DZB-Nachrichten

Hrsg. von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)

Nr. 6 – 2014

November / Dezember

24. Jahrgang


Inhalt

Vorbemerkung

Postecke

Einblicke

Eine neue DZB-Zeitschrift - Über Bücher, Menschen, Aktivitäten

120 Jahre DZB

Am 12. November feiert die Deutsche Zentralbücherei für Blinde ihr 120. Jubiläum

Die Kramkiste

Nikos Kazantzakis: "Kapitän Michalis"

Isabell Allende: "Das Geisterhaus"

Neu im Regal

Andrea Sawatzki: "Tief durchatmen, die Familie kommt"

Weihnachtliche Empfehlungen

LOUIS

EasySearch und EasyWave - zwei barrierefreie Windowsprogramme

Info-Service

Alle Jahre wieder: Schließzeiten zum Jahreswechsel

Ein Lese- und Tasterlebnis für die ganze Familie: "Wo ist Mami?"

Bürgerpreis für Tandem-Fahrten mit Blinden und Sehenden

Kampagne für Führhundtraining

Impressum

Spenden

Vorbemerkung

Als Resonanz auf die Wortmeldungen zu den Informationen über das die „DZB-Nachrichten“ ablösende Kundenmagazin wird das ursprüngliche Angebot erweitert. Vielen Dank an alle, die sich eingebracht haben! Genaueres erfahren Sie in der Rubrik Einblicke von Frau Schulze und Herrn Krause.
Diese Ausgabe läutet nicht nur das Jahresende ein, sie beendet auch die nunmehr 24-jährige Geschichte der „DZB-Nachrichten“. Ich habe die Zeitschrift redaktionell begleitet und bedanke mich für das Interesse und die Aufmerksamkeit, die Sie dieser Publikation entgegengebracht haben. Ihre Fragen und Anregungen trugen nicht nur wesentlich zur Gestaltung der „DZB-Nachrichten“ bei, sie haben darüber hinaus einige unserer Produkte mitgestaltet und mitentwickelt. Dafür mein spezieller Dank, verbunden mit der Bitte, auch das neue Format entsprechend zu begleiten und zu unterstützen!
Kommen Sie gesund über die Feiertage und ins neue Jahr, ich wünsche Ihnen alles Gute!
Es grüßt herzlich
Ihr Karsten Sachse.

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Postecke

Die Veröffentlichungen müssen nicht mit der Redaktionsmeinung identisch sein. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor.

Info-CD 2014

»(…) mit großem Interesse habe ich Ihre neue Info-CD der DZB gehört. Sie haben wieder viel Neues und Wissenswertes über Ihr Haus zusammengetragen; dafür danke ich Ihnen herzlich!Besonders gefreut habe ich mich über Ihr Interview mit Prof. Tschirner und Dr. Pourtov zur Situation der Notenproduktion. Mit Herrn Pourtov stehe ich in ständigem, freundschaftlichen Kontakt. Prof. Tschirner habe ich 1982 in Moskau kennengelernt. Damals war in Leipzig gerade die ’Allgemeine Musiklehre’ von Ziegenrücker erschienen. In Schwarzschrift war das Werk (mit kleinen Unterschieden) in ’beiden Deutschlands’ veröffentlicht worden, somit hat die Carl-Strehl-Schule in Marburg neben einigen Schwarzschriftexemplaren für sehbehinderte Schüler 15 Punktschriftexemplare angeschafft. Für die sehr gute punktschrifttechnische Bearbeitung und Darstellung zeichnete Herr Heinrich Freigang, den Herr Tschirner auch erwähnt hat, verantwortlich. Sehr interessant war und ist aber auch der Reliefband mit einer Darstellung der Schwarzschriftnoten und weiteren grafischen Elementen.
Wichtig ist mir nun aber ein Hinweis auf die Zeit vor 1976; denn mit Beginn der Tätigkeit von Herrn Freigang in der DZB wurden dort auch Noten gedruckt. 1957 ist eine vorbildlich aufbereitete Ausgabe der sechs Hefte ’Mikrokosmos’ von Bartok erschienen. Weitere Werke des Komponisten folgten, ebenso eine Gesamtausgabe der Walzer von Chopin, die vierhändigen Klavierkompositionen von Mozart und anderes. Große Resonanz fanden die Werke zur Blindennotenschrift, die Alexander Reuß in Zusammenarbeit mit Freigang verfasste und in der DZB herausgab. Davor wurden m. W. in Leipzig keine Braillenoten gedruckt. Der wichtigste Herausgeber von Notenmaterial in Punktschrift zwischen etwa 1930 und 1995 war der VzFB in Hannover, der u. a. die vorausgehende Produktion der Firma Vogel, Hamburg, übernommen hatte (Vogel soll übrigens ursprünglich aus Chemnitz stammen).
Bis in die 1940er Jahre hinein erteilte überdies die ’Notenbeschaffungszentrale für Blinde’ in Berlin Übertragungsaufträge an verschiedene Blindenschulen, vor allem an die in Breslau, aber auch nach Stuttgart, Marburg und anderswo. Die vermutlich ältesten Zeugnisse an Braillenoten in deutschen Bibliotheken stammen aus Paris, wo sie in den 1880er Jahren noch vor der legendären Notenschriftkonferenz von Köln 1888 hergestellt worden sind. Es handelt sich dabei um Bachsche Orgelwerke, für die der berühmteste Orgelkomponist seiner Zeit, Cesar Franck, Finger- und Fußsätze eingetragen hat. Franck hat sich sehr für die musikalische Ausbildung Blinder eingesetzt. Dass einst auch in Wien Punktschriftnoten produziert worden sind, beweist eine Mozartsonate aus dem Bestand der Marburger Bibliothek, die mit ‚Wien 1894' datiert ist. Auch Schlager der 1920er Jahre wurden in Wien im Abonnement herausgegeben.
Zurück zur jüngsten Vergangenheit: Ich möchte das Verdienst von Herrn Prof. Kahlisch dankend hervorheben, das er sich durch seinen Einsatz für das Projekt ‚DaCapo' erworben hat und wodurch das Vakuum der 90er Jahre gefüllt worden ist. ‚DaCapo' ist der Beweis dafür, dass nicht immer die Nachfrage das Angebot erhöht, sondern dass umgekehrt auch das Angebot den Einsatz von Materialien bei den Nutzern vermehrt. Vermutlich wird sich eine gewisse Sättigung einstellen, wir hoffen aber wenigstens auf etwas Nachwuchs, und vielleicht lässt auch die Inklusion ein wenig Raum für die Förderung auch musikalischer Laien auf dem Gebiet der Braillenotenschrift (…)«
[Herr Ulrich Mayer-Uhma aus Ebsdorfergrund-Leidenhofen]

