in puncto DZB - 01 / 2017

01 2017

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

so sicher wie jedes Jahr dem Winter der Frühling folgt, so sicher ist es auch, dass die Leipziger Buchmesse alljährlich im März eine Vielzahl an literarischen Neuheiten präsentiert. Die DZB wird dabei sein und eine Auswahl ihres Literaturangebotes vorstellen. In dieser Ausgabeteilen wir Ihnen mit, wo wir zur Buchmesse zu finden sind und was es mit der „Spreewaldgurkenverschwörung“auf sich hat. Lesen Sie hier das Porträt über eine junge Frau, die schnell unterwegs ist und keine Barrieren kennt, weder beim Skifahren in den Bergen noch auf dem Weg zu ihren Workshops. Und erfahren Sie, warum die DZB ab Januar mit dem Beratungs- und Bibliotheksmobil Blickpunkt Auge in Sachsen unterwegs ist und welche Idee hinter dem zusätzlichen Hörbuchangebot der DZB für öffentliche Bibliotheken steckt.

Mit dieser Ausgabe, die noch weitere interessante Themen und Buchtipps für Sie bereithält, versprechen wir Ihnen garantiert keine Langeweile, sondern eine unterhaltsame Lektüre. Genießen Sie den kommenden Frühling ─ wenn möglich mit einem guten Buch aus der DZB!

Ihre Redaktion

Im Fokus

Mit Lupe und Vergrößerungsgerät im Infomobil unterwegs

Wenn die Sehkraft nachlässt, müssen Betroffene und deren Angehörige ihr Leben der Augenkrankheit entsprechend anpassen. Schneller Rat, der Ängste nimmt, ist vonnöten. Jetzt finden Menschen mit Sehverlust auch in Sachsen mobile Beratung. Ein Beitrag von Gabi Schulze.

Es ist ein kalter Januartag. Auf Feldern, Wiesen und Dächern liegt Schnee. Ein weißer Mercedes-Sprinter fährt übers Land. Auf seiner Motorhaube blitzt im Sonnenlicht eine große hellblaue Wolke, hinter der ein Auge hervorschaut. Liane Völlger, Bibliothekarin in der DZB, sitzt konzentriert am Steuer und lenkt das große Fahrzeug sicher über die vom Eis befreiten Straßen. Neben ihr sitzt Ulrike Meinhold von Blickpunkt Auge Sachsen. Ihre erste Fahrt mit dem Beratungs- und Bibliotheksmobil geht nach Riesa. Hier halten sie vor einem großen Gebäudekomplex, der Stadtbibliothek und Stadtmuseum beherbergt. Egal ob blind oder sehbeeinträchtigt– jeder, der auf Hilfe angewiesen ist,soll auf dem Poppitzer Platz vor der Stadtbibliothek individuell beraten werden. „Wir möchten zu Menschen kommen, die sich mit einer Sehbeeinträchtigung konfrontiert sehen. Das können neben sehbehinderten und blinden Menschen sowohl Menschen sein, deren Erkrankung zu einem Sehverlust führen kann, als auch deren Angehörige. Unser Angebot ist unabhängig vom Alter, Krankheitsbild oder vom aktuellen Sehvermögen“, sagt Ulrike Meinhold. „Wer sein Augenlicht ganz oder nur zum Teil verliert, sollte sich nicht scheuen, bei uns Rat zu suchen“, ergänzt Liane Völlger, Bibliothekarin in der DZB. „Viele, die im Alter immer schlechter sehen können, gestehen sich diese Behinderung meist nicht ein.“

Beratung direkt vor Ort

Das Blickpunkt-Auge-Team möchte Menschen mit Sehverlust so zeitig wie möglich zur Seite stehen, ihre Ängste nehmen und helfen, damit Sehbeeinträchtigte trotz Handicap ihren Alltag meistern und weiterhin am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben können. Mit der mobilen Beratungsstelle ermöglicht das Team Betroffenen und ihren Angehörigen, sich direkt und in der Nähe ihres Wohnortes zu informieren. Es gibt Auskunft über Augenkrankheiten, zeigt eine Auswahl an vergrößernden Sehhilfen und Alltagshilfsmitteln, informiert über Schulungen zur Alltagsbewältigung sowie über rechtliche und finanzielle Ansprüche. „Wir zeigen verschiedene Arten von Lupen, weisen auf die Bedeutung von optimalem Licht hin und geben Tipps zur Ergonomie beim Lesen“, erklärt Ulrike Meinhold. „Wir führen jedoch keine klassische Sehhilfenberatung durch, sondern möchten informieren. Für eine individuelle Sehhilfenanpassung verweisen wir auf spezialisierte Optiker in der Region. Deshalb spielt die Netzwerkarbeit für uns auch eine große Rolle.“

Menschen mit Sehverlust oder Sehschwäche sollen auch weiterhin lesen ─ nur anders. Liane Völlger berät Interessenten zum vielfältigen DZB-Angebot an Hörbüchern und anderen Medien im barrierefreien Format, von der Ausleihe über das Zeitschriftenabonnement bis hin zur Technikberatung. „Menschen, die immer schlechter sehen, müssen nicht aufs Lesen verzichten. Sie können die Bücher ihres Lieblingsautors hören oder in Brailleschrift lesen“, erklärt die Bibliothekarin. „Ich freue mich, dass ich diese Arbeit machen kann und bin optimistisch. Wir erreichen so Menschen, die den Weg zu uns sonst nicht gefunden hätten. Dass es das Beratungsmobil gibt, muss sich natürlich erst einmal herumsprechen. Wir informieren über Medien, Internet, Flyer und Aushänge.“

Auch in ländlichen Regionen unterwegs

An zwei bis drei Tagen in der Woche wird das Blickpunkt-Auge-Team in Sachsen unterwegs sein. Die Termine der ersten Fahrten im Januar und Februar wurden gemeinsam mit Partnerbibliotheken vereinbart. Später soll das Infomobil an Orten stehen, die von Menschen gut besucht werden, wie beispielsweise auf Marktplätzen, vor Rathäusern und Ämtern, aber auch vor Augenkliniken und Seniorenheimen. „Wir wollen natürlich auch in ländliche und strukturschwache Regionen fahren. Denn dort fehlen oft entsprechende Angebote“, betont Ulrike Meinhold. „Die Termine organisieren wir im Vorfeld mit Vereinen, Organisationen und Institutionen. Menschen können sich aber auch spontan von uns beraten lassen. Außerdem ist unser Infomobil für Messeauftritte und für Aktionstage kostenlos buchbar“, meint Liane Völlger.

