in puncto DZB - 04 / 2017

04 2017

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Kriminalromane und Thriller stehen hoch in der Gunst unserer Hörbuchfreunde ─ das ergab eine Statistik für das Jahr 2017. Bücher von Autoren wie Jussi Adler-Olsen, Nele Neuhaus und Charlotte Link werden immer wieder gern ausgeliehen. Weniger spannend, aber auch sehr gefragt, allerdings von einem sehr viel kleineren Nutzerkreis, sind die Sachbücher, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Hierbei geht es um einen scheinbar endlosen Faden und dessen verschiedene Kombinationen an Schlingen ─ das Stricken.
Er hat ein ganz anderes Hobby: Stefan Debus liebt die Bücher ebenso wie die Musik, erzählt vom perfekten Klang beim Klavierstimmen und über sein Buch, das die Mobilität blinder Menschen zum Thema hat.
Mit den Fingern durch die Stadt spazieren ─ das können nun auch die Bautzener und ihre Gäste dank eines taktilen Stadtmodells aus Bronze. Wir sprachen mit dem Mann, der es anfertigte: Bildhauer Egbert Broerken.

Und alle, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, finden vielleicht unter unseren Lieblingsstücken das Passende. Wir wünschen Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit. Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Ihre Redaktion

Im Fokus

Zwei rechts, zwei links …

Blind sein und stricken? Klar, das geht. Martina Wirth und Lydia Zoubek, Nutzerinnen der DZB, haben das Hobby für sich entdeckt. Sie kennen die Strickbücher der DZB, in denen Strickmuster mithilfe der Strickschrift dargestellt werden. Über ein außergewöhnliches Hobby für Blinde und eine besondere Schrift. Ein Beitrag von Gabi Schulze

Bäumchen, Schuppen, Blüten, Kerne, Wanzen und Käfer ─ es handelt sich hierbei weder um eine Aufzählung in einem Naturlexikon noch um ein naturwissenschaftliches Lehrbuch. Hier geht es um Strickmuster und die Kunst „aus einem endlosen Faden Schlingen zu formen und diese miteinander zu verbinden“. Von diesen Schlingen gibt es die unterschiedlichsten und vielfältigsten Kombinationen und wer diese Schlingen mithilfe von Nadeln formen kann, der ist des Strickens mächtig. So wie Lydia Zoubek, 49, die im Alter von 13 Jahren im Internat das Stricken erlernte, oder wie Martina Wirth, ehemalige Redakteurin der Handarbeitsbeilage der RITA, die mit 36 Jahren erblindete und seit 52 Jahren strickt. „Ich habe alle Strickbücher der DZB, aber auch Strickbücher für Sehende, die mir mein Mann vorliest und die ich dann selbst in die Strickschrift übertrage“, sagt sie. „Manchmal denke ich mir auch selbst Muster aus.“

„Omas Strickgeheimnisse“ mit 200 Mustern

In der DZB gibt es eine Vielzahl an Strickbüchern auszuleihen und zu kaufen. Im Laufe der Zeit wurden hier die unterschiedlichsten Bücher hergestellt, von den Grundtechniken des Strickens über Strickmuster bis hin zu Strickmodellen wie Kniestrümpfe, Babysachen, Mützen und Schals. „Coole Loops: Kragenschals und Snoods zum Stricken“ ─ so heißt das aktuellste Strickbuch, das über 40 Varianten des angesagten Modeaccessoires aufzeigt ─ von einfachen Mustern für Anfänger bis sehr aufwendige für erfahrene Nadelkünstler. Gerade wird das neue Strickbuch „Omas Strickgeheimnisse“ übertragen. Das Buch sammelt 200 Muster zum Nachstricken und wird demnächst in 12 Heften, die nach Mustern geordnet sind, herausgegeben. „Die Übertragung des Buches dauerte ungefähr 2 ½ Monate“, erzählt Martina Kreis, Übertragerin und Expertin der Spezialschrift Stricken. Zunächst wird jedes Buch gründlich vorbereitet, d. h. Text, der sich auf Fotos, Grafiken oder andere visuelle Dinge bezieht, wird gestrichen. Strickschemata werden mithilfe der Strickschrift in Text aufgelöst. „Bücher, in denen Strickanleitungen mehrheitlich als Text dargestellt wurden, sind viel leichter und schneller zu übertragen als Strickschemata“, erklärt Martina Kreis, die selbst leidenschaftlich gern strickt. Sie lacht: „Früher habe ich für meine Kinder gestrickt, heute erhalten ab und zu meine Enkel die Sachen.“ Die Frage, ob man selbst stricken muss, um die Strickbücher übertragen zu können, sei schwierig. Es gäbe unterschiedliche Standpunkte dazu. Martina Kreis meint jedoch: „Man sollte schon wissen, was man gerade in die Strickschrift überträgt.“

Und was ist die Strickschrift?

Die Strickschrift besteht – ähnlich wie die Schachschrift – aus der reinen Strickschrift und aus Erläuterungen. Sie umfasst Regeln, die unter anderem die Umsetzung von Strickschemata festlegen, und beginnt mit der Reihen- oder Rundenzahl. In der Strickschrift werden die verschiedenen Strickvorgänge wie beispielsweise Abnehmen, Zunehmen, Zusammenstricken, Umschlag usw. durch unterschiedliche Zeichen dargestellt, wie beispielsweise das Abnehmen durch ein m, die linke und rechte Masche durch ein l bzw. r, ein Umschlag durch ein u und eine Randmasche durch ein k. Bei mehr als drei gleichen Zeichen ist die entsprechende Zahl vorangestellt (für rrrr steht 4r). Die Zahl steht ohne Leerzeichen vor dem dazugehörenden Strickvorgang. Um Eindeutigkeit zu erreichen, werden die Zahlen (Punkte a bis j) nicht zur Darstellung von Strickvorgängen verwendet. Die Erläuterungsschrift erklärt, welche Maschen wie bei dem jeweiligen Vorgang zu stricken sind. Zum Beispiel soll beim Umschlag (u) der Faden von vorn nach hinten über die rechte Nadel gelegt werden. Oder Zunehmen bedeutet aus einer Masche zwei Maschen stricken.