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Einblicke

Eine neue DZB-Zeitschrift - Über Bücher, Menschen, Aktivitäten

Ab März 2015 im digitalen oder realen Postfach
GABI SCHULZE, RONALD KRAUSE
Bücher sind das wertvollste Gut einer Bibliothek und die, die sich die Bücher ausleihen und lesen, die wichtigsten Partner. Mit unserer neuen Zeitschrift, der derzeitige Titel lautet "DZB-Rundschau", möchten wir eine Brücke spannen zwischen unseren literaturinteressierten Lesern und Hörern, den Büchern, die bei uns ausgeliehen und verkauft werden und den Menschen, die diese herstellen. Bücher haben ihre Geschichten und auch wir erzählen Geschichten. Auf diese Weise halten wir alle Bibliotheksnutzer mit Informationen über unser Haus, über Kultur und Literatur im Allgemeinen und über Sehbehinderung im Speziellen auf dem Laufenden. Bei der Themenauswahl der neuen Zeitschrift orientieren wir uns auch an den Bedürfnissen unserer Leser und Hörer. Ratgeber- und Servicethemen sind uns ebenso wichtig wie ein bunter Mix aus Buchrezensionen, Hintergrundberichten, Interviews und Porträts. Bücherfreunden empfehlen wir lesenswerte Neuerscheinungen, geben informative Einblicke in die Buchherstellung und machen auf aktuelle Themen und Trends des Hauses aufmerksam. Doch schauen wir nicht nur hinter die eigenen Kulissen, sondern gehen auch auf Entdeckungstour zu Partnern und Freunden außerhalb des Hauses.
Lebendig, authentisch und frisch soll die neue Zeitschrift daherkommen und Wissenswertes unterhaltsam vermitteln. Wir freuen uns auf ein breites Lesepublikum, das neugierig auf unsere Geschichten ist.
Auf Wunsch gibt es die Zeitschrift in Braille oder Audio
Im August informierten wir alle Leser und Hörer der „DZB-Nachrichten“ und „Leipziger Bücherliste“, dass dieses Abonnement zum Jahresende eingestellt wird. Demnach soll stattdessen die oben beschriebene Zeitschrift "DZB-Rundschau" neu im digitalen Format aufgelegt werden. Viele Leser und Hörer möchten jedoch die neue Zeitschrift in Braille oder als Hörversion erhalten und signalisierten vielfach Bereitschaft, die Produktion einer Hör- bzw. Brailleversion mitzufinanzieren. Darauf aufbauend, wollen wir das Angebot gern erweitern. Die einzelnen Editionsformen haben wir nachfolgend zusammengestellt:
Wenn gewünscht, bestellen Sie bitte ab Januar 2015 eine Braille- oder Audio-Version bei Sylvia Thormann, 0341 7113-120, abo@dzb.de. Bisherige Abonnenten der „DZB-Nachrichten“ und der Bücherliste, die eine E-Mail-Adresse haben, müssen sich nicht melden. Sie erhalten zunächst Post per E-Mail, können sich aber später auch für andere Editionsformen entscheiden.
Hintergrund: Das Anliegen der neu konzipierten Zeitschrift
Ziel ist es, vier Mal im Jahr eine Vielzahl unserer Nutzer komfortabel und kostenfrei mit Informationen und Hintergründen aus der DZB zu erreichen. Das ist aus finanziellen Gründen nur via E-Mailversand bzw. Internetnutzung als digitale Publikation möglich. Die Mehrheit der DZB-Nutzer verfügt über eine E-Mail-Adresse, die wir für den Versand der neuen Zeitschrift nutzen. Dieser Service kann durch den E-Mail-Empfänger jederzeit abgewählt werden.

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120 Jahre DZB

Am 12. November feiert die Deutsche Zentralbücherei für Blinde ihr 120. Jubiläum

Ronald Krause
In den letzten Ausgaben der „DZB-Nachrichten“ erinnerte eine Serie von Artikeln an die Geschichte des Hauses. Hier hat sich im Laufe der Zeit Vieles entwickelt, der Braille- und Hörbuch-Bestand wurde ausgebaut - die Angebote an hochwertigen Büchern aller Genres wuchsen kontinuierlich. Auch technologisch tat sich Einiges: Erst gab es Bücher auf Tonband und Kassette, nun auf DAISY-CD. Noten in Braille werden auf Bestellung übertragen und verschiedenfarbige Reliefs im Tiefziehverfahren geprägt. Die DZB ging mit ihren Lesern und Hörern durch die Zeit und ihre Möglichkeiten. Und so widmen sich jüngste Projekte zum Beispiel auch dem Aufbau von digitalen Angeboten. Vor exakt 120 Jahren wurde der Grundstein der beständigen Arbeit der DZB gelegt.
Genau am 12. November, dem Gründungstag, wird es in Leipzig eine festliche Veranstaltung geben: Freunde, Partner und Wegbegleiter sowie die Mitarbeiter der DZB sind eingeladen, das Jubiläum festlich zu begehen. Als Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen wird auf jeden Fall die Hausspitze des zuständigen Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) das eröffnende Grußwort halten (Zum Redaktionsschluss galt noch die Zusage der derzeit amtierenden Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlemer). Gastredner aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und sozialen Bereichen werden weitere Laudationes halten und die Arbeit der DZB und ihr Umfeld aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und interessante Einblicke gewähren. So wird unter anderen die Leiterin der Leipziger Städtischen Bibliotheken, Susanne Metz, über die Chancen für öffentliche Bibliotheken in heutiger Zeit sprechen. Gerade hier zeigt sich auch die Bedeutung von guter Zusammenarbeit. Die frisch renovierte Leipziger Stadtbibliothek stellte ihren schönsten Raum für die Veranstaltung zur Verfügung - den Oberlichtsaal.
Neben den Redebeiträgen und natürlich dem Dank an die Mitarbeiter der DZB, werden sich beim Empfang sicher auch interessante Gespräche entspinnen, beispielsweise welche Wege geht die DZB in Zukunft? Einen Einblick hierzu geben auch kleine Projektpräsentationen. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt vom Gesangsensemble Propuncto. Blinde Sängerinnen und Sänger tragen ein kleines Repertoire an Liedern vom Barock bis in die Neuzeit vor. Dafür verwenden sie natürlich Braillenoten aus der DZB.