Es gibt noch viel Beratungsbedarf

In Riesa haben sich meist Ehepaare am Beratungsmobil eingefunden, bei denen der Partner von einer altersbedingten Augenerkrankung betroffen ist. Die individuelle Beratung erfolgt im Innenraum des Fahrzeugs. Dieser ist hell und geräumig. Im Heckteil sind Schubladen eingebaut, in denen verschiedene Hilfsmittel und Sehhilfen verstaut wurden. An den Seiten hängen Taschen für Flyer und Infomaterial. Während Ulrike Meinhold einem Ehepaar im Auto einige Hilfsmittel erklärt, erläutert Liane Völlger einem älteren Herrn am Stehtisch davor das Hörbuchangebot der DZB. Nicht alle Interessenten können an diesem Nachmittag beraten werden, deshalb vereinbart das Team neue Termine.

In Sachsen-Anhalt, Bayern und Schleswig-Holstein ist es schon unterwegs ─ das Beratungsmobil Blickpunkt Auge. Nun rollt es auch durch Sachsen ─ dank Fördergeldern der Landesdirektion des Freistaates Sachsen, der Aktion Mensch, des Fördervereins der Freunde der DZB e.V. und der Herbert-Funke-Stiftung. Nach ihrer ersten Fahrt sind sich Ulrike Meinhold und Liane Völlger sicher: Es gibt noch viel zu tun. Fahren wir los!

Terminvereinbarungen: sachsen@blickpunkt-auge.de

DZB-Hörbücher in öffentlichen Bibliotheken

Seit Mai 2016 können Menschen mit Seheinschränkungen direkt vor Ort in ihrer Stadtbibliothek ─ beispielsweise in Bautzen, Chemnitz oder Riesa ─ ein zusätzliches Angebot an Hörbüchern aus der DZB nutzen. Ermöglicht wird dies durch eine Initiative der DZB mit den öffentlichen Bibliotheken. Diese Partnerbibliotheken haben direktenZugriff auf die rund 37.000 Hörbücher der DZB im speziellen DAISY-Format. Nach einer eintägigen Schulung sind die Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Stadt- und Gemeindebibliotheken in der Lage, ihre sehbehinderten Nutzer unkompliziert anzumelden, die Kataloge der DZB zu nutzen, Hörbücher zu bestellen und diese dann kostenlos entweder in die Stadtbibliothek oder direkt zum Nutzer nach Hause schicken zu lassen. Sehbehinderte Bibliotheksnutzer halten so weiterhin den Kontakt zu ihrer Stadt- bzw. Gemeindebibliothek, deren Mitarbeiter ihnen jederzeit helfend zur Seite stehen. Die Initiative der DZB erweckt großes Interesse. Bisher bieten 42 öffentliche Bibliotheken in Sachsen und Sachsen-Anhalt diesen neuen Service an. Besonders in ländlichen Gebieten erweitert das spezielle Hörbuchangebot der DZB die Medienauswahl der Bibliotheken enorm. Wir sprachen mit Caroline Schürer, Bibliothekarin in der DZB und Initiatorin des Projektes.

Wie ist die Idee zur Initiative entstanden?

Wir stellen immer wieder fest, dass wir viele Betroffene nicht mit unserem Angebot erreichen können oder andersherum: Diese Menschen haben bisher ebenso wenig den Weg in die DZB gefunden. Das sind meist ältere, spät Erblindete oder von einer Augenerkrankung betroffene Menschen. Die Gründe sind unterschiedlich: Zum Beispiel gibt es bei Sehverlust bislang in Deutschland keine medizinische Rehabilitation als Regelleistung. Auch haben ältere Menschen häufig keine Ansprechpartner und sind insbesondere in ländlichen Regionen nicht mehr mobil genug. Dadurch fehlen ihnen das Wissen und der Zugang zu passenden Angeboten. Außerdem ist die Hürde, sich bei einer Blindenbücherei anzumelden, sehr hoch. Das wollten wir ändern und so kommt die DZB mit ihrem Angebot zu den Menschen, um sie an deren „alltäglichen Orten“ zu erreichen. Dabei suchen wir die Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen, wie beispielsweise Augenärzten und Optikern, aber auch mit kulturellen Einrichtungen wie Stadt- und Gemeindebibliotheken.

Wie überzeugen Sie die Bibliothekare von Ihrer Initiative?

Die Zusammenarbeit mit den Landesfachstellen der entsprechenden Bundesländer erwies sich dabei als unerlässlich. Die Landesfachstellen vermittelten uns viele Kontakte zu öffentlichen Bibliotheken. Wir bekamen mehrmals die Möglichkeit, bei Bibliotheksveranstaltungen, wie Fachleitertagungen und Treffen der öffentlichen Bibliotheken, die Initiative vorzustellen. Unser Vortrag beim Bibliothekskongress 2016 zur Leipziger Buchmesse stieß auf großes Interesse, so dass viele Bibliotheken zu unseren Schulungen kamen und noch kommen. Viele Bibliothekare und Bibliothekarinnen schätzen an der Initiative besonders, dass diese unkompliziert ist, und sie kostenfrei einen Beitrag zu gleichberechtigter Teilhabe leisten können.

Welche Pläne gibt es für die Zukunft? Wie geht es weiter?

Im April wird es ein Treffen der Partnerbibliotheken in unserem Haus und im Mai ein weiteres in der Stadtbibliothek Bautzen geben. Hauptanliegen dieser Treffen ist ein Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern, der in Form kleiner Vorträge mit praktischen Beispielen stattfindet und einen Teil des Programmes ausmachen wird. Neue Ideen zur Initiative und Verbesserungsvorschläge werden thematisiert. Auch über Sachsens Landesgrenzen hinaus ist die Initiative auf Interesse gestoßen, so dass wir nun eine Zusammenarbeit mit den Landesfachstellen in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg aufbauen. Hier möchten wir ebenfalls möglichst viele öffentliche Bibliotheken als Partner gewinnen.

Vielen Dank, Frau Schürer!

Menschen

Eine, die Geschwindigkeit mag und kaum Barrieren kennt

Rose Jokic leiht sich gern Bücher aus der DZB aus. Kürzlich kam sie jedoch als Referentin in die DZB. In einem Workshop schulte sie DZB-Mitarbeiter zum Thema Leichte Sprache. Warum sie gern in Leipzig lebt, wie sie Menschen für Barrierefreiheit sensibilisiert und warum sie im Winter am liebsten Ski alpin fährt. Ein Beitrag von Gabi Schulze.