Fehler ergeben ein falsches Muster

Martina Wirth, die das Stricken mit fünf Jahren von ihrer Oma und Mutter gelernt hat, kommt sehr gut mit den Strickbüchern aus der DZB zurecht. Viele hat sie auch für die Produktion vorgeschlagen. „Wir prüfen die Bücher, ob sie umsetzbar sind und schätzen ein, welchen Zeitaufwand sie benötigen“, erklärt Martina Kreis. Hat man ein Buch ausgewählt und übertragen, dann muss es zweimal Korrektur gelesen werden. Dieser Vorgang erfordert ein konzentriertes Arbeiten und das Korrekturlesen beansprucht viel Zeit, weil jede Masche der Strickschemata im Schwarzdruck abgezählt und mit der Strickschrift verglichen werden muss. Fehler ergeben ein falsches Muster.

Lydia Zoubek jedenfalls strickt auch ohne Anleitung und schickte uns eine kleine Episode, die auch auf ihrem Blog unter https://lydiaswelt.com zu finden ist: „Auf dem Weg zur Arbeit saß ich im Bus und strickte. Als ich irgendwann meine Maschen zählte, drehte sich eine Dame zu mir und meinte: ‚Ach, Sie Arme! Haben Sie denn niemanden, der das für Sie macht?“ Warum sollen blinde Menschen nicht stricken können, meint auch Martina Wirth. In einer Ausstellung zeigte sie ihre Handarbeiten und die Besucher waren begeistert. „Zwei Bücher würde ich mir gern von der DZB wünschen: Zum einen ‚150 Strickmuster ─ klassische und moderne Designs‘ und ‚Kleine Weihnachtsfiguren‘ von Sue Stratford“, meint sie.

Eines steht jedenfalls fest, die Wolle geht weder Lydia Zoubek noch Martina Wirth aus.

Interview: „Ich habe gern Muster, die man auch tasten kann.“

Lydia Zoubek, 49, aus Neu-Isenburg, und Martina Wirth aus Quedlinburg über ihr Hobby, Lieblingsfarben, Muster und den Wollkauf.

Warum stricken Sie?
Lydia Zoubek: Ich stricke, weil es mir Freude macht, weil es mich entspannt, und weil stricken etwas ist, was ich auch unterwegs machen kann.

Martina Wirth: Ich habe Spaß und Freude daran.

Was stricken Sie alles und für wen?
Lydia Zoubek: Ich stricke alles Mögliche. Socken beispielsweise kommen bei meiner Familie gut an. Meist arbeite ich an mehreren Stücken gleichzeitig. Zurzeit stricke ich Socken, die kann ich unterwegs stricken. Sachen, die mehr Konzentration erfordern, bearbeite ich lieber zu Hause.

Martina Wirth: Ich stricke alles, was anfällt und für die, die etwas gestrickt haben möchten. Zurzeit stricke ich eine Ausfahrgarnitur.

Aufgrund welcher Kriterien wählen Sie die Strickmuster aus?
Lydia Zoubek: Das ist völlig unterschiedlich. Ich habe gern Muster, die man auch tasten kann. Oder die Wolle ist bereits in sich gemustert. Dann brauche ich kein fühlbares Muster einbauen.

Martina Wirth: Ich fühle die Maschen ab und entscheide dann, ob ich das Muster stricke oder nicht. Ich kann mir das Muster vorstellen.

Wie ist es mit den Farben? Haben Sie Lieblingsfarben?
Lydia Zoubek: Für Socken oder Strümpfe verwende ich gern schwarze oder bunte Wolle. Aber auch Beige oder Blau verwende ich gern. Im Handarbeitsladen meines Vertrauens lasse ich mich aber auch mal inspirieren.

Martina Wirth: Die Farben kontrolliere ich mit meinem Farberkennungsgerät oder frage meinen Mann. Meine Lieblingsfarbe ist hellblau.

Wer berät sie beim Wollkauf und bei den Mustern?
Lydia Zoubek: Wenn ich neue Anregungen brauche, lasse ich mich im Handarbeitsladen meines Vertrauens beraten. Viele Muster habe ich aber auch selbst entworfen. Ich habe ein gutes Gefühl für Wolle, und damit auch meine Vorstellungen, wie sich etwas anfühlen soll.

Martina Wirth: Beim Wollkauf steht mir mein Mann zur Seite und bei den Mustern entscheide ich selber.

Was machen Sie, wenn Sie nicht stricken?
Lydia Zoubek: Stricken ist eines meiner Hobbys. Außerdem lese ich gern, bin gern mal unterwegs oder schreibe. Jedenfalls, wenn Haushalt und Familie es zeitlich zulassen.

Martina Wirth: Wenn ich mal nicht stricke, höre ich Hörbücher.

Porträt

Vom Jazzmusiker zum Klavierstimmer

Stefan Debus liebt die Musik ebenso wie die Literatur. Wenn er begeistert von Büchern spricht, weckt seine Leidenschaft das Interesse der Zuhörer. Bei einer Tasse Tee erzählt Stefan Debus vom Klavierstimmen, von seinem Buch „Stockdunkel“ und seiner Arbeit im Dunkelrestaurant „Mondschein“.

Mobilität ist ihm wichtig. Sie bedeutet für ihn Lebensqualität, Unabhängigkeit, Freiheit. Stefan Debus, 48, blind, ist Klavierstimmer. Die Wege zu seinen Auftraggebern in Leipzig bewerkstelligt er allein, ohne Begleitung, nur mithilfe seines Langstockes! Nach einem Verkehrsunfall verlor er mit 28 Jahren vollständig sein Augenlicht. Eigentlich wollte er Musiker werden. In Saarbrücken geboren und aufgewachsen studierte Stefan Debus Anfang der 90er Jahre Jazz und Popularmusik. Als Bassist spielte er in verschiedenen Bands, unter anderem in der Ethno-Jazz-Band Global Visions. „Das Herzstück der Band war ein Trommler aus dem Senegal, ein genialer Polyrhythmiker, von dem ich viel gelernt habe“, erzählt Stefan Debus. „Später spielte ich bei Move over, einer Cover-Band, die große Hits aus der Flower-Power-Zeit zum Besten gab.“
Als er sich nach seiner Erblindung beruflich neu orientieren musste, entschied sich der Musiker für eine Umschulung zum Klavierstimmer in Chemnitz. So kam Stefan Debus aus dem Saarland nach Sachsen und blieb im weitesten Sinne auch weiterhin der Musik treu. Er absolvierte am Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte eine Ausbildung zum Klavierstimmer und erhielt 2002 den Gesellenbrief.