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Die Kramkiste

Unsere Bibliothekare stellen jeweils einen Punktschrift- und einen Hörbuchtitel vor, die sich schon länger im Bestand unserer Bibliothek befinden.

Nikos Kazantzakis: "Kapitän Michalis"

Susanne Siems
[Punktschriftbibliothek]
Blauer Himmel, grüne Wälder, felsige Berge. Überall weiße, rechteckige Häuschen, oft mit einer Außentreppe, welche in das zweite Stockwerk oder auf die Dachterrasse führt … All das, liebe Leserinnen und Leser, sah ich im gerade zu Ende gegangenen Urlaub auf einer der griechischen Inseln. Liegt es an der immer noch anhaltenden Urlaubsverzauberung oder an der meisterhaften Schilderung des griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis, dass mir das alles sofort vertraut war auf den ersten Seiten seines Romanes "Kapitän Michalis"? Wahrscheinlich ist es beides. Wenn er schreibt, wie die Menschen in der kretischen Ortschaft Megalokastro im März 1889 den Frühling begrüßen, dann rieche ich das Meer, spüre die wärmenden Sonnenstrahlen, genieße den Duft der erwachenden Natur. Der Geschmack von Schafskäse, Oliven und Ouzo liegt noch auf meiner Zunge und die Sirtaki-Klänge habe ich noch im Ohr.
Kazantzakis ist ein Meister in der Detailbeschreibung. Wie in einem Film zaubert er Atmosphäre vor unser geistiges Auge. Es sind gerade die Naturbeschreibungen und die Schilderungen des Lebens auf der griechischen Insel, die den Leser in das Buch sozusagen hineinziehen. Die Bauern, die vor den Toren der Stadt warten, bis diese geöffnet werden und sie mit ihren vollbeladenen Eselchen und Maultieren zu den Marktplätzen eilen dürfen. Oder die Beschreibung der Frauen, die sich auf den Bänken vor den Haustüren treffen, schwatzen, Handarbeiten machen oder schlafen. Das liest sich dann so: "… und der Schlaf lag über ihr wie eine Rebe, schwer von dunklen Trauben …"
Dennoch macht sich bereits am Anfang beim Lesen dieses scheinbar friedlichen Geschehens Beklemmung breit: in jeder Familie, die am Beginn des Romans vorgestellt wird, gibt es Leid, Trauer und Verlust. Und wir Leser kennen die Geschichte. Im Jahr 1889, in dem dieser Roman spielt, kam es zu einem der vielen blutigen Aufstände der Kreter gegen ihre türkischen Unterdrücker. Seit dem 17. Jahrhundert war Kreta Teil des Osmanischen Reiches, gerade im 19. Jahrhundert versuchten die griechischen Bewohner der Insel mehrfach, sich von der türkischen Fremdherrschaft zu befreien. Wie emotional schwierig die Lage der auf Kreta lebenden Menschen war, zeigt Kazantzakis sehr anschaulich. Kapitän Michalis, ein Anführer der Griechen, ist seit Jahren mit dem Türken Nuri Bey in Blutsbrüderschaft verbunden. Zwar verhindert diese "Freundschaft", dass sich beide gegenseitig umbringen, aber die brutalen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen Griechen und Türken auf der Insel kann sie nicht aufhalten. Kapitän Michalis liebt sein Land und will dessen Freiheit. Als sein leiblicher Bruder von den Türken getötet wird, kommt es zum Aufstand.
Für mein Empfinden meisterhaft beschreibt Kazantzakis die verschiedenen Charaktere der Personen. Die Geschichten der Bewohner von Megalokastro, dessen heutiger Name übrigens Iraklio ist, sind breit angelegt. Literaturkritiker sagen über den Roman, dass gerade diese epische Breite und die Überhöhung der Personen, insbesondere der Titelfigur, ein Schwachpunkt des Romans sei. Ich finde gerade die Detailbeschreibung des Lebens und auch die heldenhafte Hervorhebung einzelner Personen als besonders gelungen. Literatur soll doch nicht das reale Leben eins zu eins abbilden, sondern durch künstlerische Beschreibungen die Eindrücke und Empfindungen beim Leser verstärken. Kazantzakis schrieb diesen Roman 1953, drei Jahre vor seinem Tod. Ganz deutlich wird die Liebe zu seiner Heimat Kreta. Der Autor wurde 1883 in Iraklio geboren und er hat seiner Insel mit diesem Roman ein Denkmal gesetzt. Leider wird das Buch allzu oft im Schatten von "Alexis Sorbas" übersehen. Ich kann Ihnen die Lektüre in 8 Bänden einseitiger Kurzschrift nur ans Herz legen (BNA 5901). Auch die Hörer können das Buch gern als DAISY-CD ausleihen, gesprochen von Ingeborg Ottmann, Bestellnummer H004041.
Für mich war und ist es eine Entdeckung und Kazantzakis ein Schriftsteller, der zu meinen Lieblingsautoren zählt.
Weitere Titel von Nikos Kazantzakis im Punktschriftbestand
Titel von Nikos Kazantzakis im Hörbuchbestand