Zwölf Jahre lebte Rose Jokic mit ihrer Blindenführhündin zusammen. Nun bringt sie Kelly wieder zu ihrer alten Patenfamilie. Dort kann die alte Labrador-Hündin ihr Leben auf dem Land genießen. Leicht ist es Rose Jokic nicht gefallen. Sie hängt an ihr, hat aber auch gemerkt, dass Kelly zu alt für ihren „Job“ ist.

Auch Rose Jokic, in Tuzla (Bosnien) blind geboren, musste ihre Heimat verlassen. 1995 kommt sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie lebt in Köln, geht an der BLISTA in Marburg zur Schule. Mit dem Abitur in der Tasche studiert sie in Köln Politikwissenschaft, Germanistik und Psychologie. Eigentlich will sie nach dem Studium journalistisch tätig sein. Doch das ist aufgrund ihrer Blindheit sehr schwer möglich. Während sie im Bereich Marketing und Vertrieb arbeitet und nebenberuflich BWL studiert, bildet sie sich interessehalber in Seminaren zum Thema Barrierefreiheit weiter, unter anderem im Bereich Tourismus. Sie lernt, wie man barrierefreie PDF-Dokumente und Webseiten gestaltet und Texte in Leichte Sprache übersetzt. Dass sie mit diesen Kenntnissen ihre spätere Arbeit finden wird, weiß Rose Jokic zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Von Köln nach Leipzig

Seit 2012 ist sie als Referentin für Barrierefreiheit im Antidiskriminierungsbüro in Leipzig tätig und führt Workshops zur Erstellung barrierefreier Informationen, zu Leichter Sprache sowie zur barrierefreien Öffentlichkeitsarbeit durch. „Ich pendelte jede Woche zwischen Köln und Leipzig“, erinnert sich Rose Jokic, „zunächst für zehn Monate. Als das Projekt verlängert wurde, blieb ich in Leipzig und fuhr seltener nach Köln, dann vor allem um meine Schwester zu besuchen. Mir gefällt es hier. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und es gibt viele kulturelle Angebote, deren Veranstaltungsorte schnell zu erreichen sind“, schwärmt die junge Frau und lobt besonders das Schauspielhaus und sein vielseitiges Angebot an Theaterstücken mit Audiodeskription. Dessen Inklusionspatenschaften findet sie einzigartig. Deshalb unterstützt sie die Initiative des Schauspielhauses und schult Theaterfreunde, die blinde und seheingeschränkte Menschen ins Theater begleiten, im Umgang mit Betroffenen. Rose Jokic hat aber auch Freude daran, Lesungen in einfacher Sprache zu organisieren, wie beispielsweise die Lesung „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, die im Dezember in Leipzig stattfand. Zur Leipziger Buchmesse im März soll „Der Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas in einfacher Sprache gelesen werden.

Barrierefreie Angebote sind kein Zauberwerk

Ob beruflich oder ehrenamtlich ─ die junge Frau ist an vielen Orten unterwegs, um Barrieren für Menschen mit Behinderung zu beseitigen. Vor allem aber lehrt sie Teilnehmern ihrer Workshops, die aus Kulturvereinen, Museen, Bibliotheken und städtischen Verwaltungen kommen, dass barrierefreie Veranstaltungen, Internetangebote und Informationen kein Zauberwerk sind. „Ich möchte die Menschen davon überzeugen, dass das, was sie bei mir lernen, auch realisierbar ist. Ich ermutige sie dazu, ihreKenntnisse in kleinen Schrittenumzusetzen“, erklärt Rose Jokic glaubhaft und räumt ein, dass fehlendes Wissen und Geld in Behörden und Ämtern die Realisierung oft ausbremst. Rose Jokic weiß: Immer mehr Menschen müssen für barrierefreies Handeln sensibilisiert werden. „Mich stört zum Beispiel, wenn in Leipzig die Leitlinien an den Straßenbahnhaltestellen taktil so schlecht zu erfassen sind, dass selbst trainierte Blinde allein nicht zurechtkommen“, erzählt Rose Jokic und meint enttäuscht: „Hier hat man zwar ein Stück weit Barrierefreiheit schaffen wollen. Doch jetzt ruht man sich auf halber Strecke aus. Das hilft blinden Menschen nicht viel.“ Außerdem ärgere sie sich darüber, dass die akustischen Ampelsignale in der Stadt ab 22 Uhr ausgeschaltet werden. Als ob blinde Menschen nicht feiern, ins Theater oder zum Konzert gehen.

Geschwindigkeit ist ein wunderbares Gefühl

Die junge Frau, deren lange dunkelbraune Haare über die Schultern fallen, macht alles, was ihr Freude bereitet. Sie kennt kaum Barrieren. So joggt sie gemeinsam mit Lauffreunden durch den Clara-Zetkin-Park oder Auwald. Nicht schnell genug geht es ihr, wenn sie im Winter mit ihrem Guide Alpin-Ski fährt. „Auf der Piste fühle ich mich frei und kann endlich selbst die Geschwindigkeit verursachen und spüren. Das Gefühl rasend voranzukommen ist wunderbar“, verrät Rose Jokic und ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. Sie lebt auf, wenn sie von ihrem Hobby erzählt. Doch noch mehr kommt sie ins Schwärmen, wenn sie über Hunde spricht. Diese Tierliebe ist auch der Grund, warum sie erst kürzlich eine lange Reise nach Bosnien in ihren Heimatort auf sich nahm. Dort warteten vier herrenlose Welpen, denen sie ein neues Zuhause an verschiedenen Orten in Deutschland und der Schweiz beschafft hat.

Rose Jokic findet für alles eine Lösung. Ob es nun eine für vier kleine Straßenhunde ist oder eine für die Organisation barrierefreier Veranstaltungen. Die junge Frau ist zuversichtlich und rät den Teilnehmern ihrer Workshops: „Alles, was wichtig ist, kann Schritt für Schritt umgesetzt werden. Man darf sich nur nicht entmutigen lassen und ungeduldig werden.“ Auch sie übereilt nichts, wenn es um einen Nachfolger für Kelly geht. Hauptsache, der Vierbeiner wird ohne Druck und Zwang ausgebildet. Das ist der Hundeliebhaberin sehr wichtig.