Geduld und gute Ohren für den perfekten Klang

„In meinem Beruf ist Blindheit kein Hemmnis“, meint Stefan Debus, der heute als Selbstständiger arbeitet. „Die Leute beauftragen mich, ihre Klaviere und Flügel zu stimmen und ich hole durch meine Arbeit das klangliche Optimum aus ihrem Instrument heraus. Manchmal denke ich, das Einstellen von perfekten Oktaven, großen Terzen und Sexten ist bei mir fast schon eine Art Sucht." Die Liste seiner Referenzen ist lang. Er arbeitete schon für Künstler wie Paul Simon, Emiliana Torrini oder Stefan König.
„Wenn man ein Klavier stimmen will, braucht man viel Geduld und ja, eben auch gute Ohren. Letzteres bedeutet sicher auch ein gutes Empfinden für Klänge“, sagt der 48-Jährige. Der perfekte Klang und eine saubere Stimmhaltung sind entscheidend. „Das Klavier hat rund 230 Saiten, die auf Stahlstifte mit Vierkant, die sogenannten Stimmnägel, gewickelt sind. Mit einem Stimmhammer, der auf die Stifte gesteckt wird, verändert man die Tonhöhe. Durch Drehen des Stimmhammers oder durch Druck auf ihn wird die Saite gestimmt“, erklärt der Klavierstimmer und erzählt weiter, dass ein Klavier einmal im Jahr gestimmt werden sollte. Dann ist es gut in Form und das Stimmen dauert nur ungefähr eine Stunde.

Eine Leidenschaft für Bücher

Stefan Debus, mittelgroß, mit wachem Blick, ist einer, der Präzision und Genauigkeit mag. Nicht nur, wenn es um den perfekten Klang beim Klavierstimmen geht. Er achtet aufmerksam auf das, was er im Gespräch hört, prüft kritisch das Gehörte und hakt nach, wenn ihm etwas nicht schlüssig vorkommt. Stefan Debus liebt die Sprache ebenso wie die Musik. Er stimmt den Klang der Töne und gibt seinen Gedanken bedacht eine Stimme. "Seit ich in Leipzig bin, habe ich durch Hörbücher aus der DZB meine Leidenschaft für Literatur entdeckt." Besonders gern liest er Romane von Thomas Mann, Umberto Eco und Elfriede Jelinek. „Ich hab irgendwann von jemandem ein Hörbuch geschenkt bekommen, einen romantischen Sommerroman. Da habe ich nach fünf Minuten die Stopptaste gedrückt“, erzählt Stefan Debus. „Das war nichts für mich. In den letzten Jahren habe ich viele Bücher der Weltliteratur gelesen, beispielsweise ‚Doktor Faustus‘ und ‚Der Zauberberg‘ von Thomas Mann“, sagt der Wahl-Leipziger begeistert. „Aber auch ‚Der Name der Rose‘, eine raffinierte Kriminalstory und gleichzeitig Innenansicht des Mittelalters von Umberto Eco, ist toll.“

Klavierstimmer, Kellner und Autor

„Ich finde es gut, wenn blinde Menschen nicht unter sich bleiben. Durch meinen Beruf als Klavierstimmer bin ich in der glücklichen Lage, in diesem Zusammenhang auf Leute zu treffen, die nicht blind sind. Es ist gut, wenn blinde und sehende Menschen etwas miteinander zu tun haben“, sagt Stefan Debus. Das ist aber nicht der Grund, warum er einmal in der Woche als Kellner im Dunkelrestaurant „Mondschein“ arbeitet. Hier werden die Gäste von blinden und sehbehinderten Personen bedient. Das Konzept überzeugte Stefan Debus von Anfang an. Es macht ihm Spaß, die Gäste während ihres spannenden kulinarischen Erlebnisses zu begleiten. Während er sie mit Speisen und Getränken auf eine Reise der Sinne schickt, beantwortet er ihnen gern die eine oder andere Frage zum Thema Blindsein.

Auch ein Buch hat Stefan Debus geschrieben. „Stockdunkel ─ ein Handbuch für Blinde zum Thema Mobilität“ ist im Schwarzdruck, als eBook und Hörbuch erhältlich. Darin macht der Autor blinden Menschen Mut, in vertrauter, aber auch in fremder Umgebung unterwegs zu sein. Er empfiehlt aus eigener Erfahrung verschiedene bewährte Techniken und erklärt auf unterhaltsame Weise, wie man ohne Begleitung mithilfe des Langstockes zum Ziel gelangen kann.

Mobilität bedeutet Selbstständigkeit ─ weiß Stefan Debus. Aber auch die Mühen des Alltags und des Organisierens fremder Hilfe kennt er sehr gut.

Kurz gemeldet

Hört, hört! Immer mehr Hörfilme zum Ausleihen

Egal ob Filmserien, Reiseberichte oder Geschichtsdokumentationen ─ blinde Menschen können Fernsehsendungen erst so richtig genießen, wenn sie als Filme mit Audiodeskription, auch Hörfilme, erscheinen. Diese beschreiben mit knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik und Mimik in den Dialogpausen. Die DZB bietet zurzeit rund 700 Hörfilme zum Ausleihen an. Hierbei handelt es sich um Tonspuren mit Audiodeskription, die der MDR, BR und der NDR der DZB zur Verfügung gestellt haben. Dazu gehören Filmserien wie „In aller Freundschaft“ vom MDR, der „Tatort“ vom BR und NDR, „Neues aus Büttenwarder“ vom NDR, aber auch Dokumentationen wie „Landpartie“ vom NDR oder „Sagenhaftes“ vom MDR. Die Hörfilme können im Online-Katalog (www.dzb.de/daisykatalog/comfort) ausgewählt und als CD bestellt oder auf PC, internetfähiges DAISY-Gerät bzw. über die DZB App heruntergeladen werden.

