ihren Mann, einer Hochzeit zwischen Leonore und dem momentan noch mittellosen Werner zuzustimmen. Zumal die Familie aufgrund der Zurückstellung von Leonores jüngerem Bruder vom Militärdienst unter Druck steht - man braucht einen Kriegshelden in der Familie.
Leonore setzt alles daran, ihren Verlobten, dessen Bataillon nach Verdun verlegt werden soll, vom Militärdienst zu befreien, leider aussichtslos. Nun setzt sie bei ihren Eltern eine baldige Hochzeit durch, um für Werner wenigstens Urlaub zu erwirken. Diesen erhält er auch. Allerdings bleiben beiden nur vier Tage für die Hochzeit und etwas Zweisamkeit bevor Werner wieder an die Front muss.
Die Presse reagierte auf dieses Buch verunsichert, als es 1931 erschien. Es galt als befremdlich privat. Arnold Zweig hätte zu viel Aufmerksamkeit auf die Gefühlsbewegungen und den Zorn einer Frau verwandt, in einer Zeit, in der die Männer ihr Leben an der Front opferten.
Arnold Zweig selbst bezeichnete dieses Buch als den "Roman der Liebe" innerhalb seines Zyklus.Tatsächlich erzählt der Roman hauptsächlich von Leonores Schicksal und ihrer Wandlung von einem unbeschwerten jungen Mädchen zu einer Frau, die ihr Leben aktiv selbst gestaltet.
Ausleihen können Sie dieses Hörbuch, das von Wolf Goette gelesen wurde, unter der Bestellnummer H001166. Die Spieldauer beträgt 13:43 Stunden.
Auch in Punktschrift ist der Roman erhältlich: 7 Bände Kurzschrift, BNV 762.
Weitere Titel von Arnold Zweig im Hörbuchbestand
Titel von Arnold Zweig im Punktschriftbestand

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Neu im Regal

Ben Nevis: "Die drei ??? - das düstere Vermächtnis"

(Braille-Buch empfohlen von Heiko Kampa)
Eigentlich wollten Peter und Bob nur ein Praktikum bei der Theatergruppe REALITY 5 machen. Aber das Ganze entwickelt sich doch anders als erwartet: Peter wird von einem "Steinzeitmenschen" umgerannt, der fluchtartig aus einem der Wohnwagen stürzt und verschwindet. Später wird klar, dass dieser eine Seite des Theaterstücks "Das düstere Vermächtnis" - das letzte Stück des vor kurzem verstorbenen Drehbuchautors Scott Carrara - gestohlen hat, von dem nur ein Exemplar existiert. Und gestohlen wurde genau die Seite, auf der das Rätsel der Königin von Saba steht.
Justus, der aufgrund eines gebrochenen Beins für die Recherchen und das Archiv zuständig ist, leitet den Fall vom Schrottplatz aus. Schon am Anfang der Ermittlungen zeigt sich, dass viele in der Umgebung der Theatergruppe ein Motiv hätten: ein Investor will auf dem Grundstück ein Fitnesscenter bauen und ein beleidigter Schauspieler macht den Eindruck, als ob das für ihn gerade zum richtigen Zeitpunkt käme... Als Justus dann auch noch die Möglichkeit ins Spiel bringt, Carrara könnte in seinem Stück, in dem es um einen wertvollen Edelstein geht, der immer wieder gestohlen und verkauft wird, auf einen realen Fall anspielen, dessen Spur sich ausgerechnet in Rocky Beach verliert …
Ein spannender Fall mit vielen Wendungen!
Ben Nevis: Die drei ??? - das düstere Vermächtnis.
2 Bde., kzp.98, BNA 16846
2 Bde., vzp.98, BNA 16845

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Autorenporträt

Gabriel Garcia Márquez (1928 - 2014)

