in puncto DZB - 04 / 2016

04 2016

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

was erwartet Sie in dieser letzten Ausgabe im Jahr 2016? Wir schauen über unseren Tellerrand und porträtieren eine blinde Kinogängerin und Bloggerin, die Filme rezensiert und sich für mehr barrierefreie Kinofilme engagiert. Es wird von einem Jubiläum, dem 30. Jahrgang des „Literaturtreffs“,die Rede sein und von Studenten der Universität Leipzig, die sich damit beschäftigen, blinden Menschen Comics zugänglich zu machen. Wir stellen Ihnen eine junge Frau vor, die seit einigen Monaten den Verlag der DZB leitet und sich mit der Herstellung von barrierefreien E-Books auskennt.

Und weil jetzt die Adventszeit begonnen hat, finden Sie in dieser Ausgabe auch einige besondere Geschenkideen. Wir wünschen Ihnen eine gemütliche Advents- und Weihnachtszeit. Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Ihre Redaktion

Im Fokus

Eine Expertin in Sachen elektronisches Publizieren

Wenn Manuela Pohle von ihrer neuen Arbeit berichtet, spürt man schnell deren Neugier auf Unbekanntes, ihren Optimismus und ihre Begeisterung für neue Herausforderungen. Ein Beitrag von Gabi Schulze

Manuela Pohle sitzt genau an der Stelle, wo geplant, koordiniert und organisiert werden muss. Seit Mai 2016 ist sie neue Verlagschefin in der DZB. Sie wacht über Titelplanung, Reliefherstellung, Auftragsbearbeitung, Zeitschriftenredaktion und Produktgestaltung. Doch damit nicht genug: Zurzeit baut sie gemeinsam mit ihrem Team ein Dienstleistungsangebot für barrierefreie digitale Produkte in der DZB auf. Es nennt sich BIKOSAX oder „Barrierefreie Informations- und Kommunikationsangebote des Freistaates Sachsen“.

Gegen acht Uhr beginnt die 33-Jährige ihren Arbeitstag und dieser endet, wenn die Aufgaben des Tages erledigt sind ─ manchmal auch, wenn die DZB schließt. So erörtert sie beispielsweise mit Kollegen aus den Fachbereichen geplante Vorhaben und wie Produkte kostengünstig und qualitätsgerecht umgesetzt werden können. In der Relieftechnik informiert sie sich über den aktuellen Stand des neuen Reliefkinderbuches. Danach bespricht sie noch eingegangene Aufträge. Jeden Tag gegen 8.45 Uhr isst sie einen frisch zubereiteten Obstsalat.

Von der Theorie zur Praxis

Die in Leipzig wohnhafte junge Frau hat an der HTWK in Leipzig Verlagsherstellung studiert. Schon während des Studiums arbeitete sie beim Verlagsdienstleister „le-tex publishing services“ und ist auch danach dort geblieben. 2011 übernahm sie den Aufbau einer neuen Abteilung im Bereich des elektronischen Publizierens. „Damals haben die Verlage technische Dienstleister gesucht, die E-Books produzieren“, erzählt Manuela Pohle. „Ich übernahm bei le-tex den gesamten Aufbau dieser Produktionsstrecke. Ich kümmerte mich um die Kalkulation der Aufträge und darum, dass die E-Books im Rahmen von Kosten, Zeit und Qualität produziert wurden, organisierte Termine und pflegte Kundenkontakte.“ Doch das reichte der Verlagsherstellerin nicht, sie suchte neue reizvolle Herausforderungen, die sie in der DZB auch fand.

Eine der Herausforderungen ─ BIKOSAX

„Wenn Behörden ihre Anträge und Formulare ins Netz stellen und der Bürger sich deshalb den Weg zum Amt sparen kann, dann sollte das nicht nur ein Privileg der Sehenden sein“, meint Manuela Pohle. Das neue Dienstleistungsangebot BIKOSAX wird sächsischen Behörden und Verwaltungen unterbreitet, die ihre Webseiten und elektronische Dokumente barrierefrei gestalten wollen. Dabei arbeitet die DZB gemeinsam mit der sächsischen Landesregierung zusammen, als deren Dienstleister die DZB in Sachen Prüfung und Zertifizierung barrierefreier Webseiten tätig ist. So ein umfassendes Projekt muss von Fachexperten koordiniert, geleitet und ausgeführt werden. Es beginnt bei der Auftragsannahme, geht über die Kundenbetreuung bis hin zur Realisierung der Aufträge. Letztere umfassen sowohl die barrierefreie Umsetzung von Webseiten, barrierefreien Dokumenten und grafischen Programmoberflächen als auch deren Überprüfung nach festgelegten Standards. Beratungen und Schulungen für sächsische Behörden und Institutionen zählen außerdem zum Dienstleistungsangebot von BIKOSAX. „Zurzeit sind wir in der Endphase der Konzeptentwicklung, arbeiten aber auch schon an eingegangenen Aufträgen“, berichtet Manuela Pohle. „Wir haben zum Beispiel die Webseite des MDR umfassend auf Barrierefreiheit geprüft und die Broschüre „Studieren in Sachsen“, ein PDF-Dokument, zugänglich gemacht.“ Zu ihrem Team gehören Dr. Julia Dobroschke, Martin Schulze, Lars Voigt und Johannes Fischer. „Manuela hat die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren und sie für eine Sache zu begeistern“, erklärt Dr. Julia Dobroschke. „Sie ist eine geborene Optimistin.“ Martin Schulze ergänzt: „Mit Manuela lassen sich Ideen schnell und unkompliziert umsetzen."

Als frühere Leistungsschwimmerin weiß Manuela Pohle, wie motivierend das „Wir“-Gefühl einer Mannschaft sein kann. Deshalb ist ein gutes Arbeitsklima innerhalb des Teams für sie von großer Bedeutung. Vor allem aber muss sie immer im Blick behalten, was wichtig ist. Sie reguliert die Abläufe und koordiniert die Aufgaben.

Barrierefreie E-Books: Verlage zeigen Interesse

Im Oktober war die Verlags- und Teamleiterin mit dem E-Book-Experten Martin Schulze unterwegs zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Einige renommierte Verlage zeigten Interesse an der barrierefreien Aufbereitung von E-Books. Fachleute der DZB prüften die E-Books von Reclam, Piper, Diogenes und anderen Verlagen auf Barrierefreiheit. Die Ergebnisse ihres Tests stellten sie den Verlagsvertretern zur Messe vor.