Kurz gemeldet

Bücherfest in Leipzig

Die Leipziger Buchmesse ist im Frühjahr nicht nur ein Branchentreffen für große und kleine Verlage, sondern auch ein wahres Fest für Bücherfreunde, die hier neue Lieblingsbücher finden. Auf der Publikumsmesse herrscht vom 23. bis 26. März gewiss wieder ein buntes Gewimmel an allen Ausstellerständen ─ auch am Stand der DZB. Obwohl die Blindenbücherei unter den Buchproduzenten eher ein Exot ist. Viele interessierte Besuchererfahren, dass die DZB Bücher für blinde und sehbehinderte Leser zugänglich macht. Diese nehmen dann oft zum ersten Mal ein Buch oder eine Zeitschrift in Brailleschrift in die Hand, fühlen ein Relief im Kinderbuch oder eine taktile Landkarte und informieren sich über DAISY-Hörbücher. Die Kontakte zu Besuchern und Verlagen sind für die Würdigung, aber auch künftige Unterstützung unserer Arbeit wichtig. Aus Netzwerken entstehen manchmal spannende Projekte, die unseren Nutzern zugutekommen. Der Stand der DZB auf der Buchmesse ist traditionell in Halle 3 und hat die Nummer B301. Entdecker sind willkommen!

Fachmesse SightCity in Frankfurt a. M.

Eine ganz andere Ausrichtung als die Leipziger Buchmesse hat die Fachmesse SightCity in Frankfurt. Im Gebäude des Sheraton-Airport-Hotels werden explizit Besucher mit Seheinschränkungen begrüßt. Diese finden hier eine Vielzahl an Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmitteln. Die DZB hat gemeinsam mit der Westdeutschen Hörbücherei einen Stand auf der Messe, stellt neue Produkte vor (Lassen Sie sich überraschen!) und verkauft einen bunten Mix aus Büchern, Kalendern, Atlanten, Grußkarten u.v.m. Wir freuen uns also auf regen Besuch von Käufern und überhaupt allen Neugierigen am Stand E1.

„Die Spreewaldgurkenverschwörung“ findet in der DZB statt

Zur beliebten Buchmesse-Veranstaltung „Leipzig liest“ findet in der DZB eine spannende und ganz sicher lustige Lesung der Bestsellerautorin Cathrin Moeller aus ihrer aktuellen Krimikomödie „Die Spreewaldgurkenverschwörung“ statt. Wer in Leipzig weilt, ist herzlich eingeladen: am Freitag, dem 24. März um 19.30 Uhr in unser Haus. Wem das nicht vergönnt ist, der kann sich "Die Spreewaldgurkenverschwörung" auch als frisch „angesetztes“ DAISY-Hörbuch in der DZB ausleihen.

Darum geht’s in der Geschichte: Das Universum hat sich gegen Helene verschworen. Die Chefin nervt, der Bruder steht mit einem Bein im Gefängnis … und nun wird die gutmütige Apothekenhelferin auch noch des Mordes verdächtigt! Aber so leicht gibt sich Helene nicht geschlagen. Sie macht sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Doch im brandenburgischen Dickicht lauern außer blutrünstigen Mücken noch weitaus gefährlichere Gegner und das Chaos ist stets nur ein Gurkenglas entfernt …

Interview

Die DZB im Jahr 2016

An welche DZB-Höhepunkte 2016 erinnert er sich besonders, warum war er dienstlich in Japan unterwegs und was hätte er gern der Bundeskanzlerin erzählt ─ Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der DZB, gibt in einem Interview Auskunft.

Wie würden Sie das vergangene DZB-Jahr in einem Satz zusammenfassen?

2016 war ein sehr erfolgreiches Jahr für die DZB und ihre Nutzer.

Doch nun konkret: Was waren Ihrer Meinung nach die wichtigsten Ergebnisse bzw. Höhepunkte im vergangenen Jahr?

Die Freischaltung unseres Hörbuch-Downloads auf allen Plattformen war zweifelsfrei das wichtigste neue Angebot. Hervorzuheben ist dabei, dass der Nutzer selbst entscheiden kann, auf welchem Wege er sich die DAISY-Bücher herunterlädt. Neben einem umfangreichen Angebot an neuen Titeln im Bereich der Braille- und Hörbuchproduktion gibt es mit „Das Lied von Eis und Feuer“ eine neue Zeitschrift, in der ein Roman in Fortsetzungen wöchentlich bezogen werden kann.

Politisch war die DZB aktiv in der Erarbeitung des sächsischen Landesaktionsplanes zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Ergebnisse dieses Engagements sind finanzielle Mittel für die Entwicklung der DZB App sowie für das ab Januar auf den Straßen des Freistaates rollende Beratungs- und Bibliotheksmobil. Nicht zu vergessen, ab diesem Jahr bietet die DZB unter dem Namen BIKOSAX eine neue Dienstleistung für Einrichtungen und Behörden des Freistaates Sachsen an, die die barrierefreie Aufbereitung und Gestaltung von Informations- und Kommunikationsangeboten beinhaltet. Dafür liefen im letzten Jahr die Vorbereitungen.

Sie haben die Stichpunkte Download und DZB-App angeführt: Hatten diese Entwicklungen auch Auswirkungen auf die „harten Fakten“, sprich Nutzer- und Ausleihzahlen?

Ja, wir konnten 2016 ca. 600 Nutzer gewinnen und verzeichnen ca. 20.000 Ausleihen mehr als 2015. Besonders die iOS App hat zu einem Zuwachs an neuen Nutzern geführt. Ich bin gespannt, wie die Android-Version ankommt.

Im Herbst waren Sie zur internationalen Tagung des DAISY-Konsortiums in Japan unterwegs. Welche Eindrücke haben Sie von dort mit nach Hause gebracht?

Es ist immer wieder schön zu erleben, wie international an den gleichen Themen gearbeitet wird und schrittweise neue Lösungen gefunden werden. Der Download von DAISY-Büchern ist längst Normalität geworden. Jetzt wird an der barrierefreien Gestaltung von E-Books und deren komfortablen Bereitstellung für die Anwender gearbeitet. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den Verlagen sehr wichtig. Heute können Verlage ihre Produktionsabläufe so einrichten, dass die Bücher bereits im Entstehungsprozess barrierefrei gestaltet werden. Auch einige Geräteanbieter und Entwickler von Lesesoftware haben das Potenzial des universellen Designs bereits verinnerlicht. Hier wird die Kompetenz der Spezialisten im Bereich der Barrierefreiheit gebraucht, um schrittweise mehr Literatur schneller und in der vom Leser gewünschten Form bereitzustellen. Die DZB wird also zu einem gefragten und anerkannten Technologiezentrum für die Gestaltung und Verbreitung barrierefreier Literatur.