Top 5 der ausgeliehenen Bücher 2017

In der Gunst der Hörbuchfreunde stehen in diesem Jahr Kriminalromane und Thriller. „Takeover“ von Jussi Adler-Olsen ist das im Jahr 2017 am meisten ausgeliehene Hörbuch. Dem Thriller folgt der Krimi „Die Entscheidung“ von Charlotte Link und der Historienschmöker „Die Wanderapothekerin“ von Iny Lorentz. Auf Platz 4 und 5 folgen Krimis von Nele Neuhaus „Im Wald“ und Andreas Föhr „Eisenberg“. Bei den Braillebüchern geht es mehr um Herzensangelegenheiten als um Mord und Totschlag. Hier macht der Bastei-Roman-Sammelband „Der Notarzt“ das Rennen der am meisten ausgeliehenen Braillebücher. Platz 2 belegt der Arztroman „Ihr letzter Wunsch ─ ein Kind“ von Marie Françoise. Platz 3 fällt mit dem Kinderbuch „Der Igel, der seine Stacheln verloren hat“ von Christina Oskui aus dem Rahmen. Diesem folgen „Lügen, die von Herzen kommen“ von Kerstin Gier und „Sex vor zwölf ─ Satiren aus dem Ehebett“ von U.S. Levin.

Weihnachtszeit: rechtzeitig Wünsche erfüllen und Lektüre sichern

Das wollen wir schon mal ankündigen: Ab 23. Dezember ist die DZB in diesem Jahr geschlossen. Am 2. Januar ist der DZB-Service dann wieder verfügbar. Wer sich also vor Weihnachten Geschenke wie Kalender, Grußkarten etc. zusenden lassen oder sich Hör- und Braillebücher über die Feiertage ausleihen möchte, der sollte diese Wünsche bitte bis möglichst zum 8. Dezember in der DZB-Bibliothek bzw. beim Verkauf äußern. Wir wollen gern sicherstellen, dass alle Sendungen rechtzeitig bei den Bestellern ankommen.

Die Freunde der DZB grüßen zur Weihnacht

Zu einer schönen Tradition hat sich die Weihnachts-CD des Fördervereins entwickelt. Seit einigen Jahren senden die Freunde der DZB an die vielen treuen DZB-Nutzer*innen und Spender*innen pünktlich zum ersten Advent eine Hör-CD mit humorvollen, besinnlichen und spannenden Weihnachtsgeschichten. Der Förderverein möchte damit Danke sagen und das Weihnachtsfest für Unterstützer*innen der DZB noch schöner machen. In diesem Jahr verschicken die Freunde drei Geschichten von kleinen Ganoven, schnatternden Wildgänsen und einem geklauten Weihnachtsbaum – gelesen von den DZB-Hörbuch-Sprechern Alexander Gamnitzer, Wolfgang Gerber und Anke Stoppa. Hörer*innen können sich also auf rund 60 Minuten weihnachtliche Kurzweil freuen. Psst – wer keine Weihnachts-CD erhalten, aber Interesse hat, kann sich über info@freunde-der-dzb.de eine nachbestellen. Nur solange der Vorrat reicht.

Vorgestellt

„Literaturtreff“ 2018: Lesegenuss für jeden Geschmack

Bücher in „kleinen Portionen“, ein handliches, leichtes Format in Heftform und ein angemessener Preis – das zeichnet den „Literaturtreff“ aus, eine Zeitschrift für alle, die gern ein gutes Buch in Brailleschrift lesen. Hier stellen wir Ihnen einen fesselnden Roman vor, der 2018 im „Literaturtreff“ erscheint.

Isabelle Autissier : Herz auf Eis

Sie nehmen sich ein Jahr Auszeit und verwirklichen ihren Traum: Louise, die melancholische Außenseiterin, und Ludovic, der Sunnyboy aus gutem Hause, entfliehen dem Alltag in Paris und starten einen Segeltörn rund um die Welt. Als sie bei einer Insel-Wanderung im eiskalten Südatlantik ein heftiger Sturm überrascht und ihr Schiff verschwindet, beginnt für Louise und Ludovic ein Alptraum. Die beiden kämpfen auf dem unwirtlichen Eiland ums Überleben. In einer alten Walfangstation richten sie sich ein provisorisches Zuhause ein. Sie jagen Pinguine und Robben und essen vor Hunger deren halbgares Fleisch. Um sich vor der Kälte zu schützen, legen sie sich Brennstoffvorräte an. Tag für Tag müssen sie sich den existentiellen Herausforderungen stellen, so dass ihr Umgang miteinander immer primitiver wird: Essen, Jagen, Sex haben, Schlafen. Hält die Liebe und Menschlichkeit dieser extremen Situation stand? Werden sie in dieser lebensfeindlichen Umwelt versuchen, miteinander oder gegeneinander zu leben? Dieser Abenteuerroman ist vor allem auch ein spannendes Beziehungsdrama.

Folgende außergewöhnliche und spannend erzählte Geschichten erwarten Sie außerdem im „Literaturtreff“ 2018:

„Heute leben wir“ von Emmanuelle Pirotte, ein unsentimentaler, aber berührender Roman, der von einem SS-Mann erzählt wird, der während der Ardennen-Offensive einem jüdischen Mädchen das Leben schenkt.

„Licht“ von Anthony McCarten, ein Roman, in dem zwei äußerst unterschiedliche Männer aufeinandertreffen: Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne, und J. P. Morgan, ein Genie des Geldes. Morgan wird aufgrund Edisons Erfindung zum reichsten Mann der Welt, Edison dagegen zerbricht.

„Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing, ein hintergründiger Roman, der mit dem romantischen Image des Landlebens aufräumt und die Tristesse des Mecklenburger Landes beschreibt.

„Ein Sommer“ von Vincent Almendros, eine leidenschaftliche Sommer- und Dreiecksgeschichte mit zwei Liebespaaren auf dem engen Raum eines Segelbootes und einer überraschenden Pointe.

„Alles für ein bisschen Ruhm“ von Alfred Hayes, düsterer Roman, der mit der Traumfabrik Hollywood als Ort der Verlogenheit, der inneren Leere und des falschen Ruhms abrechnet.

„Ein Monat auf dem Land“ von James Lloyd Carr, eine berührende Sommergeschichte eines jungen Restaurators, der vom Krieg stark traumatisiert 1920 in einem nordenglischen Dorf ein altes Gemälde freilegt.

„Die Pyramide“ von Ismail Kadare, meisterhafter Roman über den Bau der Cheops-Pyramide, der von Überwachung, totalitärer Herrschaft, von Angst und Verrat erzählt.

„Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf, eine ungewöhnliche und berührende Liebesgeschichte zwischen zwei alten Menschen, denen es bei ihren nächtlichen Gesprächen um Nähe, Wärme und Gedankenaustausch geht.

„Das Weihnachtsmarktwunder“ von Ralf Günther, eine herzerwärmende Geschichte, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt und von der traditionsreichen erzgebirgischen Schnitzkunst und einem Jungen erzählt, der Holztiere auf dem Striezelmarkt in Dresden verkaufen möchte.

Der „Literarturtreff“ erscheint wöchentlich und kostet 1,20 Euro pro Heft, im Jahresabonnement 62,40 Euro. Die vorgestellten Bücher können auch einzeln gekauft werden – den Vorzugspreis gibt es aber nur im „Literaturtreff“-Abonnement.

Kontakt: Telefon 0341 7113-120, E-Mail abo@dzb.de

Interview

Mit den Fingern durch die Stadt spazieren

Der in der Nähe von Soest (Nordrhein-Westfalen) lebende Künstler Egbert Broerken gilt als "Erfinder" der taktilen Stadtmodelle. Sein erstes Bronzerelief schuf er vor über 30 Jahren. Bautzen, das jüngste, ist sein 120. Stadtmodell. Städte wie Osnabrück, Celle, Braunschweig, Lübeck, Halberstadt, Erfurt, München, Hamburg, Berlin etc. hat er mit seinem Kunsthandwerk bereichert. Aber auch in der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden hinterließ er seine Spuren. Inzwischen fertigt der Bildhauer die Stadtmodelle gemeinsam mit seinem Sohn an. Wir sprachen mit Egbert Broerken über sein Handwerk und seine Stadtmodelle.

Sie haben Design studiert und das Kunsthandwerk der Bildhauerei erlernt. Wie kamen Sie zu der Idee, Stadtmodelle zum Ertasten anzufertigen?

Ich wohne im Raum Soest und wir haben in der Stadt eine Schule für Sehbehinderte und Blinde, die Westfälische Blindenschule. Wenn ich in Soest bin, treffe ich immer auf blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche, was mich immer sehr bewegt. Eines Tages beobachte ich zufällig eine Gruppe blinder Kinder während einer Stadtführung und hörte, wie die Stadtführerin erzählte, dass sie jetzt vor dem romanischen Dom stehen, der 67 Meter hoch ist. Die Kinder reagierten mit offenen Mündern. Hatten sie eine Vorstellung, wie hoch 67 Meter sind? Wie konnte man diese Entfernungen greifbar machen? Da hatte ich die Idee, ihnen wortwörtlich etwas „an die Hand“ zu geben. Ich erstellte mein erstes Tastmodell. Plätze, Bürgerhäuser, die Gassen und die Kirche sind so angeordnet, dass maßstabsgerechte Größenunterschiede zu erkennen sind.

Mit dem Bautzener Stadtmodell haben Sie Ihr 120. Stadtmodell geschaffen. Eine sehr große Anzahl! Was fasziniert Sie an dem Handwerk?

Die Herstellung eines Tastmodells ist immer wieder ein Abenteuer. Bei den Besuchen vor Ort lernt man die jeweilige Stadt gut kennen und kommt in Kontakt zu den Bewohnern, was immer wieder auch ein Erlebnis für mich ist. Wenn blinde Mitbürger zum ersten Mal ihre Stadt befühlen, deren Mauern sie zwar berühren, deren Dimensionen sie aber nie begreifen konnten, so ist es für sie eine ganz neue Erfahrung ─ und diese Erfahrung kann ich mithilfe meines Handwerks vermitteln.

Wie entsteht ein Stadtmodell zum Tasten?

Die Gebäude erstelle ich auf der Grundlage von Katasterplänen und Fotos. In Handarbeit baue ich maßstabsgetreue Modelle, von denen in Wachs je ein Positiv modelliert wird. Straßen, Plätze und wichtige Gebäude werden mit Braille- und Normalschrift versehen. Danach wird das Modell in Zinnbronze gegossen. Das heißt, das Wachsmodell wird mit einer Gipsschamotte umhüllt und gebrannt – das verflüssigte Wachs entweicht aus der verfestigten Form, die nunmehr mit der flüssigen Bronze befüllt werden kann. Das Modell wird patiniert und gegen Umwelteinflüsse mit einem Carnaubawachs versehen. Anschließend wird das Ganze auf einem Sockel montiert. Dieses Verfahren ist eine alte handwerkliche Kunst, die die Detailtreue des Bronzereliefs garantiert.

Wie lange dauert die Realisierung eines Stadtmodells im Durchschnitt ─ von der Auftragsannahme bis zur Übergabe?

Die Herstellung eines Bronze-Stadtmodells dauert ungefähr 10 bis 12 Monate.

Wer sind Ihre Auftraggeber?

Mich beauftragen meist Heimatvereine, Clubs, wie beispielsweise der Rotary und Lions Club, Stiftungen, auch die Städte selbst und ansässige Firmen.

Welches war ihr schwierigstes Stadtmodell und warum?

Alle Modelle haben so ihre Schwierigkeiten, bedingt z.B. durch Topografie, außergewöhnliche Architektur etc. Bautzen beispielsweise hat mit den relativ steilen Anstiegen zum Dom hin und den schroff abfallenden Granitfelsen eine komplizierte Topografie und war in dieser Hinsicht eine besondere Herausforderung.

Woher wissen Sie bei der Anfertigung, ob Ihr Stadtmodell gut zu ertasten ist?

Gewisse Größen und Maßstäbe müssen eingehalten werden. Außerdem habe ich neben der langjährigen Erfahrung auch engen Kontakt zu Blinden und der Blindenschule in Soest. Die Rückmeldungen von Blinden und Sehbehinderten, sowie auch von Sehenden, sind immer sehr positiv und motivieren mich.

Woran arbeiten Sie zurzeit?

Momentan entstehen Modelle von Eisenach, Chemnitz, Köln, Kleve.....

Das Modell welcher Stadt würden Sie gern anfertigen?

Alle Städte weisen interessante Details auf, die mich bei der Ausführung begeistern. Es kommen aber auch manchmal Anfragen, die schon besonders sind, zum Beispiel Baku, New York, Tokio, Dubai.