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Isabell Allende: "Das Geisterhaus"

Jörg Klemm
[Hörbücherei]
1982 veröffentlichte Isabel Allende ihren Debütroman "Das Geisterhaus", nachdem sie als Journalistin und Moderatorin für verschiedene Zeitungen und Sender gearbeitet und bereits Kindergeschichten veröffentlicht hatte. Als ihr Großvater mit 99 Jahren starb, schrieb sie ihm einen Brief - der den Grundstein für ihren ersten Roman bildete.
Zentrale Figur des Romans ist Esteban Trueba, ein armer, von unbändigem Erfolgswillen getriebener, kraftvoller Mann, der sich in die schöne Rosa verliebt. "Plötzlich glitt sie auf den Gang, und im Vorbeigehen richtete sie für einen winzigen Moment ihre überraschend goldfarbenen Augen auf mich. Ich muss ein wenig gestorben sein." Um Rosas würdig zu sein, zieht er aus, um sein Glück und Geld zu machen und eine Mine zu erschließen, und bringt so sein Gut "Drei Marien" wieder zu Glanz und Wohlstand. Aber Rosa stirbt - sie fällt einem Attentat zum Opfer, welches ihrem politisch aktiven Vater galt. So heiratet Trueba sehr viel später ihre jüngere, hellsichtige Schwester Clara. Clara und Esteban werden füreinander die große Liebe und bekommen drei Kinder: die Zwillinge Jaime und Nicolas und Tochter Blanca. Doch Blanca verliebt sich in Pedro, den Sohn des Verwalters der "Drei Marien" - eine Liebesbeziehung, die der konservative Trueba lange nicht akzeptiert, die jedoch sowohl seinen Groll als auch die stürmischen Zeiten Chiles überdauern wird. Im Streit um diese Liebe und die Schwangerschaft Blancas kommt es zum unwiderruflichen Zerwürfnis zwischen Clara und Trueba - lange wird Clara ihren Mann schneiden, bis die Milde der späten Ehejahre und die große Liebe zueinander eine gewisse, wenn auch wortlose Kommunikation der beiden wieder aufleben lässt. Seine Trauer um Clara, als diese stirbt, ist unermesslich.
Das Kind der verbotenen Liebesbeziehung zwischen Blanca und Pedro, Truebas Enkelin Alba, ist eine der Ich-Erzählerinnen des Romans. Sie studiert und arbeitet politisch - allerdings mehr aus Liebe zu ihrem Miguel als aus Bewusstsein. Als die konservative Partei die Wahlen in Chile verliert und die Linke an die Macht kommt, schäumt Trueba und bereitet den Putsch vor, dem im realen Chile Salvador Allende, ein Verwandter der Autorin, zum Opfer fallen wird. Nachdem jedoch die Militärs nicht daran denken, abzudanken und die Macht wieder an die Konservativen abzutreten, die Not im Lande und die politische Verfolgung immer größer wird und schließlich die geliebte Enkelin Alba verhaftet wird, versöhnt sich Trueba, der sich von den Machthabern betrogen fühlt, mit Blanca und Pedro und verhilft den beiden zur Flucht ins kanadische Exil. Mit Hilfe einer guten Freundin aus den jungen Jahren auf den "Drei Marien" gelingt es ihm auch, die schwer misshandelte Alba aus der Haft zu befreien. Großvater und Enkelin beginnen, anhand der Tagebücher und Notizen Claras die Geschichte der Familie aufzuschreiben. Alba erkennt, dass "alles miteinander verbunden" ist - so war einer ihrer Folterknechte ein unehelicher Spross des jungen Truebas.
Die Wort- und Fabulierkunst, die Lust am Geschichtenerzählen, der Isabel Allende hier freien Lauf lässt, zieht Leser und Hörer in ihren Bann. Neben den schauderhaften Schilderungen aus den Tagen um den Putsch finden sich zahllose und sehr lustige Erzählungen um die Geschehnisse im Haus Trueba, wie um ein Kaninchen, dem durch das Schmusen mit den Hunden sämtliche Haare ausgingen und das "zum einzigen Exemplar seiner Gattung wurde, bedeckt nur von einer schimmernden Haut, die ihm das Aussehen eines langohrigen Reptils verlieh". Und es ist einer der eindrucksvollsten und gleichzeitig rätselhaftesten Sätze, mit denen ein Roman je begonnen wurde: "Barabas kam auf dem Seeweg in die Familie."
Obwohl der Roman teils von Esteban Trueba, teils von Alba in der Ich-Form, zumeist jedoch in der dritten Person erzählt wird, kommt keine Verwirrung auf - Leser und Hörer finden sich bestens zurecht. Lassen Sie sich dieses Stück Weltliteratur nicht entgehen - der Genuss ist riesig!
Weitere Titel von Isabel Allende im Hörbuchbestand
Titel von Isabel Allende im Punktschriftbestand (Kurzschrift)

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Neu im Regal

Andrea Sawatzki: "Tief durchatmen, die Familie kommt"