„Die Zusammenarbeit mit den Verlagen spielt für uns eine große Rolle. Zum einen, weil wir ihnen aufzeigen möchten, wie Verlage mithilfe neuer Technologien Inhalte barrierefrei produzieren können und diese dadurch für jedermann zugänglich werden“, erklärt Manuela Pohle. „Zum anderen ist es von Vorteil, wenn die Verlage uns kennen und wissen, dass die DZB Literatur für blinde und sehbehinderte Menschen produziert. Beispielsweise können so schneller und unkompliziert Daten und Genehmigungen eingeholt werden.“

Die Entwicklung neuer Technologien ermöglicht den Verlagen, E-Books sofort barrierefrei zu produzieren, was viel kostengünstiger ist als ein aufwendiges Nachbessern. Trotzdem schöpfen viele Verlage ihr Potential nicht aus. Hier setzen Manuela Pohle und ihr Team an. Sie vermitteln Fachkenntnisse und zeigen auf, wie digitale Formate in vollem Umfang genutzt werden können. Inwieweit dem Interesse dann auch die konkrete Realisierung folgt, hängt vor allem von den Prioritäten ab, die Verlage in Sachen Barrierefreiheit setzen, und natürlich von betriebswirtschaftlichen Kriterien.

Selbst nimmt Manuela Pohle lieber ein Buch als ein E-Book in die Hand. Egal ob analog oder digital ─ traurige Bücher mag sie nicht, viel lieber liest sie witzige mit Happy End. Das glaubt man der jungen Frau sehr gern, hat sie doch stets ein freundliches Lächeln im Gesicht.

Interview

Wie barrierefreie Comics entstehen

Ob Mangas, Micky Maus oder Lucky Luke – mit ihren fantasievollen Illustrationen sind Comics seit Generationen der Renner bei Kindern und Erwachsenen. Sie sind an kein Genre gebunden, können witzig, spannend und informativ sein. Aber wie stellt man einen Comic für blinde und seheingeschränkte Menschen dar? Darüber machen sich Studentinnen und Studenten der Kommunikations- und Medienwissenschaft, Fachbereich Buchwissenschaft, an der Universität Leipzig und deren Dozent Prof. Dr. Thomas Kahlisch einen Kopf. Der Honorarprofessor und Direktor der DZB gibt den Studierenden in seinem Seminar „Das Buch als Medium ─ Die Zukunft barrierefrei“ Einblick, wie barrierefreie Bücher produziert werden. Dabei spielt die Audiodeskription (Bildbeschreibung) eine wichtige Rolle. Lisanne Suborg (3. Mastersemester Kommunikations- und Medienwissenschaften) erzählt, was für eine gelungene Bildbeschreibung wichtig ist.

Welchen Comic haben Sie sich ausgewählt und warum gerade diesen?

Wir hatten einige Comics zur Auswahl. Mir hat „Hilda und der Troll“ von Luke Pearson sofort zugesagt. Es ist ein sehr liebevoll gestalteter Comic, an dem sich sowohl Kinder als auch Erwachsene erfreuen können. Für mich hatte der Comic etwas sehr Gemütliches und Behagliches, das ich gern auch Nichtsehenden vermitteln wollte. In dem Comic, dem zweiten Teil der Hilda-Reihe, geht es um das Mädchen Hilda, das mit seiner Mutter und ihrem Haustier, das wie ein weißblauer Fuchs oder ein Eichhörnchen aussieht, im Wald lebt. Bei einem Ausflug entdeckt sie einen Troll, der tagsüber als Fels getarnt ist.

Welche Strategie haben Sie für die Umsetzung der Bildbeschreibung entwickelt? Welches waren Ihre ersten Schritte?

Wir haben in der Gruppe in mehreren Schritten überlegt und diskutiert, wie eine Bildbeschreibung umgesetzt werden soll und Leitlinien festgelegt. Ziemlich schnell wurde klar, dass dem Nutzer Zusatzinformationen, z.B. über den Autor, zugänglich gemacht werden sollen. Wir sprachen über Schwierigkeiten, die beim Texten auftreten könnten und fanden Lösungen, z.B. beim Umgang mit klassischen Comicgeräuschen wie „Peng“ oder bei sehr detailreichen Bildern.

Wie beschreiben Sie die Bilder ihres ausgewählten Comics?

Die Bildbeschreibung erfolgt im Präsens. Der Comic soll sprachlich lebendig, aber übersichtlich erzählt werden. Es gelten die Stichworte: knapp, präzise, lebendig. Die Bildbeschreibungen enthalten Informationen über die Schauplätze, die Handlung, das Aussehen der vorkommenden Figuren sowie deren Körpersprache und Gesichtsausdrücke.

Zur besseren Orientierung bekommt jedes Bild eine Nummernansage. Nach dem Umblättern wird auch die Seitenzahl angesagt. Auf einer neuen Seite beginnt die Bildzählung wieder von vorn (Beispiel: Seite 2, Bild 1). Jede neue Szene bekommt eine Szenenbeschreibung. Verändert sich die Umgebung nicht, wird diese auch nicht erneut beschrieben. Außerdem bekommt der Nutzer zu jeder neuen Szene eine Orientierung über den Ort und ggf. die Zeit. Generell soll nicht auf wörtliche Rede verzichtet werden, da sie die Szenen lebendig macht.

Wie ist Ihre Bildbeschreibung aufgebaut?

Zuerst werden Informationen zu Comic und Autor gegeben, dann folgt eine Beschreibung des Covers und des Vorsatzpapiers. Optional wird danach eine Beschreibung der im Comic enthaltenen Landkarte angeboten, der Hörer kann aber auch sofort zur Audiodeskription der Geschichte navigieren.

Wie ist das mit Comicgeräuschen wie Peng usw.?

Comicgeräusche sollen möglichst genau, aber im Idealfall in einem Satz wiedergegeben werden. Sind die Geräusche lang anhaltend oder nicht gut in einem Satz zu beschreiben, können sie durch ein lautmalerisches Verb oder Adjektiv beschrieben werden. Im Comic verbringt Hilda eine regnerische Nacht draußen im Zelt. Die Regentropfen prasseln unablässig auf das Zeltdach, dargestellt wird es durch den Laut "Pt", der in den Bildern ergänzend zu den Regentropfen zu sehen ist. Oder ein weiteres Beispiel: „Von innen ist der Zelteingang zu sehen. Ein unheimliches Geräusch dringt von draußen herein. Ein „Rrar Rrar“, das deutlich durch das Regenprasseln zu hören ist." Es ist immer Gefühlssache zu entscheiden, wie man das Geräusch einbaut. Der Regen ist eher ein lang anhaltendes Hintergrundgeräusch, das die Atmosphäre mitbestimmt, während das "Rrar Rrar" einen inhaltlichen Impuls gibt.