Vita

Egbert Broerken, geboren 1950, lernte nach dem Abitur Schriftsetzer und studierte danach an der Fachhochschule Münster Design. Er schuf Großplastiken aus Stahl und Stein für den öffentlichen Raum, zum Beispiel für Dortmund. Er lehrte an der Fachhochschule für Design in Dortmund. Später widmete er sich ganz dem Kunsthandwerk von taktilen Stadtmodellen.

Weihnachtsspecial

Lieblingsstücke zum Verschenken oder Selbstbehalten

Füll mich! ─ Ein Buch zum Basteln und Fühlen

Mit dem Bastelbuch „Füll mich!“ werden Kinder zu kleinen Künstlern. Sie können gesammelte Dinge, wie Blätter und Blüten, aber auch gebastelte Sachen, wie Blumen aus Moosgummi, Tiere aus Filz und Wolle, in das Buch kleben. So zaubern sie wundervolle tastbare Bilder auf die leeren weißen bzw. schwarzen Seiten und erzählen damit auch kleine Geschichten. Das Buch ist ein Bastelspaß für alle Kinder und fördert deren Kreativität, Feinmotorik und Ausdauer. Es entstand im Erfahrungsaustausch mit Pädagogen der integrativen Frühförderung.
Ein ideales Geschenk für alle kleinen Bastelfreunde! Handlich im Format mit dicken gefalzten Papierseiten! So macht Basteln Freude!

"Füll mich!", DZB 2017,
12 Seiten, 21x22 cm, Spiralbindung, Preis 9,50 Euro,
Bestellnummern: schwarze Seiten 9347, weiße Seiten 9348

Vegane Blitzrezepte zur Weihnachtszeit

Für alle, die entspannt in die Adventszeit gehen und sich nicht unnötigem Stress in der Küche aussetzen möchten, ist das Kochbuch genau das Richtige! Vorausgesetzt, sie sind Veganer oder an veganer Küche interessiert. In dem Buch finden sie Blitzrezepte, die sich schnell zubereiten lassen, und raffinierte Kombinationen, wie Ofen-Zucchini mit Kürbiskern-Dip über Linsensalat mit Räuchertofu-Chips bis hin zu Pancakes mit Apfelsirup und Zimt, eine Alternative zu Plätzchen. Vorsicht! Es könnte durchaus sein, dass Sie das Kochbuch, anstatt es zu verschenken, dann doch lieber selbst behalten.

Martina Kittler: Expresskochen vegan: auf die Plätze, fertig, satt!
Kurzschrift, 1 Broschur, 6 Euro, Verkauf 9012, Ausleihe 18283

Perfekt für den Gabentisch

Ganz egal ob Tisch-, Taschen- oder Wandkalender ─ die meisten Menschen legen mithilfe eines Kalenders ihre Termine fest. Warum nicht einen Kalender verschenken? Die handlichen Taschenkalender mit Monats- und Wochenkalendarium gibt es in Voll-, Kurzschrift und in MAXI-Druck. Das Kalendarium des Tischkalenders im Querformat und MAXI-Druck bietet genügend Platz für eigene Notizen, das des Jahreswandkalenders eine Jahresübersicht in Vollschrift. In den immerwährenden Geburtstagskalender in MAXI-Druck können alle wiederkehrenden Termine eingetragen werden. Der beliebte Reliefkalender für 2018 zeigt Tiere verschiedener Kontinente und deren Spuren auf transparenten Reliefs und ist ein haptisches und visuelles Erlebnis!

Weitere Informationen zu den Kalendern: www.dzb.de/Verkauf

Ein DAISY-Hörbuch im Brussig-Sound

Es ist ein „kleiner Wenderoman“, in dem es um die ostdeutsche Rockband „Die Seuche“ und jede Menge Rock’n’Roll geht. Die Band, die bei Familienfeiern spielt, hat Großes vor und macht sich ihren einzigen Fan zum Manager. Gemeinsam bessern sie sich ihr Taschengeld mit Autoschiebereien und Geldgeschäften in den Wirren der Wendezeit auf. Nach dem Mauerfall jedoch läuft nichts mehr, die Kreativität ist weg, die Bandmitglieder suchen ihren eigenen Weg in einem neuen Land. Die Musik spielt dabei keine Rolle mehr. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt Thomas Brussig von den Menschen eines untergehenden Landes, deren Alltag und Idealen.

Thomas Brussig: Beste Absichten
Argon Verlag 2017,
Sprecher: Stefan Kaminski (4:13 h)
CD DAISY, 19,95 Euro, Verkauf 9340

Taktile Entdeckungsreise durch Deutschland

Wer gern geografische taktile Karten liest, für den ist der neue Deutschlandatlas genau das richtige Geschenk! Der Atlas besteht aus einer Gesamtkarte mit dem Überblick über 13 Bundesländer und den einzelnen Länderkarten, die maßstabsgerecht angelegt sind und in einem passenden Sammelordner aufbewahrt werden können. Auf den Karten sind Staats- und Ländergrenzen, Landeshauptstädte, Meere, Seen und Flüsse sowie Berge, Gebirge und Landschaften dargestellt. Käuflich erwerben können Sie zurzeit: Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg, Niedersachsen und Bremen, Sachsen-Anhalt. Demnächst erscheinen: Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Schülern und Menschen, die wenig Erfahrung mit taktilen Karten haben, bietet die DZB den Deutschland-Atlas für Einsteiger an. Hier wurden die Karten auf wesentliche geografische Angaben reduziert. Diese Ausgabe ist bestens für den Geografie-Unterricht geeignet und fördert gemeinsam mit dem Deutschlandpuzzle spielerisch die geografischen Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler.
Weitere Informationen: www.dzb.de/Verkauf

Musikalische Begleiter zum Weihnachtsfest

Pünktlich zum Fest erscheinen in der DZB Pastoralen und Motetten zur Advents- und Weihnachtszeit. Zum einen sind das die Notenwerke „Bekannte Weihnachtspastoralen des Barock für Orgel solo“ Band 2 und Francis Poulenc‘ „Quatre motets pour le temps de Noël“. Letztere Chormusik zeichnet sich durch raffinierte Harmonik, klare Melodik und Rhythmik aus. In den Weihnachtspastoralen befinden sich Kompositionen von Stamitz, Händel, Stanley, Molter und Sammartini, die der englische Organist Edward Tambling bearbeitete. Die einfach konzipierten Stücke mit gleichbleibendem Rhythmus bilden eine ideale Vorlage für Orgeltranskriptionen und sind von Organisten sehr gut einsetzbar.