(DAISY-Hörbuch, empfohlen von Jana Waldt)
Nach ihrem Debüt-Roman "Ein allzu braves Mädchen", der übrigens auch in der Hörbücherei entliehen werden kann (Bestellnr. H026567), erzählt Andrea Sawatzki in ihrem zweiten Buch über das Fest der Liebe: Weihnachten.
Ihr Mann hatte von Anfang an keine Lust auf Weihnachten. Gundula schon, irgendwie. Dass es eine Menge Mühe werden würde, die ganze Verwandtschaft zu beherbergen und zu bekochen, das war auch ihr klar: Aber dass die Sache so aus dem Ruder laufen würde, das hätte selbst Gundula nicht gedacht. Dabei liefert schon die etwas unglücklich zusammengestellte Gästeliste erste Hinweise auf mögliche Schwierigkeiten. Denn sie besteht aus Gundulas notorisch abgebranntem Bruder Hans-Dieter und seiner fettleibigen Frau, ihrer dominanten Mutter und ihrem dementen Vater mit einer Schwäche für alles Weibliche sowie ihrer Schwiegermutter Susanne, die immer noch große Stücke auf ihre erotische Ausstrahlung hält.
Diese turbulente Weihnachtskomödie ist genau das richtige, um von den eigenen Weihnachtsvorbereitungen abzulenken.
Andrea Sawatzki: "Tief durchatmen, die Familie kommt". Sprecherin: Steffi Böttger. 1 CD DAISY (5:33 h) Bestellnr. H030092

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Weihnachtliche Empfehlungen

Bücher zum Verschenken
Vorfreude …
Nussknacker und Räuchermännlein
Wer den berühmten Butterstollen backen möchte - hier findet er die Rezeptur. Wer nicht das Geheimnis vom weihnachtlichen Neunerlei kennt - hier erfährt er davon. Große und kleine Leser erfahren auf vielfache Weise den wundersamen Zauber der alljährlichen Weihnachtszeit im Erzgebirge.
Feuersee, Hermann: Der kleine kulinarische Adventsbegleiter
Hermann Feuersee weiht in diesem vergnüglichen Adventsbegleiter in 24 kulinarischen Kapiteln in die verschwiegenen Geheimnisse der Advents- und Weihnachtsküche ein, verrät originelle Varianten von Fasan und Ente, Karpfen und Zander, erzählt von einem vergessenen Rezept für wirklich gute Trinkschokolade und lässt den Leser auch bei dem Versuch, Anisplätzchen selbst zu machen, nicht allein.
… für lange Winterabende
Stanfield, Lesley: Bezaubernde Blütenpracht
Rosen, Narzissen, Nelken, Klematis, Lavendel und viele mehr finden sich in diesem Buch, ebenso das eine oder andere Gemüse. Man taucht ein in ein wahres Meer aus gehäkelten und gestrickten Blüten, Blättern und Insekten. Die kleinen gehäkelten und gestrickten Kunstwerke eignen sich hervorragend zum Verzieren und Verschönern von Taschen, Kleidung, Hüten, Schuhen und vielem mehr. Die Blumen sind durch die genauen Anleitungen schnell nachgearbeitet.
Scott, Carla: Zopfmuster
Klassisch, modisch oder ausgefallen - die 200 Strickanregungen eröffnen eine unendliche Vielzahl an Möglichkeiten, alte Zöpfe neu zu gestalten. Innerhalb der einzelnen fünf Kapitel sind die jeweiligen Muster nach Schwierigkeitsgrad geordnet - von einfach bis kompliziert. Diese schier unerschöpfliche Vielzahl an Mustern begeistert und verführt zum Nacharbeiten. Ein wunderschön gestaltetes Buch - auch zum Schmökern.
Etwas fürs Herz …
Pullinger, Kate: Eine Liebe in Luxor
England, 1862. Als Lady Duff Gordon von ihrem Arzt nach Ägypten geschickt wird, um dort im trockenen, warmen Klima ihre Tuberkulose auszuheilen, bedeutet das auch für ihr Dienstmädchen Sally ein Exil auf unbestimmte Zeit. So begeben sich die beiden, schwankend zwischen Staunen und Angst vor der exotischen Fremde, gemeinsam auf eine Flussfahrt den Nil hinauf. Begleitet werden sie von Omar, einem erfinderischen Dragomanen und begnadeten Koch. Als Lady Duff Gordon in Luxor ihr Korsett gegen Männerkleider eintauscht, Arabisch lernt und zu wöchentlichen Salons einlädt, beginnt auch Sally, eine ungeahnte Freiheit zu genießen. Doch diese Freiheit hat ihre Grenzen.
Für die Kleinsten …
Scheffler, Axel: Wo ist Mami?