Der Nobelpreisträger, große Romancier und Journalist wurde am 6. März 1928 in dem kolumbianischen Dorf Aracataca als Sohn eines Telegraphisten geboren. Seine Erziehung erfolgte durch die Großeltern. Die von der Großmutter erzählten mündlichen Überlieferungen sollten zu einer prägenden Kindheitserfahrung werden. Nach dem Abschluss der Jesuitenschule begann der Neunzehnjährige in Bogotá ein Jurastudium, das er allerdings zwei Jahre später wieder abbrach. Er wurde Journalist bei der Zeitung "El Universal" in Cartagena und begann, Erzählungen zu schreiben. 1954 wurde Garcia Márquez dann Europakorrespondent für die Zeitschrift "El Espectador". Die Zeitschrift wurde jedoch kurz darauf von der kolumbianischen Regierung verboten und Márquez musste sich mit diversen Jobs über Wasser halten, z. B. schrieb er unter dem Titel "Giraffe" Kolumnen für die Zeitschrift "El Heraldo". Nebenbei widmete er sich weiterhin seiner schriftstellerischen Arbeit. 1955 erschien der erste Roman "Laubsturm". Bis 1956 war Garcia Márquez dann als Korrespondent in Paris tätig. Seine journalistische Tätigkeit führte ihn u.a. als Berichterstatter über die Viermächtekonferenz nach Genf, außerdem besuchte er mehrere sozialistische Länder in Osteuropa. 1958 erschien in einer Zeitschrift sein zweiter, in Lateinamerika begeistert aufgenommener Roman "Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt". Knapp und präzise wird die Geschichte eines Obersts erzählt, der seit dem Ende der kolumbianischen Bürgerkriege zu Beginn unseres Jahrhunderts zur absoluten Untätigkeit verdammt ist und seit nunmehr sechsundfünfzig Jahren auf seine Pension wartet. Ohne in einen agitatorischen Politroman abzugleiten, werden soziale Missstände und politische Repression, Überwachung und Gewalt gegenüber jeglicher Opposition deutlich benannt. 1959 wurde Garcia Márquez Korrespondent der kubanischen Presseagentur Prensa Latina, stieg dort bis zum Vizechef auf. Von 1961 bis 1967 arbeitete er im mexikanischen Exil zusammen mit Carlos Fuentes als Drehbuchautor, dann ging er nach Barcelona. 1967 erschien sein Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" (dt. 1970), ein Meisterwerk erzählender Prosa und zugleich ein Höhepunkt der lateinamerikanischen Literatur. 1982 sollte er dafür den Nobelpreis für Literatur erhalten.
Im Zentrum des auf keine gängige Romanformel zu bringenden Buches steht die Familiensaga der Buendía in dem imaginären südamerikanischen Dorf Macondo. Garcia Márquez entwickelt hier ein fesselndes Panoptikum aus Wirklichkeit, phantastischer Fiktion und Groteske. Tropische Natur, Geschichte und gesellschaftliche Wirklichkeit Südamerikas sind auf beeindruckende Art und Weise miteinander verwoben und dargestellt, Humor und Tragik durchdringen einander. Inzwischen gilt dieses Buch als der meistgelesene lateinamerikanische Roman. Mit dem internationalen Erfolg von "Hundert Jahre Einsamkeit" fanden auch die früheren literarischen Werke gebührende Beachtung.
Márquez' nächster großer Roman erschien 1975: "Der Herbst des Patriarchen" (dt. 1978). Er ist dem Genre des Diktatorenromans zuzurechnen und benutzt als wesentliches Stilmittel die bis ins Groteske gesteigerte Übertreibung, mit deren Hilfe ein Tyrann zum Gegenstand des Spottes wird.