Bekannte Weihnachtspastoralen des Barock: für Orgel solo
Butz, Bonn 2014
Band 1: 1 Broschur, Vollschrift, Verkauf 8422, 52,20 Euro
Band 2: 1 Broschur, Vollschrift, Verkauf 9466, 37,20 Euro

Poulenc, Francis: Quatre motets pour le temps de Noël
Editions Salabert, 1952
1 Broschur, Basisschrift, Verkauf 9444, 15 Euro

Zeitschriften im Geschenkabonnement

Wer Verwandten, Freunden oder Bekannten eine besondere Freude zum Fest machen möchte, der wählt aus dem Zeitschriftenangebot der DZB das passende Geschenkabonnement aus. Der Beschenkte erhält für ein Jahr lang seine Lieblingszeitschrift. Das Abonnement läuft automatisch aus und muss nicht gekündigt werden. Angeboten werden Zeitschriften in Brailleschrift und als DAISY-CD: die Verbraucherzeitschrift „Ratgeber aktuell“, „Das Gesundheitsmagazin“, „Deutschlandrevue“, „Geolino“ für Kinder, „NEON“ für junge Erwachsene, das DZB-Kundenmagazin „in puncto DZB“, „stern/ZEIT“ Braille, „Literaturtreff“ und weitere.
Informationen zum Abonnement: www.dzb.de/Verkauf

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Gelesen und empfohlen

Schmerz, Verführung, Aggression

„Die Vegetarierin“ von Han Kang – empfohlen von Liane Völlger (Bibliothekarin)

„Die Vegetarierin“, ein Roman der südkoreanischen Schriftstellerin Han Kang, fesselt den Leser vom ersten Moment. Erzählt wird die verstörende und zugleich hypnotisierende Geschichte einer Frau. Yeong-Hye, eine leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau, fasst den Beschluss, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren. Sie entfernt alle tierischen Produkte aus dem Haushalt mit der Erklärung: „Ich hatte einen Traum“. Doch damit nicht genug. Sie verwahrlost zusehends, trägt keinen BH mehr, entblößt sich in der Öffentlichkeit und träumt von einem Leben als Pflanze. Von dieser Radikalität beeindruckt, bemalt ihr Schwager, ein Videokünstler, ihre Haut mit Blumen, macht sie zu einem Kunstobjekt und entfesselt seine eigene Obsession. Die Familie, vor allem ihr Ehemann, hat kein Verständnis für die Marotten einer zuvor als absolut durchschnittlich beschriebenen Frau, distanziert sich und weist Yeong-Hye schließlich in die Psychiatrie ein.

Vegetarismus gilt in Südkorea als subversiv. Erst vor diesem Hintergrund werden die Handlungen der Figuren nachvollziehbar und das Bekenntnis zum Vegetarismus wird zu einem Akt der Unabhängigkeit und zur Selbstbehauptung eines Individuums gegenüber der Gesellschaft.

Kang, Han: Die Vegetarierin
1 CD DAISY (5:36 h), H039819

Technik getestet

Alexa und Echo von Amazon – Kommunikation mit Sprache

Ein Beitrag von Ulrich Jander

Einfach sagen, was man möchte, und Alexa antwortet. In vielen praktischen Fällen funktioniert das so: Das System von Amazon, bestehend aus Alexa, die Stimme und Software, und dem Gerät Echo oder Echo zwei, worüber alles akustisch übertragen wird. Wenn man dem System eine Aufgabe stellt, dann beginnt man immer mit dem Wort „Alexa“ und setzt dann mit dem fort, was man sagen oder fragen will. Indem man mit dem System spricht, das ist die Spracheingabe, ist die Bedienung denkbar einfach. Allerdings, nach dem Kauf beginnt die Inbetriebnahme des Echo-Gerätes und der Alexa; und das funktioniert nur online mit einem Smartphone, Tablet oder PC. Dafür gibt es im Apple- oder Play-Store die weitestgehend barrierefreie und kostenlose Alexa-App oder man geht über die Amazon-Internetseite. Das Echo-Gerät muss an die Steckdose und in das heimische WLAN eingebunden werden. Einmal eingerichtet funktioniert das System mit der sprachlichen Kommunikation recht einfach. Das Echo-Gerät kann man in verschiedenen Ausführungen erwerben: als kleines, kugliges Gerät Echo Dot für ca. 60 Euro, als 23,5 cm großes Gerät für ca. 150 Euro und aktuell auch in der Ausführung Echo2.

Der Lautsprecher

Das große Echo-Gerät, genannt Echo Plus, ist ein Lautsprecher, der allein mit Hilfe Ihrer Stimme gesteuert wird, und über eine integrierte Verbindungsmöglichkeit zu anderen, im selben System angemeldeten Geräten verfügt, wie z. B. mit einer Heizung oder mit Lampen etc. Echo Plus verbindet sich per WLAN mit dem internetbasierten Alexa Voice Service, um Musik abzuspielen, Fragen zu beantworten, Anrufe zu tätigen, Wecker und Timer zu stellen, Informationen, Nachrichten, Sportergebnisse oder das Wetter wiederzugeben. Fragen Sie einfach nach einem Lied oder Künstler. Echo Plus kann auch Hörbücher, Radiosender etc. abspielen. Sie müssen nur danach fragen. Echo Plus wiegt 954 g und besitzt sieben Mikrofone. Deshalb hört Echo Plus Sie aus jeder Richtung des Raumes und erfüllt Ihren Raum mit einem allumfassenden Klang. Die Sprachsoftware Alexa lernt ständig dazu, da sie immer weitere Funktionen erhält.

Weitere Funktionen

DAISY-Hörbücher der DZB können direkt über das System leider nicht wiedergegeben werden. Amazon sieht diese Funktion nicht vor. Jedoch erlaubt Ihr Echo-Gerät als einfache Wiedergabefunktion die Verbindung per Bluetooth mit Ihrem DAISY-Abspielgerät, z. B. Smartphone oder Bluetooth-fähiges DAISY-Gerät. Alternativ funktioniert auch die Verbindung über ein 3,5-mm-Klinkensteckerkabel, denn Echo verfügt über einen solchen Anschluss, zumindest der Echo plus. Geplant ist auch, unsere DZB-App für Smartphones und Tablets für Echo und Alexa zugänglich zu machen. Über weitere kleine Programme, genannt Skills, von Amazon oder anderen Programmierern können weitere Anwendungen und Funktionen hinzugefügt werden, wie z. B. Zugfahrpläne der Deutschen Bahn oder Taxibestellung bei mytaxi.