Das arme Äffchen hat seine Mutter verloren, mitten im Wald! Da ist es schön, dass ihm der nette Schmetterling suchen helfen will. Aber irgendwas geht bei dieser Suche schief: Ständig führt der Schmetterling das Äffchen zu den falschen Tieren. Weiß er etwa nicht, dass Affenmamas genauso aussehen wie ihre Kinder?
Für Leseanfänger: Mini-Pocket
Dölling, Beate: Ein Bär reißt aus
Ein Zoobesuch ist etwas Aufregendes. Richtig aufregend aber wird es, als plötzlich ein Bär vor Anja und Paul steht! Was jetzt?
Der Titel aus der Erstlesereihe "Lesedetektive" von Duden begleitet Kinder beim Lesenlernen und fördert das verstehende Lesen. Der Duden-Lesedetektiv führt mit Verständnisfragen und kleinen Rätseln durch die spannende Geschichte. (ab 6 Jahre)
Endres, Brigitte: Bravo Pulcinella!
Pulcinella ist ein Zirkusfloh. Bei allen Vorstellungen, ob Pferdedressur oder Elefantennummer, ist sie dabei und bekommt den meisten Beifall. Da stichelt die Steckmücke, Pulcinella sei so winzig klein, dass kein Mensch sie bemerke! Ungläubig mischt sie sich unters Publikum. Tatsächlich läuft auch ohne sie die Vorstellung reibungslos ab ... Galt der Applaus gar nicht ihr? Und gibt es eine Bühne, auf der sie der Star sein kann? (ab 6 Jahre)
Etwas Spannendes für Kinder: Lesekompass
Kelly, Jacqueline: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Calpurnia ist zwölf, als sie begreift, dass ihr vorgezeichneter Lebensweg nicht ihren Vorstellungen entspricht. Wie die anderen Mädchen soll auch sie Kochen, Stricken und Klavierspielen lernen, damit sie bald heiraten und eine Familie gründen kann. Doch Cal streift viel lieber durch die Natur, beobachtet Pflanzen und Tiere und macht sich Notizen über ihre Entdeckungen. Der Einzige, der sie versteht, ist ihr Großvater, ein eigenwilliger Forscher und Tüftler. Er schenkt ihr Bücher und öffnet ihr die Augen für den technischen Fortschritt und die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des anbrechenden 20. Jahrhunderts. So erobert sich Cal ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft. (ab 12 J.)
Vielleicht auch mal ein Argon-Hörbuch?
Child, Lincoln: Wächter der Tiefe : Thriller
Die Bohrinsel Storm King dient als Plattform zur Tarnung für ein geheimes Forschungsunternehmen. Man vermutet, in der Gesteinsschicht unter dem Meeresboden auf Überreste von Atlantis gestoßen zu sein. Doch zum Schrecken aller erkranken Tag für Tag Besatzungsmitglieder an mysteriösen Leiden. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Krankheiten und den Entdeckungen in der Tiefe? Lauert dort unten eine Gefahr, die die Menschheit vernichten kann? Die Wissenschaftler warnen vor weiteren Bohrungen, doch die Machtgier des Militärs wächst. Das Unternehmen "Deep Storm" droht, außer Kontrolle zu geraten.
Gruen, Sara: Wasser für die Elefanten
Amerika, 1930: Nachdem der junge Jacob kurz vor dem Examen der Tiermedizin seine Eltern durch einen Unfall verliert, landet er bei einem drittklassigen Wanderzirkus, dem gerade ein Tierarzt fehlt. Ein aufregendes Abenteuer beginnt, das der nun 93-Jährige noch immer klar vor Augen hat.
DZB-"Klassiker"
Relief-Wandkalender 2015: "Tiere unserer Heimat"
Der Relief-Wandkalender porträtiert in Wort und Bild wild lebende einheimische Tiere: Säugetiere, Vögel, Fische und Insekten werden in ihren Lebensräumen vorgestellt. Ob Dachs, Zauneidechse oder Eisvogel - die großformatigen farbigen und kontrastreichen Abbildungen lassen die einzigartige Vielfalt der Tierwelt in Deutschland erkennen. Über den Illustrationen liegende transparente Reliefs geben die verschiedenartigen Formen wieder. Ein Text in Braille- und Großschrift informiert über Lebensweise und Lebensraum der jeweiligen Tiere.
Grußkarten zur Weihnachtszeit
13 verschiedene weihnachtliche Motive; Karten werden mit Umschlag und Einlegeblatt geliefert; Grüße sind in Blindenvoll- und Schwarzschrift lesbar;