1975 kehrte der bis dahin in Spanien lebende Autor nach Lateinamerika zurück. Es folgten Jahre, in denen die journalistische Arbeit aus politischen Motiven wieder in den Vordergrund trat, Márquez betätigte sich vor allem als Fürsprecher der sozio-politischen und kulturellen Emanzipation der Menschen Lateinamerikas und unterstützte aktiv die kubanischen Kommunisten. Doch auch gegen das in Chile durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Regime des Generals Pinochet waren seine Aktivitäten gerichtet. Unter anderem kündigte Garcia Márquez an, bis zum Sturz General Pinochets aus Protest keine literarischen Arbeiten mehr zu produzieren. Der Autor beendete seinen Boykott auf spektakuläre Weise 1981 mit dem kurzen, aber spannenden Roman "Chronik eines angekündigten Totes". Eine Braut wird ins Haus ihrer Eltern zurückgebracht, weil sie nicht mehr unberührt ist. Der von ihr Beschuldigte Santiago Nasar wird zur Wiederherstellung der Ehre von den Brüdern des Mädchens ermordet, unter Mithilfe des gesamten Ortes, d.h. zur Aufrechterhaltung eines überlebten Sittenkodexes und einer scheinheiligen Moral nimmt eine ganze Ortschaft die Kollektivschuld an einem grausigen Mord auf sich. Dieses "Ehrendrama" wurde 1987 verfilmt.
Bereits 1985 erschien dann der Roman "Die Liebe in den Zeiten der Cholera": Einundfünfzig Jahre, neun Monate und vier Tage hat der ehemals abgewiesene Liebhaber Florentino Ariza auf die Gelegenheit gewartet, die stolze Fermina Daza ein zweites Mal zu erobern. Und dieses gelingt ihm schließlich, obwohl über einhundertvierzig Briefe zunächst unbeantwortet bleiben und später auch Ferminas erwachsene Kinder die ob ihres Alters lächerliche, ja anstößige Verbindung zu verhindern trachten. Das Thema dieser fast ein Jahrhundert umfassenden ungewöhnlichen Liebesgeschichte ist die Liebe und das Altern, die Vergänglichkeit.
Neben all seinen international beachteten literarischen Erfolgen vernachlässigte Márquez aber keineswegs seine kulturpolitischen Aktivitäten. So unterstützt er 1986 den Aufbau der Internationalen Schule für Film und Fernsehen in Havanna, deren Präsident er im selben Jahr wird.Im Zeichen seiner politischen Ambitionen steht auch Màrquez' 1989 erschienener Roman "Der General in seinem Labyrinth", der die letzten Monate im Leben von General Simón Bolìvar (1783-1830) schildert, dem Helden der südamerikanischen Befreiungskriege. Als Grundlage für seinen Romantitel verwendete der Autor einen verbürgten Ausspruch Bolìvars, den dieser angesichts der Feststellung, dass all seine Bestrebungen für eine kontinentale Einheit in regionalem Bruderkrieg endeten, tat: "Wie komme ich nur aus diesem Labyrinth!".
Nach „Zwölf Geschichten aus der Fremde“ (1992) folgte der Roman "Von der Liebe und anderen Dämonen" (1994): In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verliebt sich der 36-jährige Bibliothekar Pater Cayetano Delaura unglücklich in die 12-jährige Sierva María. Der Pater ist vom Bischof der Diözese Cartagena de Indias aus dem Vizekönigreich Neugranada als Exorzist gegen den Teufel in dem Mädchen bestimmt.
In „Nachricht von einer Entführung“ (Reportage, 1996) erzählt Márquez von zwei Frauen und einer Entführung durch das Medellinkartell in Kolumbien.
Weitere Werke: „Leben, um davon zu erzählen (Autobiografie, 2002), „Erinnerung an meine traurigen Huren“ (2004) - ein lustiges Feuerwerk des nonchalanten Geplauders über die käufliche Liebe, „Licht ist wie das Wasser - Geschichten von der Liebe und anderen Dingen“ (2006) ist ein Buch mit elf Kurzgeschichten und Erzählungen.
Dem kolumbianischen Schriftsteller kommt das Verdienst zu, dem modernen Roman im Fabulieren wie kaum ein anderer eine unvergleichliche Sinn- und Bildhaftigkeit erschlossen zu haben.
Gabriel García Márquez verstarb am 17. April 2014 im Alter von 87 Jahren in Mexico-Stadt.
Natürlich können Sie sowohl in unserer Punktschrift- als auch Hörbibliothek Titel von Gabriel Garcia Márquez ausleihen.