Gleichartige Systeme sind geplant

Die Konkurrenz schläft nicht. Google hat mit seinem Gerät Google Home und dem Sprachsystem Google Assistant vergleichbare Technik herausgebracht. Auch hier gibt es verschiedene Geräteausführungen im Bereich von ca. 50 bis 150 Euro. Die Internetverbindung wird dann nicht zu Amazon, sondern zu Google aufgenommen. Es soll jetzt auch ein Gerät auf den Markt kommen, welches beide Systeme, Amazon und Google, beinhaltet. Die Firma Apple plant für das nächste Jahr gleichartige Systeme.

Bezüglich Echo und Alexa von Amazon möchte ich zum einen auf einen ausführlichen Beitrag in der Zeitschrift „Sichtweisen“, ehemals „Die Gegenwart“, im Heft 11/2017 in der Rubrik Service hinweisen. Und zum anderen können Sie eine akustische Vorführung von Alexa im Internet unter http://www.softcologne.de/alexa.mp3 abrufen.

Fragebogen

Sechs Fragen – sechs Antworten

Mitarbeiter, Partner, auch Freunde der DZB antworten auf unsere Fragen. Diesmal: Kathrin Gießner (Korrekturleserin)

Was ist Ihre Aufgabe in der DZB?

Ich bin Korrekturleserin für Blindenschriftbücher und -zeitschriften sowie alle anfallenden Publikationen in Braille. Ich arbeite meist gemeinsam mit einem sehenden Vorleser. Wenn wir Fehler finden, streichen wir diese in der Braille- und in der Normaldruckfassung an.

Welche Arbeit haben Sie gerade auf dem Tisch?

Ich lese zurzeit ein Buch von Bernd-Lutz Lange Korrektur. Es heißt „Das gab‘s früher nicht – ein Auslaufmodell zieht Bilanz“. Das Buch zeigt die Sprachentwicklung von vor etwa 70 Jahren bis heute auf. Der Autor erzählt Alltagsgeschichten und -situationen und beleuchtet auf seine humorvolle Art die Sprachentwicklung. Natürlich kommen die Einflüsse der sächsischen Sprache nicht zu kurz. Das Buch ist sehr witzig und regt zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken an.  

In meiner Freizeit beschäftige ich mich am liebsten mit …

Singen in verschiedenen Chören bzw. Gesangsgruppen.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine Insel mitnehmen?

Ein gutes Buch, verschiedene Liedtextsammlungen und meine Altblockflöte.

Haben Sie ein Buch, das Sie empfehlen können?

„Die verborgene Seite des Mondes“ von Antje Babendererde (4 Bände, Kurzschrift, Ausleihe 18315). Dies ist ein Buch für junge Leute. Es erzählt die Herkunftsgeschichte eines in Deutschland geborenen Mädchens mit indianischer Abstammung. Sie lernt ihre Vorfahren in den USA kennen und verliebt sich dort. Es ist eine schöne und spannende Liebesgeschichte für jugendliche Leser.    

Ihr Lebensmotto?

Ich habe kein Lebensmotto.

Rätsel

Machen Sie mit und gewinnen Sie!

Wir wollen wissen: Wie heißt das neue Bastelbuch für Kinder, das in der DZB herausgegeben wird?

Schicken Sie Ihre Antwort bis 31. Januar 2018 per E-Mail (presse@dzb.de) oder per Post an: DZB, Kennwort Rätsel, Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig

Das können Sie gewinnen: Wir verlosen einen Reliefkalender 2018 „Tieren auf der Spur“.

Mitarbeiter der DZB können nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auflösung aus 3/2017

Die richtige Antwort lautet: Das Gebäude, in dem die DZB ihren Sitz hat, heißt Ephraim-Carlebach-Haus.

Der glückliche Gewinner heißt: Eckhard Burk. Herzlichen Glückwunsch!

Sudawo – Such das Wort

Suchen Sie das Wort, das sich aus allen 9 Buchstaben bilden lässt.
Beispiel: HLNAAMDBE
Lösung: Abendmahl

  1. TNEDISCIH
  2. BUENENING
  3. HKUOALCBN

Auflösung siehe unten.
Weitere Rätsel finden Sie in „Sudawo“ (1 Bd., Vollschrift, BN-Verkauf 8154, 1 Bd., Kurzschrift, BN-Verkauf 8155, je 12 Euro).

Impressum

Herausgeber, Herstellung, Vertrieb

Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7, 04105 Leipzig
Tel.: 0341 7113-0, Fax: 0341 7113-125
E-Mail: info@dzb.de
www.dzb.de

Redaktion

Gabi Schulze
Tel.: 0341 7113-148, E-Mail: gabi.schulze@dzb.de
Ronald Krause
Tel.: 0341 7113-239, E-Mail: ronald.krause@dzb.de

Abonnements, Anzeigen

Sylvia Thormann

Tel.: 0341 7113-120, E-Mail: abo@dzb.de

»in puncto DZB« wird vier Mal im Jahr kostenfrei per E-Mail versandt und online unter www.dzb.de veröffentlicht.

Die Zeitschrift erscheint kostenpflichtig wahlweise als CD DAISY sowie in Blindenkurzschrift.

  • Jahresbezugspreis Braille-Ausgabe: 9 Euro
  • Jahresbezugspreis CD DAISY: 9 Euro

Das kostenpflichtige Abonnement gilt bis zum Ende des Kalenderjahres und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht spätestens bis zum 30. September gekündigt wird. Bei Bestellung im laufenden Kalenderjahr erfolgt die Preisberechnung anteilig.

Es gelten unsere AGB. Die vollständigen AGB finden Sie im Internet unter www.dzb.de/agb, auf Wunsch senden wir Ihnen diese gern zu.

DZB 2017

Spenden

Förderverein »Freunde der DZB e.V.«
Sparkasse Leipzig
IBAN DE44 8605 5592 1100 8300 10
BIC WELADE8LXXX

Auflösung Sudawo

  1. identisch
  2. Neubeginn
  3. Knoblauch