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LOUIS

Betreuer dieser Rubrik ist Herr Ulrich Jander (Tel.: 0341 7113-145, Fax: 0341 7113-125, E-Mail: Ulrich.Jander@dzb.de).
Detaillierte Ausführungen zu den Themen können direkt bei ihm abgerufen werden. Selbstverständlich erhalten Sie auch Antwort auf Fragen, die uns in Blindenschrift, auf Kassette oder in Schwarzschrift erreichen. Mehr zu LOUIS gibt es im Internet unter www.dzb.de/louis.

EasySearch und EasyWave - zwei barrierefreie Windowsprogramme

Ulrich Jander
Heute möchte ich wieder einmal, wie vor einiger Zeit bereits schon, zwei Windowsprogramme vorstellen, die vom blinden Hobby-Programmierer Wolfram Floßdorf aus Köln entwickelt worden sind. Die Programme von ihm zeichnen sich durch ihre Barrierefreiheit aus, so ist es auch in den zwei nachfolgend beschriebenen Fällen. Informationen und Hilfen in den Programmen sind absolut zugänglich, die Bedienelemente und Funktionen sind beschriftet. Sie finden die Programme von Herrn Floßdorf auf seiner Internetseite www.softcologne.de im Link Programme für Windows. Dort habe ich auch EasySearch und EasyWave 2013 pro entdeckt. Sie stehen auf dieser Internetseite nicht am Anfang, sind aber sehr gut und schnell mit der Überschriftenfunktion des jeweiligen Screenreaders, in aller Regel mit h (mehrmals betätigt), zu finden.
EasySearch ist ein kleines und einfaches Programm zum Suchen von Dateien. Es durchsucht alle internen und angeschlossenen Speicher des Computers. Herr Floßdorf schreibt dazu auf seiner Internetseite, Zitatbeginn:
"Hast Du Dich nicht schon oft geärgert, dass Du eine bestimmte Datei im PC-Dschungel nicht mehr findest? Easysearch löst das Problem.
Easysearch (oder auch Dateisuche) durchforstet alle Laufwerke Deines PC nach der gesuchten Datei. Am Ende hast Du eine Liste aller Ordner, in denen Deine Datei gespeichert ist. Ich finde nämlich das Suchen unter Windows 7 für uns sehr mühsam.
Drücke Enter auf derjenigen Datei, die Du öffnen möchtest, dann wird die komplette Adresse in die Zwischenablage kopiert und steht so in jeder Windows-Anwendung zur Verfügung. Easysearch wird dabei verlassen.
Anderenfalls drücke ESCAPE zum Verlassen.
Setzt Du ans Ende des Suchworts einen Stern, werden alle Dateien gelistet, die mit der Zeichenkette beginnen.
Achja, Du kannst durch Betätigen des Stoppen-Schalters den Suchlauf jederzeit beenden und stehst nun im Listenfeld der bisher gefundenen Ordnerliste.
Während der Suche kannst Du mit jedem Screenreader via Tab-Taste zwischen dem Stoppen-Schalter und dem aktuell gefundenen Ordner hin- und herschalten.
Es ist keine Installation des Tools nötig. Allerdings muss auf dem PC das Microsoft-Programm DotNet Framework 4 installiert sein." Zitatende.
Ist DotNet Framework auf Ihrem Rechner nicht installiert und Sie starten EasySearch, so wird das sofort bemängelt. Das Programm erhalten Sie als zip-Datei; wenn Sie es ausgepackt haben, finden Sie in dem neu angelegten Ordner lediglich eine exe-Datei vor, das ist die Programmdatei. Startet man diese und wählt Ausführen, steht man im Eingabefeld der Dateisuche. Hat man den Dateinamen oder eine Zeichenkette davon mit Stern am Ende eingetragen, dann geht man mit der Tab-Taste auf den Schalter Starten und betätigt Enter oder die Leertaste. Man kann sehr gut verfolgen, auf welchem Laufwerk EasySearch gerade sucht; das Programm beginnt immer mit dem Laufwerk C. Geht man mit der Tab-Taste auf Stoppen, so unterbricht man sofort die Suche und die bisherigen Ergebnisse werden untereinander angezeigt. Das Kopieren eines gefundenen Suchpfades funktioniert genauso einfach, wie es Herr Floßdorf in seinem Text schreibt. Das Programm dürfte auf allen gebräuchlichen Windowssystemen unter Vorhandensein von DotNet Framework 4 funktionieren; unter Windows 7 und Windows XP gab es bei mir keinerlei Probleme.
Zum Programm EasyWave habe ich bereits im November/Dezember 2010 einen Beitrag veröffentlicht. Wolfram Floßdorf hat EasyWave weiterentwickelt, zur Zeit ist es der Stand Mai 2013. Die Funktionsvielfalt wurde erweitert; u.a. gibt es Anpassungen an Windows Vista und Windows 7, es läuft sowohl unter 32 als auch unter 64 Bit. Herr Floßdorf schreibt zu den Anpassungen auf seiner Internetseite, Zitatbeginn:
"EasyWave-Pro hat nun kein Problem mehr mit langen Dateinamen. Die Grenze bei den Dateinamen 8 Punkt 3 wurde aufgehoben.
EasyWave-Pro kann nun auch Leerräume in Dateinamen verarbeiten.
Auch sind nun Leerräume im Programmordner zulässig. Damit ist der Betrieb unter Windows 7 im Ordner C:\Programm Files\ möglich geworden.
Unter Vista oder Windows 7 muss man die Benutzerkontensteuerung nicht mehr auf 0 setzen. Dies ist ein enormer Sicherheitsaspekt für Ihr System!
Es ist uns gelungen, auch die Konvertierungen von MP3 nach WAVE und umgekehrt auch mit langen Dateinamen und Leerräumen in Ordnern zu realisieren." Zitatende.
Wolfram Floßdorf beschreibt sehr umfassend auf seiner oben genannten Internetseite das Programm. Er verweist u.a. auch auf die Hilfe, die kontextsensitiv an jeder Funktion mit Alt-Taste plus h zur Verfügung steht. EasyWave wird, wie EasySearch, als zip-Datei zum Download angeboten und braucht nach dem Auspacken nicht installiert zu werden. Im neu angelegten Ordner befindet sich neben vielen anderen Dateien die EasyWave.exe, mit deren Hilfe das Programm gestartet wird.EasySearch und EasyWave sind kostenfreie Programme. Herr Floßdorf wird sich natürlich freuen, wenn Sie ihm für seinen Programmieraufwand eine Spende zukommen lassen. Den direkten Kontakt zu Herrn Floßdorf können Sie über seine Internetseite, vorletzter Link, herstellen.Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren und Anwenden der beiden Programme.

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Info-Service

Alle Jahre wieder: Schließzeiten zum Jahreswechsel

Jana Waldt
An dieser Stelle möchten wir unsere Bibliotheksnutzer daran erinnern, dass die DZB vom 24. Dezember 2014 bis einschließlich 2. Januar 2015 geschlossen bleibt. Am Montag, dem 22.12. können letztmalig Ihre Bestellungen bearbeitet werden. Wenn Sie also zwischen den Feiertagen nicht auf Hör- oder Punktschriftbücher verzichten und eine größere Lieferung erhalten möchten, teilen Sie uns dies bitte bis spätestens 12. Dezember mit.
Konkrete Literaturwünsche nehmen wir ab sofort entgegen.
Erinnern möchten wir an dieser Stelle außerdem, dass alle Hörer, die ständig mehr als 3 Hörbücher im Umlauf haben, wie jedes Jahr automatisch zusätzliche Titel erhalten werden. Informieren Sie uns bitte rechtzeitig, falls Sie dies nicht wünschen.

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Ein Lese- und Tasterlebnis für die ganze Familie: "Wo ist Mami?"

Gabi Schulze
"Wo ist Mami?", fragt ängstlich der kleine Affe und begibt sich auf die Suche nach seiner Affenmama. Ein hilfsbereiter Schmetterling führt ihn zum Frosch, zur Schlange und sogar zum Elefanten. Weiß er wirklich nicht, wie eine Affenmama aussieht? Diese wunderbare Geschichte von Julia Donaldson (Text) und Axel Scheffler (Illustration) können nun auch blinde und sehbehinderte Kinder in Wort und Bild erleben. Im September erschien "Wo ist Mami?" als taktiles Bilderbuch in der DZB. Die farbenfrohen tastbaren Bilder von Frosch, Schlange, Papagei und vielen anderen Tieren entstanden aus Velourleder, Federn, Gewebe, Wollfäden und anderen Materialien. Sie fühlen sich angenehm warm und vertraut an und werden so zu einem besonderen Tasterlebnis für Vorschulkinder und Leseanfänger, die das Buch in Brailleschrift oder Großdruck lesen können. Die witzig gereimte und eingängige Geschichte garantiert aber auch ein Vorlesevergnügen, an dem sowohl Erwachsene als auch Kinder ihren Spaß haben.
Weitere Informationen zum Buch unter www.dzb.de (Verkauf/Braillebücher/Kinder-bücher).