Sie haben im September keiner geringeren als der Kanzlerin das Buch „Unmöglich. Aber machbar.“ von Antje Mönnig überreicht. In dem Buch geht es um Inklusion sehbehinderter und blinder Schüler. Wenn mehr Zeit gewesen wäre, wovon hätten Sie sie gern überzeugt?

Ja, die Zeit war wirklich knapp. Was kann man in 30 Sekunden vermitteln? Das Buch hat ihr auf jeden Fall gefallen, sie hat es nicht gleich einfach weitergegeben. Erzählt hätte ich ihr gern, dass es sich lohnt, die Arbeit der DZB kennenzulernen und dass die Themen, mit denen wir uns im Haus befassen, für alle Menschen nützlich sind. Natürlich habe ich ihr auch einen Brief geschrieben, in dem ich sie nach Leipzig einlud. Leider ist sie meiner Einladung bislang noch nicht gefolgt.

Was wollen Sie 2017 regeln?

Ich möchte unseren Stammtisch für Anwender mobiler Endgeräte noch bekannter machen. Mithilfe unseres Beratungsmobils möchte ich viele ältere Menschen, die an zunehmendem Sehverlust leiden, als Nutzer gewinnen und die Planungen für ein neues E-Book-Projekt abschließen. Privat will ich mehr Sport treiben und viel Zeit in mein neues Instrument stecken, eine Ukulele, auf der ich schon die eine oder andere Harmonie zum Klingen bringe.

Welches tolle Buch haben Sie 2016 gelesen und möchten es gern weiterempfehlen?

Als Fan guter Rock- und Pop-Musik empfehle ich die Biographien von Neil Young, Robert Plant und Toni Kral, die in der DZB als Hörbücher produziert wurden.

Vielen Dank, Herr Kahlisch!

Zahlen und Fakten 2016

78.000 Brailleschrift-Seiten wurden in der Abteilung Blindenschrift produziert.

In der Buchbinderei kamen 106 Kilogramm Leim und 28 Tonnen Papier zum Einsatz.

Im Studio wurden 186 neue Hörbücher produziert, darunter 108 Romane und Erzählungen, 52 Sachbücher und 26 Kinderbücher.

Die Zeitschrift „stern/ZEIT“ hat die meisten Abonnenten: insgesamt 523.

35 Sprecherinnen und Sprecher lesen in der DZB.

1083 Nutzer laden sich die Hörbücher der DZB auf Smartphone und Co. herunter.

31 Nutzer lesen das Fantasy-Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ im wöchentlichen Abonnement.

Leseaktion

Bevor wir eine Geschichte verschenken …

Wenn die aktuelle Ausgabe der „in puncto DZB“ erscheint, läuft die Produktion des Welttagsbuches im Haus auf Hochtouren. Was bedeutet das und wie wird die Aktion angenommen?

Jedes Jahr am 23. April, zum Welttag des Buches, begeistert die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ in ganz Deutschland viele Kinder. In Buchhandlungen, Schulen und Bibliotheken erhalten die Steppkes zum Lesefest ein Buch mit einer spannenden Geschichte, die sie gemeinsam lesen. Die DZB produziert das Buch mit Unterstützung desFördervereins „Freunde der DZB e.V.“ in Brailleschrift, E-Braille sowie in Maxi-Druck und verschenkt es an alle interessierten Blindenschulen, Bibliotheken und Vereine. Dadurchist es auch blinden und seheingeschränkten Kindern möglich, an diesem Lesefest teilzunehmen.Doch bevor die Kinder das Buch in den Händen halten können, steht eine Menge Arbeit an.

Januar: Der Titel des aktuellen Kinderbuches zur Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ steht fest. Unklar ist noch, ob die DZB die Nachdruckgenehmigung des Verlages erhält. Als erstes fragt sie also beim Verlag Random House an, ob sie das Buch in Brailleschrift und Maxi-Druck produzieren kann. Das klappte bisher prima: Der Verlag erteilt uns die Druckgenehmigung und schickt uns die erforderlichen Daten.

Februar:Nun kann’s losgehen! Zunächst wird das Buch mithilfe moderner Software in Kurz- und Vollschrift übertragen und danach Korrektur gelesen. Währenddessen schreiben wir alle Schulen an. Sie sollen uns mitteilen, wie viele Exemplare in welchen Editionsformen sie brauchen. Inzwischen haben wir auch die Nachdruckgenehmigung für das Cover des Buches im Maxi-Druck erhalten.

März:Wir beginnen mit der Produktion des Buches im Maxi-Druck. Als erstes wird das Layout nach verschiedenen Standards festgelegt. Bis Anfang März liegen uns die Bedarfsmeldungen der Schulen vor. Jetzt wird die Auflagenhöhe je Editionsform festgelegt und der Braille-Druck kann erfolgen. Danach haben die Mitarbeiter der Buchbinderei alle Hände voll zu tun. Parallel dazu werden im Studio CDs mit den Daten für die E-Braille-Ausgabe gebrannt und das Cover für die CD-Hüllen gedruckt.

April:Die Druckmaschine für die Bücher im Maxi-Druck läuft auf Hochtouren. In knapp drei Wochen müssen die Bücher fertig sein. Den letzten Schliff erhalten sie durch eine Spiralbindung. Nun sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Versands dran. Bei ihnen türmen sich sowohl die Bücher in Kurz- und Vollschrift als auch die Bücher im Maxi-Druck. Jedes Buchpaket erhält eine Adresse und wird einige Tage vor dem 23. April an die Empfänger verschickt.

23. April:Es ist soweit! Das Kinderbuch erreicht die Schulen, Bibliotheken und Vereine. Blinde und seheingeschränkte Schülerinnen und Schüler können es gemeinsam mit sehenden am Welttag des Buches oder auch später lesen.

Wie heißt das Welttagsbuch 2017?

In diesem Jahr wird Henriette Wich die Autorin des Welttagsbuches sein. Ihre Geschichte „Das geheimnisvolle Spukhaus“ erzählt vom 11-jährigen Moritz, der in den Ferien im Haus seiner Tante zusammen mit seiner Cousine und seinem Cousin auf Gespensterjagd geht und dabei am Ende noch einen Schatz entdeckt.

Lesen lernen über Nacht?

Wie lustig für Kinder eine Lesenacht mit Büchern wie „Ich schenk dir eine Geschichte“ sein kann, das erzählt Ute Busch vom Landesbildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte (LBZ) "Hermann von Helmholtz" in Halle.