Was machen Sie bei sehr detailreichen Bildern?

Bei der Beschreibung von Bildern mit vielen Details soll die Deskription sich auf den Gesamteindruck konzentrieren und einige wenige Details als Beispiel nennen.

Was ist für Sie das Wichtigste, damit die Audiodeskription (AD) eines Comics gelingt?

Es ist wichtig, dass der Nutzer alle Informationen bekommt, die auch der sehende Nutzer des Comics erhält. Mindestens genauso wichtig ist es aber, dass der Nutzer Spaß daran hat, die AD zu hören. Die Sprache muss präzise und kurzgefasst, sie muss aber auch lebendig und abwechslungsreich sein. Auch die Übersichtlichkeit und Orientierung in der AD ist von Wichtigkeit, um eine einfache, unkomplizierte Nutzung zu gewährleisten.

Was ist das Schwierige bei der Audiodeskription eines Comics?

Die AD muss einerseits ausführlich genug erzählen, darf dabei den Hörer aber nicht mit zu vielen Informationen und Details überladen. Die Gradwanderung gestaltet sich manchmal sehr schwierig. Trotz der erforderlichen Genauigkeit soll der Comic auch als Hörversion ein Unterhaltungsmedium bleiben. Der Hörer muss der Geschichte gut folgen können und es als angenehm empfinden, sie zu rezipieren. Das ist nicht so einfach.

Über die Geschichte des Comics

Unter dem Namen „Comic Cuts“ erschien am 17. Mai 1890 erstmals ein Heft mit gezeichneten Geschichten in Großbritannien. Sein Texter war Houghton Townley. Mit modernen Comics von heute hatte das Heft wenig gemeinsam. Es gab viel mehr Text als Bilder.

1895 veröffentlichte man in der „New York World“ den ersten Zeitungscomic „Yellow Kid“. Der darauf folgende Comic „Katzenjammer Kids“ ist eine amerikanische Imitation von „Max und Moritz“, die es heute noch gibt.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erblickten die großen Comic-Helden das Licht der Welt, so beispielsweise Popeye (1929), Mickey Mouse (1930) und Donald Duck (1938). Jetzt lohnte sich der regelmäßige Vertrieb in Heftform.

Später kamen die Superhelden an den Start, die eine Comicmanie auslösten: Superman, Marvel, Tarzan, Batman und Spiderman.

In Europa wurde der Comic erst nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt. Die bekanntesten Geschichten kamen aus Frankreich und Belgien: Asterix und Obelix, Tim und Struppi, die Schlümpfe und Lucky Luke.

In den 80er Jahren schwappte der Manga-Trend aus Japan nach Europa und wurde Ende der 90er Jahre auch in Deutschland populär.

Ende der 80er Jahre zeigten auch Verlage Interesse an Comics im Buchformat, den Graphic Novels.

Kurz gemeldet

DZB-App –jetzt auch für Android-Nutzer

Die App namens DZB, mit der Bibliotheksnutzer auf smarte Weise DAISY-Bücher hören können, wird bisher von den iOS-Anwendern gut genutzt. Das freut uns! Das Entwicklerteam arbeitet natürlich weiterhin an Verbesserungen und nimmt Anregungen von Nutzern gern auf. So ist ab jetzt eine neue Version der DZB-App für iOS verfügbar. Sie läuft zum Beispiel stabiler, bietet komfortablere Sprungmöglichkeiten bei der Wiedergabe, erlaubt bei Unterbrechung der Lesung später am selben Punkt fortzufahren oder ermöglicht neu die Änderung des Passworts in der App. Und das wird Nutzer von Android-Geräten freuen: Alle Vorteile und Funktionen der DZB-App sind nun auch für dieses System verfügbar. Schauen Sie einfach mal im Play-Store mit dem Suchbegriff DZB nach. Wir sind gespannt auf Erfahrungen von neuen Anwendern!

Bronzefarbener Tee

Die Farben eines Teegebräus können vielfältig sein – von grünlich, gülden, rötlich bis – bei gut durchgezogenem Schwarztee – bronzefarben. Für den Reliefwandkalender 2017 zum Thema Tee gab es jüngst auch ein „Farbprädikat“. Beim internationalen Kalenderwettbewerb „gregor calendar award“ wurde die DZB-Produktion mit Bronze ausgezeichnet. Und nun? Schnell noch den Kalender für 19,90 Euro erwerben und hoch die (Tee)Tassen. Das passt zur Jahreszeit und zum kommenden Jahr!

Freunde der DZB unterstützen Städtepartnerschaft bei Inklusionsprojekt

Ende Oktober startete ein dreijähriges Projekt zum Thema Inklusion, bei dem auch der Freunde der DZB e. V. beteiligt ist. Ziel ist es in den Partnerstädten Leipzig und Addis Abeba (Äthiopien) die Bedingungen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern und eine inklusive Kommune anzustreben. Der Förderverein ist Projektpartner und unterstützt beide Kommunen als Ratgeber und Experte. Zudem wird der Förderverein gemeinsam mit der DZB zwei inklusive Projekte mit Partnern aus Addis Abeba realisieren. Anfang 2017 ist der Besuch einer Leipziger Delegation in der äthiopischen Hauptstadt geplant, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Wir sind gespannt! 

Weihnachtsgruß von Freunden

Fleißige Leser und Spender hatten die Tage sicher einen dankbaren Gruß zur Weihnachtszeit vom Förderverein der DZB in der Post. Dazu gab es heuer wieder eine CD. Aus unserem literarischen Schatz haben wir hierfür vier weihnachtliche Hörgeschichten ausgesucht – sie sind humorvoll, skurril und auch besinnlich. Wer diese nette Weihnachtspost nicht erhalten hat, aber Interesse an der kurzweiligen CD hat, kann in der DZB-Bibliothek eine nachbestellen. So lange der Vorrat reicht. Hohoho!

Kontakt: bibliothek@dzb.de oder Tel.: 03417113116 bzw. -118

Bibliotheks-Hitliste 2016

An der Spitze der in der DZB 2016 am meisten ausgeliehenen Hörbücher steht in diesem Jahr Hape Kerkelings „Der Junge muss an die frische Luft“, gefolgt vom historischen Schmöker „Die Wanderapothekerin“ von Iny Lorentz und Jojo Moyes‘ „Ein ganzes halbes Jahr“. Bei den Braillebüchern steht das Kinderbuch „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ von Anna Woltz an der Spitze, auf Platz 2 folgt das Sommerbuch „Luftholen“ von Oliver Wnuk und Platz 3 belegt das Kinderbuch „So oder so ist das Leben“ von Marie-Aude Murail.