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

Wo und wie erhalte ich Reiseinformationen über meine künftige Fernbusfahrt?

Ulrich Jander
Wenn Sie mit der Bahn verreisen, so werden Sie sich, wie ich auch, vorher über die Reisemöglichkeiten, Abfahrts- und Ankunftszeiten etc. informieren. Auch als blinder oder sehbehinderter Mensch kann man das heutzutage komfortabel tun, entweder mit Hilfe der Mobilitätsservicezentrale der Deutschen Bahn unter Tel.: 01806 512 512 oder im Internet oder per App (= Application, also Anwendung) über Smartphones. Die Angaben sind in aller Regel ausgesprochen aktuell und umfangreich. Auch eine Fahrkartenbuchung wäre möglich.
Seit 2013 hat sich der Busverkehr in Deutschland stark erweitert. Von Ausnahmen abgesehen gab es bis dahin im Busbereich den Personennahverkehr. Nur früher, vor 1990, waren in der damaligen DDR bereits Fernbusse unterwegs. Dieser Bereich des Fernbusangebotes nimmt nun immer mehr zu. Damit stellt sich die Frage, wenn man, statt der Bahn, den Fernbus benutzen möchte, wie kommt man dann zu den notwendigen Reiseinformationen, zu den Abfahrts- und Ankunftszeiten und natürlich zum Preis?
Naheliegend ist das Internet. Dort wird man sicherlich die erforderliche Information finden können. Jedoch war das bisher, um einen Gesamtüberblick zu bekommen, nicht so einfach. Wenn man bei der Deutschen Bahn auf www.bahn.de oder mobil auf http://m.bahn.de seinen Start- und Zielort sowie das Datum und die Uhrzeit eingegeben und die Suche gestartet hat, dann bekommt man die Verbindungsdaten komplett für die angefragte Zeit, unabhängig davon, ob das ein Zug der Deutschen Bahn oder einer anderen privaten Eisenbahngesellschaft ist. Alle Zugverbindungen werden aufgeführt.
Im Fernbusbereich war das bislang anders. Jede Busgesellschaft hat auf ihren Internetseiten ihr eigenes Busangebot präsentiert. Ich kannte bislang keine Möglichkeit, sich busunternehmensübergreifend über Reiseverbindungen im Fernbusverkehr zu informieren. Das hat sich nun geändert.
Es existiert nun ein neuer Internetauftritt, den man unter folgender Adresse erreichen kann:
www.busliniensuche.de
Ruft man am Computer mit Hilfe seines Screenreaders diese Internetseite auf, so findet man am Beginn der Seite erst einmal eine kleine Linkliste. Anschließend beginnt bereits der Eingabebereich, der Abfahrts- und Zielort sowie das Reisedatum als wichtigste Eingabefelder enthält. Hat man seine Angaben eingetragen und den Suchenschalter betätigt, so erhält man eine Auflistung der möglichen Busverbindungen, ganz gleich, welche Busgesellschaft die Fahrt anbietet. Gibt es an dem gewünschten Tag keine Verbindung, so wird dies auch angezeigt. Steht der Cursor in der Auflistung der Fahrtmöglichkeiten auf einer Verbindung, so werden nach Betätigung der Entertaste Einzelheiten zur Fahrt dargestellt. Wenn man will, dann kann man die Buchung der Fahrt gleich über den entsprechenden Link aufrufen oder man stellt zu diesem Zweck den Mailkontakt zur jeweiligen Busgesellschaft oder zu Busliniensuche.de über kontakt@busliniensuche.de her, wenn dies angeboten wird.
Bei meinen Tests musste ich leider feststellen, dass die Handhabung der Seiten von www.busliniensuche.de von Screenreader zu Screenreader unterschiedlich ist. Mit JAWS Version 13 oder 14 funktioniert es ganz gut, mit COBRA Version 10 hatte ich Probleme und kam oft nicht zu den gewünschten Ergebnissen. An die Mailadresse kontakt@busliniensuche.de kann man auch seine Vorstellungen und Wünsche zum Internetauftritt äußern, was ich auf jeden Fall tun werde.Angeboten werden aber daneben auch Apps, also Programme für Smartphones, sowohl für Apple- als auch Android-Geräte. Diese funktionieren gut, ich konnte meine Recherchen durchführen. Es wurden entsprechende Ergebnisse zu meinen Fahrtwünschen angezeigt. Die Apps sind kostenfrei und für iPhone bzw. iPad im Applestore sowie für Android-Geräte im Playstore erhältlich. Sie suchen im Store nach dem Begriff Busliniensuche, und in den Ergebnissen wird Ihnen gleich als Erstes diese App angezeigt. Lediglich im Falle der Festlegung des Fahrtdatums gibt es bei den Apps gegenüber der Internetseite eine Abweichung. Auf der Internetseite kann ich im Eingabefeld das Datum hineinschreiben oder ändern; bei den Apps gibt es lediglich einen Auswahlschalter zwischen "heute" und "morgen". Ich habe in den Apps keine Möglichkeit gefunden, z. B. eine Fahrtverbindung für Mittwoch kommender Woche zu wählen. Auch dieser Punkt ist m. E. verbesserungswürdig und demnach, wie oben angeführt, zu melden.Auch wenn es noch Erfordernisse für Verbesserungen gibt, so kann es doch schon eine Möglichkeit sein, unternehmensübergreifend nach Fernbusverbindungen zu suchen. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg und die gewünschten Ergebnisse.