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Bürgerpreis für Tandem-Fahrten mit Blinden und Sehenden

Jana Peters
Zwischen 20 Vereinen und Projekten musste sich die Jury des Bürgerpreises entscheiden. "Über 650 Ehrenamtliche sind in diesen Projekten aktiv und haben im vergangenen Jahr über 2500 Stunden gearbeitet", hob Sabine Sieble, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung für Chemnitz, hervor. In diesem Jahr habe die Jury besonderes Augenmerk auf das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gelegt. Anlass war, dass vor fünf Jahren die UN- Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft getreten ist. Darum lautete das Motto der Preisverleihung, die gestern zum dritten Mal stattfand: "Es ist normal, verschieden zu sein."
Mit dem ersten Preis in Höhe von 1000 Euro ausgezeichnet wurde die Tandem-Gruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen. Seit vier Jahren organisieren sie Touren mit Tandems. Ein Sehender navigiert, ein Blinder oder Sehbehinderter fungiert als Co-Pilot. Das fördere die sozialen Kontakte und die körperliche Fitness aller Beteiligten, sagte Laudatorin Jacqueline Hofmann, Vorstandsvorsitzende des Netzwerks für Kultur- und Jugendarbeit. "Geringer Einsatz, große Wirkung." Ausgedacht hat sich das Projekt das Ehepaar Heike und Uwe Wiedemann. Drei bis vier, in diesem Jahr sogar sechs Touren von 40 Kilometern organisieren sie.
Mittlerweile gebe es einen Stamm von rund 35 Tandempiloten. Rund ein Viertel der sehbehinderten Teilnehmer stammt vom Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte (SFZ), die dort eine Ausbildung machen. "Es geht darum, dass sie auch Kontakt zu Erwachsenen und zu Sehenden bekommen", sagte Heike Wiedemann. Und wofür wird das Preisgeld verwendet? "Wir würden gern ein Elektro-Tandem anschaffen", so Uwe Wiedemann. Auch Pläne für die Zukunft gibt es. So sind für den Winter die ersten Langlauf-Touren geplant.
Der zweite, mit 600 Euro dotierte Preis, ging an "Das Traumkonzert". Zweimal hat es bisher im ausverkauften kleinen Saal der Stadthalle stattgefunden. Im November 2015 soll es im großen Saal über die Bühne gehen, verriet Nancy Gibson, eine der Organisatorinnen und Leiterin der städtischen Musikschule. Bei dem Konzert musizieren Chemnitzer Ensembles von Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam, so der Chor der Blindenschule, der Gehörlosenchor und das Ensemble Motus der Musikschule. Unterstützt werden sie von Musikern der Robert-Schumann-Philharmonie. "Das Konzert ist emotional und mitreißend", sagte Laudatorin Sabine Sieble. "Es bringt Menschen zusammen, die sich so nie getroffen hätten", fügte sie hinzu.
Der dritte Preis der Bürgerstiftung ging an das Rolli-Maskentheater des Wohnzentrums des Arbeiter-Samariter-Bunds. Unter der künstlerischen Leitung von Pier Giorgio Furlan wurde es dreimal im Sommer 2013 im Schauspielhaus aufgeführt. "Die Geheimnisse der Wolkenfrau" hieß das Stück, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung mitwirkten. Die Teilnehmer "erhielten die Bestätigung, dass es normal ist, verschieden zu sein", sagte Laudatorin Petra Liebetrau, Behindertenbeauftragte der Stadt Chemnitz. Momentan wird an einem neuen Maskenprojekt gearbeitet, verriet Mica Kempe, Leiterin der Kunstwerkstatt des ASB.

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Kampagne für Führhundtraining

DBSV-direkt
Blindenführhunde - oft "Blindenhunde" genannt - faszinieren mit ihren Fähigkeiten, doch leider haben viele von ihnen in ihrer Ausbildung harte körperliche Strafen erlebt. Immer wieder gehen beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) Berichte ein, dass Führhunde von ihren Trainern geschlagen, getreten und sogar mit Stromschlägen gequält werden. In der Folge verlieren die Tiere ihr Selbstbewusstsein und auch die Qualität ihrer Leistung leidet. "Ein Führhund und sein Halter müssen partnerschaftlich zusammenarbeiten - und das funktioniert nicht, wenn ein Hund in der ständigen Furcht vor Bestrafung lebt", erläutert Fachreferentin Sabine Häcker vom DBSV.Der Verband startet deshalb auf der Internetseite www.hundetraining.dbsv.org einen Film, der den schwarzen Schafen unter den Ausbildern zeigt, wie es richtig gemacht wird. Unter dem Titel "Belohnen statt Bestrafen" wird in zwölf Minuten erläutert, wie ein Hund durch unzählige Wiederholungen in Verbindung mit Erfolgserlebnissen die kompliziertesten Aufgaben erlernt und Freude dabei hat. "Eine Ausbildung auf Basis von positiver Verstärkung schützt die Tiere und macht sie fit für anspruchsvolle Herausforderungen", bringt Häcker es auf den Punkt.Der Film entstand im Rahmen eines DBSV-Projektes zur Qualitätssicherung in der Führhund-Ausbildung und wird ergänzt durch einen Forderungskatalog. Der Verband stößt damit in eine Lücke. "Seit 17 Jahren drängen wir vergeblich darauf, dass der GKV-Spitzenverband endlich verbindliche Standards für die Führhundtrainer festlegt", erläutert DBSV-Präsidentin Renate Reymann. Der DBSV hat sich deshalb nun direkt an die Krankenkassen gewandt. Sie sollen zukünftig nur noch Führhunde finanzieren, deren Trainer sich zu einer gewaltfreien Ausbildung der Tiere verpflichten. Nach Schätzungen des DBSV werden in Deutschland jährlich rund 500 Blindenführhunde ausgebildet.Der Film "Belohnen statt Bestrafen" wurde gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Hamburger Blindenstiftung.

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