Porträt

Unterwegs – aus Leidenschaft fürs Kino

Als passionierte blinde Kinogängerin hat Barbara Fickert gemeinsam mit ihrem Lebenspartner die Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH gegründet. Was verbirgt sich hinter diesem Namen und wer ist diese Frau, die sich für ein größeres Angebot barrierefreier Filme in den Kinos engagiert und über diese in ihrem Blog schreibt ─ ein Porträt von Gabi Schulze.

Barbara Fickert mag Zitronenkuchen, doch noch viel mehr liebt sie Kinofilme. Bei einer Tasse Kaffee erzählt sie mir, warum sie nach Leipzig gekommen ist: „Mein Anliegen ist es Spenden zu sammeln, mit deren Hilfe ausländische Filme mit Audiodeskription und Untertiteln ausgestattet werden können. Deshalb gründete ich die gemeinnützige GmbH. Die Einladung der AG Kino – Gilde e.V. zur diesjährigen Filmkunstmesse in Leipzig habe ich gern angenommen, denn hier treffe ich genau die Akteure, die ich ansprechen möchte ─ Filmverleiher und Kinobetreiber.“ Die Filmkunstmesse bietet jedes Jahr europaweit ein einzigartiges Forum, wo Kinobetreiber und Verleiher Filme präsentieren, sich darüber austauschen und zu aktuellen Fragen des Filmkunstmarktes in Seminaren und Workshops diskutieren.

Mehr ausländische Filme mit Audiodeskription

Ihr Ziel ist es, immer mehr Hörfilmbeschreibungen auf den Markt zu bekommen, so dass mehr blinde Menschen ins Kino gehen können. Zwar verlangt das Filmförderungsgesetz für deutsche Filmproduktionen eine Hörfilmbeschreibung ─ nur dann werden sie gefördert. Ausländische Filme aber kommen größtenteils ohne Audiodeskription ins Kino. Eigentlich wäre der Filmverleih, der den ausländischen Film einkauft und in die deutschen Kinos bringt, für die Erstellung und Finanzierung der Audiodeskription zuständig. „Aber viele unabhängige Filmverleiher, die oft hochinteressante, auf Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnete Filme in meist kleinere Kinos bringen, können diese Kosten nicht stemmen, jedenfalls nicht für jeden ihrer Filme. Genau da sehe ich mein Betätigungsfeld“, meint Barbara Fickert. Sie stellt auf der Filmkunstmesse ihr gemeinnütziges Unternehmen und ihre Arbeit vor, knüpft Kontakte und möchte auch die Presse auf ihre Arbeit aufmerksam machen.

„Welcome to Norway“ als Hörfilm

Für die leidenschaftliche Kinogängerin ist die Filmkunstmesse in Leipzig natürlich auch eine ideale Gelegenheit, sich nach neuen Filmprojekten umzuschauen. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf ausländische Filmproduktionen, die erst im nächsten Jahr offiziell in den Kinos starten. So hat sie noch Zeit, finanzielle Unterstützung für die Audiodeskription ausgewählter Filme zu finden. Hörfilmbeschreibungen kosten je nach Filmlänge und Arbeitsaufwand um die 6000 Euro. Hinzu kommt ein Betrag von ca. 1200 Euro für die App Greta und Starks. Mit deren Hilfe können sich blinde Kinobesucher die barrierefreien Filme in jedem Kinosaal über Kopfhörer ins Ohr flüstern lassen.

„Besonders freue ich mich, dass auf der Filmkunstmesse der norwegische Film ‚Welcome to Norway‘ läuft“, äußert sich Barbara Fickert. „Ich habe Autor und Sprecher für die Audiodeskription gefunden. Die Hörfilmbeschreibung dieses Films finanzierte ich gemeinsam mit dem Filmverleih Neue Visionen.“ Der Film läuft ab 13. Oktober in den Kinos. Im Dezember wird auch die schwedische Weihnachtskomödie „Eine schöne Bescherung“ („A Holy Mess“) im Kino barrierefrei zu erleben sein ─ dank Barbara Fickerts Spendenaktion.

Wie alles anfing

„Meine Eltern waren schon immer kinobegeistert und sind mit meiner Schwester und mir ins Kino gegangen. Der dunkle Kinosaal, die helle große Leinwand und die Akustik zogen mich sofort in ihren Bann“, erklärt Barbara Fickert. „Im Kino konnte ich immer noch viel mehr erkennen als auf dem Bildschirm eines Fernsehers. Dazu kommt noch die besondere Atmosphäre!“ Allerdings, wenn etwas visuell, aber nicht hörbar auf der Leinwand geschah, hatte sie Probleme. Seit es die App gibt, kommt Barbara Fickert viel öfter in den Genuss von Kinofilmen. „Mein Lieblingskino in Berlin ist das Kant-Kino. Das ist klein, überschaubar, gemütlich und für mich sehr gut zu erreichen.“

„Ich genieße Filmmusik und Geräusche“

Egal ob Komödie, Krimi oder Romanze ─ die Leidenschaft für das Kino ist so groß, dass sie andere mit ihrer Begeisterung anstecken und über das immer größere Angebot an barrierefreien Filmen informieren möchte. „Im Juli 2014 habe ich für die ‚Gegenwart‘ über mein Kinoerlebnis ‚Monsieur Claude und seine Töchter‘ geschrieben und festgestellt, dass mir das Schreiben leichter fällt als gedacht und sogar Spaß macht“, sagt die Berlinerin und schmunzelt. Seit Januar 2015 rezensiert sie nun in ihrem sehr ansprechenden Blog www.blindgaengerin.com Hörfilme und beschreibt ihre Kinoerlebnisse. Eine Audiodeskription ist für sie gelungen, wenn genau abgewogen wurde, was für das Verständnis des Filmes wichtig ist und was nicht. „Überfrachtete Texte finde ich nicht gut. Ich hänge auch gern einmal meinen Bildern im Kopf nach und genieße die Filmmusik und Geräusche“, erklärt Barbara Fickert.

Spenden für einen neuen Kinohörfilm

In Leipzig hat sie viele ausländische Filme gesehen und sich entschieden, die Audiodeskription für den Schweizer Animationsfilm „Mein Leben als Zucchini“ in die Wege zu leiten und Spenden dafür zu sammeln. Er startet im Februar 2017 und erzählt von einem neunjährigen Jungen, der den Spitznamen Zucchini trägt und nach dem plötzlichen Tod seiner alkoholkranken Mutter in ein Kinderheim kommt. Dort versucht er, seinen Platz in der Welt, Freunde und eine neue Familie zu finden. „Es ist ein Film für die ganze Familie mit wunderbarer Musik der Schweizer Sängerin Sophie Hunger. Er hat das Publikum genauso verzaubert wie mich“, schwärmt Barbara Fickert.