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Sehbehinderte und blinde Menschen bedienen Smartphones - Veranstaltung der DZB zum Sehbehindertentag am 06.06.2014

Ulrich Jander
Smartphones, wie iPhone von Apple oder Android-Geräte, können mit ihren vielfältigen Funktionsmöglichkeiten von blinden und sehbehinderten Menschen bedient werden.
Für alle Neulinge und Interessierte steht eine Informationsveranstaltung in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) am Freitag, dem 06.06.2014 (Sehbehindertentag), von 09:30 Uhr bis 11:30 Uhr offen.
In den Smartphones mit den Betriebssystemen IOS von Apple und Android von Google sind Sprachsysteme als Programme von vornherein eingebaut, die das Gerät zum Sprechen bringen. Es muss keine zusätzliche Software gekauft werden. Im Gerät, unter dem Punkt Einstellungen, sind bei Apple das Sprachprogramm VoiceOver und bei Android Talkback zu finden. Microsoft zieht nach und wird im Windowsphone 8 ebenfalls ein Sprachsystem integrieren. Mit Hilfe des integrierten und aktiven Sprachsystems werden das Display und die Bedienung des Gerätes zum Sprechen gebracht. Die Fingerbewegungen am Smartphone, um es zu bedienen, sind zum großen Teil andere als üblich; darüber gibt es Informationen im Internet.
Die üblichen Funktionen des Smartphones, wie z. B. Mail, Internet, Kontakte, Telefon, Kalender sind mit Hilfe des Sprachprogramms zugänglich und bedienbar. Außerdem gibt es im Angebot des Geräteanbieters, im Store, eine große Vielzahl an kleinen Programmen, die Apps, die ein Smartphone als vielseitiges Hilfsmittel erweitern können. Möglich sind z. B. eine Farb- und Lichterkennung, das Textscannen, eine Navigation von Ort zu Ort, eine Gegenstanderkennung durch Barcode oder Abfotografieren und anderes mehr. Die Geräteanbieter haben u.a. auch ein umfassendes Büchersortiment in elektronischer Form verfügbar, welches mit Hilfe des Sprachsystems genutzt werden kann.
Wie es das Sprachsystem im Smartphone als Unterstützung gibt, so steht natürlich auch eine differenzierte Zeichenvergrößerung am Bildschirm für sehbehinderte Menschen zur Verfügung.
Das Smartphone vereint viele verschiedene Hilfs- und Anwendungsmöglichkeiten. Es kann den Nutzer in seiner Selbständigkeit und Unabhängigkeit unterstützen.
Wir in der DZB würden uns sehr freuen, wenn Sie uns am Freitag Vormittag, dem 06.06.2014, besuchen kommen, um die Möglichkeiten eines Smartphones kennenzulernen.

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Info-Service

Änderungen im „Literaturtreff“ 2014

Karsten Sachse
In der ursprünglich für 2014 angekündigten Titelauswahl entfallen die zwei Titel:
An Stelle der entfallenden Titel erscheinen drei neue Titel:
Die entfallenden Titel werden trotzdem in Brailleschrift übertragen und können dann in der Punktschriftbibliothek ausgeliehen werden.
Abonnenten von "Literaturtreff" erhalten gesondert detaillierte Informationen zu den neuen Titeln.
Die von der DZB in Blindenkurzschrift herausgegebene Abonnementszeitschrift "Literaturtreff" stellt Woche für Woche ausgewählte Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen vor. Wöchentlich gibt es ein neues Heft im handlichen A4-Format. Zusätzliche Informationen über den Autor und das aktuelle Buch runden das Angebot ab.

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Wir sind kein Museum!

Ronald Krause
Die DZB kann zwar auf eine 120jährige Tradition zurückblicken und befindet sich auch im historischen Ephraim-Carlebach-Haus mit bewegter Geschichte, aber nein, die DZB ist kein Museum im klassischen Sinne. Und trotzdem öffnen wir zur Museumsnacht nächtlichen Besuchern die "Tore". Ob jung oder alt, sie kommen zahlreich. Weil sie die DZB nicht kennen, weil wir durchaus Geschichten zu erzählen haben, etwas Historie zeigen können (Stichwort Pichtmaschine) und weil an dem Abend im Haus etwas geboten wird. Am 10. Mai lief die diesjährige gemeinsame Museumsnacht von Leipzig und Halle unter dem Motto Lockstoff. In die DZB lockte "Wünsche", das aktuelle Buch von Judith Kuckart, aus dem sie im Verlauf des Abends gleich zweimal las. Das ist guter Stoff der renommierten Autorin und ein verlockender Gedanke: Im Buch "Wünsche" wird erkundet, ob ein besseres Leben möglich wäre. Ob man nach dem Neuanfang ein anderer ist - oder nur um eine Lebenslüge leichter …
Für die Besucher war es aber ebenso verlockend, die DZB kennenzulernen und bei einem Quiz Punkte zu sammeln. Wenn wir interessierten Besuchern auch nachts etwas über Literatur für Blinde und Sehbehinderte erzählen können, freut uns das. Und deswegen machen wir jedes Jahr gern mit bei der Museumsnacht!