Lesen lernen in nur einer Nacht? Dass das nicht geht, weiß jedes Kind in der ersten Klasse. Aber die Vorfreude, eine Nacht gemeinsam mit seinen Freunden zu verbringen, und dass Mutti nicht sagen kann: „Licht aus, jetzt wird geschlafen.“, überzeugte auch ängstliche Mädchen und Jungen.

Obwohl, ein wenig unheimlich war einigen Kindern aus der 2. Klasse schon. Hatte nicht die Schulleiterin bei ihrer Einschulung erzählt, dass es ein Schulgespenst gibt, das manchmal die Fehler in die Hefte hext? Was ist, wenn es in dieser Nacht unterwegs ist? Aber dafür gab es noch die Großen aus der dritten und vierten Klasse, sie würden sie bestimmt beschützen.

Und so zogen 22 Kinder und zwei pädagogische Mitarbeiterinnen des LBZ in Halle mit Schlafsack und Zahnbürste in die Schule ein.

Das Abenteuer begann am Nachmittag mit der Lesefee aus dem Krokosseum in Halle, mit der die Kinder spannende und lustige Geschichten erlebten. Vor dem Abendbrot wurde noch gespielt und getobt, die beginnende Müdigkeit musste bekämpft werden. Waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und … nicht schlafen müssen, das war es, was Freude machte. Stattdessen holten einige Kinder ihre mitgebrachten Bücher heraus und begannen zu lesen. Die vielen anderen freuten sich bereits auf den Weg in die Schülerbücherei. In der schlummerten wahre Schätze, die es zu entdecken gab. Es dauerte nicht lange und „Der kleine Drache Kokosnuss“, „ Die Olchis“, „Der Grüffelo“ und „Lucie – das kleine Gespenst“ wanderten in den Schlafsaal gemeinsam mit den Piratengeschichten, der Zeitschrift „Geolino“ und den Büchern von der Leseaktion „Ich schenk dir eine Geschichte“.

Viele der Bücher, die in dieser Nacht die Kinder in ihre Träume begleiteten, waren in Braille geschrieben und enthielten wunderschöne tastbare Abbildungen bzw. waren in extra großer Schrift gedruckt. Gefunden haben die Kinder sie in den Bücherregalen und in der Lesekiste, die ihnen die DZB zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank!

Special

Kochbücher: Für Leib und Seele

Egal ob vegetarisch oder mit Fleisch, ob Vorspeise, Suppe oder Auflauf ─ Kochbücher kann man nie genug bekommen. Ob zum Verschenken oder für die eigene Küche, wir empfehlen Ihnen einige Hör- und Braille-Bücher mit Rezepten für Leib und Seele zum Nachkochen oder einfach zum Inspirieren.

Bill Granger:Basics
100 Rezepte für jeden Tag.
Jeden Tag einfach kochen. 100 schnelle Rezepte. Leicht erhältliche Zutaten und unkomplizierte Zubereitungen, selbst für Männer. Credo: Kochen muss schnell und einfach gehen und das Essen muss toll schmecken und gesund sein.
München : Collection Rolf Heyne, 2012
2 Bände, Kurzschrift, 24 €
BN-Ausleihe16809,BN-Verkauf 7952

Fleisch: 80 moderne und klassische Rezepte
Diese Rezeptsammlung macht Lust anstelle des klassischen Sonntagsbratens einmal Rinderfilet mit Walnüssen, Shepherd’s Pie oder Thailändisches Hähnchencurry zu servieren. Von den Besonderheiten der einzelnen Fleischsorten und ihrer Teilstücke bis hin zu den besten Zubereitungsmethoden erfährt man in diesem Buch alles über den richtigen Umgang mit Fleisch. Die gut strukturierten Rezepte mit ihren detaillierten Anleitungen der Vor- und Zubereitung zaubern ein perfektes Ergebnis auf den Tisch.
Neuer Umschau Buchverlag, 2009
2 Broschüren, Kurzschrift, 16 €
BN-Ausleihe17273,BN-Verkauf7813

Dr. Oetker Vorspeisen von A - Z : von Appetithappen bis Zwiebeltörtchen.
Ob sie als Antipasti angepriesen werden, Tapas heißen oder sich als Vorspeisen vorstellen – die Leichtgewichte unter den Rezeptangeboten ersetzen immer öfter die Sattmacher. Weil sie zwischen Salat und Spießchen, Gefülltem und Eingelegtem, Pfannen- und Ofengerichten in ihren Portionen so klein sind, dass Vorspeisenfans sich daraus ganze Menüs zusammenstellen. Damit die Entscheidung für eines der 150 Rezepte so leicht fällt wie die Zubereitung und so viel Vergnügen liefert wie das Essen selbst.
Bielefeld : Dr.-Oetker-Verlag, 2010
3 Bände, Kurzschrift, 42 €
BN-Ausleihe 16138, BN-Verkauf 6958

Stevan Paul: Deutschland vegetarisch

Die echte deutsche Küche birgt einen wahren Schatz, der beinahe in Vergessenheit geraten wäre: Bereits in alter Zeit wurde vom Alpenrand bis an die Nordsee überwiegend fleischlos aufgekocht, überall in Deutschland findet sich eine regionale Gemüseküche mit langer Tradition. Koch und Autor Stevan Paul hat sich auf die Suche nach den neuen, alten Klassikern gemacht und alltagstaugliche Rezepte für alle Jahreszeiten wiederentdeckt. Eine Heimatküche, die ohne Fisch und Fleisch begeistert.

Wien: Brandstätter, 2013, 7 Stunden, 18 Minuten
BN-Ausleihe: 30062

Pia Messerli: Suppen : heiß und kalt, Rezepte und Know-how

Rezepte für alle (Jahres-)Zeiten, zubereitet mit einheimischen, saisonal frischen Zutaten, ohne viel Aufwand, Equipment, Kocherfahrung. Und zum Nachschlagen vielseitiges Know-how von der Zubereitung bis zum Servieren.