Auf meine Frage, welchen Hörfilm Barbara Fickert besonders empfehlen kann, überlegt sie eine Weile: „Ich denke ‚Toni Erdmann‘, wobei mir die Entscheidung für einen Film immer sehr schwer fällt“, sagt sie und lässt sich das Stück Zitronenkuchen schmecken.

Spendenkonto: Kinoblindgänger gGmbH, IBAN: DE50 5180 0060 0123 4523 00
(Ihre Spende kann steuerlich geltend gemacht werden.)
Weitere Informationen: www.kinoblindgaenger.com

Jubiläum

Fortsetzung folgt! ─ Zum 30. Jahrgang des „Literaturtreffs“

Für alle Bücherfreunde, die viel lesen und gern ein gutes Buch zur Hand nehmen möchten, ist der „Literaturtreff“ genau das Richtige. Woche für Woche werden ausgewählte Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen veröffentlicht. 2017 geht die Zeitschrift in ihr 30. Jahr. Zum Jubiläum wagen wir einen kleinen Rückblick und informieren Sie über interessante Fakten und Zahlen zum Literaturblatt.

Der Anfang

In den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts werden in der DZB aus Kapazitätsgründen kaum noch belletristische Titel in Brailleschrift gedruckt. Die pro Jahr für Druck in Braille vorgesehenen 4000 Schwarzdruckseiten müssen vorrangig für Schul- und Sachliteratur umgesetzt werden. Um den Menschen mehr belletristische Werke anbieten zu können, wird die Idee des Fortsetzungsromans adaptiert. So erscheint 1968, also vor 50 Jahren, der eigentliche Vorläufer des Literaturtreffs ─ Romane in Fortsetzungen. Das Zeitschriftenformat ermöglichte nun ─ im Gegensatz zu handschriftlich übertragenen belletristischen Werken ─ den Druck einer hohen Stückzahl der Romane in Fortsetzungen, so dass diese viele Bücherfreunde im Abonnement lesen konnten.

Es werden vorrangig Werke der Gegenwartsliteratur gedruckt, die man in der Öffentlichkeit diskutiert, aber auch internationale Romane und Erzählungen und Klassiker der Weltliteratur. So erscheinen beispielsweise „Der Fall Deruga“ von Ricarda Huch, „Der gelbe Hai“ von Wolfgang Schreyer, „Der weiße Dampfer“ von Tschingis Aitmatow, „Jenseits“ von John Galsworthy und „Mord braucht Reklame“ von Dorothy Sayers.

Ein neuer Name

1988 wird die Zeitschrift in „Literaturtreff“ umbenannt. Auch inhaltlich erweitert sich ihr Spektrum. Ins Programm aufgenommen werden Reiseberichte, Essays, Tagebücher und Lyrik. Die Titelliste 1988 enthält u.a. Humor von Ephraim Kishon, Erzählungen von Friedrich Dürrenmatt, eine Würdigung von Erwin Strittmatters 75. Geburtstag, ein derb-dreistes Eroticon aus dem 18. Jahrhundert und Anmerkungen Umberto Ecos zu seinem Roman "Der Name der Rose". Seit 1991 wird die Zeitschrift wöchentlich ausgeliefert.

Wichtiges Kriterium

Jeder Roman bzw. jede Erzählung, die im „Literaturtreff“ in Fortsetzungen gelesen werden kann, soll weder in Braille noch als Hörbuch zugänglich sein. Dieses Kriterium der Zeitschrift ist in der gegenwärtigen modernen Medienlandschaft immer schwieriger zu erfüllen. Bekannte Bücher namhafter Autoren kommen heute viel schneller als früher in den Bestand der Bibliotheken, vor allem im Hörbuchbereich.

Vom Krimi bis zur Satire

In 30 Jahren „Literaturtreff“ werden die Bücher solcher renommierter internationaler Autoren wie Sandor Máraí, John Grisham, Isabel Allende, Andrea Camilleri und John Updike in Fortsetzungen veröffentlicht. Die verschiedensten Genres von Krimis über historische Romane und Märchen bis hin zu Liebesromanen und Satire ─ immer mit hohem literarischen Anspruch ─ haben seitdem ihre Leser gefunden.

Im neuen Gewand

Im 25. Jahrgang, passend zum Jubiläum, erhält der „Literaturtreff“ ein neues Gewand: Ab 2012 erscheint die Zeitschrift im handlichen A4-Format. Beibehalten wird der Plattendruck als Garant für das hohe Niveau des Brailledrucks. Das Jahresabonnement für 52 Hefte in Blindenkurzschrift kostet 62,40 EUR (1,20 EUR pro Heft).

Wussten Sie schon, dass …

  • die Zeitschrift aktuell einen treuen Abonnentenstamm von 208 Bücherfreunden hat?
  • im Februar 1992 den „Literaturtreff“ 163 Abonnenten lasen?
  • sowohl Männer als auch Frauen zu fast gleichen Teilen die Zeitschrift beziehen, 114 Frauen und 94 Männer?
  • dass die DZB die Zeitschrift bis nach Zypern, Ungarn, Kanada und Luxemburg liefert?
  • der älteste Leser 90, die jüngste Leserin 22 Jahre alt ist?

Statements von LeserInnen

„Ich bin etwa vor zwei Jahren ‚eingestiegen‘. Mein erster Lesestoff im ‚Literaturtreff‘ war der James Bond ‚Casino royale‘. Besonders gut gefallen haben mir ‚Eiskalte Jahreszeit der Liebe‘, ‚Der Hügel des Windes‘, ‚Der Radfahrer von Tschernobyl‘, und ‚Redenta Tiria‘. Die Auswahl darf weiterhin breit gefächert sein. Ich wünschte mir auch zeitkritische, geschichtsbasierte Literatur.“ (Horst Eilbacher)

„Es ist schön, Bücher in so kleinen Portionen zu lesen. Man kann es sich mit einem solchen Heftchen viel leichter überall gemütlich machen als mit dicken Büchern. Ich finde den ‚Literaturtreff‘ auch vom Preis her attraktiv. Es gab schon viele schöne Bücher. Spontan erinnere ich mich an ‚Jenseits der Stille‘ oder an ‚Briefe an meine Söhne‘ von Böll.“ (Anette Paul)

„Den ‚Literaturtreff‘ beziehe ich seit über 20 Jahren (genauer weiß ich es nicht). Er ist mir nach wie vor wichtig, wenn ich auch längst nicht alles lese. In Erinnerung geblieben ist mir (obwohl schon lange her) der Roman ‚Die blaue Gasse‘, der in den 30er Jahren in Sizilien spielt. Viel Spaß hatte ich bei Krimis, wie ‚Puppenmord‘ (sehr lange her) und aus jüngerer Zeit ein ziemlich harter von Richard Stark. (Klaus Kurznack)

„Literaturtreff“ 2017

Was wäre Literatur ohne Gefühle! Ein besonders häufig auftauchendes Gefühl ist dabei die Liebe. Aber auch Neid, Hass, Missgunst werden nicht minder häufig literarisch behandelt. Die 2017 vorgesehenen Titel warten mit vielen Gefühlsnuancen auf!