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Sight City: Wir kommen!

Ronald Krause
Vom 14. bis zum 16. Mai findet in Frankfurt a. M. Deutschlands größte jährliche Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel statt - die Sight City. Hier präsentiert die DZB aktuelle Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen. Alle Besucher der Sight City sind herzlich an den Stand E 1 im Frankfurter Sheraton Airport Hotel eingeladen. Hier ist die DZB gemeinsam mit der Westdeutschen Hörbücherei und der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e. V., Medibus, vor Ort.

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"EBU Onkyo World Braille Essay Contest 2014 - Europe"

Der Wettbewerb wird von dem japanischen Elektronikhersteller Onkyo Corporation und der Zeitung Braille Mainichi organisiert und in Europa von der Europäischen Blindenunion (EBU) durchgeführt.
Inspiriert durch eine Schreibwerkstatt beim Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV), nimmt der DBSV für den Wettbewerb Miniaturgedichte entgehen. Blinde, sehbehinderte und sehende Brailleleser können bis zum 15. Mai 2014 ein "Elfchen" über die Brailleschrift einreichen. Ein "Elfchen" besteht aus elf Wörtern. In der ersten Zeile steht ein Wort, in der zweiten zwei Wörter, in der dritten drei, in der vierten vier und in der fünften wieder ein Wort. Dieses letzte Wort soll ein Adjektiv sein.
Ein Beispiel für ein Braille-Elfchen:
Sechs
Punkte nur
das soll reichen
für alle Sprachen weltweit?
Krass!
Die Elfchen für den Schreibwettbewerb können sich mit der Bedeutung der Blindenschrift für die soziale, berufliche oder gesellschaftliche Partizipation beschäftigen, mit der persönlichen Verwendung der sechs Punkte, mit Braille im elektronischen Zeitalter oder mit der Zukunft der Punktschrift. Sie dürfen auch Lustiges, Kurioses und Kritisches zu Braille thematisieren.
Pro Person darf nur ein Elfchen in Deutsch eingereicht werden. Wer möchte, kann seiner Einreichung eine englische Übersetzung beifügen. Zusätzlich sind der Vor- und Nachname sowie das Alter des Autors anzugeben. Mit der Einreichung übertragen die Teilnehmer alle Rechte an ihrem Elfchen an den DBSV und die EBU. Außerdem erklären sie sich damit einverstanden, dass ihr Name vom DBSV und der EBU publiziert wird. Die EBU entscheidet Ende September über die europäischen Gewinner. Es wird ein Hauptpreis in Höhe von 2.000 US-Dollar vergeben, außerdem je zwei Preise über 1.000 und 500 US-Dollar für Teilnehmer über und unter 25 Jahren.
Bitte senden Sie Ihr Elfchen in Braille an den
DBSV
z. H. Reiner Delgado
Rungestr. 19, 10179 Berlin
oder per E-Mail an
r.delgado@dbsv.org
Als Wettbewerbsbeiträge werden ausschließlich Einsendungen berücksichtigt, die der Form eines Elfchens entsprechen und sich mit dem Thema Braille befassen.
[Quelle: Newsletter "DBSV-direkt"]

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Autorallye für Blinde und Sehbehinderte

Termin: 14.06.2014 | 10 - 14 Uhr
Ort: Neue Messe Leipzig
Unkostenbeitrag: 10,00 € (für Fahrwillige)
Anfahrt Kfz: Messeallee Südtor 1 Halle 5.
Anfahrt Bahn: Ab Leipziger Hauptbahnhof mit der Linie 16 ab Bahnhofsvorplatz Gleis 1 in Richtung Leipziger Messe, bis Endhaltestelle. Von da wird ein Shuttel eingesetzt bis zum Veranstaltungsort.
Das Landeshilfsmittelzentrum des BSVS e.V. präsentiert sich mit einem Stand. Anmeldung und nähere Informationen über:
BSVS e.V. - Kreisorganisation Leipzig-Stadt
Bernhard-Göring-Str. 152 / Zimmer 314
04277 Leipzig
Tel./Fax 0341-35542671
E-Mail: leipzig@bsv-sachsen.de