Zürich: Werd-Verlag, 2004, 3 Stunden, 29 Minuten
BN-Ausleihe 12635

Gelesen und empfohlen

Auf den Spuren eines geheimnisvollen Kults

„Der Babylon-Kult“ von Tom Knox – empfohlen von Liane Völlger (Bibliothekarin)

Der Journalist Adam Blackwood recherchiert zu einer Story über die Tempelritter. 
Als sein Interviewpartner, der Historiker Archibald McLintock, plötzlich Selbstmord begeht, beschließt er den Fall mit dessen Tochter Nina zu untersuchen. Diese glaubt nicht an den Freitod ihres Vaters. Zusammen begeben sie sich auf den Spuren des Historikers zu sämtlichen Templerhochburgen und stoßen dabei auf einen geheimnisvollen Kult, der sie schließlich nach Peru führt. Derselben Spur folgen eine amerikanische Anthropologin, die sich mit eben dieser blutrünstigen präkolumbianischen Zivilisation beschäftigt und Polizist Ibsen, der sich mit einer bestialischen Selbstmordserie herumschlägt.
Mit drei Handlungssträngen zieht der Autor den Leser in seinen Bann und da jedes Kapitel einem dieser Stränge folgt, gewinnt die Story schnell an Fahrt und lässt den atemlosen Leser nicht von der Leine. Dabei wird nicht an blutrünstigen Details und schockierenden Momenten gespart.
Das Buch istleicht verständlich, wenig tiefgründig und die Handlung, auch wenn der Autor Bezug auf "zahlreiche historische, archäologische und kulturelle Quellen" nimmt, frei erfunden. „Der Babylon-Kult“ ist ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen für Hartgesottene.

Tom Knox: Der Babylon-Kult
Hamburg: Atlantik-Verlag, 2015
1 CD (13:55 h), Sprecher: Günter Schoßböck
BN-Ausleihe: 35543

Der Mann an ihrer Seite ─ Roman einer Ehe

„Du sagst es“ von Connie Palmen – empfohlen von Caroline Schürer (Bibliothekarin)

In ihrem Roman beschreibt Conni Palmen den apokalyptischen Verlauf, den die Ehe der Lyriker Sylvia Plath und Ted Hughes nimmt und der erst mit dem Selbstmord der Dichterin endet. Neben ihrem literarischen Schaffen wurde sie auch aufgrund ihrer Bedeutung für die Frauenbewegung bekannt. Nach ihrem Tod entlud sich eine Welle von Anschuldigungen über Hughes. Er, der gefeierte Poet, hätte die lyrischen Gehversuche seiner Frau unterdrückt und sie in die Rolle der Hausfrau gezwungen. Wie sehr sie dieses Leben hasste, beschrieb Plath in ihrem einzigen Roman, „Die Glasglocke“, der sie posthum berühmt machte.
Der Roman ist aus der Sicht des Ehemanns geschrieben, der als Ich-Erzähler auf sein Leben mit Plath zurückschaut. Palmen lässt Hughes bildreich und fast poetisch zu Wort kommen und zeichnet das Bild eines Mannes, der mit den depressiven Schüben seiner psychisch kranken Frau überfordert ist. Palmens Hughes ist ein gefühlvoller, verliebter Mann und ihre Sylvia eine starke Frau, die ihrem Ehemann als Lyrikerin auf Augenhöhe begegnet.
Für mich zeichnet sich dieser Roman durch seinen hohen Unterhaltungswert aus und es ist wieder die fesselnde Sprache der Autorin, die mir angenehme Lesestunden bescherte. Allerdings ist diese Liebesgeschichte nicht ganz frei von Kitsch. Hughes scheint ein wenig zu gefühlvoll, verständnisvoll, gequält. Doch woher soll die Autorin auch wissen, was den Menschen Hughes in seiner Zeit mit Sylvia Plath wirklich bewegte. Er zumindest hat sich zeitlebens nicht dazu geäußert.

Die DZB veröffentlicht dieses Buch demnächst als DAISY-Hörbuch. Es kann ausgeliehen werden.

Technik getestet

Radiosure ─ ein Programm zum Radio hören und Mitschneiden

Ein Beitrag von Ulrich Jander

Auf der Suche nach einem relativ einfachen Programm zum Radio hören und Radiosendung Mitschneiden stieß ich im Internet auf die Software Radiosure. Die Software finden Sie nach Eingabe des Suchbegriffs Radiosure. Unter den vielen Suchtreffern habe ich den Link von Computerbild aktiviert und nach etwas Suchen eine Programmdatei erhalten, die sich mit deutscher Anleitung installieren lässt.Der nachfolgende Link http://www.radiosure.com/downloads/RadioSure-2.2.1046-setup.exeführt sicherlich auch zum Ziel; gegenwärtig kann ich nur nicht sagen, ob die dortige Software auch mit deutscher Installationsanleitung funktioniert. Auf zwei Windows-Rechnern habe ich das Programm installiert, was ohne Probleme ablief. Die Bedienoberfläche ist in beiden Fällen in Englisch. Das ist nicht so schön, aber die Funktionsbegriffe sind einfach und bestehen meistens nur aus einem Wort.

Nach Installation des Windows-Programms finden Sie im Desktop-Bereich das Element und den Begriff Radiosure. Wenn Sie das bei aktiver Internetverbindung starten, bei Verwendung dieser Software ist Internet immer erforderlich, dann baut sich ziemlich schnell das Programm auf und ein Internetradiosender wird automatisch wiedergegeben. An beiden Rechnern war das bei mir ein Jazz-Programm. In der Funktion Options (Optionen) kann man die automatische Wiedergabe bei Start der Software auch deaktivieren. In Options sind weitere Einstellungen möglich, wie z. B. der automatische Start von Radiosure nach dem Hochfahren des Rechners, wobei dann auch die Wiedergabe des zuletzt gehörten Senders einsetzt. Im Punkt Options bewegt man sich mit der Tab-Taste; mit der Leertaste deaktiviert oder aktiviert man, an der Stelle Okay bestätigt man mit Enter die Einstellungen.