  • George Sand „Sie und Er“ (Eder & Bach, 2015), Roman, der eine leidenschaftliche, aber auch von Hass erfüllte und eifersuchtsvolle Liebe beschreibt.
  • Sherko Fatah „Im Grenzland“ (btb-Verlag, 2003), Geschichte eines Schmugglers, der sich im kurdischen Niemandsland auf die Suche nach seinem verschwundenen Sohn macht.
  • Emmanuelle Pagano „Bübische Hände“ (Wagenbach, 2011), Roman, in dem es um (kindliche) Grausamkeit und Schmerz, um Vergessen und schuldhaftes Schweigen, um Gleichgültigkeit und Lebenslügen geht.
  • Stewart O’Nan „Die Chance“ (Rowohlt, 2014), ein tröstlicher Roman über Zuversicht, Verzeihen und letzte Chancen, der eindringlich vor Augen führt, dass Liebe mitunter ein Glücksspiel ist.
  • Ricardo Piglia „Munk“ (Wagenbach, 2015), Kriminalroman mit Anleihen bei Thrillern aus Hollywood.
  • Lodewijk van Oord „Das letzte Nashorn“ (Knaus, 2016), ein ebenso exotischer wie realistischer Tierabenteuerroman!
  • Alfred Hayes „In Love“ (Nagel und Kimche, 2015), eine beklemmende Liebesgeschichte und ein kluger Roman.
  • Juan Marsé „Gute Nachrichten auf Papierfliegern“ (Wagenbach, 2016), ein kurzweiliger, traurig-schöner Roman über eine Frau, die Papierflieger faltet.
  • Sylvain Tesson „Napoleon und ich“ (Knaus, 2016), eine verrückte Reise von Moskau nach Paris auf den Spuren Napoleons ─ voller Humor, Motorradpannen und jeder Menge Wodka.
  • Peter Goldammer „Der Zirkus der Stille“ (Atlantik-Verlag, 2016), ein weiser Roman über einen ungewöhnlichen Zirkus und eine junge Frau, die das Erbe ihrer Oma, einer berühmten Zirkusreiterin, antreten soll.
  • Neil Gaiman „Der Fluch der Spindel“ (Knesebeck, 2015), zwei Märchen in der Art von Schneewittchen und Dornröschen mit einer spannenden Handlung voll dunkler Magie.

Kontakt: abo@dzb.de, Tel.: 0341 7113120

Special

Geschenkideen, die aus dem Rahmen fallen

Spätestens in der Adventszeit sollte man über Geschenke für Familie und Freunde nachdenken. Womit kann man ihnen am Weihnachtsabend Freude bereiten? Hier einige Weihnachtsempfehlungen aus der DZB.

Für Harry-Potter-Fans

J.K. Rowling: Harry Potter und das verwunschene Kind

Das nunmehr achte Buch der Hogwarts-Abenteuer ist gar kein Roman, sondern ein Skriptbuch zum Theaterstück, in dem die Dialoge mit Regieanweisungen für die Schauspieler stehen. Inhaltlich setzt die Geschichte 19 Jahre nach den letzten Ereignissen um Harry Potter ein. Harry ist nun Angestellter des Zaubereiministeriums, mit Rons Schwester Ginny verheiratet und dreifacher Vater. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis der Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Er hat sich stattdessen mit dem Sohn von Harrys Erzfeind Draco Malfoy angefreundet. Gemeinsam unternehmen sie eine Zeitreise in die Vergangenheit, mit ungeahnten Folgen …

Lassen Sie sich aufs Neue von der Pottermania anstecken und urteilen Sie selbst, ob der Hype gerechtfertigt ist.

3 Bände Kurzschrift, 36 €, BN-Verkauf 9142, BN-Ausleihe 17875
3 Bände Vollschrift, 36 € , BN-Verkauf 9143, BN-Ausleihe 17876
DAISY-Format, H037040

J.K. Rowling: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Es geht hier um eines der Lehrbücher Harry Potters. Den Hauptteil des Buches bildet ein Verzeichnis fast aller Tier- und Zauberwesen aus der magischen Welt mit Beschreibungen zu Aussehen, Verhalten und Lebensraum - von der Acromantula bis zum Zentaur. Außerdem wird auf ihre Verwertbarkeit für magische Zwecke eingegangen. Diesem Hauptteil geht ein Vorwort von Albus Dumbledore voraus. Das Buch ist für alle Harry-Potter-Fans eine informative Ergänzung.

Nun auch als Kinofilm! 2011 verfasste die Autorin J.K. Rowling das Drehbuch zu „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Am 17.11. startete der erste von fünf Teilen in den Kinos.

Genau das Passende zur Advents- und Weihnachtszeit ─ sowohl das Buch als auch der Film!

1 Band, Kurzschrift, 17,90 €, BN-Verkauf 3422, BN-Ausleihe 9431
2 Bände, Vollschrift, 12,00 €, BN-Verkauf 8963, BN-Ausleihe 17707

Für Fans subtiler Komödien

Bogdan, Isabel: Der Pfau
Argon-Hörbuch
Lord und Lady McIntosh bewohnen ein Herrenhaus in den schottischen Highlands. Da die Kinder aus dem Haus sind und reichlich Platz ist, vermieten sie die Cottages an Großstädter. Gestresste Banker einer Londoner Privatbank, die ihre Psychologin und eine Köchin mitbringen, wollen in einem Seminar ihre Zusammenarbeit verbessern und mieten diese Wohnungen in ländlicher Abgeschiedenheit. Doch dieses Wochenende verläuft leider ganz anders als geplant. Ein Pfau, der neben vielen anderen Tieren auf dem Hof lebt, spielt verrückt und greift alles, was blau aussieht, an. So ergeben sich zahlreiche Verwicklungen und groteske Situationen, die die Autorin mit sehr britischem Humor beschreibt. Die Leser können über diese skurrile und urkomische Lebensart zufrieden schmunzeln.
Berlin: Argon-Verlag, 2016
Sprecher: Christoph Maria Herbst
1 CD DAISY (319 Min.), 19,95 €, BN-Verkauf 8937