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Fachtagung zum Thema "Sehen im Alter"

Pressemitteilung des DBSV vom 15. April 2014
Das Risiko einer Augenerkrankung steigt mit zunehmendem Alter rapide an. Die Zahl älterer Menschen mit Sehproblemen - ob allein lebend oder in Einrichtungen - wächst kontinuierlich. Doch die Versorgung dieser Betroffenengruppe lässt zu wünschen übrig. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) nimmt dieses Problem in den Fokus und lädt zur Fachtagung "Sehen im Alter" am 27. und 28. Juni 2014 in Bonn ein.
An der Schnittstelle von Augenheilkunde, Pflege, Reha, Augenoptik und Selbsthilfe diskutieren Experten über Mängel in der Versorgung und die Verzahnung ihrer Angebote. Im Zentrum steht die Frage, was getan werden kann, damit Vorsorgeangebote, neue Therapien und individuell abgestimmte Hilfen zukünftig besser beim Patienten ankommen. Unter dem Motto "Neue Herausforderungen - gemeinsame Antworten" wollen die Teilnehmer Versorgungs- und Forschungslücken identifizieren, Erfahrungen teilen und praktische Lösungen finden.
Die interdisziplinäre Fachtagung "Sehen im Alter" findet statt in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und mit Unterstützung von Aktion Mensch, Bayer HealthCare und der Stiftung Auge.
Infos zur Fachtagung und Anmeldung unter:
www.sehenimalter.org

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Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Mit dem Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" wurde erstmals ein deutschlandweit und rund um die Uhr erreichbares Hilfeangebot für Frauen geschaffen, die von Gewalt betroffen sind. Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 - 116 016 beraten und informieren die Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen.
Das Hilfetelefon richtet sich an Frauen, die von Gewalt betroffen sind und Menschen aus ihrem sozialen Umfeld sowie Personen, die beruflich oder ehrenamtlich gewaltbetroffene Frauen beraten und unterstützen. Qualifizierte Beraterinnen bieten kompetente Erstberatung an und weisen die Betroffenen zur weiteren Betreuung auf Unterstützungseinrichtungen vor Ort hin.
Die Beraterinnen des Hilfetelefons orientieren sich dabei an den Fragen und Bedürfnissen der Anrufenden. Die Gespräche sind vertraulich und können anonym geführt werden. Weder am Telefon noch auf der Internetseite werden persönliche Daten abgefragt oder gespeichert. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich. Hörgeschädigte können über die Internetseite kostenfrei einen Dolmetscherinnendienst in Anspruch nehmen.
Die Bundesregierung hat mit der Einrichtung des Hilfetelefons im März 2013 ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrags im Bereich Gewalt gegen Frauen umgesetzt. In Deutschland gibt es bereits ein dichtes Netz von Unterstützungseinrichtungen. Dennoch erreichen diese Angebote viele von Gewalt betroffene Frauen nicht. Es fehlte bislang ein Hilfeangebot, das jederzeit ohne Hürden, kostenlos, anonym, vertraulich, barrierefrei und bei Bedarf mehrsprachig erreichbar ist. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" schließt diese Lücke.
Weitere Informationen bietet die Internetseite zum Hilfetelefon, über die Betroffene auch Kontakt zum Hilfetelefon aufnehmen können:
https://www.hilfetelefon.de/de/startseite/
[Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=185464.html]

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Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Postfach 10 02 45, 04002 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de
Redaktion
Karsten Sachse
Tel.: 0341 7113-135
E-Mail: verlag@dzb.de
Abonnements, Anzeigen
Sylvia Thormann
Tel.: 0341 7113-120
E-Mail: abo@dzb.de
»DZB-Nachrichten« erscheint zweimonatlich im Jahresabonnement wahlweise als CD DAISY, in Blindenkurzschrift und in Schwarzschrift.
Jahresbezugspreis: 9,00 Euro.
Kostenlose Beilage: »Leipziger Bücherliste«.
Online unter www.dzb.de/zeitschriften
Das Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.
Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.
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