Im gestarteten Programm gibt es kein Menü, welches die Funktionen beinhaltet. Sie erreichen alle 15 Funktionen ganz einfach mit der Tab-Taste, man springt also von Funktion zu Funktion. Nach dem Start von Radiosure steht man immer auf der Einstellmöglichkeit für die Wiedergabelautstärke. Diese kann mit den vier Pfeiltasten verändert werden. Nach einmal Tab steht man auf einem unbeschrifteten Schalter, dessen Funktion sich bis jetzt für mich nicht erschlossen hat. Mit dem nächsten Tab gelangen Sie auf ein kombiniertes Eingabefeld. Dieses benutzt man als Sucheingabe, z. B. habe ich den Begriff Bayern eingegeben. Hat man während der Verwendung von Radiosure bereits einige Begriffe eingetragen, so kann man auch an dieser Stelle mit Pfeil ab oder auf zwischen diesen wählen. Der weitere Tab bringt uns in eine Listenansicht der konkreten Radiostationen, die sich aus der vorangegangenen Sucheingabe ergeben und in welcher Sie mit Pfeil ab- oder aufwärts den Sender auswählen, den Sie hören möchten. Mit Enter starten Sie an dieser Stelle nach einer kleinen Pause die Wiedergabe. Es ist möglich, dass die Wiedergabe des ausgewählten Senders nicht startet. Dann ist meistens der Schalter zu bedienen, der mit einmal Tab erreicht werden kann. Hier wird die Bitrate des gewünschten Senders gewählt. In einen Schalter gelangt man bei Radiosure fast immer mit der Leertaste, dann bewegt man sich mit Pfeil ab- oder aufwärts zur gewünschten Einstellung und bestätigt mit Enter. Oder durch Betätigen der Leertaste schaltet man die jeweilige Funktion um. Die noch fehlenden zehn Elemente sind allesamt Schalter; die Wichtigsten will ich hier kurz nennen:

  • Es sind Fav (Favoriten, den gewählten Sender kann man hier abspeichern und später wieder aufrufen), Play (Start und Stopp), Back (Zurückspringen), Mute (Stumm- bzw. Lautschalten), Record (Aufzeichnen, startet und stoppt die Aufnahme, eignet sich vor allem für Musiksendungen, denn für jedes Musikstück wird eine MP3-Datei erzeugt, die Aufnahmen werden im Benutzerverzeichnis unter Eigene Musik und dort im Ordner Radiosure Recordings abgelegt), Expand (klappt Bereiche wie Sucheingabe und Listenansicht ein bzw. aus) und Exit (beendet das Programm).

Gut finde ich an der Software, dass sie so einfach zu bedienen ist. Wünschen würde ich mir, dass ich eine Radiostation mit ihrer URL (Internetadresse) in die umfangreiche Senderliste einfügen kann. Denn es kommt vor, dass eine Radiostation trotz mehrerer Versuche zur Einstellung der Bitrate nicht abgespielt wird. Da bleibt nur die Vermutung, dass sich die Internetadresse des Radiosenders geändert hat und die Änderung im Programm nicht aufgenommen ist.

Trotzdem wünsche ich Ihnen viel Freude beim Radio hören mit Radiosure.

Fragebogen

Sechs Fragen – sechs Antworten

Mitarbeiter, Partner,auch Freunde der DZB antworten auf unsere Fragen. Diesmal: Yvonne Samland (Blindenschriftherstellung)

Was ist Ihre Aufgabe in der DZB?

Neben der Übertragung von Büchern, Zeitschriften und Kundenaufträgen in Brailleschrift ist es auch meine Aufgabe, den technischen Produktionsdurchlauf zu organisieren und zu betreuen. Dazu zählt zum Beispiel die ständige Aktualisierung der Wortlisten für das Übertragungsprogramm, um Kürzungsfehler in unseren Produkten zu minimieren.

Welche Arbeit haben Sie gerade auf dem Tisch?

Zurzeit liegen bei mir die Übertragungen der Bücher „Das geheimnisvolle Spukhaus“ von Henriette Wich für die bundesweite Leseaktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ und „Wahre Monster“ von Caspar Henderson, das uns „die atemberaubende Schönheit der scheußlichsten Kreaturen“ vor Augen führt. Das klingt spannend und ich freue mich auf die Übertragung.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich am liebsten mit …

... etwas Sport wie Joggen, Schwimmen oder Fahrradfahren als Ausgleich zum Computerarbeitsplatz. Wir haben einen Garten, in dem immer etwas zu tun ist, und ich lese auch gern mal ein gutes Buch.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine Insel mitnehmen?

Ein Boot, ein Messer und meinen Mann.

Haben Sie ein Buch, das Sie empfehlen können?

Ja, „Der mit den Pferden spricht“ von Monty Roberts. Mich begeistert der geduldige und respektvolle Umgang dieses Mannes mit seinen Tieren. (Red.: Dieses Buch kann als Hörbuch bei uns ausgeliehen werden, Bestellnummer: 26830)

Ihr Lebensmotto?

„Lohnt es sich denn?“, fragt der Kopf. – „Nein, aber es tut gut“, antwortet das Herz. Ich denke, das drückt es ganz gut aus.

Rätsel

Machen Sie mit und gewinnen Sie!

Wir wollen wissen:In welche Stadt ging die erste Fahrt dessächsischen Beratungs- und Bibliotheksmobils Blickpunkt Auge?

Schicken Sie Ihre Antwort bis 5. Mai 2017per E-Mail (presse@dzb.de) oder per Post an:DZB, Kennwort Rätsel, Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig

Das können Sie gewinnen:Wir verlosen einen Taschenkalender Flexi mit Notizblättern zum Nachfüllen und einen Jahreswandkalender (Folie in Brailleschrift).

Mitarbeiter der DZB können nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auflösung aus 4/2016

Die richtige Antwort hieß: 1988 wird die Zeitschrift „Romane in Fortsetzungen“ in „Literaturtreff“ umbenannt.

Der glückliche Gewinner heißt:Gerald Soost. Herzlichen Glückwunsch!

Sudawo – Such das Wort

Suchen Sie das Wort, das sich aus allen 9 Buchstaben bilden lässt.
Beispiel: HLNAAMDBE
Lösung: Abendmahl

  1. RPCHTLIOS
  2. TOGOINOKR
  3. SEBGALNOL

Auflösung siehe unten.
Weitere Rätsel finden Sie in „Sudawo“ (1 Bd., Vollschrift, BN-Verkauf 8154, 1 Bd., Kurzschrift, BN-Verkauf 8155, je 12 Euro).

Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb

Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0, Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de

Redaktion

Gabi Schulze
Tel.: 0341 7113-148, E-Mail: gabi.schulze@dzb.de
Ronald Krause
Tel.: 0341 7113-239, E-Mail: ronald.krause@dzb.de

Abonnements, Anzeigen

Sylvia Thormann

Tel.: 0341 7113-120, E-Mail: abo@dzb.de

»in puncto DZB« wird vier Mal im Jahr kostenfrei per E-Mail versandt und online unter www.dzb.de veröffentlicht.

Die Zeitschrift erscheint kostenpflichtig wahlweise als CD DAISY sowie in Blindenkurzschrift.

  • Jahresbezugspreis Braille-Ausgabe: 9 Euro
  • Jahresbezugspreis CD DAISY: 9 Euro

Das kostenpflichtige Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.

Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.

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