Ein Sachbuch für jedermann

Yanis Varoufakis: Time for change: wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre

Erfrischender Querdenker ─ oder Totengräber des Euro? Yanis Varoufakis, ehemaliger Finanzminister von Griechenland, vertritt Thesen, die so kontrovers diskutiert werden wie sein Outfit. In lässigen Auftritten erklärt er die Welt, redet Klartext, wo andere nur Worthülsen produzieren. Viele Menschen berührt er sympathisch, andere sehen in ihm den Leibhaftigen. Wer ist er wirklich, was treibt ihn um? Varoufakis ist ein Meister darin, ökonomische Fragen mit der Geschichte der Kolonialisierung, mit den Matrix-Filmen und aktuellen Bezügen zu verbinden. Sein Buch will Interesse an der Wirtschaft wecken und bezieht leidenschaftlich Position für den Menschen und gegen eine Ökonomie der Unterdrückung.
München: Hanser, 2015
2 Bände, Kurzschrift, 24,00 €, BN-Verkauf 8788, BN-Ausleihe 17852

Weihnachtliches für Kinder

Kinder-Adventsbuch: Weihnachtsgeschichten für jeden Adventstag
Das Schönste an Weihnachten ist die Vorfreude darauf, aber für Kinder vergeht die Zeit bis Weihnachten immer viel zu langsam. Das Kinder-Adventsbuch verkürzt das Warten: mit einer Weihnachtsgeschichte für jeden Adventstag. Von Kindern heiß geliebte Autoren wie Astrid Lindgren, René Goscinny, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Christine Nöstlinger, Cornelia Funke, Janosch, James Krüss oder Tomi Ungerer machen aus dem Kinder-Adventsbuch einen literarischen Adventskalender voller Überraschungen.
Zürich : Diogenes-Verlag, 2009.
3 Bde., Vollschrift, BN-Verkauf 6991, 36,00 €, BN-Ausleihe 16157
2 Bde., Kurzschrift, BN-Verkauf 6992, 24,00 € , BN-Ausleihe 16156

Kniffliger Spielespaß für Jung und Alt

Black Stories

Sie sind skurril, mysteriös, absonderlich: Ein aus Verzweiflung begangener Selbstmord, ein schicksalhafter Unfall oder ein lebensgefährliches Hobby – in den Black Stories geht es rund um die absurdesten Todesfälle, die sich so oder ähnlich zugetragen haben könnten.
Knifflige Rätselgeschichten in Vollschrift warten nur darauf, gelöst zu werden. Durch Fragen, Raten und Tüfteln wird der Tathergang Stück für Stück rekonstruiert – allein oder mit mehreren.

43 Spielkarten in Vollschrift, A5, aus abwaschbarem schwarzem Kunststoff,
Spielanleitung in Vollschrift mit Spiralbindung,
Black Stories I: BN-Verkauf 7804, 35 €; Black Stories II: BNV 8932, 35 €

Privat und fürs Büro

Wie wär’s mit einem Kalender für das Jahr 2017?

Flexibel sind die Taschenkalender, praktisch die Tischkalender und kompakt die Wandkalender. Die Taschenkalender im handlichen Format mit Monats- und Wochenkalendarium, den Angaben zu den gesetzlichen Feiertagen, Ferienterminen der Bundesländer, Arbeitstagen und Mondphasen gibt es sowohl in Blindenvoll- und kurzschrift als auch in Großdruck. Jedes Format hat seine Vorzüge: Das Kalendarium des Tischkalenders im Querformat und Großdruck bietet genügend Platz für eigene Notizen, das des Wandkalenders eine Jahresübersicht in Vollschrift. Das Wochenkalendarium des Großdruck-Wandkalenders hingegen besitzt die größte Schriftgröße (25 mm) von allen Kalendern. In den immerwährenden Geburtstagskalender in Großdruck können alle wiederkehrenden Termine, wie Geburtstage und Hochzeitstage eingetragen werden. Der beliebte Reliefwandkalender zeigt Motive von Teepflanzen, die von informativen Texten in Brailleschrift und Großdruck ergänzt werden.

Ihre Bestellungen richten Sie bitte telefonisch (0341 7113119) oder per E-Mail (verkauf@dzb.de) an uns.

Technik getestet

Die DZB App – jetzt auch unter Android

DAISY-Hörbücher online nutzen mit Smartphone und Tablet. Ein Beitrag von Ulrich Jander.

In „in puncto DZB“, Ausgabe 2/2016, erläuterte ich die Bedienmöglichkeiten der DZB App, insbesondere unter iOS, also für Apple-Geräte. Im Heft 1/2016 beschrieb ich bereits alle Möglichkeiten des Herunterladens und Anhörens von Hörbüchern über das Internet. Der PC und bisher vier DAISY-Abspielgeräte beherrschen die Funktionen unseres neuen Katalogangebotes. Die dritte Variante: die DZB App, bisher für Apple-Geräte, erfährt nun eine Ergänzung: Sie steht jetzt auch für Android-Geräte zur Verfügung.

Die App kann über den gängigen Weg mit dem Suchwort DZB im Apple-Store oder Play-Store bei Google gesucht und heruntergeladen werden. Sie ist kostenlos und beinhaltet zurzeit den kompletten DZB-Hörbuchkatalog für die Recherche, die Funktionen für das Bestellen, Ausleihen, Herunterladen und Zurückgeben von Hörbüchern sowie die Wiedergabe derselben. Ein Hörbuch kann, wie ein Radiostream, online oder als heruntergeladenes Werk auf dem Endgerät offline gehört werden. Bei letzterem und im Fall der Katalogrecherche sind die Anmeldung bei uns, wie mit dem PC, und eine Internetverbindung nicht erforderlich. In allen anderen Fällen, das betrifft die Mediathek, müssen Sie online sein und sich im Element „Einstellungen“ der App anmelden oder als neuer Nutzer registrieren. Im Fall der Nichtanmeldung muss ein heruntergeladenes Hörbuch schon einmal, wenigstens kurz, wiedergegeben worden sein, damit der Player der App unter „Sie hören“ das Buch finden und abspielen kann.

Die verschiedenen Funktionen der App

Die DZB App ist übersichtlich aufgebaut. Neben wenigen Überschriften gibt es Schalter für den Katalog zur Recherche, die Mediathek für alle Online-Vorgänge, „Sie hören“ als Player, für Info und Einstellungen. Im Katalog gibt es die einfache und erweiterte Suche. Ist man für die Ausleihe angemeldet, werden zu jedem Hörbuch als Suchtreffer die Funktionen „Jetzt anhören“, „Zur Downloadliste“ oder „Zur CD-Ausleihliste“ bzw. als „Hörprobe“ angeboten. Wählt man z. B. das Hinzufügen zur Downloadliste aus, so wird dieses Hörbuch in die Bestellliste aufgenommen. Man bleibt weiterhin im Katalogbereich und kann seine Bestellliste füllen. Wollen Sie dann in die Ausleihe gehen, so aktivieren Sie die Mediathek; dort wird, wie beim PC auch, zwischen Ausleihe und Bestellung unterschieden. Sowohl bei jedem Suchtreffer im Katalog als auch in der Mediathek können Sie den jeweiligen Buchtitel aktivieren und so weitere Informationen zum Buch bekommen. Oder Sie bestätigen am jeweiligen Buch den Punkt „Aktionen“ und erhalten die zur Verfügung stehenden Funktionen. Haben Sie das Buch ausgeliehen, können Sie es direkt online als Stream hören, den gesamten Inhalt auf Ihr Endgerät laden oder beides ausführen. Wenn Sie das Buch gehört haben, geben Sie es über die entsprechende Funktion zurück; damit wird das Hörbuch von der Ausleihliste gestrichen. Mit der Funktion „Inhalt löschen“ entfernen Sie das Hörbuch von Ihrem Endgerät.

Am unteren Rand des Displays, in der Mitte, befindet sich ein Schalter, im Katalog heißt er „Neues“, es werden die neuen Hörbücher des letzten Monats angezeigt, und im Bereich Mediathek führt der Schalter zur „Bestellliste“, in der zwischen „CD bestellen“, „Hörbuch Download“, „Archiv DAISY“ und „Alles“ ausgewählt werden kann. An dieser Stelle wird in einer aktualisierten Version der Punkt Hörfilm als DAISY hinzukommen. Unten, ganz rechts, ist der Schalter „Suchen“ oder „Erweiterte Suche“ auffindbar.

Mit dieser App haben Sie gegenwärtig alles, was unsere Hörbücherei bietet, in einer Hand, einschließlich der Abspielsoftware mit ihren verschiedenen Funktionen. Im Aufbau und in den wesentlichen Funktionen gleichen sich die beiden Apps für Android und iOS. Die DZB App und die anderen Online-Zugänge werden weiterentwickelt und vervollkommnet. Eine detaillierte Anleitung war hier natürlich nicht möglich; jedoch finden Sie auf unserer Internetseite www.dzb.de im Link Podcast eine akustische Anleitung für die Bedienung der App (DZB-Podcast Nr. 178 vom 03.06.2016). Oder Sie probieren die App einfach aus, viel Erfolg dabei!

Fragebogen

Sechs Fragen – sechs Antworten

Mitarbeiter, Partner,auch Freunde der DZB antworten auf unsere Fragen. Diesmal: Catana Krell (Reliefherstellung)

Was ist Ihre Aufgabe in der DZB?

Ich bin für das Tiefziehen von Reliefs verantwortlich. Dieses Verfahren dient zur Vervielfältigung der Reliefs. Beim Tiefziehen wird eine Matrize (eine Vorlage aus verschiedenen Materialien) in den Spannrahmen des Tiefziehgerätes eingelegt. Darüber kommt eine transparente Folie. Durch Erhitzen und Ansaugen formt sich die Folie zum Relief. So entstehen Kalenderblätter, Atlanten, Folien für Kinderbücher, Glückwunschkarten und vieles mehr.

Welche Arbeit haben Sie gerade auf dem Tisch?

Den Reliefwandkalender 2017 mit einer Auflage von 1100 Stück.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich am liebsten mit …

Gartenarbeit, mit Lesen und Basteln. Ich bin gern in der Natur.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine Insel mitnehmen?

Meinen Mann, ein Buch und unser Paddelboot.

Haben Sie ein Buch, das Sie empfehlen können?

Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“, „Ein ganz neues Leben“ ─ beide Bücher sind sehr einfühlsam geschrieben.

Ihr Lebensmotto?

„My Way“, „So leb dein Leben“.

Rätsel

Machen Sie mit und gewinnen Sie!

Wir wollen wissen:In welchem Jahr wird die Zeitschrift „Romane in Fortsetzungen“ in „Literaturtreff“ umbenannt?

Schicken Sie Ihre Antwort bis 24. Januar 2017per E-Mail (presse@dzb.de) oder per Post an:DZB, Kennwort Rätsel, Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig

Das können Sie gewinnen:Wir verlosen einen Taschenkalender Flexi mit Notizblättern zum Nachfüllen und einen Jahreswandkalender (Folie in Brailleschrift).

Mitarbeiter der DZB können nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auflösung aus 3/2016

Die richtige Antwort hieß: Der Starpianist, dessen Autobiografie die DZB als Hörbuch produzierte, heißt Lang Lang.

Die glückliche Gewinnerin heißt: Renate Buschmann. Herzlichen Glückwunsch!

Sudawo – Such das Wort

Suchen Sie das Wort, das sich aus allen 9 Buchstaben bilden lässt.
Beispiel: HLNAAMDBE
Lösung: Abendmahl

  1. FGRUNARHE
  2. BERISOREÜ
  3. ANBRECIHS

Auflösung siehe unten.
Weitere Rätsel finden Sie in „Sudawo“ (1 Bd., Vollschrift, BN-Verkauf 8154, 1 Bd., Kurzschrift, BN-Verkauf 8155, je 12 Euro).

Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb

Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0, Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de

Redaktion

Gabi Schulze
Tel.: 0341 7113-148, E-Mail: gabi.schulze@dzb.de
Ronald Krause
Tel.: 0341 7113-239, E-Mail: ronald.krause@dzb.de

Abonnements, Anzeigen

Sylvia Thormann

Tel.: 0341 7113-120, E-Mail: abo@dzb.de

»in puncto DZB« wird vier Mal im Jahr kostenfrei per E-Mail versandt und online unter www.dzb.de veröffentlicht.

Die Zeitschrift erscheint kostenpflichtig wahlweise als CD DAISY sowie in Blindenkurzschrift.

  • Jahresbezugspreis Braille-Ausgabe: 9 Euro
  • Jahresbezugspreis CD DAISY: 9 Euro

Das kostenpflichtige Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.

Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.

DZB 2016

Spenden

Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
IBAN DE44 8605 5592 1100 8300 10
BIC WELADE8LXXX

Auflösung Sudawo

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